Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1914)
- Date
- 1914-08-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Tescßurun August-September 1914 1. Jahrgang. Der Weltkrieg. ,,Horch! ein Getümmel der Völkerreiche, die sich versammeln! Der Herr der Heerscharen mustert sein Kriegsheer! Seht, der Tag Gottes ist gekommen, grausam, voll Grimm und Zornesglut, er macht die Erde zu einer Einöde, und tilgt die Sünder von ihr. Ich ahnde an dem Weltenall die Bosheit, an den Frevlern ihre Schuld, ich tilge den Stolz der Übermütigen, und den Hochmut der Tyrannen stürze ich. Wie aufgescheuchte!Rehe, wie eine Herde, die niemand zusammenhält, so wendet sich ein jeder nach seinem Volk, flieht ein jeder in sein Land!“ Ein prophetisches Gesicht, vor Jahrtausenden verkündet. Es gibt kaum eine Zeit in der Menschheitsgeschichte, in der diese Worte zu so furchtbarer Wirklichkeit geworden, wie die heutige. Der Herr der Heerscharen mustert sein Kriegshe er. Wer nicht von jedem religiösen Gefühl verlassen ist, der muß in diesem Völkerringen ein bewußtes Walten Gottes anerkennen, der ist der unerschütterlichen Überzeugung, daß Gott es ist, der sein Kriegsheer mustert. Wenn wir an eine Vorsehung im Einzelgeschick glauben, da sollte das gigantische Schicksal, das nun ehern durch die Welt schreitet, nicht eine göttliche Fügung sein?! Schwer wird es uns, den Krieg mit all seinen Greueln, mit der unendlichen Fülle der Leiden und nun gar diesen 18