Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 49 (5.12.1935)
- Date
- 1935-12-05
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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C-V.-Zeitung Nr. 49 3. Beiblatt DAS NEUE BUCH 5. Dezember 1935 »Der Sohn des verlorenen Sohnes* Roman von Soma Morgenstern', Erich ReissVerlag,Berlin 1935 ^rit in in Tnitülilmib fein jühifriior WniiTrui ftiif« jüdischen Autors erschienen, der in der ^v>cnnmiart „nr fiel) geht. lUfnu befliiiitite fiel) damit, jkidisches ^fhirffnl in l)i|toriimrv ^n-ivuKU'nlH'it darznstellen. In diesem Augenblick wird in Berlin ein. Uv man vcr- -öffrntLidjt, der zwar in unseren Tagen spielt. . ober nicf]tc-> van der gegeinvartigen Problematik der Inden in Dentschlaiid, nichts vvlr den dweignissen der drei letzten Ja!>re cmhält. Tennvci) behandelt der in Wien lebende Snma Rlvrgciisterii. als Korrespondent der „Franlsurter Leitung" befailiitgenwrden. ein aktuelles Thema — ein Thema. das für den Inden innne, aktuell war. ist. sein wird... nnd gerade jetzt wieder zu besonderer Beden- - tnng anwnchs: der Jude zwischen Assimilation und Stammesbewnßtsein. Sogleicl). sei gesagt, das; dies bedeutende Thema in Rivrgcnsterns Roman eine bedeutende Geskalt-nng gesunden bat. Auch jenseits des jeden Inden bewegenden. erregenden Ltafses ist dies Buch ein Kunstwerk hohen Ranges. Welt, Btenschen nnd Hauptmotiv sind gleicherweise tiesgrnndig. iveitschichtig, eiiidriilglicl) dargestellt nnd durch das organische chieiuanderivachseu Und Sich-gegenseitig-hoher-Tragen dieser drei Elemente zu einer Einheit geformt, durch die Morgensterns. Erzählung zum ProsaepvS, zur Dichtung, gesteigert wird. Diese Einheit zu finden, war um so schwieriger. nU erhier zu eitlem fast unbarmherzigen Znsammeiiprall zweier Welten kommt: der Welt des ungebrochenen, in selbstverständlicher Tradition stark gebliebenen Lstsndeiitnms und der Welt eines von . Religion und, Stammesbewnßtsein gleich entfernten modernen Großstadtjudentums. Ganz einfach und deshalb um fo wirksamer ist der Ausbau des Romans — vom Idyll zum Drama, um wieder ins Idyll zurückzufinden. Diese einfache, klare, große Form war nur..möglich durch eine einfache, klare, große Erfindung der Geschehnisse. Las Idyll beginnt in Podolien: aber wir werden nicht in jenes durch die jiddische Literatur immer wieder dargestellte Leben des östlichen Kleinstadt-Ghettos geführt, sondern miss weite Land, in die fruchtbare Ebene, auf den Gutshof eines gesetzestreuen Großgrundbesitzers. Seit vielen Generationen ist der reiche Besitz in den Händen derselben jüdischen Familie, die von Angestellten, Kleinbauern, Dörflern patriarchalisch hochgeachtet wird. Das Buch setzt mit einem dichterischen Meisterstück ein: Morgenandacht des verwitweten Großgrundbesitzers Mohylewski. in „Großvaters Zimmer", einer Art Privatsynagoge, und seine Fahrt durch die ernteßrotzeude; Hc-rbsil-andschaft.- mit,. Iantel. dem,. Goß dem siebennudsiebzigjährigeir jüdischen , Dberverwalter. der so ros Land hinein. getvachscn ist.' daß er sicl» von ,dcr Religion entfernt Iiat. Mohhlewski reift als Abgesandter zum Kongreß der gesetzestreuen Juden nach Wien: aber ihn und Iankcl treibt. noch die andere .Dache": Mohillewstis Bruder., einst abgefallen in Wien, daun gefallen im Weltkrieg, hat einen Sohn hinterlassen, der gefunden und eiugeholt werden soll. Und es kommt die erschütternde drama tische Szene während des Kongresses, dessen Beginn die größten Zadditim des Dstens im stillen Gebet segnen. Da wird dieser Reffe, ein Student — hingeführt durch seinen Vormund/ den amtlichen Pressechef, ein ..gutes Produkt der Assimilation" durch eigenes Erlebnis innerlich bereits aufgelvckert und dem Judentum sich tvieder zitneigend. bei einer Rede von einen, Hysterischei, Lachkrampf geschüttelt, als vermeintlicher Attentäter von den Juden verprügelt und. ohnmächtig hinausgetragen, von dem Lükel erkannt. Wie in alten Bolkserzählungen bringt Fankel alles zum Guten. Der 'Resse kehrt um. in mehrfacher Bedeutung: zun, Glauben der Bätcr,, zum Grundbesitz der Väter. Er ge lg , den Weg zurück nach Qsten. mit Gewinn des ' Judentums, den der Baker, unter Verlust des Judentums, nach Westen ging. Man vermute aber nicht, daß dieser Roman bekehre!,, belehren will. Hier ist nichts Doktrin, nichts Tendenz, nichts auch nur Sittci,befchreibung. Alles wird Geschehen, Bewegung. Menschgestalt. Dichtung. In der geschlossenen Welt des Dstens ragen drei Figuren von klassischer Geschlossenheit: der tor'atreue Gutsbesitzer mit Gymnasialbildung. dem sein tätiges Leben ganz zur religiösen Funktion wird; der rustikale, kindlich-primitive Hüne Fankel in Reithose und Kaftan; und die „versorgte PeSjc", die sich um alles bekümmernde, verkümmerte alte Jungfer. Gegen diese stehen die drei gleitenden Figuren eines Schnitzlerischen Wien: der verständnisvolle, kultivierte Beamte Frankl, mit seinen, verheimlichten Judentum; die oberflächliche, etwas kokette Mutter, die nichts vom Judentum wissen will; und ihr Sohn, Sproß des Abtrünnigen, in, dem elementar das Judentum wieder emporbricht. Und aus Kontrasten werden Harmonien. Nicht nur im Zusammenspiel der Hauptgestalten. Mächtige Akkorde schwellen: das Serenadenkonzert der Mozart-Gemeinde im Hof des fürsterzbischöflichen Palais nnd der Rhythmus der Kaftanjuden verschiedenster Schattierung im Kongreßsaal;. der jüdische Bauer Iankcl vor dem Riesenrad des Praters und in der endlosen Marralnlleritraße: der ' »e.iingekehrte , Aiü Haarez in. .,0'u'oßvalers - Da gibt es Poesie.,-Hmnor und die „heilige indisckie Iroiue''. iibe-r die tiefsten und simpelsten Dinge des Judentums.' Da gibt es, -die Erzähtllng,: yüe . gerade' aiis i einem Aeußerstei,' an . Iüdischkeit - der .Bruder ab- ,, trilnnig wurde. Rirgends aber gibt esSclyvarz oder Weiß. Tragisches oder Lacherliclies. Pathos oder Mvralkritik. Gut oder Böse; sondern alles, was geschieht. entsprießt der menschlichen Rakur. der.jüdischen Substanz der dargestellten Personen und der jüdischen. Substanz des Erzählers- - Ein Voiljude fckn'ieb aus liebende», Herzen ein ivirtlict, jüdisches Buchs ein in der heutigen jüdisclien Literatur denlscijer Sprache einzigartiges Buch. Kurt rinlhus Rudolf Frank: Ahnen und Enkel. Jüdische Buch-Vereinigung E. V.» Berlin W 15. Jivölt dentickie Juden beiderlei Geschlechts. rericl>iedenen Alters, vericliiedensler Berufe finden-sich in unseren Tagen ziißninneii. »in eine Siedlergeineinschast in Birma zu begründen. I», 'äußeren -haben sie nur die Magerkeit des Geldbeutels gemein, iinierlich aber die mehl siiddeutielie -Hcrkunst. das Erlebnis-von I»■!,;, das inehr oder weniger beivnßte Indeiünni mid. den Spillen zuii, Anfban. Ein choiichenansentbalt in Palästina mit einem tlbiederieben so manchen in älinlicher Läge, mit seinen erschütternden,, aus, Altem nnd Renen, geinüchten Eindrneken. rüttelt alle-S i» , ihnen ti’iici). ivas Pinnen. Vorbereitungen, eitrige Sprachstudien bisher niel,t znm Durchbruch hatten kommen lasten: die Erkenntnis des -l>erloreneii. Wie eine ansteckende Urnnkheil fällt n»t der , Weiterreise, sie alle das Heinuoel, an. Bi-'- ein -braver Lackierer das Heilmittel entdeckt: Erzählen. Immer am Freitag abend, uns der ,Reite wie später, soll reihnn, einer von ihnen eine Geschichte erzählen, von seinen Borfahren, - ans seiner Familie, ans eigenem Erleben. So entsteht dieser „Roman in Erzählungen", wie Rudolf Frank ihn nennt, eingefügt in das jüdische wie das besondere Schicksal dieser Gemeinschast. Rovellcn znm Trost und Ablenkung in schivcrer Zeit, wie manche klassische Rahmcngeschichte der Weltliteratur entstanden ist. In einem Bortvvrt verwahrt ück, Frank gegen die „Juden, die hellere, nicht beschiverte Jiidennovellen von vornherein als unernst und unwahr.' kurzum als nnliterarisch. bezeichnen". Diese Per- Währung erscheint ersrenlicheriveise aus zloeifachem Grunde überflüssig: kein, verständig Urteilender wird hier Grazie. Betchwingthcit und wirklichen Humor (der ja stets eine Träne schluckt» mit Unernst verivechteln nnd »vird anck» nicht übersehen, daß in all diesen Geschichten der. Erlist des jüdischen Schicksals icit je und eh als üeiin. als Blüte, als Frucht enthalten üt — c-> muß ja nicht immer gleich als schiverfte Tragödie auitreteu. Seit 1882 Erzeugnisse Strumpf- und Handschuh - Fabriken LOUIS LEWY & CO. M',s diei'eit Gescliict>tcu uiid mit der Art. w,e tie vorgetrageu werde,',, ckuwakterisiert Frank aber jede,, der Iioölf - - nur einer geht bald eigene.' kaum erfreuliche, "b.'-ege - --vortrefslich. wie er überhaiiht die Kinyt versieht, jeden einzelnen in dieser iiniiierl,!», nutzt lleineii Geinciinftzaft als plastische Indii'idnaliiat l»era>is;uarl'eilen. So geht der Leser den alten Iiidemoeg in ei» R'enlaud mit nie sick, >i!'s,tzn>ä>tzende,,i Inlereve nnl. In loenigen Feilen an, Schlns, betont der Bertaiier nock,. . da-'- Vaud Birina stetst für manches , andere .Hel. iveil es iins eben am ierntlen iit". ,^'ger gelangt ans,Ziel: ,'lber ,nie,Inden. Pienfchen des Buche-, gesellen uns dankbar solchen, Bncl, als irenndliitzem - und nachdenlliel»ein, Begleiter tnr ein Stuck aniieres Wege'--. ■ l. I. ' Siegfried Trebitsch: „Heimkehr zum Ich.“ Herbert Reichner Verlag, Wien. 4,80 RM. Dus Litzicksnl eines zun, gleiitzge'timiiiten EroS Geborenen, das dnrck, eine grr'ße veideincliatt für eine. Frau »nr anigelililleii, aber ,nutzt .ibgeioendet ioerden kniin. kleidet rrebilittz bennlsam. über ohne ä'lhelisierende Beßhöniogiiigeii. n:,.die Form eines ' Rvinans Und , es >ü ein ante- Ende g> neniien. wenn der traurig bedane,»--n'erle .sselo" docl» nocli rechtzeitig, bevor .»!»> großes- I!n>»eil .,:,gerick,let üt. Entichliiß und T-itkra't'zur endgültigen -runinkehr aii'I'ringt. Eekennbarmerden der unnglnct'eligeii 'st>eraiiiagnng in einer ickinrnnierischen Tckiiilenrenndschnst. dee Uliiin" -"er Eltern- >>", oen Telin. die eigenen .»amp'e. denen stet - »neder die 'Riederlagen folgen, -der: Glaubean oie e-'rlofnvg. und aiiel) I»ier imniee imeder die Enttanickiling. rnw fchließlich der Friede im einzigen Ansioeg -- das alles schildert ^Trebiticl, zart und nachsnhleia, aber diirchaiis olgektiv ,,nd weit entfernt von jeder Parteinahme fiir 'ein ü hema. Er zeigt Am Gegenteil durcki den Aniehlnß, daß so kein 2Leg vcrläiisl. der znm veG'i, fuhren kann. t. l. Earl llaueh: .,Fehl-rratn> Er«.t<ä'. Verlag Bolle u. s'o., Berlin, '-1935. Bon allen bisher eriltzieneiiei, tzriegslhris- Sninmliiiigen diitliält dies kleine, von üark Ran g heransgegebene. kann, tun Seitiii Harke Bano chen sicherlich-die loertoollite '.ünsioahl. Hier erseht nirgends Geiiunimg und sehionngvolle Phrase .bas wirklick, Tichteilsäie. sondern das Programm des Herausgebers. ..das beite und gültigste Gut hpü 1,,1'ifrlten .ilriegserlebnisge'rallniig lieranfzil-- holen", tft diirchgeinlirt .-'.il'an zig Fahre nach Aiisbrnck» des''Ah'llkriegs, alio aneiner Entsernniia, ivelclie Tlcl>t, Ueberiielit. Eini>,tzl - vl,ne Raehiickit geitatle!. Was hier >!e!i>. tu gel'lieben und bleibt. aleicl,i>i!-l. ol' an der Front oder von . Dalieimgeblietieiien gedutz»>el. KMtzs „Lrieke aus I^lurot^ Zu Rilkes 60. Geburtstag: 4. Dezember 1935 Bon allen neueren Dichtern in Deutschland ist Psaincr Maria Rilke der. welcher am leidenschaftlichsten das Unsagbare sagbar geinachk. cnn vollkommensten die Berührung des Wirklichen, des Menschlichen mit dein Unendlichen, dem Ekvigen. dem Gehei'mnis zur Dichtung verdichtet hat. Er spricht: „So ausgedehnt das .Außen' ist, es verträgt mit allen seinen siderischen Distanzen kaum einen Vergleich mit der Tiesendimensiolü unseres Inneren . . „Wir sind die Bieuei,. des llnsichtbaren." Diese bekennenden Aussagen Rilkes finden sich mit vielen anderen Erkenntnissen^ die das Schönste, Tiefste, in Demut und Stolz Enthüllendste über seine Dichtung und Tichtiulg überhaupt bedeuten, in den „Briefen ans AUl'zvt". erschienen im , Insel-Verlag. Leipzig, nn Jahre seines PO. Geburtstages. Es gibt Dichter, deren Briefe nickit nur als ein Erklärendes. Zusätzliches zu ihren Werten. sondern zu ihrem°Wcrk selbst, als Teil dieses Werkes gehören. Unter diese Dichter, -wie Goethe und Hebbel, ist Rilke zu stellen, der dies so klar empfand, daß erin, seiner letztwilligen Verfügung erklärt: „Da ich. von gewissen Jahren ab. einen Teil der Ergiebigkeit meiner Fcatnr. gelegentlich in Briese zu leiten pslepke. steht der Verösfentlichung meiner. . . Korrespondenz nichts im Wege." Seine Toeliter und sein Schwiegersohn ver- .öfsentlichten seit einem Jahr Rilkes Briost ' ttzronologischer,,Folge. , Tie ..Briese ans Pinzot" enthalten die Korrespondenz seiner letzten Jahre, die er in selbstgelvalllter Einsamkeit tit Wallis, im R Hönetal. verbrachter in dem kleinen, von einem Schweizer Verehrer ihm zur Versngnna gestellten mittelalterlichen Schlößchen Muzot. 'Diese Briefe, vom Sommer 1921 bis wenige Tage vor seinem Tode. 29. Dezember 1926. geschrieben, stellen die rbissten. abgeklärtesten Aenßernngen seines Lebens dar. Jetzt erst ist feine Natur, feine Persönlichkeit, sein Werk, wie er fühlt und weiß, völlig in sich geschlossen, aber nicht, wie manche meinten, verschlossen, sondern ganz, ausgeschlossen: der Welt, den Sinnen, den Pienschen. Dieses Anfgeschlvsfensein. dies Herangehen an die Wesen, nn, durch inbrünstiges Erfassen ihr Wesen zu erschließen „in jener äußersten Uinarinung. . . . die die Liebe, die ganze Liebe, alle Liebe, die ans Erden sich findet, znm Antrieb hat", lehrt und preist er inuner wieder in den Briefen von Anfang bis zu Ende, besonders in den Briefen an junge juchende Menschen, die ihn nn, Rat bitten in der Wirrnis ihres Lebens und ihm ihre Gedichte zur Prnjnng sendei,., Tenn es sei sogleich gesagt, der Wert dieses Buches, jenseits seiner hohen, Bedeutung als geistiges Dotument. besteht darin, daß . es ein Buch des Trostes ist, daß es gerade uns Inden in diesem Augenblick Zusprnch'nnd -Kraft geben kann durchs seine.' Aenßernngen.über die.Gestaltung des Lebens und besonders durch seine Acußcrnngen znm Indentinn. „Tie Vorwürfe an das Leben find, die Feststellung, daß wir atis Bcangel an Kraft, durch Zerstreuung nnd ererbte Irrtümer fast gänzlich die unzähligen irdischen Roichtümer verlieren, die uns zilgedacht waren.". „Aber n>,sere Wirrnisse.sind seit je ein Teil unserer Reichtüiner gewesen, und wo wir vor ihrer Gewalt uns entsetzen, erschrecken wi.r doch nur vor ungeahnten Blöglichkciten und Spannungen unserer Kraft." —HriIfranllvortet all den Dutzenden, aucki den ganz Fremdnn^^wm' inng'en tzllrdchM-Z. dem Arbeiter, den, Schwärincr. dem bis zum Selbstmord Verzweifelten, dem Todkranken, und immer wieder den Beginendei,. er antwortet in seiner wunderschönen, gleichmäßigen. wie gestochenen Handschriil. Der Weltberühmte beantwortet unermüdlich nnd ausführlich alle Fragen über seinen Lebenslauf. über seine Werte, über die „Einflüsse", die seine Dichtung gestalteten. ÜInd all diese Briese, immer beschattet oder durchleuchtet vom Tod. der für ihn immer dem .Leben das Allernächste ist. werden zur Dichtung, zu unergründlicher und grundlegender Erkennt-- nis... ob er den Freunden die Schönlzeit seines Tals und seines Schlößcheils scl,i!deel. ob er von seiner Jugend in Prag. Pllinchen. Ri'ißland. Paris spricht, von Weilen, von dem großen Bildhauer '-lludin. der ihn seihe, formte, vom Spiritismus, von eiiv'm er. im,erten Sessel oder Pferd, von der Zioand-' lnng seines Gottesbeariüs. von seiner Leidenschaft zur Einiamteit. von den, Dohle, den er vor dem Krieg am meisten liebte. , Verhaeren. und dein, den er nach dem Krieg an, lsi'chsten schallle und »iit rühreiider Hiiigäbe übersetzte:, Valero, oder vb er iniiner ivieder von seinen Dichtnilgeli sprüht, von den langst verivorienen. Erstliiigen., zn denen er sogar den in Hiinderttaiiseiiden vvii Eremplaren verbreiteten „Eornet blilke" r'echiiel. 'den Werten der Reifezeit ..Stniidenbnch". ..Renen Gedichten", ..Rlalte-Lanrids Brigge" 'und < lsier" spricht , er Tliivergängticties» vvii feinen letztei, Dichtungen, die plötzlich, nacii zehnjährigiE schmerzvoller Schiveigezeii. im Ftzintcr 1> J:‘ hier in Blnzot ans ihm einpv,brachen: „Die Dnineser Elegien" und die-..cviiettc,an Lrpheus".', Freilich eine „ins Desseilttiche ansgeli-sie '.Welt", wie er sie'nach den, Krieg vorslinö, tonnte dem Ticlsier wenig bedeute!,, per von -Rodin den Ltzahlsprnch gelernt hatte: ..'Arbeiten und Geduld haben", der einen, diel, tenden Arbeiter, rät: „die Feder als das zu gebrauchen, ivas sie vor allem iit: als ein I'lies, genau beherrschtes und verant wortetes Werkzeug", dem das Werk „nur al - - zvcittel ericlieint, ein wiederum Unsichtbares.' ganz ui,d gar Inneres und vielleicht Unscheii,bares zn gewinnen".. Aber der Mann, der sich iveigert. irgend etwas über seine Werte Gedrucktes zn lesen, der jede Bebildcrung und Vertonung seiner Dichtungen ad 1 c 1) ii t. er iit da nt bar iiir icdes briefliche Wort des Vecständniises. il»» ..g>1,t j.e,des Knistern der-Diele zn Herzen", e,, gnalt suls >,ls Todtränte,'.-einen jinigei, Di>l|ter zn beleliien zun, ..dinglieheu -Alleinsein, daß Tie nur n.och als ein rnliigei', Beaiiit,agier an der Voliendni,,; die'es gelieim '.öegeuständlicl',eii '»c>> l'eleiligt s>ilsieii." Als tiefstes-Gelieimnis fi inr, letzten Werte givt er ein J>,l|r vor "seinem scl>eiden ieiMi’m polnifelien Uihevielvir kund: ...Dit: '-liera.iiiglieiiteit still zl nt'eral! in eiiktieies Sei». Il»d io ü»d alle ' (Gestaltillig'en des Hieiigen nick>l iinr zeitl'egeenzt zn gebrauchen. fonder». foweit nur es vermögen. ’llt'H F u'dentungen ' steile an denen wir teil!) de h leine e 111 f! 11 .1)1.: als intilv werde» - »llei N k.lIIII ' iul) i eieie und dauernde i» Uni ieiinunv.; , wie eigenes S.Mclie U,l)l' id) vo, liandeiier \ nd."! et-,! en hnijf it. ,ine!» in ’ B.'-e urtt tei¬! I ck>» n ' D ' C,'11 ] H i \c ie. le!, .ihren zu . lt"'i heit fji' . ,wic it. ,lf ülilkes ' ,!, iVnd je!U no Il, nt: :i(: Cf e -> . nh eben davon daß er hü; z> di'il,c und Di ei,lein zu ,»d! 'ehre 'ö-.'-erke.! nhe Imii ng ilidifclr e otino ' bcliaadelt » ,»d cks Buchhandlung am Zoo Fritz Ring Charlottenburg, Joachfmsthaler Str. 43-44 Mitglied der jüdischen Gemeinde BUmaxck 6504» Ziuendun« n»cb «Ilea