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Jeschurun · 1914-12-01 · Heft 12 (Dezember 1914) · p. Seite 445

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 12 (Dezember 1914)
Date
1914-12-01
Page
Seite 445 (sequence 31)
Language
German
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Die Vorgeschichte Israels und seiner Religion. 445 Jahrtausend vor der Zoit Abrahams von chamitischen Stämmen überschwemmt. Die Folge war einerseits eine Amalgamierung dieser Stämme mit der irrhebräischen Bevölkerung, deren Kultur sie annahmen, auf die sie aber auch zersetzend und in chamitischem Geiste einwirkten, andererseits ein Abwandern der urhebräischen Bevölkerung nach Babylon, wo sie für ihren Geist eine Stätte der Wirksamkeit fanden. Ammurabi, der große König der altbabylonischcn Dynastie, der dem nach ihm benannten berühmton Gesetzbuch don Stompcl soinea Geistes aufgodrückt, ist ein Abkömmling jonor Urhebrüer, soino roligiöson und sittlichen Ideen sind Ausstrahlungen der Lehren, die nach dom Midrasch in den Lohrhäusern von Sem und Eber überliefert wurden. Auch hior nur einige Beispiele dafür, wie aus diesen Fest׳• Stellungen ein ganz neues Licht auf die Berichte der Bibel und des Talmuds, auf dio altjüdisch pragmatische Geschichtsauffassung fällt. Die Kanaaniter sind bekanntlich identisch mit den Phöniziern. Ihre Kultur unterscheidet sich kaum von der semitischen. Und doch werden sie von der Bibel als Chamiten bezeichnet! Die Kritik ist sofort mit der Erklärung bei der Hand, der Rassenhaß habe Israel dazu veranlaßt, Kanaan als einen Sohn Chams zu bezeichnen. Jampel bringt nun sieben Beweise dafür, daß dio Kanaaniter tatsächlich mit den Ägyptern verwandt und zu der chamitischen Völkergruppe zu zählen sind. Ihre semitische Kultur aber ist oben daraus zu erklären, daß dio Sieger dio Kultur der besiegten urhebräischon Völker angenommen haben! Roste dor urhobräischcn Bevölkerung blieben unvermischt. Solche Reste treten uns in Männern wie Melkizedek Gen. 14,18 entgegen, auf don Abraham ja nur zufällig stößt und der wohl nur einer unter vielen war. Aus der Abneigung gegen diesen chamitischen Geist ist auch das Streben Abrahams und Isaks zu erklären, für ihre Kinder keine Frau aus diesem Kreise, sondern aus dem Stamme der Urhebräer zu wählen.

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