Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 44 (29.10.1936)
- Date
- 1936-10-29
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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<f:r Blick in den Vorhof der alten Synagoge ' - _ Privatfoto Mittelpunkt der Gemeinde, Seit über zehn Jahren wirkt hier als Stadtrabbiner Dr: Hugo Schiff, dessen Initiative das dortige Hehrhaus seine Entstehung verdankt. Ueher 500 Teilnehmer haben es iin vergangenen Semester besucht. Der Hehr plan ist straff gegliedert in Arbeitsgemeinschaften und Sprachkurse; Heide Wissensgebiete wiederum in Kurse für Erwachsene und 'Jugendliche. Die Eehrkräfte sind meist der Gemeinde selbst 'entnommen. Zur Unterstützung werden die 'Kräfte der Mittelste!te für Erwachsenenbildung gelegentlich herangezogen. — Heber eine Stunde berichtet Dr. Schiff von seinen Plänen: wie er versucht, auch den Gottesdienst in den. Rahmen des Hehrhauses.ein- .zuspannen.' um ihm neue Freunde zuzuführen, und die neue, soeben eröffnete jüdische Volksschule durch die Sprachkurse (Hebräisch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch) mit der Anstalt zu verknüpfen. Die grosse und immer wachsende Zahl der Besucher zeigt, dass hh>r nicht für wenige Interessierte, sondern für die Gesamtheit der Gemeinde gearbeitet wird. Der Abend dämmert. Die-'Dichter der Kaiserstrasse blenden herauf. Wir gehen in die Synagoge und dann hinüber ins Hehrhaus. Von 10 bis 20 Uhr findet der Religionsunterricht für die Besucher der Handelsschule und der Fortbildungsschule statt. Es ist die erste Stunde nach dem Ferien) Das Zeitalter der Emanzipation steht zur Behandlung. Merkwürdig, wie wenig schon diese Kinder wissen, dass sie alle ein Produkt jener Epoche sind, dass Historie nicht nur etwas Lernbares ist, sondern etw$s, das mit tausend Fäden in . unsere Gegenwart reicht. Nach der Stunde besichtigen wir die einzelnen Räume: helle Wände, moderne einfache Möbel und Beleuchtungskörper. Man merkt, wie hier mit Umsicht und Geschmack jede Einzelheit ansgewählt und bestimmt wurde. Im Zimmer des „Rings“ hängt das uns allen vertraute Bild von Ludwig Tielz, wie er den Grundstein in Gross-Gaglow legt. Siegfried llomburger und Robert Weil; beide seit vielen Jahren im Bund besonders aktiv tätig, gehören als Jüngste der Gomeiiidereprüsenlanz an. ' Sie und ihre Freunde sind es, die jenseits aller weltanschaulichen Fragen mitten in der praktischen Gemeindearheit stehen.? Ganz anders ist das Bild der Kronen- ” strasse am nächsten Mittag. Im Erdgeschoss arbeitet der jüdische „Wolilfahrtsbund".. Fast ‘200 Familien, über 500 Personen hat.er im verflossenen Winter im Rahmen der Winterhilfe betreut. Mit besonderem Stolz spricht jeder Karlsruher Jude von de,- Mittagsspeisung der Gemeinde, welche unter der umsichtigen, fördernden -und nie ermüdenden Leitung von Fräulein Nell y Schiirniann stellt. Täglich •. werden ISO Essenporti.ineii im Durchschnitt ausgegeben.- Im Monat Juli insgesamt nahezu 3800 Portionen. 10.'',5 waren es nur 100 bis 120 Portionen, jetzt nehmen fast 7 Prozent der Gemeinde die Institution in Anspruch. Frauen, Männer, Kinder "sitzen täglich an den langen Tischen im hellen Saal. Verschämte Arme lassen das Essen holen. Kranken-wird es zugebracht. Ich sitze_niit, ‘ ,den Kindern an einem,Tisch und esse mit ihnen Gemüsesuppe und Nudeln mit Tomatensauce, so viel jeder will. Natürlich sprechen wir vom C.-V. und von der C.-V.- .Zeitung. Alle lesen, sie. Wenig Kritik und viel Anerkennung. Am meisten interessierten in letzter Zeit von Artikelserien die Palästina-Reportagen von Heinz Warschauer und die Südafrika-Berichte, von Margarete 'Edelheim. Denn diese jungen Menschen wollen wissen, was ist, nicht, was sein “könnte oder sein sollte.' Und dann sprechen wir von der jüdischen Schule, die in wenigen Tagen eröffnet werden soll und inzwischen eröffnet wurde. Sie freuen sich auf den Unterricht dort, der manchen Druck von ihnen nehmen soll. An der Synagoge der „Israelitischen Reli.gionsgeselischa.ft“ in der Karl-Friedrich-Strasse vorbei, komme ich in die wenige Sehritte entfernte Herrensträsse zum Verwaltungszentrum der Gemeinde. Ein schmuckloser Backsteinbau, der im Vorderhaus Miet- und .Amtswohnungen, im Hinterhaus Gemeindesekretariat, Sitzungssaal der Gemeinde, Gemeindearchiv usw. enthält. Zwei grosse Pläne der Synagoge Kronenstrasse liegen alisgebreitet und sind mit farbigen Pappscheiben bedeckt: Die Verteilung der Synagogenplätze für die Feiertage. Kartotheken Und Akten geben diesem Raum das Gepräge. Eines aber steht am Tag meines Besuches auch hier im Mittelpunkt des Interesses: die Eröffnung der J ü d i s c h e n V o 1 k s s c h ii 1 e. Nach langen Verhandlungen sind die Arbeiten beendet. Der Staat hat vier Jtäume in einer Volksschule in der Markgrafenstrasse und eine Turnhalle im gleichen llau& zur Verfügung gestellt, zwei weitere Räume hat das Jüdische Hehrhaus für diesen Zweck, freigegeben. Acht. Klassen umfasst die Schule vorläufig, diese „jüdische Abteilung der badischen Volksschule“. Vier Hauptkräfte werden vom Staat bezahlt, drei bis vier Nebepkräfte Wird die Gemeinde anstellen. Das Schulgeld, für die 5. bis 8. Klasse, in denen zusätzlicher Sprachunterricht erteilt wird, wird etwa 50 RM . betragen und der Gesamtetat der Schule beläuft sich zwischen 10 000 bis 15 000 RM. Es ist dies die sechste jüdische Volksschule in Baden. Wie aus der folgenden Tabelle zu ersehen ist, könnten die restlichen '100 Schüler in Baden-Baden, Gailingen, Kehl, Konstanz und Offenburg zusam- ' mengefasst werden. Nach Hage der Dinge könnte dieser zielbewusste Aufbau des jüdischen Schulwesens in Baden ein Vorbild für andere Gebiete des Reiches sein. Die jüdischen Volksschulen in Baden füe .die, - jwetthe die Motk Mitki ieseu: Senden Sie mir bis auf Widerruf die C.-V.-Zeihinj 66 Pfennige für die Monate November und Dezember zuzüglich einer einmaligen Verspätungsgebühr von 20 Pfennigen zahle ich bei Vorlage der Postquittung an den Briefträger Ort:— — Datum : — Ausidineidsn und mit 3 Ctg. frankiert oder auch unfrankiert senden on : C. V. - Zeitung, Vertrieb, Berlin W. 15, Emser Strasse 42. J 2 8141 Stadt Schülerzahl Lehrkräfte > (staatlich) Mannheim ..... 500 7 Karlsruhe ...... 200 4 Heidelberg. 50 2 Pforzheim...... 50 1 Freiburg ....... 50 1 Bruchsal ...... 40 1 890*) 16 V. Zahlen Und so endet der Rundgang durch den jüdischen Bezirk Karlsruhe in einem modernen Patrizierhaus in der Kriegss t r a s s e- Hier ist der Sitz der Bne Brith, hier ist die grosse vereinigte Bibliothek der verschiedenen jüdischen Institutionen und hier ist-der Sitz des O berra t s d e r Badisch e n I s r a e 1 i t e n. Dr. Weissmann; der. mich empfängt, ist. der Mann der Zahlen. Und da Zahlen sprechen, sollen sie das.letzte Wort behalten! ' ‘ Zahl der Juden in Karlsruhe. . Jahr Zahl in Hundertsätzen 1852 .rund 1000 '? 1875 „ 1500 1,8 1900 „ 2500 2,4 - 1925 „ 3350 2,3 1933 .. 3150 2,9 1935 „ 2800 1,8 1936 ... 2700; 1,7 Geburt und Tod Jahr - Geburten Sterbefälle 1920 64 43 1926 39 37 1929 32 42 . 1931 '• 26 43 1933 13 45 1934 18 48 1935 10 54 ’ •) von insgesamt 1'200 Schulpflichtigen. Die Ausbildungsstelle für Kranke n p f 1 e g e r i n n e n sieht jetzt auf die Arbeit ihres ersten Semesters zurück. * Zwei -ausg.ebitdete Krankenschwestern versehen ständigen Dienst. Jede absolviert monatlich etwa 300 Besuche. Jedes Mitglied der Gemeinde, das monatlich 1 RM entrichtet, darf die Dienste der Pflegerinnen kostenlos in Anspruch nehmen. Dieser Fördererkreis ist in wenigen Monaten auf mehrere hundert Mitglieder angewachsen. Darüber * hinaus haben es die Karlsruher jüdischen Aerzte'in selbstloser Weise übernommen, neue Pflegekräfte praktisch und , theoretisch auszubilden. Drei jüdische Privatkliniken haben ihre Einrichtungen zur Verfügung »gestellt. An den praktischen Kursen nahmen im ersten Seinester sechs Personen teil. -Sie legten ihre Prüfung vor einer Kommission ab, die aus Aerzten, Vertretern des Synagogenrats nnd des Rabhinats zusammengesetzt war. Der theoretische Kurs wurde von dreissig Personen besucht. — Schliesslich sei noch die D a r 1 e h n s k a s s e erwähnt. deren Griindüngskapital von 10 000 auf *25 000 RM erhöht' werden konnte. In über hundert Fällen wurde sie im vergangenen Jahr in Anspruch genommen. Darlehen bis zur Höhe von 1000 RM wurdet) gewährt, das Kapital zu 100 Prozent um-’ Von den 2800 'Juden des Jahres 1935 waren rund 1300 Männer, 1500 Frauen. Bis 20 Jahre alt waren 670, bis 40 Jahre 750, bis 60 Jahre 910, darüber 440. Krass tritt an diesen Zahlen die starke Ueberalterung in Erscheinung. 185 Familien hatten keine fKinder; 1 Kind hatten 238, 2 Kinder 175, ( 3 bis 4 Kinder 100 und nur 10 Familien,. I 5 bis 7 Kinder. 'Geburt und Tod bestimmen das Leben einer Gemeinschaft. Im Jahre 1920 übertrafen die Geburten die Todesfälle noch um 20, 1926 hielten sie sich fast die Waage, und 1935\übertreten die Sterbefälle die Geburten um das Fünffache. Diese Zahlen und viele andere entnimmt Dr.Weissniann im wesentlichen einer Arbeitj die Dr. R ob ertWa c h e n - h e i m e r im „Badischen Israelitischen Gemeindeblatt“ veröffentlicht hat. Noch aber lebt die Gemeinde Karlsruhe. Man legt mir den Etat vor. Seine Zahlenreihen be-' weisen, dass das Leben noch immer über den Tod triumphiert hat. Das jüdische Schicksal hat es in Jahrtausenden bewiesen. Eine sechsstellige Zahl macht der ordentliche Etat aus, zu dem der ausserordentliche (Wohlfahrtsbund, Winterhilfe, Stiftungen) in ansehnlicher Höhe tritt. Wie gliedern sich die Positionen der Ausgabeseite im Voranschlag für 1936? . 50 Prozent für Gehälter und Aufwendungen an die Beamten' (Rabbiner, Kantoren, Lehrer, Kastellan, G.emeinde^echner, Hausmeister, Büroangestellte). 20 Prozent für Gemeindegebäude (Erhaltung, Erneuerung, Verbesserung, Heizung, ' Licht, Reinigung, Steuern, Schuldentilgung). 18 Prozent für soziale^Zwecke (Speisung, Krankenpflege, Kinderhort, Unterstützungen). 5 Prozent für Kultus und Wissenschaft (Chor, Lehrbaus. Jugendheim, Bibliothek, Kulturbund)." 4 Prozent für Friedhof und Bestattungswesen. 3 Prozent für Verwaltungskosten (Bürobedarf, Telefon, Porti, Bankspesen usw.). Diesen Ausgaben stehen Einnahmen in fast gleicher Höhe gegenüber. Rund 50 Prozent entfallen auf Kultussteuer, 10 Prozent auf Mieteinnahmen, 10 Prozent auf Synagogenplätze, 20 Prozent werden von dem Vermögen bestritten. VI. Ausklang Sehr; eeeniiber. strasse. liegen Büro. Beratungsstelle und Bibliothek des J ü d i s c h e n C ent ral- V er ei ns für den Landesverband Baden. 'Rechtsanwalt "H u g o S t e i u und Friede! Weinheimer führen die Geschäfte, über deren Art. Umfang und Ziel an dieser Stelle mehr nicht gesagt zu werden braucht. " Vom Merkurberg in Baden-Baden schaut man weit ins Land. Das Gesicht der Erde hat sich auch hier gewandelt. Wo Karl- Wilhelm eiuSt Bresche in den Hardtwald schlug, um seiner neuen Residenz Raum zu schaffen, da breiten sich heute Felder und wohlgehegte Forste. Wo der Rhein in zahlreichen Ar inen durch sumpfige Gelände den Weg nahm, ziehen heute Kanäle und Strassen durchs Land. Wo Juden vor Jahrhunderten ihre Heimat fanden, wo sie treu ihrem Glauben lebten, litten und starben, da sitzen die Nachfahren und suchen ihr Dasein im vorgeschriebenen Bezirk neu zu gestalten. Karlsruhe, die kleine Gemeinde. zeigt, wie auch der gegebene Raum weit genug ist. um ihn mit Leben und jüdischem Leben zu fidlen ist. Die Frauen und die Männer, die sich darum sorgen, denken ■Mich in der Herren-- nicht. nn—rtie Zahlen des Statistikers. Sie tun ihre Pflicht imAlltag. Nichts aber kann uns stärker das Gefühl des Ewigen vermitteln als die Natur. Sie zeigt sich heute von Wolken verhangen; sie lässt ihr wahres Gesicht nur erahnen, wie auch die Zukunft jener Gemeinde verhüllt^ ist, deren Leben zu schildern hier versucht wurde. Jüdische Organisationen in Karlsruhe Jüdischer Cehtral-Verein: Herrenstrasse 7. , Tel.: 5399. Israelitische Gemeindeverwaltung: Herrenstrasse 14. Tel: 5014. Israelitischer Wolilfahrtsbund: Kronenstrasse 15. Tel.: 5169. - , •AiiswandeTerberatung: Dr. Fritz Rosenfel- / der, Kaiserstr. 136. Tel.: 1670. "Oberrat der Israeliten Badens: . Kriegs- - strasse 154. .Tel,: 21/0.». Karl-Fjriedrich-Loge: KrLegsstr. 154. Tele- - phon: 3926. - Lehrhaus Karlsruhe Da?' Lehrhans Karlsruhe begann seinen Winterlehrgang mit einer EröfsnunMeier m deren Mittelpunkt ein Vortrag vpn -tadtrabbnier Dr Mar G r ii n e w n l d (Mannheim): "Don dem Ursprung des Judentums in der, orientalpchen ^Die^alte Geschichte der Inden ist^nn?, führte Grünewald ans» weit mehr als ein Anfang» wir wollen vielmehr bei Forschungen über diefe Zeit die Identität der Menschen von damal»' miFden gUcitWn von heute feststellen. In einer -rrnrstellnng des Weges der Inden durch die graue Frühgeschichte und an der Gestalt Abraham» unternahm dann Grünewald den Aachwei.' dieser Identität, wobei er die Erkenntnisse der Bibel al» s Geschichtsgnclle mit denen der Ausgrabungen neuerer Zeit zu vereinbaren und zn verbinden versuchte. Diese beiden Quellen ergänzen sich. web. . fach, die Ausgrabungen bestätigen oft den bibllichen Bericht» wie zahlreiche Beispiele» die Grünewald brachte, .zeigten. . ' ■ ■ ... . . _ Manche Anzeichen finden sich dafnr. daß ans Kulturen der Ehetiter. Aeghpter und Babhlomer. in deren Bereich die Israeliten lange gelebt haben» Verbindungen nnd Einflüsse zn diesen. Israeliten reichen, wie es z. B. Aehnlichkeiten eines ägyptischen Sonnenhhmnns mit Psalm 104 erweisen. Und doch find die Israeliten nie einem solchen Eim flnß ganz unterlegen. Für Aeghpten erklärt sich dies daraus, daß die Israeliten nur GrenKewohner in der Provinz Gosen waren und so nicht mrt dem zentralen Leben des Landes viel in Berührung kamen Ueberwältigend sind indessen die Einflüsse . ans Babhloii. wo. wie Iosna Kap. 24 zeigt» die ältesten Vorjahren der Israeliten saßen und von wo auch Abraham auswanderte. Es war.der Bereich der 5000 snmerisclfen Götter und des snmcrr- . scheu Rechts. Ans diesem Recht Ur.nnd Eharams. der Heimat Abrahams, erklärt sich auch das m der Bibel geschilderte und dort kaum erklärte Vcrhalten Abrahams gegenüber seiner Nebensran Hagar, und’ deren. Söhn Ismael. Es entspricht genau den Vorschriften dieses Rechts» und man kann daraus ersehen, daß Abraham in kultureller Hinsicht sehr nach den Sitten seiner Heimat lebte. - Wie aber erklärt sich demgegenüber die Erkenntnis Abrahams von dem e i n z i g e n, Gott an Stelle der 5000 Götter seiner Heimat» der glaube an den einen Gott, der zugleich die Schaffung eines . Weltbildes bedeutet? Abraham hat in Glanbensdingen eine eigene Welt geschaffen, ohne hierin unter dem Einfluß irgendeiner Umwelt gn stehen. Zn dieser Erkenntnis eines Gottes trat schon früh in der Geschichte das S e l b.st bewnßtsein. wo- , durch die Iilden sehr zeitig ansingcn» eigene Geschichte darznstellen. Dieses Selbstbewnßtsein im Einklang mit dem -Kvttesbeivnßtsein ist ein d e - m ü t i g e s Selbstbewllßtsein und keine Ueberheblichkeit. Abraham verbindet Gottesbewnßtsein mit ' dem demütigen Selbstbewnßtsein. So ist er der , Protötpp des Inden bis heute geblieben, zugleich der Urgrund, warum das Indentnm sich selbst erhalten und sich an nichts und an niemanden ver-' loren hat. ' . , ' ■ Stadlrabbiner Dr. Schiff (Karlsruhe) gab im Anschluß’ an diesen Vortrag eine Einführung -in den Lehrplan des Lehrhanses. 8fg. Erste Opernaufführung __im Kulturbund Mannheim Zu einem musikalischen Ereignis für Mann- . heim wurde die erste Opernveranstaltinig. die nach zwei theatcrlvfen Wintern der-Iildisclfc Knltnrbnnd (..Liederkranz") bot. Die Wahl zweier Einakter war ebenso geschickt wie erfolgreich. In Pergoleies '8?rva poärnnn" hörte man den durch seine Verpflichtungen ins Ausland rasch anigestiegcnen Frankfurter 'Bariton Ernst L e w i n- W o l i s .derben von seiner'hübschen Magd übertölpelten Alten nicht nur mit warmem, großem Ton Jang, sondern dafür, daß er znm ersten Male ans einer Bühne stand, auch köstlich spielte. Seine Serpina voll Musikalität imd Kultur ivar Emmp L n ß hei m e.r-I o,'e p H. Klasse für sich der stumme Diener Mär Lipmanns. Hinzu ' kamen das unter Mar S i n z h e i m e r klangschöii und delikat spielende Orchester der Instrnmentalgeineinschaft. die stilvolle Regie. 'Ernst. Nndols Mapers.nnd das bestens gelungene Bühnenbild von Erich M a r x. Faktoren, die auch am beschipingten Eindruck von Atvzarts ..Basticn nnd Basticnne". Anteil hatten. Hier vertrat Max L i p m a nn die lnämiliche' Titelrolle. Eine ' Bastienne voll Charme der Stimme "wie der Erscheinnng war' Trnde W v l f f, in jeder Hinsicht vollwertig der Colas vow Ernst L e w i n - W o l s f. Der nachhaltige, stürmische. Beifall rief ancli^ den Dirigenten, den Spielleiter nnd den Bühnenbildner an die Rampe. So. Der „Dt in fl", Bund indischer Jugend. Mann- —heim/-chatte zn-eiiiem heiteren 'Abend des Schriitstellers Alfred A n c r b ach geladen. Anerbach betonte. baß cs ihm weniger nm Lachen als um verstehendes Lächeln zn tnn. sei. Er las die (zircrst in diesen Spalten erschienene) Geschichte „Ein Junge fabnliert". der er einige reizvolle Proben ans seiner Arbeit ..Am Wcbstnhl der Zeit" folgen ließ: Zn einem Höhepunkt wurden Auerbachs „Theater-Erinnerungen". 8o. V I