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Jeschurun · 1915-02-01 · Heft 2 (Februar 1915) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 2 (Februar 1915)
Date
1915-02-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Februar 1915 S c h e b a t־ A d a r 507 2. Jahr! Heft 2. Die Entweihung des göttlichen Hamens, Man hört allgemein die Ansicht vertieren, daß dieser Krieg eine׳ Erneuerung des religiösen Empfindens zuwege gebracht, daß er dem Glauben wieder eine kaum erhoffte Stärkung verliehen hat. und die prinzipiellen Gegner der positiven llcligionen haben sogar mehrfach ihrer Eureht Ausdruck gegeben, es würde eine reaktionäre M elle die von ihrem Standpunkt sehr unerwünschte Folge dieses Krieges sein. Ist dem wirklich so? Freilich, wenn man mit Feuerbacli die Religion definiert als die Furcht vor den Göttern, in ihrer Verehrung nichts anderes sieht als die Versuche, die drohenden Mächte zu beschwichtigen, dann des Besuches der Gotteshäuser als wachsende Macht religiöser Gefühle, eine sehr niedrige Glaubensstufe, welc kann man die Steigerung Maßstab nehmen für die Aber cs ist doch nur :he die ein nehmen, die aus Angst und, Sorge um teure Angehörige in der Verzweiflung gleichsam zu dem letzten Strohhalm greifen, zu dem Glauben ihrer Kindl]eit. Vdo der starke, der innige, unerschütterliche Glaube nicht schon vorher den Menschen erfüllte, eia wird diese Erhebung zum Höchsten nur eine vorübergehende sein. Ist die Gefahr vorüber, dann ist die rettende Hand der Gottheit bald vergessen, und hat man dem Leid den Zoll gezahlt, dann tritt die Resignation an die Stelle des Glaubens oder gar 5

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