Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 51 (17.12.1936)
- Date
- 1936-12-17
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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- Alfred Auerbach 1× ep/1023344
- Ferdinand Hiller 1× ep/1026115
- Franz Werfel 1× ep/1000003
- Gelsenkirchen 1× ep/1044605
- Gustav Mahler 1× ep/1025344
- Ignaz Moscheles 1× ep/1026463
- Leontine Sagan 1× ep/1023661
- Richard Tauber 1× ep/1025682
- Rio de Janeiro 1× ep/1045558
- São Paulo 1× ep/1045639
- Wrocław 1× ep/1002369
- Émile Zola 1× ep/1025797
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: \; - /C” Konzerte und Vorträge im Reich Das frühere Rhein-Main-Orchester gastierte als Orchester der Jüdischen Kulturbünde unter seinem neuen-Leiter Professor Julius Prüwer zum ersten Male im Rhein-Ruhr» Bezirk.. Ter. Dirigent weis; trotz der Schwierigkeiten. die sich in dec Zusammenarbeit zwischen einem jung.erstandenen, eben.erst erzogenen Ton- Körper und einem diesem fremden Staosührer er* . geben, seinen .Platz am Pult in Elsr.cn zu behaupten. AlsErvsfnungsmnsik hörte man die Ouvertüre ^Meeresstille und glückliche Fahrt" von Mendelssohn, die höchst spannend/und: charakte- ' ristisch in der Tonmalerei wicdcrgegebcn wurde. Mozarts kleine O-ckur-Tinfonic erklang in einer, wenn auch noch nicht ganz ausgeglichenen, so doch beachtlich« Darstellung. Als scharf profilierte Persönlichkeit war Prüwer erst in der Aufführung der 2. Sinfonie von Beethoven zu erkennen; er hat nicht die mitreißende Kraft, den feurigen Enthusiasmus etwa seines Lehrers. Hans Richter, doch bleibt er immer durch die vornehme Kultur seines musikalischen Wesens eine äußerst sympathische Erscheinung vor dem Orchester. Wärmste Anerkennung wurde den Gästen zuteil, die die vorstehend genannte Programmfolge in Köln, Aachen, Dortmund und Essen boten, tvährcnd in den übrigen, dem Kulturbund Nhein-Nuhr angeschlossenen Städten. Duisburg, Gelsenkirchen, Krefeld- Recklinghausen und Wuppertal, Werke von Hägdel. Bach (Violin-Kvnzert E-äur. Solist: Ernst Drucker) und Robert Fuchs gebracht wurden. - ,. . — yo— Dem Konzert' in Recklinghausen ging ' eine Chanukkafeierstunde mit Ansprache von Rabbiner Dr. S. A ne r ba ch voran;, an der Ausgestaltung der Feier wirkte das Orchester der Kulturbünde Unterhaltung in gepflegter Form vermittelte ein Gastspiel des Schauspielerensembles des Jüdischen Kulturbundes Hamburg in Frankfurt a. M. Musik, Tanz, Chansons und Rezitationen (der ausgezeichneten, in Frankfurt noch von.ihrer früheren Tätigkeit her bekannten Jenny B e r n ste i n- Schasfer) ergaben einen netten, nicht ällzu anspruchsvollen Kabarettabcnd. der durch gelegentliche. Hamburger und Berliner Nntertöne eine gern gehörte eigene Nuance erhielt. Gewiß war nicht alles 18karätig, aber eine, gemütlich-sympathische Stimmung wurde durchweg erreicht. Das dankte man den Künstlern, zumal Kurt A p P e l, Erna C v h n ° L o r e n z, Klaus B rill, Marie Luise Bruch, Fritz Ben scher und Jakoba Ellen z tve i g, dem Pianisten Kurt Behrens und ihrem künstlerischen Leiter Dr. Hans B u x b a u m. Ein kleines Schnitzler-Spiel ,.D a s B a c ch n s f e st". bei dem noch Fritz Nt e l ch i o r und Fried! Münzer in größeren Rollen hinzütraten. zeigte, wie der Wiener Dichter ein heikles . Thema lässig und mit jener, für die Donaustadt charakteristischen ironisch-überlegenen Art behandelt hat. —tt. Bon den künstlerischen Beränstaltungen in der Dresdener Gemeinde während der letzten Wochen find außer den hier schon genannten die folgenden wert, hervorgchoben zu werden. Zwei Theaterabende der Hamburger Kulturbund- . Bühne: Calderons launiges Spiel von „Dame Kohold" (wobei ein kleines Dresdener Streich- Orchester die charakteristischen Zwischenakt-Musiken van Kapellmeister Behrens spielte) und Molnars „Große Liebe" fanden auch in Dresden eine lel>- hafte dankbare Ausnahrsie. — Zur Erinnerung an Franz Liszts 50. Todestag sang. Herta M a u tner-Falk.Lieder Liszts, ihren schwürine-rischen Grundcharäktcr wärm wiedergebend. Ihr Begleiter. Siegfried Sonnenschein. spielte mit Walter Gold mann zusammen an zwei Klavieren eine der schönsten sinfonischen Dichtungen von Franz bus versah den Orgelpart mit gewohnter.Sicherheit. Den besonderen Dank aller Mufikliebhaber erwarb sich der Kulturbund Königsberg i. Pr. Liszt „LeS Pröludes". Eine vorhergehende Betrachtutia SüldmannS über Leben und Werke des Komponisten war allerdings in Inhalt und Form mißglückt. — DaS Gastspiel der Jüdischen Klein* kunstbühne..De r b un teKarren" gewann sich mit. der Mehrzahl seiner Nummern das .vollste Interesse. Dr« ostjüdischen Volkslieder in ihrer bewegten szenischen Darstellung vergißt man kaum wieder.. Der. ideenreiche Leiter Friedwald ging in seinen witzigen Ansagen freilich manchmal hart an die Grenze des Geschmackvollen. Für die Kinder mären die /Künstlerischen H a n t>. - p u p pen s p iele . jüdischer Schauspieler" unter Leitung Max Wächters eine besondere Freude. Die bewccht primitiven Handpuppen (Kasper. Prinzessin, Zauberer und König) regten das Kinderpublikum zu lebhaftem Mitspielen an. E. B. Im Jüdischen Musikverein Breslau konzertierte die Breslauer Mezzosopranistin Ruth Hennig mit. dem Berliner Oberkantor Julius Peiss a ch o w i t s ch. Die Sängerin hatte sich diesmal nur fremdsprachige Lieder und Arietten ausgewählt, die zwar der Eigenart ihrer warmen, resottanzkräftigen Stimme und ihrem Vortragstemperament besonders entgegenkamen, ihr ganzes Können jedoch leider nicht ausreichnv dokumentierten. Die technische Ausscitnng ließ auch bezüglich der Texte eine sehr gewissenhafte Borarbeit erkennen. Peissachowitsch ist ein kultivierter Sänger, der sein volles, nur in der Höhe etwas eng begrenztes Material charakteristisch und durchaus im Sinne des bol conto auszuwerten versteht./ Bei der Interpretation Schubertscher Lieder — er -sang außerdem Verdi, Gounod und Kowalski — überwog bezeichnenderweise der Lyriker. Der Der* einigung beider Stimmen hörte man in den jüdischen Duetten mit großem Interesse zu. Kurt Havellands Begleitung war/eine künstlerische Glanzleistung. Hff. Ehemjo W i nawer und seine 80 Sänger errangen sich bei ihrem ersten Auftreten im Jüdischen Kulturbund Hannöver einen durchschlagenden Erfolg. Bon den eindrucksvollen Gesängen übten die tiefste Wirkung na. das ,.0i»nöm Iren" und die palästinensischen Hirtenlieder aus. Die Mitglieder des' Kulturbundes Hildesheim hatten Gelegenheit, in Hannover Chemjo Winawer und seine Schar zu hören V 0. Bstn.' Die Kulturarbeit, die in Saarbrücken in Form von Gcmeindcabenden durchgefiihrt wird, brachte einen Bortrag von Professor Dr. Samuel Billigt; eimer (Mannheim) über den „Wan* del der Gebetausfassung im letzten Jahrhundert' Es war eine Abhandlung, die der Vertiefung durch die Arbeit der Lernenden würdig ist. Bei dem neuen Zustrom zu den Synagogen ist es besonders Notwendig, diese Bewegung des Zurückflutens nicht einfach'hinzunehmen, sondern die wissenschaftlichen Strömungen zu untersuchen, die dazu geführt haben, eine neue Stellung zum Gebet zu gewinnen. — Ein Rezitationsabend von Alfred Auerbach (Frankfurt a. M.) wurde zu einer Feierstunde, die durch die Verbindung mit guter Mischer Literatur zu seelischem Entspannen führte. —ä. „Sang und Spiel in Israel" lautete das Thema des Gemeindeabends in Königsberg i. Pr., per eine zahlreiche Zuhörerschaft tn der Synagoge vereinte. Gemeinderabbmer Dr. Reinhold L e w i n gab ein farbenreiches Bild von Psalmen und Liedern der Bibel. Die musikalische Umrahmung. um die sich der Synagogenchor unter . Leitung seines Meisters Badrian sowie die bekannte . heimische Künstlerin Hedwig Wieck- Hulisch (Bratsche) sehr verdient machten, war besonders sorgfältig vorbereitet. Organist Jakösie auch die Violine meistert. Hervorragend führte Bruno Glatze den Klavierpart. Mozarts bekannte Sonate für zwei Klaviere brachten Frau Hirsch-Nemenoff und wiederum Bruno Glave in selten gehörter Bollendung. bl. A. Unter den Werken moderner jüdischer. Komponisten. die an einem Abend bei Weil, großenteils erstmalig, zu hören waren, erschien Kowalskis Liederzyklus „?1errot luasire" als weitaus überragend; allein schon der Reichtum rhythmischer Einfälle, die außergewöhnlich originelle und doch stets zwingende Deklamation sichern diesen Stücken einen bevorzugten Platz im jüdischen Schaffen der Gegenwart. Die wortgezeugte Art dieser Musik fordert eine Jnterpretatwn, die vom Sprachlichen ausgeht: Sigbert Steinfeld 8 Gestaltungsweise bestimmt sich mehr vom Ton her, wiewohl man dem stimmlich sehr defähigten - Sänger gern eine' spürbare Vertiefung auch des Ausdrucks bestätigt. Bernhard C h z r e - l i tz e r setzte sich mit dem edlen Timbre seines Tenors für Ernest Bloch ein: vier „Herbstgedichte" bergen im einzelnen reizvolle Stimmungs- Momente, sind aber als Ganzes nicht kontrastreich genug. Bei Blöchs 114. Psalm hat man den Eindruck, daß die Sphäre des. Artistischen nicht -überschritten wird. Eine Cellosonate von Dr. ArtWr Wolfs bietet dem Spieler eine dankbare Partie, die Möglichkeiten des Instruments: sind gut genutzt; doch bleibt der erste Satz gänzlich Brahms verhaftet; der zweite wagt zwar den Borstoß in. etwas modernere Bezirke, entbehrt aber ebenso wie der letzte, der stellenweise ins Triviale ab-- gleitet, allzusehr der eigenen Note. Vielleicht gelingt der sauberen Kompositionstechnik Wolffs in kleinern Formen Stärkeres. Gottfried Zeelander bewährte hier und in einem Respighi seine meisterliche Grisfertigkeit und eine Käntilene, die bis in die höchsten Lagen ihren Schmelz bewahrt. Am Klavier waltete Dr. Willy Aron mit Temperament und Geschmack.; H. Fr. Felix Mendelssohn-Bartholdy und . Gustav" Mahler, ihr Leben und Wirken, ihr musikalisches Schaffen und ihre Bedeutung für ihre Zeit wie für die Nachwelt standen im Vordergrund des besonders anschaulichen Kulturbund Vortrages, den Dr. Anneliese Landun über jüdische Musiker in Deutschland und Oesterreich während, des 19. Jahrhunderts hielt. Das Zeitgeschehen. Milieu' und Laufbahn, die Persönlichkeit des Komponisten, der Mensch: das alles wurde nicht kurzerhand geschildert, sondern, dem Hörer lebensvoll nahegebracht. Kürzer.;. T. sogar mehr summarisch, wurden bis aus Mendelssohns begabte Schwester Fanny und den Komponisten Karl Goldmark — die übrigen nennenswerten Musiker behandelt, zumal ihr Werk cheute meist als verklungen bezeichnet werden kann, io u. a. der Schumann-Vorgänger Ferdinand Hiller, der Pianist Stephen. Heller, der vor allem als Musikpädagoge , bekannt gewordene Ignaz Moscheles. Wolsgang Ross bewährte sich als ungewöhnlich seiner Interpret einiger Klavierwerkr aus jenem Zeitraum und begleitete Cilty Zu km a n n - B i zo n y beim Bortrag von Arien und Liedern. E.G.L. Im Berliner Kulturbund bereitete Johanna : Meyer die Atmosphäre behaglicher Wärme um jüdische Vergangenheit, die sie aus Auszeichnungen jüdischer Familien dem auf die Erhaltung traditioneller Werte mehr denn je bedachten Gegenwartsjuden nahezubringen suchte. Diese Auszeichnungen sollten, wie Dr. Artur Czellitzer, der Vorsitzende der. Gesellschaft für jüdische Familienforschung, in einigen einführenden Worten bemerkte, eine Ergänzung bilden zu der bunten Ahnengalerie, die das Berliner Jüdische Museum zurzeit .in einer, besonderen Ausstellung zeigt. Das Material, das Johanna Meyer z. T. aus vergilbten Manuskripten zusammengetragen hatte. ' konnte diesen Zweck trotz oder vielleicht gerade "wegen seiner literarischen Anspruchslosigkeit durch-. aus erfüllen, auch wenn die Auslese selbst nicht sehr reichhaltig und der zeitliche Rahtnen nicht sö weit gespannt war, wie ihn etwa Hans B ach .. in ' seinen vor kurzem erschienenem „Jüdischen Memoiren" um drei Jahrhunderte gezogen hat. Die Vortragende beschränkte sich vielmehr ,m wesentlichen auf die Wiedergabe einiger autobiographischer Erzählungen aus dem 19. Jahrhundert, in dem die Mcmoirenliteratur ja beinahe unerschöpflich ist. Ueber die Schilderung einer jüdisch-religiösen Häüslichkeit hinaus,»wie sie die kunstlos-einfache Niederschrift Leopold Löwes zur Erinnerung an seine Mutter Adelheid Löwe oder die Kindheitserinnerungcn des alten Berliners Dr. Martin Lövinson lebendig werden ließen, führte eine liebenSwürdig-heitere Reminiscenz zu Moritz Mond, den Großvater des bekannten Industriellen Sir Alfred Mond (der als Lord Melchett im Jahre 1930 in England gestorben ist). Mit ihrer schlichten und behutsamen, niemals gespreizten oder absichtlich übersteigerten Kunst des Vortrages, der eine saubere, gepflegte Sprachtechnik die sicherste Stütze bietet, wußte Johanna Meyer diesem originellen Erinnernngsblatt, in dem jüdische Pietät und jüdischer Stolz auf die reizvollste Art anklingen, eine tiefergehende Resonanz zu schaffen. H. L. _ . Eine Winterhilfs Veranstaltung im Berliner Friedenstempel wurde durch eine Ansprache des Gemeindevorsitzenden Direktor Heinrich Stahl eingeleitet. Ein Referat-von Rabbiner Dr. Max Nußbaum stand im Mittelpunkt: „Das musische Element in der jüdischen Seele." Bon Husserl und Scheler ausgehend, versuchte Dr. Nußbanm populär-wisiensckiaftlich, die materiellen, vitalen, geistigen und religiösen Werte und , Leistungen in der Geschichte des Judentums zu skizzieren. Durch fatsche Disposition karnen die mnsikalischeil Darbietungen an diesem Abend — . der doch in erster Linie ein Konzertabend sein sollte — etwas zu kurz. Oberkantor Karl Neumann zeigte die virtuose Beherrschung dxs östlichen Chasonus von Koloratur bis Falsett. Die hohe Kunst Susanne L o e w e n st e i n s zu besprechen, hieße nur oft ausgesprochene Bewunderung wiederholen. Die Sängerin gestaltete Schubert und Händel. Auch einem kurz vorher in der Synagoge Levetzowstrgße veranstalteten Wohltätigkeitskonzert hatte sich Susanne L o e w e n st e i n gewidmet, für das sie die „Elias"-Arien erwählt hatte. Hier war Hermann Sch e h der andere Solist; der prachtvolle Baritoü klang in edlem Wohblaut und in der vornehmen Sangeskunst, die ihn'vor allem auszeichnet. Wie Dr. N u ß b a u m. der über ethische Probleme des Judentums sprach, war an beiden Abenden das aus tüchtigen Solisten zusammengesetzte Jüdische Kammerorchester (Diri* gent: Edvard Moritz) beteiligt, das kürzlich an dieser Stelle gewürdigt wurde. Kai. Jüdischer Kulturbund Berlin. Das Mayer- Mahr - T r i o (Professor Mayer-Mahr, Klavier, ' Wladislaw Waghalter. Bioline. Leo Rostal. Violoncello) gibt am 14. Januar 1937, 20% Uhr. im Bach-Saal, Lützowstrahe, ein einmaliges Sonderkonzert. Das bis zum Frühjahr 1933 in anderer Besetzung. bestehende Mayer-Mahr-Trio genoß in der Müstkwelt hervorragenden Ruf. Rembrandt auf der Leinwand In Amsterdam läuft der neue Film „Rembrandt" des Regisseurs Alexander Korda, und überall gibt es lebhafte Debatten über die Vorzüge und Mängel dieser-Schöpfung. Um die Mängel vorn'egzluielnncn: sowohl die Regie wie ' auch das Manuskript von Carl Z u ck m a y e r lassen manches vermissen; die Kulissen sind denkbar schlecht, und cs ist kein Wunder, daß man gerade in Holland darüber teilweise recht ungehalten war;. der Spielhandlnng, so wie sie /durch den Autor gestaltet -ist. fehlt die Geschlossenheit. Der Rembrandt-Filin ist auf jeden Fall ein großes Erlebnis, schon dnrch die herrliche Leistung /von Charles Langhton. Es ist der große Künstler, der hier vor die Menschen hintritt und der den großen Künstler geswltet: den Meister, beladen mit der 'ganzen Schönheit und Schn'ere seiner Sendung, schon mild mnschattet vom Al>eiid seines Lebens.^/Der Film beginnt mit dem Tod Saskias, der üp^r alles Geliebten, lind dann bringt er Szenen von.einer Schönheit (auch.inHer.Photo-., graphie) und Eindringlichkeit, die alles Fehlende aufzuwiegen imstande sind. Mit dem Tod der Gattin-beginnt der schiverc Niedergang im äußeren Lebeiu des Meisters. Eine schreckliche Zeit des. Unverstaydeuseins im eigenen Hanse und in der weiten Uingebnng Rembrandis wird überwunden, iind Hendrickjg. die schlichte, opferwillige und wahrhaft liebende Frau, begleitet ihn in seine Armut. Ter Sohn Titus wächst heran und ist Bladell zu vielen Schöpfungen. Und der Bleister ist weiter immer an? der Suche. Bon der Straße holt er sich einen Bettler, fttzt ihn mif einen Thron, reicht ihitt eine Krvrie. ihm aus der Bibel erzählt, wird der Zuschauer erschüttert Zeuge, wie der unwissende Bettler mit -Rembrandts Worten wirklich zum König Saul wird — bis sich draußen vor dem Atelier wieder die fordernde Stimme der Gläubiger erhebt und die Wirklichkeit hart die Szene zerreißt. Man sieht zu wenig vom Reinbrandt-Haus in der Jvdenbreestraat und allem was dazu und zu einem großen Teil seines Lebens gehört hat. Der Freund und Arzt Manasse mit dem seinen alten Jndenkvpf steht etwas an der Seite, aber er ist doch da wie eine Tröstung. Die Biliel, die das -Leben dieses Meisters wundervoll getragerr hat,, taucht lucht immer in den besten Szenen auf; aber _ tfjre Weishest schwingt, doch in der Gestaltung der Rembrandtsigur im Film, in Worten und Gebürden. Es war nicht umsonst, daß Charles Langhton vor Beginn der Aufnahnren zu den: Film Tage und Tage vor dem letzten Selbstbildnis Rembrandts verbrachte, das im Rijksmuseum in Amsterdam hängt. Er vermochte es, «in ungewöhnlich starkes Erlebnis zu geben, und man soll das Erlebnis mcht schmälern. ' Hilde Marx. Theater, Musik, Film Im Theater an der Wien 'gelangt als Silvesternovität „Ter Raub der Sabinerinnen" mit Albert Bassermann. Felix, B ressart. Otto W a l l b n r g und Else B a s s e r m a n n in den Hauptrollen zur Ausführung. In dem großen Melodrama „Careleß Raptnre" ' von Jvvr Nvvello, das am Drury-Lane-Theater in London mit außergewöhnlichem, eine lange - .Dauer versprechendem Erfolge in Szene ging, führte Leontine Sagan die Regie. Die Vorstellnngen. sind seit Monaten ansverkaust. In den Jüdischen Künstlerspielen in Wien hatte ein neues Volksstück „Ein Herz, das bangt" voü'A. L e s ch. in der musikalischen Bearbeitung von DI» Lonbotzky, großen Erfolg. Verdis Oper „Don Carlos" ging in der textlichen Neusassung von Franz Werfel und Lothar Wallerstein an der Stäatsoper in Wien n^ueinitudiert in Szene. Bruno W a l t e r leitete die Aufführung; den König Philipp sang ->er Kipn i s. . Im 4. Abonnementskonzert des Musikvereins St. Gallen trat Arthur Schnabel als Solist auf und wurde nach der Wiedergabe von Beet- Hovens 6-äur-Klavierkvnczrt sowie einer Schubertschen Klaviersonate stürmisch gefeiert-. Der Belgische Rundfunk (Flämischer Sender) übertrügt am 19. Dezember, 17 Uhr, ein Richard- ° Wagner-Konzert aus"dem Kgl?Theater in A ntw e r v e n.' Alexander K i p n i s - singt auS den . „Meistersingern" und dem „Pürsifal". / * ■ . ■ Ignaz Friedm a n n gab in L o n d o n einen erfolgreichen Klavierabend. Als Silvestervorstellung bringt die Staatsoper in Wien „Die Fledermaus" von Johann Strauß. Es dirigiert Bruno Walter; den Alfred singt Richard Tauber. * In den Jüdischen Künstlerspielen Wien ging die musikalrsche Komödie „Rebbenin" mit David- S eidermann und Chana Lern er erstmalig in.Szene. Die in Leipzig lebende Pianistin Tanja Zunser-Nrh gab Konzerte in Amsterdam und im Haag und wurde in der Presse als eine hervördgende Künstlerin bezeichnet. Werner Singer, der seit einem Jahr Erster Kapellmeister am Städtischen Theater in Rio de Janeiro ist, leitete, wie deutschsprachige brasilianische Zeitungen Mitteilen, mit großem Erfolg Siegfried-Aufführnngen in Sao Paulo und Rio de Janeiro. / Im Oircolo Musicals Ietter«rio in Mailand sang Edgar Alexander/ Hans Baer. der Leiter dieses Instituts, begleitete. Bertlies Wein schenk sang vor kurzem in Florenz und Forte bei Atarmi in Konzerten, die der Solobratschist des Philharmonischen Orchesters New-Dork veranstaltete,"mit großem Erfolg. Die Sängerin wird demnächst auch in Amerika austreten/ * Die- Operettensängecin Rosl A l b a ch - G e r - st el, Breslau, sang ,n der preisgekrönten Sendüng des Wiener Rundfunks „Reise durch Sara Goldstei'n veranstaltete in Pari? einen Abend, an dem sie volkstümliche italienische, rumänische, russische und hebräische Lieder zu Gehör brachte. Im Raimund-Theater Wien spielt Ludwig Donath die-männliche Hauptrolle in der Eröffnungsvorstellung der Operette „Drei arme, kleine Mädels" von Walter Kollo. * - Nach Aufhebung des Londoner Verbotes, das, Leben der Königin Victoxia zu verfilmen/kündigte Alexander Korda einen Victoria-Film an. Eine englische Filmgesellschaft hat die Vorarbeiten zu einem neuen Film ausgenommen, in dessen Mittelpunkt Emile Zola steht. /Die Regie", wurde Richard Oswald übertragen, der auch den Dxeysuß-Film inszeniert hat. Aus Musik-Zeitschriften Die Wiener Musikzeitschrift .Anbruchs brachte eine Aufsatzreihe „Wiener Opernstil in großen Epochen", die aüch für uns vielfach von Interesse ist. In dem Abschnitt ..Opernleidenschaft ,m Bor- März" lesen wir: ..Mit der bedeutendsten Erjcheinung des Jahres 1839,' Meyerbeer8 „Hugenotten", war das Josephstädter Theater dem Kärutnertor-Theater zuvorgekommen. Sie wurden im Auftrag der Zensur einer gründlichen Bearbeitung unterworfen, die Oper hreß „Die Ghibellinen in Pisa"... Nach der Aufführung konnte darüber kein Zweifel sein, daß das Kärntnertor- Theater bald mit einer solchen Nachfolgen-müsse. Als sie angekündigt wurde, stieg die Erwartung " des Publikums ins Ungemessene, acht Tage früher schon wurde keine Vormerkung auf Sperrsitze mehr angenommen. Der Zudraim zur Vorstellung selbst war-wirklich beispiellos. Von Mittag angefangen wurde das Theater förmlich belagert, und um 5 Uhr waren alle Plätze bereits überfüllt... Konradin Kreutzer dirigierte . . Die Arktik spendete nichts als uneingeschränktes Lob. das wir in allen' fernen Phasen kaum zu wiederholen brauchen." Der Artikel erzählt dann von den Schicksalen der Berdi-Oper „N a b u c c o“, .die uns . von der Berliner Kulturbundaufführung her ver* traut ist: „Schon am 4. April 1843 kam wieder ein neuer italienischer Meister nach Wien, es war Verdi mit seiner Oper „Nabucodonosor". Wenn die Lper den Erwartungen nicht vollkommen entsprach, so war der Gesamteindruck und die Äufnahme des Werks , doch immerhin von der Art, daß sowohl der Maestro als die Sänger damit zufrieden sein könnten." Der ausführliche und begeistert schildernde Artikel über die „Mahler- Zeit" ist dem Buch „Die Wiener Oper" von Paul Stefan entnommen. . I