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Central-Verein-Zeitung · 1935-10-24 · 43 (24.10.1935) · page 9

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
43 (24.10.1935)
Date
1935-10-24
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Die Zerstreuung der Juden über die Erde batte, waren von iui-5 m der „Wirtschaft der hAI,tCrli artverwandt liidlSch Woüie" in der Mtm ..E. B.-Zeitung^ einige UeUtSCn, ariVerWdlUIl, juuiacu XVI. Italien Die Zähl der Juden im heutigen Königreich Italien beträgt etwa 50 000. Diese Ziffer bezieht sich nur aus das italienische Mutterland, nicht jedoch auf die italienischen Kolonien. Der jüdische Bevolkerungssektor in Italien ist also außer» ordentlich schmäl, in Beziehung zur Gesamt» benölkerung des-Landes mit seinen rund 42 Millionen Einwohnern stellt er eine Quote von etwa. 12 Juden unter 10 000 italienischen Staatsangehörigen dar. Damit liegt der jüdische Anteil weit unter den jüdischen Bevölkerungssätzeu in Mitteleuropa. und zwar nicht nur Deutschlands. Lester» reiche.' der Tschechoslowakei usw.. sondern auch, Frankreichs^ Englands, der Niederlande, usw.. ganz ■■ . zu schweigen von Osteuropa. , Tie iGegenwartszahl der italienischen- Juden - erscheint dann besonders niedrig, wenn man sich vor Augen hält, wieweit die Geschichte der Juden aus italienischem Boden zurückreicht. Die italienische Hauptstadt. Rom, steht nach der heutigen wissenschaftlichen Forschung in der Neihe der ältesten jüdischen Gemeinden Europas, in vorchristlichen Zeiten bereits sind Jilden mit Römern ins Land gekommen, später brachte Pompeius jüdische Kriegsgefangene mit. Wichtige Handelswege der alten Welt führten über italienische Städte und italienische Häsen, dies alles läßt daraus schließen, daß im Altertum die Zähl der Juden in, Italien höher lag als heute und insbesondere als dies die heutigen Ziffern vermuten lassen. Wenn auch keine genauen Zahlen über einzelne Gebietsteile des damaligen römischen .Herrschaftsgebietes — wenigstens so weit es das heutige Italien betraf — überliefert sind, so kann man doch mit ziemlicher Sicherheit aus der Literatur des Altertums ab- . leiten, daß gerade auf der Apenienhalbinsel große und , ausblnhende jüdische Gemeinden bestanden haben,-von denen heute nur noch'sehr bescheidene Reste vorhanden sind. Wieder ist es Binjaminb e ü I o n a a u s T u d e l a , dem wenigstens annähernde Zahlen für die Zeit um die Mitte des T2. Jahrhunderts n. Ehr. Geburt zu verdanken lind. Auch an diesen Zahlen erstäunt es, wie außerordentlich niedrig sie bereits sind, sie dürsten beweisen, daß von den jüdischer! Menschen, die im frühen Altertum nach Zerstörung des eigenen jüdischen Staates in italienische Gebietssphären gekommen sind, im ersten Jahrtausend weite Kreise von der eingesessenen Bevölkerung so weit aufgesogen worden sind, daß sie bei der Verschmelzung auch den jüdischen Glauben aufgegeben haben. 'Wenn man bei Binjamin aus Tudela liest, daß er im Jahre 1165 etwa, also rund, 1500 Jahre nach der ersten-jüdischen Einwanderung in die Apeninenhalbinsel. in einem der Zentren des Verkehrs, Nachdruck verboten! der Produktion, des Handels und der Schiffahrt, in Genua zwei Juden vorfand, so mag man dies als einen Irrtum des Autors oder in diesem Falle als einen Ueberlieferungsfehler ansehen. Wenn er aber weiter für die Stadt.P i sa eine Zahl von 20 Juden, für Lucca von 40. für Rom von nur 200 Juden angibt, für Neapel 500. für Salerno t>00 und schließlich noch für einige Städte in der Lsthälite ebenfalls nur wenige hundert Juden, selbst für T r a n i. dem damaligen Ausgangshasen.' der Vüallfahrer nach Jerusalem, an der Ostlüste Italiens, nur 200 Inden. so , beweisen diese Ziffern, wie weit die Verschmelzung der jüdischen Volksteile 'zeitlich bereits? .zurückliegt, die' nach dein Beginn der Zerstreuung über die Erde nach italienischen Landschaften ge-' kommen waren. - Eine andere, durchschlagende Erklärung als die der Aufsäugung und des Aufgehen der Juden in ihrer Umwelt unter Aufgabe ihrer religiösen Glaubenssätze gibt es nicht. Denn wenn auch bei dem wechseloollen politischen Schicksal der Länder des Apenin in vielen Städten und kleineren , Staaten im Mittelalter Judenverfolgungen statt-. gefunden Haben, wirtschaftliche Beschränkungen und Einengungen vorgenommen wurden, so hat doch keine so Mrke Auswanderung eingesetzt, daß, damit die niedrigen jüdischen Bevölkerungszahlen Italiens in der Gegenwart auch nur annähernd erklärt werden könnten. Es ist bekannt, daß die Päpste schon frühzeitig , Judenbekehrungen in die Wege zu leiten versucht haben und auch in der Folgezeit hat die kathvlische Theologie den Weg zum Uebcrtritt eher erleichtert als umgekehrt. Die AuswirkungPi dieser auf religiösem Gebiet liegenden Versuche und ebenso die weltlichen Einflüsse müssen um so nachhaltiger aus die Quantität des jüdische»-Dolksteiles in Italien, gewirkt haben, als die heutigen Juden zum großen Teile Nachkommen'der spaniolischen Einwanderer sind, die, nach dem Zusammenbruch des jüdischen Lebens in Spanien seit Ende des 15. Jahrhunderts ius Land gekommen waren, obzwar auch diese Einwanderungswelle heute nur noch in mengenmäßig. nicht sehr bedeutsamen Resten spürbar ist. Nach alledem kann man feststellen, daß mit Beginn der Neuzeit die Verschmelzung der in den verschiedenen Etappen nach italienischen Landen gekommenen Juden mit ihrer Umwelt viel vollkommener war und in einem viel stärkeren Maße stattgefunden haben muß. als dies für irgendein anderes Land gelten kann. Die statistische Sozio» graphie der Juden des heutigen Italiens wird in der nächsten Nuinmer der „C.-V.-Zeitung" fortgesetzt. Dr. E. R i. Jüdische Binnenwanderung Die „Berliner Wirtschaftsberichte" geben einen Ueberblick über eine soeben abgeschlossene Statistik der Zuwanderung nach Berlin im zweiten Halbjahr 1984. Es wird u. a. sestgestellt, daß innerhalb dieses Halbjahrs rund 4000 Juden nach Berlin zugezogen sind, die vorwiegend aus kleineren Prövinzstädten kamen. Von den 1500 Juden, die aus dem Ausland nach Berlin kamen, handelt es sich hauptsächlich um Rückwanderer aus den angrenzenden Ländern, in die eine stärkere Auswanderung vor sich gegangen ist. Treiviertel der aus Frankreich nach, Berlin verzogenen Juden kamen Wieviel Juden sind aus Mannheim ausgewandert? ' Dr. med. S. B r u ch s a l e r veröffentlicht im Niaunhenner Gemeindeblatt eine aufschlußreiche Untersuchung über die Auswanderung der Mann» heimer Juden in der Zeit von 1034 bis 1. September 1935. Demnach ist für diese Zeit mit einem Auswanderungsverlust von rund 12 vom Hundert der jüdischen Gesamtbevölkerung Mannheims (1933: 6400) zu rechnen, das sind etwa 300- Personen. 660 dieser Auswanderer sind statistisch erfaßt; unter ihnen waren 430 deutsche ,Juden und 230 Ostjuden. Bei einem Anteil der Ostjuden an der Mannheimer jüdischen Bevölkerung von einem Sechstel bedeute dies eine etwa doppelt so große Auswanderung von Ostjuden wie von einheimischen Juden. Tie Auswanderer verteilen sich nach den Feststellungen Tr. B r u ch s a l e r s auf folgende Altersstufen (die absoluten Zahlen in Klammern): Altersstufe Männlich Weiblich 1 0—20 Jahre 15 % (96) 12 % (81) 20—40 „ 27 % (175) 22 % (145) 40—60 „ 11 % (72) (63) : über60 „ 2,5% (16) 1,5% (10) 55^5%~(361) 44,5% (299^ Demnach stellt die bevölkerungspolitisch wichtigste Altersklasse von 20—40 Jahren fast die Hälfte aller Auswanderer. . Von den Auswanderern gingen etwa zwei Fünftel nach Palästina, etwa ein Viertel nach Frankreich, während andere Auslvanderungsländer wie Bereinigte Staaten und Holland erst in weitem Abstand diesen Zahlen folgen. Erwähnenswert ist. daß von den ausgewanderten Ostjuden über die Hälfte mach Palästina gegangen ist, ein Fünftel nach Frankreich und ein Zehntel als Rückwanderer nacb Bolen und, Riunänien, die wirtschaftliche Betätigung der Juden betreffenden Sätze kurz abgedruckt worden. Auf Grund eines Berichtes der ..Saarbrücker Zeitung" ergänzen , wir diese durch nachstehenden Passus: ... ... Auf dem Parteitag in Nürnberg wurde da8 neue Reichsbürgergesetz geschaffen. .. Damit wurde ein Schritt von geradezu säkularer Bedeutung vollzogen. Nun ist ein für allemal der Jude aus dem politischen Leben Deutschlands ausgemerzt. - Ein weiteres wichtiges Gesetz, das auf dem „ 'Parteitag angenommen wurde, ist daT Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutscheu Ehre. Es wendet sich gegen die unselige Rasienvermanschung.' Dieser ist jetzt in Deutschland, «in Riegel vorgeschoben. Tie Ausführungs» l'estilnmuiigen zu den, Reichsbürger? und Blut- ., gesetz werden demnächst. ergehen. Dann wird - auch die Frage geregelt, wie man es mit den. Mischlingen zu halten hat. - Auch diese Gesetze dienen der deutschen Volksgemeinschaft. Es ist nicht so., daß wir Nationalsozialisten die Juden mit Gewalt ausrotten wollen: Wir wollet, lediglich ein rein» liche Scheidung. Wir sagen. Deutschland den Deutschen, aber nicht den Juden! Damit ist der Anfang eines erträglichen Friedens gemacht. Die Juden frage wird nicht gelöst durch eingeworsene Fensterscheiben öder sonstige Gewalttätigkeiten, und ich möchte alle Volksgenossen, besonders die Parteigenossen, warnen, auf diesem Wege Judcnpolitik auf eigene Faust zu betreiben. Der Staat hat absolut die Führung in die Hand genommen. Es werden auch Gesetze ergehen müssen über die Einschränkung der wirtschaftlichen Betätigung der Juden, damit auch hier jeder Grund für Einzelaktionen durch' Bohkottmaßnahmen, Aussteller, von Posten vor jüdischen Geschäften. Ankleben von Zetteln an jüdischen Schaufenstern wegsällt!" , ' Dr.Bruchsaler stellt zum Schluß seiner Unter» suchung fest. daß in letzter Zeit neben der Aus- Wanderung nach Palästina eine besonders starke Tendenz für die Auswanderung nach überieeischcn Ländern besteht, und zwar sind es in der Mehrzahl Jugendliche und alleinstehende Personen männlichen Geschlechts, welche diesem Ziel zu streben. ___ stg. Die Sachverständigenkommission für Auswandererfragen Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur (ITA) erfährt, wird die Sachverständigenkommission, die dem Völkerbnnüsrat einen Bericht über das Auswandererproblem im Zusammenhang mit dem Vorschlag Norwegens, eine Zentralstelle des Völkerbundes für Auswandererfürsvrge zu schassen, erstatten soll, aus folgenden Persönlichkeiten bestehen: Sir -Horace Rumbold, ehemaliger englischer Botschafter in Berlin. Marcel Rolland (Frankreich). Senator de Michaelis (Italien). Gesandter Stefan Osusky (Tschechoslowakei) und Michael Hansen (Norwegen). Tie Kommission wird am 28. November zu ihrer ersten Sitzung zusammentreten. Sie wird Berichte und' Empfehlungen vom Oberkommissariat fü^, Flüchtlingsfürsorge. vom Nansen-Amt und den an der Auswandererfürsorge interessierten Organisationen studieren. Ter Bericht der Kommission soll der Januartagung des Völkerbundes vorgelegt werden. Und der Völkerbundsrat soll bei dieser Gelegenheit endgültige Entscheidungen in bezug auf das Auswandererproblem treffen. Als Vertreter der Gesellschaft für Emigration und Kolonisation (Emcol) hat Zwi Aberfon anläßlich der letzten Sitzung der Exekutive der Ständigen Internationalen Konferenz für Wanderungsschutz. die in Genf beim Internationalen Arbeitsamt abgehalten wurde, einen Bericht über die Frage der Naturalisierung der Kinder von Staatenlosen vorgelegt. Auf Grund dieses Berichtes hat die Exekutive beschlossen, eine entsprechende Aktion beim Völkerbund zu unternehmen. Zur gesetzlichen Regelung der Jiidenfrage 'Reich-imrmster Tr. Goebbels sprach auf einem Kameradschastsabend im Sportpalast, wobei er auf die Nürnberger Judengesetze einging. Nach einem Bericht des „Angriff" stellte Dr. Goebbels unter dem Beifall der SA fest: ..„Die Jndenirage wird nicht vom einzelnen sondern nach Gesetzen gelöst, die wir erlasien. weil wir eine antljüdische Regierung sind. Das zu tun. ist uns ein antijüdisches Bedürfnis, an das wir von niemandem erinnert zu werden. brauchen. Es bedarf dazu aber der Disziplin der Parteigenossen Es kann nicht jeder sn Vorgehen, wie es ihm paßt, so wenig, wie der Soldat im Kriege selbst bestimmen kann, wann und wo eine Offensive gemacht wird? Aus der Rede des Reichsministers Dr. Fr ick, die er kürzlich in Saarbrücken gehalten Reichsinstitut für die Geschichte des neuen Deutschland Im Mittelpunkt der Eröffnungssitzung des neügegründeten ..Reichsinstitutes für die Geschichte des neuen Deutschland" stand eine Rede seines Prästdenten Professor Dr. Walter F r a n k, Er führte zu den uns berührenden Fragen folgendes aus: ... , .' Erst heute, wo die Idee der Rasse und des Volkstums sich siegreich gegen die Idee vom abstrakten .Menschen an sich' erhebt, reifen große Probleme wie die Judenfrage auch einer wissenschaftlichen Klärung entgegen." Professor Dr. Frank nennt dann gls letzten von vier selbständigen Arbeitsplänen, die im Mittelpunkt der Tätigkeit des „Reichsinstitutes für die Geschichte des neuen Deutschland" stehen sollen, die Schaffung einer „Geschichte der deutschen Judensrage im Zeitalter zwischen der französischen /nd der nationalsozialistischen Revolution." Wir erinnern in diesem Zusamr!stenhang an unsere Zeitschriftenschan vom 10. Oktober 1935 „Die Judenfrage in der deutschenXGeschichtsforschung". in. der, erwähnt war. welche Förderungen der junge Historiker Wilhemr Grau im „Deutschen Volkstum" für dieses Gebiet aufgestellt hat. Reichsbürgerrecht und Gemeindebürgerrecht Die „Berliner Börsenzeitung" weist auf die Rückwirkungen hin. die das Reichsbürgerqefetz auf das Gemeindebürgerrecht im Sinne des 8 19 der Deutschen Gemeindeordnung hat. Tie Deutsche Gemeindeordnung habe für die Gemeinden bereits eine Scheidung zwischen Einwohnern und Bürgern gebracht, von denen nur die Bürger das Recht und die Pflicht zur ehrenamtlichen Mitarbeit haben und damit allein vor den bloßen Einwohnern Träger des eigentlichen Gemeindelebens sind. Dieser Scheidung entspreche, wie das Blatt bemerkt, jetzt die vom Reichsbürgergesetz durchgeführte Trennung zwischen deutschen Staatsangehörigen und Reichsbürgern. Tie Reichsbürger feien die alleinigen Träger der vollen politischen Rechte nach - Maßgabe der Gesetze. In dem Artikel heißt es sodann: ..Das Gemeindebürgerrecht hat das Reichsbürgerrecht zur Voraussetzung. Bürger der Gemeinde kann also künftig nur fein, wer das Reichsbürgerrecht nach dem Reichsbürgergesetz und den zu erwartenden Durchführungsbestimmungen erworben hat. Ter 8 7. Absatz J der Ersten Durchführungverordnung zur Deutschen Gemelndeordnung. der den Erlaß eines Deutschen Staatsbürgergesetzxs. wie es jetzt im Reichsbürgergesetz Wirklichkeit geworden ist. bereits angekündigt hat. hatte vorläufig bestimmt, daß jeder deutsche Staatsangehörige auch -Gemeindebürger ist. sofern er die besonderen Voraussetzungen der deutschen Gemeindeordnung (Dvllendung des 25. Lebensjahres, mindestens einjähriger Wohnsitz in der Gemeinde und Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte) erfüllte. —Mit der Durchführung des ReichSbürger-- gefetzes wird diese Zwischenlösung überholt. Ter Kreis der Gemeindebürger kann in Zukunft nicht mehr über den der Reichsbürger hinausgehen. Allein die Reichsbürger können auch in den Gemeinden Träger des politischen Lebens fein. " Für das Verständnis per in den neuen Gesetzen verivandleu Begriffe deutsch, artverwandt. jüdisch leistet ein Aussatz ..Anthropologische Forderungen gute Dienste. den - Bruno Kurt Schultz im Oktoberhest der „Süddeutschen Monatshefte' (33. Jahrg..'Nr. 1) veröffentlicht hat. -Als deutschstärnmig, — erklärt Schultz — b» zeichnet mäu jene Personen, die ans der Bluts< gemeiiischaft des deutschen Volkes -stammen, d. >). ans einer Rasseilinlschnilg entsprossen sind, wie sie sich im germanischen Lepensraum (England, Holland. Flanderii. Deutschland mit Oesterreich, Schweiz. Dänemark. Schweden. Norivegen. Island) ergeben hat. Der eigene Geburtsort und der Ge- . bnrtsvrt und-Aufenthalt der Eltern ist dabei nicht ,, von Bedeutung. Das Gesetz zinn Schutze -deillscheu 'Blutes und' der deutsäieii Ehre und das" Reichs» bürgergesetz sprecheir voii Nienscheir deutschen oder artverwandten Blutes, ivaS, sich init deni, Begriff , „deutschstänimig" decken dürfte/ Außer Deutsch- Itannnigeii sind dann noch Nachbarstäiuinige zu iluterscheiden. das sind solche Personen, die aus Ländern stammell. welche au die eben genannten Kernlande deÄ-Germanentuiiis aiigrenzeii und die mit dem deutschen Volke eine, wenn auch weit zurückliegende.-so doch merkliche Bluts- und Kulturgemeinschaft verbindet, z. B. slawische und .roma^ nische Völker. Als -fremdrassig oder freuidstäinmig — fährt Schultz in seiner Erklärung fort — seien alle die Persanen zu verstehen, die blutsrnäßig mit dem deutscheu Volke nichts mehr zu tun haben. Wegen ihrer besonderen Wichtigkeit sei davon besonders die jüdische Rassengruppe zu trennen und gesondert als eine judenstämmige Gruppe ailszuführen. Dir genanilten Abivehrmaßnahmeil müsse,i sich zuiiächst gegen alle Freindrassigeu richten; in erhöhtem Ausmaße aber gerade gegen Juden und Inden» Mischlinge, da diese zahlenmäßig und il,rer ganzcn Beschaffciiheit nach die größte Gefahr für das, deutsche Volk .bedeuten. ' Die At'wehrmaßnahnien gegen fremdartige Bliitsmischuiig erstrecke» sich sollistverstäiidlich auch aus '.»!isä>linge: und grundsätzlich zunächst auf Misäil^ge jeden Grades. Zwcckmäßigeriveise wird mau aber. u>ie das in einer Reihe vvn Gcschesuorschristen auch der Fall ist. mit den um 1800 lebenden Ahnen einen Ab« schlnß sindei,. Die Entscheidnng. wer artfremd bziv. indisch iii oder einen Einschlag artfremden Blutes hat, lanii (nach der Rieinniig tz'vn Schultz) selstver-« ständlich nur von ersten Fachleuten getroffen roer« den. Die Feststellung hat am besten zwei Wegs zu gehen, einen biologisch-rassenkundlichen und einen geschichtlichen. Diese beiden Wege de« wissenschaftlichen Erhebung sollten nie alleiii, soildcrn stets gleichzeitig angewandt werden. DlS bjologisch-rassenkiuidliche Prüsung nntersuchi deck lebcirden Dienschen und feine Sippe j» ihrem lvrpcrlichen und seelischen Erscheinungsbild. Sitz kann rasseirfrenide Merkmale erkenlicii und wer» te». sie kann über gei,ealoglsä> unklare Punkts unter lebenden Merlschen Aufklärung bringen, so z. B. bei uilgesichcrter Vatersckiaft. Tie geschichtliche Methode prüft dagegen die Urkunden, vor. allem Kirchenbücher. Porsonalpapiere usw. und trachtet auf Grund dieser Eintragungen einen lückciilvscn 'Rachiveis über die Abstammung zu erbringe». Daß man bei der gcschichtlict>en Me«, thode zinucilen sehr ans den Zufall aügewiekeu ist ilnd daß hier -menschliche Iliizulänglichketren. Zrrtiinier usw, mit in die Rechnnng gezogen werden müssen, ist jedem klar; darum sollen sich eben die biologisch-tassenkundliche Prüfung und die geschichtlich-genealogische gegenseitig stützen. In der bisherigen Gesetzgebung und den dazugeliörigcn Autzsührungöbestiinmuilgcn ivird nur die geschichtliche Methode berücksichtigt und daher bis ans ÄnSnahmefälle die Eiitscheidung nur aus Grund der so erarbeiteten Ergebnisse getroffen. Aus den genaiinteii Gründen (meint Schulz) wäre hier eine Vertiefung der Ätehode nach der rassenkundlich-biologischen Seite hin dringend not< wendig. Professor Löffler, der Vcitarbeiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP und Direktor des hiassenbiologischen Instituts der Universität Königsberg, dessen Allsführitiigen gegen den Aberglauben der Nassenfrage »vir in der vorigen Nummer der, „E.-V.-Zeitung"' wiedergegebou haben, wendet sich laut ..NdZ" gegen die Behaup- . tnng.' daß durch Blntübertragnng von einenl Menschen ans de» anderen^die rassischen Eigeii-- sel»asten des Empfängers verdorben werden fniiii« ten. Hier werde völlig unsinnig ein um allgemeinen Sprachgebrauch durchaus inöglichcr bildhafter' Ausdruck, der für „Erbe" das Wvist ..Vlut" setze« zum, Ausgangspunkt geuvmuren. um aus ihn, naturwissenschrftliche Folgerungen zu ziehen. Sträßenumbenennung in Berlin. Der Polizei, Präsident hat im Einvernehme» mit dem Oberbürgermeister von Berlin die Nt a h l e r - Straße in Dahlem und Grunewald in Reger-Straße ilmbenannt. Beschwerden über das Ausbleiben der „C. - V. - Zeitung'* sind stet» dem zuständigen Postamt (ZeitungKtelle) zu unterbreiten. .'ii-.lfvertr i»j>i 'verautworUirh T BiMprri " Auluahme von io Berlin.' Pur”Rücksendung* unv/uncicr Plufenduueea ist /• re,Umschlag beizufügen I.oltcr d-r Anzeigen- Abteilung und verantwortlich für, den Inhalt Jer An. £ 1?.<1 r-i c h Nathan. Berllu. DA. III. Vj, 40fl00 PI 5 Verlag: O jüdlichen Glaubens ». V. v\ In jr k <i-.t Buch- und TP'idfurk Gc Berlin aW 13,

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