Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1914)
- Date
- 1914-08-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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269 w^mmmaass»w^Kms^K11m!BSi Der Weltkrieg. in dem das Bibelwort von Haus zu Haus klingt, es verschloß sein früher immer offenes Ohr dem Geschrei der Armen, dem Wehklagen der Bedrückten. An der unerschütterlichen Überzeugung, daß Gott der Gerechtigkeit zum Siege verhilft. kann uns nichts irremachen, auch nicht das spöttische Wort, daß Gott immer mit den stärkeren Bataillonen ist: Das Wort ist gar nicht so frivol, wie es den Anschein hat. ״Hilf dir selbst, so wird Gott dir helfen“, das gilt im Völkerlehen ebenso, wie im Leben des einzelnen. Tüchtigkeit, Gediegenheit, unablässiger Fleiß haben die deutsche Heeresmacht zu der Blüte gebracht, daß sie unerreicht dasteht. Es ist nicht die Gewalt der Masse und die sinnlose Kraft, die sich durchsetzt, sondern der Geist, der alle Glieder dieses wunderbaren Organismus, vom bedeutsamsten bis zum geringsten, beherrscht. Und wenn, was Gott verhüten möge, wie so oft im Leben des Einzelnen, das Unrecht triumphieren würde, auch das könnte in dem Menschen von tiefer religiöser Überzeugung nie den Glauben an den endgültigen Sieg der Gerechtigkeit ertöten. Was heute nicht geahndet wird, das findet seine Sühne unweigerlich in späteren Zeiten. Was Spanien vor Jahrhunderten gefrevelt. das büßt es in diesen Tagen. Wie tief ist es von seiner weltbeherrschenden Stellung herabgesunken, alle neutralen Völker werden von den Parteien umworben: sein Karne wird kaum genannt, Lebenden. wäre es ausgelöscht aus der Beihe der Wir haben diesen Krieg einen gerechten genannt. Er ist darum aber nicht minder ein furchtbares Verhängnis, von Gott über den, der am Ende den Sieg erringt, ebenso als Zuchtrute verhängt, wie über den Besiegten. Süß und schon ist es. für das Vaterland zu sterben. Aber auch die Gattin hat das Wort, die Mutter, die leben sollen, schmerzzerrissen, weil ihnen das Teuerste genommen, was ihr Leben lebenswert machte. Und das Elend der Krüppel, die Verzweiflung derer, die ihr Siechtum noch Jahrzehnte dahinschleppen, nicht leben und nicht sterben können? Und wer kann den unendlichen