Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 52 (24.12.1936)
- Date
- 1936-12-24
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Letzte Meldungen Von unserem *-Palästina*Berichteritatfer aus den arabischen Ländern herauszutreiben. — . Man erwartet demgemässein Aufleben der aufständischen Bewegung entweder nach der Abreise der. Kgl Kommission oder anlässlich des Nebi-Musa-Festes zu Ostern, bei dem der religiöse Fanatismus gewöhnlich seinen Höhepunkt erreicht. Unter der Leitung von Fauzi Bey ist der Waffenschmüggel in vollem Garige. Es wird ■* weiter berichtet, dass in ganz Transjordanien Aushebungen, stattfinden, da bei zukünftigen Unruhen "nicht nur, die Mandatsherrschaft in Palästina, sondern auch in Transjordanien be- .. seitigt. werden soll. Das Oberste A rabische Comite soll bereits einen Kriegsschatz von 13H (K)Ö Pfund besitzen.;-•■' "•.'.':' V '■ '^■■■•V *'■•', Die "Gerüchte über diese-umfassenden Vorbereitungen werden auch von der gesamten . hebräischen Presse Palästinas ausführlich behandelt. Die Zeitungen weisen die Regierungen >n London, und in Jerusalem darauf hin, dass eine Katastrophe bevorstehe, wenn nicht schleunigst Massnahmen getroffen werden. Sie marherr Enthüllungen über die finanziellen Hilfsquellen der Araber, die teilweise sogar in Geldern der Palästina-Regierung, die indirekt dem Waffen- ' kauf zugeführt werden* bestehen. Ausserdem werden nicht nur bei arabischen Kaufleuten und Pflanzern grosse Summen unter Drohungen erpresst, sondern man hat sich u. a. auch von der Iräk-Petroleum-Gesellschaft Gelder gesichert, angeblich um im Falle eines neuen Ausbruchs von Unruhen die Oelleitungen gegen Beschädigungen zu sichern. Bekanntlich ist die .Rohrleitung während der letzten Unruhen etwa vierzigmal beschädigt worden, wodurch grosse Verluste entstanden. Die Zeitungen fordern die Regierungen dringend auf. sich.dieser Entwicklung gegenüber nicht blind zu stellen. Es wird hetont, dass die letzte Stunde geschlagen habe, um zu verhindern, dass das Land neuerlich zum Schauplatz von Mord und Vernichtung gemacht werde. Die Warnungen der Tel-Aviver Tageszeitung „Dawar", gipfeln sogar in der Feststetlun». dass der jüdische .lischüw zwar die arabischen Gewalttätigkeiten nicht fürchte, dass er aber für den Fall, in dem es ihm wieder auferlegt sein würde, sieb gegen Taten' der Zerstörung und Vernichtung zu schützen, sich nicht mehr mit blosser Abwehr begnügen werde. Er werde die Kriegs- "erklärunsr annehmen. Auch die Regierung scheint sich der bedrohlichen Situation langsam bewnsst zu werden, wie aus den lebhaften Triippenverscliiehungeii, die aus allen Teilen dos Landes gemeldet werden, hervorgeht. Bei den Truppen, die sich noch im Lande befinden, werden Sicherheitsvorkehrungen verschiedenster Art getroffen. Man erwartet jeden Augenblick, dass für die Truppen strenge Bereitschaft, möglichenfalls sogar Kriegsverordnungen verkündet werden. Die strategisch wichtigen Punkte des Landes wurden militärisch besetzt. Das Regierungsland in dem Dreieck Nablus, Tulkerem, Dschenin wurde befestigt. An verschiedenen Stellen des Gebirges wurden Militärbaracken errichtet. Wie nicht anders zu erwarten ist, hat die zunehmende Spannung auch in der vorigen Woche wieder zu einer Anzahl von Terrorakten geführt. Am 17. Dezember versuchte eine bewaffnete Araberbande die Siedlung Mescheck- Haozar bei Kfar Sah« anzugreifen. Die Schiesserei dauerte*eine Stunde. Auch in Jaffa mehren sich die Fälle gewalttätiger Ausschreitungen. Zwei jüdische Jugendliche, die bei Kfar Saba auf einen Autobus warteten, wurden am IS. Dezember aus einem vorbeifahrenden arabischen Auto beschossen. Auch auf Meschek Haozar wurden an diesem Tage wieder Schüsse abgegeben. Am 19. Dezember ist beinahe der Vorsitzende der Königlichen Kommission. Lord Peel, selbst das Opfer eines arabischen- Bandenüberfalls geworden. Lord Peel hatte sich im Auto von Jerusalem nach Jericho begeben. Auf derselben Strasse wurde eine halbe Stunde später eine Kolonne von fünf Autos durch eine arabische Bande angehalten, die die Strasse verbarrikadiert hatte. Sämtliche Passagiere wurden ausgeraubt. Ein arabischer Chauffeur wurde verwundet. Zwei Engländern, ' 'Mason. und Freeman. wurden die Waffen fortgenommen. Bald nach dem Ueberfall traf Militär und Polizei auf dem Tatort ein und begann die Umgebung abzustreifen. Bisher ist es nicht gelungen, der Täter habhaft zu werden. Britische Kommissare für die Polizeiposten in den Landbezirken Zum neuen Jahr sollen sämtliche Polizeistellen in den Landhezirken Palästinas der Leitung britischer Polizeikomniissare unterstellt werden. Bisher würden diese Polizeiposten in der Regel von jüdischen oder araoischen Kommissaren geleitet. Der bekannte Polizeihauptmann Rice, der schön seit vielen Jahren in der Palästinapolizei Dienst tut und zuletzt die politische und Krinünalabteilung leitete, ist auf einen Posten in Afrika abberufen worden. „Ohinuch." Ein Führer durch das hebräische Schul- und ErziehungsAvesen in Palästina, Das Palästina-Amt Berlin und die Hitachdut Olej Germania Tel-Aviv'haben soeben'in deutscher Sprache ein Nachschlagewerk herausgegeben, «las über die zahlreichen und vielfältigen Erziehungseinrichtungen' Palästinas ausgezeichnet Aufschluss gibt: Nach einer einleitenden Darstellung der Geschichte des hebräischen Unterrichtswesens werden in den einzelnen Kapiteln die charakteristischen Züge der verschiedenen Ausbildungssysteme geschildert, sowie die vorhandenen Anstalten nebst Anschriften, Aufnahmefähigkeit usw. genannt. Für jeden, der sich in eigener Sache oder im Interesse seiner Kyinder über die in Palästina vorhandenen Kindergärten, Volksschulen, höheren Schulen, Fachschulen, ', Waisenhäuser. Seminare . und .Hochschulen unterrichten will, bildet-die Schrift einen wertvollen Leitfaden. Sehr aufschlussreich sind auch die im Anhang enthaltenen Darstellungen über Jugendbewegung und Jugendpflege, sowie über Erwachsenenbildung. Dass der Jüdische Central-Verein bei der Aufzählung der Stifter der . L u d w i g - T i e t z - Lehrwerkstätte in Jagur als einziger nicht erwähnt wird, ist wohl nur ein Versehen. Tel-Aviv, den 16. Dezember, Palästinas Staatsfinarizen haben dje Unruhen bisher recht gut überstanden. In den ersten sieben Monaten " des Fiskaljahres, welche die Zeit vom April bjs Oktober, also fast die gesamte Streikperiode umfassen, ergibt sich per Saldonur ein Aüsgabenübersch uss von rund 22000 LP, obwohl die . Einnahmen, hauptsächlich durch' Zbllausfälle, c Von 3,4 auf 2,3 Millionen gegenüber dem Vorjahr gesunken' und die Ausgaben,; zum guten Teil durch "die Unterhaltung verstärkter Truppenkontingente, um; '"'.annähernd^ zehn Prozent auf 2,37 Millionen geetiegen sind. Die Ueberschussreserve ist ateo nahezu unberührt geblieben;-sie betrug am Ende der Berichtsperiode 6.25 Millionen LP. Dabei ist noch zu berücksichtigen, dass der Einnahmerückgang: ebenfalls zu einem nicht unerheblichen Teil auf Steuerrückständen;-beruht. Währendder Unruhen war es in vielen arabischen Bezirken so gut wie unmöglich, Steuern einzutreiben. Diese unfreiwilligen Steueretundungen dürften aber nachgezahlt werden und somit den. späteren Rechnungsabschnitten_zügute kommen. Auf der anderen Seite aber, sind auch einige wichtige Ausgabeposteiv in den genannten Ziffern noch nicht enthalten. Einmal wird das Defizit der Eisenbahnen erst am Ende des Jahres festgestellt und dann von der Staatskasse übernommen. Sodann dauern die Mehraufwendungen für den verstärkten Sicherheitsdienst ja weiter an- und endlich ist' auch noch keine sichtbare Rückstellung für eine Entschädigung der Unruheopfer gemacht worden. Die Fragen der Wasserversorgung, des Straßenbaus und des Bodenkaute standen in den letzten Tagen im Vordergrund der, Beratungen der Königlichen Kommission.. * Als Illustration zu den 'Jerusalemer .Sitzungsberichten seien drei Beispiele aus der neuesten Zeit angeführt, welche, die Aktivität der jüdischen Zentralstellen auf diesen lebenswichtigen Gebieten beleuchten. Nachdem beLder jüdischen Siedlung Kfar Chassidim jetzt nach langer Suche in-grösserem' Ausmass Wasser gefunden worden ist, wurde von der Arbeitersiedlungsbank NIR, dem Keren Kajemeth und dem Keren Hajessod eine neue Gesellschaft für die, Wasserversorgung .de« westlichen Eniek .Jesreel ins Leben «rerufen. Der Kapitalbedarf von annähernd 70 000 LP soll durch Ausgabe von Aktien und Obligationen, zum. Teil im'•■Wege des Warentransfers aus Deutschland, gedeckt werden. Die heuen Bewässerungsanlagen werden eine Verdoppelung der Siedlerzahl innerhalb des Versorgungsgebiete« '.ermöglichen. Die ähnliche Tendenz, die Aufnahmefähigkeit1 und Ergiebigkeit des vorhandenen Bodens zu verstärken, verfolgt auch der grosse Gemüsekredit von 21 000 LP, , . I. , Sa* '.flehte $aläftina,x hat fett 3af)ltaufenben, unb btcS aud) fchon nor {Beginn unfern ^eitrccfcnung,. nie aufgehört, für einen immer gröfter merbenben Seil ber' 3Renfd)I)cit als {Begriff unb 3bee eine* Pom Sdjidfal im''©uteri, uhb SBfen geaetchneten £anbe* eine grofje {Rolle ju fpielen. 3uba war fdwu für baS große {Rom unb für ben "mächtigen Jpetleni«mu*. öer im.römifdjen fiaifer-* reich feinen mad)tpolitifd)jen Körper gefunben, hatte, ber, wenn and) flehte, aber immer er« bittertere Wibcrfadier. GS war fowohl bie get|"tig öerbinbenbe örücfe als aud) ber feelifdj befeftigte -SB'rücfenfopf 3Wtjd)cn Slficn unb ©uropa. (irS mußte im aweiten 3'ihthunbert 3»t PöIIigen Söüfte gemadjtunb entPolfert werben, um im großen römnehen {Rauht enblid) 3iir „{Ruhe* 311 fommen, 2Hit ^ar.fiodjba enbigt jene« heroifdje SlMberfachertum "als eine ber grtmntigften Sra« göbten eineS 2)olfe?. Ter {Rationalismus ber 3uben tonnte nur burd) Ausrottung unb Pollfonimeiifte 'Serftreuung' ber Ueberlebenben über« murinen werben. Söüfte um bie heiligen Stätten — baS war, in ben folgenben ^ahrhunberten bie {ttufreiaung unb ber Sdwtcra für bie eurapäifchen SBefenncr. Sarum entftanb bie geiftig Pielbentige unb polittfd) erft recht wirre {Reihe ber Rreu^üge.. Sie Siohamebaner blieben bie Jperten. {Uber um fo Iebenbiger blieb bet mit {ßaläftina öerbunbeue . 3?itfrton8« unb ^eü*gebanfe, ber HeilSgebanfc bei ben ^uben. ber SRifftonSgcbanfe bei ben (Fhri'ftcn. 3mmcr wieber 30g e* Stii3elne unb ©nippen nach bem „gelobten yanb". würbe in ber Jceujcit, feit etwa bem auSgehenbcn -fedjj'ehnten 0ar/vhunbert. ba^ v^fl fplonifatorifdjer unb folonialpolitiidict ^eitrelnntgen. jRein Söunber, bas ba§ au* ber {Reihe ber flolonialmädjte aii'jgefdjloffene beutfd)e 9)oIf baran teilnahm — nicht al» ®anje3, nicht ali Stacht, aber burdi retigtöfe, mifftonäre unb toloniv 'fatorifche SBcftrebungen öon ©ruppen. Selten unb Sperbänben. So auch entftanb bie Äolonte „3) e r icmpel", bie tteute nod) in ber Cbene Saron eriftiert unb etwa 2500 beutfehe Stebler meift fchmäbticher fperlunft umfafjt. 93cn ber (Sntftefiung biefet Äolonie foH im folgenben bie Siebe fein. n. 3m 3ilbfre 1S45 grünbeten einige junge prote« ftanttfdje Sheologen unb Säten piettfttfdjer 8ttd)« tung in Sübingen^in Crgon, bie „Sübbeutfdje * den jetzt die Anglo Palestine Bank verteilt hat,, um einer Reihe von Wirtschaften die Intensivierung, Rationalisierung und Erweiterung des Gemüseanbaus zu ermöglichen, und damit auch, im Einklang mit den Lehren der Streikmonate, den Anteil jüdischer Agrarproduktion an der Versorgung der jüdischen Stadt zu vergrössern. Auch die zentrale jüdische Bodenkäuf.erinV die Palestine Land Development Co., hat die; Zeiten des V whigen .Gnuidstücksgeschäftes dazu benutzt, auf den ihr gehörigen Bodenflächen Erschliessungsarbeiten vornehmen zu lassen, die zugleich „absorptive cäpacity" und den Wert dieser Böden erhöhen. Eine im September aufgestellte Zwischenbilanz dieser Gesellschaft zeigt übrigens, dass auch im laufenden Jahr das. Grund6tücksgeschäft keineswegs ganz geruht hat. In den ersten fünf Uhruhemonaten sind Böden im "Werte von rd. 42 000 LP verkauft, also der endgültigen Bearbeitung ^und Besiedlung zugeführt .worden; auch Rentabilität und Liquidität dieser Gesellschaft zeigen übrigens nach diesem Zwischenstätus eine sehr günstige Entwicklung. Die sehr vorsichtig bewerteten und unbelasteten Reserveböden werden mit rd. 317 000 LP ausgewiesen. In der Ergänzung de6 palästinensischen Strassennetzes endlich, die für' die Sicherheit und die wirtschaftliche Entwicklung der jüdischen Siedlungen von ausschlaggebender Bedeutung ist, hat die Finanzierungsgesellschaft Bizur eine rege Tätigkeit entfaltet. Durch .Gewährung gesicherter mittelfristiger Darlehen wird es diesen "zum Teil noch kleinen und jungen Gemeinden ermöglicht, ihren von der Regierung geforderten Anteil an den Wegebaukosten zu. übernehmen. Auf diese Weise 6ind in den letzten Wochen mehrere bedeutende Strassenbauten in Angriff genommen oder entscheidend vorwärtsgebracht worden. * •'.'., In Tel-Aviv hat. sich eine Organisation gebildet, die eine Propaganda für die Umwandlung des palästinensischen Mandats in eine englische Krönkolonie, unter Wahrung der jüdischen Ansprüche aus der Balfour-Deklaration, betreiben will. Die Initiatoren sollen schon zahlreiche Zustimmungserklärungen erhalten haben. In der grösseren Oeffentlichkeit scheint 'diese Bewegung jedoch bisher kein nennenswertes Echo zu finden. * Arturo Toscanini, der die ersten Konzerte des .-neuen Palästina^Sinfonieorchesters dirigieren wird, und der Gründer des Orchesters, Br'onislav H ub e r m a n, sind am 17. Dezeirtber im Flugzeug in Palästina eingetroffen. Toscanini hat laut Pressemeldungen aüf jede Vergütung für seine Dirigententätigkeit und auf die Erstattung seiner persönlichen Aufwendungen verzichtet. 1 , SBarte", ba§ ben ftampf gegen bie ©otte§Ieugner unb ftcinbe ber {Religion aufnehmen follte. 9115 bereit. {Repräsentant galt barrtali öor allem ber ^rofeffor % 33. Söifdjer, ber nachmaß fo berühmte Söerfaffer beS ,.9tud) einer" unb ber „"Jlefthctif", beffen Sübinger 9lntritt8PorIefung al§ : . eine firieg§erf(ärung gegen ba§ €f)tiftentitm auf« gefaxt wurbe. S'er Äampf gegen ihn würbe in Settungen, glugfdjrtftcn' unb SBerfammlungen geführt — mit bem erfolg, bafj er 3Wei 3af)re lang feine Sorlefungen halten' burfte. Sie „Sübbeutidje Söarte*. {Ruferin in biefem unb manchem nnbern Streit gegen ben reltgiöfen Siberalilmitl, wurbe Pon 6fj. ö 0 f f m ä n n unb . ben . ÜBri'tbern Philipp unb 3 mmahueI ^aulu§, bret fehr ftreitbarett iungen Sheo« logen, geleitet, bie augleirh bei Submigsbrirg eine 9?tlbnng§anfta[t, ben „Salon", ins geben gerufen hatten. Sie waren aber nidjt bnju gefdjaffen, bloß au fdjreiben unb 31t unterridjten, fie waren affine Naturen unb begaben fich auefj in ben polttifdjen'' Äantpf, in bem fie fich alä 93orfämpfer einer ppfittnen {Religion^auffaffung-, ja \oqat einer reltgiöfen Umgeftaltung be^ politifcrjen £eben§ fühlten. Sie waren ausgejeidjitefe Stgitatoren. Sei ben erften äöahlen Juni {yraitffurtcr <ßarla« ment würbe (Sh- ^offmann al« fianbibat aufgeftetlt unb gewählt. $cr ©egenfanbibat war — bie^ beweift am beften. Worum e« ging — fein ©eringerer aH Saoib i>riebrid) Strauß! 9115 im 3ahre 1853 bie öftlidjen SBtrren au§- brachen, bie fluni ßrimfrieg führten, ttdjteten bie .«reife um bie „Sübbeutfd)e SBarfe" eine eingäbe an bie 8*m'ff«rt« SBunbeSPerfammlung, in ber bie ©rünbung ber „©efeöfchaft für Sammlung beS 93nlfe§ ©otteS in ^erufalem" notifiaiert würbe. 3Kan wnllte in «Palästina ein tfjenfra- "ttfdjcS ©emeinmefen nad) bem bibliferjen SDorbtlb 3frael8 aufridjten. 3m Raffte 1855 öeröffentlicfite Cioffmann eine SBerfaffüng btefeS ju errtdjtenben ©ptteSftaateS, eine ,,©efcf|idjte be8 löolfeS ©otteS ais 9intwort auf bie fo^iate ftrage: mit weldjen SRttteln fann ein gefunbeS SDoftsieben begrünbet, unb burd) meldje ßräfte tariri ein . IranfeS ober geftorbeneS 93oIf rotebergeboren werben." 3»9letd) erfdjien ein „9lufruf an f6f)rtften unb $uben jur Unterftü^ung be« SBolfe« ©otte8 in 3erufalem". ' 3m 3ar)re 1856 rourbe ba« württembergtfdje ©ut Äitchenhatbt^of gut 8egrünbung einer SKuttergemeiribe angefauft, bie eine {Reifje öon " 99auern in fid) aufnarjm, benen ba8 dtigenrum«« recht an ihrem eingebrachten Vermögen augeftdjert würbe. Stuf bem ©ut würbe aud) eine flnaben* unb 2JcäbdjenfdjuIe errtdjtet. S)te 2)eötfe lautete jefct erft redjt: „3cber, bet bie SBerwttfltdjung te8 {Reiches ©otte§ auf (Srben ju jeinem SB'unfdj unb ju feinem Streben machet, wirb feinen SItct immer unb immer wieber auf 3etufalem gcrtd)tet Ijalten muffen." "SRan befd)lo6 eine flommtffipn nad)-?palaf!tna 3u fehiefen, unb 6h, ,§offmann wuftte gitteb« r t d) M i t f) e I m IV. nori Sßreufjeu' für bie Sadje ju intereffieren.. Sxadj beffen balb barattf - erfolgtem Xob btftanaierte pd) aber fein SÖrubet . unb Dcadjfolger, ber spätere Äaifer SBir» tj e I m l., bem Unternehmen gegenübet unb be»; fdjränfte fidj barauf, ben Sdjufe feines ©efanbten unb feinet Äorifüln in her dürfet au^ufagen. - ' 3m 3Q^C 1858 reifte unter §ofmann§ ^ür)«v rung eine Äömmifrtpn ab, um bie Jlieberlaffung?« mögltd)feitert, in «Paläftina ju prüfen. , Sie ^»offnurigen, bie bie immer grö&er werbenbe 3«^! bet Anhänger an biefe Steife fnüpftcri, waren burd)au§ mhfttfeher unb Porwiegenb ber biblifc&en ©efchidjte entlehnter Statur. §offmann felbft fdjrieb: „3erufalem ift ba8 hon ben «Proprjeten aufgeftellte 3tel unferet Hoffnungen unb Seftreburigen . . . $er 9Xnfang ber Söieberherfteriurig ScrufalemS befteht jefet, inte bei ber erften SRücflehr aus 93abel, im 58au beS Stempelt" . S)er Tempel mar ba§ Srjmöpi bet {Reinigung als Vorbereitung aum 93eginn bei taufenbjä^rigen {Reiches. III. Sie weitere (Jntroicflung bei „2:e0mpeI8", wie flct) fpätet bie ganje {Bewegung furaerhanb nannte, ift feltfam beftimritt buref) reltgiöfe, reformatprifd)e unb polittfche Momente.' §pffmann unb feine ©efinnungSgehoffen würben Gnbe 1858 aus ber flirdje auägefcrjlpffen unb baburd) in bie {Rolle . einer ©efte gebrängt. 5tu8 beren Sdjofj wuchs nun erft redjt bie SRnftif auf: man WeiSfagte grofee politifctje (Sreigritffe unb fogar ba§ Söieber« etferjeinen beS §eilanb§, ber ba8 taufenbjährtge {Reia^ aufridjten würbe. Sefetere§, aum 33etfpiel, würbe oon ©. S. £arbegg, einem .führet bet lempelbewegung, im %äf)te. 1861 für baS 30^ 1869 oorauligefagt. 33orau§gehcn foUtcn, nad) §arbegg, Irtegerifche SBerwicftungen awifeejen Seutfdjtanb, 3tQlie.1t unb ^ranfreid), bie Her« fteflung ber beutfeben (Sinheit unb bie Slufrtd)« tung beS Stempels. . 3ebenfaD8 fanb am 20. 3ünt 1861,bie ©rün« bung beS „Seutfdjen Stempels" atS einer felb« flänbigen gteltgtonSgemeinfc^aft ftatt 1 Siatürlidt) regten fieb bie ttrchltchen unb welttidtjen SBehörben 311t SBefämpfung bet neuen Sefte, bie. fid) übrigens, ohne bie HJlebiatn au Perbammeri, auch, füt retigiöfe Heilungen burd) HanbauTleQen er*Iatte' CfS enftanben Ptele SBirrniffe unb ^einbfehaften attd) innerhalb ber {Bewegung. 9lbet baS Siel bet Steblungän ^ßaläftina nad) innerer unb äufjeteT Vorbereitung bet «Steblet in Ättdjenhttrbtrjof mürbe tatfräfttg eetfolgt. IV. 3m 9Iuguft 1866 Ianbete inamifepen eine ©e« feUfi^aft öon 156 Ämerifanern bei 3<*ffa> bie etwa bie gleid)en 9Infcbauungen hatten wie bie beutfdjen „Sempier", beren 3bcen auS Schwaben über bie Sdjweia unb ffranfretd) bis in bie' neue Söclt gebrungen waren. 9lber biefe anterifantfchen ^Siettftcn fielen fchpn an ber Rüfte nid)t blp^ in bie Hänbe ausbeutettfeher 9traber unb Stürfen, fonbern würben aud) baS Opfer epibe« mifefier ßraftttjetten. 3a\t bie §älftc ber armen . Sdjwärmer ftarb, bie anbere Hälfte wurbe, größtenteils auf ßpften ber amertfaniferjen {Regierung, in ihre Heintat aurüdbeförbert. SieS war eine Söarnung unb ein abfdjredenbeS Seifpiel für bie beutfehen SieblungSIuftigen.' 3üngltrige, bie in ftirdtjenfjarbthnf Porbereitet werben waren, manberten öorläufig als SJltfitonare beS SempelgebanfenS nad) Stmerifa unb SRufjlanb auS. Schon Porter hatten anbere 3ö8" Hnge ber fd)wäbifd)en Sempelgemeinbe eine Win» aige Volonte in aJcebjebel gegrünbet unb waren Pon ba in bie ©egenb bon Haifi Qeaofleri/ wo fte amar 3"i"8 ou^ Seutfdjlaitb befamen, aud) ©elbmittel Pom „Stempel", aber infolge Pon ÄranfhettSunb SobeSfäüen fowie öon Uneinigfeit nicht imftanbe waren, bie Steblung au halten. V. 3m 3^re 1868 enblid), Pom Sluguft an, begann bie Stempelgefellfchaft eine ft)ftemattfd)e JBeftebtung ^ßaläftinaS. Sie erften Siebler ftammten auS bem fd)wäbifd)en Ort Saiblingen unb feinet Umgegenb. Sie fuhren bie Sonau hinunter, Perfuchten in fionftantinopel Pergebltd) baS Wohl- Wollen ber „Hohen Pforte" fid) 3Ü ftetjern, unb tarnen ©nbe Dftober in Haifa an. Sie Stürfet Perlangte Pon ihnen, bah fie turfifche Untertanen würben, woPot fte abet bet preufeifche ©efanbte bringenbft warnte. 3nt fnfgenben Raffte gingen wieberum einige Transporte öon Sieblern ab, unb cS bilbeten fid) in 3affa unb H^ifa beutfehe ©emeinben; in Haifa entftanb aud) fchon ein „WufterhauS" unb eine Schule. 3m 3a[)te. 1870 tarnen feetjs öerfchtebene StuSwanberertruppS an, baruntet aud) einet auS ben beutfehen Slnfieblungen in {Rufjlanb. 9iun würben SSerljanblungen mit' ber türfifd)en {Regierung wegen Sanbüberlaffung angeknüpft; fte tjatten Grfolg. <£h. Ho ff mann v leitete bie SieMuna um ftoffo. ®. S. Hatbegg bie um Höifa- Slm .18. CItober 1871 wurbe bet . ©runbftein au. ben beiben erften feften 2öof)nhäufern bei 3affä gelegt, unb biefet ftolottte würbe bejc 9tame Sotona gegeben. 3m 3aftte 1878 tarnen nod)maI8 fed)S ©efeUfdrjaften Pon neuen Siebtem an, teils SBürttemberget unb teils " Schwaben, bie Pothet in 3iu6Ianb geftebelt bitten. Samtt mar bie ©tunblage füt bie rotttfdjaftltdje (Sntmicfluncj ber Äolonie ßatona gefchaffen. Die deutsche Siedlung in Palästina Von Dr. Hermann Sinsheimer