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Central-Verein-Zeitung · 1936-11-05 · 45 (5.11.1936) · page 13

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
45 (5.11.1936)
Date
1936-11-05
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 45. * 4. Beiblatt 5. November 1936 Die jüdischen Aerzte in Deutschland Von Dr. Fritz Aron ■ In der ärztlichen Standespresse („Berliner Aerzteblatt" Nr. 39vvm 26. Septemver 1936 und in Nr. 40 vom 3. Lktober Z936) sind neuere Zahlen über -die Aerzte in Deutschland veröffentlicht worden. Sic geben über die Entwicklung,der Verhältnifse bei den jüdischen Aerzten.,im Teutschland ge-- ’ wisse--Rückschlüsse. - Ich hatte in Nr. 13936 der E.-V.-Zeitung chber „Die nichtnrischen Aerzte in Deutschland" im Anschlitß an eine Mitteilung von . Tr. Hadrich iin „Deutschen Aerzteblatt". Heft 51 1934, berichtet. . In der Zwischenzeit war eine eingehende Aufstellung von Dr. Dvrnedden in Heft 21 1935 des „Deutschen Aerzteblatt" über die Zusammensetzung, 'Altersgliederung- und Auswanderung der deutschen Aerzte erschienen. Tie neu oer» öfscntlichten Zahlen geben mm Veranlassung, die Sitnativnder jüdischen Aerzte in Teutschland nach dem heutigen Stand zu schildern. Dr. Doncdden hatte nach dem , Neichs-Medizinal-Kaleuder, Jahrgang 56, die Zahl der Aerzte in Teutschland mit; . . . . ... 52342 angegeben. Nach der Mitteilung deS „Berliner AerztcblatteS" Nr. 39 war die Zähl der Aerzte am 1. Januar >935 . . . ..... 47419. Demnach beträgt der Abgang 4923. Zum Vergleich seien die Zahlen der Aerzte im, Deutschen Reich genannt: 1913 3 921 . 1927 1930 33210 36 1Ä6 47 699 50 370- Lb der.jetzt eingesetzte Rückgang von fast 5000 Aerzten innerhalb eines Jahres auf die große Zahl der ausgewanderten jüdischen Aerzte zurückzusühren ist-, läßt sich nicht ohne weiteres sagen. Die Zahl der jüdischen Aerzte betrug 1933 (wobei hier und auch weiterhin alS jüdisch nur die Glaubens-- juden berücksichtigt sind) 7500. Tie Zahl der durch .Auswanderung, Berussaufgabe und Tod bedingten Abgänge schätzen wir auf 4000, so daß heute noch 3500 jüdische Aerzte in Teutschland Wir selbst hatten am Anfang dieses JahreS durch-eine Umfrage bei den jüdischen Gemeinden Deutschlands noch 3921 jüdische Aerzte festgestellt, davon in Berlin 2145. eine Zahl, die mit der von Tr. Grote, .veröffentlicht in Nr. 40 des „Aerzteblattes" für Berlin fast übereinstimmt, der bei der letzten Zählung der Aerzte aus denGIahre 1936 2143 Juden feststcllte. Wir glauben aber, daß diese Zahlen zurzeit nicht mehr zutrefsen, und daß 'ein weiterer Wanderungs- und Sterbeverlüst der jüdischen Aerzte in Berlin eingetrcten ist und die Zahl der jüdischen Aerzte in Berlin zurzeit zwischen 1500 und 1600 beträgt, wobei wir noch-b malS darauf aufmerksam ^machen, daß wir nur die-: Glaubensjuden zählen. Ter H u n d e r t s a tz der j ü d i sch e n Ae r z t e beiden Be r l i n er Aerzten würde daherjetzt um 25 liegen. Danach ist also, innerhalb von drei Jahren die Zahl der jüdischen Aerzte in Berlin um die Hälfte gesunken. Mir daS Reich insgesamt beträgt der Rückgang über 50 Prozent. Prozentual von den Aerzten jetzt 7.36 Prozent jüdisch gegenüber 14,4 Prozent 1933. Im übrigen zeigt es sich, daß entsprechend der Bewegung.der gesamten:. jüdischen Bevölkerung auch eine Konzentration der jüdilciien Aerzte nact) den Großstädten statifindct, Bei unserer Zählung ergaben sich für . . . . . v Berlin . . , 24 45 -- 3009, - Breslau I 234 Frankfurt a. Pt. . . . ...is7 Hamburg . . . . . 247 Königsberg . . ... . 49 Leipzig . . . . , 53 München . . . . ... 69. . so daß von den von uns festgestellten 3921 Aerzten 3069 — 76,74 % in den Großstädten leben. Illach dem Stand vom Frühjahr 1934 waren -2567 — - 26 % jüdische Kassenärzte in den Großstädten. Tie Altersgliederung der - jüdisäzen 'Aerzte wird weiterhin schlechter. Die jüngeren 'Aerzte wandern auS, Nachwuchs -ist. nicht mehr vor- Händen. Bei unserer Zählung'haben wir folgende Alterszusammensetzung festgestellt: bis 35 Jahre - . 291 7,44 % von 35—45 „ . . 1265 32,33 % , „ 45—55,, . * -972 — 24,85 % „ 55—65 „ . 787 30,12 % über 65 „ . . 597 15.26 % ' Hierzu geben wir zum Vergleich die Altersgliederung der deutschen Kassenärzte, über die amtliche Zahlen borliegen. Danach waren von 31 680 Kassenärzten. bis 35 Jahre -. . 3 168 10 % ... 45 „ . . 12 433 39.3 % „ 55 „ . . 7 494 23,7 % - über 65 „ . . 3 061 9.6 % Auf die Bedeutung der Ueberalterung der jüdischen Aerzte in Deutschland habe ich bereits in einen Aufsatz im Heft tllr. 23l 193.5 in der E.-B.- Zcitnng hingewiesen,. doch war damalsnicht mit einem derartigen erheblichen Anschwellen der Aus- Wanderung zu rechne,r-, wie sie seitdem — besonders am Ende des vorigen JahreS infolge der Lizenzsperre in Palästina — in verstärktem Maße erfolgte. - Z Dabei erscheint eS mir gerade jetzt'als eine dringende indische Aufgabe, die Gefuiidheitssür- .sorge für die Juden in Teutschland intensiver zu gestalten. Lbne hier auf Einzelheiten entgehen zu wollen, erwähne ich die ärztliche Betreuung der jüdischen Jugend, beginnend mit den Kindergärt/n, Kinderhorten. Schulen, bis zu den Spvrt- und Jugendverbänden, die sozial-ärztlichen Aufgaben in der Beratung und Untersuchung bei der BevussumschichtlUig und Auswanderung, die ärztliche Fürsorge für die Umfchichtlcv-die Ueberwachung der Schulungsheime und deck weiteren Ausbau von Erholungsheimen für die in Ausbildung und Umschichtung Befindlichen, die erhöhten Anforderungen, die an die jüdischen Krankenhäuser gestellt werden, in denen auch Stellen der. Forschung' und Fortbildung für jüdische Aerzte geschaffen werden müssen. Diele Au'gal'en sind nur dnrcll die 'Illilarbeit . der frei vraltigierenden indi'ciien 'Aerzte zu ersnllcn. Sie iordcrn von den iudl'chen Aerzleii selbst eine stärkere Ve^psliNuung der Arbeitsbereitschaft inr allgemeine iudiicl,e Aufgaben. Die jüdischen -Aerzte-müssen kur die Fragen der jüdischen Gcinndheitsansgabe ilire. verständnisvolle- - Milärbeit zur Beringung.stellen. in dein Bewnsil- ' sein, daß sie als 2lerzte ge'»»d!,eiilicl>e,- lnriorge- . riiche. .Aufgaben .für das Vuitv-.-titm zu Iciitou. haben. Ans der andercii Seite aber »nisten die , maßgebenden indischen Instanzen sich der iv.icl,- seiidenBedentnng dieser-Ansgäbe inr.die jüdische Bi oolkerung.-ben'iißtx. werden und einen plan- --mäßigen - Ausbau., in Jcnorv- Zurnmmenar.beit mit den judisclieil Aelzten fordern. So bietet,-sich hier ein b«ebiel. wo--nicbt miv ivertvolle .Allgemeinarbeit geleiüe! werden kann, sondern wo auch hierdn-rel, l>ir die jüdisclien Aerzte eine wirkliche prodiiktioe ivirtsäiastliäie Hilse seitens der jüdischen 'Allgeincinheit ge- .».schasfen.-würde. Tue 66 949- ^is JoUteseude I liefern wir die C.-V.-Zeitung> wenn 'uns der Bestellschein sofort eingeschickt wird. H elf en Sieruns •werben. G,eben Sie diesen Abschnitt I hren Freunden, Die Aerzte in Gross-Berlin Im A erztcblat t s n r B e r l i n gibt der . Geschättsführer H o l l m a n n einen Ueberblick über die Tätigkeit des Berliner Z n - las s il n g S a n s f äi ii i) e S . der die Bcrteilnng der Kassenärzte in den einzelnen Berliner Bezirken — nach den Besliinmiingen der Anfang Juli 1934 ln Kraft gelretenen ärztlichen Znlajiiingsordniliig — zn nberwaclienniid .zii regeln hat. unter besonderer Bernckiichtignng a,ich der nichtari'chen Aerzte. Tie ärztliche Bersörgnng: der Groß-Berliner Bevölkerung, aii her die nichtarisclu'li Kaiienärzte mit 46 Prozeiit beteiligt ioaren. er.oies. ftd, und) vor zwei Jahren in einzelne» Bezirken ll-^erlins nach Hvllinanns. Zlisainineiistellniig als „änßer't mangelhaft". Beispielsiveise war der Bezirk Wedding. mit fast 30 v. H. nnterbesetzt. während der Bezirk 'Wilmersdorf eine Ueberbeiehiing von - 266 v. H.. zeigte. Dazu kam die inigenügeiide- Besel.ni'.ig Unzelner.Bezirke mit Faeliärzteii. In drei ^'Bezirken, darnnter im 'Illedding. gab cs bcispielsiveise keinen denlschen 'Angenarzt. > Im ganzen betrachtet ivar Berlin ärztlich überbesetzt, in der Hauptsache allerdings in den westlichen Vororten. Insolgedesse» ivnrden diese für Zlilassinigen gesperrt, bis.an! besondere '.llötsälle. 'Am stärksten war die lltl'ervesctznng iu den fünf Bezirken bliarlottenbnrg. "Wilmersdorl, Schöneberg. Zehleudori und Steglitz, von denen -die beiden lehtgenannken insofern eine 'A»Siiatinie. stellung cinnahmeli. als ,-n ihnen drr"An>eil der - nichtarischen 'Aerzle anisallend niedrig war: 15 und 25.5 vom Hundert. Besonders ern'ähnt sei die Tatsache, daß in Eliarlottenbnrq Juli 1934.'- von zwölf Kinderärzten nur eijier arisel, war. . In den genannten fünf Bezirken wirkte sich die Ziilassniigssperre so-aus, daß in zwei-Jahren ein Rückgang von: 15 Prozent erreicht wurde. Um- . gekehrt kam man inr die iinterbesetzten innf Bororte Wedding. Prenzlaiier Berg, Harit-'Böesiet. Neukölln tmd Lichtenberg ans ein Mehr von x'.» 'Aerzte!,. Rcelinet .man. dazu den Abgang von 74 'Aerzten infolge von Tod oder Verzug, io innßten im gaii.zel, iinnierhin U13 '.llen.znlaiinngen ersolgens iim zn der genannten Mehrbe'etumg-. zu kommen. Gerade hier zeigte sich — ivie Holl-- maiii, schreibt — das Bestreben des' Znlasiniigs- Senclen Sie mir bis auf Widerruf die C-V.-Zeitung 66 Pfg. für November, Dezember zuzüglich einer einmaligen postalischen ' Verspätunqsgebühr von 20 Pf. (da .der ■ Monat bereits begonnen hat) zahle’ ich bei ^Vorlage der Postquittüng an den Briefträqer. Die erste November-Nummer soll mir nachgeliefert werden. Ort: — . Ausschneiden und mi, 3 Pfg. «frankiert (oder unfrankiert) senden an j C.-V.-Zeituna, Vertrieb; Berlin W 15, Ernser Str. 42. 'J 2 8141 aussärnsieS. imch streng iiationalsozialisiischen lOriindiätzen zu arbeiten.- „ES galt, de» berechtigte» 'Alliiischeu der deiiticheu Bolssgeiwssen auf Siiherstellung der ärztliche» Bersorgliug durch deutselie '.'lerzle Rechhimg zu trage». Wie weit das möglich ,oar. lasieii die Zahle» über de» 'Auteil der „ichtärischeu au der Oll'samt.zahl der Kassenärzte erkeune»." In Heu.13 überbesetzten Bezirken betrug der Anteil der niehtarisck)e,i Aerzte 1934 geuaii 46.3 V. H.. -1936 „ur 4«>.-5 V. H. —- iu den sieben »»lerbesetzte» Bezirken 1934 im ganzen 45.-5 v. H-, 1936 nur, 3.5,1 -v, H. duder» in clor medizumchen Fachpresse In einem Borlrag. den Professor Dr. Kurt Klare ani^ der Tagiing der niedizinischeii Fach« preise am 20. Lltober in Berlin gehalten hat. siihrte.er. »ael» einem Bpricht des ..'Aerztebtatts inr’Berlin", n. a. folgendes ans: ..Bei den Buch» ’ bespreehiiiigen ist erfreiilicheriveise die Kritik üblich. ,a ich möchte sage», daß sie manciunal sogar i’il'er. das Ziel hinansgelit. Hier .möchte ich bitten, alles Periönliclx' zn vermeiden, denn .Hallsstreitig« keilen' inachen immer einen schlechten Eindriicknnd erhöben auch uirf)t unser Ansehen im AnSlaud. Den Büchern jüdiscin'r Autoren gegenülter, die 1« meist über Lesterreich oder die Schiveiz kommeiibitte ich weniger objeftiv zn sein, als wir das in der letztcni Zeit 'beobachten konnten. Handelt es sich nin 4i»ßer>zc'wöhnliche Ergebnisse (>fi de» Berössentlicliiingen, so werden wir selbstverständlich die letzte» sein, die diesen Fvrtscliritteu der Wisse,ischuftunsere Anerkeiiiinng versage»." „Hallo* Hallo!?“ Hochbetrieb ist im Warteraum des C.-B. zur Zeit der Bcratuiigsstuiideii, 'Man muß sich schon so dünn machen, wie es nur geht, und sich ganz bescheiden'und still rlerhalten, wenn man die Unruhe nicht noch mit vergrößern will. Und oft ist auch schon vor der Sprechstundci,zeit allerhand koS. Wenn einer vsfene Aiigcii hat und noch mehr: ein offenes Herz für die rinderen Menschen und die. kleinen und großen Geschehnisse um ihn herum, kann ihm die Zeit uumöglich lang werden. Zum Beispiel, wenn mau einmal das Fräiilciu in der Telephoiizentrale am Eingang beobachtet. Ihr gilt meine üneiligeichränkte Bewundernng. Ganz abgesehen, davon, daß so ein yiächtiger Apparat mit dem Gewirr von LeitungSkabeln und bunten Steckern und kleinen Nummernschildern, die verwirrend immer durcheinander . aufblitzen,- eineni«. Laien sowieso schon tüchtigen Respekt einflößen: aber dieses Fräulein, das daran sitzt und mit leichten,, geradezu graziösen Be- - wegungen die ganze Sache meistert! Außerdem — das heißt nicht außerdem, sondern eigentlich . geht ja alles ’ gleichzeitig vonstatten — empfängt, sie noch die Besucher, fertigt Boten ab. nimmt Bcstellungen entgegen, notiert Anrufe aus dem Hans,, die später ausgeführt werden follei,, versucht —zigmal Berbiudungen hcrzuste.llen mit den berühmten, ewig besetzten Stellen, wie dem Hauptgebäude der Gemeinde, der ..Kantstraße" und dem Kulturbund — und bei all dem ist sie immerfreuiidlich zu denen, die sie sehen, und auch zu deueu, die sie nicht sehen: immer ein lächelndes Wort —- und das macht soviel aus. - Manchmal allerdings scheint auch das nichts ' zu mißen: da gibt es hartnäckige Fälle, und einen «davon konnte ich neulich einmal beobachteii: bester gesagt, einseitigmitanhören. Das’ Dtitanhören in diesem Fall ist keine Indiskretion, es geschieht unwillkürlich, wenn man so dicht dabei sitzt. Und. 'daß es hier wiedergegcben werden soll, bedarf keiner Begründung. Urteilen Sie selbst: ' Das Telephon klingelt über Amt. .„Hier Jüdischer Centralverein. Ja, bitte sehr — selbstverständlich, gnädige Frau, Sie. bekommen, auch Ausklttift, wenn Sie nicht Mitglied, sind. (Warum ist sie wohl nicht Mitglied? denke ich: -aber dys tut nichts zur Sache.) - Wie spät? Jetzt ist es gleich 11 Uhr.’ Nein, gnädige.Frau, vor 12 Uhr beginnt die Sprechstunde nid)t. Bon 12 bis 2 dauert sie, da könuen Sie jederzeit kommen. ’ Wie bitte? Nein, Herr Doktor X. ift leider verreist, er wird von Herrn Dr. Z. vertreten. der Ihnen dann gern znr Verfügung steht. Ja, Emser Straße 42. 4 Treppen. Gewiß. Fahrstuhl ist im Hause, ja. zur-Benützung. Bon der Auguststraße? Moment bitte — da fahren' Sie am besten mit U.-Bahn,bis Hohenzollerndamm oder steigen, in den Autoblrs 12 um, direkt bis LudwigkirchPlatz. (Inzwischen mußte das Fräulein nebenbei ein^n Truckereiboten in die-§kedak-. tion hineinschicken, eine Frau brachte Kartoffeln für die Kantine und erkundigte sich, wo die sei. ein Handwerker kam. um die Maschinen m den Büros nachzusehen, und man mußte ihn bitten, zu. warten, einige Hansapparate .mußten ans Amt umgesclialtet werden, und auf verschiedenen Leitungen klingelt es schon ungeduldig:) Entschuldigen Sie. gnädige. Frau, einen 'Augenblick! (Das» Fräulein, fertigt schnell ein paar Verbindlmgen ab.)." Ja. bitte. Sie kommen also — ivie bitte? Nein, gnädige Frau, voranmelden kann ich Sie leider nicht, denp es geht der Reihe nach.. ES ist gnnflig. wenn Sie gleich um 12 kommen. Es dauert dann bestimmt nicht zn lange — nein, das geht leider wirklich nicht. Aber entichnkdigen Sie, dafür kann ich doch nichts. Sie dürfen doch darüber nicht ungehalten fein. Es muß ja schließlich jeder angehört werden. Nein, unterbrechen, kann der Herr dann natürlich nicht, wenn er gerade eine andere Besprechung 'hat — aber, gnädige Frau, hallo, hören Sie. doch bitte — idaS »Fräulein ickifzt ein klein wenig) — es wäre Ihnen doch-auch nicht .recht, wenn Ihr Anliegen "nur -flüchtig behandelt würde, es muß ja schl’ieß- . lief) versucht werden, jedem Natinchenden eine möglichst genaue und gewisteiihatte 'Ansknnft zn geben und Sie werden veritchen — hallo., gnädige Frau, hören Sie? — —" „Abgehängt" sagt das Fräulein vor sich hin. Ziemlich erschöpft. Die Sache erregte »nd intebestierte mich. Eine Zeitlang mußte ich sowieso warten, .und danii blieb ich uvct, — lind ich habe riclilig geschätzt: Kurz vor . 12 Uhr kamen die erneu Besucher. unter ihnen , eine DtMc, deren Stimme kein 65eheimnis daraus machte, als sic meldete’: .Guten Tag. Franlein, ich biii Frau ich halte doch vor einer Stunde ungefähr mit Ihnen k ii r z tclezihvniert, Sie wissen schon, nicht wahr?. Ra, hoffentlich ist Herr Doktor Z. gleich frei, wollen Sie mich bitte, melden!". Aha. die „gnädige" Frau von vorhin. -Und ganz liebensiviirdig-jelck. als ob nichts gewesen tväre. Aber ich habe >wci> ihr aufgeregtes Sprechen , im Ll,r, vbichv» ich.es nicht einmal gehört hatte, aber ich hatte cs.iuik .unheimlicher Dentlichkeit ans dem Geipräch empfunden. Etwas feindlich inuß ich die „gnädige" Frau, wohl'von der Seite angesehen habe» : .. Aber das Fräulein in der Zentrale ich laclielnd, liebenswürdig, ivie immer, und bittet’die Dame zn dem Herrn,'der die. Anfriahmc besorgt. Hilst« M;irx. Schule am Mittelmeer - Recco. Rivie'ra Ligure. / - Man’denkt aii Pin'en und Zpörestcn, an Palmen und Lorbeer. Und man denkt an Gcniia, die Heimat der Doria .und des Ehristoph Kolumbus. Kommt man hin, fielst-inan,.daß beides fliinint. Daß ivirklist) die stolze, schöne-Stadt,,die anstcigt ivie ein anlise;-Theater, dicht benati>bart ist. und daß das kleine 3lecco ->vahrhait im .'stalien Goethes liegt, wo ..die Mvrte still und hoch der Lorbeer iteht".' Die Schule — das ('oll.-^io Tp(1'\-co. mir es im Lrte heißt — ist leicht ge- . timden. Die., liebenswürdige'Hikssbe’rdktsdiaft der Bevölkerung. il,re natürliche g«ntilr>zza, lstl^l alle, selbst Svrm-hschivierigkei-teii überw-isde rr - aroßer Bark, ans drei Seiten BeMu nrnfclstvffen und mit -Blick an>s Meer, nimmt den TK'Ucher auf. Hier muß es sich, denkt man.- gut -lernen lasten. Snblrvpichhe Pflanzen stehen neben einheimischen. Kastanien "und .Linden am danach benannten „Deutschen Eck". V ' ..Und hier", die -Führung beginist, „fehen Sie meiiie selbstgeziichtelen . Rvhrilncke." Dr. HanS 'Weil, irnher Privatdozent für Pädagogik an der llniversttat Frankinrt a. 'A!.. ist jetzt verant« »'örtlicher Leiter der Schule. Er. der sich schon fett Jahren »nt die Grundlagen -und die Praxis der modernen Erziehung'bemüht, weiß Richtung und Ziel zu geben. „'Am 'An'ang". sagt er. „sieht für uns die 'Autorität d-ch Wissens, des.-Können’-' und der Berantn'orllnlikcit. Gerade von liier ans aber können mir das Zn'ammenseili vö» Erziehern und Schülern heiter und kamerädschasllicl) sein lassen, ohne die uotmeiidige Distanz zivische» Kind und Er- - macisteneii zn geiäl>rdei,. ch'stir pflegen keine In« - dividnalitaten. aber tvir verinchen. bei jedent einzelnen Scl-nler das.- was er an Gaben.mitbekommen hat, z» starke». il,n so viel'eitig zil machen, daß er den Forderungen, die später an -ihn herantreten. „lögliclist gerecht wird. Die Skala unserer llnte.rrichlssäcl>c'r reist,t ineil. Es können -alte Sprache» .ebenio .nnterriciilkt loerden ivie moderne, neben Englisch. Französi-sich - und 3!eiil>ehräiich steht natiirlich Italienisch als Landcsiprack)e. All» gemeine Knltnrwissenscha't, ivie >vcr sie hier lehren, umfaßt Gestchicljte un engeren Sinne, aber auch Religivnsgeichichte. Ge'c!>iclite der Wistenschafteii und’dvL Künste. Erstrebt Wirb, uni bni Ganze.vielleicht einmal aufeinen -Reiiner zu bri». gen. ein mittelenropäisches Bildnngsideal. Alle handiverkliclie Sclmlnng — bei den 'Mädchen Handelt es sicki >!,» -Ansbildniig in allen Sparten der Haiisivirlistic.ft — und der damit verbundene mälerialknndliclie Unterrielit bietet neue Ansätze für den iialiirmistenschaftlichen Unterricht, dessen Fächer Rialhematik. Phhsik, Chemie! Biologie, «ieograpliie und .Geologie sind. Für die Handmerklistie Schulung, deren PrariS auch sämtliche ini Hanfe nut-ivendigen Reparaturen eiiischließt. ist in sroer Woche ein ann.rer. Tag eingesetzt, um "dTeMIiiiöer-an koiitinnierliche ArMi-Mmi-Mue,n he-, itiminle» Werkstoff zn gcivöhnen. Uebcrhaript ist L E 0 PsO L D RUND Mech. Taschentuch-Weberei, Lauban i. Schles. D

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