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Central-Verein-Zeitung · 1938-09-01 · 35 (1.9.1938) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
35 (1.9.1938)
Date
1938-09-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 C-V.-Ze?tung Nr. 35 * I. September 1938 Levinsohns: „Eines Abends wurde plötzlich, die Tür aufgerissen, und ein baumlanger, sichtlich betrunkener uniformierter Kerl, dessen Mütze und Achselklappen.-die Abzeichen eines höheren Offiziers zeigten, torkelte herein und verlangte mit brüllender Stimme Schnaps. Levinsohn antwortete ruhig: ,Hier ist keine Kneipe, mein Herr, hier wird kein Schnaps verkauft.' ,Alter Teufel', schrie der Berauschte, .gib Schnaps, sonst —'.' und dabei erhob er drohend die Faust. Levinsohn rührte sich nicht. ,Nimm die Mütze ab, steh auf vor mir!' kreischte der Eindringling. Ohne sich von seinem Sitz zu erheben, sagte Levinsohn: ,Merkwürdig! Da kommt ein Mensch zu mir und statt selbst die Mütze abzunehmen, wie es sich schickt, verlangt er es von mir.' Dabei langte er nach einer neben ihm stehenden Schatulle, entnahm ihr den Brief des Kaisers Nikolaus und hielt ihn dem Trunkenbold, der sich drohend über ihn gebeugt hatte, vor die Augen. Als dieser den kaiserlichen Namenszug erblickte, war er wie vom Donner gerührt. Der Mantel fiel ihm von den Schultern, er sank auf die Knie, küßte Levinsohns Hand und stammelte: ,Verzeihen Sie, mein Herr, ich muß mich schämen! Ich habe eine Dummheit begangen und nieine Ehre besudelt! Verzeihen Sie mir!'. Damit stand er mühsam auf und verließ unter vielen Verbeugungen das Zimmer." Man versteht, daß der Verlust eines solchen Talismans von Levinsohn besonders schmerzlich empfunden werden mußte. Die Aufregungen im Gefolge dieser Diebstahlsaffäreverschlimmerten seinen Allgemeinzustand außerordentlich, und seine Krankheit nahm eine kritische Wendung. Am 13. Dezember 1859 diktierte er sein Testament: „Ich bin 71 Jahre alt, liege auf dem Krankenbett und glaube, daß die Zeit gekom- Carl Zobel ™. 242953 Feine Herren-u. Damenkleidung nach Maß. Gr.Stoffauswahl E. SCHEIN W15, Duisburger Str.! TELEFON: 92 42 31 men ist, wo ich sterben muß. Jetzt, wo ich noch bei vollem Verstand und in der. Lage bin, meine Gedanken zusammenzuhalten, schreibe ich das auf, was nach meinem Ableben geschehen soll. Es war mir nicht vergönnt, Kinder zu hinterlassen, ich besitze nur eine 80jährige Schwester, deren Sohn — Jankef Isroel — ich erzogen habe. Den Wert meines Nachlasses an Büchern schätze ich auf 77.0 Rubel. Meine Schwester Feige soll meine Erbin sein und ihrem einzigen Sohn, bei dem sie lebt, soll man alle Bücher und Möbel übergeben. Bares Geld besitze ich nur wenig. 50 Rubel soll das jüdische Krankenhaus in Kremenetz bekommen, was bleibt, soll unter die Armen verteilt werden. Sieben Tage soll bei mir ein Minjam veranstaltet werden, und ein Jahr lang soll in der Schul ein Jahrzeitlicht brennen. Mein Erbe soll sich bemühen, meine noch unveröffentlichten Manuskripte zum Druck zu bringen. Jizchok Baer ben Jehudah Levinsohn." , Die Summe dieses echt jüdischen Lebens ziehen die Worte, die Levinsohn selbst einmal für eine Inschrift auf der Gedenktafel zu Häupten seiner künftigen Grabstätte bestimmt hat: „Dieser Stein ist Zeuge, daß ich mit erhobener Hand gegen alle Feinde Gottes gekämpft habe, nicht mit dem Schwert, nur mit dem Wort! Und daß ich die Juden verteidigt habe, wo auch immer, dafür zeugen meine Werke ,Serubabelc und ,Efes Damim'! Als Apologet des Judentums wollte er also im Gedächtnis der Nachwelt fortleben. Das wird er. W. Kruszynski KALENDER Sept. 1938 Aus den Gemeinden Benin Vor mehreren Tagen ist Rabbiner Dr. A11mann nach England übergesiedelt. Nachdem er fünf Jahre lang das Amt des Rabbiners in der Synagoge Passauer Straße verschen hatte, übernahm er das Rabbinat an der Synagoge Münchener Straße. In der Synagoge in Hermsdorf fand ein Genieindeabend statt, bei dem David Heimann, Frohnau, der 1. Vorsitzende des Religionsvereins der nördlichen Vororte, kürzlich aus Amerika von einer Besuchsreise heimgekehrt, über „Notizen einer Amerikareise" sprach. Kaptor Sittig, begleitet am Harmonium von Heinz Alexander, Berlin, sang jüdische Lieder. Dresden Eine Ferienkolonie für etwa 100 Kinder von 6—16 Jahren wurde in diesem Sommer im Bereich der an die Synagoge grenzenden Gemeindegrundstücke eingerichtet. — Direktor Alfred S ch ä le r, der Leiter der Jüdischen Schule in Dresden, ist zum Vorsitzenden des Vereins israelitischer Lehrer Mitteldetits'.'hlands und der Sächsischen israeM'is'hen Lehrervereinigung, mit dem Sitz in Dresden, ernannt worden. Frankfurt am Main Dr. S. Ehrmann, eine der führenden Persönlichkeiten der sogenannten Austrittsorthodoxie, verläßt in diesen Tagen Deutschland. Dr. Ehrmann hat auch an der Arbeit des Jüdischen Centrai-Vereins, dessen Landesverbandsvorstand er angehörte, stets tätigen Anteil genommen. Wir wünschen ihm für sein ferneres Leben Glück und Erfolg. Hildesheim Landrabbiner Josef Schwarz verläßt nach zweijähriger Wirksamkeit Hildesheim, um einem Ruf nach Manila zu folgen. Am letztem Sabbat fand ein Abschiedsgottesdienst statt, bei dem der Vorsteher der Gemeinde, Alex R e h f e 1 d, in einer Rede den Dank der Gemeinde übermittelte. Danach hielt Landrabbiner Schwarz seine Abschiedsrede. Mannheyn In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung wurde,, der Kaufvertrag mit der Stadtgemeinde Mannheim wegen des alten jüdischen Friedhofes und des Hauses in F 5,25 genehmigt. Mit der Ueberführung der auf dem alten Friedhof liegenden Toten nach dem neuen Friedhof wird bereits begonnen, so. Schneidemühl Im Rahmen einer Schulfeier wurde die Einweihungsfeier der neuen jüdischen Bezirksschuie in Schneidemühl abgehalten. Rabbiner Dr. P1 o tk e hielt die Festrede. Nachdem vor vier Monaten die Schule eröffnet worden war, konnte jetzt der inzwischen etappenweise vorgenommene - Umbau des Gemeindehauses, in dem die Schule untergebracht ist, beendet werden, so daß die Schule mit ihren 70 Schülern jetzt über große und luftige Räume verfügt. Gottesdienste in Berlin Abkürzungen 3. Sonnabend 10. Sonnabend 17, Sonnabend 24. Sonnabend 25. Sonntag 26. Montag 27. Disnstag 28. MitHUOCft ALTER RITUS: Grunewald G., Heidereutergasse H., Kaiserstr. K., Köpenick Kp„, Miinrhener Str. M.. Pestalozzistr." Pe., Rykestr. R., Tbie'Isch-üfer Tu. NEUER RITUS: Fasanenstr. Fa., Friedenstempel Fr., Levetzowstr. Le., Lindenstr. Li., Lützowstr. Lü., Oranienburger Str. O., Oranienburg Or., Prinzregentenstr. Pr., Schmargendorf Sm. REFORM: Johannisstr. Jh., Joachimsthaler Str. J. FALK EN BERG - Synagogen: Kaiserstr. Ka., Kaiserdamm — Kd., Prenzlauer Promenade Pz., Schönhauser Allee Sö., Triftstrasse T. EIuI 7. Schoftim 5. B.M. 16,18—21,9 Haftara: Jes. 51,12—52,12 14. Ki teze 5. B.M. 21, io-25,» Haftara: Jes 54,1—10 21. Kitawo 5. B.M. 26-29, 8 Haftara: Jes. 60 28. Nizzawim 5. B. M. 29,9—30,20 Haftara: Jes. 61,10—63,9 29. Erew Rosch haschana Tischri 1. 1.Tag Rosch.haschana: l.B.M. . 21;4B.M.29,i-6 Haftara: 1 Sam. 1—2,10 2. 2.Tag Rosch haschana: l.B.M. 22; 4. B.M. 29,1-g Haftara: jer. 31, 2—20 3. Zorn Gedalja: 2. B.M. 32,11-14; 34,1-10 - Mincha Haft.: Jes. 55,6—56,8 Magister Kirsch Der gufe Likör, Magister, München VII lieiiag, 2. Sept. Sonnabd., 3. Sept. Sonntag (St.) 4.Sept. Fa. 19 Swarsensky 10 Fr. 19 Hamburger 10 G 19 9 H 19 8.30 I 18.30 Rosenthal — Th. — 10.30(St.)Gottschalk £ 19 9 Ka. 19.30 Zimet 10 Zimet Kd. 19.15 Hanff — Lt. 19 Lewkowitz 10 Li. 19 Maybaum 10 Lü. 19 Winter 10 M 19 9 O 19 Weyl 10 Or. 19 9.45 Pe. 19 9 Pr. 19.15 Galliner 10 Pr. 19.30 F. Winter — R 19 9 Landau Sm 19 Rautenberg 10 Sö. 19:15 Oberländer 10 Rautenberg T 19.30 Loewentha! — - Tu. 19 9 Jacobovits WEITERE VEREINSSYN AG OG EN: Berlncr Straße 91 (Hohenschönhausen), 2.: 20. — Frankfurter Allee 56, 2.: 19; 3.: 9 (A. Rosenthal) und 18.52; St.: 8; werktags: 7 und 19.30. — Falkenthaler Steig (Hermsdorf).. 2.: 18.30 (Klein); 3.: 10 (Klein). — Kammerstr. 7 (S-anc'au), 2.: 19; 3.: 10 u. 19.37. — Lothringenstr. 22, 2.: 19 (Meyer); 3.: 10 (Meyer). — Markgraf-Albrecht-Str. 11-12, 2.: 19; 3.: 9 und 18 (Neuhaus). — Prinzenallee 87, 2. : 19; 3.: 9 und 18.45 (Alexander); werktags: 7 und 19. — Schulstr. 7, 2.: 18.30 (Adler); 3. : 9.30 (Adler). Aus den Familien Max Freundlich (Stettin) feierte am 25. Aug. seinen 75. Geburtstag. — Siegmund E b e n s t e i n (Berlin W 30) beging am 27. August seinen 70. Geburtstag. — Frau Hanna Lehmann (Nürnberg) vollendete am 28. August ihr 90. Lebensjahr. — Frieda W i n d m ii 1 1 e r, geb. Frank (Andernach, früher Rodenberg) wurde am 31. August 75 Jahre alt. — Frau Minna Grund mann (Vlotho/Weser) feierte am 31: August ihren 85. Geburtstag. — Julie M a r c u s e. geb. Drucker (Polzin, früher Löbau/ Westpr.) wurde am 1. September 85 Jahre alt — Otto Marx und Frau Helene, geb. Kupferschlag (Köln, früher Unna/Westf.) feierten am 28. August ihre Goldene Hochzeit. — Alexander Rölen und Frau Caroline geb. Bingen (Recklinghausen) feierten am 28. August ihre Goldene Hochzeit. — Emil Kornberg. Vorsteher der Jüdischen Gemeinde Holzminden, und Frau Ida, geb. Lilienstern, begingen am 31. August ihre Silberne Hochzeit. — Ludwig Strauß und Frau Laura, geb. Michel, feiern am 3. September ihre Silberne Hochzeit. Hauptlchrer i. R. S. Andorn, Krefeld, vollendete am 22. August sein 75. Lebensjahr. Er hat die jüdische Schule in Krefeld über drei .Jahrzehnte mit Geschick und Großzügigkeit geleitet. Wir wünschen ihm und seiner Gattin segensvolle' Alterstage, Am 25. August feierte Victor CapelL Bochum, seinen 70. Geburtstag. Er ist seit -langen Jahren Vorstandsmitglied des Ortsverbandes Bochum des Jüdischen Centrai-Vereins. Als Vorsitzender des Repräsentantenkollegiums der Synagogengemeinde und als Mitglied des Provinzialausschusses der Synagogengemeinden Westfalens, des Darlehnskassen- '. Ausschusses -und des Wohlfahrtsausschusses des Provinzialverbandes hat er sich sehr, verdient gemacht. In Halberstadt verstarb der Vorsitzende des dortigen Ortsverbandes des C.-V., Georg Wolle nb erg. Der Verewigte hat mehr als ein Jahrzehnt dem Vorstand des Ortsverbandes des C.-V. an-; EggfQ Oftgin Uhfandsfr. 43 92 30 77 ■! aliÖ S mL& Gr. Lager, günstig. Angebote vorhanden gehört und leitete diesen in den letzten Jahren. Mit Georg Wollenberg ist eine Persönlichkeit von starker jüdischer Prägung und großer Herzensgüte dahingegangen. Sein Ableben wird in den Kreisen des C.-V. aufs schmerzlichste empfunden. Hier fand ich auch viele Werke der Kunst aus alter und neuer Zeit. Bisweilen aber auch manche den Engländern eigentümliche Sonderbarkeit. Einer englischen Dame, der Frau eines Lords, hat man eine hebräische Grabschrift gegeben. Hier läßt sich die englische Geschichte studieren, wo Pitt, Canning, Wilberforce, Newton, Shakespeare, Garrick, kurz alle Namen dieses herrlichen Landes einem ins Gedächtnis gerufen werden. Ich muß gestehen, daß ich bisher nur Dörfer gesehen habe. Alles hat hier einen großen Zuschnitt, und ich würde Euch um einige 100 Taler ärmer am Postgeld machen, wenn ich alles so genau beschreiben wollte, wie ich es wünschte... Da ich keiner Parlamentssitzung beiwohnen kann, so habe ich mir wenigstens im Oberhause die Stelle angesehen, wo Lord W. seine Blitze schleudert. Hier muß die Einbildungskraft viel wirken, denn die beiden Häuser haben ein miserables Aussehen. Mein Aufenthalt wird sich, vor der Hand, wohl noch ca. 10 Tage ausdehnen, dann gehe ich nach dem Innern des Landes, um mich dann, mit der göttlichen Hilfe, nach dem festen Lande zu begeben. Für heute muß ich schließen, da ich noch mehrere Briefe nach Amsterdam schreiben will. Dein treuer Sohn Ühde Liebe Mutter! Aus dem Vorhergehenden wirst Du sehen, daß es mir hier sehr wohl geht und es trägt nicht wenig dazu bei, mir meinen hiesigen Aufenthalt angenehm zu machen, so gute Nachrichten von dort zu haben... Für Erzählungen mancherlei Art habe ich hier genug Stoff gesammelt, und ich freue mich jetzt doppelt, meinen großen Reiseplan durchgesetzt zu haben. Die Welt nähert sich mehr und mehr aneinander. Man spricht von einer Reise nach Bengalen, wie bei uns von einer solchen nach Königsberg, und es zählt gar nicht mehr, wenn man wie N. eine Reise nach Griechenland macht. Der Himmel behüte Dich! Dein treuer Sohn Ühde . London, den 12. November 1833 Lieber Vater! Mein Aufenthalt in London hat sich noch etwas verlängert und verlasse dasselbe morgen, werde aber zunächst nach R. gehen... und sodann das feste Land bei Calais betreten, um über Antwerpen, Brüssel nach dort zurückzukehren. Am letzten Sonnabend habe ich hier dem Lord-Mayor-Tage beigewohnt, konnte aber unglücklicherweise nicht beim Mittagessen sein. Von dem Tumulte in den Straßen läßt sich wahrhaft keine Beschreibung machen, und ich habemeine Ellenbogen zu Hilfe nehmen müssen', um mir in den besuchten Gegenden einen Weg zu bahnen. Um 11 Uhr war ich vor dem Mansion Haus, als der neuerwählte Lord Mayor, von einem großen Gefolge von Kutschen begleitet, sich von dor-t nach der Themse begab, um in freier Staats- Gondel nach Westminster zu fahren, wo ich ihn um 2 Uhr eintreffen sah, und urn Uhr fuhr er bei meiner Wohnung (Lurgate Hill) vorüber, um sich nach der City zurückzubegeben. Eine jede Korporation gab an dem Tage große Feten, und nach dem Maße» der Betrunkenen zu urteilen, welche mir nachts um IV2 Uhr auf der Straße begegneten, scheint die Ernte für die Weinhändler "nicht schlecht gewesen zu sein. Als der Lord Mayor beim Laden von Rundell Bridge (den bekannten Goldschmieden) vorüberkam, wurde aus Meyerbeers „Robert der Teufel" „Das Gold ist eine Chimäre" gespielt, und ich mußte lachen, als ich die erste Magistratsperson der reichsten Stadt in Europa vor dem Hause des Mannes, welcher mindestens- 2 Millionen Pfund an Gold, Silber und Edelsteinen beherbergt, mit einer solchen Melodie begrüßen hörte... Dein Dich liebender Uhde Antwerpen, den 19. November 1833 Lieber Vater! Vorgestern bin ich hier eingetroffen und finde zu meiner großen Freude Deinen Brief vom 7. ds. bei Osy... In der stage coach nach Dover war ich allein mit einem Officier vom G. Corps, welcher 15 Jahre in Westindien, den Kolonien und der Levante gedient hatte und der jetzt zur Erholung nach England geschickt war, d. h. er kommandierte eines der Forts von Dover und mußte täglich Reisen machen, um die verschiedenen Arbeiten längs der Küste zu beschauen. Im Laufe des Gespräches " räumte mir mein Reisegegefährte ein, daß er zur Tory Partei gehöre, daß es nach seiner Ansicht nur einen großen Mann in der Welt gäbe, und dies wäre Wellington, und daß, nach seiner Ansicht, der Gebrauch des Stockes ein vortreffliches Mittel wäre, um in England zu regieren. Diese damned Whigs waren übrigens meinem Freunde ein doppelter Stein des Anstoßes, da sie alle Kriege verhinderten. Um 7 Uhr wurden wir in einem Boote nach dem Schiffe gebracht und genossen auf der See einen herrlichen Morgen. Der Horizont klärte sich allmählich auf und während unserer ganzen Fahrt verloren wir die Küste Englands und Frankreichs nicht aus dem Gesicht. Um 11 Uhr kamen wir in Calais an... Ich gehe über Brüssel nach Frankfurt am Main und hoffe dort, so Gott will, am Mondtage einzutreffen. Lebe wohl, wie es wünscht, Dein Dich liebender Sohn Uhdc ßen, sondern Jisrael (Gott kämpft), denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gesiegt." 1. Buch Mosis, 32, 25—30 (Nach der Bibelübersetzung von Torczyner) Sara und Israel Dann sprach Gott zu Abraham: „Sarai, dein Weib, sollst du nicht mehr Sarai nennen, sondern Sara soll ihr Name sein." 1. Buch Mösts, 17, 15 Jaakob aber blieb allein zurück. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgendämmerung sich hob. Als er sah, daß er ihm nicht beikommen konnte, faßte er an seinen Schenkelknauf; da zerrte sich der Schenkelknauf Jaakobs, als er mit ihm rang. Und er sprach: „Laß mich ziehen, denn die Morgendämme: rung hat sich gehoben." Er aber sprach: „Ich lasse dich nicht ziehen, du segnest mich denn." Da sprach er zu ihm: „Wie ist dein Name?" Und er sprach: „Jaakob." Da sprach er: „Nicht Jaakob soll fortan dein Name hei- Bermann-Fischer- Verlag R. S. Stockholm, 28. August Der altbekannte Verlag S. Fischer, dessen außendeutscher Zweig als Verlag zuerst in Oesterreich weitergeführt wurde, hat seinen Sitz hierher verlegt. Dr. G. Bermann-Fischer, des verstorbenen S. Fischer Schwiegersohn und der Chef des Verlages, ist von Wien hierher gekommen. Er wird als erster deutschsprachiger Verlag skandinavisch - deutsche Bücher verlegen, welche in verschiedenen schwedischen Druckereien gedruckt werden. Es sollen ältere und neuere deutsche Schriftsteller herausgebracht werden, englische und französische in deutscher Uebersetzung; außerdem aber will der Verlag sich dafür interessieren, nordische Literatur zu übersetzen. Es wird in weiten Kreisen nicht unbekannt sein, daß der Verlag S. Fischer die Gedichte Oskar II. (des Vaters des jetzigen Königs) herausgegeben hat, und deshalb das Recht hatte, sich „Kgl. schwedischer Hofbuchhändler" zu nennen, über welchen Titel der alte S. Fischer besonders stolz war, und den er bei größeren Publikationen stets anwandte» Eben- ' so war er sehr erfreut über den schwedischen Orden, den er erhielt, und, als nach seinem Tode das Ordensband zurückgesandt wurde, folgte als Gabe an Schweden eine Sammlung aller im Verlage herausgekommenen Buchwerke mit, welche sich nun in der Kgl. Bibliohek befinden. Neue Schallplatten Emanuel Feuermann spielt auf Columbia- Platte DX 855 Schumanns „Träumerei" und Gounods „Ave Maria". Ein Stück von Fritz Kreis ler „Songs my mother taught me" bringt A. Campoli auf Columbia DB 17.72. H. Fr.

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