Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 45 (5.11.1936)
- Date
- 1936-11-05
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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. \' dann entstehen, ,wenn sie Don einer ideenhast / auSgerichteten Begeisterung getragen werden. Wir hobeln für diese hier geforderte geistige Ausrichtung kein Schlagwort, keinen :. .i*= nzus" aber ivem die Erhaltung jndiseher- - Menschen^zu jeder Zcit und überach oberstes Gesetz ist, der muß siel) auch dieser hier geschilderten Aufgabe mit der ganzen Einsatzbereit- . schast hingeben, die jüdische Arbeit erfordert. Unter diesem Gesichtswinkel betrachtet ist es gewiß kein Zufall, wenn gerade in diesen Blättern das Problem der in Deutschland -verbleibenden älteren jüdischen Arbeitslosen von der grundsätzlichen Seite allsgerollt wird. Das Gewissen der jüdischen Allgemeinheit-soll , -- für -diese fragen geschär-st werden. Wir glauben dies nicht /besser tun zu ■ können, altz daß wir im folgenden auch/ Menschen das Wort geben, die selbst von dem hier geschilderten Schicksal erfaßtFind und die fordernd und mahnend vor die jüdischen Menschen unserer Zeit treten. - - 9SOS-Umschichtung* sagt ein Mann von 40 Jähren Als nach dem Umschwung im Jahre 10AT viele Berufe, speziell /ans akademischem - Gebiet, für Juden verschlossen wurden, hörte man erstmalig in verstärktem Maße von einer Berussumschichtung sprechen. Das Handwerk wurde in unseren Kreisen wieder „salonfähig", und viele junge Menschen, die noch wenige Wochem vorher / die Universitäten besucht hatten, arbeiteten nun hinter Hobel- oder Drehbank, um sich für einen Berus guszubilden. der ihnen in anderen Ländern eine neue Aiifbaumöglichkcit schaffen sollte. Was ist aber bis heute für die jüdischen ' Menschen im Alter von 35 vis 50 Jahren ^Übergebt . | Hausverwaltungen! Rändle Firma S- A C K E R HA N Ni MQnchen Berlin W SM Bitter v. Kpp-Pla»z,9 Tirpitz-Ufer Äi.=j z§ Erste Referenzen! Biratung bei Immobilien-Vsrkauten iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiir^ geschehen, die. Familienväter sind und die heute gezwungenermaßen ebenfalls an eine Umschichtung denken müssend Ist man sich darüber klar, daß diese oft erfahrenen, stellungslos gewor^neu Men-' eschen ihre Familie nicht' mehr ernähren können? Wie ihre Kivder ^.zwangsläufig vcrproletarisieren müssen, weil heute das Schulgeld nicht mehr aufzubringen ist und weil zudem die Sorgen des Alltags derartige Nervenproben an die Fainilienvätcr stellen, daß sie sich nicht-wehr mit.der Sorgfalt mir die Erziehung ihrer Kinder kümmern können, die sonst geradein jüdischen Familien vorbildlich war. Schon das allein beweist, wie wichtig es ist, nun einmal der Familienväter .zu gedenken, die heute mehr oder weniger bei der StelluNgsnche an verschlossene Türen, klopfen. Hierbei haben die abgebauten kaufmännischen Angestellten ans dem Eiuzelvder Großhandel wenigstens den Vorsprung, daß sie sich dank ihrer ^Sachkenntnisse und Verbindungen, die ihnen ihr Berus geschaffen hat, bescheidene Vertretungen, ausbauen können. Was aber sollen alle die Menschen mach eit, die aus der akademischen Laufbahn kommen oder Berufe ansgeübt haben, die jetzt der Neiclispressekammer oderanderen Sparten der Neichsknlturkammer r angegliedert sind? Wir haben vit genug erfahren müssen, daß rein schematisch immer wieder die Frage gestellt wird: „Besitzen Sie Fachkestvitnisie. welche Kundschaft kennen Sie, wo haben Sie bereits gearbeitet usiv." Wenn man ans diese Fragen dann nur antworten , konnte, daß man keinerlei Warenkeniitniise besitze. . daß. man aber den gaben Willen hat. sich hereinzufinden, dann wurde--man stets mit -einigen reelit-sadentcheinigen EntsehMdigungen hcransfomplimeiitiert. Dabei ist es unverständlich. ivarum Menschen, die in Kulturberufen gestanden haben, jedes kaufmännische Empfinden abgehen soll, ivarum nicht ein Anwalt. der --seine rhetorischen Fähigkeiten bewiesen-'hat. auch ^ein guter Reisender sein kann oder ein Schriftleiter ein Haus als Avürdiger!tzepräseutänt iin 'In- oder--Ausland.-vertreten könnte. Sollte es hiev nicht oftmals am guten Willen der Arbeitgeber fehlen? Gerade in Berlin und anderen Großstädten, in denen noch viele, namhafte Hersteller der Bekleidungsindustrie V B.. ein Wahlergcbifisse in Amerika / Gleichzeitig mit/der Wahl des Präsidenten hat auch eine Neuwahl der Staatsgonverneure und eines Teiles der Parlamentsmitglieder in Amerika stattgefunden. Dabei wurden der bisherige Gouverneursdes Staates New-Aork, Colonel He r b e r t H. Lehman,/ und der Gouverneur von Illinois, H e n r y H o r n e r — beide Juden — wiedergewählt. Colonel Herbert H. Lehman hat dabei eine Mehrheit von 640 000 Stimmen, Gouverneur Henry Horner eine solche von 000000 Stimmen erreicht. In das Mepräie»lantenhaus wurden..-.zehn Abgeordnete. dieJuden sind, gewählt, und zwar als Vertreter der Staaten lliew-Äork.'New-Iersey, Illinois und Connecticut, nämlich: H. P. K v p P l e m a n und , L. C i t r o n ans Connecticut, A. I-. S°a b a t h aus Illinois, I. B a ch a r a ch ans New-Iersey, S. Tickst e i n , E. Celler, Ellenbogen.' W. I. Sirwvich. Th. Peyser und Joe B l v o nn aus New-Pvrk. Im Staate New-Pork wurden 44Hndcn zu Btitgliedern der Staatsversammlung und 7 zn Mitgliedern des Staatssenat.s -gewählt. In das Hauptgericht von New-'))ork City «-Court vf Generäl Sesnvns« wurden Sank St-reit und Richter Morris Kocnig gewählt. . Iler Frankfurter In einer Reihe deutscher Zeitungen, u. a. auch im „B ö l k i s ch e n B e o b ach t e r" war in den -letzten Tagen folgender Bericht des Deutschen Nachrichtenbüros zn finden: Der bepvrsteheüde Mordprozeß gegen den Inden David Jv r a n kfnrker hat bekanntlich die jüdische Presse in aller Welt ztt'Slimpathieerklärnngen für den Mörder und zu Verherrlichnngen seiner Tat veranlaßt. Bor allein hat das Lrgan der jüdischen Weltliga zur Abwehr des Antisemitismus. die sich bewußt hinter den Mörder und seine Tat stellt, sogar die Person des Führers im Fn'ainineNhang '.mit der Mordtat in der . ipiderlichsten Weise angegrisfen. Dieser nnvcr.frorene Versuch jüdischer Mreife, die Gerichtsverhandlung in Chnr zn einem -Forum snr allhidische Propaganda zu machen, ist sogar den-in dieser Beziehung sollst sehr duldsamen Tchlvei zern.ans die Nerven gefallen. Ter liberale' „B e r n e r /B u n d" bringt in einem soeben erschienenen, Artikel ,P-or ^enen I n d e n ge s e tz e n in D euts ml a n d", chach Hinweisen ans die letzte Sportpalastrede von Reichsmiimter Dr. Goebbels. Beispiele voiü der jüdischen Entlastnngsössensive für den Mörder David Frankfurter und. erklärt - es bei derdeutschen Einstellung zur Judenfrage für hegreiflich, wenn deutscherseits auf derartige Hetze in entsprechender Form geantwortet würde. Es wird auf die möglichen Wirkungen eines solchen „ErzesseS eines unverantwortlichen Literatentums" hingei^iesen. ll. «. habe sich auch der Emigrant Emil Lud ivig-Eohn durch ein Buch für den Mörder eingesetzt. Andererseits nimmt der-Artikel darauf Bezug, daß so- . gar der G r o ß r a b b i n e r von Paris sich gegen die Verherrlichung des Alörders durch jüdische Kreise gewandt habe. Diele Berössentlichung des Schweizer Blattes darf als Zeichen dafür gewertet werden, das; die Schweiz ein Interesse daran hat, sich int Zusammenhang mit dem Mo.rdprozeß Frankfurter nicht von ■ jüdischer Seite.gegen Deutschland mißbrauchen zu lassen. . - Einem Bericht der ,.F r a n H u r t e r Zeit n n g" über Schweizer Stimmen und Stimmungen zu dem bevorstehenden Prozeß entnehmen wir: Vor allem hat das von dem jüdischen Schriftsteller E m i I Lud w i g kürzlich in . einem Amsterdamer Verlag herausgegebeiie Buch ..Mord in Davos" schweizerische Proteste ausgelöst.. Der Verfasser, der vor einigen Jahren das schweizerische Bürgvrcecht erworben' hat, glaubt sich in diesem Buch nämlich he- . . rincn und berechtigt, nm die Tat des jüdischen Studenten Frankfurter, eine Gloriole politischen Heldentums/zp spinnen. Tie „Neue Z-ü r ch e r Z e i t u n g" widmet dein a u ch i n j ü d i sch c ii K r e i's e n a b g e s ch n t t e l t e n Buch einen Leitartikel, in dem sie feststellt, daß es wahrhaftig nicht von rechtlichem .'Denken beschwert sei.... Wohl .nm nicht in den Verdacht einer Parteinahme für den Natiyiialfvziälismns zu kommen, greift das Blatt in der gleichen Ausgabe auch das in Deutschland erschienene Buch von Wolfgang Tiewerge „Ter Fall Gustloss" an.. . . . In einem Berliner Bericht behandelt der Berner „Bund" die' Frage, ob n c.u e I n d e n g e s etze in Deutschland zu erwarten sehen; er kommt unter Hinweis ans die Rede von Ncichsininister Tr. Goebbels im Sportpalast Zu der Feststellimg, daß das Verhalten der jüdischen Bevölkerung in Tcütschland an sich keinen Anlaß für eine abermalige Verschärsnng der antisemitischen Stimmung gegeben habe. Dagegen chabe nach den Informationen des Korrespondenten in' maßgeblichen Kreisen die Unverhohlene' Verherrlichung des Mordes an Gustloss größte Empörnng ansgctöst. Ter Bericht erinnert daran, daß die Ernennnng Frankfurters zum Ehren- , Präsidenten einer „Weltliga zur Zflbwehr des Antisemitismus" in nationalsozialistischen Kreisen als eine Kampfansage bewertet'werde, . wenn aiicl) die deutschen Zeitungen in der . «cndjc des Gnstlvff-Ptvzesses große Zurück» haltnng übten. Durch Exzesse, wie üe kürzlich, in vem Pariser Lrgän der vbenge^annten Weltliga gestanden hätten, werde der <.ugc der /tttväiio noch, in Deutschland lebenden Inden keinesfalls gedient. Die Wirkung werde auch nicht dadurch vermindert, daß kürzlich von hoher, jüdischer Stelle, nämlich vom Pariser sorgenfre-ie? Aiiskoinineii häbeii. muß uimt ■immer und immer wieder feststelleu, daß viele von ihnen, der neuen. Zeit völlig verständnislos gcgeiiüberstehen und keinen oder nur geringen' Äiiteil mn jüdischen Atlgemeinsehicksäl nehmen. Sie glauben oft mit einer Geldspende' geholfen zu haben, aber sonst . stärk egozentrisch ihren eigenen Weg gehen zu ntnssen. Täglich mehrt' sich die Zahl derer, die hilsesuchend an die jüdischen Organisationen herantreten. um Ailswanderungsmögtichkeiten zu erforschen und fast ausnahmslos werden alle diese Ungtückseligen wieder zurückgeschickt. weil sie entweder nicht die ~ gelingende,i Kapitalien vorweiien kömien, die das Ausland als Nkindestquvte verlangt, oder weil sie Berufe beherrschen.'für die nun einiiial in der Welt wenig Interesse voAiegt. Därum muß 'endlich einmal mit aller Energie Iieraiigegangen werden, um /den zwangsläufig in Deutschland' ' lebenden Inden im Alter von sä bis 50 Jahren einen bescheidenen Lebensplatz zü schassen. Wir sind uns - absolut klar darüber, welche Schwierigkeiten bestehen, eine solche Maschinerie in Gang z» bringen imd ivelcher Kampf zn bestehen sein wird, bis man all den Juden, die heute noch -Arbeit und Brot zu' vergeben' haben.'-eindeutig klargemachttiat. daß es. selbst unter Opserii, eine Selbst- 'Verständlichkeit ist. 'sieh inden Dienst einer * so großen Ausgabe zustellen. Dabei sott voraüsgeschickt werden, daß es keinen Zweck hat.-Menschen, die Familien,zu ernähren habeiu.mil zu kleinen Anfangsgehältern zu > verpflichten. Man nimmt-diesen Nienschen dadurch nicht nur keine Sorge ab, sondern erweckt in^ihlien unwillkürlich das gefährliche Gefühl ihrer Nliiiderwertigkeit. Für die kurze Zeit der Einarbeitung wird jeder Umschichter gern mit der kleinsten Entlol)iuing zufrieden sein. Vor allen Dingen muß sich die gesamte jüdische Presse in den Dienst dieser Aufgabe stellen. Einen erfreulichen Ansatzpunkt bietet bereits die Tatsache, daß für Stellengesuche ermäßigte Anzeigengebühren angesätzt sind. Bi an sollte sich nicht scheuen, von der Kanzel herunter zur aktivxn Mitarbeit aufzusordern. - Jedes jüdische 'Unternehmen sollte durch anfklärende Rundschreiben von seiner Gemeinde in regelmäßigen Abständen über die- Lage unterrichtet und dabei auf die Not- Wendigkeit an-sinerksam gemacht werden, z u - s ä pl ich jüdische Arbeitskräfte einzustellen. Es ist nicht Zweck dieses Artikels, 111111° mehr alle Gelegenheiten restlos zu erforscheii, sondern er soll mithelfen, diese Frage anfzurvllcn und zu weiteren gangbaren Vorschlägen aus dem Leserkreis anzuregen. Zum Schluß ein Mort an die Frauen: Gerade sie haben im letzten Jahr des jüdischen Winterhil'fsiverkes Vorbildliches geleistet, haben mit Anfvpseruiig^ unseren notleidenden Menschen zur Seite "gestanden und siewerden es auch hier sein müssen, die immer und immer wieder ihre eigenen Männer darauf Hinweisen sollen, im Sinne dieses Anfrilf-es zu handeln und zu Prüfen, wie weit er im /eigenen Betrieb durchführbar ist. Erst wer richtig-opfert, tut seine Pflicht im Sinne des jüdischen Gemeinschaftsgeistes. (Lveitere Zuschriften folgen.) IHedicus Hineinschlüpfen und sich wohlfühlen M Timm In-allen Abteilungen unseres Hauses finden Sie viele preiswerte Angebote I’ISIIII BERLIN C2 SPANDAUER —KPNieSTRASSE ' «vroßrabbiner Julien. W/e ill, vor der Elvriilzierung des. Mörders Frankfurter Durch jü- .... -. diiche Kreise öffentlich gewarnt und dagegen' protestiert worden sei. / ■- -- " ■ / Das D e ii t s cheNa ch r ich len- Büro meldet unter dem 10. November, daß der Prozeß am 9. Dezember beginnt und führt . dabei aus: * v Es liegen dem Schweizer, Gericht bereits zatzlreiche Anträge ausländischer Journalisten auf Teilnahme an den Sitzungen vor. Wenn in der Meldung der Hoffnung Ausdruck gegeben ivitd, daß der Prozeß nur wenige Tage tu Anspruch nehmen wird, so ist diese Annahme infolge des klaren Täkbestandes der Ermordung berechtigt. Es erscheint aber fraglich, ob in io kurzer Zeit auch die Frage der Hintergründe der . Tat . und der Hintermänner des Täters mil der Ausführlichkeit erörtert werden kann, die ein Attentat von fo hochpolitischer- /Bedeurnng wie die Alordtat von Davos erfordert. Tie von der deutschen Presse und auch von einigen Schweizer ZeitungenIn den.letzten Tagen angeprangerten Versuche..des internationalen Judentums in . aller Welt, dem Mörder hilfreich zur Seite zu stehen und seine Verurteilung zu. hrutcrtrciben, iaffen erkennen, daß der Mörder nicht allein ^steht. Es wäre auch zu klären, ob er noch andere Atvrdtaten beabsichtigt hat. . , - Voraussetzung für eine schnelle Abwicklimg des Prozesses dürfte ferner die Beschränkimg dex Verteidigungsmaßnahmen für den Mörder . ans. das eigentliche Verhandlüiigsthema sein. Zahlreiche^ jüdische Presseäußcrnngen lassen erkeimcn, daß man-von jüdischer Seite plant, die Verhandlung zu Pvlitischeii Angriffen gegen die deutsche Heimat des Ermordeten und die - nationalsozialistiscl)e Bewegung zu mißbrauchen. Man wird für diesen Teil eingehende deutsche ' Erwiderungen um so weniger zurückweisen können/als.ja nach der Mordtat von fchweizeri-. scher Seitedie Auflösung der Ländesgrupve . Schweiz der NSDAP, ans Gründen verfügt ' wurde, wie sie auch in dem Presseseldzug gegen Gustloss eine Rolle spielten. Mit der Einreichung der Beweisanträgc von deutscher Seite ist, in den nächsten Tagen zn rechnen. Voraussichtlich wird auch die-Witwe des Ermordeten, Frau Hedwig Gnstlöff, persönlich über die Mvrdhetze gegen ihren Mann und die Ereignisse - am ^Mordtage vernommen werden.- Tie C.-P.-Zeitung hatte am 9. Februar unter dem unmittelbaren Eindruck dieses unsinnigen Verbrechens geschrieben: Wir - verabscheuen den politischen Mord. Jede Motivierung für ihn ist belanglos. Menschen, die aus der Gegensätzlichkeit^ ihrer Weltanschauung zu anderen die Berechtigung zum Morde ableiten, schalten sich aus der menschlichen Eemeinschaftsordimiig aus. * Von den Kanzeln der Berliner Synagogen war ans Anweisung des Geineindevorst'andes nachdrücklich der Abscheu vor der Tat bekundet worden, die in unüberbrückbarem Gegensatz zn den Lehren der jüdischen Religion wie zur Ethik des Judentums stehe. Der Rester, in den verantwortungsbewußten Kreisen des Jiidentums innerhalb wie außerhalb der Grenzen Deutschlands, ist also durchaus einheitlich gewesen. Nun scheinen sich verantwortungslose jüdische Kreisen regen zu wollen! Das Buch von Emil Ludwig kennen wir nicht. Wir wissen nur, daß Emil Ludwig, als - er noch nichts mit dem Judentum zu tun haben wollte, dem Judentum nicht genützt hat, und wir haben den Eindruck, daß er ihm jetzt, wo er sich unlegitimiert zu seinem Sprecher aufwirft, nur schadet. Die zitierte „Weltliga zur Abwehr des Antisemitismiis" ist üns völlig unbekannt geblieben. Anscheinend erblickt, sie ihre Aufgaben ausschließlich in der. Ernennung Frankfurters zum Ehrenpräsidenten^ Wenn verantwortungslose Einzelgänger, die durch den bevorstehenden Prozeß geschaffene...Siutation sensationslüstern ansnützen, sollten sie allgemein der Ablehnung und Verachtung verfallen. Hauptschriftleiter: vr. A 1 f r« d Hlrachberp; Stellvertreter und verantwortlich -für dis Aufnahme von- Bildern: Dr. M a r g a r e t e E d 1 b e 1 m. / Ver- ' antwortlich für Sport: Dr. Ernst. G. Lövrcnthalj sämtlich in Berlin. Für Rücksendung unverlangter Einsendungen ist Frei Umschlag beizufügen, Leiter der Anzeigen-Abteilung und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen:-F ri e d r ich Nathan. Berlin. DA III. Vj. 40 000 PI. 5 Verlag: Jüdischer Central-Verein e. V., Berlin W 15. Emser Str. 42. Druck der Buch- und Tief-' druck Gesellschaft mbH, Berlin SW 19. c I