Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 48 (26.11.1936)
- Date
- 1936-11-26
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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JOSEF SIMON ^2 5959 U. d. Linden 43.45 ' seit 1904 vermittelt Grundstücke Hypotheken betreut Hausverwaltungen Bevölkerungsbewegung in Zahlen Attslands-Nachrichten Austausches,, eine Brechung und Krümmung .der Denkvorqänge. Nichts derartiges geschieht bei,-den Ghcttobünken der. Polnischen Ilniversitäten.- Denn solange mit jedem Zipfel», chen .. des/ Geistes, an den der Zu de herankommt, der- Zugang zum Geist in seiner Totalität eröffnet wird, solange ist die Separierung von Juden kein Ghetto — mag man sie. auch m unzähligen Kombinationen so bezeichnen. Es liegt nur manchmal an den Inden, wenn sie sich der Suggestion, bestimmter Bor» stellungen zu-stark unterwerfen.. Es ist gut. in der Geschichte Bescheid zu wissen, aber ihr Gewand darf nicht Hur Zwangsjacke werden, die hemmend auf die geistige Bewegungsfreiheit wirkt.. Nicht nur die mittelalterliche Befestignugsinethode ist der modernen Waffentechnik längst nicht mehr gewachsen, auch die Nüttel, die das Mittelalter anwandte, um zwangsmäßig Mauern für den Geist aufzubanen. versagen gegenüber den neuzeitlichen Möglichkeiten, am Geiste toilzuhaben. Alan hat in vergangenen Jahrzehnten auch in, unseren Kreisen oft und vielleiclit sogar zu oft, Geist." und geistigen Beruf gleichgesetzt, und die Beschäftigung mit jenen als Mittel für diesen betrachtet. Nur für einen Bruchteil Miserer Menschen trifft dieser Zusammenhang heute noch zu. Um so bedeutsamer, nm so zweckbefreiter darf und kann die Beschäftigung mit geistigen Dingen sein. Die jüdischen Studenten in Polen können, wenn sie ihren Platz richtig begreifen, den neuen Typ des „Ghettos- Juden herausbilden, des jüdischen Menschen, der an den geistigen Gütern der Welt in dem Maße Anteil hat. als er will und sein Charakter ihm die Kraft dazu gibt: der sichtbar als Jude diese Ausgabe auf sich nimmt mit iSui c€hiinnukkaJi Türkisch 8 z|gareitenj dem Gefühl, daß die sich ihnen gerade aus Anlaß seiner Sonderbehandlung aufdrängenden Zusammenhänge zwischen Geist und Macht für ihn seiv Beginn der Geschichte seiner Gemeinschaft im Sinne des Geistes geklärt sind. Gewöhnen'wir uns, wenn wir neuerdings von ..Ghetto" sprechen, damit nicht mehr die Vorstellung von abschließenden Mauern zu verknüpfen. 1 Begründung des Przytyker Berufungsurteils Die Begründung des am 24. November verkündeten Lnbliner Bernfnngsnrteils wegen der PogromänSschreitnngctt in Przhihk (vgl. E.-B.- Zeitung Nr. 48), schließt sich im wesentlichen 'an' die Ausführungen des erstinstanzlichen Urteils an. Die Erhöhung der Strafen wird damit begründet, daß die im Zusammenhang mit dem Pogrom verübten Straftaten eine beionders schwere Sühne erforderlich machten. Im übrigen sei.bei vielen Angeklagten als strafvexschärfend anziisehen. daß sie sich als Männer, die bereits dem jugendlichen Alter entwachsen sind/a» den Geschehnissen beteiligt hätten. Die Handlungen der "Angeklagten seien nicht als Nvtwehrakte anzusehen. Bei den Juden habe eine Berechtigung zur Notwehr nicht Vorgelegen, und erst recht nicht bei den Nichtjnden. Außerdem könnten Notwehrakte nicht darin' destehen, daß man. dem Gegner Füße breche -oder Köpfe einschlage. Die Schuld des jüdischen Hanptangeklagten L es ko . der den Polen W i e z.n i a k erschossen haben soll, hält auch das Berufung?, 'gerichf für erivie'en. Üstenn bei ihm von einer Straferhöhung Abstand genommen worden s^i. so sei. dies deshalb ge-chehen. >veil er offenbar in Erregung gehandelt habe. Ein Notwchrrecht sei ihm jedoch nicht ziiznbilligen. Die vier n i ch t j n d i s che n Angeklagten, die des Mordes an dem jüdischen'Ehepaar Mi nk ow s k i beschuldigt worden,waren, wurden wegen Teilnahwe an einer Zusammenrottung, die zmn Tode des. Ehepaares Minkow'ki gestihrt Hatte, bestraft,, nicht hingegen wegen Mordes. Denn nach Meinung des Gerictit? ie: den Aussagen des jüdischen Zeugen Hirühel Biin.kowski, daß die vier Angeklagten die Mörder seien, kein Glanden zu schenken. da er sich bei seinen.verschiedenen Aussagen in Widersprüche verwickelt habet bei seinen Verhören habe er angegeben, daß er die Angeklagten lediglicü durch ein Fenster gesehen habe, und erst vor Gericht'habe er behauptet. daß sic auf seine Eltern eingc'ckilagen hätten. Das Gericht hat dem Erben des Ehepaars Minkowski die symbolische Enlüstädignng einem Zloty ziicrkannt. Im bevölkerungspolitischen Hauptabschnitt des in diesen Tagen erschienenen „S t a t i st i s ch e n Jahrbuchs für das Deutsche Reich 1 9 36" wird die Frage nach der ReligionS- Zugehörigkeit dreimal aufgeworfen, nämlich im-Rahmen der Ehe-, der Geburten, und der Statistik der Gestorbenen. Die in diesem.Zusammenhang gemachten Znhlencmgaben beziehensich sämtlich aus das Jahr 1934. beleuchten also bereits länger zurückliegende Zeiten. , ' Die Ehe gingen im Jahre 1934 3079 jüdische Männer ein, ivährend sich in demselben Zeitraum 2757 jlidische Frauen verheirateten. Tie Zähl der rein-jüdischen Ehen betrug 2522, die der konfessionellen Mischehen . 79'2 (und zwgr 557 mit jüdischen Männern und 235 mit jüdischen Frauen). 19-33 hatten 3368 jüdische Männer und 2673 jüdische Frauen geheiratet: die Zahl der rein-jüdiscl)en Ehen belief sich damals auf 2174, die der konfessionellen Mischehen betrug noch 1693 (1194 lind 499). Die Zahl der konfessionellen Mischehen ist also innerhalb eines Jahres um fast die Hälfte znrnckgegängcn. Hingegen liegt. btt* Zahl der rein-jüdischen. Ehen im Jahre 1934 um einige Hundert über der von 1933. Bei der Betrachtung der Religionszugehörigkeit der Eltern der im Jahre 1934 Geborenen und für die im gleichen Jahr Gestorbenen ist nicht das Reichsgebiet, sondern das Gebiet des preußischen Staates zugrunde gelegt. Danach waren von insgesamt 709 329 in Preußen ehelich geboreuen K'indcrn 1247 rein-jüdisch. Die Zahl der konfessionellen Mischlinge betrug 493. Tie entsprechenden Zahlen für 1933 lauten 1913 und »368. Es starben 1934 in Preußen 440 174 Menschen, darunter 5290 Juden. Davon hatten 5075 die deutsche Sprache zur Muttersprache;,der kleine Rest sprach die polnische oder andere Sprachen. Die statistischen Angaben über die Zahl der G l a u b e ii s j u d e n im Deutschen Reich find aus dem vorjährigen Statistischen Jahrbuch unverändert übernommen worden. Dasgilt auch für die Einteilung des Materials nach der - beriiflick-en und sozialen Gliederung., nach Alter und Familienstand. Ties ist darauf' znriickzu- ,führen, daß die Ergebnisse der reichsdeiitschen Berufs- und Bcvölkerungszähluug vom 16. Juni 1933 noch maßgebend sind; seit dieser Zeit hat keine neue Erhebung dieser. Art stattgesunden. Die E.-B.-Zeitung hat sich Ende vorigen Jahres mit - den Resultaten dieser großen, umfassenden Zählung ausführlich' beschäftigt (vgl. dazu 1935, Nr. 47. 49 und 50). Zeitlich weiter als-bis 1933 kann also die amtliche Statistik nicht sprechen. Sie vermittelt „'-frtm r ■- ir last. *.?'■ ‘VYV* [)•■■!**>•., we» //'' ■ ” r- /'ch. >-'-üwauLfc«- betegru Kuuc:'., .- völkerung in Deutschland und ihre berufliche und soziale Zusammensetzung in bemerkenswerter Weise umgestaltet. Diese Tatsachen, vor allem die Tatsache der Auswanderung vieler Tausender " stellten und stellen jüdische Sozialarbeit, die konstruktiv-planciide wie die rein fnrsorgerische. vor neue und zusätzliche Aufgaben. Mit den Zusammenhängen dieser hervorragend rvichtigen Fragen beschäftigt sich Dr. Paul E p p st e i n in einer Abhandlung im neuesten ' Heft der Zeitschrift „Jüdische Wohlfahrtspflege und So z i a l P o l i t t k" (Oktober 1936). Er legt dabei seiner Auffassung von der Gestaltung der planmäßigen sozialen- Tätigkeit zugunsten . der nicht oder noch nicht ausmandorungsfähigen jüdischen Menschen statistische Schätzungen zugrunde,' di« Beachtung verdienen. Nach Ablaus der nächsten fünf Jahre-dürften noch etwa 300 000 Juden in Deutschland ansässig sein,- vorausgesetzt, daß der Nuswanderungsplan für diesen Zeitraum eingehalten werden könne und der Stcrbeüberfchuß seine steigende Linie beibehälte- Zwar dürfte die -Zahl der Erwerbstätigen' nicht' in. demselben Maße zurückgehen, wie die,Menge der. Auswanderer zunehme, weil die Auswanderung vor allem Jugendliche erfasse die noch nicht im, Erwerbsleben standeu. Die Auswanderung wirke sich, auf beit Aufbau der Bevölkerung dennoch lo aus. daß mehr als die Hälfte der jüdischen Bevölkerung nicht vom eigenen Einkommen ans Arbeit oder Vermögen werde leben können, sondern auf die Unterstützung durch die Erwerbstätigen angewiesen sei. Die s oz i a I e Zusa mm e n setz ung der jüdischen Bevölkerung werde später etwa folgendermaßen aussehen: mehr als 50 v. H. Erwerbstätige (davon Y\ Errverbslose), etwa 25 v. H. Familienangehörige. etwa 25 ,v. H. berufslose Selbständige, unter ihnen weit mehr Unterstütz,ingsempfänger als Pensionsbezieher und Rentner. -^Kergleicht man die Unterstützungsbcdnrstigen, also Familienangehörige, Erwerbslose und sonstige Hilfsbedürftige, inihrer Gesamtheit mit ihrer Zusammensetzung im Jahre/ 1933, so kann man einen Rückgang der Familienangehörigen von 70 v. H. auf 50 v. H., eine Zunahme der Ertverbslosen von 13 w H. ans 20 v. H. und ein Ansteigen der sonstigelr'Hilfsbedürftigen von 17 v. H. auf 30 v. H. seststellcn. Diese in' ihren Zahlenlverten gesäiätzte Gegenüberstellung läßt erkennen,' in.- wie großem Umfang, hervorgerufen «--durch Auswanderung und Bestandswandel, die jüdische Sozialarbeit zusätzliche Aufgaben zu vollbringen hat. „ „Für die wirtschaftliche Selbsterhaltung des Bestandes der jüdischen Bevölkerung"', führt Epp-- stein weiter aus, „bildet die Aiifrechtcrhaltnng des Eominerciinn die notivendige Grundlage." An erster Stelle der sozialen Hilfsmaßnahmen jvird die K r e d r t h i l f e genannt, in>Z Form kurzfristiger Betriebskredite und langfristiger Darlehen gegen hypothekarische Sicherheit. Weiterhin schwierig wird sich die Arbeitsbeschaf- ' fung, die^Neueinordnung erwerbslos gewordener Inden in -den Wirtschaftsprozeß, besonders das in diesen iSpalten gerade in letzter Zeit eingehend behandelte Problem der äl.teven A n ge stell» Bereich der fürsorgerischen Betreuung steht der Ausbau der Gesundheits- und Familiensürsorgeim Bovdergrunb. So ergibt sich, daß, wenn auch die Auswanderung zweifelsfrei im Zentralpunkt weitschauender jüdischer Sözialarbeit steht, die Sorge um die Erhaltung und Prodnktivierung derer, die nicht auswanderiingsfähig sind, und'die Sorge um die Erhaltung der großen Zahl der ^wirtschaftlich und körperlich Hilfsbedürftigen weiterhin gewaltige Alittel und Kräfte erfordert. Neuaufbau Und. Existenzerhaltung stehen so nebeneinander. : E. G.L. D. Lvovitch über den ORT Der Vizepräsident des ORT (Verband zur Förderung von Amd>oirtscl>aft, Handwerk'.und Industrie unter den Juden, D. Lvovitch (Paris), empfing in Gcgemvnrt des B'orsitzenden des pvtnstchen OR'k. B. A'j s u d o w i c z. ans Anlaß einer Tagung aw ,29. November Pressevertreter in Warschau. Aus feiner Ansprache und seiner Aussprache mit den Journalisten entnehmen wir laut - ITA Das Folgende: Ter ORT ist heute eine Organisation auf. Weltbans. Er besitzt Abteilungen in allen Ländern Osteuropas jPvlcn. Litauen,'Lettland. Ruwänien nfiv.) sowie in Westetiropa (Deutschland, Frankreich. Englandl, schließlich auch in, Ucbersee. l'lllcin in Nordamerika 'besitzt -ORT über tausend Ortsgrcippen. Ein atisgcdehntes Netz von Ortsgruppen gibt es in Kanadti. Argentinien. Meriko. Knüt, Südafrika und Australien. Anfänglich hatte ORT d-is engere Ziel, den jüdischen wirtscl)tiftlichcn Wiederattfban in den - ostpretzsirschen- Ländern zu. sör-- dern. Die Lage der Inden in Deutschland und die scl^rie Rrisis in Nordamerika haben ORT betvogon, sich seine Ziele viel weiter zu stecken. In Deutschland wie in Amerika tvird eine tvcitreichende Bernssninschichttingsarl'eit.geleistet. Ueber» all wächst der Respekt vor den osteuropäischen Jiiden, die mit dem notwendigen Löerk der Ilinschich-- tnng vegannen und zu rincmJehr großen Teil das Budget die'cr Ilnischichtliiig selbst decken. Jin ORT- Budget fiir 4937 ist vorgesehen, daß von den erforderlichen 9 Millionen Francs drei Viertel durch'- die lokalen Koiliitecs aufgebracht tverden' sollen. Der Berünid ORT unterhält chente 128 Fachschulen und Fachknrse, betreut 127'Kolonien.sowie 113 Fabriken. Insgesamt beaufsichtigt die .. ORT-Jnstitntivn rund 200 000 jüdische Familien mit etwa einer Million Seelen. D. Lvovitch gab die Anregung zur Einbernfnng eines Kongresses für jüdische Aufbauarbeit, an dem neben ORT auch andere ans dem Gebiet der Nekonstriiktion tätige Lrgauisation'en, wie Jewish Eolonisation Association sll'Z), American Joint Distrjbutiou Committee, Hias-Jca-Emigrativn Association (HICKM*) teilnehmen sollen. Dieser Kongreß soll nicht nur die konstruktive Arbeit der verschiedenen jüdischen Organisationen koordinieren, sondern auch vor der nichtjndiscl)en Welt dartnn. daß das jiibifcTjc Volk über genug gnnlifizicrte ArbcitSeleincntc verfügt, die-jedem Lande von großem Nutzen Zein können. Bielleicht wird es gelingen, schon für den Sommer 1937 einen solchen AnflHnkongreß einznbernfen. der einen Arbeitsplnn'für eine Reihe von Jahren aufstcllen wird. Auf Fragen der Pressevertreter teilte Lvovitclst . unter anderem init. daß an der Spitze der ORT» Bewegung in Amerika B. Bladeck und Dr. Henry Moskowitz, ein Freund von Präsident Roofe ve l t. stehen. Der OKT-Exekutive in New-^ork gehört auch Gouverneur Herbert Lehman' an. Es eristicren zahlreiche Frauen- und Jugendorgnnisntionen von ORT. °An dem letzten ORT-Campaigii iu USA beteiligten sich die Gattin des Präsidenten: Rvvsevelt. .Gouverneur Herbert Lehman, .Paul War bürg. , An der Spitze des Londoner ORT- Komitee steht Lord Rothschild. Amerika Auf der am Sonntag in New-Vork eröffnet«« Konferenz der jüdischen Gewerkschaften hielt der Bürgermeister von New-Pork, Fiorello La Guardia, eine Ansprache, in der er seinen herzlichen Geiühlen für die jüdische Bevölkerung Ausdruck gab und gegen die Benachteiligung der Juden in verschiedenen Teilenider Welt Stellung England >: . Der Herzog. pon Kent. der Bruder König Eduards VHI„ besuchte vor einigen Tagen ein' jüdisches Altersheim in Wandsworsh. Er ließ sich v.on der Leitung des Heimes sämtliche Einrichtnn- / gen zeigen und unterhielt sich mit verschiedenen Insassen. Oesterreich Ter Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs, der, wie gemeldet, die Initiative -zur Schaffung einer Gesamtvertretung der Juden Oesterreichs ergriffen hatte, hat nilnmehr ein Memorandum herausgegeben, in dem die jüdischen Orgänisa-' tivnen allsgesordert »viirden, den Dollzugs-Ausschuß, der als Gesamtvertretung zu fungieren hat, zu. bilden. In dem Rlemorandum wird betont, daß unbeschadet der Tatsache, daß >veltanschanliche , - Berschiedenheiten zwischen den einzelnen Organisationcn bestehen und sie sich ans den verschiedensten Gebieten selbständig betätigen, sie in , Fragen, die die stivlitischcn Interessen der osterreichischeu Jiiden berühren, ti u bxding t e inig sein und. einheitlich Vorgehen müßten. - Polen An? wirtschaftlichem Gebiet ist es vor allem das Schächtgesktz, dem nach wie vor die Sorge der pvliiischeu Inden gilt. In diesem Zusammenhang haben die jüdischen Sejm-Abgeordneten Tr. Svmmersteiu und Minzberg beim polnischen Landivirtschcrftsminister Pvniatowski vor-, gesprochen. Einer Abordnung des Zentralverbandes der, jüdischen Kaufmannschaft ist im LandnnrtschaftsMinistcrinm erklärt worden, daß der Erlaß' von Instruktionen zu den Ansfnhrungsbestinunnngen für das Schächtgesetz bcvorstehe, die ' für spezielle Fragen gewisse Erleichterungen vor- Ebenso haben Vertreter. des Indischen Wirtschaftsrates im Handelsministerium die Forderung—— vorgetragen. daß die Regierung Eingriffe Wirt- Z -schtrftlicher Elemente in den jüdischen -Handel ver- ' hindere. Tie Abordnung verlangte weiterhin eine Zusammenarbeit zwsschen den staatlichen Krediteinrichtnugen imd der nengegrüiideten jüdischen Kooperativen Kreditbank. In diesem Zusammenhänge ist cs interessant, daß mit Billigung staat- Iick)er Stellen in ganz Polen als Gegenstück zn den jüdischen Darlehnskassen, etwa .140 polnische Darlehenskassen aearündet worden sind, die Kredit- , ' ' . rigen Zinssatz i -:7 KlLINihändl«!» v.i,v--• -' . . e Einrichtung Charakter, d» ihre Ziele von der polnischen.Presse dahin sormu- . liert werden, daß sie für eine „polnische Wirtschaft -kämpfen" und „die Handwerker- und HandelSpositionen der Juden nehmen" wollen. Rumänien ' Anläßlich der Debatte über die Thronrede, in der König Carvl einen Aufruf zur inneren Einigkeit in Rumänien an das Parlannnck gerichtet hatte, ergriff im rumänischen Semit auch der 80jäh.rige Führer der National-Christlichen Partei - Professor Alexander C. Cnza das Wort zu einer jndcnscindlichen Hetzrede, in der er insbesondere gegen deii Talmud hestigo Angriffe richtete. . Der Bektreter der jüdischen Religionsgemeinschaft im rnmnnisckictt Senat, Lberrabbiner Tr. I. *R i e m i r o w e r , wies in einer großangeleg. teil Rede die Angriffe Cnzas zurück. Er schloß mit einer leidenschaftlichen Trcneerklärnng der jüdi- . scheu Bevölkerung zum Staat. Die indische Bevölkerung sei dem König Und dem Baterlande ergebe» Und bereit, jedes Opfer zu ihrer Verteidigung zn bringen. Die Erklärungen Dr. Niemivowers wurden in Anwesenheit mehrerer Minister abgegeben. Zahlreiche Senatoren spendeten ihm lebhäkten Beifall und sprachen ihm nach der Rede ihre Glnckn'ünsche ans. Cnza und seine Slnhänger hatten den Beratnngssaal verlassen, als .Tr. Niemiroiver zir sprechen begann. Die Presseabteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Die italienische Negierung hat durch königliches Dekret vom-8. Oktober 1936. veröffentlicht, in der ..CRizpMh llfficiale <!«>! Regno d'Halia“ Nr. 253 vom 31. Oktober 1936, die Prüfung der Anträge derjenigen ausländischen Acrzte zugelnsscn, die in Italien im Laufe des Jahres 1934 das Staats- . cxamen-erfolgreich abgelegt haben. Nach dieser Bestimmung können also Aerzte, die 1934 in Italien das Staatsexamen bestanden ‘ haben, bei rechtzeitiger Meldung die Zulassung als Arzt in Italien erhalten. -.' Die Nleldnugsfrist für Anträge läuft drei Monate' nach dem 23. Oktober 1936, chlsv am. 23. Januar, 1937, ab. «LuvlselirjkUeNsr: Ur A 1 f r « a fl I r c h b i « } ■ Stellvertreter nnJ verantwortlich für di® Auto,lim, von Bildern: Dr Margaret, Bdelbatm Verantwortlich für Sport: Dr. Ernst G. Löwen tbsJ, , sämtlich in Berlin Für Rücksendung unverlangter Einsendungen ist Freiumschlag beieufügen Leiter der Aneoigen-Abteilung und verantwortlich Tür d,n Inhalt de* Äigen,i. FJ1 e.a rlsl, Nathan. Berlin DA III VI. 40 000 PI. 5 Verlag: Jüdischer Central Verein , . Berlin W 15. Emaer 8tr. 48 Druck der Buch and Tief- , druck Gesellschaft mbH. Berlin 8W 10. 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