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Central-Verein-Zeitung · 1935-06-04 · 23 (4.6.1935) · page 12

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
23 (4.6.1935)
Date
1935-06-04
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Die Zerstreuung der Juden über die Erde XII. Bulgarien (:>!achdruck. verboten.) Tir r.ti hihi. ./Miivn -i';ilqm-u'iK' lebe» [jeuti* in einer llmmrit ihm; nbrv- U'ciiiunten Menschen,. che ,511 im-iiv ii!•> >■". ' U nvo 111, t> er- „chrisliich-ortIm - .tuuTii Avtrclu' Ch'ö r.rieiitaUirlK'n -liitu-j" ain-jdjoren. ‘.'itvt'ii dicicr gcichlviiciicn, nbern'nltiflenben reliciii'ieit yjii'livlu'it bofmnenfievt firlj der. orientaliirljev. C'-niiriiliiii be-j i-'unbe^,-in einer :,Salll non etwa Töiniuo 'jltoliiumnebnncrn:: alle .^iiinnuneii leben in einer. Vltinuibliave der Gleichivcrtigkt'it„ hie. einer ber~ 2laaliinl)rer Biilggricns im ^ahve l.;>yr* fle«.Te.miber_-■ einer '.Hborbmimv' des deutraU-Uom siitnvIlling-ber v\iiben Bulgariens mit den -Prärien ^lirniunieiiraiite: „üritr'vlelieii: hier, wie .Briiber,. ivenn wir auch verschiedenen -tlchligin^u angehoren" .(sricherer Mlnistcrprastdßi§s General Sie Bollszähliing bei iVilm'C' -11120 zeigt znniiiilst beit hohen bmib ber Seßhaftigkeit ber lebenden jüdischen Generation in Bulgarien. - Bon den Titnb 40 r>nu. gilben, die die" Statistik in diesem ,V\al)ve sestgestelit hat. siiid über 41000. also etwa 00 Prozent, in Bulgarien geboren, die restliehen r-uud hooo staniinen , in der Neberzähl aus der Türkei_Buijiänien, Südslaivien und Griecheiitaub, also aus' den benachbarten. Bälkänländern. Tie Wiege von lhoo Juden jedoch hat in über -">o der verichiedeiisten europäischen tmb außereuropäischen Vdiibct gestanden. Tiefe lichteren insbesondere, bilden die Hauptzahl der ,ptwa. :jOOO V' it)i aasiin, die liehei^ ben mehr als b'iOOO ^e» sardiin die bulgarische JudenHeit bilden. . In dieser AicHtuug gibt die Kombination des religiäsen Merkmalsmit dein der M u t t e r s p r a ch c besonders interessante tmb wegen ihrer Seltenheit bedeutsame Aufschlüsse.': 'Jinclj den (Ergebnissen dieser Feststellung Haben von den 46.5Ö0 Juden Bulgariens 41 500 das Jüdische als ihre Muttersprache angegeben, aber unter diesem „Jüdischen" nt nicht etwa Hebräisch oder das Jiddiiche zu verstehen. sondern das ,S p a ui olis ch c . bas diese Inden seit der Vertreibung ihrer Boreltern aus Spanien erhalten haben. Ein Teil der mo'berne» reu Jugend, insbesondere die schon seit dem vorigen .Jahrhundert, ansässigen aschkenasischen Juden haben als Mutterspracliv das,' Bulgarische über- : nommeii. -Es. ist - nicht uninteressant daßHsast öoo Juden. Bulgariens, .1020 Z)as Deutsches als Biuttersprache angegeben haben; Tie Zahl Mer Inden mit russischer und polnischer'Muttersprache -li^gt iintcr 260, ist also außerordentlich niedrig.^ - Tie bulgarischen Juden haben sich ein -gut Teil der in ihnen wohnenden physischen Volks-- krait erhalten, die aus Urzeiten in ihnen wie in anderen Menftheugruppen schlummert. Wie, die Bulgaren haben auch die bulgarischen Juden eine ,z a h l r c i eh e,. ge s u n d e Na ch ko ni m e n « s et) aft, für deren Ausmaß die ausgezeichnete bulgarische Statistik exakte Größenordnungen feststellt. In der Borkriegszeit betrug der jährliche Geburtenüberschuß noch fast 700 Köpfe, in der ersten Nachkriegszeit bewegt er sich bei etwa O00 und int Durchschnitt dep-cketztcn Jahre bei etwa 5OO. Im Verhältnis zkir nmstjüdischen/ Umwelt bleibt der jüdische Fruchtbarkeitskoesfizientallerdings zurürkT'der Rückgang chcr Fruchtbarkeitskurve ist jedoch bei allen bulgarischen Botksschichten zu beobachten, worin sich der allgemeine Ginfluß Westeuropas ans den Balkan in bevölkerungspolitischer Hinsicht ausdrückt.— Dieser.Einfluß ist auf die Juden deshalb ein besonders starker, weil sie fast ausschließlich in . städtischen Bezirken leben, deren neuzeitliches Milieu die Fruchtbarkeitskurve in besonderer Weisei beeinflußt, lieber 43 000 Juden Bulgar iens, also west mehr als 90 Prozent, lebten in Städten über 10 066 Einwohnern, etwa. 2000 in kleineren Städten und nur ‘ 1300 auf dem 'Lande. Die Landeshauptstadt Sofia-, eine Stadt von über 20O 000 Einwohnern, Hat einen jüdischen Bevölkerungssektvr von - etwa io Prozent: etwa 21 000 Juden leben in der Residenzstadt. Die Häsen am Schwarzen Meere, Wa r na und Bur gas, haben .größere jüdische Gemeinden, : -die erstere fast IdOO Kopse, die' zweite säst iuoo> in R u st sch u k, hart an der rumänischen Grenze, leben über 310.0' Juden, im südlichen Bulgarien 'leben im Departement P-hilippopet mit der gleichnamigen Hauptstadt säst 7000' Juden, -mir ein einziges Departement rveist keine 'jüdischen ' Einwohner auf. Eine Besonderheit, für die. er keine Gründe anzugeben vermag, muß der. Sta- - tistiker noch seststeUen: in der Stadt. T i r u v v o ,■ der Stadt miteiner alten j ndischen" Geschichte, . derer im vorigen Abschnitt Erwähnung'- getan war, leben ausweislich der amtlichen bulgarischen Statistik hente keine Juden ipehr, auch nicht eine einzige jüdische Familie. Diese Tatsache erhält ihre besondere Rote noch dadurch, daß Tirnovv d i e-e in zige unter d eit 26 S t ä d t e n B^ulgarienS mit mehr als IO OOO Einwohnern ist, . in der es keine Juden gibt. Leider läßt sich statistisch nichts über die Be- _ rufsgliederung der bulgarischen Juden ermitteln. Ta sie jedoch in. so hohem Maße in Städten angesiedelt sind, ist zu vermuten, daß insbesondere die. städtischen Berufe: Handel, Handwerk und —Industrie, prozentual relativ, stark besetzt sein werden. In den öffentlichen Aemtern ist die Zahl der bulgarischen Inden seit den hetzten Jahrzehnten außerordentlich gering. Ein Teil der sefardischen Familien schickt ihre Kinder in jüdische S ch u I c n,‘ bereit Zahl jedoch nicht allzu hoch ist. In 22 jüdischen Volksschulen werden etwa 2800 jüdische Schüler Mterrichtet, in 5 jüdischen Proghimiasien etwa 400, Diese Zahlen beweisen, daß der überwiegende Teil der jüdischen Jugend die städtischen und staatiuyen Schulen besucht. Die gemeinsame Erziehung der bulgarischen Jugend aller Religionsschichten behindert die Erhaltung religiöser und. sprachlicher Besonderheiten des jüdischen Bvlksteiles jedoch in ‘ keiner Weise. - Dr. E. R—z. Jüdische Kämpfer für Ungarns Freiheit Soebenist die ungarische Uebersetzung des, Kossuth-Buchs von Lttu Zarek erschienen, das in. . . Fachkreisen als., epochemachend bezeichnet wird. Atinisterpräsident Gbinbös hat 'Otto Zarek kürzlich empfangen und von ihm ein Eremplar der ungarischen - lieber setzung dieses Werls entgegeugenomuuen. In dem Wich finden, sich, folgende Aussührungen über die jüdischen Kämpfer bei dem ungarischen Freikjeitskamps: „General Klapka bekennt: Ein Zwölftel un- - sere.s Korps bestand aus Inden. In allen Bataillonen standen jüdische Freiwilligenscharen.. . Sie fochten tapfer und mit Auszeichnung. Biele -von ihnen fielen auf den Schlachtfeldern, eine große Anzahl avancierte zu Offizieren, wie chlguäz Eisenstädter, Leva, Tr. Notfekd u. a. m. Biele von den jüdischen Offizieren wurden für ihre bewiesene Tapferkeit auf dem Schlachtfelde mit 'dem militärischen Berdienstorden ausgezeichnet, so Häuptmann Araulsi. der bei Eibakhaza seinen Koininaudanten. Graf Lei- . tningen, 'durch einen kühnen Angriff aus der Kriegsgefangenschaft befreite, Hazäi, Just, der als Generalstabshanptinann in Kvmorn sich auszeichnete, Schlesinger von der Komorner Gar-' nison und Leo Holländer, Chefintendant in Komorn. Diese Tapferkeit erkannte das ganze Heer, also das im Felde stehende Volk, an. Als jetzt im Aufträge Kossnths Szemere das Gesetz über die Gleichberechtigung der Juden einbrachte, war die Annahme des Gesetzes eine Selbstverständlichkeitgeworden." Bäder, Hotels und Sanatorien Sanatorium Grunewald vorm. Frau Helene Meyer Hagenstrasse 39-47 / Telefon: H9 Schmargendorf 7751 Verpflegung: wie anerkannt. KrmSßigti Streng Ullnlscli iirztllclie Versorgung der Kranken. . Modernste elektro-hydrotherapeutischc „Heilmethoden. Neue Apparaturen.-. 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