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Central-Verein-Zeitung · 1938-09-08 · 36 (8.9.1938) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
36 (8.9.1938)
Date
1938-09-08
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 C-V.-Zerf.wg- Nr. 36 * 8. September 1938 1. März 1939 den italienischen Boden verlassen haben müssen. Sowohl die Schweiz als auch Frankreich und Jugoslawien als die Grenzländer Italiens haben bereits eine'4 verschärfte Grenzkontrolle eingeführt. Andererseits sind Bestrebungen im Gange, das Problem der von der Ausweisung betroffenen Juden, soweit sie deutsche, bzw. österreichische Staatsbürger sind oder waren, in die Aufgaben des „Zwischenstaatlichen Komitees" einzubeziehen. Staatssekretär Hull erklärte, in Washington, daß eine solche Ausdehnung nur dann möglich sei, wenn die in dem Komitee vertretenen 32 Staaten hierzu ausdrücklich ihre Zustimmung erteilten. gut in Hort landwirtschaftlich umgeschult. Dort sind bisher 180 Menschen in einem zweijährigen Kurs tätig. Die Parallelklassen in den Knaben- und Mädchengymnasien sollen in gewerbliche Mittelschulen umgewandelt werden. Die ausländischen Hilfsorganisationen machen ihre Mitarbeit vorläufig von den in Ungarn von den Juden selbst getroffenen Maßnahmen abhängig. In erster Linie denkt man an Unterstützung der landwirtschaftlichen Umschulung. Eine Zweigstelle der Hicem soll in Budapest errichtet werden. Das „Jüdische wissenschaftliche Institut" in Wilna / v„n w. k»«^ Ungarn Am 4. September hielt Ministerpräsident I mredy in Kaposvär seine langerwartete Rede, in der er das Reformprogramm der Regierung der Öffentlichkeit bekanntgab. In seinen Ausführungen kam der Minister auch auf die Judenfrage zu sprechen und erklärte, daß mit den kürzlich erlassenen vier Verordnungen über die Errichtung der Presse-, Theater- und Fümkammer die durch das „Gesetz über die wirksamere Sicherung des sozialen und wirtschaftlichen Gleichgewichts" beabsichtigte Regelung vollendet sei. Der zu weit gehende und als ungesund empfundene Einfluß des Judentums auf das wirtschaftliche und geistige Leben des Landes sei nunmehr in die für die Nation tragbaren Grenzen zurückgedrängt worden. Durch die gewissenhafte Durchführung des von der vorausgegangenen Regierung noch entworfenen Programmen habe man der Nation und der Rechtssicherheit des Landes einen Dienst erwiesen. Die Gesetze über die Schaffung der Theater- und Kunst kammer sind veröffentlicht worden. Mit ihrem Inkrafttreten wird das Prinzip des Verhältnisses des jüdischen Anteils von 20 :80 ebenfalls verwirklicht werden. Die Uebergangsbestimmungen $Sal@ra?&eäten / David Friedmann Kerlin W15, Paderborner Str. 9. 97 25 65. entsprechen im wesentlichen jenen, die bei der Schaffung der Pressekammer getroffen und von der C.-V.-Zeitung seinerzeit veröffentlicht worden sind. Inzwischen geht die aktive Arbeit der Israelitischen Kultusgemeinde in Budapest zur Umschulung der aus ihrem Beruf gerissenen^'Juden weiter. Jüdische Arbeitgeber haben zunächst 400 offene Arbeitsstellen und weitere:'-5ÖÖ Lchrlingsstellen der bei der Gemeinde" errichteten „Hilfsstelle" angeboten. Ein Kurs für Auto- und Maschinenmonteure, für Haushalts- und Säuglingspflege wird demnächst eröffnet. Wenn man auch in erster Linie bestrebt ist, die arbeitslos werdenden jüdischen Menschen im Lande selbst unterzubringen, so sind doch auch Bemühungen im Hinblick auf die Auswanderung im Gange. Tausend Auswanderungswillige haben sich bisher gemeldet. Ein Teil von ihnen wird auf dem der Gemeinde gehörenden Land- Das Jahr 1938 ist für die jüdische Geistesgeschichte von besonderer Bedeutung. Die beiden wissenschaftlichen Institutionen, die den geistigen Aufbauwrillen des Judentums am entschiedensten verkörpern; die Universität auf dem Skopu&berg in Jerusalem und das „Jüdische Wissenschaftliche Institut" zu Wilna, „J. W. I." genannt, feierten in ihm den Tag ihrer „Barmizwah". Wenn man bedenkt, daß ganz naturgemäß der im Zentrum des öffentlich-jüdischen Interesses stehenden Universität der weitaus größere Teil der zur. Verfügung stehenden Mittel zufließen mußte, der für das „J. W. I" benötigte Geldbedarf hingegen meist nur durch Sammlungen pfennigweise aufgebracht werden Polsterwaren Eigene Werket. Umarbeitung A.Ho|da Weißensee, Berliner Allee 255 S6385S konnte, wird man vor der außerordentlichen Leistung des letzteren besonderen Respekt empfinden. Mag auch das Arbeitsgebiet der beiden Institute verschieden sein, mag auch die Universität in hebräisch, der Sprache der Zukunft, das „J. W. I." in jiddisch, der Sprache der Gegenwart von ungefähr zwei Dritteln des jüdischen Volkes, forschen und lehren, sie sind beide Kinder einer Mutter und haben gleichen Anspruch auf deren Liebe und Fürsorge. Ein Querschnitt durch die Arbeit seiner ersten dreizehn Jahre wird zeigen, wie umfassend das Aufgabengebiet des „J. W. I." ist. Programmatisch für die Arbeit des „J. W. I" sind folgende Sätze aus seinem ersten, im Jahre 1929 erschienenen Rechenschaftsbericht: „Das „J. W. I." soll die jüdischen Massen zu Erben alles dessen machen, was Juden als einzelne und das jüdische Volk als Gesamtheit wann und wo immer geschaffen haben. Es soll ferner die Aufgaben erfüllen helfen, die den wissenschaftlichen Körperschaften auf dem Felde der Forschung bei jedem anderen Volke zukommen. So umfaßt diese künftige Jüdische Akademie im Prinzip sämtliche Zweige des menschlichen Wissens, und nur die bei jedem Anfang gebotene Selbstbescheidung bringt es mit sich, daß der erste Arbeitsplan des Institutes bloß die sogenannten jüdischen Gebiete umspannt." Man sieht die Initiatoren, unter denen sich Männer von Weltruf befanden, waren von Anfang an darauf bedacht, den Zusammenhang mit der allgemeinen Geistesgeschiehte nicht zu verlieren. Die Forschungsarbeit des „J. W. I." vollzieht sich in fünf Sektionen: der philologischen, der historischen, der ethnographischen, der pädagogisch-psychologischen .und endlich der ökonomisch-statistischen. Sie alle haben ihre Arbeitsergebnisse bereits in einer langen Reihe grundlegender Werke der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nur einige der interessantesten Themen seien hier genannt: Die Geschichte des Chassidismus, von besonderem Wert für den Juden in Westeuropa, dem diese Bewegung so oft in einem verklärenden Licht geschildert worden ist, und der sie hier in einer meisterhaften, wissenschaftlich bis ins Kleinste fundierten Darstellung des unparteiischen Geschichtsschreibers in ihrer wahren Gestalt kennenlernt. Wertvolles •Quellenmaterial enthält die 1930 geschriebene Arbeit „Archiv für die Geschichte des jiddischen Theaters", eine Fundgrube für den Literatur- und Theaterwissenschaftler. Die von der ökonomisch-statistischen Sektion herausgegebenen „Schriften" verdienen unsere Aufmerksamkeit nicht allein ihres Allgemeinwertes wegen — es sind jeweils die berufensten Vertreter ihres Faches, die zu Worte kommen — sondern auch, weil eine ganze Reihe von Arbeiten in direkter Beziehung zu der Geschichte der Juden in Deutschland steht. Von großer wissenschaftlicher Bedeutung sind ferner die zahllosen, einzeln und gesammelt erschienenen Untersuchungen aus dem Forschungsgebiet der philologischen Sektion, die Schriften über wirtschaftsgeschichtliche Fragen und die Publikationen der historischen Sektion, wertvoll nicht zum wenigsten durch viele Urkunden- Veröffentlichungen, die archivalische Kleinarbeit mühsam zutage gefördert hat. Die jüdische Folklore ist ein mit ganz besonderer Liebe bestelltes Feld der ethnographischen Sektion. Um nur ein Beispiel anzuführen: Mit Hilfe von mehr als 300 Mitarbeitern in der ganzen Welt hat man das Brauchtum der jüdischen Feiertage lückenlos aufgezeichnet. Die folkloristische Sammlung der Sektion besteht heute schon aus über 100 000 Stücken. Der inzwischen leider verstorbene folkloristische Forscher I. L. Cahn hat eine Anzahl dieser Carl I<insky, W30, Fernspr. 26 40 30 Heilbronner Straße Äl,. parterre. Schätze weiteren Kreisen zugänglich gemacht. Das jüngste Kind des „J. W. I." ist eine Forschungszentrale für das ganze Gebiet des jüdischen Sports. Ihr ist ein Archiv für die Materialien des jüdischen Sports in aller Welt Geschichte eines Glücklichen Zum Tode Ado;ph Levisolms Am 19. August wurde Adolph Levisohn in Ncw.York beigesetzt. Die Teilnahme am Tode dieses bedeutenden Philanthropen und Kunstmäzens war allgemein. Levisohn stammte aus Hamburg, wo er im Mai 1849 geboren wurde. 1867 wanderte er . nach einer dreijährigen Lehrzeit im Geschäft seines Vaters nach Amerika aus. In der Neuen Welt hatte er vom ersten Tage an ein erstaunliches Glück in seinen Unternehmungen. Gold- und Kupferminen waren sein besonderes Gebiet: er war Präsident der Tennessy Copper Co., der Miami Copper Co., der South American Gold and Platinum Co. und einer Reihe anderer Unternehmungen. Sehr bald galt er als vorzüglichster Fachkenner und wurde in den letzten Jahren, da er sich zur Ruhe gesetzt hatte, noch häufig als Sachverständiger bemüht. Die Millionen, die er verdiente, waren ihm nur Mittel zum Zweck, und er sah es als eine Lebensaufgabe an, anderen Menschen zu helfen. Von seinen Stiftungen sind hervorzuheben: 300 000 Dollar für die Columbia-Universität zur Gründung einer Lehranstalt für das gesamte Minenwesen von der Mineralogie bis zur Konjunkturforschung; 300000 Dollar für das pathologische Laboratorium am Mount Sinai- Hospital; an 200000 Dollar für die Föderation jüdischer Wohltätigkeitsanstalten; über 250000 Dollar für die jüdische Waisenanstalt, deren Präsident er lange Jahre gewesen ist; 140000 Dollar für eine technische Schule für jüdische Mädchen; 50000 Dollar für die jüdische Protectory, eine Art Kinderbewahranstalt; 10000 Dollar für das jüdische Krankenhaus in der Second Avenue; 30000 Dollar für die Studenten der John Hopkins-Universität als Stipendium; 25 000 Dollar für eine wissenschaftliche Stiftung in seiner Geburtsstadt und viele kleinere und größere Summen für verschiedene ähnliche Zwecke. Für Musik hatte er besonderes Verständnis und Vorliebe. 1915 ließ er das monumentale Stadium errichten, das er dem City College schenkte. 1917 begann er Sommerkonzerte unter freiem Himmel zu subsidieren, 1918 Symphoniekonzerte im Stadium. Seitdem finden allsommerlich im Stadium Symphoniekonzerte statt; jede Saison durch eine Rede Levisohns eröffnet. Auch im letzten Sommer war Levisohn noch bei der Eröffnung der Konzerte anwesend, hielt aber keine Rede mehr; der Oberbürgermeister von New York vertrat den Neunundachtzigjährigen, mit dessen körperlicher und geistiger Rüstigkeit man jedoch nach wie vor rechnete. Nach dem letzten Konzert feierte man ihn um so mehr, als er dem Abschluß dieser Veranstaltungen, die er ins Leben gerufen, zwanzig Jahre lang betreut und gefördert und ihnen regelmäßig beigewohnt '.latte, zum ersten Male fern blieb. Man wußte nicht, daß er im gleichen Augenblick starb, als die siebzehntausendköpfige Menge im Stadium seinem Namen zujubelte, Man wird ihm das dankbarste Andenken bewahren, denn er hatte nicht nur eh. Vermögen, das er zum Nutzen seiner Mitmenschen anzuwenden verstand, sondern er setzte auch seine Person dafür ein. So führte er neue Methoden in der Waisenhaus-Erziehung ein, die Hebrew Sheltering Guardian Society, das Waisenhaus, dessen Präsident er war, verwirklichte als erstes das Cottage-System an Stelle des sonst üblichen Kasernenbetriebes; 1912 fand diese Umstellung statt, das Waisenhaus übersiedelte aus dem städtisch kasernenartigen Gebäude am Broadway auf ein großes Grundstück an der Peripherie mit Parkanlagen und 17 Cottages (Landhäuser) darin. Dies Beispiel fand rasch Bewunderung und Nachahmung. Aehnlich gelang es dem eifrigen Philanthropen, durch das nationale Komitee für Gefangenenfürsorge Verbesserungen durchzuführen, z. B. die würdigere Bezahlung der Gefangene narbeit und hygienische Fürsorge. Bei alledem war er ein glücklicher Mann; er habe, erklärte er an seinem letzten Geburtstag in der „New York Times", Erfolg gehabt und alle seine Ziele erreicht, er sei immer fröhlich und zufrieden und darum ohne Feinde gewesen. Seine Freude an den Künsten hatte gewiß den größten Teil daran, denn er war von Herzen kunstfroh, sah immer gern Künstler um sich, versäumte kein Symphoniekonzert in der Carnegie Hall und hat in den letzten Jahren noch singen gelernt. Nur zu seinem eigenen Vergnügen, doch auch seiinen Freunden war es eine Freude, an seinem 89. Geburtstage den warmen und gar nicht greisenhaften Bariton singen zu hören. Leo Hirsch Konzert Ernö Garay Der erste Tenor des Berliner Kulturbunds vermittelte an einem Konzertabend einen Ueberblick seines jetzigen Leistungsstandes. Es erneuert sich der Eindruck, daß dieser Sänger auf Grund seines erstrangigen Materials mit sehr großen Möglichkeiten rechnen darf, wenn seine weitere Entwicklung wie bisher im Zeichen wachsender Beherrschung des Technischen steht. Gewisse Intonationsprobleme harren noch der Lösung, das Ringen um ausdrucksmäßige Vertiefung auch in stilistisch strengeren Vorwürfen (Gluck!) bedarf der Steigerung. Ein frisches, liebenswürdiges Naturell, dem der nötige dramatische Einschlag nicht fehlt, vor allem aber, der strahlende Glanz der Spitzentöne sicherte dem sympathischen Künstler eine begeisterte Aufnahme. Die Begleitungen betreute Hans Zander. H. Fr. angegliedert. Es liegt dem Institut besonders am Herzen, niemals den Zusammenhang mit der Wirklichkeit zu verlieren. Zur Unterstützung seiner wissenschaftlichen Arbeit hat sich das Institut eine ganze Reihe von Einrichtungen geschaffen. Die „Biographische Zentralstelle" registriert das gesamte jüdische Kulturschaffen, das „Presse- Archiv" besitzt über 10000 Jahrgänge jüdischer Zeitschriften und Tageszeitungen und beobachtet laufend alle gegenwärtig erscheinenden Presse-Organe. Zum 250jährigem Jubiläum der jüdischen Presse hat das Institut eine Geschichte der jüdischen Presse verfassen lassen, die uns eines der wichtigsten Gebiete des jüdischen Geisteslebens erschließt. Die Bibliothek des „J.W.I." besteht aus mehr als 50000 Bänden. Damit ist sie von ihrem Ziel, die gesamte Druckproduktion der Für Vater und Sohn die richtige Kleidung von Spezialabteilung für Auswanderer. Große Auswahl in Leinen - Anzügen, Popeline-Mänteln, Slip-Wäsche usw. LUDWIG Frankfurt a. M. gegenüber dem Hauptbahnhof der jüdischen Gegenwart und Vergangenheit zu umfassen, freilich noch weit entfernt. Immerhin besitzt sie bereits die heute größte Sammlung von jüdischen Gelegenheits-Einblattdrucken, Plakaten, Aufrufen usw. und in ihrer Handschriften-Abteilung eine bedeutende Anzahl von Manuskripten und Autogrammen älterer und moderner jüdischer Schriftsteller. Angegliedert sind dem Institut ein Theatermuseum (das „Ester Rachel Kaminski-Theatermuseum") mit außerordentlich reichen Beständen, ein pädagogisches Museum, ein ethnographisches Museum und — eine Schöpfung der letzten Zeit — das Museum für bildende Kunst, das nicht nur der Anschauung, sondern vor allem der kunstwissenschaftlichen Forschung dienen soll. Die Sorge um die Heranbildung eines geeigneten wissenschaftlichen Nachwuchses hat zur Einrichtung der sogenannten „Aspirantur" geführt: Zu selbständigen Forschungen beifähigte Studierende werden in intensiver Seminararbeit auf ihre spätere Tätigkeit vorbereitet und erhalten im Falle ihrer Bedürftigkeit ausreichende Stipendien. Daneben werden spezielle; Fortbildungskurse für Lehrer abgehalten, und eine Beratungsstelle ist Studenten und jungen" Gelehrten bei der Auswahl von Themen für ihre Arbeiten und Dissertationen mit Hinweisen und Material behilflich. Es sind auf diesem Wege bereits ausgezeichnete Abhandlungen aus allen Wissensgebieten entstanden. Regelmäßige Rechenschaftsberichte 'stellen die im allgemeinen monatlich erscheinenden „J. W. I.-Nachrichten" dar, während die nur fünfmal jährlich herauskommenden „J. W. I.-Blatt er" aktuelle Probleme in gedrängter Darstellung behandeln. In Vorbereitung ist eine Zeitschrift „Dokumentation! des jüdischen Lebens". Sie wird voraussichtlich in vier Sprachen gedruckt werden. Im übrigen ist es im Rahmen einer summarischen Uebersicht unmöglich, mehr als nur eine vage Andeutung von der Vielfältigkeit der Arbeit des Instituts zu geben. Es inventarisiert die jüdischen Altertümer in allen Ländern der Welt, es übernimmt die Bearbeitung von Akten aus den Archiven jüdischer Gemeinden und Institutionen, es hat eine Rundfrage über die zeichnerische Begabung und das Farbenempfinden des jüdischen Kindes vorgenommen, es erteilt wissenschaftliche Informationen, es hat für das „Zentrale Statistische Institut" in Rom eine Bibliographie über die jüdischen Wanderungen während der letzten 30 Jahre zusammengestellt, es hat in der Presse verschiedener Länder Darstellungen über die jüdische Bevölkerungsbewegungen und über die jüdische Kriminalität veröffentlicht, es läßt populärwissenschaftliche Vorträge abhalten, es steht mit den angesehensten gelehrten Instituten in einem regem wissenschaftlichen Austauschverkehr, kurz, es gibt kaum ein Aufgabengebiet, daß es nicht in den Kreis seiner Tätigkeit einbezieht. Als das „J. W. I", das der Initiative eines kleinen Kreises von Gelehrten, wie Simon Dubnow, N. Stif, Max Weinreich, Salman Reisen, E. Tschernikower, Jacob Schatzky u. a. seine Entstehung verdankt, seine Arbeiten aufnahm, verfügte es über ein kleines, notdürftig hergerichtetes Zimmer in einem Mietshause. Heute besitzt es ein eigenes zweckmäßig ausgestattetes Institutsgebäude mit feuersicheren Archiv- und Sammlungssälen, und menschlicher Voraussicht nach ist die Zeit nicht fern, wo es auf eine abermalige Erweiterung seiner Räume bedacht sein muß. Von den assyrischen Skulpturen im Britischen Museum, London, aus der Zeit.von Salmanassar III. bis Sanherib, ist aus der Feder von C. J. Gadd und Sidney Smith ein bilderreicher Katalog erschienen, der für die Assyriologen ron hohem Interesse ist. Neues Licht in das Dunkel, das noch immer über der Islamischen Maleret liegt, bringt ein Aufsatz in der amerikanischen Zeitschrift ..The Art News", einer der bekanntesten Kunstzeitschriften der Neuen Welt, aus der Feder von Eustache d-e Lorey, der die Schätze der Bibliotheque Nationale in Paris an Miniaturen aus dem 13.—16. Jahrhundert in den Bereich kunstwissenschaftlicher Forschung stellt. PeKSlANER SiSberfüchse. Sämfi. NERZE Pelzarten BERL IN W 5 O Augsburger Strasse 45

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