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Jeschurun · 1914-12-01 · Heft 12 (Dezember 1914) · p. Seite 425

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 12 (Dezember 1914)
Date
1914-12-01
Page
Seite 425 (sequence 11)
Language
German
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Das große Hassen. 42$ wird ihm zur Rettung. So ontäußort sich im Kriege der Volkskörpor der Fäulnis, die ihn zu zersetzen drohte. Aber ebensowenig wie der Körper, wenn er mit Geschwüren bedeckt ist, durch wolcho dio giftigon Säfto ausschoidon, schön ist, obonsowenig ist es der Volkskörper im Kriege, wenn er aus tausenden von Wunden blutet. Der Geist, der den Körper beseelt, kann durch dio Krankheit eine Läuterung erfahren, und so kann die Volksseele sich im Kriege und durch den Krieg zu ungeahnter Höhe erheben und einen kaum erhofften Adel der Gesittung gewinnen. Davon hat unser Vaterland beredtes Zeugnis abgelegt und dessen freuen wir uns vom ganzen Herzen. Wer aber darum den Krieg wünscht oder ihn herbeizuführen sucht, denkt und handelt nicht wie ein Arzt, der den Körper gegen don Ausbruch der Krankheit zu schützen, ihn widerstandsfähig zu machen und vorbeugend zu wirken sich bemüht, sondern wie ein Tor und Verbrecher. Und mir gar jene, dio aus niedrigen Tmdinktnn, aus Ehrgeiz, Neid und Habgier so lango gehetzt und geschürt, bis sie den Weltbrand entfacht haben! Sie sind uns Giftmischer und fluchboladcno Mörder. Wir sehen dio Fäden nicht im einzelnen, aus denen das Netz geilochten, in das alle beteiligten Völker verstrickt wurden. Aber wir haben doch so weit an der Zeitgeschichte tcilgonommen, daß wir der unerschütterlichen Überzeugung sind, es falle, wie so oft in der Weltgeschichte, ein gut gerüttelt Maß der Schuld auf das Haupt einzelner Menschen, dio aus eigenem Antrieb oder im Dienst kleiner Gruppen das Völkermorden als nationale Rettung als ,,hoiligonEgoismus“ angepriesen. Die hassen wir mitjenemgroßen Hasse, den uns die Psalmen, die Propheten lehren. Wir kennen nicht dio Namen! Wir sehen nicht ins Herz. Wir wissen nicht, wer von ihnen es ehrlich meinte, wer betrogener Betrüger, wer kalt und grausam alles ausgeklügelt. Gott kennt seine Feinde. Und gegen diese Feinde beton wir Tag für Tag: Den Verleumdern blülio keine Hoffnung, Und di 3 das Böse schaffen, mögen in einem Augenblick vernichtet werden, Und all deine Feinde sollen eilends ausgerottet werden 1

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