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Central-Verein-Zeitung · 1936-10-01 · 40 (1.10.1936) · page 14

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936)
Issue
40 (1.10.1936)
Date
1936-10-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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SBnlbptf bpm Zeitpunkt der Bereinigung ' ab Geh . criiiiTflf; lint.i Zcmqcmäii ist für' Pen Rechls- ■ .dwi-pftcr. der Aynagogengcmciiiden in Waldeck das Gesetz nlcr die (cH'incini)citcit , der Juden vom '1.5. Juli 1 n:?•: < Fücstlich Wo lde.ckscl>es Regierungsbintt, 8. r.r.i liiaßgebcud. Aicies (hefetz sieht in tz 1 - einen Mnockstalzwang. iu den 6 und 11 ein wcitgehendt's-"Ans'ichtsrcch't der Regierung und in 8 8 das Steuerieclil der indische» (Gemeinden nur. Tanach stnd die indische» Gemeinden.in Waldeck als Körperschaften des vsseiitlichen Rechts anzuschen. .- -- ■■ k) HnlienzoUeriiHrhe Lande : . In Hohenzollernsind nur zwei. Israelitische cGemeinden-, und -zwar in -Heehiiigen>>md in #"■ gerlvch, Vorhände». ': Beide- Gemeinden. haben Satzungen. die sur HechingSn durch Erlaß der - Regierung in Sigmaringen'vom 9. Januar 11H*H und für Haigerloch gleichfalls von der sMallich?» Aufsichtsbehörde Im Jahre .IQtfF^eneFimigt wvr- . den sind. Beide Satzungen sehen - schAohldas Stcuerrecht der Gemeinden und die .Möglichkeit des Verwaltniigszwaüges für die- Steiierdeitrei»- bung vor als auch den 'Parvchialzwang und die Staatsaufsicht. Ihnen ist mithin in glichet Wezse der Charakter einer Körperschaft^des öffentlichen Rechts zuzuerkennen, wie er für die altprcnßischen Shiiagogcrigeme.i.iibcn bei den einzelnen ent- JÜ'rechEden,,.Bestinm,„ngen des ,, Gesetzes -vom 23. Juli- 1847 in der Entscheidung des.Reichs^ -ge.richts vom 7. Juli 1931 (RGZ. Bd.-l3-3, S.102) gefolgert ivorden ist. -Für -baigerlvch ergibt sich -diefer. illechlscharakter überdies ziveiselssren muSdem Landesfurstlichen Gesetz, die staatsbürgerlickien . BerhaltMsr^der israel-i t>scl>en Glaiibeiisgenossen Vbetrefsend, vvnr 9. z'liignst 1>»37 lGe'setzlamiiiluug -sur das Fürstentum Hoheiizolleru-Sigmariugeii —1>-.37/ Bd. 4, L. jFiii weitaer Aufsatz f'jlgl.J Jüdisches Leben in Baden Neuerungen im Schulwesen N'achdem schon längere^ Zeit .au den Vvlksschulen iii M a u » h e i in . Heidelberg, B r u ch s a 1. und E in m e ,i ding en die sin dischen '8chiiler -in besonderen —Klassen znm - Unterricht durch jiichiclie Lehrer zusammengesaßt ivvrdcn sind, iit das-glri.chcz Ausang Sepleinber. auch in r l s r u h e. geschehen. Die dortige jüdische Schulabteilniig zählt etivn 2lO Schüler. Rach de»-Herbstserieii folgt die Eröffnung jüdischer Lchiilabteclnngcn an den Vollsschnleir in Freiburg und. Pforzheim. Fnr einige andere—Gemeinden ist .die.-Gründung jüdischer Echulklasseu z» Ostern 1!>37 in "Aussicht genominen." Alsdann ivird der größte Teil aller jüdischen Volksschüler in Baden in solchem lblassen erfaßt Es handelt sich hierbei nicht um jüdische Cchnlen im eigentlichen Sinne: denn liach dem bestellenden bädisclieu Siiiniltanschnlgrsetz ist die - Gründung solcher Schulen niclit Möglich: vielmehr ist der.Unterricht, mit Ausnahme des Religivlisiinterrichts. für alle Schüler, gemeinsam zil erteilen. Durch Verhandlnngen des Oberrats der Israeliten Badens mit den zuständigen Ministe- - rialstelleu ist die selit zur Wirklichkeit geivordene Einrichtung bcsvichexer jüdischer'Schüle'rklassdn im Rahmen der für alle Schüber gemeinsamen stäat-' lichen Volksschule vorbereitet worden. Für diese S ch n I a b t e.i l n n g e n ist naturgemäß auch der Lehrplan der allgemeinen Volks- - schule maßgebend. Er erfährt die erforderliche.. Ergänzung diirch hebräischen und englischen Sprachunterricht vvM süusten Schuljahr an. sür den-die Gemeinden die Lehrkräfte stellen. Für - die lehrplaiimäßige.n Fächer hingegen stellt' der' Staat die Lehrkräfte ans dein Meis der. früher an, den Schule» tätig gewesenen jüdischen Lehrer. Tie spezifisch jüdischen 'Kenntnisse vermittelt.eine gegenüber dein normalen Lehrplan erhöhte Fahl . von- Religivusstiinde». Zur jüdischen Rote trägt vor allein aber die ans Judentum beruhende Grundhaltung und die von ihr ausgehende geistige und charakterliche Schulung bei.-- --Slg. Querschnitt durch eine Gemeinde Das...Israelitische Gemeiiideblatt". das pffizielte Organ der Gemeinden Malinheim. .Heidelberg, Ludivigshastu am Rhein und des Verbandes der Israelitischen Kultu-sgemeinden der Pfalz, iiimmt das zehnjährige Bestehen des 29 vH l s ohrt s a intes dcr "))t a n n h e i m e r G ein ei »de zum Anlaß für eine Sondernummer „Die Gemeinde Mannheim"... Das-umfangreictic --Heft uiiternimint d'en Versuch.-in knappen Sachdarstellungen das .Werden. lind Wachsen der Geineiil'de'niit ihren kiiltnrellen und ivirtschaftlichen Problemen iiachznzeichiien. Weil da-s-Heit in dem Bewußtsein geichrieben und - züsanuuengestellt wiirde, daß hinter der eineimGemeuide die höhere - Idee lind die-Wirklichkeichdcr jüdischen Gemeinde schlechthin.steht, ivurde xs zu einem, geglückten Qnerschnitt d»rch die Fülle der Beziehungeir. in denen die jüdische Gemeinde der Gegenwart lebt und arbeitet. Ein Geleitivort Dr. Mar Grünewalds. des Vornhenden des Mannheimer SnnagogenratS, enthält ein starkes Bekenntnis zum Gemrindegedanken. der.sich in konkrete Arbeit innsrtzt. Eine grcche Reihe von Beiträgen be- - schästigt, sich -mit her noch jungen Geschicht.e der R!aniiheimer / Gemeinde. mit Bcvvlker'nngsbeivegnng und Altersaufbau, die' alle charakteristischen Shmptome der jüdischen Gegenwart-zeigen, init.den Ausgaben und Eiiirichtnnßen der Geineind.e, mit der Stellung deS Rabbiners, mit ' Snnägvgen- und. .hultgerät. mit der Ansivanderung^ und den einzelnen Gemeiudeinstitutionen. Ein iveiterer großer Teil des Heftes .ist der Fusammenärbeit und dem Eigenleben'der in Plaiinheiin vertretenen jüdischen "Organisationen., ge- , widmet. Hier ist in längeren Aüssührnngen auch ans die rege Beratungsarbeit des I ii b i scheu C e n t ra l - Ve re i ns hingewiesen. Bemerkensivert ist aus dem reichen Inhalt des. Heftes d^Mtsaä-e, dnß'P!mucheim schön seit ltfOS) dein Oberrat der Israeliten Badens untersteht und. ivie alle übrigen. ShnagvgengeMeinden dieses Landes, leine S e l b st v e r w a l t u n g ausübt. Seit ll>-Jy haben 1112 Menschen Mannheim verlassen. Das Wohlfahrtsamt der Gemeinde betreut WO Familien mit 833 Personen. Gleichzeitig ist zu beobachten, daß der Abwanderung unterstüßungsbedürstiger Familien ein weitaus größerer Fngang an neuen Unterstl'chuiigSbedürftigen gegen-' ii der steh t,.sL.daf! die sozialen Laoten der Gemeinde bei sinkendciil -Stencraufkvmmen immer stärker anivachsen.. Seit Ib-Rt wauderten 228 IlnterstühniigSempiänger aus, während 507 Personen im gleichen Zeitraum - unterstiitzungsbedurstig wurden. X. J. R. Bevölkerungsbewegung J Hessen-Nassau - Di^ sortschroiteiide zahlenmäßige Verringerung der jüdischen Bevölkerung inr Reich hat sich besonders in der Provinz & e s s e n - R a s s a u ausgeivirkt. Im Jahre 1033 gab es in dieser preußischen,Provinz, 'in der der jiidische Anteil an der . Bevölkerung .außerhalb,.. Berlins am größten, ift; . 46 023 Indem Seit .dieser Zeit ust . die Zjähl der Jnden-M der- Provinz Hessen-Nassau - außerordentlich stark ^nrückgegangen. Ans einem .2l.u.f.ia-h:, derim -„Frantsurter Jsraelit-isihen Ge-, .meiudehlatt" 'verösfentlicht ivird, geht hervor, daß -satt--ein -Drittel deS-Besta'ndes' von- 1032-.aus.den . L a u d ge in c i.n d e u i-u H eise u - R a s s.a u ' verschiviinden ist. ---Keine der juö-ischen Mittel- und Kleingemeindeu der Provinz iimsaßt heute noch .2'.»»,jüdische Gemeindemitglieder. wahre-nd l'.f:'.2noch'drei Gemeiudeu fast -lau Personen zählten. Beispielsive-isc ist die" jüdische Gemeinde. Bad H v m b u r g. v. d. H.- von -100 . Mitgliedern im Jalirc.1032 auf 105' am 1. April 1036 zurückgegaiigen, Schlüchtern von 3.75 auf ,104. HerS seid von.360 ans 18 >. Vtanche Gemeinden sind völlig"- verschwunden. Die Gemenide 111 in-b a ch bei Schlüchtern zählte z. B^ursprüng--?:'ch .32 Seelen, im April 1030 nur uoch,vier Geineindcmitglieder: sie hat sich in diesen- Tagen a a ii z a u f g e l ö st. Die Gemeinde G ein» im ulen hatte 1032 207 Seelen. 1084 127 und am 1. April. 1036 W Mitglieder. Die Gesamtzahl der Gemeinden, dienber I0>» Seelen zahlen, ist von 33' auf -14 zuruckgegangeii: die -Z w e r g - g e m e i n d e n..(lus zu 50 Seele») haben sich denrgegenüber von 64 im Jahre 1932 auf 90 vermehr t. 1 . . .. Infolge her Bevölkerungsverschiebunge» durch Tod, Ansiind'Abwanderung hat sich inder Provinz Hcsseii-Oiassau auch der Altersaufbau der Juden.geändert. Bon 100 Juden rvarcri im Jcchre l!»35-17.2 hinter'15 Jahren, 1036 dagegen 16,5. Zwischen 15 und 60 Jahren waren 1935 62,1, 1036 6o,7. Demgegenüber waren 1935 über 60 Jahre 2».7, 1036-22,8. Eiiier Abiiahnce der Personen bis zu 60 Jahren steht also eine Zu- . „ahme der über 60jährigen gegenüber. Hinweise ans das Prvblem der.Heberalternng und seine " Folgen füc die Wohlsahrtspflege ergeben sich beispielsweise daraus, daß siebeir Orte, in Hessen- .Räsia-n. ilbcrhanpt leine -jungen Blenschen unter' .20 Jahre haben. -In.35 Orten-leben nur ein bis - ' filiit Jugeirdlictie. - I»-. mancl>eu Gemeiude» ivar - jeder ei»;el»e iinterstühlingsbedurstig. iiirnnderen -wurde weit über die Hälfte ilnterstüßt..Im. Durchschiiitt ergab sich bei der Indischen W.interhilf.e. 10.35,' daß 30' Prozent unterstüht werden mußten. Lüneburg ■* Die/Gmidinde Lüiielmrg. die einst die stattliche Zabl xAnx 156 Seelen answies, ist im Laufe 'der lelttei, Jahre stark ziisammengeschrmnpft. In. nächster Zeit verlassen die Stadt wieder zwei Fainilien, so daß die Gemeinde dann-.nur noch 35 Mitglieder zählen wird. Besonders betroffen ivird di'e Gemeinde durch den Fvrtzug. ihres lang, 'jährigen erstcii Vorstandes. Bankier Leon Katz. der seinen Wohnsitz „ach^.Hamburg verlegt. Im Gottesdienst am ersten Nosch-Haschaila-Tage würdigte der nengewählte erste Vorstand, Adolf Schicki er, die Verdienste ' seines Amlsvorgängers. Aus der Berliner Gemeinde Jakob Ereimann 70 Jahre alt Am 1. Oktober begeht der Berliner Gemeinderabb'nigr Dr. Jakob »Frelinaiin seinen 70- Geburtstag. Unter den Berlincr Rabbinern stellt Jakob Fot. Abraham, BvrUn » '■> 1 Freimann einen besonderen Dnpns dar, der mit großer Deutlichkeit die halachischen und fast patri- - aränilischen Seilen des- Rabbuiates, wie sie im Osten häufig ünd in der nmderiicii Großstadt so' selten hervvrtretcii, verkörpert. Jakob Freimann, der in Krakau.geboren wiirde und nach dem Be-- siich des-Gymnasiums in Ostrowo und^nach dem Stnd^lm an verschiedenen Jeschiivvth die Universitäten Berlin und Tübingen besuchte,, hat.seit 1800 in verschiedenen westpreilßischen .und mährischen.^ Gemei'nden gewirkt, bis er-. 1014 nach Posen bernfen wurde. Hier fand cr 'Gelegenheit zu ausgehreitetem, anch-sozial bedeutsamem rabbinischem 2stirken, als et nach Beendigling des Weltkrieges 130 jüdische Gemeinden" zwischen Danzig lind. Kattowitz zu betreuen hatte. Im Jahre 1029 trat er bei der Berliner n'idischen Gemeinde fern Amt als konservativer Geineinderabbiner an. Der Jubilar, dessen wesentliche Bederitnng 'auf wissenschastlichem Gebiet liegb, stellt heilte eine der geistigsten Persönlichkeiten der Gemeindsorthv. dvrie. dar. Im "Verlauf einer, ausgebrciteten . wissenschaftlichen Tätigkeit, die ihn auch als Do-, zenten an das Berliner Rabbinerseminar führte,' hat er an der „Imcvc-Ioprieäir, .luäniea" und an der „(Ic-ciiiania .luäsiea" mitgearbeiteb. Sein HnnptarbeitSgebiet ist'die- Geschichte der Juden in einzelnen Prvvinzgemeiudeii und Landesteilen; so ist er mit. Arbeiten über die Geschichte der Juden in Mähren und in Bonn hervorgetreten. Daneben - hat er eine große Zahl von Ou'ellen. schriften mit wissenschaftlichen Anmerkungen her.- ausgegeben, so vor allem Ritualcodices aus dem französisch-spaiiischeii und deutschen. Kultstrbereich des jüdischenWMitte(alters: ein anderer Teil seiner . zähkreichen- Lchriflen gilt einzelnen Arbeitest Rasch,s nnd - seiner Jüngcr. — Wir -Miinschen .Jakob Freimaiin noch auf lange Jahre hinaus ein erfolgreiches undgesegnetes Wirken. Jubiläum Lei alten Lehrerinnen Von Hilde Marx ‘ In der' Baseler Straße in Swglitz. dort, ww ' die Großstadt sich schon langsam ansznlvckcrii-beginlit in der Freiheit der Gärteii, fleht ein Hans, was hoch oben eine Jnsäirift trägt: Eriiinernng an die Slisler dieses Heims für den Verein der'Lehreriiii'.e». Große Stille, ist in diesem Hans. Man kann sich lein lautes Wort-darin gesprochen denken. Es ist die Stille, die mn alte Frauen lebt. Der Säioniit so richtig -die „Gute Stube'' von ' ehedem. Und doel> anders. Alan sieli-t den osteu. Möbeln an. daß sie. recht viel benutzt iverden. iveun ' sie auch uu Augenblick säuberlich geordnet in Reih und Gsied stellen. Ans dein Tisch liegt die Dorösche Bibel. Links daneben ein Gedenkbuch. liebe Er- . inlicrniig firv umudic der Insassinnen, lind ans der anderen Seite'ein Spendenbiich/das die eindringlichste Sprache redet von allen Dingeii hier im ' Hans. 103 r - - 35 - 36 die Spalten .werden .. kürzer, die.Beträge. liiedriger. Und das Lehre- . rinnenheim mit seinen 26 Insassinnen.- von denen seistviele KleuireNtiier sind, ist aus die Spenden augeivieseu. Dieses Heim hat vielen aiidereu ctivas voraus: cs vereint einen Kreis von 3Re»sc1ieii. die alle uirgeiahr aui gleicher Bilduiigsslufc sleheu'. deren Lebe» .'erfüllt war voi> sehr älmlicheu .Interessen' ' und die steh heule, lwch gegenseitig "Anregung geben . .können.- Es berührt amstnwhlch—daß.der Flügel im -.S-peifeziiiiiner sieht iiiid' daß, wie man erfährt, . keil, Täa ohne AHunkmeraelit. Placht inast einen kleineii Ostiudwmg diirch einige der.Zimmer,.willst inan einen Blick in die. trotz .mancher Sorge Mid- 3tot '. >.ceiind,!iche Welt aller, kluger uud guter jiidischer Fraueii. 'Die eine ivar Miinklelirerni. die -ändere hatte eine be» rühmte Gvmnästikschiile. die drille ein Peiisioiiat, die vielte war. Sprachlelirerin — stebe»,Sprachenbeherrschle.sie. Fass -alle hat'das Leben weit in der Ltzelt hermngefiihrt, ehe sie hier zur Ruhe -kamen. Aber der Kontakt mit draußen ist noch istcht-gelöst. AnS Schülern sind Fainilienbäter . niid »Mütter geworden, viele sind iveit in. die Ferne gezogen nnd doch w.eht noch mancher Gruß in die Stille. Sv blieb dgs Berstchcu ivach in den alten Frauen, das »sie immer schvn den nächsten Generationen entgegenbringen fviiiiten. 84 Jahre ist die Aelteste und istcht viel jünger die. bie einem da sagt: „Den Jungen geht'S heute nicht gilt, sie habest'S schiGer"— was wollen wir Alten da verlangen Ruhe, mir ein - bißchen Ruhe. Plrit' müssen sie haben, die Jungen, sehr viel "Mut nnd ans Leben inüsiensie glauben iuid sich,.-so -wie die Inden daS immer tun innßtem tapfer ins Schicksal fügen, dann ivird's schon gehen. ' Niid die,'die noch . hier sind, können auch ims etivas. gehe»: iieulich ivar ivieder ein Sänger hier — wir denken lange an solche Stunden, zurück iiiid sreiien - unS. .ivcnn -.wir.-sie manchmal haben, dürfen. Und sonst srenen . ivir nnS. daß nns. ein Heim gegeben ist, jedem sein Zimmercheii. das er sich selbst so halten kann, ivie. er will. Und die 'Natur ist da für uns-— studiert haben wir jetzt wirklich 'geling. . "Manche. tun's ja heute noch : ich nicht. . Aber bbn den; Wörterbüchern und den Noten -habe ich mich doch ' nicht treiinen könne». Und sonst — ich - habe noch - meinen gesnuden Geist und Körper, ich »relie mich über alles—imd wenn es noch' so klein ist. DaS, ist die ganze "Klugheit, die mir ein.-langes Leben beschert hat." " I ■ So oder ähnlich sprechen sie alle,, auch iv'enn sie ichwrigen. hört.inan ihnen die Worte ai>. Es ist die "iLeiSheit nnd Dankbarkeit alters gläubiger .jüdischer Frauen. Sie verlangen .janicht Eicl. Sie sehen gliicklich anS, wenn ein paar bescheidenes ..Blumen in der-.Baie sich über ihre hageren Hände neigen, die aufdein Tii'ch liegen und abendlich ini'lde siiid. Sie sreuen stell über ein-liebes Wort, iibcr die Stille ihrer vier Wände. Sie helfen einander, wenn ne krank sind lind die -Schwachen) sind stark den Schwächeren gegenüber. Und wenn'-, eine leiic von ihnen gegangen ist. wcrdeii sic vielleicht niid, ein ivenig ruhiger, und dann koüstnl eine Rene ans der großen Menge der Wartenden und gesellt sich ebenso leise zu ihrem Kreis. Keine Morgendämmerung! Ei» kleiner: aber um io charakteristifeherer Be. trieMniisall hat sich im Berliiier jüdischen .-.Gern e i n d e b l a M7.- abgespielt. In seiner 3Uimmer 37 ivar "er ne länge, sehr Positive Wnrdigiing deS SeptemberhefleS der Monalssehrift „Der Pcvrgen" erschienen, an deren Schluß es.hieß: .... . Bon den übrigen.Beiträgen des an Material niid 2lnregnngen reichen September- Heiles des „Morgen" seien .. . . insbesondere der Leitartikel von A. H.: „Innere Bilanz" .erwähnt, in dem der Verfasser, zu' den Veräuderiingen miierhalb des iiinerjüdischen Lebens in Deutsch-' land in den letzten Jahren kritisch Stellung ni in int." ..... "Aber zwei Niimmerit später kamt der astsmerkiame Leser, mit dem eine Zeitung iedenialls -rechnen sollte, in einer neuerlichen, sehr kurzen Be-, sprechimg des gleichen ..Plorgeil"-Hestes lesen: —- „Hinzuweifen bleibt noch aus den Lcitäus'atz von Alfred- Hirfchberg. der eine Bilanz der iiiuerjüdifchen-Eiitwickluug gibt. Nlauches' von dem. 'was der Beriaisersagt, läßt .sich durchaus, billigen, aiideres ist zu sehr vom Ständpuiikt der .jüdischen -Jugend gesehen, die doch nur ein Teil- . bild des jüdischen LebemS kennt, -voii,se°iuer traditivu'elleii Entivickliiug iu den letzteu Jahren- . sich nur äüS Gedrucktem unterrichten kaiUi uiid deshalb 'manches uiiterschiedlicher sieht, als die' - tatsächliche Entwicklung verlausen ist." °Es-verdient Anerkennung, wie hier in wenigen' .Sätzen eiiie Fülle des Falicheu und doch zugleich durch, dieie Falschheit 'An'sschlußreiches ausgedrückt ivird. Es ist nicht möglich, den kritisierten "Aussatz abzichrucken. Er zog das timerjüdisch-orgäuisatorischc Ergebnis der letzten dreieinhalb Jahre, und kam. zu'dem Schluß, daß der Einsatz der lebendigen jugendlichen Kräfte tm züdischeu Leben durch die Bcharriiugskraft des bcst-ehciiden Alten an "nlordcit iu/ .- Das Gemeiiideblatt bestätigt zivciselsvhuc dieses Ergebnis. ES") hält aber — wenn die Rezension -'überhaupt einen Sinn haben soll — den bestehen-' den Zustand sür richtig. ); - - \ , Die Berliner jüdische Jugend und alle für eine, leliendige Gemeinde gestimmten Kreise werden dieie Feststelluiig mit nachdenklichem Jnlereüe zur Kellittiiiö'uchmen.. in der Gemeinde-Bibliothek Ter ^Leiter der GemciudebibliotHek der Jüdi. sehen Gemeiude zu Berlin, Oberbibliothekar Tr. E u g e n P essen, kann am 1. Oktober d. I. auf eine 25jährige Tätigkeit in der Eemeindebibliothck zurückblicken. NachdeM'D-r. Pessen als Hörer der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums zu Berlin und des Jüdisch-Theö'lognchen Seminars zu Breslau und an den dortigen Universitäten eine umfasiende jüdische und eine gründliche .allgemeine Atlsbildnng erhalten hatte, trat er in die Gemeindebiblivthck ein. .Das bibliothekarische Fachwissen erwarb.er sich in der prelißtschen Staatsbibliothek zu Berlin, in der er längere Zeit arbeitete. Während Dr."'Moritz Stern die Bibliothek leitete,, war Trk.'Pessen sei erster Assistent. Als Sterns Illochfolger in der Bibliothek. Tr. Josef Meist, 1933 »ach Palästina übersieddlte-' wurde Dr.: "Eugen Pessen mit ihrer Leitung betraut. Damit wurde ihm ein verantwortungsvolles: Amt übertragen, denn die Gemeindebibliothek mit' ihren etiva 70 000 Bänden ist eine der größten jüdstchen Bibliotheken der Welt und durch ihre Haiidichristensammluiig von hoher.Bedeutung für die Wissenschaft. . ° Die Bibliothek ist'in den letzten drei Jahren sehr wichtig geworden. . Die 'Besucherzahl ist er- ' heblich gestiegeni Im Jachre 1933 betrug sie 27 500,. 1034 37.300. 19.35 38 600: Im Interesse der jüdischen Wissenschaft- und der Benutzer der ,, Geweindebibliothek sei der Hoffnung Ansdriick gegeben,,^daß es dem arbeitsfreudigen. Jubilar livchlauge Zeit bescliieden sein möge, seine wertvollen Kräfte, in den Dienst der Gemeindcbibliothck zu stellen! x. h. Die Beratungsstelle der Sviiagogenffeüit-inde Breslau veranstaltet auch in diesem Winterhalb- Whr besondere theor.etische .iianMirevEft. I n. tief ii r A u s w a » dn.»:r'e r. Dir-. Kurse- -tim» Sa"cii did wi'chUMsi^MMMe^vr^<auhandweeki?7 techniielzes und Freihandzeichcu und Buchhaltung. . Ferner ist ein Zuschneidckursns für Damen- und -verrenschneiderei vorgesehen: bei genügender An- . zahl Meldungen auch sür Schwachstrom-, besonders Padiotechnik. . Anineldnngeu von Kurfnsteilnehmern am 5, und 6.' Oktober bei der Beratung?. , stelle der Synagogengemeinde, Breslau: Wällstraße 9. An -diesen Tagen findet gleichzeitig eine Beratung der Kursustcilnehmer statt. , t r A I.

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