Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 41 (8.10.1936)
- Date
- 1936-10-08
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Paläsima-IImselian der C.-^-Zehuwg^| Bericht zur politischen Lage Die neue Order in Council Das grosse Ereignis der vorigen Woche bildet die bereits in .unserer letzten - Ausgabe in ihren Grundzügen, veröffentlichte Tatsache., dass die englische Regierung in ihrem Amtsblatt ■ von.) 29. September eine Kundgebung betr. „Verkündung des Kriegsrechts in Palästina“- erlassen hat. - Das-ausserordentlich wichtige und. für die künftige Phase der Auseinandersetzung entscheidende Dokument, das aus Schloss Laimoral vom 26. September 1936 datiert ist, ist vom König von England gemeinsam mit Lord Wigram und den Ministern Sir John Simon. und Ormsby-Gore abgefasst worden. Es bildet; das Ergebnis des Kronratsi von dessen Zusammentreten wir in .voriger Woche berichteten. Es trägt den Titel „The Palestine Martial Law (Defence) Order im" Council 1936“ und jst dazu bestimmt, die bereits. bestehende „Palest ine-Defence-Örder in ‘■'Council von 1931“, auch „Hauptverordnung“ genannt, zu ergänzen bzw. abzuändern. L Es handelt sich bei der neuen Order in Council um ein Gesetz von iaussergewöhnlicher Schärfe. Es enthält Vollmachten, die den Oberbefehlshaber ,im Falle der Verkündung mit einer, diktatorischen Gewalt von nahezu unumschränkter Geltung ausstatten. Besonders, beinerkenswert ist, dass die Möglichkeit einer Berufung gegen die Urteile der Militärgerichte, wie sie im gewöhnlichen Kriegsrecht vorgesehen ist, im Falle des Inkraf.ttretens;der Martia>l Law. Order nicht gegeben ist. Es ist deswegen nicht zu verwundern. dass auch in der englischen Presse allenthalben der ausserordentliche Ernst "der Lage in Palästina zum Ausdruck kömmt. „Daily Mail“ spricht davon, dass inan in diesen umfangreichen Massnahmen und in der Tatsache*-' dass ein-so abgerüstetes Land wie England unter grossen Kosten rund 24 000 Mann mobilisieren musste, um der Unruhe in Palästina Herr zu werden, die Folge davon zu sehen habe, dass die 'englische Regierung vom Völkerbund ein undurchführbares Mända’t übernommen habe. In den übrigen Zeitungen überwiegt gegenüber den Bedenken die. Zustimmung dazu, dass die Regierung sich endlich^zu drakonischer Strenge aufgerafft habe. . Aber noch kein Kriegszustand . Dem .Erlass der Kriegsrechtsorder sowie der Stimmung der OeffentHcbkeit widerspricht " einigermassen die Tatsache, das« trotz der Pro-: klamation -in der englischen und auch in der palästinensischen Presse-1 in Wirklichkeit die Verhängung des Kriegszustandes in Palästina immer noch nicht stattgefünden hat. Die Martial Law Order macht ihr Inkrafttreten von der Verkündigung durch den High Commissioner abhängig, und es schien sofort, als ob durch diese Verzögerung noch einmal in letzter Stunde den Arabern die Möglichkeit gegeben werden sollte, dem Vollzug der .schwersten Strafmassnahinen durch ein Abblasen des Terrors zuvorzukommeii. ' Da sich Anzeichen für eine: solche Gesinnung auch unter dem. Eindruck der Kriegsrechts.r .Proklamation-nicht zeigten, griffen.die englischen Truppen zu; einer letzten Möglichkeit, den Kriegszustand zu vermeiden: sie gingen an mehreren-; Stellen zur Offensive' über ipi'd ver.sucli.ten'. durch eine Vornichlungsaktion -gegen arabische Terroribandeh - die. Nester der Un-puhcslifter unschädlich zu .machen. Unterstützt wurde diese . Veränderung der Taktik durch die hermetische Schliessung der Grenzen Palästinas, die dazu diente, den- Waffenschmuggel aus den Nachbarländern zu verhindern..' ' . Arabische Stimmungen Im arabischen Lager waren inzwischen Bh.- . -Strebungen im Gange, durch die autoritative Erklärung mehrerer arabischer Könige eine neue Kutschliessuug zur Streiklage und, wenn möglich, den Beginn einer Vermiftlüngsaktion herbeizufiihren. Dens Anlass zu, dieser neuen Aufroll'ung . des Problems ging von den arabischen Pflanzern aus, die im Interesse ihrer. Betriebe-zur Zeit des Beginns der Orangenei nte eine Beendigung des Streiks dringend wünschten. Die daraufhin einberufene Sitzung des obersten arabischen Komitees, an der auch ein Vertreter König Ihn Sauds von Zentralnrabieu teilnahm, -wurde jedoch dadurch ein Misserfolg, dass König Gazi vom Irak endgültig bekannt geben liess, dass er nicht bereit sei, seine Unterschrift unter.eine Proklamation an die palästinensischen Araber zu setzen, in der zum Abbruch des Streiks geraten würde. Das Min- und Jferschwanken der Hoffnung, .auf das Ergebnis der Konferenz, die: Enttäuschung heim vorläufigen Misserfolg und die Erwartung' weiterer Verhandlungen fand ein exemplarisches Symbol darin, dass vorübergehend Führer tler arabischen Streikbewegung aus dem Konzentrationslager' in Sara fern! entlassen wurden, uiii an den Beratungen teilzuneJimen. Nach dem. vorläufigen Scheitern der Verhandlungen wurden die Araber wieder für einen Monat ins Konzentrationslager geschickt. Die Haft de« arabischen Führers Hassan SidkyDnjani, der zurzeit in einem Krankenhaus.. In -Jaffa interniert ist, wurde verlängert. Nichtsdestoweniger 1 "gehendie Kombinationen, die von einem gemeinsamen Schritt arabischer- Könige und sonstigen .Verband- Ölungen und Konferenzen eine Entspannung der Lage erwarten, wejter. Vertreter der aus- * ländischen Presse wollen von einer Konferenz wissen, die unter dem Vorsitz des High Convmissioners stattgefünden habe, und, an der Vertreter der Könige Ibn Saud und Gazi vom Irak sowie des Emirs Abdullah teilgenommen haben sollen. Darin sollen die Araber erneut erklärt haben, dass eine Round Tat de Konferenz mit Juden erst dann in Betracht kommen werde, wenn die Juden ihre Hechte als Nation in Palästina aufgegeben haben würden. Im übrigen kursieren Gerüchte über eine bevorstehende Zusammenkunft zwischen dem Präsidenten der Jewish Agency, Dr. Chaim Weizmann, umi einer hervorragenden Persönlichkeit der arabischen WeH. wobei an «len Ausseiuninistef des Irak, Nun Pascha, gedacht "wifd, . - , - : - Gerade in den letzten Tagen haben die Ei> < Wartungen einer baldigen gemem-auien Pro- .*. klamation r der -...arabischen Herrscher - wieder, sehr bestiurnfte Formenangenommen. Es verlautet :sogar schon der angebliche .Wortlaut--des*- Aufrufs, der veröffentlicht werden solle. Nach einer Einleitung, in der dem., Bedauern über die Terrorakte in Palästina um! über das Blutvergießen Ausdruck ".gegeben werden w ü£de, würden die .arabischen Herrscher - versprechen, für die Zukunft der Araber Palästinas Sorge zu tragen. Alsdann werde eine Aufforderung an die Bevölkerung folgen, «l.i-e Terrorakte zu beenden und sich auf den guten Willen Englands zu verlassen. ln .-Zusammenhang' mit diesen letzte» hoffnungsvollen Kombinationen stellt - wohl auch die Meldung, dass die. Aussichten füc eine Amnestie, von der «las oberste arabische Komitee die Einstellung «les Streiks abhängig-gemacht halie, nicht ungünstig seien. Ein Lösungsvorschlag der „Times“ ° Der Umstand, dass man weiter auf arabische1 Initiative baut und trotz der Proklamation des Kriegs,-echt?. die dem. High Tommissioiier «las enIs«■ hei«lende—1-nsl-mmerd—zur .endgültigen Klä- rung der Lage an Hand gibt, noch immer mit . seiner Anwendung zögert, macht verständlicher- - weise die englische Hegierüng -weiter zum.Objekt scharfer öffentlicher Kritik. In einer der letzten Woche,lausgabe» der ..Times11 findet sirl). ein ■ - Vorschlag zur Hegelong der unmöglichen Zustände in Palästina, der ebenfalls von einer.starken inneren Unzufriedenheit mit der politische» Situation getragen ist und wegen seinen tedweisen Originalität Interesse verdient. . Vielleicht gibt Vs. schreibt E. Bevan in der „.Times“, für das Dilemma eine - Losung, >9«*. - wenn «lie .Menschen -vernünftige Wese» wären, Aussicht- Huf Erfolg hätte. Irak, das ehemalige 'Babylonien, war im Altertum eine der Haupt-- 1 kor»kämmetii der Welt; grosse und alte Städte, endlose Felder und Gärteft «lehnten sich an «len Ufern zahlloser Kanäle. Noch unter der Herr- ’ Schaft der Mohammedaner 'war «las LaiuKreirh und bevölkert, bis die Mongolen im 13. Jahrhundert die Bevölkerung aiisrotteten' und das System der künstlichen Bewässerung des Landes : in Verfall geriet. Bevan hat in einem vor 20 Jahren eisrhienenen Buch (..The Land of the Two Rivers11) aus-.' geführt, dass, die Schwierigkeit, das Fand zu spiner früheren Blüte zuriickzufiihren, in der zu geringen Bevölkerungsdichte läge. Während . Babylonien etwa 7 bis 8. .Millionen Einwohner hatte, wohnen heute dort nur etwa 2.ö Millionen, von «lenen ein Teil llalbnoiuaiten sind.- Mm kann das alte Kanalsystem, von dem riorli manche ' Reste erhallen sind, nicht wiederherslellen. wenn man nicht genug Hände hat für dm, Bau und «lie Betreuung der Felder. Da die vorhandene Befüäket Betyfoäu jjfotaft Jtiditt der ' Vii - der Land i Beu rabi* yölkerutur arabisch ist, ■■ müsste es auch _ etwaig«1 Kmwani-Ierung >mn. So* entstellt paradoxe ZusIiuhI, dass - m t'iitnstiiin eine tu-«-!,e Ib'volkerung \on 800 000- Meu.-.rhm, "Jud«*» im Weg«1 stellt, ihre alt*' Heimat w zu lu'Wdlinmrr und ".mf dm- ■anderen Seile Wiii^te. öOO -.Meilen" ifacli Oste», schreit e-in von unendlirhen Mi>gliclike:teii »ach einen volkerimgszuwaclis von 4 bis ö Millionen sriier Menschen. Das nein* Irak, so möchtenw ir die Ausführungen Bevans ergänzen,. diat -nicht, nur ‘ diese ■ Möglichkeiten ■ landwirtschaftlich«*,* ■ Art, sondern infolge seiner sich immer starker entwickelnden Erdölindustrie bahnt.sich auch eine industrielle Blüte in Mesopotamien an, deren Bedeu- - lung sich schon in wenigen Jahren zeigen wild ■mid «lie zurzeit in Palästina1 durchdie Enlölleibmg von Kil’kuk narb Haifa horvo,-gehoben wird. . Die Initiativ«’ zur Aufforderung i,„ «lie :«ralusche Bevölkerung Paläslinas niii.-ste. nach- Meinung Bevans, von «1er Regierung des Irak ansgellen, damit, jeder Eindruck eines Zwanges" vermiede» w ird, w as dann der Fall wäre, * w enn die Regierung.»des Irak dem umsiedelinlen Araber l.elu-nsltalltuig in Au.-sidil stell könnte als in Raki; B«*i einer ZiisaniiiimiknnFt: «I-, emglisdien Laliour-Party in New castle w.-indlmi sich I 'ol-ouel W.xlgwo.id sowie »ler euglisclie Archäologe Guv ebenfalls mit grosser Schärfe gegen die Fehler . der Palästina-Verwaltung. Si«* I..-z.-ichn.-I.-n den aratiisclieii Streik als «Ins Werk einer skrupellosen Minderheit. «las -dazu fuhren .könne, «la-S die Iteiligmi Blatten der ('In is|eiili<>it unter vorwiegend mnhaiiiiinidaiiisrln* Macht geriidmi. Das efilzige Mittel, das «lie' AuM'innn.Ierselzmig . sclmell /.»gmisl«*» Englands «‘iilscliieden' hiitt«1, wäre die-'. Aufstellung <»in«*r stiimligeu‘jiidisrlum Weh.rmarht linier dem Kommando miglisrlier umi jüdischer Offiziere gewesen. Zwischen Juden und Ara herb' müsse voll«1 Gleichberechtigung he,-gesiebt werden,-so dass.es keine1 ll«*rrs(4>er— und keine Belierrschlmi gälie. Das aber sei nur dadurch möglich; dass man de» Juden «las Recht der Selbst wehr gäbe. Das Jahr 1.936 beweise in einem grossen Teil der Welt., dass . das Gewehr wichtiger geworden sei, als der Stimmzettel. ■ , Kritik eine« amerikanischen , Senators Auch in Amerika selzl der Senator Royal S. Copelarirl in smner Aufsatzceilie iiber die Lage in Palästina du* Kritik an der. ongfisrlien Palästina-Politik fort. < ..,n-Ia,i.I spricht davon, dass es in Palästina zwei Strmks gäbe: nicht nur den Araberstreik, sondern auch einen Streik 1 dm1 Mandalarniacbl, „gegmi di«*, richtige, Handlialnmg der Justiz“. Copelan«l [ordert ein lim- Die erste naturwissenschaftliche Forschungsreise nach Palästina v Im Sommer 1747 nahm in Upsala an deny°rlesiingen des berühmten Botanikers Kafi Linne über KTäutej;kuude ein iunger Mediziner, Friedrich Hasselquist. teil. Bei diesen Vorlesungen \ynrde von Finne die Bemerkung gemacht, dass „dje N'almge^ schichte des Gelobten Landes bis jetzt unbekannter wäre, als die der entlegenen indiseben "Lander, obsehon die Naturgeschichte eines so merkwürdigen Landes, so unentbehrlich sei. und von dem grössten Theologen und gelehrtesten Philologen sehr gewünscht würde, weil sie bei allein Fleisse und Mühe, die sie auf die Philologie der Heiligen Schrift verwendeten, nicht hoffen durften, darinnen zu einiger GewissheiVzu kommen, solange nicht jemand in dem Lande selbst die Gewächse und Naturalien, die das Land .'hervorbringt, beschriebe. Friedrich Hasselquist fasste den Entschluss,, diesen Stein aus dem Wege zu. räumen und sich durch nichts hindern zu lassen, die Naturgeschichte von Palästina aufzuklären.“ So schreibt Linne in der Vorrede zu den Reiseberichten des jungen Gelehrten, die er auf .Befehl der Königin von Schweden herausgegeben hat und die im Jahre 1762 in deutscher Uebersetzung erschienen sind, und er'fährt fort: „Seinen gefassten Entschluss entdeckte er mir kurz nachher. Ich verwunderte mich über seinen Vorsatz und stellte ihm den weiten Weg, die vielen Gefahren, die grosse Mühe und die grossen Kosten vor, die mit dieser Unte r neh muii g^lnTrdgfr-’verkni IpfE-siii n. Ich erinnerte ihn an seine schwachen Leibeskräfte und besonders an seine schwache Brust, da er bereits Anfälle von Blutsturzüngen erlitten. Dadurch unterstützte er seinen Vorsatz noch mehr, weil einer schwachen Brust auf keine bessere Art als durch Reisen und Veränderung des Klimas könne geholfen werden. Er bestand sosehr darauf," Palästina zu besuchen, ' dass er sagte, er könne seinen Vorsatz nicht fahren lassen, wenn er auch zu Fuss ,dahin-gehen sollle. . . . Fr iilterzeugte seine Landsleute,, einiges (leid aufzubringe.n, hielt - bei der. mrfclizinjsclien Fakultät um einige Unfeiv stülzuiuz an, die er sowohl von iitr wie von der juristischen erhielt, ebenso bekam er in Erwartung seiner Forschungsergebnisse ein Stipendium . von der philosophischen und -theologischen Fakultät. Fr lernte arabisch und andere morgenländische Sprachen und. damit diese Reise seinen akademischen Absichten nicht im Wege sein möchte, so legte er die erforderlichen akademischen Proben,ab, um abwesend die akademischen Würden erhalten zu können. 1 nt Frühling 1749-ging Hasselquist nach Stockholm, nachdem er bisher in Upsala studiert hatte, .«nd hielt dort, ebenso wie sein Lehrer, Vorlesungen über Kräuterkunde. Am 7. August 1749 trat er die^langersehnle und langvorb'eqeitele Reise nach Palästina an, zu der ihm die levantinische Handelsgesellschaft freie Ueberfahrt auf einem ihrer Schiffe ermög-, lichte. Nach dreieinha'lbmonatiicher Reise kam er am 26. November glücklich in Smyrna a.n und ging von .dortTiber Alexandrien und. Rosette-nach Kairo;, dort hielt er sich fast ein-Jahr auf, um in dieser Zeit ganz Aegypten auf mehrfachen Reisen gründlich kennenzulernen. Linne weist darauf hin, wie .wichtig seine Mitteilungen über das sonderbare ägyptische Klima seien, über seine Besuche hei den Pyramiden, in den Miirmengräbern berichtete er ausführlich, ebenso über das sonderbare Steigen und Fallen des Nils, und -sammelte während dieser Zeit die seltensten Naturalien.“ „Alles dieses berichtet er mit weil grösserer Genauigkeit als alle diejenigen angewendet hatten.' welche vorher dieses Land besucht. In all dieser Zeit wechselte er häufig Briefe mit seinen Gönnern in Schweden und füllete sie mit den vortrefflichsten Beobachtungen und Anmerkungen an,' die in den gelehrlesten Zeitungen -Her Welt mitgeleilt wurden.“ Während'seines Aufenthaltes in Kairo wurde IlasseIqni-T zum „Doclor der Arztimygelalirtlieir proklamiert, nachdem er schon vorher in-Anerkennung. seiner wissenschaftlichen Arbeiten von den königlichen 'Akademien zu Stockholm und Upsala zu ihrem Mitglied»- ernannt war. „Als nun ’ in dieser Zeit Dr. Hasselquisl, der an einem so teure» Orte lebte, wo man keinen Schritt ohne Unkosten tun kann, zu seinem. llut«*r!ialt und zur Fortsetzung seiner Reise Geld iiötig hatte, so sali man mit'Verwunderung, wie grosse Vorsorge unsere - Nation' («lie schwedische! zur Unterstützung eines so würdigen, Mannes trug,da alle die, web. die die Wissenschaften lieben, verseilie^ ydene, Male freiwillig zusammen sch osse n, so dass -der Betrag sich in kurz«*!1 Zeit auf 7000 Thaler Kupfer belief, ein Beispiel, «las man schwerlich uhter den reichsten Nationen finden'möchte.“ Im März verliess Hass«-!,,»ist Kairo und reiste über Dämiette nach Palästina, wo er in Jaffa fünf. Tage, später landete. In Dannelle' leben hach s«'iner Frzäiilung Juden in ziemlicher Anzahl, als Geldwechsler. Finige haben Vermögen,--die meisten sind arm, sie haben keine Synagoge, dalier findet ihr Gottesdienst abwechselnd in Privalhäusern statt. Am 1. April 1751 warf llasselquists Schiff vor Jaffa Anker; da die Stadt.keinen-Hafen, hat, müssen die Schiffe auf offener Reede liegen und bei geringstem Unweiter in See gehen, und selbst die Boote konnten wegen des seichten 'Wasser*: nicht landen, so dass die" Reisenden an _Land getragen werden mussten. Für di«* Freiheit, ans Land zu steigen und nach den heiligen Gerte in zu reisen, mliss ..jeder Franke’-(Europäer) 22 Piaster. .Zoll an «len türkischen Einnehmer bezahlen. Die Landeseinwohner. Armenier, Griechen und andere, bezahlen nur die Hälfte. „Da aber von diesen jährlich 4000 Personen ankommen, ohne die Jude,, ans der ganz«1,. Well, «lie ebensoviel an>nia<'hen, so kann man mulmassen,- dass diese ■ Einkünfte für die Türken sehr befräclillich sein--müssen.. Fs ist auch «las einzige, «las sie aus eiiuMii 'ungebrauchten und unbewohnten Laude ziehen können. Di«*se Einkiinfle sind grösslenleils durch.Tesfani''iil«‘ nacli M«d<l<a vermacht.“ Bei dieser G«‘|egenlieit macht Ilasseh|uistdir» - sarkastische Bemerkung: „■Fine besondere llauslialliiiig, die Mittel, die map aus ei n <■ m Aberglauben zieht, an einen anderen zu verwende,,.“ Von .Jaffa rill Ha->el«|ui.st 'nach -Jerusalem,-«Jas linier seinen Einwohner» 20 000 luden zählt.. Auf dem Wege nach-.lerusalein hat'er fleisTig botanisiert um! sich ebenso über die biologische», klimatischen und zoologisch»-,, Verhältnisse unterrichtet. Jerusalem und seine .i,iih«»r«» Umgebung wird ausführlich beschriebe»: „Das jtidisc1,e' Fiauenzin,m«*r «lnrf liier mit entblösstem Ange>iclite gehen, welches «lie .'•Türken befohlen haben, damit sie von «len, türkischen Franenzimmerir zu uoli'rschei- «len sein möcliten. Di«* .lud«*n allhier sind grösstenteils arm. \y«.*il sie nicli.t Gelegenheit liahen, Handlung zu .Ir«*i.l,eii. Sie haben . kein anderes Erwerb .als was sie von «len Pilgrimen ihrer Nation ziehen,-die aus allen- Winkeln der FnK* koinimoi. ihren väterlichen Silz zfi verehren,. I)cr vornehmste' Bahhi hat «-,',, grosses Einkommen von all«;,, seine,, Bs'Iigioiisvrwan«Ile» i„. «h-r "ganzen Welt, wovon die Türken «Jen grössten Vorteil ziehen, auf deren.Altar die .Juden sowohl als andere Religio,isverw'andte fette Opfer bringen; müssen, wenn sie ihre Heiligtümer in" Ruhe küss«», .wollen.“ Weiler beschreibt er in Jerusalem die Feier des christlichen. Osterfestes und macht von dort kurze Exkursionen nach Jericho zum Toten Meer n,i(i anderen biblischen Orten, immer eifrig bemüht, Tier- und Pflanzenwelt.genau zu studieren und für die .heimischen Sammlungen zu erwerben. Er erzählt vom Tempel Salomos und der Stadt Silvia, wo Sa-