Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 46 (14.11.1935)
- Date
- 1935-11-14
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Imum; der sieh selbst als treuer Jude dem feilen unlösbar verbunden weiß. bejaht aus 'Z-ejensnolwendigleit jede schöpferische Bc<sepstiüng des Judciitn-ms init-' der Welt. „Sie (Uoi'je Frcl-;e des Wesljudeutumtz aller Zeiten - von Aleraudria bis Berlin — ist immer-- die Frage,, wie weit es nach Judentum ist". Tiefe Frage wird durch alle Zeiten hindurch, „von Alerandria.bis Berlinin einem Sinne beantwvrlet^ der uns beweist, das jüdische Gnslenz stn der Welt -möglich ist, ohne sich zu verlieren. „Das Judentum ist diachorafähig . . I. In der Diaspora 7>at es'sich immer um Zen „Nest" gehandelt, der, in dieser ständigen Prüfung/ dis die Tiaspörasitnation bedeutet, - gesiegt hat. Diese Situation must mlit Verlusten rechnen;- aber sie schasst ein Auslese- ' Prinzip, das dem jüdischen. Menschen auf seiner Weltwandcrung mitgegeben ist." In diesen Teilen des'Buches ganz besonders, in denen so unsere geschichtliche Siuation jüdisch legitimiert und religiös gedeutet wird, fühlen wir: es geht.unmittelbar um uns. Und wir werden nicht enttäuscht. Tenn inmitten der Erilschaft des Judentums,. inmitten seiner Jahrtausende währenden Diaspora ist cs die jüdische Leistung des deutschen Judentums, der ein besonders ehrenvoller Platz eingeräumt wird.. Das Ringen des jüdischen Menschen im ly. Jahrhundert um seine große Aufgabe,, jüdisch zu bleiben und doch als Jude hineiuzugehen in die neue Geschichtszeit, die sich ihm durch das Fallen der Ghettomauern - auftat — dieses Ringen wurde im deutschen Raume bestanden. Dieses Thema wird bei Mahbaum in vielerlei Variationen immer wieder abder Erkenntnis eröffnen dürfen, daß sich auf ber l'iiite svscnziveig—M a y b a u in —. flankiert und bestärkt von vielen, die ihnen nahe sind - ein Aufstieg vorbereitet, der zu einer echten schöpferischen Synthese beider jüdischer Konzeptionen führt. Daß wieder,wir Juden in 'Deutschland es sind, die dieser dritten-Stufe, (die sich wie die beiden vorhergehenden im gesamten Judentum wird äuszuweii'en und zu bewähren haben) sich nähern, sollte dem Trost und der inneren Bestätigung, mit der uns das neue Buch entläßt, einige wesentliche Kräfte hinzufügen. vr.LvLkeicllmLN2-3un8MS.LN. Magister Kirsch der gute Likör, Magister München VII Nach den englischen Wahlen Von unserem Londoner Korrespondenten gehandelt. Aber wir werden dessen nicht »rüde. Jedesmal, wenn es auklingt, strömt cs Stärkling auf uns über. Wir heben wieder einmal unsere Köpfe, die so tief hernicdergebeugten, und wir schöpfen neuen Mlt zum Zellen; denn wir wissen uns im Besitz einer Leistung für das Judentum, die uns keine jüdisch theoretisierende Umdeutung dessen, lvas wir sind lrnd waren, mehr rauben wird. Eine neue Sicherheit geht von dem Buch aus/ Jeder, der in nur allzu verständlicher Erschütterung an allem irre zu werden droht, was er noch gestern glaubte, der greise danach und lese. Er wird darin finden, was er früher erstrebte und was er heute für notwendig hält. Er wird erkennen, daß in beiden ein Sinn waltet oder walten kann, wenn beides von jüdischem Willen getragen ist; daß aber beides Abfall bedeutet oder bedeuten kann, wenn cs sich, allzu bedingungslos anheimgibt an die Formen und Inhalte der äußeren Welt. Eines nur wird er aus diesem Buche nicht erfahren: in welcher der jüdischen Richtungen der Jetztzeit denn iniu eigentlich die Wahrheit beschlossen liege. Te.nn-das Buch wirbt für „ParteiöesreiteS. Judentum". Mäybaum beruft fiel) an vielen Stellen und ganz - besonders nachhaltig in seinen einleitenden: Worten auf Franz Rosenzweig, dem er treue . Nachfolge zu leisten gewillt ist. Und "in der Tat liegt seine Bedeutung neben vielem ande-. reu darin, daß wie vor Franz Rosenziveig auch vor. diesem Buche die Frage verstummt, lvelcher innerjüdischen Richtung es zuzlirechnen sei. Astis Rechthaberei und Erstarrung eingefrorener- Fronten führt es hinaus zu einer neuen Begegnung, lind zwar diesmal nicht zu einer Begegnung des Jlidentluns.mit einem ail her halb seiner liegenden Sinngel,alt, sondern zu einer G e ge g n u n g zw ii ch e il z,v c i ' j ü d i s ch e n^ R i ch t u n g e il. Er bejaht sie beide: Die Bewegung. die alis echter Jioilsiiebe das Land Israel .wieder mitten hineiustellt in das jüdische Leben -der Gegenwart, lind jene andere, die das Judentum in der Diaspora und das -engere ihrer Heimat Zilinal zu bewahren und zll stärken fiel) verpflichtet fühlt. Freilich wilt Ptaybauins ttebcrwi.ndnng der Parteien - glicht lnißverstandeu werden. Sie'hat nichts genlein mit taktischen Kompromissen, lvie sie lielitevielfach in den Gemeindestubcn voll- - zogen rverden. Die mögen vielleicht praktisch . notwendig sein: ganz gelviß aber haben sie lein Recht. eine geistige Würdigung, für sich zu beanspruchen. die sich, von einem „Parteibefreiten Judenlnnr" im Sinne Mahbaums l,erseitel. Der geistige Fortschritt des Jlidentums stetst nicht still. Lllesien Auge geschult und iveüen Geisl unabhängig genug ist. um in.der Aliseinaud-ersetzling des 19. lind des beginnenden 29. Jahrhunderts eine dialektiscche Entwicllung von der Thesis des ursprünglichen .isteiorinilidentuins. zn der Aillithesis des . NationaljudcntumS zll feheir, der wird sich . - - London, 20. November. __ Für die Negierung: 429. Opposition: 181. Regierungsmehrheit also: 2-18; diese Mehrheit wird auf 250 oder 251 Sitze anwachsen, lvenn erst die noch ausstehenden Ergebnisse der schottischen Universitätskandidaten herauskommen. Das Ergebnis der Wahlen, das ein unerwarteter Triumph für die bisherige nationale Regierung ist, hat bereits seinen Widerhall in der deutschen Presse gefunden. Es lvird dort mit Recht gesagt, daß es nicht zuletzt auch ein persönlicher Sieg Waldmins ist, der weit mehr als seine Vorgänger den soliden bodenständigen und vertrauenswürdigen Engländer repräsentiert. Aber es ist in erster Linie natürlich eine bemerkenswerte Vertrauenskundgebung für die nationale Regierung, deren entschiedenes außenpolitisches Auftreten wechselseitig bedingt ist durch die wirtschaftliche Wiederbelebung im Innern. ’ Es ist hier nicht der Platz, um ausführlich darzustellen, wie weit und schwierig der Weg ist, den Englands neu-alte Regierung zu gehen hat, bis sie auch nur einen Teil der brennendsten Aufgaben (Arbeitslosenproblem in Verbindung mit den „cklstresseä arens", Wohnungsproblem, Zölle und Quoten, insbesondere auch im Hinblick auf die Dominions, Subventionen usw.) gelöst haben wird. Diese Frage, mag einmal tn einem anderen Zusammenhang eingehenderer Betrachtung unterzogen werden. - Es wurde bereits in dem Vorbericht zu den englischen Wahlen ausgeführt, daß von den insgesamt 1380 Kandidaten 44 jüdischen Glaubens waren, daß jedoch nur ein Bruchteil von ihnen Aussicht auf Erfolg habe. Dieser Bruchteil ist relativ groß ausgefallen: 16 Juden sind Mitglieder des neuen Parlaments. Sir Herbert Samuel, der Führer der liberalen Opposition allerdings, ist nicht unter ihnen. Seine Niederlage. ist symbolisch für das Schicksal der durch ihn bisher geführten traditionsreichen Partei, die im neuen Parlament nur noch aus 20 Köpfen besteht. Im folgenden wird dersucht, einige Mitglieder des neuen Parlaments zu skizzieren, die den verschiedensten Richtungen angehören. Zuerst einige Konservative: M. Samuel, Kaufmann, hauptsächlich in Verbindung mit dem ostindischen Markt, wirtschastspolitisch arißerordentlich geschult und anerkannt, Mitglied des Exekutiv-Komitees der spanischen Handelskammer; A. M. Lyons, bekannter Barrister, seit 1933, Kings C-ounsel (K. C.), zum ersten Male Mitglied des Parlaments; Sir Philip Sassoon, Staatssekretär im Lnftfahrt- Ministerium seit dem Bestehen der nationalen. Regierung, vertritt seinen Wahlkreis Hythe seit 1912, war 1920"parlamentarischer Privatsekretär Lloyd Georges; L. H. Gluckstein, Barrister; es ist bemerkenswert für die Mentalität in diesem Land, daß die „Times" ihn in ihrer Beschreibung der einzelnen Abgeordneten vor allem wegen seines repräsentativen Rnderns für Lincoln College (Oxford) und den Londoner Ruderklub hervvrhebt; S> ir I. S a l m o n , Präsident und Generaldirektor der bekannten Lyons- Betriebe; er ist in verschiedenen der wichtigsten Parlamentsausschüsse, war 192L25 stellvertretender- Vorsitzender des London County Council (der Londoner Stadtverwaltung)/vertritt den Wahlbezirk Harrow: Sir A. S a m u e l /mehrfach erfolgreich Mitglied der'Regierung, sowohl im Auswärtigen Amt als auch im 'Handelsministerium, von 1927 bis 19-29 Finanzsekretär der. Schatzkanzlei, Oberbürgermeister. von Norwich im Jahr 1912, seit 1928 Ehrenbürger, spielt .eine große Nolle in der Vereinigung der britischen Handelskammern: . Unter den zur nationalliberalen Partei Sir John Simons gehörenden Abgeordneten erscheint neben dem an dieser Stelle wiederholt - erwähnten., (und auch mieder-gewählten) Verkehrsminister H o r c - B c I i f h a Mr. E. A. S t r a u ß; seine Majorität betrug allerding^diesmal nur 79 Stimmen. Strauß hat-schon verschiedene Wahlkreise erfolgreich vertreten und gehörte, dem englischen Parlament bereits im Jahre 1900 Ter liberalen Fraktion gehören nur r. —: -- - v P»»in H a r r i s noch zwei Juden, an: S..i, iind.J. A. de.Rothschi z i I d. Ter erstere war Mitglied des London County Council von 1907=1934, zum Teil an sehr verantwortlicher Stelle; er ist Barrister von Berus und hat Interessen in Neu-Seeland. I. A. de Rothschild, der wie Sir PercY auch im alten Parlament saß, vertritt die. Isis ok Ely. Er ist der älteste Sohn des verstorbenen Barons Edmond de Rothschild, veputy Lieutenant für die County ok London und ein llustiee ok?6ses (Friedensrichter) für die County ok Buckinghamshire. Unter best Abgeordneten der Labour Party verdient vor allem E. S hin well Erwähnung, der Ramsey MacDonald mit einer Majorität von über 20 000 Stimmen aus dem Parlament verdrängt hat (man versucht allerdings jetzt für den ehemaligen Urime-Mnister einen sicheren Sitz zu. finden, was jedoch eine Nachwahl - erforderlich - machen würde). Shinwell war Finanzsekretär rm Kriegsministerium und Staatssekretär für Bergbau während der Labour-Regierung. Der für Stepney gewählte D. F r a n k e l hat insbesondere aktives Interesse an der Verwaltung dieses Londoner' Distrikts genommen, dessen Bürgermeister er war. Er ist gegen-. wärtig Führer des Bezirksrats und Präsident des Fmanzkomitees, seit 1931 auch Mitglied des London County CounciL Jüdische Zeitschriften In Amerika erscheinen zwölf jiddisch? Tageszeitungen. Jiddische Wochen- und Monatsschriften erscheinen u. a. in New Uork, Boston, Chicago, Los Angeles, Montreal, Havanna, .Mexico, Philadelphia, St. Louis, Pittsburg, Buenos Aires, Rio de Janeiro. In den amerikanischen Städten mit größerer jüdischer Bevölkerung gibt es Zeitschriften von fast jeder Berufsorganisation, die viele Mit. glieder hat. (Es gab sogar schon eine Zeitschrift der Schochtim and Mohelim Union.) Die Verbände der Kolonialwarenhändler geben vier jiddische Fachblätter heraus, die alle wöchentlich erscheinen. Die drei großen Ärbeiterverbände geben jeder eine Monatsschrift heraus, ebenso die Parteien; die Blätter der Sozialisten heißen: „Die Zukunft" und „Ddr Wecker", der Poale Zion — Zsire-Zion: „Der jüdische Kämpfer" und „Die Pionierin", die Radikaleren: „Signal", „Der Hammer", „Neuleben". „Die freie Arbeiterstimme". Die zentralen Schulorganisationen der Ärbeiterverbände vom Arbeiter-Ring bis zum Scholem-Alejchem-Volksinftitut haben ihre eigenen Blätter, außerdem gibt cs periodische Druckschriften der verschiedensten jüdischen Schulen, Landschulheime ugd Lehrer und Schüler in den Sommerlagern. Die größeren Landsmannschaften in den NSA geben bedeutende Zeitschriften heraus, z. B. „Die Bialystoker Stimme", die schon vierzehn Jahre erscheint, und „Polnische Inden", das Organ des Verbandes polnischer Juden in Amerika, das auch schon einige . Jahre besteht. . Es gibt ferner jiddische Theater- - und Radio-, Sport-, Medizin-,. Erziehungs. und Familien-Journale, religiöse und viele andere, darunter an zehn mehr oder weniger literarische. „Farmet", das „literarisch-künstlerische und kritisch-bibliographische Journal" deS Verbandes jüdischer Schriststeller in der Ukraine, erscheint in einer Auflage von 2000 Exemplaren. In einer der letzten ilkummern, die 221 Seiten stark war. wurde außer Beiträgen des Herausgebers I. Pfeffer, des Dichters David Hosfstein und anderer bekannter russisch-jüdischer Autoren der. erste Teil von E. Finenburgs Faust-Uebersetzüng publiziert. In dieser Uebersetzung wird Goethes „Faust" demnächst im Verlag Emes als Büch erscheinen. Finenburg ist übrigens nicht der erste Uebersetzer. des „Facht" ins Jiddische, vor fast fünfzehn Jahren erschien ein jiddischer „Faust", von M. Küpper- . mann, in einer zweibändigen Prachtausgabe im Verlag Molermann in Philadelphia. Das Oktoberheft der amerikanisch-jiddischen: „Zukunft" enthält u. a. den dritten Akt von H. Leiwiks biblischen Drama „Tie Opferung". (Der Dichter ist mit seinem Golem-Drama und den Häbima-Aufsührungen anch bei. uns kein Un- . bekannter mehr.) Mit einer 239 Seiten starken Festnummer feiert . die Minsker jiddische Zeitschrift „Sterne" daS Jubiläum ihres zehnjährigen Bestehens; das „Kinder-Jvurnal" in New Pork, die älteste jiddische Kiizderzeitung, feierte .kürzlich seinen sünfzehnten Geburtstag. Zwei neue Zeitschriften haben dieser Tage das Licht der Welt erblickt, „Insel" in Bukarest, „Das v, , Pariser Journal" in Paris; dieses ist bei einem Bankett in der vorigen Woche konstituiert worden, ivird aber seine erste Nummer erst zum Jahres- . ende publizieren und &ai__Diflnn der--Pariser NC jiddischen SchrrMellerZeim - Tie Warschauer „Literarischen Blatter" bestehen weiter. Der-Notruf, den N. Meisel. ihr Herausgeber, an die jüdische Oeffentlichkeit ge¬ Wir begrüssen heute eine grosse Zahl neuer Freunde, die seit dem 1. Oktober und vor allem auch ,in den letzten Tagen unsere Zeitung bestellt haben. Sie alle, aber auch unsere früheren Bezieher, bitten wir, folgendes zu beachten, ■ damit die Zeitung . stets' pünktlich zu ihnen kommt. Bezugsgebühren in Höhe von 33 Pfennjg monatlich (99r Pfennig'im Vfertel|ahr) werden -vom Briefträger kassiert. Nichteinlösen der Postquittung hat sofortige Lie- •- ferungssperre zur Folge. Beschwerden über unpünktliche Lieferung, Nachsendewünsche, Adressenänderungen sind stets dem zuständigen Postamt (Zeitungsstelle) zu melden. Jeder Leser der C.-V.-Zeitung sei ein Werber für die C.-V.-Zeitung. Geben Sie den Bestellzettel Ihren Freunden, damit Sie die C.-V.-Zeitung ebenfalls abonnieren. Bis auf Widerruf bestelle ich die- C-V.-Zeitung Allgemeine Zeitung des Judentums An den Briefträger zahle ich 33 Pfennig für den Monat Dezember*). Die letzte Novembernummer geht mir gratis zu. . . Voru. Zuname: . * ..«»«» , * . Ort» . , ■ ■ ■ Datum: . » . . . . Strasse: . . . » » ... , . . , . •) Für Bojtsllungon, dia nach dem 24. d. Mts., Eingehen, erhebt die Post eine tflnmalige Verspätungsgebühr von 20 Pf. Ausschneiden und im Umschlag mit. 3 Pfennig frankiert senden an: „C.-V.-Zeitung", Vertrieb, Berlin W 15, Emser Strasse 42.; richtet hat, brachte, wie in der neuen Nummer mitgeteilt wird, vollen Erfolg. Zu der Notiz „Deutschsprachige jüdische Zeitungen im Ausland" in Nr. 40 der „C.-V.-Zeitung bittet uns die „Union österreichischer Juden folgende jüdische Zeitschriften, die in Oesterreich erscheinen, zu erwähnen: „Die Wahrheit", Organ der „Union österreichischer Juden"^ wöchentlich; „Die Stimme", allgemein-zionistisch, zweimal wöchentlich; „Die neue Welt". Judenstaatspartei, zweimal wöchentlich; „Jüdische Front". Organ des Bundes jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs, halbmonatlich; „Der jüdische Weg", radikal-zionistisch, halbmonatlich; „Jüdische Presse". Aguda, wöchentlich, „Kleiner Umweg** Die „IüdischeAl I g e m eine Zeitung" enthält in ihrer Ausgabe vom. 20. November unter dieser Ueberschrist folgende Glosse: In der Freitag-Ausgabe der „Jüdischen Rundschau", dem Blatt der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, mußten wir mit einigem Erstaunen die folgende Erklärung lesen: „Der Vorstand per Berliner. Jüdischen Eemeinde teilt der Jüdis6,en Telegraphen-Agentur _ mit: .In dev.Jüdischen Allgemeinen Zeitung" sind Mitteilungen >über die von den verschiedenen Richtungen der Gspreinde getroffenen Vereinbarungen^ erschienen, die nicht ganz Pen Tatsad^en entsprechen. Wie wir hören, wird die .Jüdische Älllgcmeine Zeitung' in istrer nächsten Nummer den Sachverstalt selbst entsprechend richtig stellen? — In dein Artikel wurde behauptet, daß der Gemeinde- Vorstand sich in Zukunft auS sechs Liberalen, sünf Zionisten und einem Orthodoxen zusammenschen solle. Diese Regelung ist jedoch nur al-S ein Uebergangsstadium gedacht, nach dessen Beendigung die in der Verlautbarung des Gemeindevorstandes angekündigte Durchführung deS Jisth-Fisth-Prinzips (Parität zwischen Zionisten und Nichtzionisten) bei der Zusammensetzung deS Gemeindevorstandes voll verwirklicht werden soll." Es ist immerhin recht bemerkenswert, daß man von liberaler Seite des Gemeindevorstandes das seiner Richtung nahestehende Blatt zu berichtigen sich veranlaßt gehalten hat. und zwar, wie wir zur Richtigstellung hinzufügen müssen, ohne daß wir befragt nnirden, ob wir bereit seien, „den Sachverhalt entsprechend richtigzustell^". Wir sind, gern bereit, etwas richtigzustellen, nämlich dies: Aus der Fassung der Verlautbarung des Berliner Gemeindevorstandes, über den vollzogenen Friedensschluß ging nicht hervor, daß auch der Sitz Deskonservativen Herrn Adolf Schoher den Zionisten noch zur Verfügung gestellt werden solle. Die Informationen, die wir unseren Kommentar zugrundelegten und die aus bestunterrichteter Quelle stammten, bezogen sich also auf die gegenwärtige Situation. Im übrigen läßt auch der Leitartikel in der letzten Nummer des „Berliner Gemeindeblattes" die völlige Klarheit über die Umbildung des Gemeindevorstandes noch vermissen. Wenn , dort gesagt wird, daß Einzelheiten die große Masse der Leserschaft nicht . interessieren, so sind wir im Gegensatz dazu der Aufsasiung. daß die jüdische Oeffentlichkeit nicht -erw^Jnteresse, sondern einen Anspruch daraus hat. volle Aufklärung zu erhalten. Die Mendelssohn-Straße in Hannover ist in Heinrich-Lchütz-Ltratze ümbenannt worden. MQDEHHUS SCHNEEMANN. Handschuhe — elegante Sport-Lederbekleidung.