Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936)
- Issue
- 41 (8.10.1936)
- Date
- 1936-10-08
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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begriff zu entwickeln, von dem der Staat feine Rechtsstellung mir, lehensweise ableilen könne. Auch im internationalen Privatrecht verdränge der jüdische Gelehrte und Schriftsteiler konkrete völkische Begriffe durch all- »gemein-meuschheitliche Begriffe oder durch' . den. Versuch, überhaupt ein jüdisches internationales Privatrecht zu schaffen. Staatsrat S ch nri t t machte zujedem Einzelrefcrat ergänzende und verdeutlichende . Bemerkungen. So unterstrich er die Ausführmrgen eines Diskussionsredners: nach dem die Weimarer Verfassung durch Walter Rathenau vor ihrer Einbringung in die - Nationalversammlungeinem jüdischen Orden-/ zur Billigung vorgelegt worden sei, durch- . einen Hinweis darauf, däß -die Geschichte der Grundrechte der Verfassung nur unter dem Gesichtspunkt der Geschichte der Freimaurerei zu betrachten sei, wie überhaupt der ganze liberale Verfassungsbegriff und der Konservativismus des 19. Jahrhunderts chus den Logenverfassungen / des 18. Zalirhunderts stamme. Zu dem Referat über Zivilprozeßrecht, das bei einzelnem Streitfragen jüdische und arische Autoren als Vertreter beider Auffassüugen-feststellte und zur Vorsicht bei der weltanschaulichen Beziehung der einzelnen,Meinungsäußerung mahnte, bemerkte Staatsrat.Schniit.t: Es sei unter allen Umständen ein Unterschiedob eine Ansicht von einem Juden oder einem Deutschblütigen geäußert werde. Es sei deshalb, inhaltlich gleichgültig, was ein Jude sage und otz. er zusälltg dasselbe sage wre ein Deutschblütiger. ein Jude. Dann, wisse man, daß die Auseinandersetzung ganz etwas anderes sei, als wenn man es mit einem Volksgenossen zu tun habe.;■; der C.*V--Be*regung . Tie' Vortragstätigkeit '.im Landesverband Ober- " f.rfjicfien hat diesmal bereits vor den Feiertagen eingesetzt. Tr.. Jsmar if t e u n d (Berlins. Mitglied des Hauptvorstandes, sprach am "7. und 8. September in B e u t.h e n und H i n d c n b urg über das Thema „Religion — Nation", am fvlgendencTage in G l e i w i h über „Unser Weg". Seine auf zum Teil neuen geschichtlichen Forschungen aufgebauten Darlegungen^ zwangen zu manchem Widerspruch regten aberüberall die Geister zur Uebcrprüfungunserer Anschauung an. Tagelang bildeten die ^lnsführungen Tr. Freunds den, Gegenstand lebhafter.--ZluLLmaüdersetzungen.- Und die- Ausfbrache darüber hat - die Frentlde , enger an den E.-D, geschlossen. X Am 14. September hielt Rabbiner Dr. K e l ler in der B eut H euer Ortsgruppe einen Vortrag. „Einführung in,die Feiertügsgebete". Tas Interesse, mit dem die zahlreich Erschienenen seine Ausführungen ausnahmen, gab denen recht, die auch die Aufnahme ausgesprochen' religiöser Themen in das Vortragsprogramm des C.-V. ge- —wünscht hotten, . älm gleichen Abend fand in Als Tagungsergebnis bezeschnete Staatsrat S ch m i t t r Tie Erkenntnis einer notwendigen Vertiefung der rechtshistorischen Arbeit über das Judentum. einer Durchforschung des jüdischen Rechts. Alle Referate - feien qus die Besonderheit des jüdischen . .Gesetzesdenkens gestoßen und seilte Polarität von'Ehaos und Gesetzlichkeit, die es im positiven Sinne für völkische Geistigkeit unfvurfitbar und steril mache, im negativen Sinne sie aber zersetze, wenn nicht'' der -endgültige Trennungsstrich gezogen werde. Das Judentum habe dem deutschen Recht in der Sache . nichts z,l sagen; es stehe zu seinem schöpferischen- Wesen nur in parasitärer, -taktischer./ händlerischer Beziehung. Entsprechend den Leitsätzen Ministers ,Tranks habe die Schrift» tumsstclle des Reichsrechtsäints ein Berzeichrtis der jüdische^ Autoren bereits begonnen.- Diese. bibliographische Aufgabe erfordere höchste Exaktheit, sei schwierig, aber trotzdem zu bewältigen. Auch das Problem der Zitate jüdischer Autoren dürfe nicht als.äußerliches) sondern als sehr ernsthaftes Problem für die / sichere Führung des Nachwuchses angesehen - werden. —" ' . ' ' ' In einein Telegranun-an Minister Frank sprachen die Tagungsteilnehmer ihr Bekenntiiis zu seinen Leitsätzen aus. Gauleiter I n l i u s S t r eich e r , der durch ' den Staatsakt auf dem Bückeberg an der Teilnahme verhindert war. hatte der Tagung telegraphisch einen Gruß übermittelt. Tie einzelnen . Vorträge werden in einem geplanten Uammelband^im Wortlaut der Oefsentlichfeit vorgelegt, werden. Oie Mlliscben Aerzte in Berlin seit 1933 Im Aerzteblatt für Berlin gibt Tr. H. Grote einen Rückblick ans die Berliiier ärztliche Organs, sationsarbeit-feit 1030. Tr. Grote, der mit der Leitung der Berliner kassenärztlichcn Lrganiiativnen betraut ikt'. teilt mit. daß. etwa 70 bis 80 Prozent der Berliner Aerzte vor t 003 Juden geivesen seien. Nach der am st. Oktober 1000 ermittelten rassischen Zusammensetzung seien %’ Berlin von insgesamt 6558 Aerzten 3-120 oder - 5^.2 Prozent Juden gewesen:, zu diesem Zeitpunkt aber von den 3481 Kassenärzten 2077 oder 50,7 Prozent Inden. Tie letzte Zählung der Berliner Aerzte ans dem Jahre IMS habe eine Ge- .samtzahl von 6277 ergeben: hiervon seien 2143 oder 3.4,2 Prozent jüdisch gewesen. Tie Zählung Hut 33 Pfennig Jm tkoMi ■ kostet die C.-V.-Zeitung. Wer sie noch nicht liest, bestell t sie mit di esre m Bestellzettel. der Kastenärzte habe eine Gesamtzahl von. 2068. darunter 1150 oder 38,8 Prozent Inden erwiesen. Tr. Grote erwähnt d^n herrschenden Einslutz .des Judentums innerhalb der früheren Leitungen der ärztlichen' Organisationen. Aus "dieser Tatsache sei cs verständlich, wenn die ärztlichen Organisationen keine auf höhere völkische Belange abgestellte produktive Arbeit für die Bolksgesundheit, aber auch für die Aerzteschaft haben leisten können. Erwähnt wird n. a. weiterhin die Gründung des. Bundes deutscher Aerzte Berlins als Gegengewicht gegen das jüdische Element. atibo r eine Versammlung gemeinsam mit. der religiös-liberdlen Vereinigung statt, in der die Mitglieder um ihre Stellungnahme den bevorstehenden Gemeindewahlcn befragt wurden.« —. Die Ortsgruppe N e i tz e eröffnete ihre. Winterarbeit am 10. .September mit einem sehr gut besuchten Vortrag von Else Kaliski (Breslau) „Ein Kind guckt in die Welt". Tie Vörtragende berichtete über ihre Englandreise und die^Ersahrungen mit den englischen Auswandererorganisationen. Zu Beginn der Versammlung hielt der Vorsitzende. Tr. Redlich dem in Neiße verschicdencn verdienten Iugendführer Ernst Rawak ans Gleiwitz einen warmherzigen Nachruf. —?tm 3, Oktober berief die Ortsgruppe B e ü.t hen ihre Mitglieder und Freunde zum drittenmal zusammen, und zwar zu einem.der in regelmäßigen ZWstünden geplanten _ Ausspracheabende über aktuelle Fragen. Diese Veranstaltungen sollen gleichzeitig durch gemütliches Beisammenscin. dem engeren Zusammenschluß in unseren Reihen dienen -Ernst B e h r e n d t. Mitglied des Hallptvorstandes des C.-V.. nahm die Umbenennung des Vereins zum Anlatz, um über Idee - und Arbeit des- Jüdischen C,°V. zu sprechen. Der Landesverbandsgeschäftsführer Dr. J a k o b o w i tz berichtete anschließend über interessante Fälle aus . . Arbeit des Landesverbandes. Am Schluß spielte die Lrchcslervereinignüg aN's den drei Industriestädten mnter ^Stabführung der Herren Herper (Beuthen) und Sanitätsrat Tr. Dlumenfeld (Gleiwitzl Stücke von Händel und Mozart und ^and dankbaren Beifalls Nicht Worte...— Taten-laßt sprechen. Nur Taten konnen-helien, Not lindern und. Gutes tun. An-' den -Abenden unserer C. - D. - I u g e n d> A r b e ät s- G e m e i n sch a f t G l.e. iw i tz .. haben, wrr darüber ^debattiert und einen Weg gesimdcn, . jüdische-Not nach besten 'Kräften zü mildern. Worin wird diese Hilfe bestehen, wie wird sie durch» geführt werden? . Tie Jnngens und Mädels, unserer Arbeitsgemein sä^r st. rverden zu dieser Aktion, die den Winter über durchgesührt werden wird, heran-, gezogen. Jeder vonuns mutz das. tvas er an Lebensmitteln irgendwne entbehren kann, unseren : Hilfsbedürstigen zur Verfügung stellen, und jeder von uns wird von.seinem Taschengeld' zusteuern. um helfen, zu tonnen. ._ _ zum Arbeitsabeild zu spät kommt, etwas in die Kasse zahlen, ein. anderer wird an diesem Abend eine Zigarette weniger rauchen. Auf' diese und andere Weise overden wir Geld zusammenbekommen, mag. es auch eine vcrhältnismähig -kleine-Summe sein.. Wesentlich ist aber, daß jeder Junge,nnd jodes'-Mädel. von Herzen gibt, datz sie opfern, daß 'sie etwas entbehren müssen und es' in dem Bewußtsein geben, anderen,, die noch weniger haben, ein klein wenig geholfen zu haben. Ter Sinn diesex Zeilen soll nicht der sein, uns dieser Tat etwa-zu rühmen- Wir'wollen Borbild sein, die aufrütteln, die die Notzeit Noch nicht verstanden haben, die dem Wort von der Hilfsbereitschüft die Tat nicht folgen, lassen.^ Kwl Schwarz, Glehvit* O.-S. ■" ' V ■ / _Die nächste Veranstaltung im Nahmen der Kulturarbeit des C.-V. in Lberschlesien findet am 13. Oktober. 20 Uhr 30 Min. im Gemeindesitzungssaal in Gleiwitz, Niederwallstratze.9, statt. Rechtsanwalt S chl e s i n g e r und Rabbiner Tr.. O ch s sprechen über „Die sozialwirtschastliche.Ge» setzgebnng im 2. Buch Moses". Tie Mitglieder mit. ihren Angehörigen werden hiermit eingeladen.. 5sn6s'n 5is mir bis out Widernufdie C.-V>Z«ltung 99 Pf en n i g für Oktober, November, Dezember zuzüglich einer einmaligen Verspätüngsgebühr von’ 20 Pfennigen zahle ich bei Vorlage der Postauiftung an den Briefträger. Die "erste Nummer des Monats wird mir nachgeliefert. Ort:-— ytusschneiden und mit 3 Pfg. frankiert (oder auch unfrankiert) senden cm: C.-V.-Zeitung, Vertrieb, Berlin W 15, kmsqr Str. 42, J 2 Oliva 8141. Arier und Nichtarier ' In einem Aufsatz „Ter Kreis. der arischen Völker" („Neues Volk". Blätter des Nassen-' politischen Amtes - der NSTAP., 4.. Jahrgang. Nr. 9) erklärt Tr. Erich Ritter, daß es keine Arier in dem Sinne gebe." rn dem es "Deutsche, Franzosen und Engländer gebe. Alan folge, wenn man von arischen Völkern rede, lcdiglicheiner sprachwissenschaftlichen Bezeichnung, Europäische Arier sind — wie Ritter seststcllt —. von Osten nach ÜOesten überblickt, die slawischen, die g'erinanischen. die rviuanischen nird die keltischen Sprach- und Bölkergruppcn. cklsv der weit überwiegende Teil der "Bewohner des europäischen .Rußland und der Balkanhalbinsel, die Bcvölke-rung Teutschlands. der Niederlande. Skandinaviens und dcr^britischen Inseln, die Einwohner des französischen Sprachgebiets. der. Püre.ncjen- und der Apcnninei'.halbinjel. Es gibt aber keinen arischen Staat und noch weniger eine arische Rasse. (Hans F.'KZ Günther sagt: „Heilte ist' die Bezeichnung arisch' wistenschast'lich unbrauchbar geworden und ihre Anwendung dringend izu. widerraten.") Alle die genannten arischen Volker sind vielmehr von - Vertretern 'aller europäischen Rasten durchsetzt. ' nur daß der zahleiimätzige Anteil, den die einzelnen Öiassen an ihnen nehmen, verschieden groß ist. In den slawischen Ländern stellt die vstische. in den germanischen die nordische,. in den romanischen die westi'che und in den Alpenländern die; dinärisci«- Rasse einen erheblich größeren Hundert-_ satz der Bevölkerung als die übrigen eurvpäiichen Rassen, die in euliprechend geringeren Hundcrtsätzen vertreten sind. . Am Schluß seiner .Antzführungen macht Tr. '^Ritter auf. den wichtigen Ilmständ, auimerksam, : daß das deutsche Reich'srecht den Begriff „Nichtarier"- inzwischen fallen gelassen hat. Er sagt hierüber: ..In'die deutlche Gesetzgebung hat das Wort „arisch" in seiner verneinten Form Eingang gefunden. IM Berussbeamtengesetz vom April. 1000 ist die Bestimmung enthalten, daß Beamte „iiictitarischer" Abstammung in den Ruhestand zu versetzeu sind. Ter Begriff. „nichtarisch" .wird in der ersten Turchsnhru'ngsverordnung zu diesem Gesetz dahin erläutert'.' daß als „nichtarisch" gilt, ivcr von'nichtarischen, insbesondere von jüdischen Großeltern abstammt. In den?lürnherger Ge- - setzen vom September 1005 findet der Begriff „arisch" dagegen keine Verwendung mehr. Darin -ist iilir noch von „Juden" und von „Mischlingen" die Rede. Ter Begriss „Jude", wird dahin bestiinint. daß Jude ist, wer von mindestens drei vvlljüdisäien Großelternteilcn abstammt. Aus beiden Gesetzen geht eindeutig hervor, daß sie kein anderes Ziel haben, als eine imüberiteigbare Trennungsinaner zwilchen dentschem und jüdiichem Blut.aufzlrrichten. Das ans Vorderasien stainmende jüdische Bölkergemisch soll dadurch verhindert werden, seinen artfremden Einfluß weiter, ans den dcutsckien^Votkskörper^alnE-^e-^Eche^ Volksseele ansüben zu können. War es die pvulive^ Arisgabc dieser Tarlegnngen., den Kreis der . ..arischen" oder bester der „.indogermanischen" Völker flehen die übrige Welt abzugrenzcn. so genügt nach der' negativen ^eite hin die Feststellnitg, . daß als. einziges „iiichlarilches" und unserer Art sremdes^ Volk.- das . in betrachtlickfer . Anzahl unter uns lebt, die Inden zu betrachten ' sind." F. F. Oberätudiendirektor Professor Dr. Friedländ (Seesen) 70 Jahre Oberstudiendirektor Dr. Friedland vollendet am 15. Oktober d. I'. fern 70. Lebensjahr. Nach -mehrjährigem Studium in Straßburg. Berlin und Paris und vorbereitender Schultäfigkeit in Frankfurt a. Nt. war er zunächst Oberlehrer, in löromberg. 1907 wurde sit: zum Leiter der Jacobe' son-Schule. in Seesen a. H. berufen, die. von Israel Jacobson begründet, wenige Jahre vorher auf /ein hundertjähriges Bestehen znri'rckbli'cken konnte. Fast 25 Jahre lang hat Friedland diese altberühmte Schule, die in der Inflationszeit in ’ den Besitz des Staates überging und zur Lberrealschule äusgebaut wurde, geleitet, bis er Ostern 1932 nach Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand trat.' Er warcher letzte jüdische.Trrcktor der Schule. „-Zahlreiche Schülergenerationen verehren in ihm mit Dankbarkeit den liebevollen -. Erzieher - und Lehrer, der ihnen auch - über die Schulzeit hinaus'ein väterlicher und hilfreicher , Freund geblieben ist. Friedländ ist seit langen Jahren Vorsteher der Jüdischen Gemeinde, und er und seine sozial überaus tätige Gattin — sie war bis 193$' Vorsitzende des Vaterländischen Francnvereins in. Seesen — sehen ihre vornehmste Aufgabe darin.' ihre Glaubensgenossen in Freud und Leid znsanmienzuhalten. ' ' IV. Prof essojjpr. James Breit (Dresden) gestorben Am 3. Oktober verschied in Konstanz, wo er vonschwerem Leiden Heilung suchte und anscheinend Besserung gefunden hatte. Professor Tr. su'r. James Breit. Rechtsanwalt anr Oberlaudesgericht Tresden. früher "HMsrarprofesior^-der- Rechte an der Techiiischen Hochschule und Mitglied der Pri'lfllngskvmmission der sächsischen Assessoren. Professor Breit, der weit über seine Heimatstadt als hervorragender Kenner des Aktienrechts bekannt war. hatte zunächst mit einem Buch über Binkulationsgeschäste die Anslnerksamkelt der wissenschaittichen Welt auf sich gezogen. Bon. seinen vielen juristisch-schriftstelleriichen Arbeiten sind besonders die Neubearbeitung des Kommcntars von Türingcr-Hachenburg und eiir Buch über Scheckrecht zu ."erwähnen. In zahlreichcit kleineren Arbeiten, die er vor allem zuletzt in der ..Jnristilchen Wochenschrift" vervifentlichte, ist er für eine freie Anfsastung des Rechts gegen seden Formalismus und für Lauterkeit.im. Nechtslebeii. eingelreten. ' Bis in die letzte Stunde war er. der mit allen Fasern seines Lebens an seinem Bernf und an sxiner Ivissenschastlichen Arbeit hing, unermüdlich schaffend und schasfensfroh. Er war .am 28..-Tezember 1872 geboren', hat also nur ein Alter von knapp 64 Jahren' erreicht. . Professor Samuel Krauss Rektor der jüdischen theologischen Lehranstalt in Wien Professor Tr. Samuel K.r a u.ß. der seit dem li'icvcn oes" Rctlors Hvfrat Schwarz Vorsitzender des Lctzrerkollcgiuins "an der Jüdischen Theolvgi- 'chen Lehranstalt in Wien ist. wurde von dem v.uralvrinm zum Rektor ernannt. Professor" Tr. Krauß, einer der . bedeutendsten jüdischen Gelehrten der. Gegeiuvar't. >var vox kurzem anläßlich- .seines 70, Geburtstages' Gegenstand vielfacher Ehrungen seitens der lüdischen -und nichtjüdischcn Gelehrtenwelt. -- Sukkotfeier im Kinderheim Ahawa Alle Probleme, die uns die Tage aufgeben, finde ich in einer Laubhütte znsammengeballt, Kopf an Kopf sitzen in ihr die Kinder 'dos Kinderheimes Ahawa als feiernde Gemeinschaft in der eigenhändig zusammengesetzten und eigenhändig ausgeschmückten Sukka. Das einzelne jüdische Kind aus der Kleingemeinde, das noch im Vor-, jahr ausgiebig die negative Seite des Judeseins kannte, aber nicht die pösitive, der Junge oder das Nlädel. das von Vater oder Atutter oder von beiden-durch die Zeitverhältnisse getrennt.'ist., ist hier Lurch die Arbeit eiyes Kinderheimes frohes Glied einer einheitlichen jüdischen Jugendgemeinschast, .geworden. Stolz zeigt jedes Kind seinen Anteil an der Ausschmückung und weist dabei Kenntnis der jüdischen Geschichte, der Religiösen Bräuche^des Hebräischen auf. Dazwischen Arbeiten von Kindern, .die im vorigen Jahr noch in der gleichen Gemeinschaft saßen, aber inzwischen ausgewandert sind, die meisten von ihnen nach Palästina. . Auch Photographien der Ausgewanderten in ihrer neuen Umgebung hängen an den Wänden. Fragend sehe ich auf die Kleinen, wäh- «rend sie cibivechselnd von der Arbeit der Kameraden hier und drüben erzählen.. Daß sie zusammengehören, scheint ihnen nicht nur, 'sondern ist ihnen selbstverständlich. Tie im Heim gewordene Kindergemcinschcift ist..unabhängig von noch' so großen Entfernungen. Sie hat.in diesem Nahmen .ihre eigene, im großen Judentum ivnrzelnde Tradition, die sich in Kinderbi.ldern von den jüdischen Festen und jüdischen Gestalten ausdrückt. Auch kindliche Zeichenblätter können gemeinsames Schicksal-'- anssprechen. Tie Kinder tun schließlich, was alle Kinder -in solcher.Umgebung tun, sie singen und erzählen Geschichten. Aber nicht nur für sich allein. Plötzlich, schaffen sie in dem schon engen Raum noch dadurch Plätze, daß sie sich ans die Tiiche setzen. Tie freigewvrdenen Bänke, nehmen neu eintretende Kinder ein, die nur für wenige Tage ans Kleingemeinden nach^Lerlin. gekommen sind, jedes einzelne fast aus einer Umge'bnng, in der es gleichaltrige jüdische Kameraden nicht hat. Nur tvenige Ferientage hat es für das 'Kennenlernen eines Gemeinschaftsspicles'— vielleicht des Spieles überhaupt — für das Gemeinschaftssingeu und die anderen Formen des jüdischen Jügcudlebens. Ter Abend in der Sukka der-Ahawa. lintten.unter Gleichaltrigen, steht im Mittelpunkt des Fericnerlcbnisses dieser jüdischen Kleinstädtkinder: Tie kleinen Gastgeber bemühen sickp stin ihre Gäste, als wenn sie ahnten, in welchem-Maße der. Abend ein lange entbehrtesfrohes Kindererlebnis für den. Besuch sein wird, von dem er mindestens ein Jahr zehren und zu Hause erzählen -kann Gäste. für die eine frohe Stunde - notwendigerer Ltbensbeitrag ist alS kür Erwachjene.'. Gastgeber, die durch die Arbeit in'- der Ahawa aus'eigener Hilflosigkeit zum Helfen gekommen sind. Ter Snkkot-Abend der Kinder gab den Erwachsenen viel zu Tenkcn ans. . ' A. R. Aus dem Herbstprogramm der Aguda-Jugend Tie Agudas Jisroel - Jugendorganisativn in Teutschland^ verfiüentlich in einem Anfrut Auszüge aus ihrem vielseitigen und anregenden; Herbst- ■ beitsgeineinschaiien und Nurse nennen: Arbeitcrrecht und Sozialettzik in Tora und -TnUnnd. ' / die Orltzodorie das Lehen? — Englische Weltpolilik aind englische Politik icn Vorderen Orient.-— Tie Iltvpic des,Jivnislnus (mit Tiskussivn.i. — Tie agudistische Idee der Alternative 'des Kamplezwischen Sozialismus '^nd Nativnaiismns. — Tie wichtigsten jüdischen Lelarim und ihre Verfasser..— Geschichte der Agudas.' Jisroel. — Agudiititcho «chriiten (Rosenheim. Breueri, — Sprachkurse: Hebräisch. Arabisch, Englisch. Spanisch.