Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1914)
- Date
- 1914-07-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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254 Einige Erklärungen zu den Pirke Aboth. V. Perek, Mischnah 22. . . . Jeder, der die folgenden Dinge an sich hat, gehört zu den Schülern unseres Vaters Abraham . . . ein wohlwollendes Auge, ein bescheidenes Gemüt und einen anspruchslosen Sinn ... Es muß betont werden, daß die Schüler Abrahams auf allen Pflichtgebieten sich bewähren. Gegenüber Gott besitzen sie רוח נסיכה den demütigen, von allem Hochmut freien Sinn. Gegenüber den Menschen haben sie das עין טובה, die neidlose Menschenliebe. Im Verhalten gegenüber sich selber, gegenüber den egoistischen Trieben der eigenen Brust, erglänzen sie im Schmuck der נפש שפלה der anspruchslosen Seele (Gegensatz: גפש רחבה die unersättliche Seele), die ihren Glanz und ihr Glück ausmacht. V. Perek, Mischnah 23. י ♦ הוא היה אומר עז פכים לגיהכם . י 11 .... שיבכה בית המקדש במהרה• הרה עז כככלר . . יהי רצון מלפניך Der Zusammenhang dieser Mischnah ist nicht so ohne weiteres klar. Das Wort עז kann ebensowohl ״frech“, wie ״willensstark“ und ״energisch“ bedeuten. Damit man nun nicht zu einer irrtümlichen Auffassung gelange und das Wort im ersten Glied der Mischnah mit ״frech“ übersetze, erklärt das zweite Glied, daß der ״Freche dem Gehinnom anheimtällt“. Da aber nach Talmud Sabbath 119b die Frechheit der Zeitgenossen zu den Ursachen der Tempelzerstörung gehört, so schließt sich daran die Bitte, daß durch Schwinden dieser hassenswerten Verhaltungsweise der Tempel bald wieder erstehen möge. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlgemuth, Berlin. Verlag des Jeschurun, Berlin. Druck von Max Schmersow in Kirchhain N.-L.