Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1914)
- Date
- 1914-12-01
- Page
- Seite 424 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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424 Das großo Hassen. Feinde Gottes. Dieser Haß ist vereinbar mit den edelsten Gefühlen. In einem der erhabensten Psalmen, in der die Allwissenheit, Allgogonwart und Allgüto Gottos goschildort worden, in dem die Worte stehen: Stieg ich gen Himmel auf, so bist du dort; Und bette ich mich in der Unterwelt, du bist auch dal Und hob’ ich mich auf Flügeln auch der Morgenröte, Und wohnt* ich an des Meeres Enden auch, Es wäre Deine Hand, die mich dort führte, Und Deine Rechte würde mich ergreifen. Ich danke dir, daß solch erhabenes Wunder ward an mir vollzogen. Ja, wunderbar sind deine Werke, und meine Seele weiß es wohL Moin Wesen bliob dir nicht vorborgen, Da ich geschaffen wurde im geheimen, Da ich gewirkt ward in der Erde Tiefen. lautet der Schluß: . O töte Gott don Frevlerl Blutschuldbeladene, hebet euch hinweg von mir! Sie preisen dich — aus kluger Überlegung! Sie schwören falsch! Es sind ja doino Foindol Fürwahr, o Herr! Ich hasse, die dich hassen. Mich ekelt, wenn sie gegen dich Erhebung planen. Mit grenzenlosem Hasse hass* ich sie! Die wahren Feinde, das sind sie. Kriege müssen sein, aber ebenso wie Krankheiten sein müssen. Das „Muß“ im Sinne kausaler Notwendigkeit genommen, nicht in dein einor sittlichen Forderung. Virchow hat uns bewiesen, daß die Krankheit ein natürlicher Prozeß im Verlauf des menschlichen Lebens ist, und in diesem Sinne hat der frommo Moltko das Wort gesprochen: „Der ewige Friede ist ein Traum und nicht einmal ein schöner“. Er wollte nicht gegen die messianische Hoffnung der Propheten polemisieren, sondern gegen den Versuch, den Glauben an den idealen Sinn der Menschheit als realen Faktor oinzusetzen, ehe man nicht den Menschen geändert. Die Krankheit befreit den Körper von einer drohenden Gefahr und