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Central-Verein-Zeitung · 1936-12-31 · 53 (31.12.1936) · page 5

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
53 (31.12.1936)
Date
1936-12-31
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 53 * 1. Beiblatt 31: Dezember 1936 Die Sondersituation der jüdischen Jugendbewegung / Von Dr. Bruno Sommerfeld In den nächsten Tagen gibt' der Reichs- .'.attsschiiß jüdischer Jugendverbände. einen ausfiihrlichen. Arbeitsbericht unte.r dem Leit- . ' wort: „Gemeinschaftsarbeit, der jüdischen ' Jugend" heraus. ' Wir veröffentlichenun folgenden ans',ngsiveise die darin ctithaltenen . Tarkeanngen von Tr. Bruno Sominerfeld. die einen Querschnitt durch die Haupt- Probleme der jüdischen Jugendbewegung ’ geben -sollen. Ter Verfasser schildert zunächst die Entwicklungetendenzcn der jüdischen Iugcnd- . bewegüng vor dem Jahre 193d und fährt fort: Die Beziehung zur Umwelt erfuhr durch den Umbruch des Jahres" 1933 einen tiefen Einschnitt. Tie Ausgliederting der Juden ans dem öffentlichen und gesellschaftlichen Leben Tcntschlands nimmt der jüdischen Jugendbewegung einen Großteil ihrer bisher natürlichen' Erziehungsgrundlagen. Hier fall nicht sv sehr die Nede von der Verkürzung der „klassischen" Erziehungsmittel der Jugendbewegung: Fuhrt und Heim durch die besonderen' Tätigkeitsbestinunungen für die jüdischen Iugendbünde sein, als von dem viel tiefer greifenden Absonderungsprozeß mtf fast allen Lebensgebieten. Das organische Einwachsen des jüdischen Jugcudlicheu un-; ferer Zeit in den Lebenskreis, der Umwelt ist heute nicht möglich. Andererseits kann der jüdische Jugendliche heute noch nicht in eine in^sich selbst staatlich, wirtschaftlich oder kulturell geordnete jüdische Gemei-nschaft hineinwachsen. Das. Fehlen der festen Ordnung kennzeichnet die ,gegenwärtige 2 v n der - s i tu a t i v n der jüdischen Jugend, ans der sich die größten Entwicklung-:'- und Erzsehungsschwierigkeiten für den jungen Menschen ergeben. Es äst aber-„für jeden Heranwachsenden wichtig. von festen Wertordnungen umgeben zu sein,, wenn seine eigene Person zu einem festen sittlichen Wertgehalt ge- " längen soll" (Sprnuger). Tie den Inden in Deutschland umgebenden Wertordungen versehen ihn mit einer Bewertung, die mit ihren ' geistigen und gesellschaftlichen Auswirkungen die Gefahr in sich birgt, das lebensnotwendige .Wertbewußtscin ches jungen Juden zu erschüttern.. Die Folge ist mitunter das Aufkommen von Minderwertigkeitsgefühlen jüdischer. Jugendlichen.. Dieses den Inden immer wieder überkonunende Grnndgefühl trägt nach beit Gesetzen der Psychologie den Keim zu seiner Ueberrvindung durch ein Ueberrvertigkeitsgefühl in sich. Strebertum. Geltungsdrang. Protzerei übergroße Schüchternheit und Unterwürfigkeit bis zur Kriecherei sind die krankhaften Blüten der aus dem Gleichgewicht gebrachten Seelenlage. Es ist ein nicht .hoch genug, zu veranschlagendes Verdienst der jüdischen Jugendbewegung, daß sie es vermocht hat, den innaen jüdischen Menschen' den geistigen und seelischen H<rlt zu gebet,, der allein eine harmonischere Lebensführung verbürgt. Es ist wie ein Wunder/ daß in der Zeit des Zusammenbruchs der herkömmlichen tltzerte, in einer Zeit der.Gebrochenheitdie : jüdische Jugend aller Lager mit ungebrochenem Lebenswillen ihre Zukunft gestaltet. Mit'der seelischen Neaktion geht eine geistige Hand in Hand. Die Erfahrungen in der Außenwelt beschleunigen und vertiefen in den jüdischen Jugendlichen eine Pückwendung auf sich selbst. Da cr-aber nicht als ein beliebiges . Einzelwesen isoliert wird, sondern ferne persönliche Erfahrung das Gruppenschicksal der Juden ist. vollziehtsich mit der seelischen Jnnenwendung zugleich eine A'ückkehr zum Judentum. Die Sondersilnation stellte selbst den „Jridei, am Aande" unbarmherzig vor die jüdische Wirklichkeit, -mit der er sich.auseinandersetzen.mußte, wenn er seit, Judenschicksal begreifen urrd meistern wollte. Bian hat diese Äückkehr zrun Judentum'mit dem anspruchsvollen Namen^ „9leitaissance des Judentums" bezeichnet. Die jüdische Jugendbewegung weiß aber liur zri gut. daß der geistig-seelische Ausgleichsprvzeß in dieser Situation nicht so organisch vorgenvinmen werden, kvnltte, daß uicht an allen Ecken und EndenAttisse . spürbar wären. Der. Berlnst vieler msher gegeberrer Bildungselemeute mußte bei vielen Jugendlichen durch eine stärkere Bewußtmachung der jüdischen Komponente ersetzt werden. Die in den Jugendbünden scherzhaft als „Judentümelei" be- . zeichnete Ueberbeschäftigung mit jüdischen Bildnngsilnd 'Erlebltisitthalten, die oft krankhafte JnbeziehtlngsetztlNg allgemeiner Kulturgüter mit den, Judentum ist Psychologisch a,ls der beschriebenen Sondersituativu erklärlich. Tie Gefahr einer Intellektualisierung. Dogmatisiernng lind Politisierung jüdischer Inhalte tat sich auf. Jutellektualisierung: der Heranwachsende Jtlde läuft Gefahr. sich sein Judentum mehr mit den Mitteln des Verstandes als ans vitalen Kräften des Menschen zu erarbeiten. Und selbst wenn die jüdischen Kinder heilte in den jüdischen Schulen frühzeitig mit Palästina und allen seinen Lebeusäußerungen vertraut werden, wird dadurch die unmittelbare leibhafte Beziehung zum jüdischen Leben noch nicht geschaffen. Bei diesem Befund ist der Stoßsktifzer eines zionistischeit Jngendführers nur zu gut zu verstehen. daß es „für unsere Erziehung nicht genügt. Geographie. Statistik. Bevölkern-ngslehre und Geschichte Palästinas beizubringen". Ein noch so echtes Gefühl kann anf.die Dauer die Lebeitswirklichkeit nicht ersetzen. . Der Jude, ob' zkonistisch oder nichtzionistisch. ist seit der Emanzipation dem europäischen Knltnrkreis verhaftet. Die bewußte Pflege der Kutturwerte. die die geistig-seelischen Bezirke unserer 'Menschen geprägt haben, hangt natürlich von der Tendenz der verschiedenen Jugendbnnde aG .Die.ieuigen nativualjndlschen'Bunde. die. ihre Piitglieder in ausschließlicher Blickr-tchtung. auf eilten vom- -europäischen Knltnrkreis losgelosten Jtidenstaal erziehen. tv.er.deu der Beschgsti-.. gnng mit deutschen oder etiropcktfchen Geisteswerken miv eine untergeordnete Bedeutung beilnessen. 'Die Grenzlinie verlanN,hierbei incht geradlntig .ztouchen:Zionisten und Aichtz,o.nist.en....sondern geht giwr dnrcn die verschiedenen Ntchtnngeit. .So bekeunt.-Herinann Gers o >i. derberittene Sprecherder „Werk-. Monat n,r Monat — olme eine ein»,.',' Unterbrechung dev Sitzungen vorgenandc». VIl-S Atiiiua ciIiumvv tdum Mit »cm!ode gczcctmct. die A'ovcinbecütziiug niclil »,c»r leiten konnte, .war <'$ fiir-fic eiiie nncnd'.ich idnvc're Sil»,de. n» das Ziinwer gcic.i'At m ie>». wahrend ..ihre S' bei'.,Minen n'.ire». vs ,var ein jUi'.verer.. Ing kn, Veden von »nn ^Uin'.irz nls die P'orlen des lü.niteriind Snnnlinaslieiins iiä, selileiien-. lind die Snnglingsvilegerinueniednle den, Jndifelien genn> kenlinns a»gegl:edevt innrde. So sehiver diese Stunde änel, >var. so N'nr es ihr ein rroil nns dem \ P.ntler- »nd Sän.ilingshejni ein Alter-Uiein, pt inaelien. ..Unsere Ansgnde ist es. s»r die in der Ae-iehsliant'lst.'dt verdleidenden Alten zn sorgen." Biit diesen ioenigen Vöorlen degriindete A.'innä Sel'ivarz. ihre »ene Vedens.ins.znde. Ihr Altersheim trägt den von der Behörde genehinigteii' An inen Dem ^ndenhen von IVIinna Schnarr Am 27. Tezenide.r ist Muinn Selnonrz im Alter von 77 Jahren,gestorden. Eine grotze Vncke hnt sich in der sopnlen Arbeit der indischen Ge»,einfdmft gedi'det. Ein MeniUieniebei, bon nngl.nib. licher Arbeitskraft. Aktivität. - nnerschöp'lichem Wollen »nd steter Hilssbereitschn't hat nnsgehort. In jnngeii Jahren hat sieh '.»!>>,na Schivarz in Arbeit inr den leidenden ''.'äelnien hineingestellt.. Neben der Fürsorge für Uranle »nd llnterstiihnligsbedürftige galt ihre ganz besondere i.'iebeStätigke:t der iverdeiiden- Alntter: ..keine iverdende Alntter dar' »ngeschntzt ai» ni'serer Siir stehen", das ivaren die Worte von Minna Säiioarz. -die. in uns allen, die wir in. eng'ter Arbeit mit ihr verbunden ivaren. i»-diesem Angeiibliek widerhallen. Tie Ausgabe. für Mntler lind uind zu sorgen, wurde, der . Inhalt drS von ihr gegründeten Franenvereins der Berliner Vogen Ilngezahlte. jüdischer Frauen haben diese Ausgabe unter. -Veitnng von Minna Schwarz eriüllt. Böer l'at.nullt in der Brunnenslrahe tt da-'-.Mütterii.id Sänglingshebn gekannt, dessen Begründung Minna- Schivarz ,n verdanken ist! Sie iolgte den Anregnngen ihrer Aiitarbeiier. als eine Sängliiigspslegeichnle begründet ivirrde. die im Jahre 1923 die -staatliche- AnerkeinnNig erhielt. Mit besonderer Viebe hat mir Blinna Schivarz noch. wenige Stunden vor ihrem Tode ans Herz gelegt, diese staatlich anerkannte Sänglingspilegesclnile tnr unsere-jüdisd».eil Aiädclien. ,'gn erhalten, ivie aiich immer die Berhaitnisse sich-gestalten mögen. 'Aöo es galt, für die jüdische Gemrinschast zu - arbeite». ->var Minna Schivarz snhrend tätig. In diesem Zusaunnenhang muß aiich ilire Arbeit i,n Hattvtvorstand des Jüdifcben EeiUral Vereins gewürdigt werde». V!it Kat und Tat hat sie die jüdische Frauenarbeit gestützt, mit großem Qbtimismns hat sie es verstanden. Sorgen imd Leid p, milderil. und tnr das A'echt der jüdisäikn Frau eiiivisiehen.- Sie arbeitete ^außerdem un Vorstand des Jüdisäien FraueabniideS. im Vorstand der Jüditchen.Gemeinde: sie-arbeitete im Borstand ihres HeiiUatvereins des Bereins der Ponnner». ihr Aat iviirde in der Eheivra .iradißüa gehört, und es gab ivoti! keine jndiiäje Qr- . ganiiätioil. die es sich nicht zur Ehre anrectinete. Aliiina Schivarz zu ihnü, ''ikUnrbcilern-neu n> zählen. Aber ihr -Herz geliörte in erster Vuue-den Schivesteriwereiniguiigeii der Berliner Voaen E.tt.B.B..denen ne. wie eine M,itter zur Seite üand. und iiiäits beglückte sie.mclir. als ivenn der Franen- .verein der Berliner Vogen aeiiiein'am mit den Siliioesteriivereinigmigen arbeitete. Fast 7.N Jahre hat Aliima Sclvgarz .den Franenvereiii geleitet. ..VHlma-Sc>,war.'-Heim". In ihrem Minna--' .Schwarz-Heini hat Minna SUgoarz ihre letzten Vebensjatire verbraäit. Tie Heimbeiooliner fanden in ihr e:ne Beraterin, eine treue, nuiltertiche A s am 27. Te-eniberd>e >terb!>ct>e -Hülle von- Minna Schivar; ans dein Hc >» getragen iviirde, da war das Hans ersnllt von dem Schmerz iim den Tod dieser Frau. , .MargnFHe’j Bücher vom Staat Die staatsrechtliche und staatstheoretische Literatur, die sich vor dem Weltkrieg trotz einzelner grosser Leistungen in einen, gewissen -Stillstand befand, hat seither sehr stark und immer wachsend an Umfang zngenomnien. Die Fülle von Aufgaben, mit denen der Staat im Kriege und in der Nachkriegszeit belastet wurde, und die scM+eeslirh aus dem liberalen Staat den totalen Staat konnte, bat. die theoretischen Probleme uni den Staat jedoch zu unmittelbarer Bedeutung heranwachsen lassen. So ist es erklärlich, dass die Beschäftigung mit diesv Fragen nicht abreisst und dauernd einen grossen ' Strom von Büchern und Schriften hervorbringt, aus denen einige hier herausgegriffen =eier, die sich um ein Hauptproblem der neuen staatsrechtlichen und staafstheoretisehen Literatur gruppierten. ' In Deutschland«^ für den Staat von jeher eine besondere Lage beständen, di^tiur aus der Gescbichlö erklärbar ist. Die staatliche und. die geistige Entwicklung standen wohl in enger Verbindung mileinander; aber zu' einer wirklichen Gemeinsamkeit.- einem gegenseitigen Sich-Durchdringen kani es nicht. Max Weber hat in seinen Schriften mehr als einmal auf die eigenartige „Staatsfremdheit“, die sich in Deutschland gerade unter geistigen Menschen gegenüber tiem Staat herausgebildet hat. hingewiesen. In einer in Her Schrifienreihe des Reicheinstituts für Ge- ..schichte des. neuen Deutschlands - erschienener Broschüre (Hanseatische Verlagsanstalt. Hamburg) „G e i s t u n d S t a a t“ wbist der juhge Historiker Karl Richard G a n zer ^iach. dass das Problem nur einmal in, Läufe der deutschen Geschichte eine lebensvolle Lösung gefunden hat: in den Tagen der Staufenkaiser. Damals fand die politische Geschlossenheit des Deutschen Reiches in den kulturellen Leistungen des RMtertums und der Minnesänger seinen Ausdruck, und umgekehrt formten diese mit an dem werdenden Reich. Aber seit damals rückten Staat und Geist immer weiter auseinander, bis das 19 Jahrhundert neue Möglichkeiten in den Freiheitskriegen, in den Tagen der 48er Revolution und in der Bismarcksehen Reichsschöpfung bradite, von denen keine ergriffen wurde. Erst :m nationalsozialistischen Staat und in seiner geschlossenen Gemeinschaft von Volk. Staat und Knllur sieht Ganzer das Problem der deutschen Geschichtsentwicklung gelöst. In welcher Weise diese Zusammenführung zweier jahrhundertelang getrennt verlaufender Entwicklungsreihen im Nationalsozialismus möglich geworden ist, zeigt eine Schrift von Ernst Raue: ,,1) i e ideologische Grund 1 a g e der StaaDs^. und W i r t s c h a f t s auffassurig d es^N»a t i o n a 1 s o z i a 1 i s m u s“ (Junker ui Dünnhaupt Verlag. Berlin), ln ihr werden durch Gegenüberstellung des Werkes Adolf Hitlers und Benito Mussolinis die Grundlinien des nationalsozialistischen und des faschistischen Ideengutes aufgezeigt, wobei der Autor beide für vergleichbar hält und zugleich feststem, dass sich beide Lehren nici'’ i-j abgeschlossener Form präsentieren, sondern dass sie ein unabänderliches politisches Programm in den Vordergrund stellen, an dem geistig weitergearbeitet werden darf. Nach einer Untersuchung über das Problem der Ueberwindung der zwischen Volk und Staat historisch gewordenen und strukturell stets vorhandenen Antithese werden dann die Elemente der politischen Betätigung entwickelt,-aus der . schliesslich ein Ergebnis folgt, das Raue so formuliert: „Alles für das Volk, nichts gegen das Volk, und nichts ausserhalb. das d. h. neben de nt Volke“ und „Alles für den Staat, nichts ausserhalb des Staates und nicnls gegen den Staat“. Auf der Grundlage dieser, Gedanken wird dann die Sozial- und Wirtschaftsordnung in, nationalsozialistischen Staat entwickelt. In einer von fiel' D e u l s i h-e-n A Iba d o in i e herausgegebenen'Bioschüre erörtert / Wilhelm Rössle (..Die politischen Grundlagen der deutschen'Erneuer un g“, Georg D. W. Callwey, München) die Grundgedanken der Neuformung, die der - Nationalsozialismus am deutschen Staate unternommen ,t_t v .Seinen 4H2^'n',''r,3' Ausdruck .fin< historische Problem des Wrhüllni: geistiger und staatlicher F.ntwickhmg in der \\ echselbezielumg. die im N:dion:\lsoziali<mus . zwischen Paitei und Staat besieht, ln einem eben erschienenen Buch „Partei und S t a a 1“ (Heft 20 der Schlittenreihe: „Der Deutsche Staat der Gegenwart". Hanseatische Verlagsanstalt. Hamburg)', unterzieht. Gottfried Neess,. das Verhältnis di>se>- beide» Faktoren einer ausführlichen, auch die' bisher' in der staatsrechtlichen Literatur behandelte,» Teilfragen berücksichtigende,» Untersuchung. Von einer Kritik m» dem von der S»aat>rech!sJe!ire geprägte,» Begriff des Staates ausgehend, kommt Noesse dazu, der Partei, die den Staat geschaffen hat und die Trägerin seines Ideengutes ist, de,, Vorrang über ihn einzuräumen. Interessant sind seine Ausführungen über die Wandlung der Reclitsfonnen, in denen die Partei 'tätig gewesen ist, und die von» privatreelitlichen Verein zur .öffentlichen Rechtskör,.erschall führte. Neesse tritt dann für eine sorgsame Trennung der Anfgabenkreise von Partei und Staat ein, weil er , nur _ so die Möglichkeit ihrer gegenseitige,» Durchdringung gewährleistet siebt. Zeitlos; doch dem gleichen Prohle»»ikreis z.u- . gehörig, wirkt nebendiese,» Schriften, die sich mit der gegenwärtigen Gestaltung in Deutschland beschäftigen, eine l'ntersuehung. die einer geschichtliche,» Zeit und eine,,» andereniKnllnr- _kreis gilt. I», Rahmen der v_o„ Otto 1 _in_,iLi s_c!i _ her.m-gegebenen Reihe „Das Erbe der Alte »•' (Schriften über Wesen und Wirken der Antike. Dieterichsche ..Verlagsbuchhandlung in Leipzig) behandelt Renata v. S r I» e 1 i i, n „Dion, die platonische Stn.at.s- 'g r ü y d u >» g in S i z i 1 i e n”. Die - in (jeschichte und- Philosophie—vieT.-umstritiene.— Figur Dions, dt^ Liehlingsjüngcrs Plato»,s, wird“ von der Verfasserin in ihrer Geschlossenheit deutlich ^gemachk Der gescheiterte Ver.-udi 'I):o„s. dit^ philosophischen Theorien Platons in dem siziüschen Staat durch die‘Macht seines politische,» Fiihrertums zu verwirklichen, wird von ihr gegenüber den Zweifeln und Verdacht»- gimgei», die in der WelUileratur aufgetaucht sind, verteidigt und in seiner Reiuheil darg.dellt. Der historische,, -Daidelhmg de.- gräudioseii Versuchs Dions folgt eine Auseinamiersel/amg init den Sclniktsleller,, der. Antike, dio siel,di,. Pers0nlichki.it und das Werk .Dions zun, Gege„-la„d ihrer Betrachtung..,, gemacht haben: K. .1. R. Blick in die Zeitschriften Das Emanzipations-Jvtr!crh.’m Der Haiiitturger Geograph' Siegfried Pa s• Särge hat seine bekannte,, Aulf issuuge,» iü.er ,1 e Rabat (Gel,ei,nbund) -Ofganisaliu,» »iinl „Moiid- .intnr“ des-.ludenlums soeben in einer umfang-, ■ reichen Abhandlung „Dis Knian.zipnlmnsjnd»,,- l»i„,'' fortgetiihrt. („Das Volk“, Jahrg. 193,fi, Nr. 12). Geber den inneren'Aufbau des F.manz.ipalionsjudentums -direilit er \i. a folgendes: „Massgebend für die Entstehung der Emanzipation von den, Ghetto und se.i»e,„ Zwang waren die Wandlungen der geistigen. Anschauungen ..in der Welt der Wirlsvölker Auf das Zeitalter einer religiösen Weltanschauung folgte seit der Mitto o^les 18. JahrhnndeMs eine frefgeislige.- religinnsgle cligi',11 ige Zeit. Diese liebgionsgleicdgültigk.-it erleichterte den Jude,, den Uehergang >'» die Well der Gojim. Die „ene Weltanschauung, die durch die Französische Revolution >i„tor den europäische,, Kulturvölkern verbreitet wurde, drang and, in die Ghettos mit mittelalterlichen Geistesleben ein. Die religiöse <ileichgiiltigkeit _«iiiiLAiGri>».vT»lkor machte den (Ihettozwang. der als Schutzmassu.ihme gegen Verfolgungen gedacht war, überflüssig. Da >ler Glieltojude ihn nunmehr als üherflilss g empfand, wurde er ihm unerträglich, namentlich den, aufgeregte,, Neurastheniker. Dazu kam, dass die Rojigionsglojchgülligkeit durch die „Frontkämpfer" und Fnklore j„ das Ghetto getragen wurden De,, „Frontkämpfern", die ja die Verhältnisse nusserhalt» des Ghettos kannte,,: fiel die Flucht aus dem Gl,et>,,kecker 1 cht schwer, zumal sich di,sse E,N> ,rmem>n kei- ' »eswegs von dem (Uieltojmlent»,» lossagten, vüd- „>ehr »net, weiterhin in enger. ZusummenarbeR' / Ludwig 8teinm«tz Nürnbargar S»r. 56 (naban Woolworih)

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