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Central-Verein-Zeitung · 1935-10-31 · 44 (31.10.1935) · page 9

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
44 (31.10.1935)
Date
1935-10-31
Page
– (sequence 9)
Language
German
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CH: D A S N E U E B U 31. Oktober 1935 Ern Jahrzehnt vor hundert Jahren Die Macht der Idee in der Geschichte . aü.f pI)itotoiitufct 1 cr Grundlage -de.n Begrüs ber iio'pgm-phifcficn ’t'iv Einzel- -dmge jedem Erdteile. ledem Geviiasimtem Ocn ihmzukonunrnden l«i\> anu'n't. zu' ir-tpe. ats'- Ivunv^c.ortioBt .'Hutot in der •ii.’-cain'.'nvi.rfunil aller. ihrer Teile. Tie 'Jfatu.rfnvfdii'v- und -OH'rmanr|tcn- ■ ^e-r große englische Historiker Lord Acton. der rwch ganz in deä deutschen idealistischen Philosophie wurzelt,. bezeichnet es als die Aufgabe des währen- Historikers,.'nicht nur die „Taten der . organisierten. öffentlichen Gewalten" zu Wildern, sondern auch die religiöse, titerarisA und wirtschaftliche Entwicklung einer Epoche zu zeichnen sind dabei den Kulturstand, die öffentliche Meinung und das Gewissen einer Zeit, wie sie sich in diesen Faktoren spiegelt, in ihrem gegenseitigen reichen Wechselspiel zu charakterisieren. In diesem großzügigen Sinne hat F r a n z Schnabel die Geschichte Deutschlands im. neunzehnten Jahrhundert dargestellt. Von diesem Werke, liegt soeben der dritte Band: Deutsche Geschichte im , 19.' Jahrhundert.j 3. Band: - Ersahrungswissenschaften und Technik (Herder u. Co.. Freiburg im Br... 1934) vor, der eines der heißumstritlensten Probleme der Entwicklung des vergangenen Jahrhunderts, nämlich den Uebergang von dem idealistischen in das realistische Deutschland, zu zeichnen unternimmt. Hierbei zeigt Schnabel .--- und darin liegt, das Bedeutungsvolle seiner Arbeit —, daß die Welt dos Idealismus durchaus aus sich heraus ein lebendiges Verhältnis ,;u der harten Wirklichkeit zu gewinnen, sic lüuternd. klärend und zielweisend zu durchdringen vermochte. Dieser Beweis ist. gleichzeitig — weit! über den hier behandelten Stofs hinaus — ein stolzes Zeugnis dafür, das; nur von dein-festen Boden einer klar in sich geschlossenen Knlturanschauung her es möglich ist. das wirtschaftliche und soziale Werden in seinen Ursprüngen und Weiterentwicklungen zu verstehen. Bevor Schnabel dazu gelängt, die Natur- Wissenschaften und die Technik in Ihrem fast märchenhaft anmutenden Aufstieg * uns vorznsühren. wirft er einen höchst instruktiven Blick . auf die Hegelsche Philosophie und den Gang der Geschichtswissenschaft, wobei es ihm recht glücklich gelingt, den realistischen Zug hier bereits aufzuspüren. Hegel sieht mit fast seherischer Schärfe das Staatsproblem, stellt-es beherrschend in den, Mittelpunkt seiner Philosophie und hält den Staat, wie es Schnabel treffend ausführt, '..für die Verwirklichüng der sittlichen Idee, die - sichtbar gewordene Vernunft, für den in die Erscheinung getretenen göttlichen Geist". Mit der Verwerfung jeder Individualethik sind bei Hegel Kant und das Christentum zugleich verneint. Immerhin bleibt Hegels realistische Staatslehre ein wichtiges Ereignis, -das tief. und nachhaltig das Werk der deutschen Geschichtswissenschaft beeinflußt. Sie weiß in verständnisvoller Haltung, die Einseitigkeiten Hegels;u überwinden, die Fruchtbarkeit seiner Erkenntnisse zu verwerten und das Erbe des deutschen ■ Idealismus, wie es sich in. dem Werke von Kant Mit genialen Strichen, .m lebendiger Färb- ° gebung. legt Schnabel dar^ wie, cs'"den deutstbcn Geschichtsschreibern gelingt, bei ihrer idealistischen Einstellung doch, den reglifti>dien For der an--- gen der-Zeit vollauf Rechuung zu tragen.. Nicbnhr. der Begründer der modernen empirlichen Geschichtswissenschast. weiß in seinem ganz ans das Tatsächliche gerichteten 'Sinn aus -eigenem Erleben: der stolzen Einnernng der Gemeinde freiheit der heimischen Marschbauern. die ..Römische Geschichte" gegenwartsnah als ein Loblied ans den freien Bauern Und die-in'ihm ruhenden Kräfte zisi gestalten. Dabei ist sein Werk du.rchströmt von dem starken Glauben an den Idealismus der moralischen Person und ihrer Freiheit, Im Gegensatz zu der ästhetischen Einstellung' der Anfklärnng gibt Niebuhr wieder Staatsge'chichte und ist in seinen umfassenden'- . Wirtschastsanalpsen — bei ihm ist schon der Gegensatz zwischen ..händlerischer" und ...bauernharter" Geisteshaltnng herausgearbeitet — ein Pfadfinder späterer uatioualötonomischen For-- schling geworden. Der Nealismns dringt um die Mitte der -dreißiger Jahre des vorigen Jährhuiiderts in. alle Wissensgebiete vor und stellt sie vor die gleiche schicksalsschwere Ausgabe, die wir für die Geschichtswissenschaft belegt haben. Thibant, der einst noch bei Kant in Königsberg studiert hatte, begreift bereits damals in Abkehr von dem abstrakten Natnrreckit und in enger Anlehnung an Montesgiiieu und -Herder die Bedingtheit der kulturellen" Erscheiniiiigen durch Nasse, Umwelt und gescchichtliche Lage und bekennt, sich zu dem schöpferischen, gestaltenden Vermögen des Gesetzgebers^- Das Gesetz soll sich nicht an den Kanon des römischen' Rechtes binden, sondern sich den Wandlungen des Lebens anpasien und aus dem Vvlksbewußtscin aingebaut sein. Zur gleichen Zeit erwächst in tiefer Vertrautheit mit der geschichtlichen Welt - vom uiiivcrsalgeschichtlichen Standpunkt her Rankes Lehre von dem „Primär / Der Außenpolitik". Dahlmann führt in seinem Buche gleichen Titels die Politik auf die gegebenen Zustände zurück, und Dropsen schildert in seiner Geschichte Alexander des Großen die Einigung des zersplitterten Hellenentums durch die kraftvolle makcdvnrschö Militärmonarchie. Dabei sieht er gleichzeitig in seiner Theorie des historischen Verstehens Humboldt und Schleiermacher als seine großen, unvergeßlichen Lehrer an: so innig hängen in dieser Gehcratwu noch idealistisches Weltbild und realistisches Zeitversländnis miteinander zusammen. In der Literaturgeschichte umreißt Gervinus in seiner ersten umsasietzden Darstellung^ des geistigen Werdens in enger "Verbindung mit' dem politischen Geschehen und fordert in kraftvollen Worten die Vereinigung idealistischen Geistes mit politischer Tatkraft. Karl Ritter begründet die Geographie als Wissenschaft und trägt veri'aininliiiigen tragen-gleichzeitig .dazu bei, die Gelehrten''.'untereinander bekannt s-zu--machen und feste Fadin'gegenseitigen 'ltzii ä'ii>'zv weben. Alle, diese P.äün'er verväsdg.iv'ie äs Sckmgbel feinfninig -atlsdrnck!, .-der .Glanve an die veredelnde Krait der Wissenschaft.-.anoie gotilrche Ützeitordnnng und den engen Zoguinneiihang der Wissenschait mit dem tzeben. . In den folgenden Abiehiiilteii seines großangrlegten Ttzerkes wend-ek sich Sehnabel der Natur Wissenschaft und Technikzu und sucht das Geheimnis ihres gewaltigen Ausstiegs zu lüsten. In . Alerander v. Hiimbvldt 'schließen philosophische Weltauisasinlig .niid iiatiiriviiseniehastllcche Fachsorschiing einen glücklichen Leveusbnnd, souveräne geiiles- und natunvissensehasliche - Schnlnng be- 'legen sei» gigantisches Lebenswerk. Er steht an der ätzende, der Zeitig Seitdem drohte immer mehr eine enge Fachspezialislik .zu überwuchern und die Ziisanimeiifassung zu erschweren. Der topische Repräsentant dreier stcichuing war Justus Liebig. der die hiimanislische Gelehrtenschnle radikal perwirst, vom Naturforscher eine realistische Vorbildung verlangt und die Landwirtschaft nur als eine angewandte Naturtehre betrachtet, die durch Steigerung des Ertrages am beste» ihrer Ausgabe genüge: damals war aber allein schön die. Erinnerung an den Geist de? Idealismus stark genug, um gegen eine derartige Verengerung des .Bückseides einen heftigen' 'Widerstand w-achzurii'en. Sv hielt man Liebig lreüend entgegen, daß auch, und iogar gerade, der Landwirt „men-, schenwissenicchastlielie" Aufgaben z» erfüllen habe, die erst seinem Leben einen tieferen Gehalt ver - reihen lind ihm eine wirkliche Wahrnehmung seiner Ver-pstichtnngrn gegenüber seinem. Bolle gestalten könnte. Trotz aller Gegeneinflnsie ist die Geschielite der dentselien Wirtschastsentwicklnng ivesenhait von derjenigen der wesleliropäischen Völker verschieden: l'ie beruht nicht, lvie in England, ans der Heilig sprechnng der Wirtschaft als allbeherrschendr» -Faktors des gesamten Menschenlebens. Ungeachtet der stcigrnden Bedürfnisse und der unerivartet starken- Bevöllernngsvermehrung. beruht de,r Wirtschastsaiifstieg hier in erster Linie auf der inneren Kraft, des nationalen...ErziehungLgedankens. der seine nahe Verwandtschaft zu dem Idealismus nicht verleugnet, sich an den einzelnen, in die nationale- Lebensgemeinschaft fest cingcbctteten'Menschen lvendet und ihn in seiner inner-' sten Wurzel durch die von List ausgestellte.Theorie der Produktivkräfte in der Fülle seiner reichen Lebensintercssea erfaßt. Tie dcut-schc Wirtichastslehre erneuert damit in traditionsnaher Haltung -die Ged-aiiken von Atz Vier und Herder und macht .sie'für die Gegenwart-fruchtbar: Die Uiitcrneluner-- geiierativn 'jener Tage, ob -'wir iliin an König. Harkort um>. denken, ringt sich in kühnem Kampf gegen alle Widerstände nnihsam empor, von dem Vision Von Edith L. Meyer -Ich will auf crdcntriicktcn Urnen den steilen \\ cj; zur Höhe ^chn " ... , . - Und w Hl iicn .-icliwciizendcn (Z.eMirncn in* iiiilicriiaclir'pe Aiulit/ sehn. - Ich will mein kleine* Weh vergessen; und die geringe Spanne Zeit, - v ■ den kargest Raum, der mir bemessen', erweitern 7.ur Unendlichkeit. Die F.rde ist mir zngewendet. Wohin verström’ ich meine Kraft? An welchem-\\"'eg beginnt und endet die Mühsaljneiner l’ilgcrschaft? Und suchend wend’ ich mich von . Norden, gen Wiest und Süd und Osten hin. Je breiter meine Spur geworden, je tiefer ahnt mir, wer ich hin. Und kreisend so um meine Achse schwing' ich mich fort von Pol -zu Pol, im Gleiten fühlend, dass ich wachse, nicht wissend, wo ich wurzeln soll. - Der Trieb, mich rastlos zu bewegen, . rcisst nachts mich hoch aus Schlaf und O Erde — wandte mir entgegen! Du weite-Welt .—-'gib Raum! Gib'Rauen! Da zeigt, von Wolken grau umgittert, sich eine mystische Gestalt. Da steigt, gebückt und sturmverwittert. ein Schatten auf, jahriauscndalt. Der- Acrniste unter den Vcrlor’nen — Was treibt ihn'mahnend zu mir hin? Oh ich von allen Spätgcbor'ncn am nächsten seiner Unrast bin? Was gräbt die lland ein magisch Zeichen in n-.gfnc Stirne tief hinein? Soll ich von vielen, die ihm gleichen, auch seines Fluches Erbe sein ...? Illlllllllllllll!lllllllll!lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll!lll starken Glauben be'liigelt. durch ilire, Arbeit den Wohlstand-zu.heben, den -Unltnrgel,>ilt zu.-steigern, dem Menschen die Miclsieligkeil seines Loseszu er-- leichtern, jedem einzelneii diirel, den Anteil an dem technischen Fvrtictzrül das Leben zu bereichern und zu verinnerlickien: denn sie alle.glaubte», »»belehrt durch die.erschütternden vi'j>il>riiiige» il'älerer Jahrzehnte an die Veriiniiit des lveschel>ei>s und au das Ideal der sttz.ensel>!;ei>. sttnx aus tiefer L-ebeusersaI,rnng heraus eiscl,oll die ernste 'Blar. ming Goethes vvr einer l'Iei'erieiiäsinng der Technik .und die -eindringliche Vel,re. d,iß mir der sittliche Fvrtschritt-c'iiie belfere Jnknint i'erheisit. Eins ergreisende sttzaluiiing. die in einem iortlrl>r.ittsgläiibigen Gesclilecl,! >i„gel,örl oerliallt. So enlnürit Stzwal'el. und zwar ans gnel'lkiiiiiäßiger. ltzriiiidlnge. ein iarbenoräg,«i-ges Bild „von dem . reichen.-Geschelien des J>^!irzehnts vv» \^onderPragerlJ^ni versität , Einen überaus lichtvollen, aus zehn Jahre - langem genauestem Luellenstudium beruhenden Beitrag zur Geschichte der Hochschullsildung Unter den Juden Mitteleuropas liefert der bekannte jüdische Rechtsgelehrte Professor Guido Kisch, in seiner Untersuchung ..Tie Prager Universität und die Juden" (Verlag ' Julius Kittels Nachfolger. Mährisch -- Ostrau 1935). Die Prager, im Jahre .1348 gegründete. Universität ist bekanntlich die älteste Mitteleuropas und darum für eine Untersuchung dieser Art besonders geeignet. Drei und ein halbes Jahrhundert hat es tndesien gc° - dauert, bis auch die Juden des in . der Landeshauptstadt Böhmens gegründeten Hochschnlstudiums teilhastig werden konnten. Die Ursachen und wohl wechselseitiger Natur: einerseits trug die Präger Hochschule einen ausgesprochen konfessionellen, katholischen Charakter und schloß schon dadurch Juden vom Besuche aus. Andererseits jedoch war auch die jüdische Gelehrtenwelt unter den Prager Juden (die sie vielfach auch in jüdischen Hochschulen in Frankreich und am Rhein erwarben) derart umfassend — keiiiizeichnend 'st. ' daß ' man auch von jüdischcii ..Uniuevsitäten" sprach —. daß sie die geistigen Bedürsnisse der mitteleuropäischen Juden im Mittelalter in hohem Maße befriedigte. Tie Vermiitung Kischs: „Es dürfte schwerlich in Zweifel zu ziehen sein, daß die Prager Juden bis zum 18. Jahrhuiidert die Unmöglichkeit. einer höheren wissenschaftlichen Ausbildung an der Prager Universität teilhaftig zu werden, niemals als Zurücksetzung empfunden . haben können"/— häT um so mehr für sich, als selbst Ende des 19. Jahrhunderts, wie wir sehen werden, also in den ersten Dezennien der Emanzipation. unter den Juden Prags nockpeine starke Zurückhaltung gegenüber dem Universitätsstudium zu beobachten ist. ' ~~ Indessen gab es unter den Juden seit alters her einen Beruf, der gebieterisch zum "Hochschulstudium prangte: die Heilkunde. Dieser Berus vererbte sich oft vom Vater auf den Sohn, es gab — wie die Prager Erabinschristen beweisen — ganze ..Aerztedimastien" unter den Inden, und der . hebräische Name für „Arzt" — Rose -- wurde vielfach zu einem Familiennamen. Allein diese . Heilkunde berichte im wesentlichen aus der E r - » a h r:u n g und erheischte eine Fundierung auch durch theoretisches Studium. Diesem Bedürsiiis kam in starkem Maße zuerst die im Jahre gegründete, den Angehörigen aller Nationen und Kvnfeisionen zugängliche Universität in Padua entgegen, wo auch Juden ans Prag sich medizinische Kenntnisse erwarben. Tie seit 1701 elngeführte Approbation solcher, an auswärtigen Universitäten ansgcbildeten Juden in Prag lag der. böhmischen Landesuuiversität ob. und dies, neben der von früher her bestehenden Zensur hebräischer Bücher, waren lange Zeit hindurch die beiden einzigen Berührnngspuiikte zwischen dieser Hochschule und den-Juden. Seit dem Ende des siebzehnten Jahrhunderts degannen auch einzelue -Universitäten in Deutschland, unter dem Einfluß der Idee» der Ausklärung. Juden das Liochschul-, studium zu ermöglichen.' Interessant ist. im Zusammenhaug damit, die folgende, (auf die Untersuchungen pvn Rieger'sich stützende) Bemerkung Kischs (a. ä: £. 'S. 24): „Tie Zahl der Juden, die sich an deiitschen Universitäten schon ein Jahr- ' hundert vor der bürgerlichen Gleichstellung heranbilden durften, ist wesentlich größer, als allgemein bekannt sein dürfte." Tie Aufklärung unter den niitteleuropäischen Juden — so variiert er selbst diesen Gedanken an anderer Stelle — hat somit schon lange v o r Mendelssohn begonnen (S. 30). — Bon der erwähnten Bildungsmöglichkeit haben, namentlich auf. dem Gebiete der Medizin.. auch Prager Juden Gebrauch gemacht. Tie Universität von Fraiiksnrt an der Lder. vör allem aber die von Halle, wurde von ihnen zu diesem Zweck besucht. Moses Salomon Gompertz aus Metz. Sohn und -Nachfolger des Prager jüdischen Gemeinde, arztes Salman Gompertz. ist der erste-ii;tsch^-Jahr!iimöc-rdie Iliht jiiOifilier Stlidlerender än bürgerliche Gleichberechtigung der Inden zu siliarse-n. ^-Allerdings, es darf auch nicht der harte Konlurrenzkompi übersehen werden, den die jüdischen Aerzte vvii nichtjüdischer Seite, manchmal aber auch in eigener Rütte, zn bestehen hatten. In letzterer Beziehung ist das 170»; criplgte »stnt,ili>ten der medizinischen-Fakiillät in Prag iiiterenant. daß „bei der starlen Bevölkeriingsverinchrinig und in Anbetracht der dichten Siedelnng in der Indens siadt die Aninahliie mehrerer jüdischer Aerzte nicht nur nützlich, sondern sogar höchiiötwendig wäre" iS. .'H>. »Endlich, am!3. Mai I7si. erfolgte ein hleskript Joieis II.. in dein es in bezng ans die Erschließung der Iochschnlbildiing für die Inden hieß: „In den Haiipinädtcn waren die Bermöglicheren auch nicht von höheren Schulen, und dort, wo Universitäten sind, von keinem Studio «die Theologie ans. genvinineii! aiis,ziise!>l>eßcn". Interessant ist cs. daß diese, den stleil fvnsessiviielte» Geistes tragende Ausnahme auch stzäter noch sich darin answirlte. daß Inden, die das Rechtsstildium äbsolvierten. Mir.zn Doltoreii des Zivilrechts, nicht aber juris utriusijue promoviert »vurden. da ihnen das laiwniichc.Recht verschlossen blieb. . Während des ersten Jahrzehnts, nach diese.iii Reskript ivnrde -jedoci» seitens der Inden von der neuen Bildiingsfreiheit nur »venig Gebrauch gemacht. Bon allein in den strenggläubigen indisclien Kreisen verlgelt man-sich allenthalben gegen die moderne Iliiiverütätsbildinig nochJimmer »ii'K -trainich nnb eiitsihieden al-lehnend. Da sich iiaiiilich in der Praris vielfach zeigte, daß moderi»' Bildung meift zur Aistmilation und Irreligiosität tnhrle.^ glaubte inan derartigen Folgeerscheiniingen am beiten dadurch begegnen zn können, daß man alles prusane Bitdnngsideal als die Ursache einer ivlelien Entivickliina bekämpit^ Kisch betont, daß „noch bis zur Rütte des neunzehnteii ' land promovierte (1721 in Frankfurt an der Lder) jüdische Doktor der Medizin (S. 22). Freilich. diese frühen AnUlärungsbestrebungen unter der Prager Judenheit waren nur in einer dünnen Lberichicht verbreitet. Aber sie halten die Bvraussctzungen und Vorbedingungen für die spätere allen Faknlkäten der tzrager Universität, die ihnen zugänglich ioaren. außerordentlich gering blieb. Diese Feststellung gilt nicht bloß in absoluter Beziehung, 'ändern auch üir die relative Betrach, tnng. wenn man etwa die Zahl der Prager Juden in Vergleich zieht, die im achtzehnten Jahrhiiildert bar I7v_! an de» IIiüvin vtatea äakle und Fi'anlsnrt a. d. Löi-r die iln-d,zunsllie Doktor- . N',"n de erlangt t,litten ... Tn-- za>,Ie>i,»lißige Bild verset>iel>t ji>l) iogar »mH loeiter zni'nignnsten des Stlidiiinis 'der Juden', in .'llcag. wenn man l'edeiikl. dliß ilim-i, Iurr nmmu'lir"nn: Zugang zur j n r i >'t i ( dj e n und v I) >! o >' o'p l> i! d) e >, Fa ln! tat oi'iensl.ind. Mlitneiid int) die vor' 1782 im Aiisllindc eriolgte»' Proniötsanen an-'-ichließlilh ans die D eilt N n d e beichiinilte»"" ( S. .'»4; die Sperriiiigeiiri,l,ren von nur lier. E. y>.). Allein diese idieinl'ale. i.:'. rrdutl ,ich waht even dlidnrd). dliß jniiitiiitie und erst recht v>>ilo-- sovliische. noch seit dl-,, '.'Zeilen des »l,,>'»)>!es „in -sttzaiiiionidi's im »rllwdocen Jndentam niißtraniilt) l>etr.ill,tete tz!sti'en,ll,ai-en dem Geiste glanl-iger Uetleriieiernng me,laus g> i.llnliiher eril!,ei»en 'mußten als d>e dnr,l, al.te TrliditiiM ' ancti im Jiideiilniii .gleilhiam- 'legalisierte -peilbinc Erineitl-riing der geistigen Beziehungen der onerreichii(l>en tzgiden znin -Hod)schn.lwesen ''brachte das .Jalir t^I--. Der in dieiein Jlihre an, lll. Atzärz heräiisgegeln-ne "lliinülecialerlaß beslinliiite, da»; ..sein Taleal -'eines reügn'steii . -tstla-iibensbekeiuiinisie-'-' inegen - von dl-a Letsrllinzeln der höheren Lehränilälte,' n,i-geilliln'ieii sein sollte":' Der -erste - und wäln en'v zweier Jahrzehnte-Ä-r einzige, der ,i, 'läng „nd Lesterreich zur vrdentticl,,-». Prosetzne an .nurr llniversität gelliinite. war -I>r >■' p,,- J-; >> t > « g li n q Ztzesselt, '!>-"! iö«r voll, mehr deswegen Er,oäl',iiNng >>l'rd,eni.- nzeü er die »strän« diin'g eines ..rrhrinstitlNs t?rr die. .':i,üensrl,.nt des Jiideiitiiins »iid.dl'i'en .r-,d>'i.---id:,' st>ter-itnr an der hiesigen Hve!)-!',,an,, -ile. »'„be, its», das tzärbild di-r llinnmnin!' Veg gg I,stete, an der 'Tr. Julius .Hin'! - m.- l»'ir'-'"e„.-,>„ Fächer dozierte. Seinen' 'Anr-llilal, I>e >'-sind'.'!.- er 'damit, 'dafl die »riverl-iiiia"von .i!.e»n»„',>e„ dil-terchArt tür eine große Zaill n,-dj-!,i,dii,<!jer studierender, d. h. für Theologen, uuvie mr a dmini»- st r a t i v e n A,ive,f.-niid, rridinende «hriitlidie Individuen" en'e "Ant-c-end,gleit darstelle, tzllesielh iand häßlil'he tztz!derind>e'r UN /Prager Judentum selbst (auch diese Snellen legt -st.,schvor), fand

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