Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 3 (März 1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Versuch einer Exegese von Eevit. XI 20 und 23. §7 eines Analogons. Wahrscheinlich hat er hierbei an die deutsche Redensart vom ״Gehen auf allen Vieren״ gedacht, dem hebräischen Sprachgeiste ist aber diese Wendung durchaus fremd. Was einer einwandfreien Deutung unseres Textes bisher im Wege gestanden hat, ist m.E. die mangelhafte Berücksichtigung des zoologischen Moments. Da* ich auf dieses vorzugsweise mein Augenmerk richte, so glaube ich, den angekündigten Versuch wagen zu dürfen, wo so viele anerkannte Gelehrte gescheitert sind. Man muß vor allem eine auffällige Tatsache beachten, der aber die Kommentatoren wenig oder gar keine Beachtung geschenkt haben, daß nämlich im Vers 20 das Wort רגלים fehlt. Gerade hierin aber scheint mir ein Wink für die richtige Auffassung unserer Stelle zu liegen. Ehe ich jedoch weitergehe, muß ich eine kleine grammatische Bemerkung einschalten. Das Wort רגל verliert in der Pluralform רגלים seine ursprüngliche Bedeutung und nimmt in ihr den Sinn von ״Mal“ an; (Num. XXII 28, 32, 33) einmal bedeutet es ,,Wanderfeste״ (Exod. XXIII 14). Die Dualform רגלןם pflegt zwar den eigentliehen Plural von רגל im Sinne Fuß zu vertreten, bedeutet aber doch ursprünglich Fußpaar, wie ja auch von anderen paarweise vorhandenen Organen der Dual das Paar bezeichnet (vgl. König, Lehrgebäude der hebräischen Sprache, 2. Hälfte, 2. Teil, Leipzig 1897, § 257 d und e). Demgemäß heißt, wie ich glaube, רגלים im Vers 23 nicht Füße, sondern ״Fußpaare״, so daß also dort gesagt wird: ״Jedes Insekt, das vier Paar Füße hat, sei euch ein Abscheu.״ Daß aber die Insekten als Tiere mit vier Fußpaaren bezeichnet werden können, hat seinen Grund einfach in dem Umstande, daß die beiden Antennen oder Fühler, die jedes Insekt am Kopfe trägt, der Anlage und dem Baue nach den Charakter von Beinen haben. Sagt doch z. B. Brehm: (״Illustriertes Tierleben״ Volksausgabe Bd. III Seite 402) ״Mögen die Flügel, ja die Augen einem Insekte fehlen, die sechs Beine finden sich bei ihm ebenso konstant wie die zwei Fühler.“ Noch mehr Beachtung verdient die folgende Stelle aus dem ״Lehrbuche der vergleichenden Entwickelungsgeschichte der wirbellosen Tiere“ von Dr. Korschelt und Dr. Heider Seite 793 (Jena.