Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 51 (17.12.1936)
- Date
- 1936-12-17
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr.51 Beiblatt WIRTSCHAFT DER WOCHE 17. Dezbr. 1936 Handwerker oder Kaufmann Vom Sinn der beruf liehen Eignungsprüfung Die Wirtschaft fordert in allen Ländern ganze Könner in ihren Berufen, und wer es — beson.- '; dere als Einwanderer '—• irgendwo zu. etwas >. bringen will, muss überdurchschnittliche Leistungen aufweisen. Sie lassen sich durch das Zusammenwirken zweier Komponenten erzielen, von denen die eine im Menschen liegt,, während die andere von äusseren °Umständen abhängig ist: Eignung und Ausbildung. Eine langwierige Ausbildung ist im Augenblick für viele finanziell und allgemein eine sehr schwere Belastung, um so merir Wert muss von allen Beteiligten auf die andere Komponente, die Eignung, gelegt werden. Je stärker der Drang nach guter, abe,r kurzfristiger Ausbildung ist, desto verantwortungsbewusster muss an die Aufgäbe herangegangen werden. Gewiss ist die allgemeine Tendenz, sich handwerklichen Berufen zuzuwenden, in vielen Fällen durchaus begründet, aber solange die Entscheidung für einen Beruf nur aus allgemeinen Erwägungen erfolgt, birgt der Entschluss -die Gef ahr des Irrtums in eich, eines Irrtums, der ausser der Enttäuschung über die eigene Ungeeignetheit auch wirtschaftliche Verluste mit sich bringen kann. Aber auch bei gründlichster Ueberteguhg ist es für den Laien oft schwer,.die Entscheidung zwischen Kaufmann und Handwerker zu treffen, zu erkennen, ob die grössere Begabungauf geistfgem oder manuellem Ge- „b i e t liegt. Besonders da die verschiedene Umgebung und Schulbildung bei jedem andere Seiten seines Könnens verstärkt. Selten wissen ausserdem die Erzieher, noch seltener die jungen Menschen selbst, welche Anforderungen der gewünschte Beruf wirklich stellt. Nicht der Enthusiasmus allein kann den Erfolg bringen, sondern ihm vorausgesetzt muss die nüchterne Erwägung bleiben, für welchen Beruf die — nach menschlichem Ermessen — gröeste Eignung vorliegt Diese Frage soll die Eignungsprüf ung beantworten helfen. Solche Prüfungen sehen eine Reihe verschiedener Aufgaben vor, deren Lösung sowohl auf Güte wie auf Zeit gewertet wird. Man kann derartige Proben (Test s) für alle möglichen Berufe zusammenstellen, auch /imitorLuilwigSleinmetz \ NOrnbwgy Str. 56 (n«bn Wootworth) *V Testprüfungen der Intelligenz ohne eine Abstellung auf einen bestimmten Zweck werden durchgeführt. Je nach dem Alter der Prüflinge werden die Proben verschieden zusammengestellt. (Nebenbei erwähnt seri, dass man auch schon mit nichtschulpflichtigen Kindern derartige Testprüfungen machen kann.) Für berufliche Testprüfungen werden alle mit dem Beruf zusammenhängenden Zweige berücksichtigt; neben allgemeinen Aufgaben, die z. B. Kalkulationsfähigkeit, Konzentration und Denkschnelligkeit erproben sollen, werden z. B. für handwerkliche Berufe Unterscheidungsversuche angestellt: Verschiedene Gewichte gleicher Grösse müssen sortiert, vorliegende verschiedene Formen in entsprechende Behälter geordnet, geometrische Figuren frei nachgezeichnet oder auf Metall gebogen werden. Auch Farben- und Raumsinn wird geprüft. DieN jeweiligen einzelnen Proben werden von Fachleuten der bestimmten Berufszweige ausgewählt. Die Prüfung selbst wird sowohl auf die Qualität der einzelnen-Leistung als auchauf die Zeitdauer des einzelnen Versuch* streng •kontrolliert und ihr Ergebnis von erfahrenen Berufsberatern und Fachleuten ausgewertet. Wenn auch eine Testprüfung ein exaktes Bild von den augenblicklichen Fähigkeiten des Prüflings gibt, so darf man doch die Ergebnisse einer solchen Prüfung nicht überschätzen und nicht als aHein ausschlaggebend für die Berufswahl ansehen. Denn Nervosität und Prüfungsangst sprechen auch hier oft entscheidend mit. Es ist nicht gesagt, dass der Prüfling, der eine Testprüfung mit hervorragenden Leistungen absolviert, auch auf dem geprüften Gebiet etwas ganz. Hervorragendes werden muss. Ebensowenig.muss ein Versager in der Eignungsprüfung auch auf jeden Fall für den gedachten Beruf ungeeignet sein. ■Mitunter liegen die Ursachen für ein gutes oder schlechtes Abschneiden in einem zufälligen Disponiertsein oder einer ungewönlichen Angst begründet Und doch ist auch im Hinblick auf die Prüfu'ngangst eine Testprüfung nicht unwichtig. Denn sie kann Aufschluss. geben, ob ein Beruf, der schnelle und harte Entschlusskraft in riskanten Augenblicken erfordert (z. B. Elektrotechnik, Hochspannung^ nicht .gegen einen —rtsiköärmeren zu tanschen-sein sollte.. Andererseits sind bei Eignungsprüfungen selten alle Prüflinge in gleichem Alter, noch haben sie fast alle einen wenigstens annähernd gleichen Ausbildungsgang hinter sich. Es ist für eine Testprüfung bestimmt von Wichtigkeit aus welchem Elternhaus und aus welcher Schule die Prüflinge kommen. Naturgemäasi kann im allgemeinen der Gymnasiast sich mit; Zahlen und theoretischen Fragen schneller abfinden, als der Volksschüler. Diese Punkte müssen' .von "den Prüfenden ^e nach Lage der Verhältnisse bei. den einzelnen Prüflingen, korrigiert werden. . Auch wenn sich Meies für und wider die Eignungsprüfungen sagen läset, sollte nach Möglichkeit, auf sie nicht verzichtet werden, wenn es sich z. B. um die Eingliederung e i n e s Jugendlichen in Lehrwerkstätten handelt; die mit Rücksicht auf "die Auswanderungspläne der Einzelnen eine verkürzte Ausbildungszeit und einen schnelleren Ausbildungsgang vorsehen. Hier muss der Gedanke entscheidend sein, dass nur besondere Eignung auch die besonderen Qualifikationen hervorbringt, die dem jungen jüdischen Handwerker auch nach 'kürzerer Ausbildungszeit ein Vorwärtskommen -in den ■Einwanderüngsländern ermöglicht Wenn ■ auch eine "Eignungsprüfung keine hundertprozentige Sicherheit ..-für den Fortechritt "in einem Beruf und die Richtigkeit; eines Ausbildungsplänes geben kann, so ist ■. sie, doch gewissermassen die ''.Bestätigung dervorher erwogenen und durchdachten Absichton. Die Wahrscheinlichkeit eines. Gelingens ist •''Unbedingt,.-, grösser,' wenn eigener Wunsch und bestandene Kigmings- , Prüfung übereinstiihmen, als .wenn lediglich die Lust zu einein Beruf den Ausschlag gibt. Deshalb sollte auch der negative Ausfall z. B. einer Händwerks-Testprüfung dem Erzieher und dem Prüfling selbst Veranlassung sein, noch einmal die Berufswahl einer genauen Revision zu unterziehen, öb nicht andere Begabungen und Fähigkeiten auf kaufmännischem oder geistigem Gebiet den Jugendlichen zu einer erneuten Eignungsprüfung und Eingliederung in einen anderen Berufszweig führen kann- .H. W—I. Die jüdischen Darlehnskassen in Deutschland Zur Lage der jüdischen Wirtschaf tl er in Deutschland Im führenden Blatte der Partei, dem „Völ-< kisch'en Beobachter;', sind in der letzten Woche zwei grössere wirtschaftspolitische Aufsätze erschienen, die in den Kreisen der jüdischen Wirtschaftler Beachtung erfordern. Am 9. Dezember hiess es in einem Aufsatze „Ist den Juden in der .deutschen Wirtschaft ,U n.re c'h-t* geschehen?" nach einem" Hinweisauf den — damals noch bevorstehenden — I'rozess Frankfurter, der.es notwendig mache, die Auseinandersetzungen zwischen dem Deutschtum und' dem Judentum auf allen ihren Abschnitten einer harten, nüchternen Prüfung zu unterziehen, u. a.: „Wir wollen unsere Wirtschaft in deutschem Geiste gestalten. Das heisst, dass wir diese Wirtschaft, ehrlich, frei, wahr und sauber haben wollen. Das hei6st, dass Wir' unsere ^Wirtschaft nicht irgendeiner mehr oder minder grossen Gruppe von Kapitalisten, Börsenjobbern und Geldhyänen, sondern dem Volke in seiner ganzen Vielfalt und Gemeinschaft dienstbar machen wollen. Das heisst nicht, , dass wir die Juden in der Wirtschaft nun enteignen, berauben, kurzerhand zumLande hinausjagen oder gar totschlagen wollen; aber es heisst, dass wir von den Juden, die wir als Fremdstämmige empfinden, die Achtung, und Einhaltung der elementaren Verpflichtungen erwarten, die sie als Gäste unseres Volkes* auf deutschem Boden ganz selbstverständlich auf 6ich zu nehmen haben. Das heisst in der Wirtschaft, dass sie eich unseren Anschauungen von Anständigkeit, Ehrenhaftigkeit und Sauberkeit unterzuordnen haben — selbst auf die Gefahr hin, dass es manchen von ihnen lebenslänglich schwer fällt. Wem diese Anschauungen unbequem sind, der kann gehen und sich anderswo genehmere suchen. Wir sind ehrlich genug, zuzugestehen, da6S wir darüber kein Bedauern empfinden. Aber wir üben keinen Zwang aus. Und wenn das deutsche Volk aus Instinkt und völkischem Willen allmählich lieber beim Deutschen als beim Juden kauft, dann wird es keinem einfallen, von. Zwang zu reden. Wäre dieser vorhanden, dann würden die grossen Umsätze der jüdischen Warenhäuser und auch tausend sonstiger jüdischer Geschäfte schon heute andere sein." Zwei Tage später,' am 1.1...Dezember, finden wir an leitender Stelle des Wirtschaftsteiles des „V. B." einen Aufsatz „Die j ü d i s c he Boykotthetz e". In ihm wird zunächst darauf hingewiesen, „dass die Boykotthetze lange nicht den vom Judentum erwarteten Erfolg gehabt hat," — * eine Feststellung, die 'durch die Wirtschaftsstatistiken' ihre ziffernniässig nüchterne Bestätigung seit langem erhalten hat. Dann heisst es im „V. B." in einer Betrachtung über die psychologischen Rückwirkungen des Boykotts: „Die Boykotthetze hat nicht uns, sondern dem Judentum geschadet. Es hat dabei allzu deutlich die Karten aufgedeckt: das Wirtschaftsleben des , Gastvolkes ist ihm gleichgültig, aber es ist sofort bereit, die Wirtschaft des Gastvolkes für seine eigenen* politischen Ziele einzusetzen. Das ist ■ jetzt weitgehend erkannt. - Und der, der es in Deutschland noch nicht wusste, muss erkennen, dass es in diesem Kampfe des Judentums gegen ein seines völkischen Wesens bewu3stes Volk kein Erbarmen gibt. Der Nationalsozialismus ist aüch die Verteidigung des deutschen Volkes gegen die Uebergriffe des Judentums, und sein Ziel ist die endgültige Ausschaltung des Judentums in Deutschland. Und er wird diesen Kampf genau so rücksichtslos zu Ende führen, wie die Juden den ihren führen. Nur führt der Nationalsozialismus seinen- Kampf mit anständigen Methoden; Nicht der Nationalsozialismus ist der Angreifer: einer der Gründe seines Entstehens ist der Wille .des vielfach angegriffen gewesenen deutschen Volkes, ßich endlich wirksam zu. verteidigen gegen den Angriff des Judentums. Der Kampf, der angefangen ist, wird zu Ende geführt. Er ist auch für die Wirtschaft insofern schon gewonnen, als das alte Vorurteil, dass die Wirtschaft durch die Ausmerzung der Juden zusammenbrechen müsse, endgültig erledigt ist. Die deutsche Wirtschaft kommt sehr gut ohne die Juden aus; viel besser sogar als mit ihnen. Die Bedeutung der Juden für die Wirtschaft ist unglaublich überschätzt worden: weil sie zuviel deutsche Helfer und Mitläufer hatten. Dadurch allein 6Chon, dass der Nationalsozialismus einen Keil zwischen das Judentum und ihreHelfer und Mitläufer getrieben hat, hat er die Machjt des Judentums gebrochen. Jetzt sind die Koste des Judentums in\ der Wirtschaft noch zu beseitigen." Ueber die Verderblichkei-t der von gewissen Kreisen propagierten Massnahmen wirtschaftlicher Art gegen Deutschland für die Juden innerhalb der deutschen Grenzen ist unter diesen niemals. ein Zweifel gewesen. Diese Auffassung •ist seit den Märztagen 19:5:? gerade-auch in diesen Blättern zuni Ausdruck gekommen. Nichts einweist die mangelnde Verbundenheit der hinter ' jenen Bestrebungen stehenden radikalen Kreise mit dem Schicksal der schwer ringenden Juden in Deutschland schärfer als die Rücksichtslosigkeit, mit der man unbelehrbar Theorien folgt— die, wie der „V. B." ja feststellt, ohne wesentliche praktische Ergebnisse geblieben sind. So ergibt eich ein Bild, über das man lächeln könnte, wenn es nicht so ernst für unsi&wäre:., der Boykott, der die deutsche Wirtschaft treffen soll, trifft indirekt nur ihren jüdischen Teil, und die deutsche Gegenwirkung, die ja die .luden, innerhalb der Wirtschaft der Länder, in denen sie als Bürger leben, kaum erreichen kann, trifft direkt die Juden innerhalb Deutschlands. Und die einzigen, die nichts zur Endigung dieses Zustandes tun können, sind wir. Denn alle wirtschaftliche Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit unserer Menschen ist innerhalb "dieser politischen Atmosphäre von nur zu geringem Gewichte. Notizbüch des Kaufmanns Infolge Erkrankung des Präsidenten der Reic-hswirtsc-liaftskammor. Ewald flecker, ist — Wie dem ..Reichsanzeiger" vom 10. Dezember u. a. zu entnehmen ist - P r äs i d e n t I* i e t zs c h (München) vom Redchswirlschaftsminister mit der .Leitung der R.e i r h s w i r 1 s c h a f t s - k a m m e r beauftragt worden. Zum ständigen ersten Stellvertreter in der ReirhswirUchafts» kanimer Wurde Staatssekretär T'reridev 1 e n b u r g bestellt, der damit aus der Leitimg der Reichsgruppe Industrie ausscheidet, .jedoch in deren Beirat weiter verbleibt. Zum Leiter'der Reichsgruppe Industrie ist der Textilindustrien*' Gottfried Dierig (Oberlangenbielau) bestellt worden.- Sein ständiger Stellvertreter wird der Leiter der WirLschaftsgruppe Druck und Papierverarbeitung. Seeliger (Leipzig). * Auf Grund eines Beschlusses d<s Reichs- . kabinetts wird lt. Tagespresse der D i e n s t d e r Rehiirdeii am S o n n a b e. n d, d e m 2. Januar 1 93? nach den Vorschriften des,Sonntags-, 'd-ienstes geregelt. * Die Ue be rwa ch u ng s.stell e für Eisen und Stahl hat durch Anordnung 20 Höchstpreise für Gussbruch festgesetzt. Die Höchstpreise gelten im gesamten Reichsgebiet. * Nach einer Verordnung vorn 5. Dezember finden die Vorschriften des Gesetzes über F r e m d w ä h r u n g s s c h u 1 d v e r s c h r e i - bungen.vom 26. Juni 1930 auch auf nicht in Wertpapieren verbriefte Schuldverpflichtungen des zwischenstaatlichen Geld- und Kapita!Verkehrs Anwendung, die aus Auslaridskrediten oder Auslände.rguthaben herrühren und auf ausländische Währung mit oder ohne Goldklausel lauten.- Die Tagespreise weist erläuternd u. a.-darauf hin., dass es 6ich bei dem erwähnten Gesetz darum handelt, dass die Schuldner Unter - ^stimmten Voraussetzungen Zinsen und Tilgungsraten nur in der abgewerteten . Valuta des Gläiibigerlandes zu zahlen brauchen und nicht nach der alten Goldparität. - ■* Zur Fettversorgung der minder-' 'bemittelten-Bevölkerung haben die zuständigen Minister jetzt -die Durcbführungserlasse.herausgegeben. * Die Fa..cJhw*rrup pe B e h e r b u o gs g'e - werbe der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und lieherberg'ungegewerbe hat lt. „Wirtschaflsbl-att der Industrie- und Handelskammer Bertta" um aufgetretene Unstimmigkeiten zwischen den Veranstaltern von Sitzungen und ihren 'Mitgliedern zu beheben, einheitliche Richtlinien zur Klärung der hinsichtlich der Forderung eines Entgelt« für Sitzungszimmer entstandenen Fragen aufgestellt. Der ITA wird mitgeteilt: Am Montag, dein 7./Dezember, fand in Berlin . eine Sitzung de* Beirates der Zentralstelle für jüdische/Darlehenskasseh unter Leitung .von Otto "E s k e 1 e »sla11 D i e S itzung dien te einer ,Aus- >prache;:übr?r die: Gegeiiwartsprobleiiie'der so- . zialen Kredithilfe, besonders über eine Erhöhung -der'Wirksamkeit des'.jüdischen Darlehenskassenwesetis in Deutschland. ' .-'.,' Die Aussprache erhielt besonder« Bedeutung durch'die .Teilnahme-de» Generalsekretärs der American Joint 'Haconstrurtion Foundation, Noel A r o n o w i c i, M'r auf Grund der Erfahrungen der Foundation, die der Zentralstelle «inen Kredit für die jüdischen Darlehenskassen zur Verfügung gestellt hat, über die Arbeitsgrundsätze der Foundation berichtete. Der Vorsitzende der Zentralstelle, Otto Eskel es, gab einleitend eine UelM'ixirht über die Entwicklung d«>s jüdischen Darlehenskassenwesens. Für die Keichsvertretung der Juden in Deutschland unterstrich Ministerialrat i. R. Otto H i rsch die Aufgabe,, ,1er sozialen Kredithilfe im Rahmen der'jüdischen Sozialarbeit. Dr. Alfred Klee gab unter Bezugnahme auf die Mitwirkung des l'reussischen Landesverbandes bei der Gründung der Zentralstelle für jüdische Darlehnskasseu eine Reihe von Anregungen "forderen künftige. Arbeit. Der Geschäftsführer der Zentralstelle. Dr. Paul -Ii p p s f e i n , erstattete den Arbeitsbericht für VJMi und ginn dabei'im besonderen auf die Aufgaben der jüdischen Darlehenskassen im Zusammenhang mit der Auswanderung und'dem „Bestand der jüdischen Bevölkerung in Deutschland ein. Dr. Ludwig Bat/, n er gab als Revisor der Zentralstelle' einet, kritischen i:.-l.erhlirk über-die Tätigkeit der jüdischen Darlehenskassen im laufenden' Jahr, woraus sich ergab, -dass die zurzeit bestehenden sechzig jüdischen Darlehenskassen im ■ laufenden Jahr insgesamt über lüül) Kin/ehlarlehen im Gesamtbetrat: von etwa 7.r)()U(K) RM ausgeliehen, haben. Oherivgieriingsrat i. K. Dr. Siegfried , W e i ssm a n n - Karlsruhe behandelte die Kreditproblennv die sich aus dem Liqui- . datiorisprozess für .Mobiliar-- und Immobiliarkredite ergeben.' Dr. Ernst W e iseen b e r g - Breslau gab eine ITebersieht über die Einsatzmöglicbkeiten von Kleinstkrediten und erörterte die besonderen Bedingungen dieses Kredittypus. Dabei konnte darauf hingewiesen werden, dass in den ersten drei Vierteljahren 193(5 au* Mitteln derjReichsvertretun« über (J00 solcher Kleinstkredito an. Mitglieder vo„ Mittel- und Kleingemeinden als Wirtsrhaftsliiirskredite in Höhe von etwa 75 000 RM ausgelieh..,, wurden. * Die Aussprache, an <W sich u. a. Dr Wiliv Katzer. st ei,,-Bielefeld, K„,ii Jacob-' Schne.deiiH.lil, Wilhelm M a r c u s - Berlin, N. H. ■'?lV^n^?u,^"\"•H,'I^ '• R- Alfred S.c 1. ä f e r - Magdel.mr, ull Landgerichts: rat i I . Max Hayn, a Nlünclie., sowie der - dar .|,-. die Notwendigkeit, des. jüdischen »owie der gle, ergab K o n z e n fr a t i o n a r I e h n s k a s s e n - w e s e n * , n Deut« <• h |;i „ r) ,,,,rar| m,rhoizu. h re„ d,ss ,:■„. Anzahl-von Ka-s,,, Zllr stär-. kling j.'.re.r Leistungsfähigkeit ausgebaut werden eine Zusammenfassung d,r kleiner,,, . Kassen'in 8rus«ere Bezirkskassen erfolgt und dass in Not- St*" «'«• Krr»W,h.hB reiner Gemillut Lhessed-Kassen unumgänglich .sein wird. Der GeneraU-Krelhr d,-r l oundalio... N o e I A r o n ovici, betonte, dass. die Amerrc;,.. Joint Reconstruction l-Y>utidatiori k-n-it si'-i dr,, i„ ,j,»r Sitzung erörtert.-,, z.lr,a.ni,.,nfass.Miden Ausbau h f"';"''"^ ., '-'•N-!n)>k;1,,,1 iM U,,lt,.,lhin(J nach besten Kräften.zu fördern. Die Berufs wünsche der Jugendlichen Ein ■■Veft.'Iei.-h z\v ---iir,i ,|,.„ M-r.if-wiiH«ehi.h unserer' jüdiscl,,-,, j,,,,^,.,, M,.„srlu.„ ,„„] f|f.r anderen Juperid. ist von IMb-,,,..,.. ()(.r sehen Ju^eru! 7,.j.t sirh< wie .;i..s den Mitteilungen v((.)er jüdischer Meratun«stellen und' auch aus der .Besetzung. ,jer Lehrwerkstätten usw. hervorgeht, i„ ]Hz,„r Zeit besondere Interesse für die metallverarbeitenden Berufe, also in erster Linie Tür/die Schlosserei' mit;,llen' ihren NV|,enzwer,en. Da,. -,.,, s,..»,,,, die holzverarbeitenden "Berufe (insbesondere die ver- . schiedenen Arten der Tschlerei) im Vordergrund, lieber die \Viin^-lena.-h ka.ifniiinni-'" «•her Belätiirung sind iiüfi. keine'. ..-enii.»enden Unterlagen - bekannt -ew^de,,.; ,|(l,-h Jf^ridiert ohne /w. ife! ein großer Te l de,- .),,„..„.„ auch nach d:e,er Richlun- Bei ,|,.„ jo 1 — it- ,t Mädel* dürfte;t„ der S,„lz, di.; S-hie-iderei „,d l'ulz-" iitacl'.ere, .:tf.|l»-ri.'llier w.rj man aber" ein weile-• ' res wif!rii'j..-s C„.\,:..\, ,i.e Hn.i-u.rU.-in.r!. ni.-ht verges,;.,, .liirfe,,. Wie Me|,t e, .,,„„ i„.j ,|,.r anderen Ju-end?!l-ieml,;.r „„N-rriclitet „.. a. der Jahresbericht für 10:;.".":;*; de;- |; ic|i-;m-ta|t für Arbeilsvei mittliirig unrl A rb'eii-!(.-e,.versicherung. Ks enjibt sich rfaraij-. dass ji de, Berufsberatung bei den tuünn'irheii Ratsuchenden ebenfalls die Berufe der Ki-en, und Metallerzeugnng und .-Verarbeitung, samt de,,, ..Maschinenbau, d.^r Elektrotechnik. Fe nmerhanik und Optik am begehrtesten wäre,,. Die uä.-hsfeGn.ppe stellen diejenigerr.luL'endür-heri. dirpirn>n kaufmännischen Beruf ergreifen wollen. \>,<\ den 1 weiblichen Ratsuchenden . nahm absolut am stärkster, die Zahl der" M^h hen zu die sich für *snen häuslichen Beruf interessieren. Ihr Anbdl an der Gesamtzahl der |{at-ucheride„ stie<» auf mehr als ein Vierte!. l),.r, o,,;-,ter. 'leiF der Ratsuchenden stellten nach wie vor jene Mädchen, die in kaufmännische Berufe --intreten wollten. Auf mehr als das Doppelte ist die Zahl der weiblichen Ratsuchenden angewachsen, die einen Textilberuf zu ergreifen wünschen.