Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1936-10-15 · 42 (15.10.1936) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
42 (15.10.1936)
Date
1936-10-15
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2277379-2278137-2278179--11252-2292299
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

find. Gemäß (S 16 bleibt die Anschüttung eines Teiles des Stcnerauilommeus auf die Religionsöenictnorjt wirklicher!>>cge5inig überlassen. Nach^. den augesülsrten. Bestinimungen, ebenso wie nach der gesamten bisherigen Praxis, nach . der die einzelnen israelitischen Kultusgemeindcn in Bayern als religOmsgemci übliche Steuerverbande ancrtannt und behandelt wurden, sind dieilraelitiielien tzkeligiviisgcmeiudcij in Bayern vom Ltaat als Körperschaften des össentlichen Rechtes anerkannt. . 3. Baden. . In Baden umfaßt,dieIsrael it ischc Religion?-. . KvMeinsciiast" die -Gesaintheis der cIuden Badens. Sie ist bereits durch-das Landesherrliche Eöikt über,die/Berhattinne'der Juden bam l'!7. Januar l$0!t als Korpericl>aft des vüentlichen Reck>ts an-: erkannt und hat sich mit..Genehmigung des Badischen Llaatsininisteriuins eine neue Beriaiiimg gegeben, die am 14. Mai 1923 nerkundet mürben - ist. Auf Grund dieser Verfassung ist mit Genehmigung des Badischen Ministers des Kultus, und Unterrichts die „Verfasiiing der israelitischen Neligiaiisgenieindrn Badens. (Geineindevrdnung)"'- beschlossen und am 23. Biai >930 verkündet -ivorden. 8 6 3n1s 1 dieser Genieindevrdninig lautet: „Tie israelitischen NelegionSgemcindcn sind Körperschaften des össentlichen Rechts." - Tie israelitischen Religivnsgcmeinden in Baden' sind somit wie die -Israelitisclie Religiönsgemeinschast Badens iit ihrer Gesamtheit als Körperscl)aft des össentlichen Rechts anerkannt. 4.. Sachsen. " § 1 der Satzung des sächsischen israelitischen Gemeindcberbandes vom 27. Juni 1926 lautet: „Ter Sächsische israelitische Gemeindeverband ist «ine Religiviisgesellschast »nd bildet eine * Körperschaft des. össentlichen Rechts.. Ter Sitz , . der Verivaltring ist Trcsden. Tie israelitischen Religinnsgemeinden des areistaats Sachsen sind Untervcrbände dieses" 'Verbandes und bleiben . Körperschaften des össentlichen Rechts." rTie Anerkennung dieser Bestimmungen durch die Staatsregiermig ergibt sich ans der folgenden amtlichen Bekanntmachung über die Bildung des Sächsischen israelitischen Gemeindeverbandes vom 13. September 1626 (Sächsisches^ Gesetzblatt, Seite 339): ..Die sächsischen israelitischen Religivnsgc- . meindcn haben-sich zu einer Religiansgesellschatt unter der ^Bezeichnung „Sächsischer israelitischer - Gemrindeverband" vereinigt. Tie!. ReliawnSgesellschast hat ihren Sitz in Tresden. Sie und ihre Untervcrbändr, die zurzeit bestehenden acht israclitischru Religivnsgeiueiuden zu Aunabrrg, Bautzen, Etzcmnitz. Tresden, Leipzig, Plauen. Zittau »nd ttwieka». sind Körperschaften de? össentlichen Rechts." 5. Hessen. , Tie Ctflcmiintuin der israelitischen Religions» gemeinden im Lande dessen beruht, ans der Bervrdnung, die Bildung der Vorstände der israelitische» Religioiisgemciiiden und die Vermattung Xde§ Vermög-ms derselben betreffend, vom 2. Ravember 13-11 (Grotzherzogliches -Hessisches Regie»' rnngsblatt. S. .637). Tiefe Verordnung enthält - neben dem Parochialzwaug. der bereits früher feitgelegt war, genaue. Vorschriften über eine weitreichende Staatsaussicht und Mitwirkung, des Staates bei . der Verwaltung der Gemeinden; ferner ist7durch sie den israelitischen Religivns» ' gemeinden das Stenerreeht und der Berwaltnngszwang für die Kultussieueru verliehen. - Sind die israelitischen. Religivnsgemeinden in Hessen also schon ans Grund dieser Verordnung als ösfentlichnechtliche Körperschasten anzniehen, ' , so ist dieser Rechtscharakter für sie. erneut durch Ingenheim, ein altes Judendorf in der Südpfalz In der Sndpfalz. zwischen Landau und der elsässischen Grenze, etiva 13 Kilometer vom Rheinstrom entfernt, liegt das Tors Jugenheim. 84 hat 1360 Einwohner lind ist heute ein Bauerndorf n>ie. viele andere, wenige Iudensamilien mögen es .sein, die noch in diesem . Torte leben. .. Tie Hauptstraße zieht m gerader Linie mitten, durch den Körper des Tvrses und spaltet ihn-in zwei Halsten. Auf dieser Tvrtgane sieben ver- - einzelt Hauier, die ans dem üblichen Nahmen J‘i nataufnahme r das Hessische Gesetz über das Desteuerungsrecht der. Religjonskörperscli<isteu vom 14. Dezember 1923, düs in Artikel 1, Abs. 2 den evangelisches und katholischen Lrtskirclzengcmeinden und den israelitischen Religivnsgemeinden andere religiöse Bereinigungen -gleichsetzt, „soweit ihnen die Rechte einer Körperschaft, des öffentlichen Rechtes gewährt sind". Hieraus ergibt sich, daß die israelitischen Gemeinden, ebenso wie die evangelischen und katholischen Gemeinden, ohne weiteres.als Korperi'ckiaftcn des öffentlichen Rechts anerkannt sind. - ... - , ... 6. Württemberg. . : ” ■ Tas Wiirttcmbergische Gesetz über die -Kirchen vom 3? MäLz 1924 (Reg.-Bl. S. -SS) -bestimmt in. 8 I: -- - ) -> - v ' ■ - - . „M -Tis. - Kirchen. - sind/ -Körperschaft«^, des vüentlichen Rechts. : >2) Kirchen im Sinn dieses Gesetzes sind die . evangelische Kirche-, die kcltlmlische Kirche, und die israelitische Religionsgemeinschaft." Tassetbe Gesetz bestimmt in 8 -: —; ,.M) Tie Kirchengcmeinden sind Körper» : "schatten des össentlichen Rechts. _ - - i2j Kirchcngemeiiiden im Sinn dieses Gesetzes sind die rechtsfähigen Gemeinden der evan» - gelischen Kirche, der katholischen Kirche und der israelitischen RetigivnsMinrin'chast mit vinschlutz . der rechtsfähigen Tochternnh Gesa,ntgcmeinden. (3, Neue Kirchengemeinden .erlangen die Rechtsfähigkeit durch staatliche Anerkennung ans Grund eines Antrags der Lberkirchenbehörde.. Die Anerkennung, ist vsfentlich bekanntzugeben." Auf Grund dieses Gcwtzes hat sich die Israeli- -tische Religiönsgemeinichast Lgürttcmbergs am- 18. März 1924 -eine neue Verfassung gegeben der durch Erlaß des- Württembergilchen - Kultus- Ministeriums vom 2S. Lttärz 1924 die staatliche Anerkennung und Genehmigung, erteilt mordest ist, und die gleichfalls in § 3 bestimmt: „Tie israelitischen Religionsgemeinden sind Körperschasten des össentlichen Rechtst Sie verwalten ihre Angelegeirhciten selbständig .im -- -Rahmen des Gesetze? und dieser-Dcrsassung." 7. Hamlrurx. .. 8 1 der Derfassung der Teutsch-Israelitischen Gemeinde in Hamburg vom'8. Dezember 1924 „Tie Teutsch-Israelitische Gemeinde in Hau,-' bürg ist eine Körperschaft des össentlichen Rräzts. Sie umiaßt Pas "Staatsgebiet Hamburg^nnt Ausnahme deS Amtes Ritzebuttel." (Ein weiterer Aufsatz folgt.) Chronik der Gemeinden Fünfzigjähriges Amtsjubiläum von Rabbiner Winter (Dresden) Es ist eine besondere'Giiade, ein halbes Jahr-, hundert laug Rabbiner in einer Geineiude zu sein. Professor Tr. Jacob L'inter, der dieses irest in dieser Wc>clie in seiner Gemeinde in Tresden fciert/ ift heute ein Greis nahe au 86. Doch wenn das talmudische Lgvrt sagt, „mit 80 Jahren zur Kraft", dann findet es' geivitz in der Persönlichkeit von Professor. Winter seine Bestätigung. In ihm ist noch.die Kraft des Geistes und die Kraft des Willens so stark, daß er trotz allen körperlichen .Schmer»- . zen, den ssölgen eines vor einigen Jahren erlittenen IlnfaUes. seine Amlspflichten treu »itd ge-7 ivi.ssenhaft erfüllte und sich niemals von den Brschiverden des Alters .niiterwerfeii ließ.. Ter/ weiteren Teiientlichteit ist Winter durch seine ivissenschaftliche Arbeit bekannt geivvrden. Tas Sammeliverk „Tie jüdische Literatur", genieinsam mit Professor W ü ii s ch e heransgegebe», 7ist° für . jeden, her das jüdisclze Schrifttum in seiner Gesamtheit überblicken, will, ein unentbehrliches Hilss'.verk geivvrden. Tie halachischcn Kommentare z» den fünf Büchern Moses, Plechiltha, Kommentar zum 2. Blich Pl'vse, Sifre zum 3.. Sifre zum 4. und Biich P!.oie wurden von ihm übersetzt. — Als Iubiläumsgabe,läßt die Israelitische Religiousgemeinde Tresden die UebL-rsetzuug des Sisra im Truck erscheinen. . Schon in einer Iugendsctzrift „Tie Stellring der Sklaven bei den Jubel," zeigt sich seine Vertrantheit mit den literarischen Snelien des Indentnms. Er legte in der Ieschiivnh. den Grund zu seinem Wissen, das er an den jüdischen. Lehrstätten in Berlin und Breslau oervolftonnnnete. Was Winters Schaffen besonders anszeichnet, ist der Ernst, inil dem er an. die Quetlen herangeht, und der ihn sehr oft ans ein schönes Wort verzichten läßt, iim mir ja der Wahrheit des Textes treu zu blejbcn. - Dieser Ernst kennzeichnet astch seine Amtsfüh- . rung. Jeder, der mit Winter vertrant ist, kennt auch einige Anekdoten, die er erzählt hat, oder eine seiner vielen gelstreickieii Bemerkniige». . Eiste dieser Beinerknnge'n kennzeichnet vielleicht sein Wesen besvnders deutlich. Er sagte'oft scherzhaft: „Mein Berns ist Reden, meine Kunst ist Schweigen!" Sein Schiveigeu gehört zu seiner Geivisseuhastigkeit. wie der Ernst seiner Bcrufsauffassüug ihn dazu befähigt, nichts unerledigt >zü lassen. Tie peinliche Ordniing. mit der Winter die Iülle der Amtsgesck)<zfte erledigte, ist bewundernswert. So war auch das Wort, das er , sprach,. stets, genau erwogen . In den 50 Jahren seiner Amtstätigkeit ist Winter wohl niemals auf die Kanzel gegangen,' vlme feine Predigtvorher wörtlich ausgearbcitet zu haben. Tiefe gcrvlsseuhnste Porbcreitling gab allen seinen- Rede.il nicht allein die geschlossene,' abgerundet^ sZvrm. sondern auch die Gewichtigkeit, die dem ernsten Worte zukommt. WaS er sägte und ,oas zu sagen er klug vermied, zwang die Hörer, sein Wort ernst zu nehmen. Oftmals, wenn er einen Menschen getadelt hatte, oder wenn er einer Meinung entgegengetreten war, sprach er hinterher: „Plan muß doch auch bedenken,, welche gute Absicht in dem Plcnschen vochatzden war. Vielleicht hätte ich an seiner Steile genau so gehandelt und gedacht." Tiefer Gerechtigkeitswitle gibt ihm die' Kraft, über den Tinge.» zu stehen, die kleinen Erscheinungen des Lebens nicht zu ernst zu net,men, mit heftigem Ernste aber-das Große des Lebens und der Geschichte zu'sehen. Von den Gerechten,, den st-rommen, . heitzt es: „?iock, im Greisenalter sprossen sie, sind mark'g und frisch." ’ - A. TW. - Ephraim Carlebach gestorben 'v Aus Palästina kommt die Trauerkuude. d^iß in Ramat Gau bei Tel-Aviv der frühere Leipziger Gemeinderabbiner. Tr. 'Ephraim Earlebach. ein Atitglied der weltbekannten Rabbinersamilie. durch einen Herzschlag dahingerasft wurde, nachdem er erst im ssrühjahr dieses Jahres nach Palästina übergesiedelt ist. Diese Nachricht wird in weitesten Kreisen der Iudenheit mit tiefem Bedauern aufgestvmmcn werden, ist doch^mit Ephraim-Carlebach eine Persönlichkeit dahingegangen, die sich durch stärkstes jüdisches Wissen und ausgeprägtes Mhrertum verbunden mit, wärmster - Menschlichkeit auszeichnete. Ephraim Carlebach, der Theologe und Philolöge war, kam vor etwa 35 Jahren nach Leipzig. Mit ernstem ssleiß und stärkster Hingabe'verstand er es, ckich vom Hauslehrer bis zum Gemcinde- - rabbiner und Führer der jüdischen Orthodoxie in Mittelderrtschland heraufzuarbeiten.. Sein urherailsfallcu. Wenn sie auch die Patina ihres Alters nicht verleugnen/ heben sie sich--dvch durch ’ vornehmere Bauart und besondere Note von de.n. INachbarhänsern ab. Breit Und behäbig stehen sie am Strätzenrand. als »volltcu sie die solide Bürgerlichlcit ihrer einstigen Bauherren in die Jahrhunderte tragen. Zierliche Eiseugitterbalkone unterbrechen die Fassade der ziveistockigen Gebäude. Tiefe,..Patrizierhäuser'^sind von Juden erbautderen Nachkommen heute in alle Welt zerstreut sind. -Im Jahre 1357 schrieb der pfälzische Schrittsteller und Dichter Acignst Becker in seinem Werke „Tie Pfalz und die Pfälzer": „Im Klingtake wohnen ziemlich viele Inden, aber nirgends so viel als in In ge uh ei in selbst, das die. stärkste In d-en gemeinde der Pfalz i st. Tie Inden geben dem Orte erst seine rechte Bedeutung, Handel und Wandels und einzelne haben sich großstädtische Häuser im Torfe gebaut." Ein ausgezeichneter Tvrfchrouist. Altbürgermeister Jakob Bohlender beschäftigt sich in seiner „Ortsgcschichte der Gemeinde Jngenheiin" (1932,7 Kautzlerschc Berlagsairstalt, Landau, Pf.) mit den Ingenheim'er Juden eingehender. Nach- Bvhlenders Angaben sind die Inden schon im ersten Iahrhundert nach (ftirisli Geburt im Gefolge der Römer in das Gebiet der heutigen Pfalz gekonimen. Tie auisalleud.stark jüdische Besiedlung des Tsries führt Bohlender Inif die Judenverfolgung, die im. Jahre 1347 in Landau stättfand, zurück. Tie Juden ivurden damals aus Landau ausgewiesen und erst 1517 wieder zugelassen. Tie - Kuriürsteu der Pfalz duldeten in ihrem Gebiete keine Juden,-io daß sie gezwungen waren, gegen Erlegung von Lcibzoll und sonstigen -Souderab-- gaben in kleineren geistlichen oder weltlichen Herrschaitcu sich niederzulaiien. Ter heute, noch vorhandene alte Jude ul r i c d h o fin dem chie Juden der ganzen Südpsalz beigesetzt wurden, besteht schon seit dcul s e ch z e h n t c n I a h r h u n - > d e r t. Tie ersten jüdisck)en Gemeiuderäte erscheinen im Jahre 1820. E">2 wurde die Synagoge. die größte und schönste >» der Psalz, fertig-. gesleur. Bon 1669 ' bis 16Ä4 ist ein Jude. - Bernhard Sloos,, Bürgermeister der Gemeinde, in der die Juden fast ein Drittel der Bevölkerung ' ausmachen. In der Blütezeit der Gemeinde wqren .neben den christlichen Schulen zwei jüdische Volksschulen und außerdem ein von Juden geleitetes Knabeninstitut, das Schüler aus ganz Deutschland und sogar aus dem Auslande an sich zog. Zwischen 1350 und 1330 setzt aber schon Aus- Wanderung iy die Vereinigten Staaten ein. Nach 1880 folgt in großem Ausmaße die Abwanderung nach Landau, Mannheim,. Frankfurt usw. Heute ist die Zahl der Juden auf einen kleinen' Rest zusammengeschmolzen.; Die Synagoge von Jngenhei'm, ein hoher, langgestreckter ..Bau. von dem im gleichen Stile, gehaltenen jüdischen Schulhaus flankiert, fügt sich härmvnisch in den Rahmen des Torfbildes ein. Seine' Fassade ist gut gestaltxt von der Freitreppe bis ..zu den Podesten des Treppengiebels, der auf der Spitze als sinnigen Abschluß die zwei Zehngebotetäfcln trägt.. Das Innere der Shnagoge hat das, was man Raumwirkung nennt. Es strömt die gelassene Feierlichkeit eines klassischen Tempels aus., Höhe und Weite, Platzverteilung, Säulengliederung,-. Fensterbestückttng und Belichtung und schließlich die von Rundbögen getragene Empore der Frauen sind aufs , vornehmste 'zueinander abgestimmt und. zeigen, daß der Baumeister vor 105 Jahren seiner Aufgabe im einer Weise gerecht , würde, die noch heute uneingeschränkte Bewunderung verdient. Engen Fried. 100 Jahre Synagoge in Speyer Tie Iüdisclie Gemeinde Speyer wird demnächst die IttO-Iahr-Feicr ihrer' neuen S y n a g o g e und .der jüdischen Schule begehen. T'e Gemeindezählt heute 190 Serien gegenüber 350 im-Jahre 1925 und 2.70 im Jahre 1933. Jim b.inerischen Regierungsbezirk P i a lZ wurden zum 1. September in vier Städten jüdiiche Sonderklassen an allgemeinen- Bvlksichuleu errichtet: zwei Klaiien in L u d rv i g s h a f e n und je eine in -K a i i e r s lauter n\ L n n d a u und N e u ft ä d t. Außerdem bestehen noch ieit früher jüdische Schulen in Speyer, Pirmasens und R o d a l b e n. ° eigenste? Werk ist die höhere Israelitische Schule in Leipzig, die er begründet'und etwa zwei Jahrzehnte Hindurch geleitet hat. . . ' - - . Mit den Angehörigen, feinen Schülern und ,. einem großen Kreis der - Leipziger Gemeinde trauert auch der Central-Berein. defsen Mitglied Carlebach bis zu seiner Uebersiedlnng nach Palästina war, um diesen Großen in Israel,^ 50 Jahre Synagoge Köslin Ein halbes Jahrhundert steht der stolze schöne Bau der Synagoge zu Köslin inmitten der alten, - , ' baiimunischatteten Wallanlage.. Anläßlich dieses- Gedenktages, fandc am 30. September,-.dem..Vorabend'-des Laubhüttenfes^s, die Gedenkfeier statt. ' Das Gotteshaus e.r.'trahlte ini vollstem- Lichter- - glanz, «reich mit Blumen ge'chiuückt. Tie Feier wurde mit Hümmels „Dir, oh Herr,"se> der Tag geweiht" eiugeloitet. von Arthur Baruch mit klangvoller Stimme vvrgetragen. Der Gemelndcvoriteher Kurt Lew i n gab einen Bericht über die Grundsteinlegung des' Synagogengcbäudes „nd gedachte aller derer, die in den vergangenen fünf Jahrzehnten die Gemeinde und - ihre Äohltätigkeitseinrichtungen in aufopferungsvoller Weise als Beamte, Vorsteher und Vorsteherinnen betreut haben. Bezirksrabbiner Tr. Scheuermann hielt die FestPredigt.- in der er die . Bedentnng des. Tages erklärte und die. Segenswünsche für ein Fortbestehen und weiteres Gedeihen der Synagogengemeinde aussprach. Tie ' würdige Feierstunde klang , mit dem „Großen - Hallejuja", vom Synagogcnchor gesungen, aus. Rabbiner P e r i tz . bisher Schonlaiike, Erhielt einen Ruf als Proviuzialrabbiner nach Marb u r g. Rabbiucr Pcritz war, bevor er nach Schönlanke'berufen wurde,- an der Konservativen Synagoge Adaß Jisrocl in Königsberg (Pr.) tätig. ldeinr!cb-Arnbold-8an in Dresden Ter- Tresdcncr Jüdische Kinderhort hat nü'ümehr ein eigenes - Heim erhalten.. das allen Erfvrdcrnisstn nach .moderner, hhgienischer.. Ausgestaltung und schöner und zentraler - Lage voll entspricht. Durch , die hochherzige Stiftung von Frau Lisa verw. Arnhvld gcb. Mattersdvrff zum Gedächtnis für ihren vor einem Jahre verstorbe- . neu Gatten Tr. Heinrich Arnhold^ konnte unter Benutzung weniger bestehender Baillichkeiten im Hinteren Gelände—des mit der Synagoge verblmHenen Ipachbargxnndstückes Zcnghansstraße 1 ein geradezu ideal schöner Bau für die.Zwecke des Kinderhortes aufgeführt werden. Architekt Fritz B rauer, der auch schon den sehr gelnugenen, Anbau an die hiesige Synagoge eytwvrsen undgebaut hatte, bewies, an dieserneuen Aufgabe iviedermn ftine große Eignung, Bestehendes durch ungewöhnliche Ideen praktisch in ein neues Werk ^baulich aufgehen zu lassen. Wie aus dem großen parkettierten Saale der Blick auf die Brühlsche Terrasse und den „Gondelhafen" genannten Park bis an die Elbe schweifen kann, wie sich . die kleineren Räumewrganisch angliedern — das war bei der Ginweihung allen Anwesenden eine besondere Freude. - «vgar für eine angemessene iln-terbringung der Kleiderkammer des. Wohlfahrtsamts der Gemeinde konnte 'der Neubau einen Raum zur Verfügung stellen. Ter Vorsitzende des Gemeindevorstandes. Max Lesser, hatte in der kurzen Vorfeier in der klei- ■ neu Synagoge mit ehrenden Worten auch der älteren Generation des Hauses Arnhold gedacht, die ebenfalls durch außerordentliche Stiftungen ihre große Menschlichkeit beiviesen hatten, wie cs jetzt seine Gattin zum Andenken an Tr.. Arnhold tat. der selbst stets für alle jüdischen Belange ein offenes Ohr und eine offene Hand und zuletzt auch dem jüdischen Gemeinderat in Trcsden angehört hatte.! ' . Fritz Brauer.übergab nach einem Neberblick über die Geschichte des Baues der Vorstandsdame des Kinderhortes und Stifterin Lisa Arnhold einen kunstgewerblich prächtig gearbeiteten Schlüssel zur Eröffnung des Heimes. Ter Bau selbst war im Eiügangsraum mit Pflanzen um. das Bild Tr. Heinrich Arnholds geschmückt. Rabbiner Tr. W o l f überreichte einen kunstvoll aus Silber getriebenen Mesusa und sprach aus diesem Einlaß weihende Worte über das neue, hoffentlich reichen Segen wirkende Heim.- E. B. Sprachenschule der Berliner Jüdischen Gemeinde Aus der Erkenntnis, das zu-den wesentlichen Boraussetzungen für die Schaffung einer Existenz .in überseeischen LänvernT eine gründliche und \ sichere Kenntnis der Landessprachc. ' meist aber auch — wir vor allem in Südamcrfta — einer anderen Weltsprache gehört', hat die Berliner Jüdische Gemeinde eine Sprachenschule ins Leben gerufen. die die erste und einzige.jüdische Bildungsstütte dieser Art in Teutschland ist. In einem einjährigen .Kursus soll jungem Menschen im Alter von etwa 17 bis 25 Jahren die Beherrschung der beiden Sprächen E u g 1 i s ch. und S P a n i s cy . .vermittelt werden. Bon Montag bis Freitag werden tätlich fünf Stunden erteilt, davon zwet in jeder --vrache. In der fünften Stunde soll neben der teckmischen Ausbildung in Maschinenschreiben und Kurzschrift ein Einblick in die wirtsckiastlichen Verhältnisse der fremden Länder vermittclt werden. Borkeuntnissc im Spanischen iverden nicht voraiisgesetzt, dagegen ist eine gewisse Grimdkeuntnis des Englischen für die Aufnahme in die neu gegründete Sprachenschule notwendig. Ter Iutensivkursus beginnt am 1. November. Anmeldungen', -und nähere Auskünfte: Pr'vate Handelsichiile der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Berlin-Charlvttenburg, Joachimsthaler Straße 13. \. 7 . g. Auswandererkurse des Hilfsvereins. Ter bilss- - verein der Juden in Tentsckiland gibt bekannt, daß Anfang 'November neue Kurse für Anfänger yud Fortgeschrittene m Englisch.' Spanisch und . Portugiesisch .(Brasilianisch) beginnen, ferner Souderkurse im kau-ünännischen Englisch, und in englischer Kurzschrift. 'Meldungen nur' Berlin W 5.0, Ptärburger Straße 5 III; 11 bis 13 Uhr, , 15 dis 18 Uhr. Tejephon: B 4 0484.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.