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Kinderblatt · 1935-12-19 · 7 (19.12.1935) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kinderblatt
Volume
1935
Issue
7 (19.12.1935)
Date
1935-12-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Icnchter an das Fenster. Sie zag Banmwolldvcht in die Leuchtarme und goß Lel darauf. Dabei sprgch sie leise vor sich hin: „Feh danke dir. mein Gott, das; du uns das Ehannlkasost alle miteinander gesund verleben läßt!" Tann legte sie auf jeden Platz einen kleinen Barches. Auch die Buben stellten ihre kleinen selbstgesertigten bhannkkalenchtcr, einfache Holzdeckel, aus die sie Wachsstöcke geklebt hatten, bereit. Nun war es ganz dunkel in der Gasse. Tie Türschelle ging nicht mehr. Daniel schloß seinen Laden, wusch sich und setzte , das ,'chwarzc Läppchen ans das schon ergrauende Haar. In der Stube war die Familie versammelt. Ter Pater entzündete und Mw Lel wurde nicht weniger.' ' ..Zur Erimieriiiig an dieses Wunder zünden wir acht Tage die vhmiuktalichter an," sei,los; Pater Daniel. Die Mutier brachte.eine Tüte mit Pfeffernüssen herbei und. /nun spielten ne alle ..Treidelcheii" und „Trip. trap. trudet", die betjeblen ffhanulkaspieie. Lachen und .ffinderjnbel schallte m die stille Gasse Humus. lind iver da gerade vorbeiging, der Allst Abende brannten die Ehannkkalichter an Daniels Fenster.. Jeden Abend wurde ein Licht mehr angezündet. Und Abend für Abend, wenn die Lichter in der Stube anslenchteten, tauchte draußen ain Fenster eine dunkle Gestalt ans, Ter Fremde spähte' durch die Scheiben lind blickte wie gebannt ans die kleinen Oelfläininchen. die in die Dunkelheit hinansglänzten. Gr lauschte den Hellen Uinderstiininen und — verschwand, sobald der ßronnne Sang verttnngen war. ..Mir ist der Zuschauer da draußen unheimlich.." äußerte die Mutter, die Klarheit in allen Dingen lwbte. ..Der Fremde hat sicher seine Freude an unserem khaiiuttabrauch". beruhigte sie ihr Mann. ..Sonst wurde er fiel, nicht jeden Abend von neuem entstellen. Pielleicht ist er gar eilt rnssischer Pude.' den man von Haus ntid Hof vertrieben hat. Es siltd schon vners aus Pußlaitd verjagte Glaubensgeuosien durch tiitser Slädtcheit getvandert." ..Daun haben sie aber stets bei einem von uns vorgesprochen nnd um Obdach gebeten", wandte seine Frau ein. „Es ist ein Mönch/ beharrte David, ihr Aeltester. „Ich habe detttlich seine schwarze Kutte gesehen." „Wir auch — wir auch", riesen die andern Kinder durcheinander. „Als ob man das in der Dunkelheit so deutlich unterscheiden könnte", lachte sie der Vater aus. „Geh' an die Arbeit, David. Tie Seisenkiste ist auszupacken und der Shrup'mnß abgefüllt werden. Und du, Samuel, schlag' das Brennholz klein. Ihr, Miriam lind Nahel, schichtet die Torfstücke für den Ofen auf." Ter Vater selbst begab sich in den Laden, um zur Hand zu sein, wenn die Türschelle einen Kunden meldete. Ta sich aber kein Käufer einfiuden wollte, nahm Vater Daniel die Gemoro, die hebräische Auslegung der Es war ein arges Wetter hellte. Wirbelndes Schneetreiben hatte eingesetzt. Tor Sturm heulte im Ofen. Ob der Fremde überhaupt heute .bei dem wüsten Schneestnrm kommen i^ürde? So sragtew sich Daniels ^Kinder, w^hreild^ die CH^- stieß eines der Kinder das.ändere an: „Er ist lvieder da — seht nur, wie er Mm Fenster hereinstarrt." Die beiden Jüngsten schmiegten sich voll Angst an den Vater. Alles blickte zum Fenster. Tort wurde dicht an den Scheiben, hell beleuchtet von den Lichtchen, ein bleiches Gesicht, von einer dunklen Kapuze eingerahmt, sichtbar. Schwarze Augen hingen au den kleinen Flämmchen. auf die Straße. Sie hielten sich im Häuserschatten. Jetzt konnte der Fremde ihnen nicht entwischen, letzte lichffff " Augen in das Schileetreibeil hinallsspähte. erblickte er seine beiden ältesten Söhne, die behutsam Jemanden nähersnhrten. Es war der Fremde. Er schien den Fliß nicht anfsetzen zu können. Unterdrücktes Stöhnen drang in Daniels Ohr. ' , „Pater", rief Tabid. als er des Vaters in der Halistür gewahr wurde, ,,Pater, der fremde Herr ist ansgeglitten". . „Er wird sich wohl, den Fuß gebrochen haben", setzte Sa-

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