Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 44 (29.10.1936)
- Date
- 1936-10-29
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2277379-2278137-2278181--11290-2292339- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
droiiveine' solche, die-durch fürstlichen Willen in etwas uiigeiliihli^cr Weise ins Leben uerufen worden ist. Als Karl Wilhelm zur Ansirdlung aufrief, kamen begreiflicher Weise Menschen aus der Nähe, insbesondere aus' Durlach, ferner aus der Markgrafschaft Baden- Durlach, aber auch aus grösserer Kerne, so aus der Schweiz, aus Frankreich, sogar aus IL Geschieht« In dieser. Stadt; leben Juden. Ihr Dasein im zuvor t;eschi 1 derto:i Kaum ist nun-, mehr darzustelLen. Kurz wie die Historie der Stadl ,ist auch die Geschichte der jiddischen Gemeinschaft in ihr; Ihr Ilauph Charakteristikum ist ihre Verknüpfung mit der Stadt,»fast kann man sagen, voli-r Grun- -dungstage an. Am 17. Juni 1715 war von dem Markgrafen Karl Wilhelm der Grundstein gelegt worden. Schon im September des gleichen Jahres erging ein Gnadenbrief, der Freiheiten, Vorrechte und Vergünstigungen allen denen verhiess, die gesonnen seien, sich dort anzusiedeln. Ptedingungjwar die Erstellung eines modellniässigen Hauses, zu dem Grund und Bauholz von der fürstlichen Kammer Kostenlos gewährt w urden. Kaum war der'Aufruf ergangen; da kamen auch bereits vereinzelte Juden aus den umliegenden badischen, bayerischen und pfälzischen Gebieten. Vor nahezu 200 Jahren wird als erster 1717 der Hofjude S a 1 o m o n M a y e r aus Wesel genannt. Die ersten Freibriefe für Juden — sie »sind noch heute in Privat- und Staatsarchiven erhalten— unterschieden sich in nichts von denen der übrigen Bürger. Im Jahre 1722 heisst es dann allerdings in ergänzenden Freibriefen: „So werden und wollen, wir daraufhin auch alle diejenigen, die sich' in dieser neuen Stadt Carlsrdhe. häusslich* nic‘de|zulassen gedenken, ohne einigen Unterschied der Nation und Religionen . . . ohne Entgelt mit Gnaden aufnehmen, und ihrer jedem ohnhdschrünkte Gewissensfreiheit und . Religionsausübung widerfahren und unbeeinträchtigt gedeihen lassen, sie dabei auch gegen alle etwa \ besorgiiehe Beunruhigungen nachdrucksamliclr schützen. Nur dieses wollen wir uns Vorbehalten haben . . „dass derselbe nicht mit leerer Hand eich einzulassen unterstehen, sondern wenigsten» in capitali 200 fl. eigenes Vermögen erbringen, dergleichen ei», zukommen verlangende Juden aber nicht, unter 7,00 fl. . ' - Im Jahre 1719 übernimmt der „Baujud‘‘ Josef Jacob aus Ettlingen zusammen mit . ' einem Zinimernieiäter die Errichtung des •märkgräfliclien. Marslalls. Er erhielt auch das Kommando über die Juden, die im Kalle eines Brande« bei den Lösrharbeiten 1 leUerdienste zu leisten hatten,. Diese Tradition lebte sicher in den jüdischen Männern fort, die viele Jahrzehnte später (28. 2. 1847) bei dem grossen Theaterbrand über 40 Besuchern das Leben retteten: unter ihnen vor allem Moritz R e u 11 i h g e r , dem seinerzeit im „Tageblatt“ 36 Gerettete öffentlich „ihren innigsten Dank zu erkennen gaben“. . Heber 60 jüdische Familien gab es 20 .Jahre nach Gründung der Stadt. Unter ihnen finden wir die folgenden Namen: Benjamin, Bernheim, Böhler, Ellenbogen, Ettlinger, Guggenheim, Haber, Homburger, Mass, Mayer (die späteren Model), Reutlinger, Schweizer, Ullmann, Willstätteiy Wormser. Sie alle sind aus der Geschichte und Entwicklung der Stadt und des Landes Baden nicht wegzudenken. Es lohnt sich, diese kurzen Angaben, die im wesentlichen auf dem ausgezeichneten, gewissenhaften, ini Jahre 1027 erschienenen' Werk „Heimatgeschichte der badischen Juden“ von Berthold Rosenthal (Konkordia A.-G. für Druck und Verlag, Bühl in Baden) beruhen, noch einmal zu analysieren. Es zeigt sich nämlich wie vielleicht bei sonst keiner jüdischen Gemeinde in Deutschland die. ununterbrochene Verbundenheit der Juden mit ihrer Heimatstadt und deren Werden. Sie gehören zu den Gründern und sie gehören zu den Bauherren,, sie sind Gestalter und .sie sind Objekte des Gemeinwesens, und in ihren Familien wachsen Männer her an, die später den Ruhm der jüdischen Gemeinde und der Heimat niehrten. Markgraf Karl Wilhelm gtarb 173& Sein thronberechtigter Enkel Karl Friedrich war erst 10 Jahre alt. Ein Vormundschaftsrat führte, für ihn bis 1746 die Geschäfte. Jetzt, trat ein Stillstand, ja ein Rückschlag in der Entwicklung ein, nicht nur in Karlsruhe, sondern in Baden überhaupt. Eine Kleiderordnung wurde erlassen, nur. ein; Kind durfte im Lande angesiedelt werden, die anderen mussten, wollten sie einen eigenen Hausstand gründen, ausser. Landes gehen. 1750 wurde" die Zahl der jüdischen . Privilegien auf 75 festgesetzt. Mit Genehmigung der Behörden bildete sich schliesslich 1752 eine gemischte Kommission, der von jüdischer Seite u. a. der bereits erwähnte Salomon Mayer angehörte. Er war 50 Jahre (1724—1774);,Judenschultheiss“ in Karlsruhe. Diese Kommission veröffentlichte am 16. Oktober 1752 eine Reihe von Bestimmungen, die als die „Karlsruher Judenordnung“ bekannt wurden. Es entbrannte ein heftiger. Kampf um einzelne Punkte. Beide Seiten verlangten und e» reichten Abänderungen. Auch innerhalb der Gemeinde kam es zu Zwistigkeiten, die „hauptsächlich (von der Person Emanuel Reutlingers ihren Ausgang nahmen. 1819 griffen die antisemitischen Unruhen auch auf Baden und damit auf Karlsruhe über. 1830 begann der über dreissig Jahre währende Kampf um die Gleichberechtigung. Er wurde im wesentlichen vom „Oderrat der badischen Israeliten" geführt, der seine Entstehung dem Judenedikt des Grossherzogs Garl Friedrich vom 13. Januar 1809 zu verdanken hatte. 1862 wurde das „Gesetz über die bürgerliche Gleichberechtigung der Israeliten“ erlassen, also nahezu sieben Jahre früher als in Preussen. Die Karlsruher Gemeinde /war inzwischen auf Nathanael Weil ' iillllilliililliiilil'HlllllIiliiiiiliiliilifiiiiiiiiiiilll'.'i'.Ijiiiil'liilil'liliiHtiliiHiilHIIIIillllllllllllltlll über 1000 Seelen angewachsen. Sie erreichte 1925 mit 3366 Seelen ihren Höchststand. III. Menschen Aus der Gemeinde waren Persönlichkeiten hervorgegangen wie die des ersten Rabbiners Uri Kahn (1720—1749) und seines Nachfolgers Jakob Nathanael Weil. Ueber seinen Tod am 7. Mai 1769. brachte die „Karlsruher Zeitung“ vom 18. Mai einen ansprechenden Bericht, der für die Bedeutung, des Mannes und seine Zeit so charakteristisch ist, , dass er auszugsweise hier Platz finden, soll: KARLSRUHER UNTERNEHMUNGEN Gegründet Gegründet Bankhaus IGNAZ ELLERN Karlsruhe Telefon 369, 4500 — 4502 ■ ELLE RN’S BAN K LIMITED Tel Aviv P. O B. 947 ' Haifa P.O. B. 256 Oskar Seeligmann KARLSRUHE Finanzielle vsratung Westeneistr 64 Vermögensu* Hausverwaltungen Fernruf 1764 Treuhandgeschäfte aller Art Versicherungen jeder Art Pauf Ebertsheim KARLSRUHE ^Hlrschstrosse 39 Telephon 170^ I Kranken-. Renten-, Fauor-, Autousw. Versicherungen Hch. Hirsch, Renckstr. 1. Tel- 2511. | Bankhaus Karlsruhe- FERNSPRECHER: Stadtverkehr : Nr. 4430,4431, 4432, 4433, 4434,^4435 Fernverkehr: Nr. 4901, 4902, 4903 Dev Isen-Abteilung: Nr. 4439 Bankhaus Veit L. Homburger Karlsruhe BAER & ELEND BANKGESCHÄFT Karlsruhe l B., Kaiserstr.209 C.-V.-ZEITUNG — Ihr Berater Privatklinik und Entbindungsheim Dr. Karl Mayer Facharzt f&r Frauenkrankheiten und Geburtshilfe Karlsruhe Stef anlenstr. 66 ' Sprechstunden II—I und 3—5 Uhr, Telefon: 656 Auf Wunsch rituelle Ktt.chel . Privat-Klinik u. Entbindungsheim Dr. Theo Hirsch, Karlsruhe Facharzt für Frau•nkrankheit• n Karlstr. 52 / Tel. 3091 / Sprechstundenvon il-1 n. 3-5 Uhr Anf Wunsch rituelle Ktichtr~t:-Bef.: RabKTJrTSdichalski CHIRURGISCHE KOSMETIK Hasen-, Ohren-, Brust-Korrekturen» '-Privat'-Klinik Dr. med. Spanier Karlsruhe Telefon« 2417 A Ich habe mich in Karlsruhe als Augenarzt (bisherig. Praxi* Dr. Kau-fmann) Kaiserstrasse 215, Telefon 5481 niedergelassen. Dr. Franz Loose Pfundwäsche-- Schrankfertige Wäsche Wtndt Inhaber: WelNKÜNO Telefon 8809 Telefon La Weil Tel. 1759 Herrenmassgeschöft Kaiserstr. 104 Eingang Harranctr. Erstftl. MoBorbslf. ÖroB. StolHagar. Max MUhlstein Hebelstrasse 3 Oamonschneiderel Reparaturen, Aenderungen Hotel Nassauer Hof -Caf* and Restaurant Erstkl. Küche and KondRorel Kriegstr. 88. Tel. 314; Reparaturen an Uhren u. Schmuck fachmännisch u. äusserst billig bei Jf. Gelmann, Zähringerstr.' 36. ' * DöHußätdüÜA InHInoi elektr. UcM-, Krall- ■.RaMigei Ingenieur S. Cuggenhelm Leesingst'r. 3. Tel 4776. Gebr. Hirsch Waldstr. 30 Tel. 434 Robert Hirsch Feine Herrenschneiderei Karlsruhe, Kaiserstr. 215 Talef. 7810 Recha Wertheimer Neueste DameRhUte schön und preiswert. S. Welnhelmer Herrenstr. 13 Jsdsrzsit frisch erbadeene MAZZEN in Qualitätsware, billigst Liebmann Strauss Gegründet 1865!iji!iii!iii!!i!i!ili!iiiIiiii!i!l!!iiIi!iiiiiI!!i!iiiiii!!!I>!iiiiiiiiiiiiiiiU Leon Kahn Blechnermstr. v. Installatenr 1 Wenn Sie Feinlmckerei u. Konditorei empfiehlt sich mit seinen 8 Jftd. Lehrlingen Buchdruckerei Gegr. J. Liepmannssohn . 18^1 Kaiserstraße 56 Fernsprecher 1164 Druckarbeiten aller Art Kataloge / Durchschreibebucher gut bsdient sein wollen, so machen Sie Ihre Stübtngrer. Inh. Arth. Maas Jollystr. 9 Telefon 2327. I» Anzeigen-Annahme L. KOPPEL Kaiserstr. 31 * Tel. 6975 (Mönksmsysr) 56394539