Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 46 (12.11.1936)
- Date
- 1936-11-12
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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I Unser neues Kinderbuch Auf unser Preisausschreiben in der vorwöchigen Nummer der C.-V.-Zeitung, in .dem ein Titel für ein neues Kinderbuch der C.-V.-Zeitung gesucht wurde, haben wir viele hundert Einsendungen erhalten. Wir werden die Siegerliste. im Kinderblatt der nächsten Nummer veröffentlichen. Hier nur der erste Preis und damit der Titel unseres Kinderbuches, das in einigen Wochen, also noch . rechtzeitig vor Chanukka, im Philo - Verlag, . .Berlin W 1 ö, Pariser Strasse 4-1, erscheinen wird. - . Die Siegerin ist die elfjährige E d i t li J a c o b .aus Berlin, Tile-Wardenberg-Strasse, sie schlägt vor: » ' Die Wunschkiste Die schönsten Geschichten, Spiele, und Rätsel aus dem Kinderblatt . der C.-V.-Zeiturfg zu erarbeiten, isi nstchtig. 11 nb ferner, auch wenn. wir zu der Richtigkeit des bibttfcljcn 3d)üpfunq§» berichtet uns .bekennen dürfen und darum zur" Wahrheit der Thora, bleiben alle fragen offen, die mit der Ausdeutung des:Bibelwvrtes auf die religiöse Praris -in Zusammenhang stehen: und die° Arbeit muß also weitergehen, nichts ist fertig und erledigt. 5 Einführung in jüdische Lebenspraxis“ Zur deutschen Uebersetzung der Kizzur Schulchan Aruch ybn Dr. S. Ehrmann, Frankfurt a. M. Zu den jüdischen Literat,irdenkmälern, deren Geschichte mit der Geschichte des südisehen Volkes insbesondere in den letzten Jahrhunderten verknüpft. ist, gehört neben dem Talmud in erster Linie der Schul.chan Aruch. Don Freunden und Gegnern vielfach nickstgekannt, trotzdem' immer und immer wieder bruchstückiveise zitiert, .oft schön Gegenstand widersprechender sachverständiger Gut», achten vor Gerichten, fehlte es bis zur Stunde noch an einer wortgetreuen Uebersetzung des Schulchan ' Aruch, der bekanntlich im Jahre lösit von Rabbi Josef Carü verfaßt, zum ersten Riale in Venedig erschien und später im Jahre 1 r>7S‘ durch . Rabbi Moses I s c r l e s ergänzt, zum auiorativen Kodex (zusammen mit feinen Kommentaren) für die Gesanstjudenheit geworden ist. Es sind nnn genau 50 Jahre her. daß ein Auszug aus diesem Schulchan Aruch, und zwar besonders ans. dem ersten und ziveiten seiner vier Teile von Rabl, i Schl v m o. G a n z f r i e d unter dem Titel „Kizzur Schulchan Aruch" geschrieben und in einer Fülle von Ausgaben sich eine Popularität errungen hat, wie wenig andere hebräische Schrift» .werke? Dieser „Kizzur Schulchan Aruch", der sich fast wörtlich an die betreffenden Partien des großen Schulchan Aruch hält, liegt nunmehr zum ersten Riale in einer vollständigen deutschen Ausgabe vor"). Die Ilebersetzuvg wurde von dem vor einigen Wochen verstorbenen Rabbiner S. Bemberger, 1. 0. Hamburg, vorgcnominen. . - Wir begrüßen in chiefein Werke eine Neuerscheinung. deren Aktualität gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Diejenigen Teile des Schulchan Aruch. die Gegenstand von Angriffen von nichtjüdischer Seite waren, sind schon öfters lite.rarisch behandelt worden, so z. B. in dem Werke von Tr. v. Hosinann „Der Schulchan Aruch"; aber eine totale Uebersetzung auch des Kizzur Schulchan Aruch, die-möglichst wortgetreu . das hebräische Original wiedergibt, war bis zur Stunde nicht auf •) Kizzur Echulchn» Aruch von Nabl'iner Schlomo Ganzfrieb f. A. mit PunNwucn vcrsclu'u.' ius Dcutschr ilbcr» tragen von Nabbiner Dr. Selia B.auil'kr>ier in Sainburg, Ba»d I bis III. Eeileii. Preis aebunden RM Vl>.—. Verlag A. I. Hofmann, grankinrl.-Main. I dem Büchermarkt. Hm ihre Bedeutung zu würdigen. ist es nötig zu wissen, daß der Schulchan , Aruch, der von Rabbi Josef Caro verfaßt wurde, keineswegs etwa eine Gesetzessammlung darstellt, die allmählich, wie vielfach behauptet, wird, diejenigen Religionsgesetze znsammcnsaßt, die im Mittelalter anerkannt waren. Tie Quelle des Schulchan Aruch ist. vielmehr. der halachische Teil des Talmud, die B o rläufer des. Schulchan Aruch sind die Ge- . sehessammlungen'. des M äi mvnide s Rabbi Ascher und Alfas», die wieder ihrerseits sich alle auf talmudische Quellen zurückführen lassen. Tie Autorität des Schulchan Aruch beruht somit . lediglich darauf, daß jede seiner Vorschriften ihre Begründung im babhlonischen odpr jerusalemitischen Talmird findet. Ter Nachweis,, daß irgendwie eine talmudische Quelle mißverstanden oder übersehen worden sei, würde genügen, um eine Borschrist des -Schulchan Aruch als unbegründet und darum nicht bindend nachzuweisen. Ter Schulchan Aruch gibt also, nur das wieder, was bereitshp-iden religiös-jüdischen Quellenschriften inedergelegt ist, und.nur die-Art und Weise, in der im Kizzur Schulchan. Aruch diese Quellenschriften formuliert sind, verleiht diesem Werke sein charakteristisches Gepräge, Wer den Schulchan Aruch kennt und ihn nicht-, bloß mechanisch liest, sondern ihn in altjüdischem Sinne' „lernt", d. h., seine Formulierungen und Inhalt auf dem Wege von Bibel, Talmud und nach tat „indischen Dezisoren 'über Maimonides und Rabbi Jacob Baal Haturim verfolgt, der wird über, die ganze halachische Literatur bis zur Entstehung des schulchan Aruch sich ein klares Bild verscliaffen können. Wenn nun auch sogar tu jüdisck>en Kreisen eine große Unkenntnis ftbe^ den eigentlichen Inhalt der halachiscl>en Partien des Talmud und des Schulchan Aruch herrscht, so gibt - .es kein-besseres Mittel zur Richtigstellung mancher Vorurteile hierüber, als eine von aller Welt zu . lesende .nichts verschweigende Uebersetzung , eben dieses Kizzur Schulckian Aruch. Es liegt natürlich eine gewisse Gefahr in einer solchen Uebersetzung für denjenigen, der nur diele Ülebersctzung des - Schulchan Aruch oder vielmehr des- Kizzur Schnlchan Aruch, zu detitsch, „kurzer Schulchan Aruch" liest, nämlich jene Geiahr, die 'Rabbiner S. R. Hirsch in seinen ,,10 Briefen" ausspricht. . ' „Allmählich kam in die Hände de? Volkes ein Teil eines Werkes, das. ursprünglich nur -für Repetition des Gelehrten bestimmt, die letzten Resultate der talmudischen. Wissenschaft rein für die äußere Praxis darstellt. Aber unglücklicherweise kam fast nur ein Teil dieses Werkes in die Hände der Leute, der nur die "Abschnitte Edanß und Awaudoh enthält, des Gottesdienstes und der fseittage: die übrigen Pflichten werden in den anderen Teilest entwickelt und zwar auch seinem Zwecke gemäß für Gelehrte, nicht fürs Volk. — Da erzeugte sich-nach und nach die unglückselige Ansicht hie und da, als - ob das Eigentümliche Des Judentums nichts fei . als Beten und Festtage feiern — aber das Leben blieb unerkannt. —" Man kann in der Tat bei einer nur oberflächlickzen Lektüre des Schulchan Aruch den Eindruck gewinnen, als ob wirklich neben den.individualethischen und sozialethisck)en Borschriften die. jüdische Religion größtenteils „Zeremonien" oder,, mit einem modernen Worte, „Brauchtum" sei. Bon dem Geist; von der Idee, wird man erst dann etwas verspüren, ivenn man zu den Quellen herabsteigt. ivenn man etwa diesen Kizzur Zchnlcktan Aruch zusammen, mit dem Choreb, dem Werke-von Rabbiner Hirsch, liest, welches an Hand-des Schulchan Aruch den Geist und die tiefe Lebcnsverbun- . denhcit dieses „Brauchtums" aufhellt. Aber auch der Inhalt des Kizzur Schulchan Aruch selbst enthält - so viel tiefschürfende, - die Eigenart' der jstdlschcn Religion charakterisierende Stellen, daß wir es uns nicht versagen können, einige Kap,tel-lleberschristen zu neunen', auf die wir jenen Leser besonders aufmerksam machen -. mochten, der gewohnt ist, sich unter dem Schulchan Aruch nur eine Art Zcremonialgesetz vorzustellen. Sv die Kapitel 29 und 34: Das Verbot der Verrlenmdnng, der bösen Rede, der Rackie und des Hasses. Das Gebot der Körperpflege. Kapitel 63: Das Verbot, mit 'Worten ' zu kränken und' Mensck)en zu täuschen. Kapitel 64: Nicht mit. verböte- . neu Dingen Geschäfte zu machen. Kapitel 152: lieber das Verbot mit Frauen, sei es jüdische oder nichtjüdische. junge oder alte, irgend auch nur in . einem abgeschlossenen Raum alleine zu sein. Kapitel 18:): Das Verbot der Beschädigung fremden -Vermögens. Kapitel 191: Das Verbot der Tierquälerei u. a. m. Es läßt sich unschwer aus dem Inhalt des Kizzur Schul chm Aruch ein wahrhaftes Kompendiuch wirklich jüdischer Kultur zusammenstellen, besonders'dann, wenn man, wie bereits oben erwähnt, sich nicht mit der bloßen Lektüre des Tllerkcs allein begnügt, sondern , auch allmählich, versucht, in den Geist des Schulchan Aruch an Hand seiner Quellen einzudringen. Allen.jüdischen K,reisen, die gewillt sind, sich Kenntnis des Judentums anzueignen, ist das neu erschienene Werk aufs Wärmst^:'zu empfehlen. Joseph Carlcbach: Das gesetzestreue1 Judentum. Jüdische Lesehefte. Schocken Verlag, Berlin 1936. Der Hamburger Oberrabbiner Carlebach unternimmt den Versuch, eine Einführung in das Wesen und den Sinn des orthodoxen Judentums zu geben, seine Geschichte vom, Auftreten Mendel« söhiis an kurz zu entwickeln und über seine Organisation in großen Zügen zu referieren. . . Der vielen Juden als hinreißender Redner bekannte Verfasser gibt in formvollendeter Diktion, . .in. oft glücklicher Formulierung der Wesensinhalte Und in kurzer, dennoch lückenloser Weise einen Einblick in die Grundtatsachen des traditionellen Judentums und in die aus der Anerkennung des göttlichen Ursprungs der Religion resultierenden Verpflichtungen seiner Anhänger. Er behandelt den Abschnitt „Freiheit und Gebundenheit^ des orthodv'ren Inden in besonders anregender Weise , und fetzt sich mit der Emanzipation sowie her Bibelkritik auseinander. Als das wesentlichste Merkmal des orthodoxen Judentums, als die eigentliche Aufgabe Israels, ,-ob im heiligen Lande -oder imGaluth, ob in politischer Freiheit oder unter Verfolgung stellt er das Studium der Lehre und die Durchdringung des Gemeinde- und Einzellebens ■ mit der von ihr gegebenen Daseins-' ordnung" hin ... „Tie jüdische' Lebensaufgabe verbindet uns mit allen Juden der Welt zur Einheit." Während der zweite über die- Geschichte informierende Teil des Heftes in leichtfaßlicher 7Form geschrieben, auch in der Oberstufe einer Volksschule behandelt werden könnte, bilden die ersten Beschwerden über das Ausbleiben der C.-V.-Zeitung, t/mteiic~ wünsche sind stet? dem zuständigen Postamt (Zeitungssielle) zu unterbreiten. Die Bezugsgebühren sind an den Brief träger zu zahlen. 25 Seiten, trotz dem Versuch eines populär iviüen- - fchaitlichen Stils, kein — wie leider auch verschiedene andere. Schriften . dieser ArtLeseheft für-die jüdische 'Jugend. Die Schrift ist aber jedem r-c i-f e r e n -Leser zur Anschaffung ivärmstens-zu empfehlen. - S. Jizchak Leib Percz: Chassidische Erzählungen. Aus dein Jiddischen übertragen von Ludwig Strauss. Schocken Verlag, Berlin. „ Bon Pcrez ist früher -vieles ins. Deutsche über-- sctzt worden, chassidische und musikalische Erzählangen sogar mehrfach, .so daß mindestens die Popularität der chassidischen Grundstimmung in manchen Kreisen hierzulande neben Buber auf Perez zurückzusühren war. Aber mittlerweile wächst eine neue jüdische Lescrschast heran, die in diese Welt der Jüdischkeit erst von neuem und tiefer eintauchen muß,, damit sie auch ihr wirklich Erlebnis wird. .Diese kleine Ausgabe von Er- Zählungen ist das schönste Mistel dafür. Erstens ist Perez von allen jiddischen Erzählern insofern der westlichste, als er am meisten Schönheit und ' Form und, in jeder.dieser Novellen, nicht in seiner Gesamthaltung, -eine Naivität im Schillerschen Sinn hat.. Zweitens hat er eine vollkommene Kenntnis und hinreißend e—Erlebn ih kra s t des .tief- . sten Volkstumsgrundes. Drittens hat Ludwig Strauß ihn besser als seine Vorgänger übersetzt, sowohl treuer in' der Woxtgestaltutig als verhaltener im deutschen Satzduktus. Und viertens hat Strauß dem Büchlein, einen vortrefflichen,, den ganzen Mann Perez. Feine Problematik, seinen Stil und seine Bedeutung plastisch und eindring-, lich darstellenden Essdp beigegeben Es ist eine Freude, das alles zu lesen.. H. „Holzsynagogen in Polen.“ (Wien, 1934.) Tie ungemein beachtliche' Kunst dieser. Bauwerke gehört zum. Besten, was der Geist der jüdischen Diaspora geschaffen, An 25 Beispielen, von - denen leider nur neun bebildert sind, 4)al der - lnichtjüdische) Lberbaurat Alois Brei er die höchst eigenartige Bauart und Malerei dieser Holzbauten beschrieben, während Rabbiner Tr. Gr u n< wald die Svmbolik behandelt und mit einer erdrückenden. Fülle von Literaturnachweisen ver-. sieht: endlich versucht Professor Eisler eine entwicklungsgeschichtliche Eingliederung des Materials, das 1l»32 bereits in der „Rlenorah" zum Abdruck gelaugte. — Bedauerlich ist, daß die Ver-- . fasser die beiden tvesstichsten. Ausläufer dieser. Kunst (Kuruik und Ezieszowa), die auf ehemals reichsdeutschem Gebiet lagen, ' unberücksichtigt ließen, und die der Unterzeichnete int Schrifttum wiederholt behandelt hat. Es sei auch darauf .hingewiesen, daß sich in Batzerh analoge Bauten befinden,' die polnische Rückwanderer doxt im 18. Jahrhundert errichtet haben (Bechhoven)j und die zum-Teil lxeute in Museen-wieder ausgebaut wurden (Horb, Kirchheiml. Dieses 1910 aufgenommene. Material ist im seitherigen Schrifttum vielfach behandelt und ergänzt worden: dennoch kann das kleine'Buch, das auf den vorgenannten drei- Gebieten' überaus interessante Anregungen gibt, als eine sehr wertvolle Bereicherung der spärlichen Literatur über jüdische Kunstbetätigung betrachtet werden. Professor Dr.-Ing. Grotte. ' Gerson Sterns Roman „Weg ohne. Ende", der kürzlich in 10. sRnflage herausgekommen ist, er-, scheint demnächst iii polnischer Sprache. Das Novemberheft des „Morgen“ Dies ist ein n a ch denkliches Heft. Welcher Autor auch.immer zu uns spricht: fast jeder zieht in Gedanken eine Linie nach, zu dem die P.stirklichkeit bereits den punktierten Borivurf geliefert hat, aber auch jeder ist zugleick) bemüht, der Flucht'der nur scheinbar zusammenhanglosen Ereignisse den organisclien Eharglter der Entivick- (ung zu verleihen. Kurt Julius R i e g n e r besorgt dies für den politischen Teil. Sein Leitartikel „Eine R!illivn zuviel" laßt die Alarmmeldungen ans Polen, die auf ihrem Akg durch die Presse seit einiger- Zeit die Juden 'innerhalh und außerhalb'Polens beunruhigen, selir iiistr'uliiv zusammen. Die Notizen der politischen Qeisentliclikeit sind hier zu' einem ansschlnßreichen Siliiatioiisbericht verdichtet,., darüber hinauswird ohne' -Scheu eine g r u n d s ä-tz-l i ch e AusN'eituug ' des jüdischen RUnderheiteuproblems versucht und-deutlich auf die unverträgliche Kombination' von. ideologiiclier Totälitäts-Sentimeutalität und realer Erfüllungs- Politik hiugewi.eien. 'Angesichts dieies S'pannungs- - ..Verhältnisses hat die polnische .Regierung nicht nur die . Internal ionalität der Juden frage erkannt, sondern 'sich auch für die ihrer L ö s u n g . entschieden. . Hans B a cli setzt seine Serie reizvoller und kluger Betrachtungen über die Bestehungallgemeiner Erscheinungen zum Judentum mit einem historisch angelegten Aussatz über das...jüdisck-e Natnrgesühl" fort, das aus 'der Perspektive des Literar h i st o r i l e r s ,. iveniger. aus der des . Psvchologen beiraclitet ivird. Die kaleidoskopartig . geietzten. Belegsielle-n sind geschickt ausqewa.blt.' ivenn auch namentlich für die Hibliiche ZeU in Anbetracht des schmalen Raumes teuwsivegs erschöpfend lind in der Aus- "rägiing-m-r-nrnchei- ,-k-iv.r-- _echE„nN ch. lNicN.sictN gelange es einer -unnaugreicheren Ivifsenschastliclien Arbeit, ivoran» vans Bach verzichten mußte, die Grnndiatzi'icnleit dietcr jüdischen Wesenshaltuug. und-ihrer Ppolive in den einzelnen Epochen und im Gesamlzusainmentiang t.vor allem im Zusammenhang mit dem- Problem der „jüdi'schen. Kunit") zu verfolgen, zu erivcisen oder — zu bestreiten. ' - Dem Andenken an Ludwig Tietz (gestorben 4. November 19-lstl tft der Aufsatz" Werner N o s e n st o ck s („Vom Werden einer Generation") gewidmet. Hier wird die Entwicklung eines Tei'lstücks der jüdischen Jngendbeivegimg. der „Deutsch - Jüdischen Jugendgemeinscliaft" (D. I. J. G.l, der auch Tietz nngehörte, aus der Erinnerung nachgezeichnet. Trotz der ausführlichen Bemühung des Verfassers, Weg.und Wesen dieser Bewegung zu beleuchten, die nach seinen Ausführungen wahrfctjeinlich einen konkreten Ausgangspunkt, vielleicht ^c'ine ^milieumässtge Mitte, 'kaum eine strenge Richtung besaß, und sich dem Ansä,ein nacl, in der Kritik einiger war als in der ArbeikX wird eigentlich ihr „geschichtlicher-Wert". wic^-P^hanptet wird, nicht recht deutlich. EharakterisiisiMr fsir diese Gemeinschatt als ihre abstrakten Theoreme und konkreten -Forderungen — wer diesen Bund nstrklich kennt, weiß es — find seine führenden Menschen gewesen. Das Gemeinsame wurde hier oüenbar. Es bestand in der früh- und reclitzeitigen Erkenntnis, daß jüdischer Jugendbeweguiig mehr Ausgaben als nur bündisehe gestellt sind,' und es bestand neben dieserideen- und realpolitisthen Einsicht in der — llntersänedlichkeit. der -Lösungs- Versuche. Der „Ring" (B. I. I.) als Nachiolgebund verdankt der D. I. I. G. starke persönlich- --kcitsgebundenc Energien.- -; - - An Belletristik bringt der „Morgen" die Fortsetzung der Novelle - „Die Städt" von Heinz Berggrün. Ein. Gespräch zustschen dem Frem-' den und dem Geschäspskührer des altrenommierten Hotels vermittelt in hiiitergründig-durchsiclniger Ützeisc das Bemühen und die Ohnmacht des Fremden, in die .Stadt"-einzudringen und.sich ihrem Gefüge einzugliedern. Plan darf auf-den Fort-- gang der Handlung.und die Lösung gespannt sein. Als ztveiler Autor der jungen Generation ist -Manfred'O t u r m a n n mit zwei Sonetten vertreten. ''Iber 'dann, kommt wieder ein Aelterer zu l'- - i kenswerterweise werden aus dem fünften . tu nd der > I e an- P a n! - Gesamtausgabe .?-> ßnäien' Akademie einige '„Bemerkungen ' ■ DTDVlenMhen" veröffentlicht. Die Auswahl . >> : - teichnct. nicht immer glcichivert-ig. aber a tau pur von jener echten Weisheit, deren " nicht durck, den Anlaß, sondern durch verbürgt i'I. -'er demnächst im Verlag des Wiener -Des-Instituts erscheinenden Festschrift u" ' Geburtstag Armano Kaminkas ist ein sehr . wesentlicher Beitrag Martin B-u b e r s „Znm Einheitscharakter des Jesajäbuches" veröffentlicht. Bttbcr tritt der Auffassung Kaminkas, daß das Jesajabnch einen einzigen Verfasser habe, - beweiskräftig entgegen. Ans dem. weiteren Inhalt verdient die Besprechttng des Buches von Möhlenbrink: „Die Entstehnng des Judentums" durch Fritz A r o n st e i n tun der sehr gründlichen und entschiedenen Rezen- Kon willen und ans der Presieschau der' Aussatz „Witakocha entdeckt - Amerika" "(von Leonhard Heinrich referiert) um des interessanten Themas willen Erwähnung und Beachtung. - Ein hübscher Gedanke liegt einer Glosse zugrunde. die sich in recht anschaulicher Form mit einigen Zu- und Mißständen des innerjüdischen Lebens kritisch befaßt. Eswäre zu erwägen, vb derartige „Nnddeleien" nicht ruhig zu einer ganzen Serie, vielleicht -sogar zu einer gesellschaftlich kritischen Rubrik aüsgebaut werden könnten. Des Stoifes gäbe es genug und des Beifalls schon gewiß (von der Notwendigkeit ganz zu schweigen). - Heinz Kellerniann. Jüdisches Fest, jüdischer Brauch Ein Sammelwerk, unter Mitwirkung von Else Rabin. herausgegeben von Friedrich Thiebetger. Jüdischer Verlag, Berlin. Das Buch, das wichtige Teile des jüdischen Gedankengutes vor uns ausbreitet, zeigt, daß innere Feste und Bräuche, die uralten, recht verstanden. durchlebt und vor allem auch real erlebt. . ewig jung sind. Dem Kenner der Dinge wird das: dnrch dieses Werk neu bewußt, dem btsher Fernstehenden und Hcimkehrenden aber wird es helfen, sein'Judentum nicht als ein'über ihn verhängtes Schictial anzusehen' ündVDllnnener Weise ohne- Trvtzreaktion '—zu bejahen. Die Einteilung d/s Werkes erfolgte in der.Weise, daß eine erklärende, deutende reinstonswissenschaftliche und religimrsgeschichlliche Abhandlung jeweils gefolgt ist von ' Stücken erzählenden J'nhalts^ Aussprüchen des Talmuds, philosophischen Betrachtungen, geschichtlichen Abhandlungen und ausgew.ählten Teilen von Werken erzählenden Inhalts. Zn Wort kommen Menschen aller Richtungen, aller Zeiten und vieler Orte: hcrvorzuheben ist aber besonders, bei den interpretierenden, vorangestellten Abschnitten die Ehrfurcht, mit der von allen Mitarbeitern die Dinge behaitdelt werden. Die Wähl der belletristischen Kapitel geschah nach dem Gesichtspunkt, das ' jeweils behandelte Fest oder den Brauch in dichterischer Behandlung neu' beleuchtet darzustellen. Und-gerade diese Erzählungen tragen dazu bei, das Buch warm und lebensnah zu gestalten. Häufig sind diese Erzählungen Werken ostjüdischer Schriftsteller entnommen, die ja aus einer Welt kommen, .in-.der das Judentum iir seinen Bräuchen und religiösen Ueber.lieferüngen moch lebendige Wirklichkeit bedeutet. Man wird sich mit diesem Buche freuen, das uns in seiner Vielgestaltigkeit die Vielgestaltigkeit des Judentums ändent'et. eines Judentums, das jahrhundertelang Menschen, die in der Enge lebten, eine Welt der inneren Freiheit, des seelischen Glückes, der häuslichen Freude, der Freude an der Erfüllung der Pflicht und ein Erheben über das eigene, -kleine Selbst schenkte. — Zum Schluß sei-noch die schöne, äußere Form des Werkös hervvrgehoben, das durch Abbildungen und Notenbeilagen .Ergänzung erfährt. ' Susi Oppenheimer (Frankfurt a. M.) . Die erste Uebertragüng des Babylonischen Tal- \ mud in eine andere Sprache, hat Lazarus . G o l d s ch m i d t trotz sachlicher und persönlicher ' -Schwierigkeiten in vierzigjähriger Arbeit mhne fremde Hilfe vollendet. Tie iv'ohlseile Ausgabe ist in zwölf Bünden, die rund zehntausend Seiten enthalten, im Jüdischen Verlag, Berlin, erschienen. ______ ‘ Stefan Zweigs Mcisternovellen sind soeben in einer zweibändigen Gesamtausgabe, im Her- -bert-Reichner-Verläg. Wien, erschienen. Im zwei- - ten Band, der sich „Kaleidoskop" betitelt, findet man auch eine Reihe bisher in Buchform noch nicht' herausgekommener Novellen, darunter eine El^äölunq- Im " MnPwissenschaitlichen Verlag Leipzig- - Wien erschienen nachgelassene, bisher unbekannte Werke von Hugo Wolf, zunächst vier Heite Liedex. Tas zweite bringt Vertonungen von Heine und Lenau. Heine ist mit sieben Liedern vertreten, dirunter mit „Tu bist wie eine Blume" und „Wenn ich in deine Augen seh", ‘