Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 43 (22.10.1936)
- Date
- 1936-10-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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■ \7 \ v;; ... v Sittlichkeit, der Ächtung vor allem, was Menschenantlitz trügt, gelehrt, haben ihn lehren müssen, um auf dieser Grundlage unser Recht ans Existenz und Verkehr mit dem uns umgebenden Pulk zu erweisen. Wir sind ein äuserwähltcs Volk, au--/ erwählt, zu einem nicht-immer gnädigen Schicksal der Miiiderheitj der Unterdrückten, die um ihr. Dasein kämpfen. Und nun sollen wir aus diesem passiven Los des Auscrlvähltseins uns heute selbst auserwählen, um ünterden ganz veränderten Umständen der nationalen Heimstätte, wo wir nicht mehr Minderheit und Unterdrückte sind (oder sein werden), diesen selben Gedanken'der gegenseitigen menschlichen Achtung-auch vor dem Fremdvolk vorzuleben. Hier/ soll sich, die religiöse Bewährung zeigen. Und hierfür Sorge zu tragen, ist Pflicht jener, die vor allem niid nur ansreligiöser Verbugdenhcik dem »Palastinaiverk dienen. Man verfalle nicht dein Irrtum, aiiznnehinen, -das zionistische Palästina habe bisher nicht diesem Gedanken gedient. jedoch die Hast des Anfbaus und die Notwendigkeit, schnell ^iclie Plätze für inachdräugende Eiiuvanderer zu schaffen, haben der zionistischen Führung nicht die Muße gelassen, diesem Gedanken Ausdruck zu, geben und ihn mit gleicher Jritensttät dem arabischen Partner zu verkünden, wie zu allen Zeiten Juden des Goln? es in ihrer Umgebung für notwendig erachteten. In der Zeit der Rot 1!>2I, 192!> 1111b heute 1930. denkt man daransich dem arabischen Nachbar verständlich zu machen, doch sonst wird der gute Wille-hierzu von. anderen Notwendigkeiten überrannt. >■ - Alan zieht Ackerfurche um Ackerfurche für die, die nachdrängen. Und der Nichtzionist sicht und detikt. mein Geld hat geholfen, diesen Pflug zu kaufen.. Aber hier ist. die spezifische Aufgaben Zieht die Furche der Verständigung, zwischen diesen beiden Böllern, die in einem Lande wohnen. Und die Mittel, mit denen man sie zu ziehen hat,-sind der Struktur des nichtzionistischen Partners entsprechend. - -Bei allen historischen und uns nun vom Völkerbund bestätigten Rechten ans eine Heimstätte in Palästina, bei allen Leistlingen des Aufbauwerkes dürfen wir nicht vergessen, daß nicht wir es sind, die im Lande sitzen, sondern wir sind die Neneinwand.ercr. Wer neue Frelinde - sich erwerben .will, grüße höflich als. erster, gebe eilt Zeichen seiner Bereitschaft und versuche den anderen in seinem Wert zu erkennen. Tie arabische Kultur ist (oder war) groß und geivaliig, und einen der Höhepunkte unserer Kultur in der Diaspora haben wir in Spanien durch das Medium dieser arabischen Kultur erlebt. Der Europäsr mag.auf den. Ortentaten herabfchauen, der Jude aber, der in Palästina seine nationale Heimstätte sucht, mutz wissen,, daß, — trotz. Tel'-Aviv und Haifa --- Palästina im Orient lsigt und von einer'er- Kolonie nl drückenden Ueberzahl erwachender, bewußt.'werdender/Orientalen umschlvsien .wird, Achtung und Kenntnis der Kultur der neuen Umwelt wird wie in allen jüdischen Wohnsitzen auch zu einer-- gegenseitigen Afsifnilation führen; Ässimilation — aber nicht Mimikry, die eigene Weseuzüge ' verbirgt und leugnet. Der erste Schritt bedeutet Verbreitung der arabischen Spräche, daß Jude und. Araber überhaupt miteinander sprechen können, um sich' kennen- und verstehen zu lernen. Der 7 "- Mangel einer jüdisch.arabisck)en Presse hat sich in diesen Tagen wie noch nie spürbar gemacht, da die Regierung die arabischen Zeitungen verboten ■ hatte und dadurch noch viel wildereunkontrolliert bare Nachrichten und Beschuldigungen gegen Juden zirkulierten. , Diese Aufgabe, gegen'feitiges Verständnis zlvischcn,Arabern und Inden zu vermitteln, 'kann mir von einer Bewegung mit langen, ruhigen Atemzügen erfüllt werden. Sie verlangt nicht.mir Ruhe, sondern Wissen und . Studium und nicht zuletzt Tn kt. Takt dem Araber gegenüber, aber, auch dem jüdischen Arbeiter gegenüber, ohne den das Werk nicht gelingt. - Tenn alle Beziehungen der. geistigen und politischen Führer beider Völker genügen nicht, wenn ilicht die' Schaffenden beider . Völker in engster Tuchfühlung, das heißt an einem Arbeitsplatz schaffend, miteinander stehem lind in diesem Zusammenhang mutz vor / einer Lltißdentuisg einegrundlegenden Begriffs der jüdischen Arbeiterschaft gewarnt werden, Kibbiisch Haawoda (Eroberung der Arbeit) bedeutet ', nicht Verdrängung des arabischen Arbeiters, sonder» Eroberungen aller Sparten der Arbeit, da- . mit das jüdische Volk iil Palästina in normalem Veriissaiiibaii in allen Arbeiten aiigetrvsfcn werben kann. Anteil-mätzige Beschäftigung des iüdls'cheu und des arabischen Arbeiters, lim die Brücke der Verständigung von. Mensch zu Mensch, von Volk zu. Volk zu bauen. ...Es ist noch nicht zu spät, zu diesem Ziel zu schreiten. Nach aller politischen Voraussicht wird England schm: ans Prestigegründen unser Werk schützen. Es wird durch die überlegene Macht des Militärs wieder Frieden im Land Herstellen. Und wenn in den nächsten Jahren wieder Frikbc und Wohlstand im Lande herrschen Und'wenn neue Scharen Indeu aus dem Gvlns ins Land strömen werden und alle hastig bauen, mir. bauen, dann brauchen wir Menschen, die es als ihre besondere Aufgabe empfinden, die Pfade zu suchen, die von einem Lager in das .andere führen. .. Ta wo das jüdische Volk Großes und Starkes leistet, da wo es nicht das Schicksal auserlvählt den Kampf' um Gerechtigkeit, um seiner eigenen , Existenz willen führen zu m ü s s e n, da soll das jüdische Volk sich selbst zu° dieser Sendung aus- ’ erwählen. \ Dr.W. R. PROGRAMM der GEDENKFEIER für JULIUS BRODNITZ Montag, dan 26. Oktober 1936, 20 Uhr 30 pünktlich iorlin W 62, Klolftstrasso 10, Logtnhaui ES WIRKEN AUSSERDEM MIT : Annle Steiger-Betzak ] : Brahms - Dr. Hans Cohn j Adagio mesto es-moll Godfried Zeelander J aus-dem Trio op. 40, Fritz Wisten — Aus Goethes Epilog zu; . Schillers „Glocke" . Paula Saiomon-Undberg — Mendelssohn, Arie aus dem „Elias" und Brahms „Der Tod, . ’ das ist die kühle Nacht" iHeine) si Beethoven Dr. Hans Cohn > Adagio espressivo Es- Godfried Zeelander I dur aus der "Sonate \- ■ J . op. 96 .''-'/ A NSP.RA CHEN: Dr. Herzfeld, Essen Vorsitzender des Jüdischen Central-Vereins Dr. Otto Hirsch, Berlin ' -Geschäftsführender Vorsitzender ..-der Reichsvertretung der Juden in Deutschland Dir. Heinrich Stahl; Berlin ./ : Vorsitzender des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin Heinz Kellermann, Ser in - Bundesleiter des „Ring" iB-und jüdischer Jugend) / Karten für Mitglieder und deren Angehörige sind gegen 'Vorbestellung zu erhalten im Büro des ■ . JÜDISCHEN CENTRALVERE!Nt BERLIN W15, EMSER STRASSE 42 J2 8141-45 Die jüngsten Ereignisse in Palästina stellen keineswegs, die Palästina-Bewegung in Frage, doch Wersen sie grundsätzliche Probleme des Aufbauwerkes auf. die in der Monotonie der aufeinanderfolgenden Tage leicht übersehen werden. Für das Grnndproblein sind einzelne Ereignisse kein Gegenbeweis. Aufgaben geschichtlichen Ausmaßes werden nie ohne schwere Opfer gelöst. Die Geschichte kennt faum Fälle, wo Staaten oder staatsähnliche. Gebilde ohne Mensch.enhekatvmben gegründet worden wären. Auel, ist Palästina vorn Zionismus keineswegs als eine ArtSanatorium - für die in der Diaspora ermüdete Isndenheit gedacht, nicht als ein Altersheim iur ein dein Tods geweihtes Volk, sondern im Gegenteil, als Boden für eine neue geschichtliche Lauibahn. v Um ein Land >vjeder zu besitzen, das vor zwei Jahrtausenden verloren gegangen war. nuiß man ich Generationen, nicht in Jahren denken. Die . einzelne Generation darf sich iiichtsiils Selbstziveck. sondern als Werkzeug eines nderpersönlichen. Willens betrachten, neben welchem oergängliche Persönliche Schicksale keine entscheidende Bedeutung haben -können. „Geschichte fordert erlösende insofern sie sich mit dem Zionismus identifizieren oder von anderen mit diesem identifiziert werden, werden sie in den sich stets ändernden Strudel der palästinensischen Außenpolitik einbezvgen, was zu -unendlichen Verwickelungen, zu unlösbaren Kon» slikten mit eigenen Gefühlen und Ueberzcugnngen, Widersprüchen mit eigenen Interessen führen muß. Zu der uralten zwischenstaatlichen, schön geographisch lvdingten Abhängigkeit, gesellt sich sin unserer Zeit ein neuer Konfliktstoff: der Zusammenstoß von national-religiös bedingten Seldstbcstilmmingen. Zionismusist eine europüische—Erscheinung, und die Palästina-Bewegung — ein tzlnsilnß enropaifchkr Geschichte, nicht der Geschichte Vorderasiens. Auch die arabische Bewegung, die sich in wesentlichen Parallelen ziim Zivnisinus eiitivickelt, ist ein Erzeugnis der Assi-, miliecung der östlichen Völker an die europäisck^ Gedankenwelt des letzten Jahrhunderts. Die curvpäische Idee der nationalen Selbstbrstimmung. gelötet mit geheiligten Erinnermtgen (hier an das alt-jüdischo Reich, dort — nft das arabische Weltreich), ansgrivühlt durch sich ähnelnde englische Versprechungen während des Weltkrieges, die den —f»-dg-t—ei-n-rulsi-scher Dichter.?ttif jung-—^vek^a4te«7-nEGMchaWk«-m fränlichem Boden ließe siä, vielleicht ein GemeinfchastSgebilde.durch friedliche Arbeit ausbauen. Palästina ist aber kein iimgsräliliches. sondern ein von der Geschichte durchtränktes Land und überdies noch vrganiicl, von äntzeren Mächten abhängig. So ivar c-i im Altertum: Aegnpteu, Alshrien, Babhlonien. Parsten, Rom. so ist es heute: .England, die Araberreiche, das arabisch-moslemische Dölkermeer. Nur als der'Schwerpunkt der politischen Kultur sich vom mittelländi schen ' Bassin nach Norden verschob und die Beziehungen zwischen Ost und West zerrissen-wurden, da ist. ans . dem in Träumen gelobten Land ein gottverlassener - Erdemvinkel geworden. Tainals lounte-auch'keine '. Rede sein von einer jüdischen - Kolo-nisierung. Jetzt tverden Ost und West toieder-und in einem noch größeren Ausmaße als früher miteinander verbunden. Damit erhaltendie silier V,order-- asiens die Bedeutiiiig — nicht mehr wie,ehedem des einzigen — so doch eines ivjchtigen Knotenpunktes in der erweiierten Ost-West-Einheit. In. dieser Konstellation lvird ein Land nicht' zu einem Spielzeug', sondern zu einer, wichtigen Figur aus fremdem Schächdrett, Es besteht hier kaum Hof/- nung. ans ein rnbig-nnadhäugiges. - staatliche? ^iaendaiein: die englische Polizei und Armee, die die Inden vor ä'lra''ern schützen und gleichzeitig von ihnen - trennen, sind zugleich-Blahnnng und Symbol. .. ' Tie Tiaipora-Iudeuheit hatte keine eigene „Außenpolitik" und brauchte auch keine zu haben. Die Juden in der Tiaivora können gute Ptitriotcu eines jeden Landes sein, in welchem ste heimisch werden,.und.so war es auch, in Wirklichkeit. Aber geivinncn — so ungefähr vollzog sich die Entwicklung: Ter Herrschenden Alchenmacht kann ein -Konflikt zlvitzhcn den.beiden nicht ungelegen sein: - England ist gewohnt, seinen mäßigenden Einfluß zwischen feindlichen Kräften sin seinen Kolonien-— ,zum Beispiel Moslem und Inder in Indien — ausznspielen und daraus neue Ntacht zu schöpfen. Doch gibt csauch grundlegende 'Unterschiede zwisckien diesen beiden ähnlichen Bewegungen. Die Araber siild schon da. also in einer Abwehrstellung, die Juden müssen erst kommen, '.Die Araber sind zahlenmäßig stark überlegen und besitzen ein nilermeßliches nationales Hinterland.. Die Zionisten sind ans eine viel »veniger kompakte und zahlreiche . Diaspora-Indenheit angewiesen. Andererseits sind die Indensim großen imd ganzest europäisch geschult und in dieser Hinsicht den Arabern stark überlegen. Für Jliden ist Palästina die Hauptsache: für Araber nur nebensächlich.-also nxüßte die Jutensität des Wollens verschieden sein: doch in Grundfragen gibt cs keinen . Gradunterschied. Im persönlichen Verhandeln. ~ chei der ..geheimen" Diplomatie kann man Verabredungen treffen: bis hierher und nicht weiter, oder: dies oder jenes darf als Ausnahme bestehen bleiben: die kollektiven Vjnllnnaen werden nur'. fühlen, 'Fordertingcn nsiv. ans verschiedenen Ländern Europas ustd Amerikas. Die Ausgabe Palästinas könnte darin bestehen, diese verschiedenen Unterarten , in eine Einheit zu verschmelzen. Es ist möglich, Patz orientalische Schattierungen sich über dieses Schmelzer,Zeugnis legen werden: doch Jbteibt der allerwichtigste Gehalt, der ersten Generationen abendländisch, und die späteren werden durch die ersten bedingt. Kjapitalwn, Arbeitsmethoden, Organisiernngsideen. Wlrtschaftsausgaben alles kommt'aus der abendländischen Diaspora, die eine fortwirkende, wenn auch vost den Arabern stark übertriebene Kraftquelle für die palästinensische Judcnheit bleibt. Also/ nicht die erhoffte -Metropole speist hier ihre Diaspora, sondern gerade umgekehrt: die Diaspora speist ihre präsumtive Metropole. Palästina bleibt für absehbare Zeit eine Kolonie der Diaspora. Die Rückkehr auf ureigenen morgcnländischen Boden vollzieht sich als ein Vordringen des Abendlandes nach 'Vorderasien. Einen wichtigen Vorzug hat vorläufig noch die.Diaspora vor Palästina — die Masse. Es ist ein verbreiteter Fehler, die jüdische Bevölkerung. voriviegend in Bezichiing zur Gesamtbevölkerung des Wohnlandes, also in Hundertsah, abznschützen; nicht unwichtiger als die relative Zal^ ist die absolnte. Millionen Juden im frsilheren Rußland, Millionen im heutigen PoleP, Hunderttansende in Wmrschall oder New-Pork bilden schon" an sich starke Kraftzentren, Quellen schöpferischer Tätigkeit, zum Teil Formen eines Eigenlebens. Eitle zweifach abhängige — .'von der Mehrheit und von der Mckndatärmacht — Minderheit hat nicht nur schwer zu kämpfen und zugleich sich anzupassen, sondern von Grund aus sich vollstänbigsiimzustellen.-- Um nur eins he^rvvrznhebeu: das' schon traditionell gewordene Ideal der Gleichberechtigirng wird in Palästina fallengelassen, um, »politische Ansprüche — und zwar die der Minderheit gegen die zahlenmäßige Mehrheit — unter der Obhut einer dritten, dem Lande fremden, aber im Lande "herrschenden Macht dilrchzlisetzcii.. lieber die nlannigsachen Folgen dieser schicksalhaften Ilinstellnng müßten sich nicht nur diejenigen klare Necheilschaft abgeben, die diese Umstellung be- Mrwvrten, sondern auch die, die. — aus Ueberzengling oder aus eigenem Interesse — nicht mitjun.wollen. Der Wille ist die/ Haiipttriebfeder der Geschichte. Er braucht nicht haltzumachen vor irgendwelchen Widersprüchen, sondern kann verslichen, diese Widersprüche, >veinv ilicht zu lösen, so in iinincr neue, tragbarere Fornlen lulizuleisie». Doch sollten sich and) die Widersacher dieses Willens nicht mit vereinfachten Schlagworten lind elementaren Gefühlstvaltungen begnügen, sondern klar cinseheil, worum es sich handelt. Denn es geht tatsächlich um geschichtlich wichtigste Dinge. Für sie oder gegen sie Stellung zu nehmen, über gemäß prinzipiell zu diskutieren, dazil ist man nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet. Dr.G.L. Spanien dsiirch wei't ßchtbäre Und schematistcrende Losungen geführt.. - Als Ervoncnt de? Abendlandes und als Vor- - hllt der Judenheit kommen Indcn nach Palästina. Dadurch wird^eine^paradoxe Lage geschaffen: das erhoffte Aentrlun der verstreuten Indcnhcit ivird '.als seine Kolonie ausgebant. Da? Menschenmaterial stammt mit all seinen Gedanken. Ge¬ Dar Londonw East-End Der Board vs Depüties of British Icivs. die offizielle Vertretung des englischen Judentums, befaßte sich sin einer Sitzung am 17. Oktober eingehend mit den Vorfällen sim Londoner East End. In scharfer Weise wurde gegen die Bemühungen protestiert, in der Vorstellung der Ocftcntlichke'.t den' Eindruck zu erwecken, daß die Juden mit einer politischen Gruppe oder Richtting identisch seien. Air die jüdische Bevölkerung des East End wurde der Appell gerichtet, sich den Unruhen: fernzulmitcn und es dadurch zu verhindern, daßdie Taktilder I-lnrnhestitter ihnen den gewünschten Erfolg öringe. Dem Antrag der Kommission für Rechtsangelegenheiten und parlamentarische Fragen gemäß wurde festgestellt, daß der Board keine politischen Bindungen-besitzt, noch besitzen kann. Seine Abivehrmatznahinen seien ausschließlich gegen den Antisemstisnnitz und die Versuche gedichtet, bic Vorstellung von der'Identität der jüdischen Ge- 'sineinsckxtst^mitt irgmiDernfr zu erwecken. Tie antifaschistische Miliz in Barcelona hat das Esra Eoinit^. eine dein HICEM nahestehende Or- , gaiiisatton zur Betrenu'ng jüdischer Flüchtlinge und Einwanderer, ansgclöst. Ter Schriftsteller -M n n r i c ia K ar l gab, wie der „V ö l k i s che B e-o b a ch t e r" -vom .10. Oktober meldet, einem Sonderberichterstatter des -DNB ein Interview, dem wir folgendes entnehmen:. „Tie Jndenfrage müsse in Spanien eine besondere Behandlung erfahren, weil sie sich hier nicht ausschließlich nach rassethevretischcn Gesichtspunkten lösen lasse. Abgesehen von der selbstverständlichen Unterbindung jeder weiteren jüdischen -Einwanderung habe der Kampf gegen das . Judentum sin erster Liyie bei dessen politischer Betätigiing eiuziisetzen. Das heiße, daß vor allem die -Frcimmirerei rücksichtslos ausznrotten fet, die die siranischen Mischlinge für das Indentum zurück,zugewinnen trachte und sich zur Erreichung dieses Zieles des Anarchismus und des Kommnnisrnns-bediene. Ntanricia Karl zählte eine erstaunlich große Anzahl bekannter spanischer Liiikspolitiker ans, die in de'r Freimaurerei hohe. Grade einnehnien und jüdischer Ab« stämmlmg sind," - - v Tschechisch«« Parlament ... beschliesst über Organisation der jüdischen Religionsgemeinschaft . Im verfassungsrechtlichen Ausschuß des Abgeordnetenhauses wurde eine Ge,fetzesnovelle ver-> abschiedet, durch welche die Organisation der jüdischen Neligiousgemeiuschaft in den böhmischen und mährisch-schlesischen Ländern ergänzt wird. Referent war Abgeordneter Dr. Angelo Gold ste in. Die Novelle wurde nach seinem Bericht vom Ausschuß angenommen. Auf Antrag Dr. Goldsteins wurden einstimmig die folgenden Refolntionen gefaßt: - , . . . 1. Tie. Negierung wird'anfgcfvrdcrt. darauf zu achten, daß in allen jüdischen.Kultusgemcinden. der Tschechoslowakei und in allen höheren . Lrgänisativnse.inhciten das. demokratische' Wahl- _ recht cingeführt werde. 2. Tie Regierung wird -aufgefordert, im Sinne des Gesetzes vom 6. Februar 1920 dahin ■ zu: wirken, daß es bald zu einer Bereinigung aller jüdischen Kultusgemcinden in Groß-Prag konmtte , Neuer Vorstand dex Warschauer Jüdischen Gemcinde. - Tie^ neugetvähltc Repräsentanz der Wa.rschauer Jüdischen Gemeinde hat die Wahl eines neuen Gemeindevorstandes vorgenommen. Je. . 15 Stimmen entfielen ans die Kandidaten des Bund und der Ägnda, denen je 5 Borstandssitze eingeräumt wurden. Bon den Zionisten wurden 3 Geineindevvrsteher^nnt 9 Stinunen gewählt. Auf dis Misrachisten emfielen ft Stimmen und 1 Sitz. auf. bie Poale-Z!vn-st^Stimnren-u>w-cbcnfalls,l Slh im Gemeindevorstand. Die drei Hnnptfrattioncn sind, somit im neuen Gemeindevorstand gleich stark. Zwecks Schaffung einer arbeitsfähigen Mehrheit wird ein Abkommen zwischen zwei dieser Gruppen erforderlich sein. Innenminister Simon empfing am 20. Oktober eine Abordnung der . British Labour Party zu einer Besprechung über die Vorfälle im Londoner East End und über Maßnahmen, die eine Wiederholung der Vorgänge verhindern könnten. ' Ans der Jahrestagung des „Rcichsinstjtuts für Geschichte des neuen T c u t s ch l a n d s" teilte Professor Dr. Walter .' Frank mit, Gehciinrat- Professor Tr. Philipp . Lenard habe im Rahmen der „Forichungsabtcilnng 'Jndenfrage des Neichsinstitnts für Geschichte des neuen Deutschland." die Leitung des Referats „Das Judentum - sin der Natürwissenschcrft" übernommen. Auf dem Deutschen R e ch t s h i st 0 r i k e rtag in T ü b i n g e n erklärte Reichsminister Tr: Frank unter anderem: „Wenn man sagt, wir Nationalsozialisten feien gegen d.ie Betätigung der Juden in der'Rcchtswissenschast, es sei einer Ksiiltnrnation unwürdig, dem Antisemitismus zu huldigest, dauil können >vrr nur sagen: Wir haben nichts gegen das jüdische Volk, es möge leben ivie es will, wir wehren uns nur dagegen, daß aus jüdischem Denken heraus unser deutsches Wollen verfälscht ivcrden soll." Hauptschriftleiter: Dr. Alfrod Hlrsohberp: Stellvertreter und verantvyortlich für die Aufnahme von Bildern: Dr. Margarete E d e 1 h e f m. Verantwortlich für Sport: Dr. Erns.t'G. Löwe-nthal, sämtlich in Berlin Für Rücksendung unverlangter Einsendungen ist Freiumachlag beizufügen Leiter der Anzeigcn-Abteilung und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: F r i e d r ic h N a t h a n. Berlin DA III. Vj. 40 000 PI 5 Verlas: Jüdischer Central-Verein e. V.. Berlin \V 15. Emser Str 42 Druck der Buch- und Tiefdruck Geiellsch&ft mbH, Berlin SW 19. l:''