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Central-Verein-Zeitung · 1936-10-22 · 43 (22.10.1936) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
43 (22.10.1936)
Date
1936-10-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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ier in herzlichen Worten seinen aufrichtigen Tank für Lie Glückwünsche aussprrcht, die der Rat im Namen der rumänischen Judenheit an den Honig anläßlich seines 43. Geburtstages gerichtet hat. Ungarn . ' Anläßlich des Ablebens des ungarischen. Regie, rungschefs Julius v. Gömbös sandten die Borsteher der Pester Israelitischen Ncligionsgemeinde und die Kongreßorganisalion. der Israelitischen . jNlailbensgemeinschast an .-den - stellvertretenden Ministerpräsidenten, Köloman v. DarauYi, Beileidstelegramme. ' . ' „Pester Lloyd" erinnert.daran, daß Gömbös. zu Beginn seiner politischen Karriere einen rasten- . fchützlerisch-antisemitischen Kurs verfolgte, seines -I Standpimkt jedoch später revidierte, da. wie er betonte, das. Land aller ausbanwilligen Gnergien ohne Unterschied der Rasse und der Religion .benötige. Als Honvedminister wollte er allerdings von der Aufnahme jüdischer Kriegshelden in den. Heldenorden nichts hören: dem Orden gehört auch heute noch kein einziger Jude an. Im 78. .Lebensjahr ist in Budapest der Vertreter der gesetzestreuen Judenheit Ungarns im -Oberhaus des ungarischen Parlaments, Adolf Frankl. Nach längerer Krankheit gestorben. Als langjähriger Präsident und später Ehrenpräsident, der Orthodoxen Israelitisctien Landeskanzlei war repräsentativsten .Persönlichkeit 8er;v Judeistvekt Ungarns; als Talmudgelehrter genoß er hohen Rlit. Leine Beisetzung hat am 15. Oktober"unter sehr starker Beteiligung auf - dem alten orthodoxen Friedhof in Ofen stattgeinndep. Auf einer Tagung des transdanubischcn refor- - mierten .Kirchendistrikts in Tatahielt Bischof Medgyaszay ein Referat, in dem er vom religiösen Standpunkt aus für Solidarität der .Konfessionen und Klassen eintrat. Als Kennzeichen der gegenwärtigen Lage in der Welt bezeichnete der Bischof eine aus «religiöser. Selbstsucht entstandene llnsickierheit. Tie Ungarn als kleines Volk -müßten einander ohne Unterschied der Konfession, des Berufs und der Gesellschaftsklasse nicht nur Duldsainkeit. entgegenbringen, sondern auch tatkräftige Hilfsbereitsck)aft beweisen. Die rote Flut drohe nicht der christlichen Konfession allein, sondern allen Gottgläubigen, - In. einem Ehrengrab attr. dem jüdischen Fried- . Hof in Rakoskeresztur bei Budapest wurden die aus dem römisch-katholischen Friedhof in Budakeszi iilicrsiihrten Gebeine des ungarischjüdischen Kriegshelden Heinrich W e i s zVjeierlich beigesetzt. Ltieisz ist °ll>34 an einem Lungenleiden gestorben, das er sl m im Weltkriege zugezogen hatte, nachdem er an der perbisck)en Frönt mitten im Winter einen großen Fluß durchschwommen hatte, um die Vorbmdnng zwischen zwei abgcschnittenen ungarischen 80 ^abre Viadrina-Breslau Eine Vorläuferin der C.-V.-Bewegung der Verstorbene eine der hervorragendsten undHeereskörpern herzustellen'. Aus der C.-V.-Bewegunjg Wann und wo finden Sie Rat? Hamburg-Altona Hannover Linkorhein . Wie s badeg Montae — Freitag. 10 -—13 Uhr, Benerkestr. 2. Erdg. recht?. OVitnber, 11—13.l.'hr, Scblarh-- HcHsen-Xassau und lIcNNen Frankfurt a. M. Steinweg fl, Zimmer 75-77 (Tel.: 254 03), Montag, Mittwoch, Freitag, 11—13 Uhr. AlliiiiiStr. 12,. II (Tel.: 318 57), Mnrita g, Dienstag, Donnerstag, Freitag, 16—18 Uhr. Kasinos!r. 31 (Tel.: 362), Dienstag, 16—17!i Uhr. - Kirchgassc 7, .1, nach. Verein- Gemeindehaus: 4. , November, 2; Dezember, jeweils UVa bis Hotel Kaufherr: -4. November, •2. Dezember, Ms—N'L. Uhr. Kaffee Blumenfeld: 5. November, 3. Dezember, 14'2—.16 Uhr, Weruer-Senger-Str. 13 hei Alber! Metzger, 10. November, 8. Dezembe’r, 15—17 Uhr. Braubacherslr. 17 bei Rabbiner Dr. Laupheimer, 8. Dezember, Gemeindehaus: 12. November, 10. Dezember, 10—12 Uhr. Gemeindehaus: lfl. November, r 17. Dezember. 10—12 .Uhr. Gemeindehaus: 26. November, 24. Dezember, 15—17 Uhr. Den Mitgliedern des C. V. in Ostwestfalen steht bis zur endgültigen Regelung der Führung der Vereinsgeschäfte in Ostwestfalen der Vorsitzende des Landesverbandes, Rechtsanwalt Dr. Kdtzenstein, Bielefeld, Viktoriastrasse 24, Fernsprecher 122, in alle# C.-V.-Angelegenheiten zur Verfügung, Am 15. Oktober sprach der Mitarbeiter der Hauptgeschäftsstelle des C.-V, Aintsgerichtsrat a. D. - Dr. Fritz Gold s ch m i d t in einer Veranstaltung der Ortsgruppe Guben des C.-V., die von Gemeindeangehörigen aller Richtungen gut besucht war, über „Die neuen Ausgaben des C.-D.'. An den Vortrag schloß sich eine^ Aussprache an, an der sich aüch,der Ortsgruppenvorsitzende, Dr. Paul Cohn, beteiligte. Es wurde zur Mitarbeit an der Jüdischen Winterhilfe aufgcrusen, dabei aber nicht übersehen, daß neben dieser wichtigen Winterarbeit auch die übrige-Sozialarbeit (Hilfe und Aufbau) und die großen jübifdjen Organisationen, insbesondere der C.-V., intensiv von jedem Juden in Deutschland gefördert werden müßten. Oer Kreta im Jüdischen C.V.Hamburg r Leitung: Dr, Ludwig F r e u d e n t,h a l, Anschrift: Hamburg 13. Bcneckestraße 2, Telephon: 44 5071. Vortrüxskvtxe kür Oktober bis Dezember. 20: Oktober:Dr. Ferdinand G o wa vom Jüdi- ' scheu Kulturbund Hamburg: „Die künstlerische unb organisatorische Arbeit des Jüdischen Kultur^ bundes". 27. Oktober: Schriftleiter Julian Lehma n n : „Die jüdisclie Presse von heute". (Erster . Abend), Kursus der Franz-Rosenzweig-Gedächtnis- 'Stiftung. 3. November: Dr. med. A. Li.ppmanck: ..Ler Arzt, und der Patient". 10. November: Sastistleiter Julian Lehmann: „Die jüdische Presse von heute". (Zweiter Abend), Kursus der Franz-Rosenzweig-Gedächtnis^Stis» tung. 17. November: Dr. Hans Liebeschütz: „Die Judenhett in der abendländischen Frühgeschichte". 24. November: Schriftleiter Julian Lehma np: „Die jüdische Presse von heute". (Dritter Abend). Kursus der Franz-Rosenzweig- Eedächtnis-Ltiftimg. ' 1. Dezember: Rabbiner. Dr. Bruno I t a li eiicr : „Wörter der Bibel als . .Ausdruck jüdischen Geistes'. 8. Dezember: Tr. jur. Eduard Peine: „Grundfragen des Devisenreclits'E- 15.,Dezember:,Senta Meyer: „Abra° ham',d(fliach deyr Buch'von Erlsit Fürstenthal.) 22. Dezember: Snitdikus Tr. jur. Ludwig Freu-, de n thal: „Rechts- und Wirtschaftsfragen unseres Alltags". Zugleich ein Einblick in die Tätigkcit des Jüdischen Cetttrak-Vereins. Sämtliclie Veraustaltnugett finden im Jugendheim. .Htimburg Ui. Joynsallee 54, statt und beginnen 20 Uhr 15 Minuten. Vor fünfzig Jahren — am 23. Oktober 1886 — wurde in Breslau die erste jüdische Studentenverbindung in Deutschland, die „Viadrina', gegründet. Eine Anzahl jüdischer Studenten, von denen insbesondere Bennos Jacob und Alfred Goldschmidt später im jüdischen Leben hervortraten, hätten sich' zusammengefunden, da sie die Schwere und Bedeutung der Judenfrage bereits damals erkannten und mit der Bagatelli- ' isierung des Problems^ die sich zu jener Zeit vielfach in-jüdtschen Kreisen bemerkbar machte, nicht . einverstanden wären. Mik einem' Aufruf „Ein. Wort an unsere Glaubensgenossen' wandten sie sich an die jüdische Leffentlichkeit und beleuchteten die unerfreulichen Zustände in den sogenannten paritätischen Vereinen, in denen die jüdisck)cn Mitglieder sich mit der Zeit selbst gegen, den Eintritt von Juden wandten, um durch ein „Ueberwuchern des jüdischen Elements? ihren Verein nicht bloßzustellen. Wenn unter den jüdischeu Studenten die einen um die Gunst der" Christen buhlten, die anderen ihren eigenen Glaubens-- und . Stammesgenossen abweisend gegenüberständen, so sei beides ein Beweis, daß diese Elemente sich ihres Judentums schämten. Das sei der Grundschade, der die Lebenskraft des Juden- , tums untergrabe: r --..Es ist. als ob mit dem selbstbewußten Stolz des Juden auf seine Abstammung der belebende Geist aus jenem Organismus gewichen wäre, der dem Anprall der Jahrhunderte standgehalten hat. Wer sich des Judentums schämt, der wird es auch nicht verteidigen, ja, er wird es verleugnen. sich, von ihm lossagen; und wenn diese Gesinnungen immer allgemeiner werden, dann ■* geht das Judentum seiner Auflösung entgegen.' -Ter junge Jude gewöhne sich schließlich an die Auffassung, seine Zugehörigkeit zum jüdischen Stamm als ein Unglück zu betrachten,, das nicht zu ändern und geduldig zu ertragen sei. In ihrer Vereinzelung gerieten die junge» jüdischen Menschen zur Verzweiflung. Das Mittel, um hier Wandel zu schaffen, sei die Gründung eines „Vereins jüdischer Studenten": „Dieser Verein wird schon durch sein bloßes Auftreten das fast erlöschende Bewußtsein wieder beleben, daß wir Juden sinddaß wireiner großen Gemeinschaft von kulturgeschichtlicher Bedeutung-und historischer Berechtigung angehören und daß diese Zugehörigkeit für die ' Gegnerkein Gegenstand der Mißachtung, für uns kein Grund der Beschämung sein kann.' -Der Verein werde vor allem als sittliches Fundament seiner' Wirksamkeit den Wert des Judentums seinen Mitgliedern in Erinnerung bringen müssen. Die jüdische Religion sei so gut wie nurirgendeine andere-imstande, zu sittlichem Handeln zu erziehen, den Charakter zu-bilden - und selbst dem philosophischen Denker einen Kulins von reinerer, Form und tieferem Gehalt zu, bieten. Jüdisches Wissen und jüdische Geschichte > müßten gepflegt werden. Daneben müsse --der Verein aber auch' eine Freistätte für jegliche Leibesübung wie Turnen. Fechten, Rudern und Schwimmen sein. Tie'Juden müßten das Odium der Feigheit und Weichlichkeit, das auf ihnen " läske; mit aller Energie zurückweisen. Mir der wirklichen körperlichen Kraft und Gewandtheit werde auch das jüdische Selbstvertrauen und.die . Selbstachtung wachsen. . Diese selbstbewußte jüdische Haltung führte aber die Viadrina nicht zur 'Verleugnung der Diaspora. Tie Mitglieder sollten zu Männern erzögen werden, die alle Anforderungen, die der Staat an seine Bürger stelle, mit Begeisterung und Pflichttreue erfüllten und die für die Kulturwerte der Umwelt aufgeschlossen seien. — . Betrachtet man die Gedankenwelt der Via-« drina und des späteren Verbandes der die gleichen Ziele verfolgenden Studentenverbindungen, des KC.. so stellt sich die Bewegung als eine 'Vor» läuferin des Centralvereins aus studentischem Boden dar. Im Jahre 1893 hat der Centralverein im bürgerlichen Leben das Gedankengut auf« ^genommen und zu verwirklichen getrachtet, das die Viadrina und der KC. zuerst vertreten hatten. Ludwig Holla nd-or, der Organisator und jahrzehntelange Direktor des Centralvereins, ist ja auch aus dem KC. hervorgegangen. Die Geschichte der Viadrina war bewegt und wechselnd (vgl. Alfred Gold schmidt „Zur Geschichte der freien Verbindung Viadrina und ihrer Nachfolgerinnen", KC.-Jahrbuch 1906, S. 23 ff.). Die Verbindung machte sich durch ihr unerschrockenes Eintreten für jüdische Belange einep Namen und wurde mehrfach suspendiert. Der Grundgedanke der Viadrina ist aber im Judentum in Deutscsi- " land und insbesondere im C.-V: lebendig geblieben. Mögen die Zeiten sich gewandelt haben,. mag vieles versunken sein, was vor 50 Jahren Wirklichkeit war.oder erstrebenswert schien, "die alten- Viadrinen dürften sich . mit berechtigtem Stolz sagen, daß sie eine neue selbstbewußte. Epoche jüdisckien Lebens in Deutschland eingeleitet haben, daß sie nicht nur dabei ^gewesen sind, sondern aktiv mitgewirkt haben, um jüdisches Leben in der Kette der Geschlechter zu erhalten. Wir gedenken ihrer in Treue und Verbundenheit! Dr. Fritz Goldschmidt. ' Umbildung der Gemeindekörperschaften Frankfurt a. M. Von unserem Frankfurter'Mitarbeiter — n. Frankfurt a. M., 20. Oktol'er. Das nruc jüdische Jahr hat der Franlfitrter israelitischeit Gcinciitde al-D erfreulichen. Auiklang - die Besriedung nach dem langen, stillen Mampf umdie llmbildiutg der Gettteindekörsierschatten gebracht. Seit vielen Monaten haben die Verhandlungen der Fraltionen tun die Vcrstärknng des zivniftischeit Sektors und die daraus notwendigerweise sich ergebende Schwächung der liberalen Fraktion in zahlreichen Besprechungen und Äeratnngett ihr-en Ansdruck gesunden. Wenit, auch nach außen hin von den Forderungen, die die drei, beteiligten Gruppen gegeneittaiider erhoben, nicht viel zu beinerlen war. so cntwicketten sich doch die Erörterungen bis zu jettetn Puukb. der ein Scheitern der Verhandlungen befürchten ließ. - Dem Wunsche der Fraltionsführer. den Frieden in der Gemeinde zu wahren, ist cs zu danken, daß 7 nach eingehenden Verhandlungen., die zimachst der Konsttlent der Gemeinde. Dr. Rudots,Geiger, im Aufträge des Vorstandes führte, nunmehr in AU-. Wesenheit der Herren Ntinisterialrat i. R. Dr. H i r s ch und Laudgcrichtsrat i. R. Dr. Lilienthal von dx-r Reichsvertretttng der Juden in Deutschland ein Kompromiß geschlossen, werden konnte. Danach wird für die nächste Legislaturperiode, das heißt, iür die Zeit vom I. Januar 193? bis zuin 3,l. Dezember. 1940.“ folgende Zusammensetzung der Gemcittdekörperschaften gelten: Der G e tu eindev v r st a tt d . der sich bisher aus neun liberalen, drei ziouinisctien und drei kouservativeh Mitgliedern znsamntensktzte: wird künftig ans acht Liberalen, fünf Zionisten und drei Konservativen bestehen. Der. Vorsitzende des Gemcindevorstandes wird von-den Liberalen ge-- stellt werden, zu gleichberechtigten stellvertretenden Vorsitzenden wird, jede der drei Fraktionen einen Verteter benennen, lieber die Vertretung des ersten Vorsitzenden durch die stellvertretenden Vorsitzenden sind Fcslleguiigcn getroffen worden.^ In der Genteindevertretung ist ein liberaler Sitz den Zionisten cingeräumt worden, so daß sich die Geineiitdevertretttiig künftig aus.18 liberälen, 9 zionistischen und 9 koitservativen Mitgliedern zusammen'etztn ivird.. Auch in der Gemetndevertretnng wird der erste Vorsitzende' von den Liberalen gestellt werden, die stellvertretenden Vorsipettden tverden teils von. den Zionisten, teils von den.Konservativen l'enannt. ■ Eine Reihe von Einzelbcstimmungen, über die nochnichts bekaitntgegel'en wird, regelt die Verteilung der Dezernate im Vorstand, die Besetzung von Delegationen in die Zentralkvrperscl)afteit . nftv. Auch sie entsprechen dem Charakter der Hatiptvereinbarttitg. der den Einfluß der Zionistett in der Gemetitdevertretung und im Vorstand citt- - sprectiend der Erhöhung ihrer Atandatszahl attch in der Arbeit der Dezernate stärkt, während andererseits vfscnsichtlichchen Lilteralen. die zwar nicht mehr allein über die absolute Mehrheit verfügen. doch die . Anerkenntiug als stärkste,, Partei gesiäicrt ist. Besonderes Interesse verdient die Datsackie. daß den Konservativen, die im Frankfurter Genteindeleben von jeher eine bedeutungsvolle Rolle gespielt haben, nicht nur. keine Ver» Minderung ihrer Position zngefügt wurde, smtdern daß ihr Einfluß-anch weiterhiii unvermindert wirksam sein wird. Da die Fraktionen inzwisckien den Kompromiß l^stätigt haben, kann mit Sick)erheit angenommen werden, daß die lvevvrstchenden Wahlen sich kampflos vollziehen werden luid daß nur die künftige zversonettc Zusammensetzung der Gemeindevertretting auf Grund einer von den Parteien einztireichendeu Einheitsliste festgesetzt, werden wird. Man nimmt in allen Kreisen der Gemeinde mit , Genugtuung davon Kenntnis/ daß es ter Verständigungsberkitschaft der Fraktionen gelungen ist, zu einer Einigung zu gelangen. „Jüdische Politik“ Das Oktober-Heft des „Morgen" Das Bemühen, jüdisch-gesellschaftliche Zusammenhänge zu dnrchdringen, ist bisher, gemessen an den Ergebnissen anderer Forschungsgebiete der Soziologie, noch nicht, sehr weit über die ersten Ä-nfänge hinausgekommen. Deshalb verdient jeder Teilversuch auf diesem Gebiete besondere Beach-' tung, vor allem aber dann, wenn er sich auf ein so aktuelles Problem erstreckt, wie es der soeben erschietrene „Morgen" mit seinem Grundthema „Jüdische Politik" tut. „Es ist der Versuch eines Versuches, die Einleitung zu einer Einleitung' führt Joachim Prinz in den ersten Sätzen seiner Tarlegnitgen über „Grundsätze einer jüdischen Politik" aus. Aber trotzdem, oder vielmehr gerade deshalb, ein , sehr wichtiger Versuch. Prinz lesint zunächst entschieden jede Tendenz, jüdische Politik nach einer bestimmten „jüdischen" Ideologie auszurichtcn, als unberechtigt und undurchführltir ab, da cs eine solckie überzeitliche jüdisch-verbindliche Idee nicht gäbe. Dem „Schtadlanim' der vergangenen Jahrhtmdcrte, den Fürsprechern, als deren hervorragendsten Vertreter er Josek v. Rosheim. .ansieht, stellt er den Typ der zionistischen Politiker -vonu^Schlage Herzb und^Weizntann^gegenüber—dieder jüdischen Gesamtheit erstmalig seit Per Zerstreuung wieder einen eigenen jüdisch-politischen Standort gegeben hätten. Ihr Typ , untersckieidet sich nach Prinz von dem des jüdischen- Politikers . seit der Mendelssohn-Zeit/der nicht die politische Durchbildung, des eigenen jüdischen Volkskörpers, sondern im Gegenteil die Angleichung an die Umwelt und damit eine Liquidation der jüdischen Politik znm Ziele gehabt habe. Ter nationalen Betrachtungsweise von Joachim Prinz, der die jüdische Situation von der Politik schlechthin aus l>etrachtet. steht die Richtungsart Ignaz At a h 7 bau ms diamentral entgegen. Für Maybaum ist ein bestimmtes geistig-sittliches Jdeenbild Axiom für , jede jüdische Auseinandersetzung. Dieses Bild vom messianisch ausgerichteten Judentum hält er mit der Forderung einer politisch agierenden jüdischen Gesamtheit für unvereinbar. Die Dissonanz zwischeu den Auffasinngen von Prinz und Maybaum erheischt für den „Laien" eine. Auflösung. Sie wird durch die klugen und klaren Ausführungen des Leitartikels von E. R.-J. gegeben. Ter Instinkt des jüdischen Menschn wehrt sich gleichermaßen gegen eine „Norntalisierustg" im Prinzschen Sinne, die Israel zu einem Volk wie alle Völker zu machen droht, wie gegen eine ^.Theologisierung" im Maybanmschen Sinne, die von der Fiktion einer ihrer Priesterlickictt Mission bewußten jüdische» Genteinsckiast ausgeht. v Besprechungen von Hans Joachim Schoeps 'über JizchakFritzBaers „Galuth", von LutzWe l tmann über die neueAusgabe von Disraelis „Tancred'beweisen an einzelnen Problemen die grundsätzliche, Aktualität des dem Heft zugrunde liegenden Themas. So sehen wir gerade um das PrMem , „Jüdische Politik' allüberall geistiges Neuland, dessen Türchpflügung mit besonderem Tank anerkannt werden mutz. Eine Novelle von Heinz B e r g g r ü n „Die Stadt' zeugt gleichermaßen von künstlerischer Einfühlungsgabe wie sprachlicher Gestaltungskraft des Versassers.Sie läßt mit geradezu PlastischcrTeutlichkeit den eigenartig symbolliaft gezeichneten Fremden erstehen, dessen Erlebnisse in der großen Stadt die Novelle zum Gegenstand hat. Eine interessante Studie von Camilla Kaut über die unbewußten geistigen.Zusantmcnhänge zwischen dem französisch-tüdifchen Philosophen Vergson und, dem ostjüdischen Begründer des Chassidismus Baal Schein, Ausführungen von Mar G r lt ii w a l d über „Paläftina-Erde als Grabbeilage' sowie formal und inhaltlich gleich wertvolle „Baumlieder" vsin^Gina Gärtler bilden den Abschluß des Hauptteils, dem sich wertvolle Literaturhinweise anschließen. Erwähnung verdient noch die hübsche Glosse von Arno H e r z h e r g über einen um die Welt radelnden Inden, Herrn Taß. SieJchließt mit ster sarkastischen Frage, wer wohl eher neue SicdlungÄnvglichkeiten für Juden ausfindig machen würde, Herr Taß oder diejenigen, die neuen jüdischen Projekten im Flugzeug nachjagen. Re.zensionen empfehlenswerter Schriften pflegen ineist 'mit dem Hinweis zu schließen, daß eine Besprechung niemals die Lektüre der- Schrift selbst ersetzen könne. Ein überflüssiger Hinweis, meint der Leser — hoffentlich, meint der Rezensent. - Dr. Werner Rosenstock. In Johannesburg Am 23. August wurde der Tempel Israel, die neue Synagoge der Jo h an n e s b tu ger Reform gemeinde der Südafrikanischen Jüdisch-Religiösen Vereinigung cingcweiht. Den von nahezu 2000 Personen besuchten Einführungsgottesdienst leitete - Rabbiner Moses Cyrus Weile r. Am Gottesdienst nahmen der Bürgermeister von Johannesburg und seine Gattin, Mitglieder des Stadtrates und Geistliche verschiedener christlicher Kirchen teil. Mr. HofmeyT. der Minister des Innern, überreichte Tine Adresse. — und m Melbourne - Der an die Beth Israel Synagoge in Melbourne berufene frühere Berliner Rabbiner Hermann Sänger ist - inzwischen an seinem neuen Wirkungskreis eingetrvsfen. Er wurde Von der Fortschrittlicheu Gemeinde sehr warm empfangen. Man beabsichtigt, ein Grundstück zum Bau einer neuen Synagoge zu-erwerben. - - - - .—. .■ Die „D eutsche I u r r st e n z e i t u n g' teilt im Zusammenhang mit der Hvchschullehrertagung ' überdas Judentum in der Rechtswissenschaft mit, das Amt für Rcchtsschrifttum im Reichsrechtsamt der NSDAP, habe auf Veranlassung deS Rcichsrechtsführers. Reichsminister Dr. Frank, ein Verzeichnis jüdischer RechtSautoren in Angriff genommen. /

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