Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1915)
- Date
- 1915-05-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Probleme der Pentateuchexe gese. 215 Fragen wir nun zuerst : ״Bilden die dem P zugeteilten Stücke in Wirklichkeit einen geschlossenen Bericht,“ so wird eine genaue Betrachtung uns zeigen, daß dies keineswegs der Fall ist. Es fehlt eine angemessene Einleitung und ein zu erwartender Abschluß der Geschichte, und auch in der Mitte klaffen recht fühlbare Lücken. ״Die Erde war verderbt vor Gott“ (6.11) — Dies kommt ganz unerwartet. In den bis־ herigen von der Kritik dem P zugeteilten Stücken (lrl—2, 4a; 5,1—28; 5,30—32) ist keine Spur von Bösem unter den Menschen zu finden, und plötzlich wird uns die Menschheit als vor Gott verderbt und dem Untergang verfallen dargestellt. Die hierzu gehörige Einleitung 6.1 — 8, sowie die vorher erzählten sündhaften Taten der Menschen werden einem anderen Verfasser (J) zugewiesen. Als Abschluß der Sintflutgeschichte wieder ist doch zu erwarten, daß Noah, der nach P ein vollkommener Gerechter war, der mit Gott wandelte (6,9), nach seiner Errettung aus der Sintflut, durch irgend einen Akt seine Dankbarkeit Gott gegenüber zum Ausdruck bringe. Nichts desgleichen findet sich bei P; denn 8,20 — 22 soll ja J angehören. In der Mitte vermissen wir (in P) vor 7,6 die Ankündigang des nun bevorstehenden Eintritts der Flut und den Befehl zum Einziehen in die Arche. Denn zwischen der Offenbarung Gottes in 6,13 — 21 und dem in 7,6 erzählten Eintritt der Sintflut muß doch eine geraume Zwischenzeit angenommen werden, während der Noah die Arche gebaut und alle anderen von Gott befohlenen Vorbereitungen getroffen hatte. Aber die Zeit, wann dieses Ereignis eintreffen sollte, wird dem Noah nicht mitgeteilt, so daß es nach 7.6 (ohne die vorhergehenden 5 Verse, die ja J angehören sollen) scheint, als sei Noah am 17 Marcheschwan von der Katastrophe überrascht worden und habe dennoch Zeit gefunden, am Tage ihres Eintritts sich mit allen Lebewesen in die Arche zu begeben. Das Fehlen des Gebots, in die Arche einzuziehen, fällt um so mehr auf, als beim Auszug (in P) ein ausführlicher Gottesbefehl hierzu für nötig erachtet wird (8,15 — 17). Es ist fast mit Händen zu greifen,