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Central-Verein-Zeitung · 1936-12-17 · 51 (17.12.1936) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
51 (17.12.1936)
Date
1936-12-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Magister Kirsch e«r |nte Ukör, Magister MUncHanVIl Praktische Vorschläge Zur Frage der älteren Angestellten Verteidiger weigerterr sich, ihn vor Gericht zu ver- Noch ein anderer Progromprozeß ist in Vorbereitung. Wegen Teilnahme an den judenfeindlichen Ausschreitungen. die im Frühjahr in dem Städtchen Minsk-Masowieck .stattfanden, find 26 Personen vor sechs Monaten in Untersuchungshaft genommen worden; nach Ablauf der gesetzlichen Untersuchungsfrist von einem halben Jahr sind nunmehr drei von ihnen, die übrigens der nationaldemokratischen Partei angehören, Jrüffreien Fuß' gefetzt worden. Nach Abschluß der Bor- Untersuchung' ist das Verfahren bei der Staats- ' anwaltfchaft anhängig. Aus der .nenen Einwanderungsschednle sind 5 9 0 Z e r t i f i k at e auf die polnische Alija entfallen. Im Hinblick darauf, daß Zehntausende auf Zertifikate warten, empfindet die polnisch.jüdische Bevölkerung die Zuteilung einer so geringen Zahl — bekanntlich wurden von der Madatarmacht für das laufende Halbjahr insgesamt 1800 Zertifikate' aus gegeben eine schwere Enttäuschung. Es verlautet, daß der berühmte Ge rer Rebbe, der chassidische Rabbi von Gora Kalvaria, sich in nächster Zeit nach Palästina begeben wird. Seine Anhänger haben.ihn von dem Entschluß. sich dauernd dort niederzulasscn, nicht abzubringen vermocht. Antisemitische Bewegungen Tie in Herinannstadt erscheinende, von Karl Hermann T h ei l herausgegebene auslandsdeutsche Zeitschrift ..Volk im Osten" (3. Jahrg.. Nr. 20)' hat ein Sonderheft „Aufbruch der Staatsvölker" herausgebrächt, das auch für - uns beachtenswert ist. weil die verschiedenen Beiträge u. a. auf judenseindliche Strömungen Hinweisen. In einem Aufsatz „Polnisches Werden" schreibt Heinrich Weiß ül>er die nationaldemokratische Fronde: „Das brennende Problem der Lösung der jüdisclM Frage und die antisemitisclie Parole der Nationaldemo. SCmTf FSKART E N nach Amerika — Afrika — Australien — PalBstina für alle Linien J ADLER a raleBtine & Orient Lloyd. traten schafft ihr verstündlicherweise auch die wachsende Anhängerschaft studentischer Kreise. Eine Lösung dieser Frage vom Standpunkt der Rasse dürfte der Augenblick sein, wo ein aufbauender Einsatz dieser in heißer Liebe zu ihrem Volk, strebenden Fügend für den .positiven Nativnalismus' möglich fein wird." — Ter Herausgeber der Zeitschrift, Karl Hermann T h e i l. deutet in feinem Aufsatz „Rumänien: die Reaktion eines gesunden Volkes" das Anwachsen der judenfcinMidjen Bewegung in Rumänien als ein Zeichen des völkischen Aufbruchs. „Tas Judentum", so urteilt er, „bildet heute für Rumänien eine Gefahr nicht nur als Träger des Bolschewismus und als Parasit am rumänischen Volkskörper, sondern es l>edrvljt^die Lebeusgrundlagen des RumänentumS, indem feine Angehörigen nicht nur als eine parasitäre Schicht von Kanfleuten, sondern auch als Baue.ru und Handwerker dem rumänischen Volk seinen Lebensraum streitig maäien." Ein anonym erschienener Aussatz „Sudslawien": erste Anfänge" weist u. a. auf eine neue judeufeindliche Strömung hin: „Es ist dies die antisemitische .Gospodarsla Glvga', deren Ziel die Ausschaltung des Judentums aus dem Wirtschaftsleben des^Staates. vor allem des Bauerntums ist. Bisher hat sie allerdings noch nichts anderes aufzuweisen, als einige eingefchlagenc Scheiben bei Juden und einige Einkäufe auf Getreidemärkteu, wobei sie mehr l>e,zahlt als die Juden. Toch verbreitet sie sich sehr rasch über das ganze Land, und cs sclieint ihr. doch mehr Bedeutung zuzumessen zu sein, als dies die zumeist jüdisch beeinflußten Zeitungen wahr haben wollen." I'. F. Ani 23. Oktober starb in Kings William Town (Südafrika) der Senator Franz Ginsberg. Ginsberg, der aus Oberschlesien stammte, spielte jahrzehntelang eine, führende -Rolle ..im öffentlichen Lebeu Südafrikas. Unser Bild zeigt ihn in seiner Amtstracht als Bürgermeister von King Williams Town. ' Man muß dem C.-B., und der C.-B.-Zertung großen.Dank dafür wissen, daß sie sich (vgl. E.-B.» Zeitung Nr. 47 vom 19. November und Nr. -18 vom 26. November) der Frage um die Zukunft des arbeitslosen älteren jüdischen Angestellten und damit des Problems der Zwischengeneration am genommen haben. Es hieße aber.ein von vornherein aussichtsloses Unternehmen beginnen, wollte man . der Wirtschaft die Einstellung von älteren Angestellten auf Arbeitsplätze zumuten, auf denen diese nicht notwendig sind. Der Kampf kann also nur 'dahin gehen, Arbeitsplätze frei zu machen, die für ältere Angestellte geeignet und für ihre jetzigen Inhaber nicht lebensnotwendig sind, ohne dadurch die Betriebsrentabilität zu gefährden. Man kann aber nicht, wie dies leider vielfach in Veröffentlichungen geschieht, auf der einen Seite den älteren Angestellten zusichern, man werde für sie Arbeitsplätze schaffen, und gleichzeitig, den jüngeren versprechen, daß die Maßnahmen sich keinesfalls gegen sie richten würden. Denn die Freimachung der Arbeitsplätze kann zu einem beträchtlichen Teil nur mit Verständnis der Jugend für diese Frage geschehen, vielleicht sogar auf ihre Kosten — aber nicht zu ihrem Schaden. Läßt man die Dinge nämlich so laufen, wie sie jetzt gehen, so wird die jüngere Generation über kurz öder lang dasselbe Schicksal erleiden, wie jetzt die Zwischengeneration, denn die Heranwachsende Jugend, soweit sie nicht auswandert, wird durch ihre billigere Arbeitskraft die heutige Jugend ebenso aus ihren Stellen ver-. drängen, wie d,iese es getan hat. Die Verbleibenden werden durch die Zwischengeneration, die völlig verarmt und arbeitsunfähig geworden sein wird, derartig belastet sein, daß die Aufrechterhaltung einer Gemeinschaft nicht nur unmöglich sein wird, sondern daß darüber hinaus jeder Verdienst aus der Arbeit durch die notwendigen Unterstützungen aufgezehrt wird. Neben, ja beinahe noch vor den Arbeitsstellen der Jüngeren sind die der D o p p e l v e r d i e n e r für die Zwischengeneration zu beanspruchen. Es geht in der Regel nicht an. daß Mann und Frau in einer Familie arbeiten und dchcaus jeder für sich Einkommen beziehen, aus denen gut zwei Familien erhalten werden könnten: ebensowenig erscheint es gerechtfertigt-^daß Aerzte, die sowohl aus ihrer Privatpraxis als auch aus ihrer Kassenpraxis ihr gutes' Einkommen ziehen, bei der Vergebung von honorierten Stellen, die mit gleichwertigen Medizinern, die ihre Kaffen verloren haben, . ebensogut beseht werden könnten, berücksichtigt werden. Ebenso muß der mit einer Pension versehene Beamte, soweit diese für feine Lebensbedürfnisse als ausreichend angesehen werden kann, hinter dem zurücktreten, der nichts mehr hat, weil er einem freien Beruf angehvrte oder als Angestellter tätig war. Tenn das Kernproblem ist ja nicht, wie man die eine oder die andere Stelle frei machen kann, sondern es liegt erheblich tiefer: Es geht um die Ueberwindung des Wirtschaftsegoismus in einer Notzeit, um die Selbstbescheidung des einzelnen zugunsten der Gesamtheit, mit der der einzelne, mag er es im Augenblick spüren oder.nicht, auf Gedeih und Verderb verbunden ist. Daraus muß deshalb nicht nur in Zeitungsartikeln oder von der Kanzel herab, sondern durch die jüdischen Organisationen in ihrem Handeln im täglichen Leben das Hauptgewicht gelegt werden. . Wie kann aber, wird man fragen, eine Gemeinsdjaft, der Zwangsmittel nicht zur Verfügung stehen, diesen Kampf gegen den Egoismus und für die gerechtere Verteilung der Arbeitsplätze durchführen? Allein schon die Tatsache, daß die jüdischen Organisationen auf dem Gebiet des Wirtschaftslebens für den einzelnen Arbeitgeber nicht zu verachtende Faktoren darstellen, kann zur Aus- Übung dieses Einflusses bei der Vergebung von - Aufträgen, Subventionen oder Krediten benutzt werden. Daneben Kag aber der Umstand nicht außer acht gelassen werden, daß sich durch Heranziehung von Menschen, di« für-sich und ihre Unternehmungen die für das Wohl der Allgemeinheit geforderten Richtlinien durchgesührt haben, zum Ehrendienst die Durchsetzung des Gewollten in recht beachtlicher Weise fördern läßt. Voraussetzung aber hierfür ist, daß einmal erst der feste Wille zur Durchführung eines Planes vorhän- Nnch die Beschaffung neuer Arbeitsplätze ist bei vorhandenem guten Willen durchaus möglich. Vier Wege bieten sich hierfür. « Ueberführung von jugendlichen—weiblichen Hilfskräften zur Hausarbeit. Die'Durchsetzungsmöglichkeit besteht darin, daß die Gewährung von jüdischer Wohlsahrtsunterstützung an weibliche Jugendlickte von dem Nachweis einer bestimmten Zeit abgeleisteter Dienste als Hausgehilfin abhängig gemacht wird, wobei natürlich in jedem Einzelfalle persönliche Ausnahmey zugelafsen werden können^, Mmtvandlung von ehrenamtlichen in bezahlte Posten. Hier ließen sich ohne Not Arbcitsmöglichkeiten als beratende Juristen oder Aerzte bei den jüdischen Wohlfahrtsämtern sckiaffen. Tie Zusammenfassung von bisherigen NebenertvcrbSguellen zu einer Hanpttätigkeit kann auch heute noch im Wirtschaftsleben neue Existenzen schaffen, . Neben_dem Stundenbuchhalter oder Bücherrevisor mag der" Stundenkorrespondent Öen" kleinen Kaufmann oder Gewerbetreibenden betreuen und ihn vor den Folgen einer mangelhaft geführten Korrespondenz bewahren. Ties nur ein Beispiel für viele.. Und ickuießlich und hauptsächlich: Tie Produktivierung der WohtsahrtSmittei. Statt Arbeit-?- losen Zusatzspenden von 3 bis S RM zu -zahlen, mit denen ihnen letzten Endes nicht grundlegend geholfen ist, sollten diese Mittel durch prodrcktive Anlage neue Arbeitsstellen schaffen und den Einbau stillgelegter Kräfte in - den Wirtschaftsprozeß ermöglichen. Einige Beispiele hierzu: Firmen, die statt jüngerer ältere Angestellte zu einem höheren Tariflohn auf. eine längere Zeit einstellen, sollte der Unterschied-zwischen dem Ursprungs- und dem Mehraufwand ganz oder teilwe.ise ersetzt werden, gegebenenfalls durch Steuer- ' gutscheine: Oder: Viele, die Deutschland verlassen, sind im Besitz von brauchbaren Außenständen, die sie nicht mehr einziehen können oder die auf Sperrkonto fließen würden. Die Abtretung solcher Forderungen an die Wohlfahrtsämter würde sich in vielen Fällen erreichen lassen; die Einziehung dieser Beträge durch diese Aemter unter Heranziehung der Wohlfahrtsempfänger, die ja leider sehr häufig zu den kaufmännisch gebildeten Preisen gehören, würde nicht nur einen Ersatz der aufgewandten Kosten, sondern darüber hinaus noch ein Plus ergeben, das wiederum den Notleidenden zugeführt »Verden könnte und schließlich den Petenten das drückende Gefühl des Ausgeschlossenseins aus dem Wirtschaftsprozeß nehmen. Diese wenigen. Beispiele zeigen aber, worauf es bei der Lösung des Problems, das mit zunehmender Arbeitslosigkeit Mischer Kreise noch an Bedeutung erheblich gewinnen wird, in entschetdender Weise ankommt: Nur durch das geistige, seelische und materielle Zusammenwirken aller Juden kann unsere Gemeinschaft vor den. Schäden bewahrt werden, die ihr durch die Ausschaltung der Zwischengenergtion au8 dem Arbeitsprozeß des täglichen Lebens zu entstehen drohen. Dr. Manfred Meyer. Abschluss der Aussprache Mit den wichtigen Ausführungen und praktischen Vorschlägen von Dr. Manfred Meyer findet die Diskussion über die Lage des älteren Angestellten ihren einstweiligen Abschluß. r Alle veröffentlichten Beiträge mündeten mehr oder weniger in einen Appell an das-Verantwortungsgefühl der jüdischen Arbeitgeber und die Einsatzbereitschaft der zuständigen jüdischen Organisationen. Don der gleichen Grundeinstellung sind auch die zahlreichen Zuschriften getragen, die wir aus Raummangel nicht in vollem Wortlaut bringen konnten, und die oftmals ein erschütterndes Bild von der Situation verzweifelter Familienväter — insbesondere in den Klein- 'gemeinven — geben. Wenn freilich in diesem Zusammenhang Vorwürfe gegen jüdische Jnstitutionen erhoben werden, so wird vielfach vergessen, daß diese stets Helsen wollen, aber nicht immer helfen k ö n n e n. Einzelne Vorschläge fordern besonders eindringlich die Ersetzung weiblicher durch männliche Arbeitskräfte. Selbswerständlich kann auch dieser Vorschlag, für sich allein betrachtet, nur eine teilweise Lösung bringen, zumal wenn man berücksichtigt, daß weibliche Angestellte oft ebenfalls Ernährer von Familien sein müssen. Keine Schwierigkeit dürfte jedoch die Abstellung des Uehelstandes bilden, daß jüdische Arbeitgeber Stellenge suche, die ihnen aus Inserate zugehen, nicht einmal einer Antwort würdigen. Auch zahlreiche Angehörige selbständig arbeitender Berufsgruppen, z. B. Privatmusiklchrer, frühere Gewerbetreibende usw., haben in Zuschriften aus ihre Sorge hingewiesen. Es versteht sich von selbst, daß auch sie in unsere Bemühungen zugunsten aller älteren Menschen, die eine Tätigkeit suchen, einbezogen waren. Die zahlreichen. Diskusstonsbeiträge geben uns die E r w a r t u n g. daß sie das Gewissen jüdischer Arbeitgeber wachgerüttelt haben. Aber sie dürfen keinen zu der Illusion verleiten, daß allein durch die Aufrollung des Problems in der Presse eine Lösung herbei geführt werden könnte. Hierzu bedarf es der eingehenden Kleinarbeit der zuständigen Institutionen. Die Presse hingegen kann nur anregeird wirken. . . * . ° Zahlen zum Nachdenken Im Zusammenhang mit den Ausführungen über die Angestelltenfrage in dieser Nummer und . in den Nummern vom 19. und 26. November ist eine Erhebung d e r R e i ch s a n st a l t für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung von Interesse, die die Arbeitslosen nach .Alter .und Beruf (Stand < vom 31. August 1936)' gliedert. Man wird die hierbei gefundenen Ziffern selbstverständlich nicht ohne weiteres auf den. jüdischen Bereich übertragen können, trotzdem geben sie einige auch uns. interessante Anhaltspunkte. ES wurden bei der Statistik laut Tagespresse rund 606 000 Hauptunterstützungsempfänger erfaßt. In der Arbeitslosenversicherung waren 10,5 Prozent der Hauptunterstützungsempfänger bis 25 Jahre alt, 33.1-Prozent 40 bis 60 Jahre _ und 4,9 Prozent mehr als 60 Jahre alt.— Seit Ende August 1935 sei insbesondere der Anteil der jüngeren Hauptunterstützungsempfänger gefallen und der der älteren ^gestiegen, während in der Gruppe von 25 bis 40 Jahren die Besetzung an- '^tciisutüßia ziemlichullnveründert blieb. Ter-schon längere Zeit anhaltende Rückgang an jüngeren Hauptunterstützungsempfängern wird zurückgesührt aus die stärkere Berücksichtigung beim Art»eitSeinsatz sowie auf die Einstellungen beim Arbeitsdienst und in der Wehrmacht. Die Entwicklung in der Krisensürsorge verlief ähnlich wie 1 in der ArbeitslosenversickM-ung. In der Berufstzruppengkiederung folgen nach den ungelernten Arbeitern (mit einem Anteil von 26,7 bzw. 28,1 Prozent aller HaupMüerstützungsempfänger in den beiden Unterstützungseinrichtungen in sehr erheblichem Abstand (mit einem Anteil von weniger als 10 Prozent) die kaufmännischen Angestellten, das Verkehrsgewerbe und die Metallindustrie. Die Alter-- ' gliederung der kaufmännischen Angestellten entspreche etwa der durchschnittlichen Gliederung der Gesamtzahl füralle Berufe. Bis 40 Jahre alt seien hier in der Arbeitslosenversicherung 62,7 Prozent, in der Krisensürsorge 44,ö Prozent, über 40 Jahre alt 37,3 Prozent (Arbeitslosen- Versicherung) und. 55,4 Prozent (Krisensürsorge). Bei den technischen Angestellten betrage die Zahl, der über 40 Jahre alten in der Arbeitslosen- Versicherung fast zwei Drittel aller Erwerbslosen dieses Berufesin der Krisensürsorge fast , tuet ■ Fünftel. Hier hätten also fast alle längeren Kräfte. Arbeit gefunden. . ' ✓ . . . Wenn diese Ziffern auch, w-.e gesagt/ «me Rückschlüsse auf den jüdischen Bereich Massen... . so zeigt sich doch, daß eS auch für uns noch eine Aufgabe ist die Arbeitslosigkeit unter den arteren jüdifckM Angestellten zu erkennen und die Bemühungen diese Menschen wieder in Arbeit und Brot zu bringen, nicht erlahmen zu lassen. Rassenschande mir mit Volksverrat vergleichbar Ein Aufsatz Staatssekretär Freisler* Einen Ueberblick über die Auswirkungen der am 15. September 1935 erlassenen Blutschutzgesetze gibt Staatssekretär Dr. Freisler im „Deutschen Strafrecht". Wenn schon eine vergleichende Bewertung der Rassenschande mit anderen Straftatbeständen in Frage komme, sei dieser Vergleich' nur mit den eigentlichen Verratsverbrechen, wie Volks- und Hochverrat und ähnlichen, möglich. Damit ergebe sich auch die Grundlage zur Beantwortung der Frage nach der Anwendung der im Gesetz wahlweise gegebenen Strafarten, Gefängnis oder Zuchthaus. Die Gedankengänge, daß Fälle möglich seien, in denen die geringste zulässige Gefängnisstrafe angemessen sei. und daß etwa Gefängnis die Noxmalstrase für Rassenschande sei, weil diese Strafart vor Zuchthaus im Gesetz ge- - nannt werde, seien Unrichtig. Der gesetzliche Strafrahmen müsse zwei nicht wesensgleiche Tatbestände decken: den der Schändung der deutschen Ehre durch den Verkehr des Deutschblütigen mit einer Jüdin und den der Schändung der deutschen Rasse durch die Schändung einer deutschen Frau durch einen Juden. Der Angriff aus die deutsche Frmt als Hüterin der Reinheit des deutschen Blutes sei der weit gefährlichere Angriff. Eine entsprechende strafrechtliche Ahndung sei erforderlich. Ans den .mitgeteilten Zählen der rechtskräftigen, auf Rassenschande lautenden Urteile ergebe sich, daß in dem weitaus überwiegenden Teil dieser Fälle der Täter Jude gewesen sei und daß von einer Verminderung der Gefahr bisher jedenfalls nicht gesprochen »verden könne. Aus der C. - r. "Bewegung Am 1. Dezember sprach in Dortmund und am 2.. Dezember in Essen Dr. Hans Reichmann vor den C,-V.-Ortsgr.uppen über „Jüdisches Schicksal — jüdische Aufgaben". In Dortmund gedachte der Vorsitzende. Rechtsamvalt"-Dr. Kop Pet; in herzlichen Worten des verstorbenen Justizrats Dr. Brodnitz; rn Essen sprach Dr. Krombach eindrucksvolle Worte , des Gedenkens für Justizrat Dr. Brodnitz und Paul Waldstein. Le»AW.8SKK Schachaufgabe Nr. 86 von Paul Rosenblatt (Berlin! (Schachwart. 1932) Ulli* ■ Matt, in drei Zügen. Weiss: Kh8, Dgl, Sa3, 81)2, Bb5, b6, c3, d4, e2, fo, g6, h2 (12) Schwarz: Kdö, Ta2, Lf7, Bb3, c4, 66. e3, e4 (8) ' * - -- Lösung der Aufgabe Nr. 85: 1. Db2—e2, (drohend 2. Da6, usw.) Te4Xe2; 2. Lg7-f6, Te2—g2f; 3. Td7—g7 matt 2. ..... LhlXc6; 3. Td7—d8 matt. 1.bti—bä; 2. De2Xb5 usw. V . Sofortiger Versuch, mit Lg"—f6 matt zu drohen durch den Td7 auf d8 oder durch Abzug, scheitert an Te4—g4+, gefolgt von LhlXe6! Durch den Vorplan Db2—e2 wird der Turm auf die zweite Reihe gelenkt, wodurch er sein Gegeuschach auf g2 gibt und den Lhl verstellt. 'Richtige Lösungen gingen ein von: Tilde Adler, Tierarzt Max Koschminski (Landsberg), Michael Levy (Krefeldl, Hans Steinberger (Bayreuth), Karl Nussbaurn (Rheydt)._ Adolf Sehück (Breslauh Max pniower (Hindenburg), Rechtsanwalt Dr. Ernst Boehm (Brieg), Karl Bechhöfer (Nürnbergl, ■ Herbert Heimanh (Ratibdr). Dr. Oster, Max Oberbrunner (München), Siegmund Austerlitz (Giessen), Jacob Weinberg lEmdeiü, Theodor Mottek (Osterode), Sanitätsrat Dr. S. Pomke, Joachim Js'eumark. Reg.-Bmstr. a. D. L. Hirschf^ld, Rechtsanwalt Dr. Ernst Meyer, Rechtsanwalt Ludwig Mayer, Georg Israel (Berlin), Gerda Loewkbwitz (Konstadt),

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