Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1914)
- Date
- 1914-12-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Dezember 1914 Kislew-Tebeth 5674 1. Jahrgang. Heft 12. Das große Hassen. Die Bibel ist ein heiliges Buch und die Propheten haben für die Ewigkeit gesprochen. Weil das unsere religiöse Überzeugung ist, weil wir der Meinung sind, daß die Reden unserer gottgesandten Männer wohl Mahnungen und Tröstungen an ihre Zeitgenossen enthalten und darum in erster Reihe aus dem geschichtlichen Hintergründe erklärt werden müssen, daß sio aber in gleicher Weise Offenbarungen an die Menschheit sind, aus donon eine jede Zeit Belehrung schöpfen muß, darum sehen wir in ihnen die Richtschnur auch für unser jetziges Leben und für jede Lage, in die das Geschick uns verstrickt. Und weil unsoro Bibol auch erfüllt ist von Kriegen und Siegen, weil durch sie Gott dahinschreitet als ein Gott des Eifers und der Vergeltung, weil in ihr gehaßt wird mit vollendetem Hasso1), darum können wir, ohne unsoro ganzo religiöse Vergangenheit Lügen zu strafen, den Empfindungen uns hingeben, die der Weltkrieg in uns auslöst. Aber cs ist ein Maß in den Dingen. Es ist ein so großes Hasson angebrochen, daß dazu vom Standpunkt des Judentums ein kräftiges Wort gesagt werden muß. Ein eigenartiges Bild bieten hier diejenigen, die unserm überlieferten Glauben von jehor feindlich ontgogentraten und den Wert unserer religiösen Ethik herabsetzten: die Monisten *) Ps. 139,22. 29