Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 25 (20.6.1935)
- Date
- 1935-06-20
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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edizin un J NafurwiMenscliajien G.-V.« Zeitung / 3. Beiblatt Nr. 25 Geburtenziffer und Sterblichkeit im modernen Judentum Seit 1904als das erste Brich A. R ll p p ins über statistische Fragen im Judentum erschien, haben sich die Grundlagen der behandelten Themen entschieden gewandelt. Was aber gleichgeblieben ist, das ist das Bedürfnis stach einer e x a k t e n z a h l e n m ä ß i gen 1l n t e r l a g c aller jüdischen Probleme. Nach wie vor sind hier große Lücken vorhanden. Sie kommen jedem zum Bewußtsein, der sich mit bevvlkerüngshhgi.enischelr Fragen des Judentums beschäftigt. Daß mau hier aber wenigstens von Lücken sprechen kann, und daß nicht vielmehr der exakte Boden unter den Füßen nahezu vollständige mangelt, das ist zum großen Teil ein Verdienst von Ruppin, der in unermüdlicher Tätigkeit jene greifbaren Unterlagen erst mitgeschaffen hat. Wahrheitsgemäße Schlüsse lassen sich erst ziehen, wenn ein zuverlässiges Grundmaterial vorhanden, ist. Wie" jedes Buch Ruppins, so bedeutet auch sein jüngst erschienenes:• „The Jews in', the Modern World“ (London, Macmillan and Co. Ltd., 454 S.), eine dauernde Bereicherung unseres tatsächlichen Wissens. Man erkennt das schon aus .jenen Abschnitten, die die wichtigen bevölkerungshygienischen Fragen betreffen. Es war bis vor kurzem eine allgemeine Anschauung, haß die Geburtenz if f er der Juden hoch sei, höher als die anderer Bevölkerungen. In der Tat ist die rasche.'Vermehrung . der Juden in Altertum und Mittelalter nicht anders zü erklären;, denn die Verluste durch hohe Sterblichkeit, durch Verfolgungen usw., warön in jenen Zeiten sehr groß. In der, Neuzeit nahm die Sterbeziffer der Juden zunächst stärker ab als die Geburtenziffer; infogedessen war etwa bis zum Krieg eine starke Zunahme der jüdischen Gesamtbevölkernng sestzustellen. Dann setzte eine rückläufige Bewegung im Wachstum ein, es verlangsamte sich.' Ende 1933 betrug die Gesamtzahl der Juden auf der Erde, rund.16 Millionen, gegenüber 214 Millionen um 1800 und 1014 Millionen um 1900. Die Geburtenziffer bei den Juden sank in Preußen von 35,5 auf Tausend im Jahr 1822 auf 9.1 auf Tausend 'im Jahr 1929. Selbst in den östlichen Ländern ist starke Abnahme der Geburten festzustellen. Tie Verhältnisse bei. den Juden gehen hier jeweils denen der übrigen Bevölkerungsteile in der gleichen Gegend voraus. Die folgende Tabelle Ruppins gibt einen Ueberblick über Geburtenzifser, Sterblichkeit und natürliches Wachstum bei den Juden der Erde, berechnet jeweils'auf. 1000 dex jüdischen Bevölkerung. in den letzten 300 Jahren. Zcitperiode Geburten- Sterblich- Ratiirl. . Ziffer keil Wachst. ans 1000 mir 1000 auf 1000 . 1650—1750 15 . 40 5 1750—1800. ' 40 30 10 *1800—1850 ' 40 25 15 1850—1000 ■ . 35 .20 15 1001—1005 33 15 IS. 1006—1010 32 15 17. 1011 — 1014 30 . 14 16 1021—1025 '• 24 13 11 1026—1030 21 12 0 1032 - 18 10 6 Sterbeziffer Erst allmählich folgten die umgebenden christlichen usw.' Bevölkernngsteile der starkenAbnahme der Sterblichkeit bei den Inden. Ein gewisser Mindestpunkt kann hier nicht unterschritten werden; er ist bei den Inden znm Teil bereits erreicht. Zum Teil nimmt die Sterbeziffer wieder bereits etwas zu, — weit eben 'die über kritische Jahre hinweggeretteten älteren Jahrgänge allmählich beginnen, dem Tode den natürlichen und unaufhaltbaren Tribut zu zollen. Besonders interessant sind heute Zahlen aus P ä lei st i n a. Ter Unterschied in der Sterbeziffer zwischen jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerungsteilen ist fast überall zugunsten der Juden verschoben. In Palästina ist er sehr' hoch: die Sterbeziffer der Juden betrug dort 9,7 auf Tausend im Jahre >031 gegenüber 21,8 auf Tausend bei nichtjüdischen Bevölkerung-steilen. Einen großen Teil der Sterblichkeit macht die Todesziffer im ersten Lebensjahr aus.' Sie betrug in Palästina 1031 bei Juden 8,2 vom Hundert gegen 18,3 bei Nichtjuden. Zum Vergleich: Kindersterblichkeit.- in Bayern 1027 bei Juden 4 v. H., bei Nichtjuden 13,5 v. H.; in New-shork 1932 bei Jutzen 4,2 v. H., bei Nichtjuden 5,7 v. H. Die geringere Kindersterblichkeit hängt zum' Teil mit der niedrigeren Geburtenzifser der Juden zusammen. Je kleiner die Kinderziffer ist, um so größere Sorge kann dem einzelnen Kind zugewandt werden. Eine etwa größere Lebensfähigkeit'der jüdischen Kinder an sich besteht nicht. Für die niedrigere Sterblichkeitszifser der Juden allgemein gibt Ruppin eine Reihe von Ursachen an. Hierher gehört bessere wirtschaftliche Lage und die Konzentration in Städten, uw ärztliche Hilfe leichter zu haben ist. Tie jüdische Bevölkerung zieht den Arzt frühzeitig zu Rate. In Lodz, wo.diechiidische/Bevolse.ruiig 34.5 v. H. der Gefännbevolkornng ausmadit. stellten sie 1,9-8 . rund' 59 v. H. der arztlidien Klientel: Znm Teil sind ,n manchen gerahrliclreu Bruien. sizw Bergbau, ivenig Inden vorhanden. Tie ^nden hatten dadurch aber nur den Vorteil, daß die Abnahme der Sterblich'keit bei ihnen srnher - einsetzte. Tie Ziffern beginnen sich deutlich' dem Ausgleich zu nähern.' Interessant und bedculuiigsvoll ist die Frage. Todesursachen für die Inden besonders in Betracht kommen. In östlichen Städten Europas war die jüdische Sterbfichleil klei ner als. die nichtjndische bei Infektionskrankheiten, Verdanungskrankheiteu. angeborener Lebensschwäche. Krankheiten bei Geburt^, iuid Wochenbett. Bei den Krankheiten der Btt. mnngsvrgane ist-kein wesentlicher Untersdried-sest. zustetlen. Höher sind die Todeszisseru bei Inden bei Herz- und Gefäsikrankheite», N'ierenleide», Blasenleiden ulid Zuckerkraiikheit ' lDiabetes). Tieie letztere Erhöhung bei Diabetes ist auch in Neiv-chork festzustellen. Höher sind in New-Pork bei Juden and, Todesfälle an Herzleiden; bedeutend niedriger Todesfälle au Tuberkulose. Sdilagansall, Woihenbet 'rankheiten und .Geschlechts- ' krankheiten. Bei Krebs ist nahezil kein Unterschied vorhanden. Diabetes scheint uiir bei den wohlhabenden-" Kreisen der Inden häufiger zu sein als bei Nid>tjnden. Er ist also, keine ..NasseneiMntüinlid,keit I sondern hängt mit der sozialen Lage zusammen. Selbstmord ist bei den Inden in Mittet- und Westeuropa vicl'häufiger. bei den Inden in Sstenropa und ebenso in tzteiv-Bork (mit seinem großen Stamm an osteuropäische» Indent erheblich niedriger als bei .Nichtjiideu. Namentlich kaiifmünnisdi'e und akademische Berufe sind von der Selbstmord,Ziffer betrossen. Geburtenüberschuss besteht nach den neuesten Zahlen Ruppins-bei den Juden in folgenden Ländern, bziv. Städten: Polen, -Slowakei, Karpathv-Rnßland. Sowjet- Rußland, Bulgarien ,- Litauen, Lettland, Rumänien. Palästina (am größten, mit 23 ans ^--Tausend), .Tunis, Lodz. Dagegen »verwiegen die Todesfälle in Preußen, Ungarn, Böhmen, Schle» sien, Italien. Budapest,-Berlin, Wien. Mit einem jährlichen Wachstum von 8 auf Tausend steht die Gesamtheit des Judentums h a l b w e g s zwisd,en de» Nationen von Ntittel- und Westeuropa (Wadjsttim 1—7 auf Taufend) und von Osteuropa 1207— 23 ans Tausend). In jedem einzeliien Lande ist. das Wadistwst der ,)>lde» ge- . ringer als das der Nichtjuden. Es koni>teiL"hier nur einige Hinweise ans das .Umfassende Zahlenmaterial in Ruppins nenem Bud) gegeben werden, üi dem auch praktisdje Be-; Donnerstag, den 20. Juni i935 völkerimgshngibne dnvch Liinveis ans Eiigenik, -. Allgemeinlmgieiie >md Sport getrieben wird. Das Buch nt eingeleitet, durch einen bemerkenswerteit Anrintz von L -B. Na m , e i iBridgnorth). Tarin N'ird auch der alte'ten Inschrift Erwahliniig getan, die den indNchen A'amen erwähnt: es ,si das ant dem Denlinal' eines agyptisil,en Pharao, der - sieli rühm!, das Volk "Israel.-"gänzlich ausgetilglundleinen Ileberlebendeii verschont zu haben. And, die hier besprochene» Zahlenangaben . loeisen darnns hin. daß die Feststellung jenes Pl,a rav, nicht zut ressend -war . .. . |)r. W. Scliweishoimer Aerztlidie Standeshilfe Bei der R e i cli s v e r tr e t n n g der d e n t * s cl, e n Ja, de k, besteht ein besonderes Tezer« n a t . das die -H i Iss m mf; n n i, in e n t n r die j ü d i sch e n A e r z t e I e i t e t . sieh darüber hiisans aber amh mit de» Fragen der Zahn« a r z 1 e. der T i e r..ä r z t e und der A p o l Ij e f e c bejehailigl. Ans diese 26eiie ist eine ersrenlidre iuid niltzbringende Zentralisierung der Hiljsarbeit siir sämllnhe He7lberii,e. die nnler eini,eitlicher Leitiin'g sieht, erreicht Nmrdeii. An dem bei der -'Oieichsvertretiing beste!,enden Aer-zte A nsschnsr sind alle großen jüdisdien Organisationen, durch Enlsendnng von illl-rtreler» beteiligt. Es wurde auf Grund sreiivilliger Spenden der Aerzte, die noch-dazu in der Lage ivaren, ein ä r z t l i d, e r H i l s s s o ri d s gebildel. Dieser Hilfsfonds ist innerhalb der Sammluiige'n des Zentral-An.s- 'sllnisses für Hilfe und Anfba.il als eigener Bestand-- teil organisiert und' hat ein besonderes, ans Aerzte» begehendes-.llnralorinm. das seine Berioendling mit »herivadg, Ter Fonds dient zur ergänzenden -Fürsorge-'für Aerzte besonders da. >vo die' allgemeinen jüdischen Fonds iiiiht mehr zuständig sind. Er soll den von der Gcsctzgebllng der letzten Jahre betrosfenen jüdisct,en Aerzteu, soiveit iiotiveiidig, Hilfe leisten bei der Umschid)^ - tung. bei der Bvrbereitiijig zu.r Ansivandernng oder bei der - Erlialtnng der Eriflenz in Teutsd)- la»d. Tie Unterstützung gesd,ieht auch'hier gruud- . sätzlid, nur in der Form .der'Darlehen, dod) sind die Bedingungen im einzelnen nicht so sbreng. wie bei den jüdischen Darlehenskassen. Bon den zup Ermöglid)ung einec^ Niederlassung in den letzten Jahren gegebenen Darlehen wurdeu von den be^ güiistigteu Aerzteu mehr,'ad, schon Rückzahlungen geleistet. Bei der Behaudluiig der Ausivaude« riiiigsfrageii für jüdiiähe Aerzte loiliiteil die Berbilidungen. die die Gesellschaft für Gesundheits« C.-V.-Leser trinken nur den Kaffee, Tee, Kakao der Camajo Kaffee GroOrdsterei Bremen Vertreter werden noch eingo,teilt Juden in der Wiener Medizin Kürzlid) feierten bieösterreid)isd)e Regierung und die Wiener Aerzte das 150jährige Jubiläum - des Wiener Allgemeinen Krankenhauses, des größten Krankenhauses der Welt. An ihm haben - viele jüdische Aerzte' gewirkt. Der letzte jüdische Sekundärarzt fdjeibet demnächst aus. Der bekannte Forsdzer auf dem Gebiete der Geschichte der Medizin, Dozent Dri I. Fischer, stellte der Jüdischen TelegrapheN-Agentur anläßlich des. Jubiläums des Krankenhauses Ausführungen über den Anteil der jüdisd)en Aerzte an der Entwicklung der Wiener Medizin zur Verfügung, denen wir Nackistehendes entnehmen. . Durch das Toleranzpatent Kaiser Josefs Ik. wurde-im Jahre 1782, alsc! zwei Jahre vor der Eröffnung des Wiener Allgemeinen Krankenhauses, den Juden das medizinische -Studium aud) in Oesterreid) zugänglid) gemad)t. Die erste Promotion fand im Mai 1789 statt.; In den ersten 20 Jahren nach Erlaß des Toleranzpatentes waren -es nur .14 jüdische Aerzte, die an der Wiener Utnversität zur Promotion kamen. Die Besd)ränkungen, denen der Aufenthalt der Juden in. .Wien unterworfen war, machen es verständlich, daß sid) die Zahl der jüdischen Studenten , nur nach und nach vergrößerte und' sich erst nach dem Jahre 1848, als. diese Beschränkungen aufgehoben wurden. stark vermehrte. Schon vor 1848 war es ihnen zwar möglich, zu Sekundärarztstellen vorznrücken, aber noch das- Dekret der niederösterreichischen Landesregierung vom 30. Oktober 1847 schärfte es neuerlid) ein, daß jüdisdze Aerzte „nur bei entschiedenem Borzug vor christlichen Aerzteu" zu Sekundarärzten ernannt werden dürfen. Als Konvertiten war ihnen der Aufstieg.wesdntlid) leichter gemacht: so sehen wir z. B.. daß bereits 1828 Elias Löbisch Sie Ectaubnis erhielt, Vorlesungen über Frauen- und Kinderkrankheiten zu -halten, und Andreas Jeitteles. der Enkel des berühmten Prager Arztes Jonas Jeitteles. zum Professor der Anatomie ernannt wurde. Ter erste Primararzt ursprünglich. jüdiid)en Glaubens im Wiener Allgemeinen Krankenhaus wurde 1868 Leopold' (später Ritter von) Dittel, der sd)on als Assistent Tuwreid)ers sich wisseusd)aftlid) hochverdient gcmnchr und. sich später durch den Ausbau der Urologie, , besonders als Steinopcrateur, Weltruf erworben hatte.' Der 1869 zum Primararzt der neucrrid)tetcn Abteilung für Geschledsiskrankheiten er'nannre Hermann (vo'n) Zeißl, ein Sdjüler Hebras, war dem Glauben seiner Väter treu geblieben. Eduard Läng, der sich insbesondere der operativen- Behandlung des Lupus ividmete, und Salomon Ehrmann, der auf dem Gebiet der dcrmatvlogischeu - Histologitz Hervorragendes leistete, wurden erst in den adztzigerbziv. ueuuzigec Jahren Primarärzte des Allgemeinen Kraukenhauses. Die Zahl der jüdisd)en 3Nediziustudeuteu, die nach 1848 aus der ganzen österreid)isd)-ungar.isd)en Mvnärd)ie nad) Wien, dem Ptekka der Heilkunde, pilgerteu, wuchs immer mehr und mehr an. und sie waren cs auch, die dann, im weiten Reid,e oder im Auslande sid) niederlassend, den Ruhm der Wiener medizinisd)eu Sdzule verbreiten halfen und auch durch Zuweisung ihrer schweren und insbesondere operativen Fälle aus allen Krvnländern in das Wiener Allgemciue .siratlkcnhaus dazu; britrugen, das Kraukenmaterial dieser Anstalt zu einer.imposanten Fülle zu gestalten. Jüdische Acrzte ivaren au dem weiteren Aus- ' bau und Ausbau der modernen Hcillunde t» Wien tätig: niandze ircilid) ivandten ihrer Karriere zuliebe dem Judentum den Rtiden. Aus der großen Zahl seien hier der Anatom Emil Znckerkandl, der Enrbryolvge Samuel' Sd)enk,.der Phpsiolvgen Ernst Fleisd)l> v. Ntarrow . und Alois Kreidl, der erste Vertreter der crperimentellen Pathologie Salomon Stricker und der medizinische Chemiker Julius Mautner als Vertreter der theoretisd)en Fadzer genannt. Heinrich v. Bamberger, Samuel Baich. Moritz Heitler, Leopold Oier, Ntarimi.lian >slernberg und Hermann Schlesinger erwarben sid) auf dem Gebiet der internen Ntediziu ruhmvolle Namen. Tie Wiener Chirurgie verdankt den Billroth-Sd)ülern Anton Wölsler und-Robert Gerkuny. die Urologie Josef Grünselö und Otto Znckerkandl. die Heilgymna.stik Anton Bum mächtige Förderung. Um die Wiener äteurolögie machten sich Moritz Benedikt, Acoritz Rosenthal.'der vielversprechende, aber früh verstorbene Nathan Weiß, Josef Adolf Hirschl, Emil Redlich und Alfred Fudzs verdient. —, Der erste Bliener jüdisd)e Dozent der Gynäkologie tvar -Markus Funk, dem Wilhelm Schlesinger,.Julius Neumann. Fritz Hitsdimann, Arthur Fogcs und Edmund Herrmann folgten,' während die operative. Gynäkologie besonders von -llarl August Herzfeld und Ernst Ttzertheiiu. der einer alten Wiener jiibifrfjcn .Familie entstammte, horeichert wurde. — Gustav Ttzertheim. Moritz Kaposi. Isidor Neilmann. Heinrich Anspitz, Heiurid) - Paschkis, Ptarirnilian o.- Zeitz. Siegsriev Grosz schufen, grundlegende Arbeiten zur Dermatologie und Syphitidologie. Der beste Wiener Kliniker der Kinderlranlheiten war Lndlvtg Wilhelm-Mautner: um dieses Fad, haben sid) dann Leopold. Politzer, LaMsiis Fürty. Ignatz Eisenschitz. Mar Kajjvwitz, Pan-l llioicr. Leopold lUcoll und Karl Lciner verdient gemacht. Tie moderne Otvlvgie ruht ans deir Arbeiten von Adam Politzer und Josef OTruber. -chenen Albert Bing, tstuftav Aleränder. Beniaiiiin - Gvuipcr; und Ferdiioind Z'llt.als ivürdige Schüler zur Seite traten.. Tie Ttziener Laryngotogie weist die. Namen eines Karl Störd nnv Johann Sd,nitzler iBater -.Arthur Schnitzlers >. ju der spätere:! i>5enerntion die von -Leopold Rethi, Willielm Rvih und Jot,a»n Fein ans. Hervorragende Vertreter der Angenheillnnde waren Lndivig Manthner' und Isidor Schnabel'. ' ferner Jakob Hock und Leopold .llviiigstei'n. Als Lehrer der Zahnheilkunde »virkten Philipp Steinberger, Btichael und Julius Scheff. iveld, letzterer der erste Vorstand des. Universitäts-Fnstitnts . für Zahnheilkunde wurde. Tie Balneologie verdanlt Josef Seegen, die Hydrotherapie Wilhelm Winteriritz ihre ivinc-iii'diastlid,e Grundlegung. Der erste Lehrer der Gei'd)idjte der Medizin war der Konvertit Franz -Otvineo Seligmann, der sdzvn I8.33 mit Vorlesungen aus diesem Fach betraut wurde. Tie Wiener medizinisd)e Journalistik verdankt - ihren Ausbau ebenfalls Inden: die- „Wiener medizinii'die Wvd,ensd,rist" tWittelshöser, Adler), die ..Lesterreid)isd)e Zeitschrift für praktische Heilkunde?' lWinternitz und Goldsdimied), die-..'Medizinischen Jahrbücher" (S. 'Stricker), die ./Wiener Allgemeine mcdizinisdie Zeitung" (Kraus. Pichler), die „Wiener medizinische Preise"- (Marlbreiter. Johann. Schnitzler. Bumi. die „Wiener inedizinisdien Blätter" (Wilhelm Ld,lesinger). und die „Internationale klinische Rundsd)an" (Arthur Schnitzler, Bela Weiß/ Kunn). In der vorangegangenen Liste ersd)einen nur die Namen bereits Verstorbener, die mit Ausliahme Gersiiliys und der letzlgenaniileil Zeitschristenredaftcnre zngleill, .auch- Rtitglieder der Bstener medizinischen - Falntlät ivaren. Hierbei sott aber keineswegs, verkannt werden, daß sieh auch eine'-Uteihe von Niihtafadeiniferi'i um die praktische un-d >visse»sdiastliil,e Medizin Verdienste erwarben, von denen z. V. siarl nilrr liebt »och heute iii N.ew-chvrk,-, Salomon- Fede»iii»d. E„,jl Pins genannt seien. llel>erans groß wäre, die Liste der noch heute inirlendeii jüdische» Aerzte oder Aerzte jüdischer 2ll>slaiiii»n»g. die iiih interiiationalen Rufes erjrenen und die - meoiziliische- Fur'sklin.ng-reichlich befruchteten..- llller denkt hier iii äst in erster Linie an Siginlind Freud, an den Ijochnerdienten l^iistav <8iirtne>'. '»» Einst Pick, Markus Hajel. Leopold Freud. Heinrich Neninann. Bela Tchick, Jakob Erdhei», 11. a. Zwei der drei Nobe.l:Preisträi,er Astener Allltliininnng, tztvbert Aarany und siarl' Landsleiner sind gleidjfalls- Wiener Inden. Es. ist ivirll.ich eine., stolze Reihe von Name», so schloß Dr. Fisiher seine- Austuhrinige», ans die die Astener jüdiidiei,' Aerzte Iziniveiseu -kvniien, wenn von den Leiiliingen der Ttziener . - ined-izinnche'n -Schule gesprollien wird. Bsir hosseu. daß lrotz der Iliigiinll der- Beiten die - Betähigiutg der Judcil zum pralti''ri,e,i' ärztlichen Berns lind zur »lediziniicheii Forschung auch fernerhin der Bstener Medizin und der Aiiener 'iiie0izinisd)eil Schute zum'Nutzen gereiche» möge. Wissensdiaftlidhe Nadiriditen Bei der Eröffnung der neuen <5e!iändii - MirJfi!r*srvx IIor-|)itjiln in London, die vorige Wväie in -Anwesenbeit des Dille v) ^1»^ st-itt'ond wurde >-itzsta-lt-iitgegebz,'u-.' daß der BVizesträndent des Hospitals. Mr. E. 20. Ni e i, e r st e'i 1, . 50 000 chinnd für den Ausbau der neuen rahiv-therapeiitisdie,, Abteilnng des -llriin'tenliniises beigesteuert hat. Meyerstein hat im Laust', der letzten eineinhalb Jahre insgesamt 250 <>>>>> Pstind snr das MirlrJl«isr-x IIospital gesti'let. An eine Reihe angestheiier jüdiscljer Aerzte in .Wien ist aus Jerusalem die Aüssvrderuiig zur'