Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 47 (19.11.1936)
- Date
- 1936-11-19
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 47 Beiblatt Palästina-IIm s«*li au der C.-V.-Zeituug 19. November 1936 Palästina empfängt die Königliche Kommission Von unserem *-Palä*ti.na-Berichterstatter _ JTel-Aviv, den 13. November. Am Waf fensTillstandslage. der in Palästina wie in allen Teilen des britischen Reiches feier- -liclibegangen wird; ist die Kdtiieliche Kommission in Palästina eintietrolfen, und ihr erstes öffentliches Auftreten vollzog sich im Rahmen der Gedenkstunde.fiir tlie Gefallenen rips Weltkrieges, die auf dem Oelberg bei Jerusalem abgehalten-würde. Dieses zufällige Zusammentreffen hatte auch eine bedeutsame politische Wirkung. Der Ernst des Tages verbot laute politische Kundgebungen, und die Ankunft der Kommissare vollzog sich deshalb in ruhigeren und würdigeren Formen, als es vielleicht sonst der Fall gewesen wäre. Denn in einzelnen arabischen Städten war bereits die Parole ausgegeben worden, zum Protest gegen die Politik der Mandalsregierung den Streik für 24 Stunden zu erneuern, und es waren auch Bestrebungen im Gange, diese örtlichen Aktionen über das ganze Land auszudehnen und zu einem befristeten Generalstreik zu erweitern. Aber in letzter Minute bat das Oberste arabische' Komitee, das in diesen Tagen ständig die Fühlung mit den benachbarten arabischen Herrschern aufrechterhalten hatte, einen Appell herausgegeben, diesen Tag in Ruhe und Ordnung vorübergehen zu lassen. Wesentlich positiver als von den Mohammedanern-ist ■ die ' Kühigüche Kommission, von jüdischer und christlicher Seite hegrüsst worden. Auf jüdischer Seite hat der Oberrabbüier der Agudas Jisroel einen Aufruf erlassen, in dem er die Hoffnung aüsspricht, dass die. Kommissare in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit allen Kreisen der Bevölkerung das Recht finden und dem Heiligen Lande wieder zu Frieden und Wohlfahrt verhelfen werden. Die Agudas Jisroel; der grosse Weltverband .orthodoxer. Juden, steht zwar ausserhalb der Zionistischen Organisation, hat'aber in den letzten schweren Monaten stets in der jüdischen Einheitsfront mitgekämpft und mitgeaTbeitet. Wenü auch von der offiziellen zionistischen Führung keine ähnliche Begriissungsproklamation ausgegängen ist, so wird doch der Aufruf des Raw Duschinsfcy von der zionistischen Presse freundlich kommentiert. Der englische Bischof von Jerusalem schliesslich' erklärt, dass alle drei Religionen, die in Palästina vertreten sind, dem einen Gotte dienen und deshalb auch gemeinsam die Verwirklichung der göttlichen Gebote. Frieden und Frömmigkeit, anstreben sollten. Tatsache ist jedenfalls, dass die Juden, welche die Königliche Kommission nicht.gerufen haben und ihre Arbeiten mit recht gemischten' Gefühlen verfolgen,' sich geradezu fieberhaft gefort. Neben Ruppin seien trotz dieses umfassenden Forschungsgebietes nur vier ständige wissenschaftliche Mitarbeiter tätig. In den letzten Monaten habe sich das Institut vorwiegend damit beschäftigt, das notwendige wirtschaftliche Material für die Königliche Kommission yorzubereiten. Dadurch sei die normale Arbeit ein wenig in den Hintergrund gedrängt worden. Im Interesse einer besseren.Durchorganisierung des nach vielen Richtungenbin anormalen ...... „ .. ■ ■ , . . . ,, rf-hin - Wirtschaftskörpers. Palästina.und..einer zentram-tethaben, um Rede und Antwort zu stehen. , planung f£r Xeuänla'gen und Investitionen wäre zu hoffen, dass das Rüppinsche„ InstituT Heine Kompetenzen und; seinen Einfluss schon in naher Zukunft wesentlich verstärkt. Die-fpeje, mn Zufall der individuellen Initiative abhängige jedes gewünschte AJaterial bereitzuhalten und nicht mir die Vorwürfe der Gegner zu entkräften, sondern auch die eigenen Beschwerden klarzulegen. Namentlich der viel umstrittene Begriff der. „wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes'* enthält eine Fülle von Beschwerdepu^kten. Denn so. wie die Juden selber gezeigt - haben, dass man durch schöpferische Arbeit die Fassungskraft Palästinas weit über das \ je für möglich gehaltene Mass hinaus steigern kann, so hätte nach jüdischer Ansicht auch die Mandatsregierung sich nicht darauf beschränken dürfen, zweimal im Jahr die Aufnahmefähigkeit -festz u s t e 11 e n und danach die Zertifikate zuzuteilen; sondern sie häite die Mittel in der Hand gehabt, auch von sich aus zur S t ä r k u n g der Aufnahmefähigkeit beizutragen, wie das ja auch im Mandat ausdrücklich vorgesehen ist. Die neue Scliedule iplt ihren praktisch nur 1500 neuen ArbeiterzerUükaten für ein halbes . Jahr — die übrigen dreihundert bedeuten eigentlich nur eine Verlängerung gewisser Kapitalisten- Zertifikate, die sonst wegen der Verzögerung des Vemiügenstransfers abgelaufen wären — wary für die Juden eine Enttäuschung. Die Araber aber sahen in ihr nur die prinzipielle Feststellung,, dass England im allgemeinen den jüdischen Anspruch auf Einwanderung anerkennt und auch nachträglich nicht, gewillt ist. die mit dem Mandat unvereinbaren Forderungen des Streikkomitees zu erfüllen und die jüdischen Einwanderungen zu suspendieren. So haben die Araber beschlossen, die Kommission, die doch eigentlich auf ihre Veranlassung ins-Land kommt, zu boykottieren. Der Emir von Transjordanien hat ihnen entschieden abgeraten. --Th selber die wichtigste Chance zur Vertretung ihrer Wünsche zu verscherzen, und offenbar war auch der Führer der arabischen Reformpartei, der Jerusalemer Bürgermeister Dr. Khäldi, ursprünglich der gleichen Meinung. 'Aber schliesslich hat sich wiederum der radikale Standpunkt des Grossmufti von Jerusalem durchgesetzt. Aber gleichzeitig scheint der Mufti sowohl mit den arabischen Monarchen wie mit den religiösen Oberhäuptern der christlichen Gemeinden unter den Arabern Palästinas zu verhandeln, um nötigenfalls von diesen Stellen die arabischen Interessen vor der Königlichen Kommission vertreten zu lassen. Wirtschaft ist für das untet vielfachen wirtschaftlichen Ausnahmegesetzen stehende Palästina eine völlig unzulängliche Richtschnur. Eine autoritative Planung an die Stelle dieses, bisherigen Systems zu setzen, müsste das letzte Ziel des Institutes für Wirtschaftsforschung sein. Ueher die Verteilung der neu bewilligten Scliedule von 1800 Zertifikaten wird das folgende .bekanntgegeben: 300 Zertifikate davon sind, wie schon mitgeteilt, für »die Einwanderung, der Kapitalistenkategorie . aus Deutschland bestimmt, die das erforderliche Mindestkapital bisher, noch nicht transferieren konnten. Von den restlichen 1500 Zertifikaten .behält die Regierung 200 als , Re-, - sefve ein. Die übrigen werden nach folgendem Schlüssel verteilt: 250 Zertifikate für landwirtschaftliche und 50 für industrielle Fachleute, 750 für Chaluzim und Handwerker und 250 für Angehörige von Palästina-Einwohnern. Die Hälfte der 1300 freien Zertifikate soll sofort, die übrigen 650 sollen im Januar ausgegeben werden. 70 Prozent dieser Zertifikate sind für unverheiratete Männer, 10 Prozent für unverheiratete Frauen und 20 Prozent für Familien bestimmt. Zeitschriftenschau Späteren Meldungen entnehmen wir: Am Sonnabend hat. das Oberste Arabische Komitee in einer Sitzung die Frage erörtert, ob die arabischen Rogierungsheamten die Arbeiten der Kgl. Kommission boykottieren und die Abgabe von Erklärungen vor ihr verweigern sollen. Das Oberste Arabische Komitee ist geneigt. die arabischen Ixegierungsbeamten dazu aufzufordern, auch wenn sie durch dieses Verhalten ihre Stellungen, aufs Spiel setzen. „ Ungeachtet des Beschlusses, die Kgl. Kommission zu boykottieren, wird von der Unterkouiinission, die das Oberste' Arabische Komitee eingesetzt hat, die Sammlung von Material zur Begründung des arabischen Standpunktes fortgesetzt. An dieser Arbeit beteiligen sich sehr eifrig die Streikkomitees von Haifa. Jerusalem und Jaffa, sowie »lie arabischen Arbeiterorganisationen. Diese haben an alle Ortsgruppen ein Bundschreiben mit der Aufforderung geschickt, trotz des offiziellen Boykotts der Kommission Material zu sammeln. , Demgegenüber bat die jüdische Bevölkerung Palästinas alle Kräfte zu gemeinsamer Wahr rung der jüdischen Interessen gegenüber der Kommission gesammelt. Eine Konferenz, an der .neben der Exekutive der Jpwisli Agency der •Wand Leumi. die Agudas'Jisroel,. die jüdischen Mitglieder der Stadtvertretungen, das Oberrabbinat. Vertreter der grossen jüdischen Wirtkehrte dann über Ramleh nach Jerusalem zurück. Die Kommission hielt sich kurze Zeit auch in Tel-Aviv und Petach Tikwa auf.; ■ \ * Wie schon in anderem Zusammenhang berichtet wurde. hat sich die Befürchtung, dass die Unruhen anlässl cli des Eintreffens der Königlichen Kommission wieder ausbrechen könnten, nicht bewahrheitet. Lediglich in Nablus sind am 10. November zwei Araber von Terroristen erschossen worden, weil sie sich geweigert hatten, ihre Arbo t im Dienste, des englischen Militärs einzustellen. Am UV November wurden auf die Siedlung l’etach Tikwa und ihre Umgebung Schüsse abgegeben. Die auf den Zufahrtsstraßen verkehrenden Autos wurden beschossen. Verletzt wurde niemand. Am 15. November, ist der aus Deutschland eingewanderte Arbeiter Siegfried Oppenheimer in einer Orangeupflanzung he: Herzlia tot aufgefunden worden. Ob es sich um einen Mord oder um einen Unglücksfall handelt, sieht noch nicht fest. Die Polizei hat eine Untersuchung eingeleitet. Oppenheimer war 25 Jahre alt. ‘ * Die Erwartung, dass d e Mandatskommission dos Völkerbundes die Behandlung der ihr vorliegenden Palästina-Petitionen vertagen würde, hat sich" bewahrheitet. Sie hat, vorbehaltlich der Zustimmung des Präsidenten des Völkerbundsrats. beschlossen, für das Frühjahr 1937 eine . ausserordentliche Tagung einzuberufen, de ausschliesslich der Erörterung von Fragen des Palästinamandats gewidmet sein soll. . ~ „ schafts- und Berufsverbände sowie eine Reihe hervorragender Kinzelpersönlichkeiten teilnehmen. ist unter Vorsitz von David. Ben Gur i o i> zusammengetreten. Sie hat die wichtigsten Forderungen, die von den jüdischen Vertretern der Königlichen Kommission unterbreitet werden* >ollen, erörtert. Weizmann ist nach Jerusaym abgereist, um an -den 'Arbeiten der Exekutive im Zusammenhang mit der von der Königlichen Kommission durchgeführten Untersuchung'’ teilzunehmen. ' Die weitgehenden Vollmachten, über die die .Königliche Kommission verfügt. sind “unter anderen in einer Verordnung ausgesprochen worden, die in einer Sonderausgabe der ..Pale?fine Gazelle" veröffentlicht wurde, ln ihr 'werd»-u .der Königlichen Kommission richterliche' Befugnisse eingeraumt., indem ihr das Hecht zugestanden' wird. Zeugen unter Strafandrohung verzahnten. . ° . Die Arbeit der.Kommission begann in Form vor Besichtigungen'' jüdischer und arabischer Siedlungen. Sie besuchte bisher Bethlehem. Hebron. Beer Schewa und Gaza sowie die landwirtschaftliche Versuchsstation in Rooliowod und Vom Institut für Wirtschäftsforschung Je stärker das Problem der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit Palästinas in den Mittelpunkt politischer Entscheidungen tritt, was zweifellos auch bei den bevorstehenden Untersuchungen der .Königlichen Kommission wieder der Fall sein wird, um so wichtiger wird die Tätigkeit des Instituts für Wirtschäftsforschung bei der Jewish Agency, das unter Leitung von Dr. Arthur Ruppin arbeitet. Es ist deswegen besonders im -jetzigen Augenblick dankenswert, dass Dr. Ruppin vor kurzem Veranlassung nahm, Vertre- . teru der Presse Aufklärung über die Arbeit sei-, “lies Institutes zu geben. Er teilte mit. dass die ~ir~Anstalt trotz ihres rein wissenschaftlichen Charakters vorwiegend praktische Aufgaben erfülle. Zum Zwecke der Erforschung, wie die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit Palästinas zu erhöhen sei. untersuche das Institut sämtliche Wirtschaftszweige'der. Landwirtschaft und der Industrie.' des Aussen- und Binnenhandels, des Transportwesens und der Touristik. ' der Bau- und Kreditprobleme, des Arbeitsmarktes und so Der jüdische Anteil an Palästina „Neues V olk“, Blätter des -Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., 4. Jahrg., Nr. 11, veröffentlicht einen Beitrag „Palästina auf dem Wege zur nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes?“, in dem es zu Beginn heisst: „Die kürzliclfe^Aussprarhe im Unterhaus über den . Vorschlag eines Gesetzgebenden Rates in Palästina gibt dem von A. R. Dord, dem Oberhaupt der Moschee in London, herausgegebenen Blatte „The Muslim Times“ vom 12. März 1936 Veranlassung, die Juden vor einer allzu starken Einwanderung njich Palästina zu warnen. Die Araber hätten nichts dagegen einzuwenden, dass Juden sich als Kaufleute usw. in Palästina nie.- derliessen. aber sie sollten es sich aus dem Kopfe schlagen, die Herren des Landeswerden, zuwollen und die Araber aus ihrer eigenen Heimat zu vertreiben.“ Palästina, das nach dem Wunsche des,Mandatars England eine ..nationale Heimstätte der Juden“ werden solle.1 werde von jüdischen Einwanderern überschwemmt. Das Blatt erinnert ' daran, dass das Mandat keine „göttliche Einrichtung“ und lediglich ein von Menschen verfasstes Dokument sei. Nach Aufzählung verschiedener europäischer Vertragsverletzungen. wobei es auch den Sowjetpakt erwähnt, fährt das Blatt fort: „Wenn so die hohen Mandatsmächte selbst die Heiligkeit ihrer alten Verträge und Pakte verletzen, welches Recht haben sie, den Arabern eine streng wörtliche und zu weitgehende Auslegung ihres Mandats aufzuzwingen, welches im Grunde hauptsächlich auf brutaler Gewalt aufgebaut war?“ Das Blatt empfiehlt weiter der englischen Regierung, sich der Worte Lord Lloyds zu erinnern, der betont, dass das britische Weltreich nur von Dauer sein könne, wenn es sich in der ganzen Welt der völligen Unterstützung der Moslems erfreue, denn der Islam und seine Stärke seien heute ein .Wesentlicher Faktor der Weltstabilität.“ Der Beitrag des „Neuen Volkes“ weist ferner darauf hin, dass der Anteil der jüdischen Bevölkerung in Palästina von 1919 bis Ende 1935 von etwa 55 000 Personen auf 375 000 gestiegen sei. Ihre Zahl habe sich demnach annähernd versiebenfacht. In ihrem Anteil an der Gesanitbevölkerung sei die jüdische von 8 v. H. auf annähernd 30 v. 1L gestiegen; Absolut hätten sich - die Juden in Palästina seit der letzten Zählung vom 18. November 1931 bis Ende 1935 mehr als verdoppelt. Zum Schluss werden einige Ausführungen über die Verteilung des jüdischen Volksteiles in Palästina gemacht: „Ganz ähnliche Verhältnisse, wie sie für das Judentum in den anderen Ländern der Welt Geltung haben, bilden sich bereits in Palästina heraus, und zwar hinsichtlich ihrer Verteilung nach Stadt- und Landbewohnern. Drei Viertel der jüdischen Bevölkerung, nämlich rund 284 000 Personen, wohnen in den Städten, ein Viertel (91000) auf döm Lande. Hierbei ist es interessant, festzustellen, dass nicht etwa Jerusalem die grösste jüdische, Bevölkerung aufzuweisen. hat, sondern die Neugründung Tel - Aviv, deren Bevölkerungszahl seit 1931 von 45 000 auf 135 000 Einwohner sfcetiegen ist. Tel-Aviv ist. rein jüdisch, während Jerusalem mit annähernd 100 000 Einwohnern zurzeit rund 71 000 Juden aufzuweisen hat. Noch 1931 zählte Jerusalem 51416 Juden, d. h. fast 60 v. H. der Bevölkerung. Nur Sehr gering ist der Anteil der Juden in Palästina (etwa 46000), -der-einemTlaiidwürtschaftlichen-Berufe_nachgeht, denn auch der Rest der nichtstädtischen Bevölkerung hat sich in Siedlungen städtischen Charakters zusammengeschlossen, die für eine überwiegend landw irtschaftliche Tätigkeit - nicht in Frage kommen.“ FF. Die Hintergründe von Bagdad Ueher die Hintergründe und Ziele des Bagdader Futsches bringt die „Frankfurter Zeitung“ vom 13. November einen aufschlussreichen Korrespondentenbericht. Im Irak leben, ohne eine nationale Einheit zu bilden, drei Revölkerungsgriippen nebeneinander:" im Süden arabische Stämme, im Norden ein geschlossenes Gebiet (on kurdischen, dazwischen iranische; schrittspartei, der es gelang, im Einvernehmen mit dem englischen Kommissar,. Sir Gilbert Clayton, ihr Ziel schrittweise und gütlich zu erreichen. Die Volksstimmung war jedoch schärfer: eine Neuwahl des Parlaments Von 1932 ergab 26 Schiiten. 16 Kurden — beide Gruppen scharf englandfeindlich —, dagegen nur 16 arabische . Beduinen von zweifelhafter Zuverlässigkeit, vier Christel und vier Juden. An der kurdischschiitischen Mehrheit des Parlaments fand das überwiegend kurdische Offizierskorps — teilweise hoch aus dem früheren türkischen. Heer stammend — einen Rückhalt. Von ihm geht jetzt auch der Putsch aus. - Es gibt VA Millionen Kurden auf türkischem und irakischem Gebiet, etwa eine Million auf iranischem, russischem und afghanischem: ein geschlossenes Gebiet, aufgeteilt auf fünf Länder, Ihre Aütonomiebew'egung stützt sich auf den 1935 geschlossenen Vorderasiatischen Staatenbund, in dessen Rahmen sie glauben sich eingliedern zu -können. Dem widerstreben nalurgemäss die arabischen Staaten, in gemeinsamem Interesse mit England, dessen Mossulgebiet einen Keil zwischen die kurdischen Siedlungen treibt. Die Türken scheinen nicht abgeneigt, aus Interesse an dem’Mossulöl die Bestrebungen der Kurden zu fördern; und eines der Zentren der kurdischen Nationalbewegung liegt im russischen Kurdistan, ohne dass man, wie arabische Blätter es tun, hier von engeren Beziehungen sprechen könnte — vorläufig wenigstens. Wirtschafts-Notizen In der Generalversammlung der Schiff* fahrtsgesellschaft A-tid wurde beschlossen, das Aktienkapital von 30000 auf 50 000 LP zu erhöhen. Die Gesellschaft betreibt mit einem Dampfer die Schiffahrt von Palästina zur Donaumündung lind donavaufwärts, Wobei sie mit fast allen beteiligten Reedereien in einem Kartellverhältnis steht, und mit zwei Dampfern den Levante-Küstenverkehr Syrien—Palästina-— Aegypten, in dem sie schon heute einen Anteil von einem Drittel hat und eine weitere Vergrösaerung ihrer Quote erwartet. Ein vierter Dampfer ist bereits gechartert und soll käuflich erworben werde«. Da der Frachtenmarkt, nach einem schweren Ratenkampf, seit dem abossinischen, Konflikt eine steigende Tendenz neigt, die durch die Unruhen nur vorübergehend unterbrochen wurde, werden für' das laufende Jahr angemessene Ergebnisse erwartet. Die Bilanz per 31. März 1936 zeigt einen kleinen Ve'.lust von 76 LP. Auf die mit rund 26000 LP zu Bvche stehende Flotte wurden noch keine Abschreibungen vorgenommen, da die Schiffe währ» hd der Depression des Weltverkehrs billig erworben wurden und seitdem im Wert gestiegen sind. Nach der anhaltenden Steigerung im LaiA; dieses Jahres sind im Oktober zum ersten Mate die E i n z e 1 h a n d e,l s p reise um etw\us mehr als zwei Prozent zurückgegangen, während die Grosshandelspreise 'ihre - anziehende Tendenz noch beibehalten haben. Die Senkung der Einzelhandelspreise dürfte nicht nur mit der Normalisierung der Warenmärkte, sondern auch mit dem Einsetzen der Obst- und Gemüsesaison in Palästina Zusammenhängen.. _Nach erheblichen laufenden Abschreibungen rungsbauten und sonstigen erheblichen Neuinvestitionen des Jahres 1935 verteilt die Zem e n t f a b r i k Nescher wieder 6 Prozent Dividende und 4 Prozent Bonus, zusammen also 10 Prozent auf ihr Aktienkapital von 300 000 LP. Die englische Dividendensteuer (das Unternehmen ist in England registriert) trägt die Gesellschaft. Die Bilanz zeigt bei hohen offenen Reserven ein flüssiges Bild” allein die in britischen Staatspapieren angelegte Liquiditätsreserve beträgt 113 000 LP. . Der Leiter der hebräischen Sprachschule in München. Dr. Mordechai Ehrenkranz, München 8, Schumannstrasse 6/2, bei Braunschweig, unter denen der Rasse nach die beiden letzten , beabsichtigt, eine Reihe charakteristischer, beeng verwandt sind. Kurden, Iranier und ein Teil bräisch geschriebener Briefe, aus Palästina aufe der Araber-hängen der streng^orthodoxen und entschieden fremdenfeindlichen Sekte der Schiiten an. der ein erheblicher Anteil an der immerstärkeren Zurückdrängung der Engländer und an der (praktisch im Jahre 1930 erreichten) Aufhebung des Mandats zukommt. Im Kämpf gegen die Engländer waren alle Gruppen einig; politisch getragen wurde die Freiheitsbewegung von einer 1922/gegründeten arabisch-nationalen Fortder Zeit des arabischen Terrors mit einer deutschen Uebjsrsetzüng und einem Wörter-Verzeichnis im Umfange von 50 bis 80 Druckseiten zu veröffentlichen. Er bittet, ihm geeignete Originale oder Abschriften.zu'diesem Zweck zu überlassen und Angaben über Hie Person des Briefschreibers uiid der Briefempfänger, sowie besondere Wünsche über , die Veröffentlichung der -Sendung beizufügen.