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Central-Verein-Zeitung · 1938-08-07 · 31 (7.8.1938) · page 20

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
31 (7.8.1938)
Date
1938-08-07
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite 20 C.-V.-Zeitung Nr. 31 * 4. August/1938 Steuertermine im August 5. August: Abführung der einbehaltenen Lohn-, Bürger- und Wehrsteuer für Arbeitnehmer (ganzer Juli bzw. zweite Julihälfte). 10. August: Bürgersteuer gemäss Steuerbescheid. Umsatzsteuer für Monatszahler. Vermögenssteuer-Vierteljahrsrate. 15. August: Grund- und Gewerbesteuern. 20. August: Abführung der einbehaltenen Lohn-, Bürger- und Wehrsteuer für Arbeitnehmer für die erste Augusthälfte. Ausserdem sind bei den von den jüdischen Gemeinden erhobenen Gemeindebeiträgen die Vorauszahlungen für 1938 an den in den einzelnen Veranlagungsbenachrichtigungen angeführten Terminen zu leisten. Offene Auslandsstellen genehmigt durch das Landesarbeitsamt Brandenburg Gesucht werden: von Firma in Nordamerika erfahrener jüdischer Tischler, der für Laboratoriumsbedarf gearbeitet hat. Nur g-anz qualifizierte, vertrauenswürdige, umsichtige Kräfte kommen in Frage; * tor Firma in Venezuela jüdischer jüngerer, lediger Verkäufer, der auch als Reisender tätig sein soll. Verlangt werden perfekte Kenntnisse in Deutsch. Englisch und Spanisch. Geboten wird ein drei- oder vierjähriger Vertrag mit Anfangsgehalt von 500 Bolivares zuzüglich Provision. Bewerbungen auf Flugpostpapier in spanischer Sprache mit ausführlichem Lebenslauf und Zeugnisabschriften; von Familie in Schweden jüdische erfahrene Kindererzieherin nicht über 30 Jahre für zwei Kinder im Alter von 7 und 2*A Jahren, kinderlieb und zuverlässig, die nähen, im Haushalt behilflich sein kann und etwas Kinderwäsche Worsrs und wo finden Sie Rat? Aachen Bonn Koblenz Trier Mitteldeutschland Dresden Montag bis Freitag, 10-13 Uhr, Agrippinahaus. Breite Str. 92-96, III., Zimmer 76-78. 9. und 23. August, 16^—18 Uhr, Gemeindehaus, Promenaden- Strasse 21. 3. u. 17. August, lGVs-lTVs Chr, im Büro von Rechtsanwalt Dr. Herrmanns, Meckenheimer Strasse 64. 2. und 16. August, 16V*-18 Uhr, Gemeindehaus,Florinsmarktll. 3. und 17. August, llVt-13 Uhr, im Büro von Rechtsanwalt Dr. Voremberg, Adolf-Kitler- Strasse 9. 10. August, I6-I8V1 Uhr, Jüdische Wirtschaftshilfe, Zeughaussirasse 3, ptr. übernimmt. Köchin vorhanden. Gehaltsansprüche sind bei der Offerte mitanzugeben. von Firma in Ekuador: jüdischer perfekter Polsterer mit ordnungsmässiger Handwerkslehre im Alter bis zu 35 Jahren, jüdischer perfekter Möbelschreiner mit ordnungsmässiger Handwerkslehre im . Alter bis 'zu 35 Jahren, jüdischer perfekter Möbel pol ier e r mit ordnungsmässiger Handwerkslehre im Alter bis zu 35 Jahren, jüdischer Werkmeister für Möbeltischlerei, der selbständig entwerfen und einen Betrieb leiten kann, sich aber gegebenenfalls auch praktisch mitbetätigen muss, im Alter bis zu 45 Jahren. Sämtliche Arbeitskräfte müssen tropenfest sein. von Firma in Argentinien jüdischer Perlmuttknepf drechsle r. Ausführliche Bewerbungen nur auf Luftpostdünnpapier, Lebenslauf, Zeugnisabschriften und Passphoto werden ausschliesslich durch die Jüdische Gemeinde, Berlin SW68, Lindenstr. 48—50, weitergeleitet, Bewerbungen auf gewöhnlichem Papier werden nicht mit Luftpost befördert. Die Staatsangehörigkeit ist wegen der Verschiedenartigkeit der Einreisebestimmungen in jedem Fall anzugeben. _ Selbständiges Reifeprüfungsrecht der Oberschule der Berliner Gemeinde Durch Erlass des Herrn Reichsminisiers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom 18. Juli 1938 ist der Höheren Privatschule der Jüdischen Gemeinde in Berlin NW 21, Wilsnacker Strasse 3 — Leiter Direktor Dr. Bruno S t r a u s s — das Recht zur Abhaltung der Reifeprüfung verliehen worden. Die Schule ist damit den anderen anerkanntem, mit selbständigem Prüfungsrecht ausgestatteten Höheren Privatschulen gleichgestellt. Die erste Reifeprüfung in der Anstalt findet Ostern 1939 statt. # Das neue Reichsschulpflichtgesetz wird im Amtsblatt des Reichserziehungsministeriums eingehend erläutert und dabei u. a. auch auf die Schulpflicht von Staatsangehörigen fremden Volkstums näher eingegangen. Die Schulpflicht der Angehörigen fremden Volkstums wird grundsätzlich bejaht, da auf ihre Beschulung aus Gründen der öffentlichen Ordnung nicht verzichtet werden könne. Daher seien auch jüdische Kinder und jüdische Jugendliche schulpflichtig. Mit dieser Folgerung sei aber späteren Bestimmungen über die Art ihrer Beschulung und den Auebau des jüdischen Schulwesens nicht vorgegriffen. Mittwochs. 16—IS Uhr, Landschafistr. 6. ptr. (Bankhaus Meyerstein}. Personalien Hermann Gumpertz Die jüdische Gemeinde Hamburg hat wiederum den Verlust eines Mannes zu beklagen, der zu den geistigen Grössen, zu den ausserordentlichen führenden Persönlichkeiten gehörte, eines Mannes, dessen Name der Gemeinde zur Ehre gereichte, den sie mit Stolz und grösster Hochachtung allezeit in ihrer Mitte, an ihrer Spitze sah: Hermann Gumportz. Aus Frankfurt a. M., aus einem der ältesten Geschlechter der Judenheit in Deutschland stammend, zählte Hermann Gumpertz eine Reihe der berühmtesten Rabbinen, Gelehrten und grossen Kaufherren zu seinen Ahnen. Hervorragende Geistesgrößen waren seine Lehrer; trotzdem er sich der kaufmännischen Laufbahn zuwandte, gehört er zu den wenigen, denen der Morenutitel, die Qualifikation, rabbinische Funktionen auszuüben, verliehen wurde. Lange Zeit wirkte er als Vorsitzender des Rabbinerseminars in Berlin, und 25 Jahre hatte er den Vorsitz des Synagogen Verbandes in Hamburg inne. Innigen Anteil nahm er an vielen sozialen, religiösen und kulturellen jüdischen Einrichtungen. Weit über Hamburg hinaus genoss er grösstes Ansehen; sein Gutachten über wichtige Fragen, das man von ihm aus vielen jüdischen Gemeinden einholte, galt. Sein Name war der eines Grossen in Israel. Die Beisetzung in Hamburg-Ohlsdorf gestaltete sich zu einer grossen Trauerkundgebung, der eine Trauerfeier in der Synagoge am Bornplatz folgte. S. E. Felix Hirschfeld Am 11. Juli starb Dr. Felix Hirschfeld, früher a. 0. Professor an der Universität Berlin. Er war ein bedeutender Forscher. Sein Buch über Diabetes erregte seinerzeit grosses Aufsehen. Bahnbrechende, neue Ideen "brachte er darin zum Ausdruck. Das Wort „Unterernährung" stammt von ihm. Die Behandlung des Diabetes wurde durch die Entdeckung des Insulins mit der Zeit zwar erweitert, aber das Grundlegende der wissenschaftlichen'Anschauung dieses Leidens blieb. Daher wird auch der Name Felix Hirschfeld bleiben. Hirschfeld war eine richtige Gelehrtennatur: ein einfacher,, bescheidener Mann, von hohem Idealismus erfüllt. Alles Enge, Kleinliche und das auf den Schein Begründete lag ihm fern. Ihm galt nur der geistige Mpnsch. Der Zeit mit ihren Wirren und Stürmen stand er verständnislos gegenüber. An ihr zerbrach auch sein edles Wesen. Er wurde 75 Jahre. Seine Werke und das, was er geschaffen hat, werden weiter leben. Seine Freunde, seine Anhänger und seine zahlreichen Patienten werden ihn nie vergessen. Dr. L. Aus den Familien Emil Liepmann (Breslau) beging am 25. Juli seinen 75. Geburtstag. — Gustav Lewy (Berlin- Charlottenburg) feiert am 5. August seinen 80. Geburtstag. — Paul E i s n e r (Berlin-Halensee) vollendet arn 7. August sein 70. Lebensjahr. — Hermann Adler, Vorsteher der Jüdischen Gemeinde Sandersleben, begeht am 8. Aug. seinen 60. Geburtstag. — Frau Helene H e i 1 b r 0 n n (Plettenberg) wird am 8. August 70 Jahre alt. — Rosa M ü n z e r geb. Marcus (Deutschendorf, Ostpr.) begeht am 11. August ihren 80. Geburtstag. Ans den Gemeinden Breslau Gemeinderabbiner Dr. Reinhold L e w i n, Königsberg i. Pr., ist von der Gemeindevertretung und vom Vorstand einstimmig zum Rabbiner an der Neuen Synagoge in Breslau als Nachfolger des heimgegangenen Rabbiners Dr. Sänger gewählt worden. Dr. Lewin wird sein Breslauer Amt wahrscheinlich nach den hohen Feiertagen antreten. Auch der seit dem Weggang von Erich Scbäffer verwaiste Posten des Organisten der Neuen Synagoge wird, nachdem einige Bewerber probeweise amtiert haben, voraussichtlich bald wieder besetzt werden. Schw. Konstanz Mitte Juli verabschiedete sich Kantor und Lehrer Brav mann von seiner Gemeinde. Aus diesem Anlass fand ein besonders feierlicher Gottesdienst statt, der von musikalischen Darbietungen umrahmt war. Gemeindevorsteher Rechtsanwalt Bloch sprach herzliche Worte des Dankes. Gottesdienste in Berlin ■ Abkürzungen »« ALTER RITUS: Grunewald G., Heidereutergasse EL, Kaiserstr. K., Köpenick Kp., Münchener Str. M., Pestalozzis^. Pe., Rykestr. R.,. Thielsch-Ufer Tu. NEUER RITUS: Fasanenstr. Fa., Friedenstempel Fr., Levetzowstr. Le., Lindenstr. Li., Lützowstr. Lü., Oranienburger Str. O., Oranienburg Or., Prinzregentenstr. Pr., Schmargendorf Sm. REFORM: Johannisstr. Jh., Joachimsthaler Str. J. FALKENBERG - Synagogen: Kaiserstr. Ka., Kaiserdamm Kd., Prenzlauer Promenade Pz., Schönhauser Allee Sö., Triftstrasse T. Freitag, 5. Juli Sonnabend, 6. Juli Sonntag (St.), 7. Juli Fa. 19 Brasch 10 Fr. 19 y. d. Zyl 10 G 19.30 9 H 19.30 8.30 J 19.30 Ballin _ Jh — 10.30 (St.) Rosenthai K 19.30 9 Ka. 19.30 Kempner 10 Kempner 19.30 Zimet Kd. 19.15 Loewenthal — Le. 19 Lewkowitz 10 Li. 19 Salomo-nski 10 Lü. 19 Swarsensky 10 M 19.30 9 O 19 Jospe 10 Or. 19.30 9.45 Pe. 19.30 9 Pr. 19.15 Galliner 10 Pz. 19.30 Goetz 19.30 Loewenthal R 19.30 9 Sm. 19 Hirsch 10 Sö. 19.15 Oberländer 10.00 Oberländer 19.15 Goetz T 19.30 Winter — Tu. 19.30 9 WEITERE VEREINSSYNAGOGEN: Falkentaler Steig (Hermsdorf), 5.: 18.30 (Klein); 6.: 10 (Klein) und 20.30. — Frankfurter Allee 06, 5.: 19.30; 6.: 9 und 8. 11.: St.: 6.30 und 20.09; werktags: 7 und 19.30. — Kammerstr. 7 (Spandau), 5.: 19.30; 6.: 10 und 20.41. — Lothringer Str. 22, 5.: 19; 6.: 10 (Kirschner) und 20.30. — Markgraf-Albrecht-Str. 11 und 12 5.: 19.30; 6.: 9, 16 und 20.41; St. 7, 19.30 und 20.39; werktags: 7 und 19.30. — Schulstr. 7, 5.: 18.30 (Adler); 6.: 9.30 und 20.15 (Adler); St.: 7.30 (Adler). 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