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Central-Verein-Zeitung · 1935-06-20 · 25 (20.6.1935) · page 17

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
25 (20.6.1935)
Date
1935-06-20
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Die Zerstreuung der Juden über die Erde XIII. Griechenland Nachdruck verboten'. Ter Anteil der Juden an der Bevölkerung des heutigen Griechenland beträgt etwa 1,5 Prozent. Die entscheidende Erhöhung der Zahl der Juden - ist. wie bereitsim vorigen.Abschnitt erwähnt', eingetreten, als d e r s ü d l ich e.T e i l M a z e d onien's mit Saloniki zuGriechenland kam, Vor .zwei' Generationen- 1870, weist' die amtliche griechische Statistik aus dem damaligen . Staatsgebiet eine Zahl von 2600 Juden auf. d. h. .0,2 Prozent der Gesamtbevölkerung. Bis zur Jahrhundertwende stieg^diese Zahl auf etwa 6OO0, aber selbst diese wenigen tausend Familien lebten weit verstreut über das insel- und gebirgsreiche Land, wofür als. Beweis dient, daß von den 26 Departements, in die das damalige Königreich Griechenland verwaltungsmäßig aufgegliedert war. 20 nach der amtlichen Statistik jüdische Einwohner aufmiesen. Die rund 100 000 Juden, die nach der neuen politischen Grenzziehung auf dem Gebiete der heutigen griechischen Republik leben, befinden , sich in einer Umwelt,, die zu mehr als 90 Prozent griechisch-orthodoxen Glaubens ist. Die Zahl der Katholiken und Protestanten zusammen ist in Griechenland niedriger als die Zahl der Juden, die Zahl der Mohammedaner dagegen ist etwa um die Hälfte höher als die Zahl der jüdischen Einwohner. Eine Besonderheit des jüdischen Bevölkerungssektors ist die Tatsache eines Männerüberschusses. der nur noch bei der mohammedanischen Minderheit festzustellen ist, während die übrigen Konfessionen einen Frauenüberschuß aufzuweisen haben. Nach ihrer Herkunft sind die griechischen Juden überwiegend S e p h a r d i m.. Nach dem neuesten Volkszählungsergebnis von 1928 haben 90 Prozent der jüdischen Bevölkerung den spaniolischen Dialekt, als Muttersprache angegeben. Erst die jüngere Generation, und ziffernmäßig sogar die weibliche Jugend stärker als die männliche, übernimmt allmählich die Landessprache. Eine intere s s a n t.e Einzelh ei t aus der griechischen Sprachenstatistik der Gegenwart ist die Tatsache, daß.auch eine Anzahl von Juden als ihre Muttersprache das Mazedonische und das Albanische angegeben haben, also Sprachen nur ziffernmäßig und gebietlich sehr begrenzter Volksteile, innerhalb deren diese Juden jahrhundertelang gelebt haben müssen, wenn sie mit der Sprache so eng verwachsen sind, wie dies in ihrer eigenen Angabe als ihrer Muttersprache zum Ausdruck . kommt. » i - Mehr uls zwei Drittel.der Juden de-- hcutigen.Griechenland leben seit einer unübersehbaren -Zahl von- Generationen :n S a l o n i k i. . da-;- ohne Zweifel überhaupt 'zu den ä l t e st e n i ü -- d i s ch e n S t c d In n g e n E u r o p a s ..gehört- . Noch nicht allzu lange ist e-> her. da. war diese Stadt zu etwa 65 Prozent von Juden bewohpt./ Etwa 7O 0O0 -unter den 120 000 Einwohnern- . waren zu Anfang' des zwanzigsten Jahrhunderts in Saloniki jüdischen Glaubens. So weitgehend war das Gesamtleben damals beeinslußt. daß der Samstag öffentlicher Ruhetag der Stadt war; zur. Bedeutung dieser Tatsache' für das Wirtschaftsleben sei hinzugefügt, daß an diesem Ruhetage auch der' Lebensnerv der Stadt, der Hafenbetrieb, vollständig ruhte. Zur Illustration des früher überwiegend jüdischen Charakters der Stadt Saloniki dient die von Carlebach in seinem Buch „Erotische Juden" angeführte Tatsache, daß bei Kriegsende erwogen wurde, Saloniki zu einer eigenen Freistadt etwa dergestalt wie Danzig zu machen, ein Projekt, das im Zuge der Der- Handlungen alsdann fallengelassen wurde. .Mit der Aenderung der politischen Verhältnisse, ins- - besondere mit der Rückwanderungswelle, die. infolge veränderter Grenzziehungen etwa im' letzten Jahrzehnt 'sich vollzog, ist der nichtjüdische Bevölkerungsanteil Solonikis sehr stark angewachsen. Heute hat Saloniki mehr als -eine Viertelmillion Einwohner, . aber der jüdische B e v ö l k e . rung'san tei l t ft auf unter 3 0 Prozent abgesunken, Charakteristisch ist für die Juden dieser bunten Stadt Südcuxopas, daß seine Juden in allen Volksschichten u.nh in allen B e r u f e n v e r t r e t -e n' sind, vom Hafenarbeiter dis zum Handelsherrn, vom Gepäckträger bis zum Großindustriellen, verdienen die Juden Salonikis ihr Brot. Ihr sephar« disches S e l b st b e w n ß t s e i n ist. sehr ausgeprägt, auch gegenüber ihren a sch ke na tischen Glaubensgenossen. Ihre festverbundene religiöse Haltung dokumentiert sich in der stattlichen Zahl von 30 Synagogen. Der größte Teil der jüdischen Kinder wird in den 10 jüdischen Schulen Salonikis unterrichtet. Außerhalb Salonikis ut der jüdische Bevolke - rüngssektor Griechenlands relativ gering. In der größten Stadt des Landes, in der Hauptstadt 2l th e n, hat die Zahl der Inden niemals einen größeren Umfang erreicht. - Noch vor. 60 bis 7" - Jahren lebten in dem alten europäischen Kulturzentrum kaum 100 Juden, ob ihre Zahl früher erheblich größer war. besonders in -Altgriechen, land. ist nicht bekannt. Heute leben dort etwa 2000 Juden innerhalb -einer Bevölkerung von knapp einer halben Million Menschen. Bon größeren. jüdischen Gemeinden Griechenlands, in I denen die Zähl der Juden zwischen je 1000 und 3000 sich bewegt, ist Ianiua L a r i s s a , C a «■ v a l l az S e r es zu nennen... Ans der J n s e h Korfu wird die Zahl' -der Juden mit- . -35OO beziffert.'"Auf der Mehrzahl der größeren griechischen Inseln leben Juden, so auf' C-h i o s iind .Mh 111 e n e im Aegeischen Meer leben ausweislich der griechischen "Statistik heute noch Juden, aus der größten Insel Griechenlands, aus Kreta, wird die Zahl der Juden mit etwa 600 angegeben. - In den letzten Jahren hat trotz politischer Gleichberechtigung die wirtschaftliche Situation der . Juden Griechenlands eine Erschiverump erfahren. die zu erhöhter Auswanderung geführt hat. Für das Ausmaß dieser Auswanderung ist es. ausschlußreich, daß im letzten Jahr-' zehnt etwa 3000 - Juden aus Griechenland nach Palästina gegangen sind. Dr. E. R—z. .!>-' Die nicht jüdischen Nichtarier in Deutschland In einem Bortrag über ..Rassenpflege in, völkischen Staat" in der Hochschule für Politik hat M int st e r i a l r a t T r. E o n t i auch An- . gaben, über die Zahl der Nichtarier in. Deutschländ gemacht. 'Er' kam. ohne daß die uns vorliegende Pressenotiz Näheres darüber sagt, wie diese Zahl zustandegekommen ist. für die Gegenwart zu einer Zahl von insgesamt 1.5 Millionen Juden und nichtjüdischen Nichtariern gegenüber einer' Zahl von 2.5 Millionen, die. er für das Jahr 1912 ansetzt, Tie Gliederung der für die Gegcmvart geschätzten 1.5 Millionen Nichtarier wird dergestalt angegeben, daß Tr. «-onti 5o<> nun Juden, 300 000 Bolljuden nichtjüdischen Glaubens und 75O6OO jüdische Mischlinge schätzte Wir hätten in Nr. 20 der „C.-D.-Zeitung" dom 16. Mai 1935 (1. Beiblatt) auS der Feder jüdischen Stalisrik eine xiügchende - Abhandlung über die Größenordnung der nichtjsid!scl',cn Nich! . . avier in Tcni'chland gebracht. Ter.Antor unseres r'lnfiatzes kam zu dem 'Ergebnis, daß in, -der. G'.egcnwa!! außer rund -15N OM Inden südihhen Glanlx'ns weilerel>n ONO Polljnden nn-d 2h.n>cm 1»disci,e. Btisclilinge in Tenn'ckiland leben. -Ter ,'A.re,s! d e n t j d] e 'B e ö b a ch t e r" -(llölns. i" beben Nummer vom 9. N'ovember 1934 sich W.a l t.e r E w a-l d mit dem Problem der Mischlinae befaßt hatte, kam zu der Gesamtschätznng von ungesalir 4OOOOO P,'ßchlinge^.-'wobeil>er- - vorgehoben .wird, daß in dieser.-'Ziffer- .bereits.- l :die ungünstigsten Zählungen derncksrchtigt seien. „ Esc iit dimkbär . daß Tr.- Conti eine andere - Abgrenzung des Begrufs „Nichlarier" vorgenom- . men hat. als der Berfa her unseres Aussatzes vom 165 Mai 1935, Tieier batte seine M'griffbest immiing der Ariergesetzgebung entsprechend (Bernfsbeamtengeseh niivJ vvrgcnommen. während Tr.- Eönti möglicherweise — rtnvt entspreäft'nd den ne ne sie ns erfolgten, weitergehenden Abgren: zmigen im Berlagsivesei, »och .'weiter zurück-, gegangen ist und nicht nur die Treiviertel-. Einhalb- und Einviertel-Jndeu einlx'zögen hat. sondern möglicherweise, auch die Einachl'eliind Einzehntel-Jnden. d. h. also -Meniclien. die zu siedeii '.'IchtelUnd füiiizehn Secl,zehntel . niehl.iüdisel,es Blnt in ihren Adern. haRm. hrruis Ounxre An, 25. Juni dieses Jahres fährt/es-sich znm 25. Male.. da Louis Omigre die Leitung der Geschästsführnng der Jewish Eolouization Association "tJGAl üliermihni. Ein schnvres Iind vernntwortlnigsvoUes Werk wurde in die Hände dieses Btannes gelegt, -der in den Jahren seiner segensreichen Tätigkeit Tausenden von jüdischen -Men--' Kilo, durch zielbewußte und väterliche Betreiinng - Eristenz und Hcinistätte schuf. Erst in diesen Tage» kehrte er von einer Inspektionsreise ans den Siedlnligsgebieteii Argentiniens und Brasiliens, z,»rück, die er besuchte, um Siedlniigsmöglichkcite» für deutsciie Juden zu schassen. Btvge e-s dein Manne Siuigre vergönnt sei», »och viele Jahre seines Lebens in der so altbewälirten Tatkraft, für bedrängte Juden tätig zu sein und möge er rms noch - lange erhalten bleiben als einer der Führer jüdischer Sozialarbeit. . * Friedrich Borchardf. KAUFHÄUSER UND .EINZEfcHANDEL M. ßEmuz^ Lachmanski He' iburg22- Gegr. 1897 Hamburg, Eilamioubzücke 9 AMLES OAS FOHRENDE KAUF- HAUS IN El LB EC Kl Wend«b*k«r Chautn* 134/156 BotslüllEhanuee, id» EiptoMiweg ( Hamborg ) Königsbergs.) Spezialgeschäft für Leinen Wäsche-Ausstattungen 75 Jahre bürgen fürGöieu.Preiswurdigkelt iG Konstanz J jr-y « S eit 1 892 & um o n Herder-Straß* / Haber er \ Schuhe \ Marken: Bleroedes,Hasslasana ( Leolischiitz S. Guttfreund Haus- und Küchengeräte en gros en detail ( Herne J Gebr. Rindskopf Das Haus der grossen Auswahl ERICH NEBEL Grösste Auswahl in Kurz-, Weissu. Wollwaren S. 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