Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 43 (22.10.1936)
- Date
- 1936-10-22
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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•1 Nr. 43 Beiblatt 22.0ktob. Die Wirtschaft in fremden Ländern Das neue Heft des Korrespondenzblattes über Auswanderung Und VS iedluu gewesen . des Hilfsver eins der Juden in Deutschland, das wir-in der letzten Nummer der C.-V.-Zeitung ausführlich besprochen haben, enthält eingehende objektive Angaben über, die Wiitschaftisstruktur der einzelnen behandelten Länder. Trotzdem glauben wir, dass dadurch unsere-Rubrik „Die Wirtschaften fremden Ländern“ ihre Berechtigung nicht verlöten hat. Die unter dieser UeberschTift auszugsweise wiedergegebenen Aufsätze aus ■ führenden Zeitungen, und Zeitschriften stellen vielmehr eine wertvolle; Ergänzung dieser . Arbeit des Hilfsvereins dar. da sie im allgemeinen die persönlichen Eindrücke Vorurteilsfreier Kenner der Wirtschaftslage der Länder, widerspiegeln. Sie sind nicht, wie das Heft, des Hilfsvereins, unter besonderer Berücksichtigung von. Einwanderungsgesichtspunkten ^geschrieben, darum aber als Ergänzung vielleicht besondere '^wertvoll. ■ \\ Brasilien Brasilien ist ein Land,/tf3n dessen Ausdehnung man sich nur schwer eine klare Vorstellung machen kann. Sein Flächeninhalt beträgt über 8V* Millionen Quadratkilometer, also das 17fache etwa des Deutschen Reiches, seine Einwohnerzahl aber nur wenig mehr als die? Preussens, rund 41 Millionen oder 4,8 auf ein Quadratkilometer. Efe ist selbstverständlich, dass dieses' riesenhafte Gebiet auch einen grossen Teil seines Bedarfs selbst zu decken vermag. Dies gilt nicht nur für eine grosse Anzahl Rohstoffe, “ sondern heute auch bereits für viele Fertigprodukte. Dazu hat nicht zuletzt das rasche - Tempo der Industrialisierung des Landes beigetragen. Auf ihren Stand und auf ihre Gefahren macht ein Artikel aus Buenos Aires in der „Frankfurter Zeitung“ aufmerksam. Darin heisst es einleitend, dass Brasilien heutey ein überwiegend sich selbst versorgendes Land ist* Die landwirtschaftliche und die industrielle Produktion hielten einander die Waage, ihr Jahreswert sei im vergangenen Jahr mit je fünf Milliarden Milreis angegeben worden. Mit Ausnahme von Weizen und einigen weniger wichtigen Nahrungsmittelrohstoffen decke das Land seinen Nahrungsbedarf. Es habe sich . grossenteils unabhängig gemacht von der Textilversorgüng, exportiere sogar schon Baumwollwaren. JWoli- und Kammgärnprodukte würden nur noch in feineren Qualitäten eingeführt, die Kunstseidenproduktion sei ständig im Steigen begriffen, und gerade” jetzt werde in Sao Paolo eine ' neue Kunstseidenfabrik mit amerikanischem Kapital gebaut. Die Abhängigkeit vom Import schwinde ferner in Bau- und Konstruktionsmaterial, die Kautschuk- und die Metallindustrie dehnten »ich nach jeder Richtung hin aus. Brasilianische Autoreifen, aber auch Papier (ausgenommen Zeitungspapier), Glas-und Porzellanwaren, Tinte, Farben. Drogen, Chemikalien, Schuhwaren und Streichhölzer erschienen als heimische Erzeugnisse auf dem Markt. Allerdings. decke der Ausdruck „Selbstversorgung“ nicht alle Seiten der’Strukturwandlungen der brasilianischen Wirtschaft. Gewiss werde Brasilien in immer 'noch zunehmendem Masse seine frühere Beden-» füng als Markt für die Stäpelproduktion der europäischen und nordamerikanischen Industrie verlieren. Aber dafür sei ein neuer, nicht weniger dringender Bedarf entstanden: Maschinen, Maschinenteile, Zubehör, spezielle Rohmaterialien und Halbfabrikate würden eingeführt. Das neue brasilianische Wirtschaftsgebäude baue sich wesentlich auf Importen auf. Man habe oft den raschen Aufbau nationaler Industrien in den südamerikanischen Ländern - bewundert, doch dürfe man nicht die. Gefahren ' dieses Vorganges übersehen. Diese lägen nicht in der Tatsache, sondern im Tempo der Industrialisierung. Das theoretisch Wünschenswerteste, weil am wenigsten mit Risiken belastete Tempo in der Industrialisierung wäre wohl dasjenige, das die Industrialisierung und den zu ihrer Durchführung notwendigen Import im gleichen Rhythmus anwachsen lasse, in dem auch die Mittel zunähmen, diesen Import zu bezahlen. Denn der Import, der. die Industriali- V sierung ermögliche, müsse-fbezahlt werden, entweder mit Waren, also durch neuen Export, oder . mit Krediten. Aber gerade die Kreditüberspan- * nung der Weltwirtschaft vor der Krise bedeute eine Warnung vor einer Gebersteigerung der Industrialisierung auf Grund von Krediten. Die Fähigkeit, Importe zu bezahlen, werde aber nicht ausschliesslich durch den Export, sondern auch durch die' Schuldenlast bestimmt, welche das Land aus früheren Jahren zu tragen habe.-Das Tempo der Industrialisierung müsse sich also nach dem Grade der Sicherung der zur Industrialisierung notwendigen Importe richten. Wie weit das der Fall sei. hänge von der Entwicklung des Weltmarktes für .die wichtigsten Exportartikel des Landes und von der Belastung der Zahlungßbilanz^durch die alten Schulden ab. Beide Faktor^mPentschieden zugleich über den Kredit des Tandes. An diesen Grundsätzen gemessen, mache die argentinische Wirtschaft heute z. B. den Eindruck grösserer Stabilität als die-" . jenige Brasiliens oder Chiles. , Brasiliens Hauptexpprtartikel sei immer noch der Kaffee, daneben spiele jetzt mehr und mehr Rohbaumwolle e|ne Rolle. \ Bei nur wenig, steigenden Preisen könnte die Kaffeekrise schon überwunden werden, aber jetzt befinde man sich noch mitten in der Krise. Brasiliens Baumwollanbau entwickle sich vorläufig sehr'gut und rasch auf zwei Grundlagen: ein Teil der Kaffeepflanzer gehe auf dem reichlich zur Verfügung stehenden Boden unter dem Druck der Krise zur Anpflanzung von Baumwolle über, sodann sei Brasilien durch die BaumwoMpolitik der Vereinigten Staaten gesichert. Trete in dieser aber eine Wandlung ein, so würden auch für den brasilianischen Bauhiwollexport Kampfjahre beginnen, wie sie der brasilianische Kaffee-Export zu bestehen habe. - . Werter wird dann in dem Artikel an Hand von Zahlen über die Schuldenbelastung des Landes darauf hingewiesen, dass weder seine alte Wirtschaftsstruktur noch die neue eine solche Schuldenlast tragen könne. Alle Zahlen, auch diy weiter über den“Staatshaushalt und über den Notenumlauf wiedergegebenen, machen nach Ansicht des, Verfassers des. Artikels deutlich, dass in der Entwicklung der brasilianischen Wirtschaft ein erhebliches spekulatives Moment stecke, und dass die grossen in ihr lebenden Energien eines Tages gezwungen sein könnten, mit ebenso grossen Hindernissen den Kampf aufzunehmen. Juden im Wirtschaftsleben Be, der Eröffnungsfeier des dritten Arbeitsjahres der Aussenhandelsschule Hamburg sprach als erster Redner der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP., Bernhard Köhler. Der Aussenhandel sei letzten Endes, so führte er nach einem in der Tagespresse erschienenen Bericht des DHD. 'u. a. aus, der Repräsentant der Wirtschaft eines Volkes. Der Vierjahres-Plan bedeute keine Einschränkung, sondern eine Erweiterung des Aussenhandels. Eine Einfuhr zu grossen Aüsmasses könne; nicht zugelassen werden, weil dadurch Arbeitskräfte im. eigenen Lande ausser Arbeit gesetzt würden. , Im Ausfuhrhandel müsse "darauf geachtet werden, dass nicht jeder Kaufmann dieselbe Ware ausführe. Der Kaufmann müsse selbst in die Weit hinausgehen, denn nur. so könnten die Interessen eines Unternehmens am besten wahrgenommen werden. Jü d i s ch e V e r f r e t e r hätten nur ein Interesse daran, Geschäfte schnell zum Abschluss zu bringen und dabei die Preise völlig ausser acht zu lassen; ferner würden jüdische Vertreter ohne weiteres von ausländischen Angeboten Gebrauch machen, wenn diese Preise billiger seien und die deutschen Angebote nicht mehr beachten. Der deutsche Kaufmann dagegen werde immer bestrebt sein, seinem Lande, am besten zu dienen. Auf einer Tagung der Gäubetriebsgemeinschaftswalter der Reichsbetriebsgemeinschaft ^Banken und Versicherungen“ sprach der Leiter dieser Reichsbetriebsgemeinschaft, Lene er. Nach einem Bericht des „Angriff“ hat er u. a. erklärt: „In erster Linie geht es um die Berufserziehung. Die jungen Menschen, die in das Banken-, und Versicherungsfach hinein wollen, dürfen nicht mehr aus. unserer Hand genommen werden. Wir werden sie schulen, und wir werden dafür sorgen, dass in der Zeit ihres, beruflichen Ausbildungsweges aus ihnen das wird, was wir überall in der Wirtschaft brauchen: einen verantwortungsvollen und arbeitsfreudigen _ Menschen. Das zweite, was jetzt unverzüglich in Angriff genommen oder weitergetragen werden muss, ist die J u d e n f r a g e in den Betrieben, für die wir zuständig sind. Sie muss jetzt eindeutig in den Vordergrund gestellt werden, bis zu ihrer endgültigen Lösung. Es. gibt in einem Betrieb, ganz gleich ob Bank oder Versicherung, keine Gemeinschaft mit dem Juden. Er ist auch da, genau wie im politischen Leben, ein Fremdkörper, der beseitigt werden muss.“ Der Bürgermeister von Ellwangen hat, laut „Frankfurter Zeitung“, im Einvernehmen mit den Ratsherren beschlossen, dass in Zukunft Juden und solche Personen, die mit Juden Geschäfte machen, auch politisch Unzuverlässige und solche, die sich gegen die Grundsätze der nationalsozialistischen.Weltanschauung ablehnend. verhalten, . vom städtischen Grundstückserwerb sowie bei Verpachtungen ausgeschlossen bleiben. Weniger Textil-Insolvenzen lieber den Rückgang der Insolvenzen im Tex-/ tj 1 fach wird in einer Zuschrift an die „Frankfurter Zeitung“ berichtet. 1927 bis 1932 »eien über 20 Prozent der deutschen Konkurse, und Vergleichsverfahren auf . die Textilwirtschaft entfallen. Das habe sich seil 19:W. durchgreifend geändert; Hätte die Zahl der Textil insolventen 1932 noch 3445 betragen, so sei sie 1933 auf 1084, 1934 :• auf,633 und 1935. auf 587 zunickgegangen. Damit habe sich auch ihr Anteil an, der Gesamtzahl der deutschen Insolvenzen, von 23.2 Prozent 1932 auf 15.9. Prozent 1935 verringert. Diese. Entwicklung setze sich auch im laufenden Jahr fort. Die ersten neun Monate de$ Jahre« hätten, )>ei 2356 Gesamtinsolvenzen nur noch 343 Textil Insolvenzen aufgewiesen, das sind 14,6 Prozent, im letzten Vierteljahr allein sogar nur 12,7 Prozent. Vor allem die eingeleiteten V e r g l e i c h s v e r f ähren hätten eine wesentliche Einschränkung er- - fahren. Während diese früher so überhand genommen hätten, dass sie fast die Hälfte aller Textilinsolvenzen ausgemacht hätten, hätten sie 1935 nur .noch ein Drittel und .im laufenden Jahre sogar weniger als ein.Viertel gestellt. Da» lasse deutlich erkennen, das« die früher, gerade auch in der Textilwirtschaft so häufig beklagten Fälle,' in denen sich ein Schuldner seinen Verpflichtungen durch einen rasch herbeigeführten Vergleich zu entziehen versucht habe, unter den verschärften gesetzlichen Bestimmungen so ziemlich aufgehört hätten.. Von den Textilinsolvenzen entfalle von jeher der weitaus grösste Teil auf den Ein z et h a n d e 1. Auch von den 343 Insolvenzen de« laufenden Jahres kämen auf ihn noch'211. Der Te x t i 1 g r ossh a n d e 1 sei mit 24. die Te x — til- und B e k 1 e i d u n gs i n d us t r i e mit 108 Fällen beteiligt. Für den Schrotthandel -> Von der Fachgruppe „Schrott“ der Wirtschaftsgrüppe „Gross-, Ein- und Ausfuhrhandel“ wird nach einer DHD.-Meldung u. a. mitgeteilt, dass von gewisser Seite besonders in den letzten Tagen in steigendem Masse versucht werde, die Preise -f ii r Schrott und Gussbrurh ohne jeden erkenn baren Grund in die Höhe zu treiben. Das Reichs»!rtschaftsmiuisteriuni habe sich daher veranlasst gesehen, durch Runderlass (Nr. 30/36) die Preis- . überwachungsstellen anzuweisen, gegen ein derartiges Treiben sofort mit rücksichtsloser Schärfe diirchzugreifen. Nach wie vor gelten die seitens der Ueberwachungsstelle für Eisen- und Stahl festgesetzten Preisnotierungen, ln Zweifelsfällen erteilen sowohl die Ueberwachungsstelle als auch die .Fachgruppe Schrott, Düsseldorf, Auskunft. Händler, welche gegen diese Best i m mun gen vw-r-s-t nssen, he sä s s e n nicht d i e f ü r de n H andel erforderliche Zuverlässigkeit. Sie hätten u. a. mit sofortiger Schliessung ihrer Betriebe zu rechnen. Es ergehe au alle interessierten Kreise, auch an die Schrottentfallstellen, die dringende Aufforderung, bis zu der in wenigen, lagen zu . erwartenden SjrhrotthiichstpTeisordnung sich an die Preisnotierung der UoborwnrhungssteHe ' zu halten und etwaige* bekanntgewordene l’reistreibereien der ‘Fachgruppe Schrott, Düsseldorf, ' zwecks Weiterverfolgung zu melden. Devisen für den Reiseverkehr Die Reichsetelle für Devisenbewirtschaftung weist laut Tagespresse unter Bezugnahme auf den RE 55 36 mit Schreiben Dev. A. '5:45172/36 darauf hin, dass die im Rahmen des d e u 16 c Iv - j u g os 1 a w i s c h e n R e i s e a b k o ni m e n s a bgegebenen Reisezahlungsmittel grundsätzlich nur zu Reisen in Jugoslawien verwandt werden dürfen (ausgenommen Dinarbeträge im Gegenwert bis zu 10 RM). Insbesondere dürfen die Zahlungsmittel nicht für Schiffsreiften ab -jugoslawischen Häfen verwendet werden, wobei es gleichgültig ist, ob es sich um jugoslawische öder nichtjugoslawische Schiffe.handelt. Küstenfahrten von jugoslawischen Hilfen nach jugoslawischen Häfen, die als Ersatz von Eisenbahnfahrten angesehen werden können, z. B. Split (Spalato)—Dubrovnik (Ragusa), sind den Reisen in Jugoslawien gleichzusetzen : insoweit dürfen die auf Grund des deutsch-jugoslawischen Reiseabkommens ah- . gegebenen Zahlungsmittel auch für Schiffsreisen Verwendung finden. Die d e u t s c h - s c h w e i z e r i s r h e n Verhandlungen über die durch die schweizerischen Währungsmassnahmen erforderlich gewordene Anpassung des Verrechnungsverkehrs haben laut Tagespresse zu einem Abkommen über eine Regelung-»!»,'« zum 31. Dezember 1936 geführt. Im Reiseverkehr nach der Schweiz werden die allgemeinen Höchstsätze für den genehmigungsfreien Reiseverkehr von 500 auf 400 RM - herabgesetzt. Die besonderen Höchstsätze für den genehmigungspflichtigen Reiseverkehr (Sanatoriums-, Studien- und Erziebungsaufcntbalt) werden entsprechend ermässigt. Dio schon bei den« deutsch-schweizerischen Besprechungen in Bern im Juli dieses Jahres in Aussicht genommenen Verhandlungen über eine Neuregelung des deutsch-schweizerischen Warenverkehrs werden — nach der gleichen Mitteilung — im November äufgenomipen werden. Blick in die Wirtschaft Berlin, 20, Oktober. Die Rede des Präsidenten der Berliner Börse; Staatsrat Reirihart, bei den Tagungen der" Reichsbetriebsgemeinschaft Banken und _ Versicherungen hat viele Federn in Bewegung gesetzt, Wobei auch die Frage erörtert wurde, oh die Grundgedanken Reinharts zum Hauptthema einer Tagung gemacht würden, die sich mit der Börsenreform zu befassen hätte. Es ist bisher aus den diesbezüglichen Veröffentlichungen nicht zu ersehen, ob in nächster Zeit mit einer solchen besonderen Konferenz bzw. damit zu rechnen ist, . ob diese Frage, wie die „Frankfurter Zeitung“ sich ausdrückt, zu in „Hauptthema einer neuen Tagung“ gemacht Wird. Wie dem aber auch sei: jedenfalls darf man wohl den Ausführungen des Berliner Börsenpräsidenten zum mindesten grundlegenden, und grundsätzlichen Charakter zusprechpn, und darin liegt naturgeinäss ihre Bedeutung. Das gilt vor allem für den Hinweis tauf die Notwendigkeiten, die sich für die Börse aus den, wie Staatsrat Reinhart sagte, ungeheuren Aufgaben des Vierjahresplanes ergeben werden: diese Aufgaben würden sich nur dann erledigen lassen, wenn die private Wirtschaft daran nach Kräften mitw’irke. Den entstehenden Geldbedarf aber werde letzten Endes nur die Börse auf die Dauer decken können, indem sie die "Placierung der neuen Wertpapiere vermittele. Es ist unseres Wissens das erste Mal. dass auf diese Notwendigkeit der Einschaltung der Börse in die Aufgaben des neuen Vierjahresplans von autoritativer Seile hingedeptet und zu. gleicher Zeit bestimmte Richl- . linien gegeben wurden. Als Voraussetzung fhr diese.Erfüllung der Aufgabe der Börse im Zusammenhang mit dem Vierjahresplan bezeichnete Staatsrat Reinhart, dass alle Umsätze in den bei ihr zugelassenen Wertpapieren erfolgen. Er setzte sich dann für einen breiten Markt ein: je breiter, desto richtiger und zuverlässiger der Kurs. Es wurde dabei die Frage der Leistungsfähigkeit der Börse gestreift, und zwar von dpm : Gesichtspunkt aus; dass, wie Präsident Reinhart meinte, es zurzeit noch so sei, dass das Auftauchen einer aus dem Rahmen des Geblichen fallenden Order den Kreis der Interessenten auf die manchmal sehr kleine Zahl derjenigen beschränkt, die,gerade die erforderlichen Beträge zur Verfügung haben, und zwar wegen der Notwendigkeit, sich zur sofortigen Lieferung bzw. - Abnahme entscheiden zu müssen. Der Redner meinte, dass eine Hinausschiebung der Abrechnung auf eine etwas längere Zeit hier völlig Wandel schaffen lind die Leistungsfähigkeit der Börse ausserordentlich steigern würde. Man ersieht auch daraus, dass Präsident Reinhart den Kern der Probleme herausgeschält hat, die zu dem Komplex „Börsenreform“ gehören. ,.l) e r D e u t sc he V olksw i r l“ hat im Anschluss . daran die Meinungen wiedergegeben, die nach seiner Auffassung in Bürserikreisen zu dem Vortrage Reinharts zum Ausdruck gekommen sind: danach glaube, »iah dort, der Präsident habe mit seinen Darlegungen »len Wunsch nach Wiedereinführung’eines, vielleicht modifizierten, Terminhandels aussprechen wollen. Dieselbe Seite glaubt auch, aus dein Vortrag entnehmen zu können, «lass im' Interesse der Durchführung des Vierjahrcsplanes und der dazu erforderlichen Initiative der. Privatwirtschaft eine nicht unerhebliche Lockerung der Emissionssperre über kurz oder -lang eintreleri werde. Es lässt sich natürlich nicht nachprüfen, ob und inwieweit diese Inter-..' p.refalion./des »„Volkswirt“' «fei» Gedankengang Reinbarts bzw. etwaigen sonstigen Plänen und Absichten entspricht; immerhin wollten wir diese Interpretation hier wenigstens erwähnen. Nicht minder starke Beachtung hat die Erklärung des Börsenpräsidenten gefunden, dass es dringend erwünscht wäre, wenn man nicht jede Kursbewegung an «ler Börse mit Misstrauen ansehen würde. Jede Unregelmässigkeit komme von selbst wieder ip Ordnung. Sehr wenig verständnisvoll erscheine die Immer wieder zutage tretende Abneigung gegen die Aktie ap sich. In einer Zeit, in der «ier Staat der Wirtschaft Aufgaben von phantastischer Grösse stellenmüsse, bedürfe es «ler Nutzbarmachung auch des kleinsten Kapitals für die Gütererzeii^lmg;.dafür sei die Aktie da. Auch hier handelt es sich bekanntlich um ein . Gebiet, das in den letzten Jahren viel umstritten Ei n seih an de I im ALLENSTEIN Hirschfeld A L TEN B U RG Kaufhaus IIL t S. Cohn Immer führend AN NABE R G Ljacobyi.).. Bernhard Chaskel Spezialhaus f. Damenkleidung jfa&eiqm in xUc C.*'l}.*ZtUunQ jUHtieuH sich! BRESLAU 1.