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Central-Verein-Zeitung · 1935-10-10 · 41 (10.10.1935) · page 7

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
41 (10.10.1935)
Date
1935-10-10
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Die Klänge des Laubhüttenfestes Von Oberkantor Magnu« Davidsohn mismuS kennt für den Schluß nur das befreiende Dur. * „damit alle Völker der Erde erkennen, daß der Herr, der Ewige allein, Gott ist, sonst keiner". .. Dem Ernst des Versöhnungstages folgt die. Schönheit und Anmut des Laubhüttenfestes. Wenn das Versöhnungssest sich dem Schluß zuneigt/ dann sind' es noch einige kurze Bittgebete (Selichot), die mit be^ sonderen Melodien umkleidet werden, und. eine dieser Melodien klingt an das Motiv des Laubhüttenfestes an. Da sind wir schon am Beginn des letzten Wallsahrtsfestes. Viele Melodien haben diese drei Feste gemeinsam. Dennoch gibt es gewisse charakteristische Sangweisen, die jedes Fest sein Eigen nennt. Wie sagte ich doch kürzlich:, abwechselnd Dur und Moll, aber, hier? Wir bezeichnen, das Laubhüttenfest ja als „das Fest der Freude"« Dennoch sind seine Weisen in Moll gehalten, sogar in recht schwermütigem Moll. Die Zeiten sind vorbei, dq die meisten ' Mitglieder einer Gemeinde eine eigene Laub- Hütte besitzen. Darum ist neben die Synagoge in vielen Gemeinden die Laubhütte gestellt. Hier wieder die Auslösung eines Gemeinsamkeitsgesühls ohnegleichen, ^ng drängen sie sich nebeneinander, freuen sich ihres Schlücklein Weins, ihres kleinen Stückchens Festbrotes. Viel Jugend neben dem'Alter. Traulich schimmern die Lichte, von Frauenhänden ist liebevoll die Laubhütte geschmückt. Trotz allem — wenn draußen auch noch so sehr daS Gemüt bedrückt ist, lastet einen Schimmer des Simanssimchosteau in eure Seelen eindringen. — Psalmengesang, Tischgebet-Kantilation, hier alles in befreiendem Dur. Der erste Tag des Laubhüttenfestes fällt diesmal auf den Sabbat. Darum begrüßen wir den Feststrauß mit seinem herb duftenden Genosten Esrog erst am zweiten Tage, begrüßen ihn mit den heiligen Segenssprüchen in einer befreienden Verkündigungsmelodie und singen mit aller Inbrunst das Hallel-Gebet. Wenn dann der Gottesdienst sich fast dem Schluß zuneigt, öffnet sich noch einmal die Heilige Lade. Der Aelteste und Würdigste aus der Gemeinde hat feierlich die Tora aufgehoben, um ihn scharen sich die Männer, die fromm den Feststrauß der Gemeinde zeigen. „Hauschano", o hilf. . Verftänblidj, daß auch hier flehender Mollton gehört wird. Fast auffordernd klingt es, wenn der Vorbeter dieses O-Moll anstimmt, Grundton, Terz, Quinte und Oktave. Respondierend antwortet die Gemeinde: „O hilf uns um Deiner Gnade willen!" Wie oft hat der Umgang mit dem Lulaw jüdisch begeisterten Malern schon Gelegenheit zu Bildern gegeben, die vielfach in kunsthistorischen Werken zu sehen sind. Auch dieses Bild hat sein eigenes.Gepräge. Der Umgang der frommen Männer, die geöffnete, schimmernde Heilige Lade, der durch die Fenster herein- ' flutende herbstliche Sonnenschein, 'all das ein wundervolles Farbengemälde. Der Sang verklingt — nicht in Moll. Jüdischer Option langer Fermate 0-Dur hält der Chor den Schluß. , - Der letzte Tag der Mittelfeiertage, toschana Rabbah genannt, vereinigt einen eil der .Gemeinde zu einem besondersfeierlichen .Morgengottesdienst. Dieser Vorbeter steht vor einer der schwierigsten Ausgaben der gottesdienstlichen Liturgie. In verhältnismäßig kurzer Zeitspanne hat er einen Gottesdienst abzuhalten, der ^ch aus den Liturgien des Alltages, der drei Wallfahrtsfeste und endlich der hohen Festtage zusammensetzt. Fortwährend wechseln die Melodien. Und dann noch einmal der Feststrauß, im siebenmaligen. Umgang durch die Synagoge getragen, mit innigsten Gebeten, zu denen sich wieder die verschiedenartigsten Melodien gesellen. „Die Stimme des Gottesboten kündet, verkündet das Heil." Der duftende Feststrauß ist niedergelegt, die Bachweide zur Hand^ genommen: „Hilf Deinem Volke!" Und man schlägt die Blätter der Bachweide ab, singt und spricht dazu: „Fallende Blätter, ein Opfer von Sühne, fallende Blätter: Bilder des Herbstes."' Der Ernst entläßt uns noch nicht. Das Schlußfest mit seiner Seelenfeier, mit der Wiederholung jener Melodien, von denen hier am Pessach die Rede war, .zeigt' uns noch einmal das erhabene ernste Bild, wie wir es am Versöhnungstage schauten. Dann aber: Simchat-Tora, Kinderjubel. Lachen und Freude. Was soll das. Kind von dem Ernst der Zeit wissen! 'Es wandelt ja durch sein Traumland, und sein Fähnchen, das es in der Hand hält, löst jauchzende Freude aus. Es wird oft gegen den Lärm beim Simchat-Tora-Gottesdienst geeifert. Eifert nicht, ihr Herren Synagogenvorsteher!. Laßt die Kinder jubeln! Es ist die schönste Melodie, die unsere Gebete begleitet. Und dann geht es zum feierlich-fröhlichen Umgang. Alle Tora-Rollen, die das Gotteshaus besitzt, werden aus der Heiligen Lade gehoben. Dazu erklingt natürlich nur das gemütvolle Dur. Die Nesponsen zwischen Vyrbeter und Gemeinde, enthalten ungemein viel Liedartiges., Wieder der Anruf an den Ewigen um Hilfe, aber mit verhaltenem Jubel. Fähnlein ziehen voran, Kinder trippeln fröhlich und hinter ihnen der feierliche Zug der Alten, die Tora durch den heiligen Raum tragend am Abend und am Morgen, da. Plötzlich, wenn der Zug am Allerheiligsten wieder angelangt ist, hat die jubelnde Weise eine jähe Wendung genommen. „Schma Jisroel" verkündet der Vorbeter von der Estrade. Aber melodisch in der Weise der hohen Festtage: Gedenket, vergeht nicht! Von Mose, dem großen Führer, wird ja heute gekündet, daß sein Hoffen nicht in Erfüllung gegangen; noch einmal darf er das Auge hinwenden zum gelobten Land, dann stirbt er, gleichsam durch den Kuß Gottes. Damit beschließen'-wir heute das fünfte Buch Mose, mit diesem Symbol der ewigen Hoffnung, die doch nicht ganz ihre Erfüllung findet. Aber ohne Anfang und ohne Ende ist diese Tora, darum' wird sofort nach der Schilderung des Dramas aus der zweiten Torarolle die Verlesung der Schöpsungs- -'geschichte begonnen. Hell und freudig.klingt es. klingt weiter in den einzelnen GHeteinfügungen „Freut euch und frohlocket Km Feste der '.Gesetzesfreude!", klingt weiter bis ziun Schlnß-Käddisch., der noch einmal sämtliche gottesdienstliche Melodien des jüdischen Jahres in sich vereint. Und wie am Tage Seit 1882 . Erzeugnisse Strumpf- und Handschuh - Fabriken LOUIS LEWY & CO. der Gesotzesfreude einer dem andern^znrust: „Sej stark", in zwei Intervallen, die hell und freudig klingen, so möchten auch wir wünschen. daß'Herz nnd Seele stark bleiben, und daß jener Friede über uns kommen von dem wir am Schluffe des Tora-Frcudenfestes. singen und sagen. ' .. — Das 'Ml-N>dreMMtrv ni der voriaeii Nummer der„E.»B..HeU-mi g'M-ent dieIteinen Ziuclienfehler. Der Zeichner, li.uie UaU de? Äiislasnn.u-zeichens ei», Krerrz>brhol)un^->zcichen. gemacht. Die Alliance Israelite Universelle Von Mark Wischnitzer Kürzlich konnte die Alliance Israelite Universelle auf ihr 75jähriges Bestehen zurückblicken. Sic verdankt ihren Namen dem Vorbild der Alliance Evangölique Universelle und leitet ihre Aufgaben her von einem Weltbild, dessen Gestalt sich bereits in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts deutlich zu zeichnen begann. Die Damaskusaffäre, der Fall Mortara in Bologna (1858) sind die ersten Etappen der jüdischen Gcmcinschastsbestrebunaen in Frankreich. Die Problematik des unter die verschiedenen ' Bekenntnisse eingestreuten jü* dischen Glaubens, dem jede inachtpolitische Autorität fehlt, erfordert eigene Wege. Die 1860 gegründete Alliance breitete ein ganzes Schulnetz von Marokko bis Aegypten, von Saloniki bis Kvnstantinopel, von Kleinasicn nach. Syrien, Mesopotamien. Persien aus. Landwirtschaftliche und handwerkliche ' Abteilungen werden den Erziehungsanstalten überall angeschlossen. Im Zuge dieser Arbeit entsteht 1868 in Palästina die landwirtschaftliche Schule in Mikwe- Jsrael. Die Physiognomie dieser Bereinigung, an deren Spitze' Jules Carvallo, Isidor Cahen (Herausgeber der „Arohives Isra61it.es"), No reifst Leven und Adolphe Crömienr standen, läßt sich nur aus der Geschichte ihres Wirkens rekonstruieren.' Wir greifen einzelne Züge heraus, um zu zeigen, wie das religiöse Gewissen der Juden aus Verfolgungen reagierte, die anderen Bekenntnissen galten. Da werden spanische Protestanten verurteilt, Christen im Libanon nnd in Damaskus unterdrückt. Die Juden verstehen die Sorgen einer religiöstn Minderheit, sie können ihr ihr Mitgefühl nicht versagen. Hatte doch Carvollo die „Opinion Nationale" hcrausgegeben, die sich für die Rechte der unterdrückten Völker einsetzte: Crömicnx war Mitarbeiter dieser sie wird einmal zu den abessinischen Juden einen Gesekeslehrer schicken. . . " Inzwischen beginnen die internationalen Konferenzen; in Madrid wird über den Schutz der Europäer in Marokko verhandelt, dre Alljauce legt ein Memorandum vor. daS die Läge der Juden schildert. Netter und Veneziani setzen sich persönlich ein. bei dieser Gelegenheit stellt der spanische Vertreter dm Frage: Warum kehren die Unglücklichen nicht nach Spanien zurück? 1866 .reist Cräinieux nach Rumänien. 1878 wird am Berliner Kongreß die Freiheit aller Bekenntnisse ru Bulgarien, Serbien, Montenegro und Rumänien proklamiert. -1869 wird aus einer Sitzung der Alliance unter Erömicur' Borsitz die Parole der Emigration geprägt. Es handelt sich um die russischen Inden. Nach den Verfolgungen von 1881 werden die ersten Transporte nach den Vereinigten Staaten dirigiert: die Alliance nimmt an der Aktion lebhaften Anteil. r Rumänien. Pole,« Ungarn stipnlieren 1919 die bürgerlichen ilstchte ohne Unterschied der Rasse und dös Bekenntnisses. Hier sind die Entwicklungen im Flusst. die Wanderbewegnng sucht neue Wege. die wirtschaftliche Uinschichtnngshewcgnng setzt ein. in der die Alliance mit ihrem großen Schulnetz ein wichtiger Faktor ist. Von der Ausdehnung der erzieherischen Arbeit der Allianee vor dem Weltkriege sprechen die 1 /«»-Schulen mit 48 000 Schülern nnd die;W Fachschulen mit 1400 Studierenden. Man hat die Jnterterritvrialität der Allianee verdächtigt, ihr weltumspannende, machtpvlitische Absichten unterschoben. Aber, wenn die Altianee glaubte, sich im Namen aller Inden der Welt für jüdisches Recht entsetzen zu müssen und europäische Kultur französischer Prägung vermitteln zu sollen, so lag diese Haltung in deri Unorgainsierthett der Zeitschrift. Tie Kunde erreicht die Alliance Juden anderer Länder gegründet. Nach dem von den nach China verschlagenen -Glaubens- ' deutsch-französischen Krieg von 1870 stellte sich genossen; sie sucht die Verbindung mit ahnen. bei den jüdischen Gemen,wesen im Westen .Das Schicksal der Falaschas bekümmert sie; Europas das Bedürfnis heran«, eigene sozial- Von Sukko und Feststrauss Sie saßett in der Sukko und sprachen den Segensspruch über die Hütte und den Dank für den Wein und die Speist, dieweil die Sterne des Himmels durch das Laub des Daches schimmerten. „Rabbi," fragte einer der Knaben, „was hatte es zu bedeutendaß Ihr den ersten Pflock zu dieser Sukko in die Erde triebt, da der Jom Kippur kaum verklungen war? Welch geheimes Band habt Ihr geknüpft zwischen den Stünden des erhabenen Ernstes und der Festesfreude dieser Sukkaustage?" — „Freuen sollst du dich vor dem Ewigen!" ist der Wahlspruch des Sukkaus, das dem Jom Kippur folgt. Wahrhafte Freude empfinden, wer könnte es. tvenn aufder Seele, noch die Wolken der Sünde lasten? Darum ertönt zuerst die Fanfare des Jom Kippur: „Solachti! Verziehen habe ich!" Und frei kann das Herz dem Sukkaus entgegenschlagen, freudig den ersten Pflock der Sukko errichten, in der wir jetzt die Freude des Festes genießen. „Warum aber ein solches freudiges Feiern nicht am gewohnten Festestisch, sondern in dieser gebrechlichen Hütte, die jeder Sturm umreißen kann?" Erinnerung ist alles am Sukkaus, ' alles - Symbol. „In Zelthüttcn sollt ihr wohnen sieben Tage, damit eure Geschlechter wissen, daß in den Hütten ich die Söhne Israels wohnen ließ, als ich sie führte aus dem Lande Aegypten!" So lautet die Weisung dieses Festes. Ein Menschenalter hindurch mußlerUTne Wandermüden mit gebrechlichen Hütten vorliebnehmen. jedem Sturm preisgcyeben. ehe sie das Land ihrer Sehnsucht erreichten, ehe sie feste Häuser bauen konnten. Hernach aber, als Steinmauern sie umschlossen, ein festes Dach sie vor Unbilden schützte, vergaßen sie vjt genug der Tage, ihrer Mühen, da nichts ihr Schutz war als das Auge ihres himmlischen Vaters. Darum sind gesetzt — Jahr um Jahr •—> die Tage des Sukkaus, von denen es heißt: „In Hütten soll ihr wohnen sieben Tage, damit eure Geschlechter wissen, daß in Hütten ick) die Söhne Israels wohnen ließ, als ich sie führte-aus dem Lande Aegypten." Leicht gefügt ist die Hütte, das Heim der Heimlosigkeit, beweglich und schnell abzubrechen. weil Israels Haus, mag cs noch so fest scheinen, doch stets ein Wanderzelt ist, ein ewiges „Vorläufig", weil Israel wandern muß und immer wandern. Leicht gefügt auch das Dach, aus dünnem Laubgezwerg, allen Unbilden geöffnet, aber offen auch dem Blick hinauf zum Himmel und zu den Sternen, die freundlich schimmern. Stete Mahnung, nicht den Blick abzuwenden von der Höhe, mag Israel auch in niederen Hütten wohnen. Erinerung ist die Sukko, ist Symbol. Darum trägt sie, so gebrechlich sie auch ist. doch herrlichen Schmuck an den Früchten, die der Ernteertrag des Bodens spendet. Sukkaus ist Fest der Lest. Und diesen Sinn offenbart das Wort der Schrift: „Nehmt euch am ersten Tag Frucht vom Prachtbaum, Palmenzweige, Laub von der Mhrthe und Bachweioen! Und freuet euch vor eurem Gotte lieben Tage lang!" Das ist der Feststrauß, dessen Pflanzen nicht bloß Zeugen sind des Erntesegens, den das heilige Land trägt, nicht bloß Anlaß geben zum freudigen Dank an den. Schöpfer und Geber, sondern Symbole sind für Israel selbst, für Israels Menschen, für Israels Gemeinschaft. Vier Pflanzen stehen zusammen, in einem Bunde vereinigt, keiner darf fehlen, mzd nur hf seine religiöse Pflicht er- - füllt, der sie verbunden zur Höhe hebt und so über sie den Segen spricht. Vier Pflanzen! Keine gleicht der andern. Zwei tragen reiche Fruchtzwei sind gesegnet mit herrlichem Tust. Reich an wohlschmeU kenden süßen Früchten ist die hohe Dattelpalme. aber ihr fehlt der erquickende Dust, und sie gilt im Feststrauß nicht mehr als das niedrige Buschwerk der immergrünen Myrthe; wohl strömt diese würzigen Wohlaeruch aus. aber sie trägt keine nahrhafte Frucht zum Genuß. Ein glücklich Teil ist dem Esrog. köstliche Frucht nnd gesättigt mit feinem Duft. Nur die Bachweide steht imscheinsam und bescheiden daneben, sie hat nichts Auszcichnendes aufzuweistn. nicht Farbenpracht, nicht Duft, nicht Frucht.. Was aber tut der Herr, sagen die Weisen, daß nicht eine« vor dem andern beschämt werde? Er spricht:„Nehmet euch am ersten Tage Frucht vom Prachtbaum. Palmgezweig. Laub von der Myrthe und Bachweiden. Schlingt um sie'ein Band, um die Schönduftenden, um die Stolzragendcn. um die Unscheinsamen und Bescheidenen, das; sie zu einem Bunde werden! Und freut euch vor eurem Gotte sieben Tage lang!" -- Feststrauß ist Symbol, sagen die Weisen. Feststrauß ist Israel! Mannigfaltig wie der Feststrauß, reich an Stolzen und Hohen, an Unscheinsamen und Bescheidenen! Dem Esrog gleichen jene, die reiche Weisheit vereinen mit edlem Tun. Neben ihnen stehen die stolzen Wissensmenschen, die hohen Palmen, denen Tun des Herzens fremd geworden ist. und bescheiden gesellen sich dazu die Edlen, deren Wissen zwar gering ist, deren Werke aber ihren Ruhm weithin verkünden, die duftenden Myrthen. Der Bachweide gleichen endlich die Einfachen, Redlichen, die weder hohes Wissen, noch edles Tun aufzuweistn haben. Sie alle sind Glieder des großen Bundes Israel. Wie um den Feststrauß schlingt Gott ein Band um alle so'verschiedenen Kinder seines -Volkes. Tenn Israel kamVnur gerettet werden. wenn es zu einem Bunde wird. Darum heißt es in der Schrift: „Nehmet am ersten Tage Frucht vom Prachtbaum. Palmgezweig. Laub von der Mhrthe und Bachweiden. Und freut euch vor dem Ewigen sieben Tage!"- Dem Midrasch nachereähli ecu Hermann ralktnberg. Salomo und die Königin von Saba Eine zeitgemäase Erinnerung Tie Königin von Saba, hat die Weltgeschichte durch mehrere Türen betreten, von denen einige zu unserem Haust gehören. Unsere Beziehungen zu ihr sind also ein bißchen familiär, wenn es auch nur eine angeheiratete Familiarität ist. Tiehohe Frau hat ihren von nwrgenländischen Kostbarkeiten gewürzten und von den pikantesten antiken Parfümen dnrchdnstcten Besuch bei unserem König Salomo in unseren „Büchern der Könige" wie „der Chronik" abgestattet, sie hat ihm in einem unserer ältesten Targumim Rätsel wie aus einem Märchen ausgegeben, unser,Midraschim haben den bunten Teppich dieses Romans romantisch weitergeknüpft, bis die Geschichte zwischen Königin und König mit dem ehrwürdigen „Sie kriegen sich!" ein happy'end Errötend folgt man ihren Spuren tut , Koran, wo die Affäre mit einer Bogelparade ansängt, bei der Salomo, hier: Tuleiman, den Vogel Hudhud vermißt. das ist , der seltsame Wiedehopf. Aber kaum hat Snleiman. erklärt, er werde den unbotmäßigen Hudhud zerstückeln lassen, so ist der Vögel auch schon zur Stelle und gesteht, er komme ans Saba, einem Land mit einer Königin, die zn Gott, aber auch zur Sonne bete und einen Thron habe, von dessen Pracht ... Kurzum, Suleiman wirft ein Auge auf — den Thron, schickt den Wiedehopf mit einem^Briefchen. das wohl leicht nach Ultimatum düstet, nach Saba. Ihre ^MästMUbst-Königin ruft eine.Kabinettssitzung zusammen, schickt, eine Gesandtschaft nach Jerusalem mit den pompösesten Morgenlandgaben. worauf aber Suleiman nur in die königlich, stolzen Worte der Empörung ausbricht-: „Wollt ihr mich noch reicher machen?" Es bleibt der Königin nach mancherlei Seltsamkeiten nichts übrig, als selbst nach

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