Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 40 (3.10.1935)
- Date
- 1935-10-03
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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z C.-V.-Zeifung Nr. 40 3. Beiblatt DAS NEUE BUCH 3. Oktober 1935 -^ Wassermanns Abschiedstrilogie / v„„ wk. °>>> . Tie drei letzten großen Romane Jacob Wässersertigimg: " Der : . junge- Wahrlieitsiaiiatiker, der -manns, von denen der Dritte jetzt in der >,Iudi- ' - nach Hause, konunt.. hat/ eine Art -Tvbslichtsansall,. , scheu Bnchvcreinignng" vollständig erschienen ist, aks^ er das -erfährt: der Vater bricht zusaiiuneU. - bilden eine Einheit. Ein mächtiges Werk von „Dcrinit endet der Fall 'Manrilins, nicht aber die. c-imäheriid -•Ji.fui) •«ci-tcm - Tie eigentliche Ber- Geschichte -von Etzel Andergast.'- >. eiiiiginig freilich liegt für l»aS Ganze mehr in. ' ' Diese Geschichte gebt im ziveiten Band iveiter. der Ideeals in der . sichtbaren Gestalt. 'Was der „Etzel Andergast" lieißl. Aber zunächst Handlung und Figuren betrifft, so sind die Bände ans -'."st) Seiten eine völlig andere Gestalt und Niir nach Art einerKctte initeinander verbunden: ihre Geschichte einsührt. Dieser erste Teil beißt: bas erste und zweite-Glied greisen wesentlich in- „Die Bor-Welt — Joseph Merlvvcn." (5s in das eiilander über, und noch stärket das zweite in Deutschland vor dem Kriege. in'dein ein Nil!, das dritte. Zwischen dein ersten und dem dritten . beschränkt und duinbf lebender 'Ilrzt, eben jener gibt es kauni Berührungen. , Im inneren Zu- Joseph Kerkoven, durchmerkwürdige Schic-tialsiämmenhaiig aber lassen sich die drei Bände sehr Verkettung aus seiner scheuen Abgeschlossenheit wohl alS die letzte große umsassende Aussprache herausgcrissen und zu einem tiefsinnigen Ate ist er Des Juden Iaevb Wassermann erkennen. der wahren Heilkunst eriveclt wird..'—Im zweiten Ter erste Band war „Der Fall Mau- Teil, der „Tie Mitwelt — Etzel Andcrgast" heißt, titiii-i", der im Jahre 1928 erschien. Der 'tritt dann Etzel Anderga-st wieder ans. Der striiniiialfall. der dem Buch den Titel gibt, ist - Knabe, der so erstaunlich früh den leidenschasleine sehr freie Bariation des Falles Hau. (Man ' liehen Kampf um die Wahrheit begann, iit um, entsinnt sich an den -badischen Rechtsanwalt, der ein unheimlich stärker thpischer Rachkriegsiiiiigim Aii'ang unseres Jahrhunderts auf sehr zwiN- ' Ding geivvrden. Ein rastlos Gchetstcr. der nnend genden Indizieiibeiveis, aber.bei dänernder Bcrlich viel versucht und erfahren, hat. auf der Jagd licherniig seiner Unschuld, als Mörder seiner nach der .Wahrheit und dem •Vu'tl, und der sich .Dchiviegermntter vernrteitt wurdenach 19 Jahren nun für einen eiskalten Zyniker hält. Der an Zuchthaus ivurdc er freigelassen, vertrat weiter nichts mehr'glaubt. In Kerkoven findet er den in verschiedenen Schriften seine. Unschuld, endete Meister, der durch Weisheit nn.ö Güte dem Heben dann aber bald durch Selbstmord.) Es ist eine. wirklich gewaclsten ist. Aber am Ende verrät sehr freie Bariation. denn nicht nur.Der Gegener ihn, als sich zwischen .sterlovens Frau Marie, stand des Verbrechens ist verändert (der Kunst- (>vir hörten im ersten Teil des Buches von der gelehrte Mauritius soll seine Frau erschossen schweren Krise, durch die sie zu Kerkoven kam) habenl — auch die Prvzeßlage ist eine völlig und ihm eine. Leidenschaft von fürchterlicher andere, denn hier gibt es einen .Kronzeugen, auf - Stärke entwickelt. Am Ende dieses Buches (es dessen Eid hin Mauritius allein verurteilt wird. wurde im Februar 19:11 vollendet) scheinen diese Dieser Zeuge Gregor Waremme, der eigentlich drei Vertreter der Mitwelt völlig aus ihrer Bahn Georg Wärschaiier heißt, ist schon eine sehr wichgeschleudert.und mit Vernichtung bedroht, tige Figtir lind weist sehr deutlich auf den inneren Was aus ihnen, was aus der Welt wird, das Bezirk, der jenseits der Kriminalgeschichte. Den soll uns nun der dritte Band verraten. Freilich, eigentlichen Gehalt des Buches bedeutet. Die von Etzel Ändergast hören, wir nur, daß er bei eigentliche Hauptgestalt aber ist der 16jährige seiner Mutter in den stillen Bergen genesen lind Knabe Etzel Andergast. Sohn des Oberstaatsfortgereist ist — nach Rußlands Aber ausführlich anwalts, der vor zwei Jahrzehnten seine glänerhebt sich nun vor uns „I o s e p h K e r k o v e n s zende Karriere begann, als er die - Verurteilung dritte Existenz". - Dieses, ist der Titel des des Mauritius durchsetzte. Etzel kommt auf die dritten Bandes. Dieser große Arzt hat sich aus Spur,, daß an dem Mauritius ein Justizverbrcchen der furchtbaren Krise schließlich zu neuer höchster geschehen sein könnte, und der leidenschaftliche Kraft und Weisheit hindurchgcruiigen. Seine Ichige fährt nach Berlin, um den Waremme auf? . riesige Tätigkeit in Berlin hat er aufgegcben, er zuspüren, und er entreißt diesem dämonischen hat eine medizinische Forschungsreise in Niederalten Zyniker" tatsächlich das Geständnis seines ländisch-Indien" gemacht, läßt sich am Bodcusce Atcincids. Wie er aber mit seiner Beute nach nieder, wo er nun nicht mehr in die Breite, Hause kommt, hat der Herr Oberstaatsanwalt sondern in die Tiefe wirkt. Er leitet ein kleines Durch Die Flucht seines Sohnes inzwischen selbst Sanatorium und an. wenigen'Köllen versucht er Zweifel bekommen, er hat den Mauritius in die letzte Kraft des Hcilens und erringt die letzte seinem Zuchthails nufgesucht und wieder verhört. Tiefe der Erkenntiiis. In bestimmten, wiederum (Es ist ein außerordentlicher Kunstgriff Wassersehr deutlich, von wohlbekannten Wirklichkeiten Manns, daß diese beiden Handlungen nebeneinangeregten Fällen taucht die kranke Mitwelt in ander laufen und mau die gleiche Geschichte immer all' ihrer Verwirrung imd .Verzweiflung noch abwechselnd in entgegengesetzter Betonung von einmal vor ihm auf. Kerkoven aber, der selber Mauritius und Waremme hört.) . Der . Staatsschon den Beginn einer Krankheit in sich weiß, amvalt bewirkt schließlich die Entlassung und Bedie in klar bemessener Frist zum Ende führen gnadigung des Asauritius •— keineswegs eine muß, erkämpft mit der Kraft seiner Seele als Wiederaufnahme seines Prozesses und seine Rechtein Arzt allerhöchsten Ranges Frieden Find -Heilung, iiir all' die zuinnerst Gefährdetem- 'Am Ende wird cm .stind geboren: die Miittcr. stl Kerkovens Sneitochler. -Maries Kind aus erster Ehe.-Aleid. Sie hak das..stliid unter schrecklichen-.' Iliiistande-n empsa'ngeir.- der Vaternt eriuordet - - ■ im .politischen -Aufrulir der Zeit:. .Alrid. haßstHdie Ä-elt, -der ganze .Zhn,smu-> ihrer Geiierätiou, schien, in '.'ilir verkörpert. . 'S le - haßte:, .auch .das -stind. das sie gebären, -sollte, aber ginn ul es da und sterkoven zeigt es ihr und spricht: „Dn iiinßt es alseine Gnade anseheu. Aleid- -- sulilst du. daß es die Gnade ist'"-— „Ja. ieli iiihl s", war die Antivort, „ich fül-N's" - - - - Das ist das letzte Wart des letzten Bandes und ist ganz, eigent lich das Abschiedsioort. Jacob - Wäst'ermanlis, . Eine sehr iveseatlieiie Geiialt in diesem letzten Bande ist der Schriftsteller Aleraudir Herzog, luid es laßt siel, lauui vermeiden. An diese», diinlet - leidenirhaft-lichen. in die Üc'eltseiner 'Arbeit gebaniiteu -und.draußen ilnuier sremdeii Alaiin ei.ii - Selbstporträt Jacob Wasiermäumi zu erleunru. lind die lange, -in die 'I.Hilte des Bucljes geietzle Erhililung ..Gauua oder die 'BZahiiioelt",-die jo brennend und belleiniiuud 'deutlich vor »ns die Geslirlt eines. loeienloseu und -deshalb bis zum Waliiisiuii ruhelvien und zerstörerischen tllleibuieiisclie» ausbaui. tragt >>nverke»nbar Züge von Jacob ilEajserinaiuis erster, uiiglüctliel, eudcudeii Ehe. Aber dieser Schristsleller. der durch sein »Ehebüiiduis nlit Gaiiua der lüahiuvelt ja »ielit »ii'r äußerlich verbünde» ist., findet am Ende bei .K-erkoven -Xulie und Geuesimg: und da Jacob illlasjeriiianu .ja am Ende der 'Manu'ist, der auch diesen Uerkhoven ans 'seinem.'Inneren erichaiici, konnte., so dürfen, ivir glauben, daß siel>. der 'tzro zeß der Genesung,in itun wie in seiiiem Alerauder -Herzog vollzog mir d>,ß die Dinge, die in dem .stimsliverk ivirlsan: iiacheiuaiider augeorduet iour den. sich in der Wirllieljkeit ivolil als ein dauern des A'ebeiieinaiider. als ein - Miteiiianderriiigcn zweier Elemente ziitriigeu. 'kllas aber ist am Ende die uralt, mit der Kerlhoveii sich inid die anderen heil!' 'AZoniit überiviiidet er die „Siheinioelt"' — Eriimer» >oir uik’,' daß in, 1. Buch dieses Gesamtwertes selir bedeiitsam die Gestalt des Gregor 'Ihareiuiiie auitaucht, dr's falschen Zeuge». Er i>ieß, n>ie schon, gesagt, eigentlich Georg 'Illarsihauer imd ivar ei» Jude aus Thoruz er ivar ni, glänzeud begabter Mensel,, den eine rasende -Eitelkeit voraiitrieb. sein Iiidentuiil zu verleugiie». um in der ihriillicl, deutschen lktzelteine viel beiomiderte glinizende stlolle als Schöngeist' -und . fast als 'tzropliet zu' spielen. Aber da sein-'Spiel scheiterte, blieb ilnu nichts als ein eisiger, völlig vereinsamter- ZUmsmns. Älemi jene Gauua. ein im lül-,,i,de alltaglicher. haiisbackeiie.r imd vielleicht desl>>ilb l'esoiid'ers gualvoller Tnpns der' Scheinwelt iit, jener WareiniiieZ!Üarscl,auer >v>ir ihr glaiizeiiduer imd erichülteriidster ii»d slirchtharster Berireter. Sie leben in der. lllle-lt des Scheins, diese '.»,'eus scheu, i» der Welt der Ei.telleit". im tieieu -Doppelsinn dieics Bll'rtes. Es ist der- ,-hnl.iao -'und "das Sihicli.il .dcs 'Men'cheu, der den alten ''Glauben, in, Slich 'gelassen -mid leine» iieneu ge suudeu hat, -- der - ioirllicl, der '.stcaterie ausgelicierl in' ' Die gau;e.wamiigia.h veriweiatc;— .straukhelt der Zeit, die 'A.'-asieriiiaiiu in dieseu drel - givueu Banden -mit io grimmiger 'Anssulirlustkeit: . icluiderl... riiluauiuit . zuletil dieier .Gtaube-uslosigl.il >oaabei uerllioveu. de, große Ar st, sucht und pilent ,indet da»-ist .me neile .Siimgebmig dieter, golllos gewordenen Ir-ell. er imtit.. „b c- .. iv ,, ß t ,, n d v o r , a I! l , >li" d e.n - .'Ist e g ins E io , g e . die g o I l l > m ■' B , n d n »^g'll -7- - Der. gnde Faeob gh'-anerlnami lmt dimannerc; Gemeiincha'n «einer E>l,,,it'ensc:-nn"ie» G iriil; verlasten. aber er'hat ihre Bedenlung und ,l,robindende urast nie veelengnet: und das Gelieim- „iS der Religio», in.das-er als Jude A,iiiei»- geboren - >oar. bat a.»> Endc^dem Dichter in der ,cinci'flii'licn Weltwirrnis stfiner letzten Hebens» 'jähre-äls 'höegiveiser iind-ADc-reNnng anigelenchtct. Eine Grammatik des Essens Ein „u c' ,h b i, >h f ü r d e„ j ü d i s rl, e il H a n s I, a > f erichieii. lieransgegeben vom hndis.heii Frauenbund ° i»> 'ßi,ilo Berlag. Die r'Iii-'-gal'e .V tostet l.sn :>('»!. die»»,- langrenhere Ausgabe H l..stochlnith tiir den indüchen Han-Aialt nnd isroßbetrieb, Dpeiseniolge snr die tüemeiniihast-'liiche. 'lc.itichl.ige inr die Diallwhe. Hlmneiie sar 'tzaiastin.i"i -'.I>> ' Ein besonders inerliinirdiger 'Mann..- D eine Viebliiigsleltüre >i»d grie.his.he oder lateiiiilihe Grammatileii ' um» glaubt e-s iiicht. wie stxah». leiid Nnd begli'nlt er in ilnie» l'Iällerl. obwol,l die Zeit. , da er ins Gmimasimn gingZ lang vorüber ist - und »ochbüiher. D.hnllell il,r den Kopsk Run, >oas isl ein 0co.hbn.li anderes als eine sinn» i'vlle Graiiiniatil' de-'- Esiens, lind >oer lönnle sie . bester. inürdigeii als einer, der die Vogil . der . ,-'>eiteniolge in> Vateinisclieii als eine besonders gnadenbolle -Uonstriiltioii. die ans deii, 'Bollen j.höpit, eiiipiindet. Ans. dem Bollen -s.hopsl ein Koihbiich. die .stoinbinationen der i9eri.hte sind die Iliiendliehleit selbst, und da il,re -Selionheit der tüiile gleichgesetzt ist - ioie „gut" sihineckt Schalet .. d.irs man es rnliig ibagen. .ans den Grenzsall I,inzmoeisen. ii>o ästlietische 'Böerte in elbische übergehen. Die Onalitai. die 2cl,,»a>k» .'Hastigkeit, - die Betöstinilicl>leil ist da-- Ziel eines - üo.hbnihes. Und in diesem Hiinie ibird e-> zik . einem völlig ernst zu »el>me'iideu .Uimsstnuh. das heisst z» einer Anleilung: wie man eine U»„>l. galliiiig .iiisiil'ei, soll. Matnrli.I, wird!>ier wie Inst allen andern schi'iirn und gnleii .Uiiiisten »iit inw' 'Anleitnng nnd ihrem - Stiidim» allein »dst> nnht der -Uiinstter erzogen: das. >ogs denioahreu At iin fl (er .liiszenhnet. das II ne, lernbare, das A'i- >,ebdrene. kurz, da--- tseistale. das »i,in in dev .Ulnhe reclst sihliiht Fiiigersvitzengesnlil nennt. imd das dic^linabioagbare 'Menge der „stbiese Salz^ bestimmt, das also bleibt, da - .'einig. Gel,eii»iiis^ volle, auch liier in der .Uochkiinst. . Die stoelstnnst ist wohl'eine der ällesten Künste, ioenn »kill gar die alleste. lind wen» -wir. jetzt die jüdische stociiliinsl hesonders feiern Und dies mit dem, .jndiichen Reiil.il,r--lage zmani'niensällt, so löniieic ivi.r nii 1 Fn.i und Recht' behaupten, daß Predigten an das Judentum von heute Kurz vor diesen Tugen der großen jüdischen Reden erscheint iin Ioachim-Goldstein- Berlag, Berlin, der erste Band einer Schriftenreihe, der voin Heransgeber Willy Leven das Wort Franz,Rosenstveigs als Motto mitgegeben wird: Nichts preisgeben, nichts sterlengnen,. aber alles znm Jüdischen zurücksrihren. Bon der Peripherie inS Zentrum zurück, vom "Außen ins Innen." Ter Plan ist nicht kleinlich, und die tapfere Lffenherzigkeit, mit der er in Angriff genommen wird, imponiert. Tie jüdische Oeffcntlichkeit hat nunmehr zu lange ihre jüdische ErneuerungSmöglichkeit diskutiert, um.noch lveiterhin den ' Beweis der Erneuerungsfähigkeit schuldig zu bleiben. 'So muß zunächst und grundsätzlich jeder Versuch begrüßt werden, der die löbliche 'Absicht der konkreten Bat .zuznführen. sich bemüht. lTiese „Brüder der Erneuerung" sollen den jüdischen Nienschen zum jüdischen Menschen' sprechen lassen, auf daß die Leser „sich ans dem Kampf der Zeit rettend, von den Bekenntnissen jüdischer Schöpfer, jüdischer Tenker freier, znkunstsgläubigcr in ihren Arbeitstag zurückkehren". Als erster, noch vor dem Dichter, erhalt der Rabbiner das Wort. weil, wie Leven meint, der Jude im Relioiösen immer am crneuernilgsbedürstigstcn gewesen und der Rabbiner daher ,,zu upsercm eigeiltlichen Sprecher geworden" sei. Watz den ersten Grund anlangt, so scheint daS Versäumnisurteil gerechtfertigt.. Tie religi'st'e Sitiiakimi des deutschen IudenkumS scheint uns heute wie je einer Ueberprüsung wert, und auch die Frage verdient geklärt zii werden, wieweit trotz der angcsagten Erneuerung und trotz gefüllter Svnagogen echtes Empfinden und. wieweit bloße Empiindlichkeit den jüdischen Menschen von heute in die Andacht seiner Festtage treibt. Immerhin, i der Ansatzpuntt leuchtet ein, und nirgendwo aitders als gerade iin Religiösen ist auch R'vsenzweigS jüdische Tvtalitätsfordcruug bedenkenlos zu bejahen. Im übrigen sollte gerade zu Beginn einer nicht unwesentlichen Schriftenreihe wie der vom (Koldstein-Berlag geplanten ans die Bedenklichkeit des heizte so vielfach Prvl'lanüerten „'Aurjudcntums". hingewiesen. Es will . unS so scheiiien, als ob die „Rückkehr ins'Judentum" oft nicht viel mehr als eine wahllose Abkehr voii allein Ntchtjudentum ist. ein negatives Resfeittiment. weit eher ans d.en getrübten Onellen des beleidigten Gefühls als ans den klaren -der schöpferischen Einsicht stammend? Ter Rabbiner hat das Wort. Ist er der Sprecher der Zeit? Das Buch selbst gibt die Antwort: Nicht jeder und nicht nlir er. Nicht jeder. Tie „Predigten an daS Inden-. tiun von heute" sind nicht sämtlich von heute. Seltsaineriveise' hat das nicht unbedingt mit der Aktualität der Themetislellnng ztl tun. Unsere heutige Problematik spricht fast ans jeder Frage, mag es sich um ..Gemeinschaftssinn", um „Palästina", um die „Berloreneu" und „Verstoßenen"^ um -die'„Würde". um tue „jüdische Schule", um „deutsch-jüdische Eristenz", um „die Frage deS Kindes", um „das „Opfer", um „jüdischen Geist", um „Glaube" handeln. . Aber auch die Frage des Alters scheint nicht immer die Zeitnähe der Predigt zu bestimmen. Ter junge Rabbiner ist in Ton und'Thema oft weltentrückter als der ältere Amtsgenofse. Tas äußerliche Pathos ersetzt hier oft die innere Kraft. Gewiß,'« wo Schlveigen bedeutungsvoller ist als Reden, ist das Predigen eine undankbare Sache. Schon um deswillen scheint nnS die Fraae berechtigt, nicht ob bcr Rabbitier, wohl aber ob der. Previgoc bei. Spcochoi. biofer Zeit ist. Wohl alich: aber nur? Ist denn die Rot unserer Zeit nur eine religiöse? Trotzdem, trotz mancher postillenhasten Redseligkeit, trotz des lveiten 'liaumes „zwischen. den Zeilen", erfüllt das Buch seinen Zweck. Es und Worte darinnen, ivie besonders in der wunderschönen Rvschhaschanapredigtstl'.'-E. von ','llcrander A l t m a n u iBerlinl, wie in der Ingendansprache von -Ho-ilir. L e m l e lFriiulslirt a. 'stl.l. ivie in dem großen Trost., den Ignaz AM an bäum lFranklurt a. O.) am Sabbat tlllliera und st, i e g e r i Stliitgart> am PenachfeN verheißk. die einen auch'dciiin nicht' loslasieu. iveiui man das Buch längst aus der Hand gelegt hat. Ergreifend in ihrer beton len Schlicht -. heit die . Gedächtnisrede W ,i r f cl> a n e r s (Berli.nl tür Liebermann, Aber amh ist fast allen anderen stcedeu von Adolf 'Allnistiiu lTrier'l. E a r l b a cl> «Allona), E s cl> e l -- b a ch e r (Tüsieldorfl, G o l d m a'u n lLeipzig-i. - - Holzer (Wvrmsj. Horv.ivitz lFrauliiirl.' a.'.sti..'. 'R o be l «Berlin>. -K o f-c n t h a 1 (Köln), Sä n g e r (Berlin), S :v a r s e n s kh >Berlin)', selbst dort, ivo die Einseitigkeit-der 'stceiiiuiig die Allgeineingültigl'e.il des Trostes verdrängen ivill. spürt inan das tiefernste Be - mühen, den Fragen iin.ierer Zeit eine echte Ailtw'ort zu geben, nicht iit vberslächliclier' Bergelksstvotl-Tröstlichleit sondern, in jener tiefen Gläubigkeit, die auch der ',>(ot unserer . Zcit. zu begegnen weiß., kraft der .lieber-.- - zestgstllg. - ___ H. K-’iin. Dr. Paul Goldmann Dr. Bnnl Gold,na,in ist nur. 2-Z. Sevtenibi-r, nacti scl>>vcrem Heidc.i. im 71. Hcöensjntzcc c>al?ii>- czeichieden, in W i e n , das die geistige -Heimat des gcbvreneii Bre-stancrs geivorden war. Rach leniei: P'eiinoiiiecni'g ivar Paul Goldinanii ans Beclin nach Wien überstedeit. iir die Heimat' der Gattni. mit der er in glüstlichster Ehe gelebt, nnd an die Stätte^- der er feine Wbensarbcit geividmel halte. Rach .einer längeren jonriialistischen Wirkstn»- ' teil in Paris t,at llanl Göl'dmann in^ertin vre: Iatzrzehnle als .störreivoiident der „'Renen Freien Preise" in derpol'ili'cheil und namentlicli in der lilcrari'eheii Z'oelt stel, <üellinig.nnd Aiisetze» oer 'ichai't. Für die engen' potiliichen wie knltnrellen Bezielniiigeii;io,'cl>en Deutschland und Oesterreich hat er ei'rig imd verdieimlich in - dem sützrenden Wicncr Weltblatle geioirkt. Sein Pilichleiier inid iei» sattgeinlil >oar der allgeineinen mie volitnc>>eii Berichleistaltnng geioidniel. init aller Vielte aber begleitete er da- Iilerarnstje wie Das lnnnleriiche H,-ben in der denliil,eii .>>eiclislianptiiadl'. ' Eriiiunternd. iordernd. ivo er Aniät'.o zu eineiil.Aiiist.ieg pi iiiiden göinlste. teini'eeanieiiknvll 'und leiöenstl>»sllich o»t in, Mniuiui' gegen ganze Richliingen, die.ihm verderblich und gegen Ein pster'cheinn'ngen. die ’ >!>>» nlier>'st>al!t erschienen, Ct)!»'. den Wert bar tlieatergeichuhllichen llnnnäl stlng pi verkeniien, di'n die „neiie R»h> liing" iin Fahre - n>it der „Freien Billine" einleiteie. l)nt Dr. Goldniann doch gegen lieberlri'ibiiiigen der natnrai iilischen Est>isode an <te!iinit>st nnd die Einseiligleit I>esel)Det. die.einige -Heroen der ,lenen Aera zu -Alleinl>errsihe-rn -erhob. Feine Flndien zur E-,,Ii0iclln-ng' »nseee- Bühneiilet'ens im allgeineine» ln i e )e, ne sorgsam abioägcnden. "fei» .gegliederten'' strilib'n der eiii-' zeliie» dranicitisilien rsiheiiiiiiigen lv'geii ge> '»imiiielt in .vier Banden vor: „Die neue Rnl>- tiing", „Ans de», drainatischeu Frccpirlen". „'Bviii R'nclgang der dentnhen,:stiil,ne". „V-Ieratenstiiste „nd Ansstatliing-regie". Sie find inr die steiiii'tins von drei .i,il>rzel,i>teii dent,ct,er. Bühi»'»- gestl)icl,le von Daneriidein 'stöerl. Rm,ist)e-' l,esliga und nwhl ai'ich übertreibende r'bort pir stritik der 'Aera ^stälim und ihrer Helden ist «stoldina,,,, bst niid zinoeflen wohl lTtdjt mit Unrecht verübelt worden, an die stanterleit' ie,ne'r tB'siniuuig l,at stlh nie ein Zivcisel gewagt. Er iiunv j„. (vV, innernng bleiben als ein /umi-imlnt von El,ai'aller. von icorbildlicher FeitigkeU' nnd Trene der Gesiiiiin'ng. z. ij. Wie der Vorsitzende der Abteilung der 'Ri'iv- A'nrker Universität int itnnitgeithiclite. Brvsenur hstller 'stö. S. Euch belanntailst. be'inden rhh unter 0,'» liebeil srchviwDen enrih-cnsihen .nianftnanen schasst er», die von der Rem Porter Ilniver- ''tat p, Bort ragen über stiinstgeichichte verpsstih-!et wurden, vier.jüdische -iüelel,rle ans Deutschland.- und pvar 'stiUr-ller F r i e d l a ii d e r ans Freibiirg. Tr. starl Hev Heinrich llehniann- H -i r t l e l> e n ans Rinnster,. Dr. E-rivin ll a n o s i k » ans'.Hamburg und Dr. Fulin-- S. ege l d ans Berlin.