Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 49 (3.12.1936)
- Date
- 1936-12-03
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Magister Kirsch d«r gute Likör, Magister MUnchanVIl gefallen zu.lassen,-genau so wenig, wie wir irgendeinem unserer Nachbarn zumutcn, daß er sich in seiner.eigenen Jnneppoltik von uns Vorschriften machen läßt. 'FestgesteUt sei im übrigen abschließend, daß der beite Beweis für die wahrhaft humane Art der Behandlung des Judentums in Deutschland in der Tatsacs)e liegh daß wir, sehr vtu unserem Mißvergnügen, zahlenmäßig recht er-' -hebliche Rückwandexungen emigrierter Judeck ans. den europäischen.Nachbarländern nach Deutschland beobachten müssen.". . k. k. In einer Zuschrift an den „West deutsch e n Beoba chter" wird beanstandet, daß $ei einer Wiedersehensieier der ehemaligen Schuber einer Schule auch Juden anwesend gewesen seien. Wenn diese den Drang in sich verspüren, sich ebenfalls nach Jahren wiederzuiehen, so sollten sie das ruhig unter sich ausmachen. iliis der C. W-Bewegung 50 Jahre Dermatologische Gesellschaft Am 5. und 6. Dezember feiert die Berliner Dermatologische Gesellscl)ast ihr 50jähriges Bestehen, Ihre Gründung geht auf eine Anregung' Oscar Lassars und Otto Rose nt hals, zurück, der ihr erster Schriftführer war. später ihr 1. Vorsitzender und aus Anlaß seines 70. Geburtstages im Jahre 1922 ihr Ehrenvorsitzender wurde. Im Jahre 1886, nach der Gründung, alternierten . als Vo. sitzende der aus Breslau zugezogene Extra- Ordinarius der Dermatologie, Heinrich K v b n e r , und Georg L e w i n Extraordinarius für Syphilidokogie, da es damals ein Ordinariat für Dermatologie in Deutschland noch nicht gab. Das war auch der Grund, der Bismarcks 'Leibarzt Schweninger die Professur der Dermatologie eintrug. — es >var die einzige vakante Professur. In der' .Leitung der Gesellschaft wirkten J im Laufe der Jghre u. a. noch Adolf Buschke, Reinhvld Leder ma n n, F. P.i n ku s, Edmund Saalselb. 0. R. Querschnitt durch jüdische Arbeit Ein Blick allein auf das Inhaltsverzeichnis des neuesten Heftes (Oktober/Nvvember 1936) mit. seinen mehr als hundert „Nummern" genügt, um zu erkennen, daß sich Grundlage und Rahmen der „Jnforma.tionsblätter" der Reichs- Vertretung der Juden in Deutschland ständig erweitern:, das Rüstzeug für die vor allem im öffentlichen jüdischen Leben tätigen Menschen wird r.i„ i-weiltz auf des neuesten Stand gebracht, in ■ ' ■< zusamniengestellt.-r >Btetien :: . . ge im Vordergrund, so wird -- -Ui--:,-::. schafts- und sozialpolitische •: ich keineswegs vernachlässigt. Dieses. Mal werben auch Vorgänge und Angelegen^ heften aus dem jüdischen Gem'eindeleben'behandelt. Die Herausgabe dieser Blätter entspricht, wenn auch die Mehrzahl der Hinweise in der jüdischen Presse bereits verstreut erschienen ist, zweifellos nach wie vor einem Bedürfnis. ' E. G. L. Kranken'Versicherung | Zuve-rläMige Boralung ■ Berlin Wilmeuderf UCKO Brandonburqi-.ch.-Slr A ■ J? t Auto-, Unfall- und |«d» ander« Veriicherung | Neugliederung von Landesverbänden Im Einvernehmen mit den Vorsitzenden der- Landesverbände Nordwestdeutschland, Lstwestfalen und Nachbargcbiete und Rheinland-Westfalen des Jüdischen Central-Vcreins 'wurde eine' Neunbgrenzung der Arbeitsbereicl)e dieser Landesverbände -vvrgenonnn'cn. Tie bisher zu .dem Landesverband Nordwestdeutschland bzw. Ostwcstsälen und.Nachbargebiete gehörenden Teile der' Provinz Hannover wurden wieder zu einem selb- , ständigen Landesverband H a n n o v e r zusammen- . gefaßt, . dessen Geschäftsführer ■ Dr. . Rudolf H. Heimansohn, Hannover, Georgstr. 14, ist. Westfälische- Gebiete cinschl. Lippe - Detmold, die bisher zum Landesverband Ostwestfalen und Nnchbargcbiete gehörten, der durch den Tod seines Geschäftsführers Dr. Hans D a v i d s o h n einen harten Verlust erlitten hat, wurden in den Bereich des Landesverbandes Rheinland-Westfalen, Sitz -Essen, einbezogcn. _ Im Zusammenhang mit dieser Neuaufteilung sind Sprechstunden des Landesverbandes Rheinland-Westfalen in Bielefeld und Hers o r d i. W. eingerichtet worden. Vortrage im Landesverband Oberschlesien Am 29. November fand in B e u t h e n die von über 150 Personen aus allen Teilen Oberschlesiens besuchte ordentliche LandeSverbands-Telegiertenversammlnug statt. Der Landesverbandsvorsitzende. Justizrät Dr. Skalier (Benthen), gedachte des . verstorbenen Vorsitzenden des Eeiitral-Aereins, Justizrat Julius Brodnitz und der in der Bcrichtszeit vähingeschiedenen Mitglieder und gab einen kurzen Ilcberblick über die Aufgaben des Landesverbandes.- . Als Vorsitzender der Synagogengemeinde Benthen begrüßte Apotheker Kunz die Versammlung. Die Arbeitstagung wurde durch einen Vortrag von Tr. Franz Engen Fuchs (Berlin), Mitglied des Beirates des E.-V.. über das Thema „Der C.-V.-Gedanke in unserer Zeit" eröffnet. 'Nach ihm gab Justizrat K o chin a n n (Gleiwitz), der Vor-, sitzende des Verbandes oberschlesischer Synagogen- . gemeinden, ein Bild von der Tätigkeit des Snna» gogenvcrbandes. Dr. Hans N e i ch m a n n (Berlin) lvrichtete ausführlich über die Arbeit des Gc-,, samtvereins. Anschließend besprach Direktor Frey die besondere Wirtschiftslage der Juden in Oberschlesien. In der Nachmittagssitzung erstattete Herr Wolfs» h n den . Kassen- und Revisionsbericht. LändesverbaichSsyndiküs Tr. I a k o b v w itz behandelte im Nahmen des Arbeitsberichtes des Landesverbandes die großen Arbeitsgebiete der Organisation, und Melanie Pollak (Hindenburg) berichtete über ein besonders interessierendes Teilgebiet, die C.-V.-FraiienarbeitSgemeinschaft. Die anschließende, außerordentlich rege Ansspraclie brachte fruchtl'are Anregungen für die Ausgestaltung der Weiterarbeit des C.-B. in Oberschlesien. Am Vorabend und am Abend des gleichen - Tages sprach Tr. Fuchs in gut 'besuchten Versammlungen in H i n d e n b u r g und O p p e l n. In Hindenburg ergänzte der Gcschüstssührer Dr.' Iakobowitz in der Aussprache die Ausführungen des Redners.. Am 7. November fand in Benthe n im Rahmen der I n f o r in a t i v n s ab e n d c der Ortsgruppe - eine sehr gut besuchte Iügendveranstaltung des E.-B. statt, in der junge Menschen aus unseren Reihen das Wort zu den sie und uns alle heute bewegenden Problemen ergriffen. — In G l e i - witz hielt am 24. Oktober Baurat i. R. Kurt Wolfs (Benthen) in den neuen, schönen Gemeinde- - räumenin der Kreidelstraße einen Lichtbilder- .. vortrag über „Max Liebermann, der . große - jüdische Künstler". Am 14. November veranstaltete die Ortsgruppe ein gemütliches Beisammensein, bei dem Rechts- , amvatt Tr. Kohn ausder Geschichte der Synagogengemeinde über den Bau des 'Gotteshauses berichtete;. Rechtsanwalt Dr; Lustig gab eme anschanliche Schilderung des Ausmandererlehrgutes in Gx.-Bresseni und Oberkantor Borinski erfreute durch Gesangsvorträge. —. In Oppeln sprach in einer gemeinsam mit dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten einberufenen Versammlung Rechtsanwalt Schlesinger (Gleiwitz) über Bras i l i e it. — In Neiße schloß sich an einen Bortrag von Syndikus Dr. Breitbarth (Breslau) über „Jüdisches Schicksal— jüdische Aufgabe" eine lebhafte Aussprache an.. — In der C. V.-Kulturnrbeitsgemeinschaft Oberschlesien sprach am 13. Oktober Rechtsanwalt Schlesinger über „Die Einstellung des jüdischen Rechtes zum Fremden". Am 3. November fand dazil das Korreferat von Rabbiner Dr. Ochs statt, das außerordentlich stark besucht war und wieder einen der Höhepunkte dieses bisher scho.n so fruchtbaren Arbeitskreises brachte. Am 24. November sprach Dr. Wohlgemuth aus Hindenburg in souveräner Beerrschung des Materials über „Tie soziale Struktur in Palästina in der Zeit der ersten Könige", Aus den Familien Ludwig Rasenberg (Frankcnstein i. Schl.), Vorstandsmitglied der Gemeinde, wurde am 30. November 00 Jahre alt. — Albert L e o p o l d (Hom ncs a. Rh.), Vorsteher der Gemeinde, feierte am 30. November seinen 70. Geburtstag. — Frau AgneS Stein (srühcr Messclhausen jetzt Pimpar b. Wurzburgl begeht am 3. Dezember ihren 75. Geburtstag. — Frau Adelheid Marx (Reichelsheim i. L.) wird Wann und wo finden Sie Rat? dentachlaiid Xagdeburg Grosse Schulstr. 2b. Mendelssohn-Loge (Tel.: .2518), 0. Dezember, 16—19 Uhr. -. 'Linksrhein Agrippinahaus, Breite Str. 92 bis 96, III. Zimmer 76—78, .Montag—Freitag, 10—13 Uhr. Aachen \ , Gemeindehaus, I6'.r—18 Uhr, am 22. Dezember. '(Sprechstunde am 8. Dezember fällt Gemeindehaus, Tempelstrasse, 1714—19 >,4 Uhr, 7. und 21. De^ Bonn zember. ♦ Koblens Hotel Continental, 16—48 Uhr, ain 1. und 15: Dezember. Kreuznach Gemeindehaus, Adolf - Hitler- . Platz 11. 10-12'- T'hr. am 23. Dezember. (Sprechstunde am 9. Dezember fällt aus.) Im Büro von Rechtsanwalt Dr. Voremberg. Adolf-Hiller- 2. und 16. Dezember. Hannover. Hannover Genrsrstrasse 14. II (Tel.: 21015), Monlatr—Freitag. 11—13 Uhr, sonst nach Vereinbarung. Kalender der C.-V.-Veranstaltungen R. Dezember ' LANDESVERBANDSTAGUNG HAMBURG 11 Uhr. Es sprechen! Dr, Herzfeld (Essen); Rudolf Samson; Hamburg; Dr, Hans Reichmann, Berlin» Dr- Ludwig Freudenlhal, Hamburg, 7. Dezember ‘ KÖNIGSBERG 20 Uhr 15, Redneri Dr. Alfred Hirschberg, Berlin POTSDAM 20 Uhr .30, Rednert. Dr. Hermann -Schreiber, Pots-, ^däm; Dr. Fritz Goldschmidt, Berlin Jüdischer Central-Verein e. V. am 4. Dezember 75 Jahre alt. — Frau Carl Dahl (früher Geilenkirchen, jetzt Svlingenl vollendet am 4. Tezeniber ihr 90. Lebensjahr. — Sänitätsrat Tr. (Siiffao Roth mann (Nürnbcrg-2l.) begeht am 5. Derember seinen 70. Geburtstag. — Frau Henriette. Schmalz geb. Asch (früher Posen, jetzt Berlrn "W 35) feiert am 5. Dezember ihren 80. Geburtstag. Fränkin Tosie Simon (Burgdorf i. Hann.) begeht am 8. Dezember ihren 70. Geburtstag. — Frau Lisette B l o ch geb. Sommer (Köln) wird 'am 10. Dezember 80 Jahre alt. — Arnold S ch l e s i n g e r (Berlin X 4) vollendet am 10. Dezember sein 85. Lebcsjahr. — Lehrer Wolf Lotheim (Frankfurt a. M.) begeht am 11. Dezember seinen 75. Geburtstag. — Jacob R.o s e n b e r g und Frau Rosalie geb. Held (Büdingen i. Oberliessen) feiern am 6. Dezember das Fest der goldenen Hochzeit. *. Hauptlehrer a. D. Katz (früher Kelsenkirchen) beging am 1, Dezember im Jüdischen Lchrerheim in Bad Ems seinen 70. Geburtstag. 6* hat hier seit . nngcsähr Jahresfrist seinen Wohnsitz gewählt, um in stiller Zurückgezogenheit sich ganz seinen geistigen Arbeiten widmen zu können.^ Sein Schaffen war so vielseitig, daß es kaum eine jüdisäie Organisation geben wird, die - sich an diesem seinem Ehrentage nicht gerne einer angenehmen Pflicht entledigt, ihn' . und seine rastlose Tätigkeit gebührend zu ehren. In' Kreisen seiner .Lerusskollegen wurde sein Rat gerne gehört, denn. er war stets getragen von Klugheit, Nachsicht und Milde, Seine Schüler schätzten ihn außerordentlich, denn er verstand es. aus jüdischer Jugend Aienschen zu sormen, die gefestigt ins Leben treten konnten. "'Schüler und Gemeinde blicken mit ganz besonderem Stolz auf die Tätigkeit ihres Lehrers. Seine große Liebe zu Heimat und Gemeinde war eine Voraussetzung dafür, daß er mit dich seinen Kräften das Wirken und -schassen des C.-D. uizterskritzt hat. ■ ■ » Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden teilt mit, daß die für Ende November vorgesehene. den Fragen des hebräischen Unterrichts gewidmete pädagogische Arbeitstagung in Berlin auf Wunsch der Lehrerschaft erst Anfang Januar, gleich nach Schulbeginn, stattfinden wird^ Um ihrer Verbundenheit mit dem Heimatlands« Ausdruck zu Zellen, haben die polnischen Juden in Berlin im Rahmen der „Föderation der Juden polnischer Staatsbürgerschaft" am Tage der Un» abhüngigkeit Polens eine stark besuchte .Kundgebung veranstaltet, an der auch ein Vertreter dev polnischen Botschaft und des polnischen Generalkonsulats in Berlin teilnahmen. Der ehemalige Direktor der Wiener Nniversi. tätsbibliothek, Bundcskülturrat Hvfrat Professor Dr, Salomou F r a u k f u r t e r, ist mit dem Komturkreuz des österreichischen Verdienstordens ausgezeichnet worden. Brief aus Holland Vpn unserem Korrespondenten H. Amsterdam. Anfang Dezember. Zwei Ereignisse beherrschen.zurzeit das Leben in Holland: Die Abwertung des Guldens und die Hochzeit der Prinzessin Juliana. Ob die Guldenabwertung eine wirtsMstliche Belebung bringen -ivird, läßt sichPoch nicht im eiiizelne» übersehen. Jedenfalls herrscht in allen Wirtichastskreisen eine etwas.anigelebte Stiiiiinniig.'die Arbeitslosigkeit, zeigt aucki bereits eine rückläufige Tendenz, und man hofft allgemein, die endlich cintreteiide ' Beendigung der jahrelängest Wirtschaftskrise. Das^^ holländische Jndcntnin, das in sich alle sozialen Schichten vereinigt (vom-Proletarier bis zum ' Millionärs, nimmtin diesem Wirtschästsprozeß keine Sonderstellung ein: die. guten und schlechten Auswirkungen machen sich in seinen Kreisen genau so bemerkbar wie in der sonstigen Bevölkerung. Für die ans Deutschland hierher gewanderten Inden kann eine Wirtschaftsbelebnng dagegen besonders vorteilhaft sein. da. - man bei guter Konjünktnr und rückgehenbcr Arbeitslosigkeit die AnSländerarbeit weniger beschränken wird. Vorläufig gelten aby.r für An- - gestellte noch die alten, ziemlich scharfen Bestimmungcn, und das seit langem erwartete , neue Gesetz — Geneymignngspflicht j c g I i ch c r selbständigen und unselbständigen Tätigkeiteines Ausländers — ist noch immer in Vorbereitung und gerade in den letzten Tagen wieder in der Kammer besprochen worden.' Einzelheiten sind, ,, vorläufig noch nicht darüber zu berichten. Tie Vorbereitungen zur-Hochzeit der Prinzessin sind in vollem Gange, und die gesamte Be»' völkcrnng nimmt an diesem Ereignis, das ehrliche Freude ansgclöst'hat, teil. Tie holländischen Juden haben die Verlobung 'der Prinzessin Juliana ebenfalls mit größter Freude begrüßt, Tie politischen Gegeniäpe der Gegenwart sind auch Oie Schneiderin MOllBllfltCliBr Schiller Oer Schneider iür die elegant gekleidete Dame ■erlin NWS, Sohiffbauerdamm 12, i.Bhl.Fr ledrichtU^ 02 Waidmd. 213? an dem sonst so ruhigen Holland nicht vvrbeigcgangen: das Hans Oranje ist von jeher ein -„ruhender Pol" und der neue Glanz und die allgemeine Pvpplarisät dieses Fürstenhauses sind eine besondere Gewähx für das bisher in völliger Sicherheit lebende und heute auch nicht mehr ganz . unliedrohte hvlläiidisct-e Jiidentriüi. — Tie außergewöhnlich guten Beziehungen, die fett Jahrhunderten zwisä-en dem holländischen Königshaiise und. den holländischen Inden bestellen, sind übrigens gerade in letzter Zeit durch einige fürstliche Geldspenden an jüdische Wvhlfahrtseinrichtnngen zum Ausdruck gekommen. In den jetzt gebildeten Hiildignngskomitees ist die jüdische Be- . bölkernng ebenfalls vertreten, und sie wird sich auch an der Sammlung, für das nationale Hochzeitsgeschenk beteiligen/ Die treifendste Eharakterisiernng des „jüdischeu Amsterdam" findet sich in dem vor einigen Tagen erschienenen Bnctie: ^Amsterdam" (Teil von: „De Sdjoonlieid. van ons Land“), in dem Üi einem der Einlcitnngsbeiträge in kürzester Prägnanz der kulturelle Einfluß der Inden in Amsterdam und die vvlkspsychologischcn Wechselwirkungen . zwischen Inden .und . Nichtjnden behandelt ■ werden. Dies Buch im übrigen ein photographisches Standardwerk: die iti ihm enthaltenen 100 Photos geben einen völlig geschlossenen Eindruck von dieser einzigartigen Stadt, jedes ciitzelnc Bild ist ein künstlerisclier Ausschnitt ans dem so abwechselnngsreichen Nebeneinander von alt und modern, und die Bilder ans dem J'ndenviertel unterscheiden sich in stärkstem Maße von den bisher bekannten. „Der Mclonenverkänfer" -und das Knabenbildnis „Einer von vielen" sind kleine Kunstwerke, die man sicherlich bald in den Zimmern jüdisch interessierter Menschen finden ' Die „Wintcrsaison" hat in reichstem Umfange überall ihren Anfang gemacht. Bruno Walter dirigierte in Amsterdam und im Haag eine Reihe Konzerte, in denen n. a. Hubexmann als Solist änftrat. Dieser gab außerdem im Schloß Nijenrode, das dem bekannten jüdischen Kunsthändler Goudstikker. gehört, ein Wohltätigkcitslonzert vor dreihundert geladenen Gästen, deren Eintritls-' gelder den Reinertrag von-etwa 25 000 Gulden ergaben. In sonstigen Konzerten traten von bekaniitcn jüdischen'Künstlern noch auf: Lili Kraus, Simon Gvldberg, die beiden Wunderkinder: Theo Llof und Lssy Renard, der Geiger Misstein und. der Eellist Laues. Tr. James Simon, der bekannte Komponist und Musikpädagoge, hält auch in diesem Winter wieder-eine Reihe mnsikwissenschaftlicher.. Kurse, die sich in den Kreisen der musikalisch Interessierten immer wehr cinsühren. Im Radio trug die eben verheiratete.Torä Gcrsvn Chansons vor und zur Erheiterung der Amsterdamer dient nach wie vor das immer beliebter werdende Nelson-Kabarett. Tie Inflation der -im Winter stattfindenden Vorträge grassiert in Holland nicht in dem Umfange wie in manchen andern Ländern, Es gibt zwar eine Unzahl von -Vereinen mit den verschiedenartigsten kultnrellen Zielen, jedoch beschränken sich diese vielfach nur ans kleinere Kreise und die Veranstaltungen in größerem' Rahmen sind nicht so zahlreich. Eine wirklich große jüdische Veranstaltung zu Beginn dieses Winters war'der Vortrag von Weizmann, der in Amsterdam vor etwa 2000 Zuhörern sprach. Das Interesse der holländischen Inden für die jüdischen Fragen-war von jeher sehr groß, es hat aber in den letzten Jahren besonders zngenommen. Dies kommt nicht nur in der erwähnten finanziellen Unterstützung zum Ausdruck. Man beschäftigt sich in der ver- . schiedenartigsten Form (in vielfach zersplitterten Gruppen) mit der Nvt >des jüdischen Volkes und man versucht durchaus ernsthast, die Lage in Deutschland und Polen zu begreifen. Lesefrucht für Auswanderer Europa den Rücken kehren heißt noch nicht. Nordsee und Mittelmeer, ihre Atmosphäre, ihre Geschichte, ihre Bexwandlung. Nicht nur die und die Stadt, in der er selbst gelebt, sondern Hunderte. von Städten, und in den Städten die Tome, die Paläste, die. Burgen, die Kunstwerke, die Bibliotheken, die Spuren großer Männer. Gab es denn eine Begebenheit seines eigenen Lebens, der sich nichtgeschlechteralte Erinnerungen gestellten, die mit ihm geboren waren? . Europa war nicht bloß die Summe der Bindungen in seiner individuellen Existenz, Freundschaft- und Liebe, Haß. und Unglück, Gelingen und Enttäuschung, es war, ehrwürdig und unfaßbar, die Existenz eines Ganzen seit zweitausend Jahren, Periklcs xmd Nostradamus, Theuderich und Voltaire, Lvid und Eras-, mus, Archimedes und Gauß, Calderon und Dürer, Phidias und Mozart, Petrarca und Napoleon, Galilei und Nietzsct)e, ein unabsehbares Heer lichter Genien,, ein ebenso unabsehbares von Dämonen, alles Helle ins Dunkle, getrieben und aus ihm wieder i herporleuchtend, aus trüber Schlacke goldenes Gesäß zeugend, die Katastrophen, die Erteuchtnngcn, Revolutionen und Verfinsterungen, Sitte und Mode, all das Gemeinsame. Strömende, Gekettete und Gestufte: der Geist. Das war Europa, sein Europa. Wie konnte.er dies. Enrvpa-von sich abtun? Es war in ihm. Er trug es mit hinüber. Es wirkte in ihm schon dadurch, daß er atmete." . Jakob Wassermann: Ter ■ Fall Mauritius, Seite 355. ohne Europa existieren können.. <sr sing an zu verstehen, was Europa sür einen Menschen wie ihn eigentlich war. Nicht bloß seine Persönliche Vergangeuheit. sondern die Vergangenheit, von dreihundert Millionen Menschen. Zugleich das, was er davon wußte, was er davon im Blute hatte, illicht bloß die Landschaft, die ihn hcrvorgebracht. s sondern Bild und Form aller Landschaft zwischen Voranzeigen 5. Dezember, .20 Uhr: Moderne Kammermusik und Lite- *—ratur.. Mitwirkende: Stella Han-Slirlicti. Elise Sze- -phazn.'Gustav Sabel. Haus Weil, Fasanrnstraße 5. S. Dezember, J6 Ahr 30 Min.: „Sinai"-Lehrgänge der Agudas Irsroel-Berlin. Mar Neuberger: „Sinngehalt S. R. Hirsch „Chorcb"). Bctsaal (für Herren), Artilleriestrasic 31. , 7. Dezember, 20 Ahr 30 Min.: „Sinai"-Lehrgä»ge der Agudas Iisroel lerlin. Rabbiner Dr. Fclir Singcrinann: „Die Sprache der jüdischen Gebete in der Stimme der Gegenwart". Aula der Schule, Kaiserstraße 29,-30. ' 7.^ Dezember, 20 Uhr: Ar- und Erstausführungen jüdischer Kamponistrn. Mitwirkcndc: . Bernhard Chrzclitzer (Tenor), Sigbert Stcinfcld (Baritonst Godfricd Z'eelanger (Erllo), Dr. Willy Aron (Klavier). Haus Weil, Fasanenstratze 5.