Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 53 (31.12.1936)
- Date
- 1936-12-31
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1 mJL Ferienkinder — im Winter Ich weiß, für das Thema Ferienkinder ist jetzt eigentlich keine Saison. So etwas hätte man im Sommer schreiben müssen, wenn die Schulen ihre Pforteü schließen, wenn Koffer, gepackt werden und besorgte Mütter aufgeregt umherflattern, »veil sie absolut nicht wissen, wo sie d»e Sandeimer hingetan haben, dieses wichtige Requisit einer Kinder- - Aber — es gibt auch im Winter Ferienkinder. Glückliche Geschöpfe, die. den Nöten des Schullebens aufwunderbare Weise entrönnen, es sich'' wohl fein lassendürfen in schöner Freiheit und Ungebundenheit. Kinder, die mitten iin Wjnter - ihren Kaffer packen dürfen und ..verreisen'. Und weil es erholungsbedürftige Kinder sind oder gar ■ : kranke, deshalb führt die Reife nach Wyk oder nach Elmen oder nach irgendeinem der anderen Orte, wo jüdische Institutionen Kindererholungshcime " unterhalten. - Auch in der Nähe von Berlin befindet sich ein solches Heim. Salman Schocken, der jetzt in Palästina lebt, ' und dessen schönes Haus^draußen in Zehlendorf leer steht, hat einen Teil dieses Hauses als Kindererholungsheim eingerichtet und den Wohlfahrtsämtern der Jüdischen Gemeinde in Berlin zur Verfügung gestellt. Zwölf Kinder leben hier, unter Obhut einer Kindergärtnerin, in sröhlicheri Gemeinschaft. Die Kinder, die alle nur erholungsbedürftig sind und nicht krank, oder die aus einer Hauslichen Umgebung entfernt worden sind, »veil sie dort sozial oder pädagogisch gefährdet sind, »verden hier tüchtig zur Mitarbeit herangezogen. Küchendienst, Schuhputzdienst, Waschdienst — all das ist ordnungsgemäß verteilt und wird mit Feuereifer ausgeführt. - . . Der Aufnahme ins 'Heim geht, nach dem Antrag heim Wohlfahrtsamteine Vorstellung in der ..Kinderhilfe" voran und eine'gründliche ärztliche Untersuchung. Ist all dies erledigt und das entscheidende. glücklich machende?.Ja" gesprochen. . kann zur Reise gerüstet werden, Jedes Kind muß — da nicht im Hause gewaschen »vird — genügend Wäsche für die Tauer seines Aufenthaltes mitbringen, aber da die Kinder oft a»»s armen und ärmsten Familien.komrnen. fehlt es manchmal am Nötigsten. Und deshalb geschieht, oft schon in der ersten Woche. daS. was die meisten als Wunder anseheü. Sin riesiges Paket komrnt an. und in diese»»» Paket ist sür jeden etwas. Wäsche. TrainingSanzügc. Schuhe und Strümpfe. U»»d all das liegt mm nicht etwa knnterbund durcheinander und »vird au's Geratc- »vohl verteilt, sondern für jeden ist' ein Srtrapaket gen»acht. auf den» deutlich sein Name steht und das nun bei leibe fei»» anderer bekommen darf. Sin Wunder? Vielleicht eines an Güte und Fürsorge, aber ein höchst natürlickier Vorgang. Denn schon an» ersten Tage, »venn die.s?abseligke»ten der Kinder a»»sgepackt si»»d »n»d fcstgestcllt »vird. »vaS den» einzelnen fehlt, dann geht.ein großer Wuizschzettel an das Haupthaus der Fir,na Schocken ab. genau detailliert, und wenn das Mädä)en Lilo, sieben Jahre alt »n»d «»lsicrordentlich - schinächtig. eii» Jumperchen bekommt, das-ihm genau., aber auch ganz genau paßt, so ist das eben kein W»»i»der. sondern nur eine gute u„d präzise aiisgeführte Bestellung. Schocken unterhält das Hein», lind sorgt leiblich undseelisch für die achtn»al zwölf Kinder, die jährlich in seinem Hause-»vvhnen. Die Jüdische Gemeinde, die durch ihre Wohlfahrtsämter die Auswahl.'der Kinder trisst. zahlt die.Hälft» der Angestelltcngehälter. d'. h.. die Kindergärt« nerig eine Wirtsck>»stcrin und eine HaushalthilfL Berschiedene Logen aus dem Reich teilen uns mit. daß eine Reihe wertvoller lvissenschastllcher Zeit» Hliviftcn bei ihnen leihweise zur Lrrsügnng sichen. Wir tuttei, bieieti.ii»ei» vogeiimitglirdrr. die JntcrcNe dasnr haben. sich ic,oeils bei ihren Logen nach den tfiiuellieilei» »u r »fündigen. Der Verein ,ur Förderung rit»»elle, Speisehäuser e. V.. H a in tm v i». gibt soeben sein neues Hell her» .ans. bas ein genaue- Ver»eichnis der rit»elle„ eprtschäuser »in Jn-und Ausland u. ä. enthält. Voranreixen 3. Januar. 2« Uhr: Jüdisches Wohlfahrt«- und Jugend- .mit. Be.Nrfsslelle III Norden. zng,ms>en der jüdischen . Winterhilfe. Orchesterkonzert. Orchester de« gitdischen NiilNirt'Mide.«. Siegfried llria« und Nita Atlasz (Gesa»a». Mose» 0»o«lseldt und Rabbiner Dr. Manfred , Swarsensln filnspracheii). Snnagoge Nnkestrafse 53. 5. Januar. 2« Uhr: gitdische »iinstlerhilfe. Nonzert. Hau« Weil, -Zasanenstrabr 5. Frankfurt a. M: 4. Januar. 21» Uhr: Einmaliges Gastsviel Shen„o Wiinnvrr mit seinen Sängern NI» Vereinshau». VOTELS UND SANATORIEN Sanatorium Grunewald °7 HEIM DR. FRITZ M. 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