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Central-Verein-Zeitung · 1936-10-08 · 41 (8.10.1936) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
41 (8.10.1936)
Date
1936-10-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
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[ U-J«! I ALLIGATOR ind qute Li.-dcr UNSERE VERKAUFSGESCHÄFTE - Bat Mn, Tinsiilisiinii 16. Hambarf, Junftf«matlat 43 KAla a. Rh;, HohaatraAa 115 Eaaaa, Llmbadutnia 10 Eaaaa." Am Hanptbahabof 10 Zaatrala,- Offanbacfi a.M Wuppattal»Hbari«ld. Hanogttonbe 36 als ihn die Umwälzung des Jahrps 1933 .zwang, leinen Beruf-aufzugeben. Seme tiefe Liebe zmn Judentum, die ihn schon, als jungen Stnbenten in dierMihen des K. E. und der jüdischen Jugend, bewegung geführt hatte,-brachte ihn. nun dazu, seine ganze große Arbeitstraft in den Dienst feiner jüdischen Gemeinschaft zu stellen. Nach dem Ab- .leben des nnvergeßlichen Predigers Gvldmann (Herford) übernahm er Ende 1934 das Syndikat des Landesverbandes Ost-Westfalen und Nachbargebiete, und er hat die Geschäfte des Verbandes in'einer Weise geführt, die ihm überall in seinem Bezirk und weit darüber hinaus vollste?snerkennung und ein bedeutendes-Ptas; anpersönlichem Vertrauen und Sympathien eingetragen hak. Mit Rat und Tat anderen bcizustehen, bedrohte Existenzen zu schützen und unbeugsam für das von, ihm für recht Erkannte zu kämpfen, war .iffnT"Lebensbedürsnis. — Aber die berufliche Arbeit für den, E.-V. allein, so wichtig und umfangreich sie auch war, .konnte dem Tatendrang dieses eminent" aktiven Plensche» nicht genügen. Ein eifriger Verehrer alles Künstlerischen, insbesondere auf musikalischem Gebiet, übernahm er im Jahre 3934 auch die Geschäftsführung des jüdischen 'Kulturbundes für Lst-Westsaleii und angrenzende Gebiete, und diese Arbeit war es wohl, der seine ganz besondere Liebe galt und der er feine schonstey Erfolge verdankte. Nur seinem unermüdlichen Wirken und seinem Verständnis für das künstlerisch Wertvolle war es zuzuschreiben, daß der Gebietsumsang desvon ihm geleiteten Kultur- Hundes sich ständig durch Anschluß neuer. Gemeinden vergrößerte, so daß die ursprünglich mir für Ost-Westfaien-Lippe gedachte Organisation zuletzt einen sehr großen Teii der Provinz Westfalen . Gegenstand zahlreicher Ehrungen. Ein ehemaliger Abgeordneter erklärte, auf Sir Jfaacs.Ngmen könne das britische Reich-wahrhaft stolz sein.- Tie Bevölkerung des britischen Reiches sehe in dem, >vas er zum Aufbau des Reiches beigetragcn habe, ein Werk im Dienste der Allgemeinheit und der Kultur. Sir Jsaacs fei eine der hervorragendsten Gestalten der britischen Reichsgeschichte. Oberstleutmmt E. H. Smart nannte Sir Jsaac einen der Männer, die am Aufbrin des Reiches von seinen Fundamenten an mitgcwirkt haben. Im Laufe der Feier.' an der hervorragende Persönlichkeiten uus der englischen Politik und Gesellschaft teilnahmen, dankte Sir Jsaac mit. bewegten Wor- . ten für die ihm zuteil gewordenen Ehrungen. . stein hervorragenderer iiiuL xe.>ießi<st-. torer Vertreter im Ausland . . Am vergangenen. Sonntag ist Jesse Isidor - Straus, der.ehemalige Pariser Botschafter der Vereinigten Staaten,-nach langem Leiden in New- Pork gestorben. Straus, dessen Familie sich schon im amerikanischen Befreiungskrieg hervorgetan' hat Und der selbst im politischen und Wirtschaft-- liehen Leben Amerikas eine hervorragende Rolle gespielt hat, wurde im März 3933 von Präsident' „ Roosevekt mit der Vertretung seines Landes in - Paris betraut. Erst vor zwei Monaten trat er zurück. An seinem Tode nimmt die amerikanische, Presse lebhaften Anteil. Tie „New Hork Times" erklärt, Straus habe sein Leben dem Vaterlande geweiht. Ter.'Lltlßenminister der USA. Cordel Hüll, erklärt in einem Nachruf, Amerika habe „keinen hervorragenderen..und geschickteren Vertreter im Auslande" gehabt. , . s Xrsnsten - Versicherung QünUig,»« Torif«.. luvarlösild« Vsroivng Philimi llitkn BERLIN- W l ttt E R S D O R l rlllliPP UCKO Brondenburgijcho Str. 22, J 2 744.3 ** J * G. Cimsjytste Aneebote liir Versicherungen aller Art - und. darüber hipaus noch weiter abliegeude Gemeinden, wie Osnäbinck und.Oldenburg, umfaßte. ... Run stand er, auf der Höhe seiner Kraft und '.seines Wirkens, unmittelbar vor der Begründung, feines eigenen Heims und blickte voll Zuversicht in die Zukunft, die ihm bald auch eilte erhebliche Erweiterung seines Arbeitsgebietes für-'den E.-V.-i bringen sollte. Ta, auf einer kurzen'Reise, die ihn mit seiner jungen Brant .zu seinen Eltern geführt hatte, traf ihn der tätliche Unfall und setzte - allen Hoff-mi-ngen ein Zähes Ende. Hans Davidsohn ist-' nicht mehr. Die Lücke, die sein Tod gerissen, 'wird, sich niemals. ganz schließen, denn es. gibt, wohl niemanden." der ihn in der beschweren Prägung seines -Wesens,- in seiner durch rastlose Arbeit erworbenen Sachutid Personenkenntnis, in feiner zielbeivußten und doch so gewinnenden Art, und endliche in seiner unbeirr. baren Treue'zur Heimat ersetzen könnte. " Ter Dank und ein treues Gedenken der Vereinslcitung und der Mitarbeiter des Centrat-Vereins begleiten Hans Tavidwhn. . Pr. Willy Katzenstein. Herford. Vorsitzender des Landesverbandes Ostwestfalen und A'achbargebiete des E.-B. . Bei der Beisetzung in Tcininin sprach Rabviner Tr. Koppel (Berliiti. Tie letzten Grüße des Central-Vereiils und des K. E. überbrachte Tr. Han? R eich m a n N. Tie HchiptgeschästAtelle des Central-Verein? war durch ihre Vtitarbeiter Tr. Stephan Gerstel und Tr. Rudolf H. H e int a n - sohn vertreten, die Gemeinde Herford durch Herrn Hoffmann, der' auch namens des Landes- Verbandes Ostwestfalen des E.-B. für dessen Bor» . sitzenden Tr. Katzenstein das Wort nahm. Lhrunxen kür zwei jüdische Staatsmänner Zur rumänischen Judenfrage Die Rumänische Vvlkspartei veranstaltete in K i s ch i n e w/ der Hauptstadt Bessarabiens, eine Ntassenkundgebung. in der Fcldmarschall Averescu. der Führer der rumänischen Armee im Weltkrieg, in schärfster Weise die jndenfeindliche Propaganda der rechtsextremistischen Gruppen verurteilte. ..Insbesondere wandte sich der greise Heerführer, dem die Blasse des rnmänischen Volkes ohne Unterschied der Parteizugehörigkeit tiefe Berehr,mg entgegenbringt, unter Hinweis auf' die Leistungen der rumänischen Juden im Weltkrieg und die hingebungsvolle Staatstrene der "erdrückenden Mehrheit der jüdischen Bevölkerung in Krieg und 'Frieden gegen die von den P.ropag'ndisten der jildeiiseindlichei, Parteien seit einiger Zeit angewandte Taktik, die Bestrebungen zur. Bekämpfung des Kommunismus in unsachlicher Weise mit judenseindlichen Tendenzen zu ver- - knüpfen. Dadurch würden Rassengegensätze geschürt ' lind Leidenschaften erweckt, , die das Wohl des Vaterlandes gefährden. Äverescu erklärte, er und seine Partei seien entschlossen, die Rechte, die dte Juden in Rumänien, als allen übrigen gleichgestellte Burger genießen, unbediicht zu respekticren. - . - -- - --. ' Tie Stelkungnahni» Feldmarschall AverescnT. zur Frage der bürgerlichen Gleichberechtigung dsr Juden in einer Zeit, in der dieser Grundsatz in Rumänien teils vifen bekämpft, teils unter Mißachtung der Verfass,rngsbestimmungen in der Verwaltungspraris verletzt wird, hat in werten Kretsen der rumänischen Öffentlichkeit tiefen Eindruck gemacht. -- . - In der Genfer Unterkommission Die von der politischen Kommission desVölkerbundes eingesetzte Ilnterkommission zum Studium der Probleme der ans Deutschland Ausgewandorten hat nach Prüfimg der Berichte des Ptäst» deuten des lllansenamtens und. des Auswandererkvmmissars Sir Reil Malcolm einstimmlg Lord Crnnl'vurile zum Berichterstatter über diese Fra-, gen im Plenum der politischen Kommistton gegewählt. In dieser Kommission kamen Fragen, der Palästina-Politik und dsr südifchen Answanderuilg ans' Alittel- und Osteuropa zur Der norwegische Delegierte L uu de übte scharfe Kritik a-u -dem Verhalten der Mandatarmacht für Palästina die es verabsäumt habe, den Unruhen in Palästina schnell ein Ende zu machen. Von dem polnische» Delegierten'Thtns K o m a-r - - nicki wurden die schon in der Vollversammlung des Völkerhmidcs und in der Wirtschastskommission geäußerlen Wünsche Polens im Zusammen- Hang' Mit der jüdischen AuSwaudernnq nach Palästina und anderen überfeeischeu Ländern neuerlich vorgebracht. ächäidein dertschechoslowakisch e. Telegierte das Interesse der Länder - der Kleinen. Entente an dem jüdischen. Anfbauwerk in Palästina betont hatte, versuchte der türkische Außenminister R ü s ch t i 'X r a s die Aitsprückie . der mohammedanischen- Staaten-atif Beeinflussung der Mandatspölitik geltendzumachen. Den Tebatterednern antwortete Lord E.r a n . . einer der hervorragendsten V«rtreter der britischen Reirhsgestohiehte v. Zu Ehrendes jüdischen Generals Sir John- ^tii ............... _ __ Mon a s h. des -Oherkommandterenden der austrä-/^ p o n r n e. Er erklärte, England beabsichtige mit lischen Truppen im Weltkrieg, ist bei dem Gesamtverband der englischen Kriegsteilnehmer, der British Legion, eine .iGeneräl-Monash-Ahteilung" gegründet worden. Zu ihrem Vizepräsidenten ■ wurde der gleichfalls südische ehemalige Generalgouverneur von',- Australien.- Sir Jsaac I s a a es', gewählt, zu dessen Ehren die...Geileral- 'MonashiAbteillmg" einen Festempsang veranstal- - tete. Ai,läßlich dieses Elnpfanges war Sir Jsaac seiner Palästilia-Politik die im Mandat vorgesehenen Rechte der Jllden und -kraber " in gleicher Weile zu berücksichtigen. Es sei jedoch der Mandatarmacht. wie dies Außenminister Eden in seiner Ende September. im Völkerbnndsrat abgegebeneil,E.rklärl>ng bereits dargelegt habe, nicht möglich, ihren Standpunkt zu der.Lage in Pälästilia zu äußern, bevor die Verhältnisse nicht von der. .Königlichen Kommission untersucht worderr seien. - kolens Interesse am ' ’ . ■ ■ : i v i Tie' Entwicklung in der polnischen Auswanderungstzolitik, die wir an dieser Stelle kürzlich in ihren Voraussetzungen und Zielen., darstellten (vgl. „Die polnische Judenfrage in Bewegung" in Nr. 39 der C.-V.-Zeitungi findet in der polnifckien Presse ständig ihren-Ausdruck. 'So mißt die halbamtliche - Agentur .„I s k r a" den Arbeiten, die in dem Genferzweiten und sechsten Ausschuß- (Wirtfchasts- und Mandatskonimifsign) des Völkerbundes bevorstehen, erhebliche ' Bedeutung zu. ' In einer Genfer Meldung versichert sie, daß die nlm cheginnendrn Beratungen von größerer .Wichtigkeit feien als die unfruchtbaren allger meinen Debatten der '.Vollversammlung... ^>Jm' Lause der wirtschaftlichen Debatte i,n Zweiten Ausschuß und der Kolonialdcbatte im Sechsten Ausschuß werden die polnischen Delegierten Gelegenheit haben, die polnische These von der uPersee.i schen Expansion vorzntragen. eine These, die nun in den Lordergrund der polnischen Politik gerückt ist.. Sie erwächst aus der Dynamik des BevörkerungsüberfchusseS fowie aus der Verpflichtung des Staates, seinen Burgern Brot und Arbeit zu sichern." - ■ ' / Tie Agentur formuliert dann die Ansprüche Polens, die einmal Zutritt zu den Roh7 st 0 f s q ue l le n und sodann die Sicher st« l - l tk n g z n e r n e r k o l 0 n i a l e n- Wu s iv a n d er u n-g beträfen und faßt dann in acht Argumenteu zusammen, worauf sich diese Ansprüche grün- Das a ch t e A r g tt m e n t lautet: Tie falsche Berufsstruktur der jüdischen Bevölkerung habe zur Folge, daß eine'jährliche Altswanderung von. - b0 OO.U Personen unbedingt notwendig sei. Pälüstina bilde keinen ausreichenden Böden für die Aufnahme dieser Answandernng, es. müßten ihr daher noch weitere Gebiete erschlossen werden. , Schon vorher hatte das polnische Blatt „Kurier Poranny" zu dsm gleichen Problem mehrfach Stellung genommen und zuletzt, unter dem Titel „D i e Z u k'n n s t d es jüdischen Au f b a u w er ke s in Palä st i n a und die Interessen Polens" einest Artikel gebracht, in dem die Kurzsichtigkeit ster eiiglischen Politik gegenüberdem Jischtlw in Palästina scharf getadelt wird. Die englisck)e Regierung wird dafür verantwortlich gemacht, daß der Araberterror-solchen ülmsang angenommen hat, denn es wäre der Negierung leicht gewesen, die Unruhen in ihrem Anfangsstadinm zu unterdrücken. In denvPlufsatz wird .sodann auf°die innerzio,zjstischen Gegsnsütze, insbesondere auf die Meinungsverschiedenheiten zivischen der Zionistischen Organisation und der 3iZO. eingegangen und erklärt, die. gegenwärtige Lage für das jüdisüie Aufbauwerk in Palästina sej^zwar ernst, aber keineswegs hoffnttngslos. Es liege zweifellos im Interesse Polens, daß-eine Lösung gefunden werde, durch die dem jüdischen Volk in Palästina Möglichkeiten der. Erneuerung und einer maximalen Entwicklung^söwohl seines - Eigenlebens, als auch seiner äußeren Beziehungen zü den Völkern gewährt wird. Gleichzeitig soll ein friedliches Zusammenleben mit-den Arabern erstrebt werden. Deshalb fei der Vorstoß-des Außenministers Beck in der Mandatsfrage frettdig zu begrüßen. Man möchte erwarten, daß das' polnische Außenministerium jetzt eine energische Aktion in dieser Richtung unternehmen werde, da dies der einzige reale Ausweg zur Lösung der Judenfrage wäre. Cs Mi dies ein sehr schwerer Weg, aber der einzige'heute mögliche. In der jüdischen Presse Polens wird darauf hinqewiesen, daß allem Anschein nach bei dec Behandlung der.AuswäNdernngsfrage in Polen noch starke Klltklarheit herrscht und man einer wirklichen Lösung noch ziemlich fern ist. Der Vertreter der Ereklttive des Jüdischen Weltkongresses, Tr. Göldmahn, wurde von dem polnischen .Außenminister Beck während dessen Aufenthalt in Genf zu einer .Aussprache über die Probleme der jüdischen Bevölkerung .. Piolensund über die jüdische Ailswanderung ans! Polen empfangen, Nachrichten aus Polen Anläßlich des Beginns des neuen Sttidien- . jahres hat der polnische Unterrichtsminister-Professor S z iv i e n t 0 f l a >v s k i im Rundfunk eine . Ansprache an die akademische. Jugend gehalten, in der er sich scharf gegen den antijüdischen Terror der Mrtionaldcmokraten an den Hochschulen wandte. Wir wollen uns daran erinnern, sagte der Minister, wie traurig und schmerzlich die Akte brutaler Gewalt waren, die Schlägereien und tlcberfälle, die ivir stnncrhalb der Mauern mancher Hochschulen beobachten mußten. Erforscht lieber ck>ie negativen tin^positiven Seiten des heutigen polnischen Lebens, sucht vernünftige und ivirkiame Wege zur.. Lösung aller dieser Fragen, aber versucht nicht, ernste Probleme mit Hilfe sinnloser phnsischen. Gewalt zu lösen. Das Warschauer Appellationsgericht stat den Anführer einer nationaldemvkratischeu Bande, die in Lodz Bomben in jüdische Geschäfte geworicu hatte, den Rechtsamvaltsanwärter Napoleon S z.e m i a k 0 zu drei Jahren Gefängnis, die übrigen 20 Angeklagten zu Gefängnisstrafen von acht Monaten bis zu zwei.Jahren verurteilt. Da8, Erstgericht hatte Szemtako zu vier Jahren, einige andere Angeklagte zu etwas höheren Gefängnisstrafen, als sie jetzt erhalten haben, veruttsilt. Die Verteidiger haben gegen das zweite Urteil Revision ieun Lbcrsteu-Gerichtshof eingelgt. . . In das Lodzcr Krankenhaus ist der Sohn des . -Kantors von' Brzcnin, Jechiel S t e r e n s., erblindet. eingeliefcrt worden. Sterens hat.stn dem Feldzug gegen die. Bolschewisten im Jahre 1920,^ ' den'er iir den Reihen der polnischen-Armee mit-! machte, ein Auge ' Verloren. Das zweite ,Auge - verlvr der-zlriegsinvalidejetzt, nachdem er. In der Wahlivoche von einer.Bande antisemitischer „Patrioten" überfallen und schwer mißhandelt worden war. 3 * - In dem Städtchen Zambro.w ist es am - Markttag zu schlveren judenseindlichen Ausschreitungen gekommen. Tie jüdischen Markthändler wurden gezumugen, ihre . Waren ivreder einzupacken. Aus'den jüdischen Geschäften wurden durch organisierte Trupps die christlichen Kunden vertrieben. Später kam es zu Schlägereien in-den Straßen, bei. denen zahlreiche Perstme.n mißhandelt ivnrden. Ter jüdische Ingenieur Ranvwski wurde schwer verwundet. Tie Polizei war-ge-Pvnngeit; die Gewehre in Anschlag zu bringen. üm die Exzedenten znrückzuhalten. Mehrere- -Teuwnstranteistivurden verhaftet und unter starker Polizeibewachung. ins Gefängnis eingeltefert. Tic judenseindlichen Zeituune«—wchseu mit Gcnngtmtng darauf hin, daß die antitudische Boykvttaktivu in Ät i n s k - Rl a z 0 w i e ck. wo ' vor einiger Zeit pvgrvmnrtige Ausschreittlitgen stattgefunden haben, bereits zu der Liquidation- - Von 37-jüdischen Geschäften geführt hat. Auswandei:img8rä»ine ■ .Für die Ueberlegnngen einer planvollen jüdischen Answanderllngspvl.itik sind Ausführungen, die . E 0 l i n R v ß in einem Atlfsatz „Tie Neuverteilung der Erde" macht, von erheblicher Bedeutung '(„Zeitschrift für Geopolitik", 13. Jahrg., Nr. 93. „Die offenen Tore jenseits des Atlantik", sagt Evlin Roß, „fielen nacheinander zu. Der istvrden des .Kontinentes, ging voran, der Süden folgte. Als ich in beit Jahren 1919 bis 1921 die lateinamerikanischen Republiken bereiste, da fragte man noch allerorten nach deutschen Einwande- rern. Als ich 1935 in Mittelamerika war, da ließ inan nicht öinmal mehr ein. deutsches Dienstmädchen herein, und. die Lehrer ^an den deutschen. Schulen, die Angestellten detttscher Häuser, mußten Merikaner werden, wollten sie nicht des Landes verwiesen, lverdeit.- — Nun hält Europa freilich noch mit Kanada einen gewaltigen. Teil de.s amerikanischen Kontinentes.?lber das ist Täu- ' schnng. Kanada ist J;war ein Glied des Britischen Jmperiltms. Aber einmal ist. das Empire nicht mehr ohneweiteres mit Etlropa gleichzusetzen, sondern ein Ding für sich, -und zum andern wird .Kanada trotz seiner Zugehörigkeit ztim britischen Weltreich immer mehr ein ameikikamscher Staat. .Selbst wenn es auf die Dauer der Astziehungskraft des großen südlichen Nachbars widerstehen sollte, so wird es doch nichts tun, Europas Nöte zu erleichtern. Kaum ein anderes Land, nicht ein-, mal die USA. sperrt sich-so unbedingt gegeu'europäische Einwanderer'wie Kanada. Und däbei»ware dort noch so unendlich" viel Platz, und Kanada hätte-von einer netten, verstärkten Einwanderung, uur Vorteil. Allein, was soll Europa machen, -wenn nicht einmal England sein größtes Dominium zwingen kann, ihm seine Arbeitslosen ab- - zunehmen? Da Amerika auch nicht unter der Drohmtg eines farbigen Volkes steht,, so bleibt Europa' nichts anderes übrig, als von dem undankbaren Tochterkontinent, abznlasten und . zu schauen, wie es-sich allein weiterhilft." „Anders", fährt Colin Roß fort, „stehen die Tinge mit Australien. Australien ist einftweileit, der .'.unvollendete Kontinent", d. h^ente 'große leere - Insel. Ten Australiern schwebte wohl vor, aus ihrem Erdteil ein zweites Amerika zu -machen, i>. f). Boden wie Bodenschätze für sich-zu behalten. Darum sperrten sie gleichfalls"bie Einwanderung. Allein Amerika kan'n-sich das leisten. Australien nicht. Die sechs Rtillionen Australier haben ans . die Tauer nur die Wahl, ob siefreiwillig weiße Siedler in ihr Land Mssen'wollen oder gezwungen gelbe. Eigentlich sollte sie das Schicksal Lzeaniens - schrecken:'allein Volker erkennen 1111.it einmaloft genug ihre wahre Lage erst, wenn es zu spat äst." Juden bei der österreichischen . Wehrmacht Tie ersten am Grund der neu eingesührten allgemeinen Wehrpsticht ansgehobenen Rekruten sind in Wien am 1. Oktober eingerückt. Von den 1500 neuen Rek'rtttcn sind, wie von zuverlässiger Seite mitgcteilt wird, 23 Prozeiit Jtideii,, Dieser Prvzentmtz ist toeitans höher als der der Inden au der Gesamtbevölkerting..-' Bei Den .kürzlich dnrchgesührten Mnstertingen wurden von den stellttnglbpflichtigen. Juden fast 30 Prozent' als tauglich be- ,'funden. > - Hauptsohiiftldti-r: von 'Bi!'lern: 'D Mä'rsaretc aimvon'licl) fur®Spon: Dr. K r n s . ... ... säm;li.-li in Bnrlin. Kür I!iirk?.-ndunnnvorlanctor Einsijiuluiifi'.'n i>c l'roiu in sc lil;> ir boianfiigcn. Leitor dar Alizeip'n-Atiicilung uinl vernmwoitlich für den Inhalt der Anzeigen: Friedrich Nathan. Berlin. DA III. Vj. •10 0110. PI.. -5' Verlag: .Indischer Central-Verein. e. V.. Berlin AV 15. Emser Str. 4i. Druck der Buch- und Tief- ' druck Gesellschaft mbH. Berlin SW 19. HERIS 9o70 180 Tt,-: SCHIRAS Ml SCHIRWAN 181 HAHEDAN 198. Verkauf nur Berlin C? LSpandauer StraßeJ2 •»345.- SIIMAK-a 375- IWW

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