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Central-Verein-Zeitung · 1938-07-21 · 29 (21.7.1938) · page 18

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
29 (21.7.1938)
Date
1938-07-21
Page
– (sequence 18)
Language
German
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SeitelS C.-V.-Zeifung Nr.29 » 2rJuii193| markten, die fast allgemein über eine starke. Steigerung der Kachfrage berichten konnten. Die verschiedenen internationalen Kartelle haben hier sogleich eingegriffen und" weitere Massnahmen zur Anpassung des. Angebots an die Nachfrage veranlasst. Man ist also, was gerade die Metallmärkte zeigen, bemüht, den einmal genommenen Anlauf nicht ins Stocken geraten zu lassen und die Aufsehwungstendenzen an den verschiedenen Märkten zu halten und zu vervollkommnen. An den internationalen Devisenmärkten fielen besonders New-York und London auf. Das englische Pfund, das noch in letzter Zeit günstiger notierte als der Dollar, wurde nun gegenüber dem Dollar abgeschwächt. Als Grund hierfür werden besonders Gerüchte über eine neue Stabilisierung des Verhältnisses Dollar- Pfund angegeben. Am französischen Markt schliesslich war weiterhin eine verhältnismässig Lohe Goldnachfrage zu verzeichnen; danach scheint der Kapitalabfluss aus Frankreich noch immernicht ganz zum Stillstand gekommen zu sein. An den Börsen setzte sich die Aktienhäusse nicht fort. Die .Rückgänge waren nicht erheblich. An einigen Märkten konnte man Kurseinbussen, an anderen dagegen wieder Erholungen feststellen; die Lage war also im ganzen ziemlich ausgeglichen. Die geringen Abschwächungen nach dem ersten Stimmungsumschwung an den internationalen Märkten geben also durchaus noch nicht zu pessimistischen Betrachtungen Anlass. Der Umschwung zum Besseren hat sich gehalten, und es ist damit zu rechnen, dass man alles daran setzen wird, Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen und die Geschäftsbelebung des für die Weltwirtschaft sö wichtigen nordamerikanischen Binnenmarktes weiter zu steigern. Die Berichte von den internationalen Märkten und Börsen lassen jedenfalls im Augenblick eine Hoffnung darauf zu. " Dr. Erich Gottfeld Offene Auslandsstellen genehmigt durch das Landesarbeitsamt Brandenburg: Gesucht werden: für H o 11 a n d perfekter jüdischer Werkzeugni acher; für P o 1 e njüdischer Fachmann (Meister) für ' Ausarbeitung von Gelatine; für. Uruguay jüdischer Techniker für elektrische Kühlschränke aller Systeme, der sämtliche vorkommenden Reparaturen selbständig ausführen kann' und über nachweisliche Praxis verfügt. Einreisegenehmigung wird besorgt: für Tschecho-Slowakei jüdische Tanz- Partnerin; für Indien jüdische Erzieherin zu vier Jungen im Alter von 3, 4, 6 und 8 Jahren. Es kommt eine Lehrerin zwischen 30 und 40 Jahren in Frage, die die Kinder vollständig, d. s. Latein, Mathematik, Geographie, Geschichte und Englisch unterrichten kann. Da es sich um junge Kinder handelt, werden an das Fachwissen in den einzelnen Fächern keine übermässigen Anforderungen gestellt. Freie Pension und Bedienung, Anfangssehalt 50 Reis. Eine tüchtige Kraft kann höheres Gehalt erzielen. Ein fester Vertrag wird geboten. Die Kosten der Ueberfahrt werden bezahlt; für England jüdisches Fräulein zur Betreuung eines 5jährigen Kindes (ohne Hausarbeit). Bewerberin muss perfekt englisch sprechen und durchaus vertrauenswürdig sein; für Holland für den Haushalt (drei Erwachsene, ein I2jähriges Kind) jüdisches Mädchen 'mit nachweislicher Haushai terfahrang. Gehalt 25 hfl. monatlich, freie Station. Ausführliche Bewerbungen nur auf Luftpostdünnpapier, Lebenslauf, Zeugnisabschriften und Passphoto werden ausschliesslich durch die Jüdische Gemeinde, Berlin SW68, Lindenstr. 48—50. weitergeleitet. Bewerbungen auf gewöhnlichem Papier werden nicht mit Luftpost befördert. Die Staatsangehörigkeit ist wegen der Verschiedenheit der Einreisebestimmungen in jedem Fall anzugeben. Aus den Gemeinden Berlin Im Jüdischen Erhqlungsheim in Lehnitz fand eine Gedächtnisstunde für Rosa Sachs statt, die mit ihrem Gatten Louis Sachs dieses Keim gestiftet und mit vielen Mitteln gefördert hat. Die Vorsitzende der Heimverwaltung Edith Kaufmann und die Heimleiterin Frieda Glücks mann begrüssten die Teilnehmer, unter denen sich auch der Gemeindevorsitzende Direktor Heinrich Stahl befand. Im Rahmen des von Musik umrahmten Freitagabend-Gottesdienstes mahnte Rabbiner Erwin Zimet vor allem die vielen anwesenden Kinder an die Pflicht dankbaren Gedenkens an die Stifter des Heims. Direktor Stahl sprach herzliche Worte des Abschieds, Kassel Vor kurzem traf in Kassel die Nachricht ein, dass die Leiche von Studienrat i. R. Dr. Otto Hess in den italienischen Alpen gefunden worden sei. Zehn Monate lag tiefes Geheimnis über dem Schicksal dieses Bergsteigers. Nun ist zur Wahrheit geworden, was wir lange geahnt haben: Otto Hess ist beim Absturz ums Leben gekommen. Hess war ein ausgezeichneter Pädagoge, ein gütiger Mensch, der jederzeit hilfsbereit zur Verfügung stand. Der Jüdische Centrai-Verein verliert in Otto Hess ein altes, treues Mitglied. Der Verstorbene war neun Jahre lang Schriftführer des Provinzialvorsteheramtes und führte im letzten Jahr dessen Vorsitz. Hier entwickelte der tief im Judentum Wurzelnde eine besonders segensreiche Tätigkeit. W.K/ Oppeln Oberkantor Joseph J o s p e in Oppeln begeht am 27. Juli seinen 60. Geburtstag. Er amtiert seit fast 20 Jahren als Kantor und Lehrer in seiner jetzigen Gemeinde und hat sich die Anerkennung und Zuneigung aller Gemeindemitglieder erworben. Oberkantor Jospe ist u. a. Mitglied des Arbeitsausschusses des Verbandes der Synagogengenieinde Oberschlesiens, des Vorstandes des Vereins jüdischer Lehrer inSchlesien und des Vorstandes der Unterstützungskasse israelitischer Lehrer in Schlesien. Er hat sich in dieser Eigenschaft über seine engere Berufstätigkeit hinaus um das jüdische Leben in Schlesien verdient gemacht. Schw. Danzig In diesen Tagen 'verlässt Rechtsanwalt Dr. Bruno Herrmann Danzig. um in Amerika einen neuen Wirkungskreis zu suchen. Die jüdische Gemeinde und die jüdischen Organisationen in Danzig verlieren in Dr. Herrmann eine Persönlichkeit, der sie viel zu verdanken haben. Die Repräsentanz der Synagogengemeinde, die Vereinigung für religiös-liberales Judentum,, der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, der Hilfsverein für jüdische Emigranten, vor allem aber der Centrai-Verein Danziger Staatsbürger jüdischen Glaubens, dessen' Vorsitzender Dr. Herrmann seit 1936 war, sehen diesen umsichtigen und verantwortungsbewussten Mann nur ungern scheiden. Seiner Initiative ist u. a. die Ueberleitung des Hilfsvereins und der C.-V.-Beratungsstelle in das heutige HICEM-Büro in Danzig zu verdanken. Zum Nachfolger von Rechtsanwalt Dr. Herrmann als Vorsitzender des C.-V. in Danzig wurde Dr. Curt R e a ch gewählt. Gottesdienste in Berlin Jüdische Winterhilfe 1938/39 Preisausschreiben zur Gewinnung von Bildentwürfen Die Rcichsvertretung der Juden in Deutschland, Abteilung Zentralwohlfahrtsstelle, als zentrale Trägerin der Jüdischen Winterhilfe wendet sich auch in diesem Jahr an -die jüdischen Künstler mit der Aufforderung zur Teilnahme an einem Preisausschreiben für die Jüdische Winterhilfe. Aufgabe der Jüdischen Winterhilfe ist es, alle Juden in Deutschland zum freiwilligen Opfer monatlicher Geldspenden .im Rahmen der Richtlinien für die Jüdische Winterhilfe, zur Leistung der Eintopfspende (an den Eintopfsonntagen) und zur Teilnalime an der Pfundspende zu gewinnen, um die Betreuung aller jüdischen Hilfsbedürftigen während der sechs Wintermonate (Oktober 1938 bis März 193m sicherzustellen. Verlangt werden graphische, zeichnerische, photograpliisohe oder in sonstiger Technik ausgeführte B i 1 (1 e n t w ii r f e , die in Ausführung und Ideengehalt dem Sinn der Jüdischen Winterhilfe Rechnung tragen und sich sowohl auf die allgemeine Werbung als "auch auf die Werbung der verschiedenen Spendenarten (Geld-, Eintopf- oder Pfundspenden) beziehen und zur Veröffentlichung in der jüdischen Presse oder für die Herstellung von Plakaten zum Anschlag in öffentlich-jüdischen Räumen geeignet sind. Es ist vorgesehen, dass die Werbung für jede der Spendenarten in jedem der sechs Wintermonate. wechselt. Beteiligen kann sich jeder Jude in Deutschland. Es sind 3 Preise festgesetzt: 1. Preis: 300 RM: 2. Preis 240 EM: 3. Preis. 150 RM. Der volle erste, zweite und dritte Preis wird zuerkannt für eine Entwurfsreihe für die allgemeine Werbung oder für die Werbung für eine der besonderen Spendpnarten, die für jeden der sechs Winterhilfsmonate ein wechselndes Bild vorsieht. Teilpreise werden dann zuerkannt, wenn nicht eine volle Entwurfsreihe, sondern nur einzelne Entwürfe preisgekrönt werden. Ankauf nicht preisgekrönter Entwürfe bleibt vorbehalten. Die Prüf u n g der Entwürfe und die Entscheidung über die Verteilung der Preise erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges durch die Reichsvertretuiig der Juden in Deutschland, Abteilung Zentralwohlfahrtsstelle in Gemeinschaft mit nach ihrem Ermessen hinzugezogenen Künstlern, künstlerischen Sachverständigen und Persönlichkeiten aus den jüdischen Organisationen. Die preisgekrönten Entwürfe bleiben Eigentum der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, die damit das Recht der- Veröffentlichung und Vervielfältigung erwirbt. Die jüdischen Künstler und interessierten Mitglieder der jüdischen Gemeinden werden zur Einreichung von Entwürfen aufgefordert. Die Entwürfe sind mit einem Kennwort zu versehen. Name und Adresse des Einsenders sind mit dem Kennwort zusammen in einem besonderen verschlossenen Brief- Abkürzungen ALTER RITUS: Grunewald G., Heidereutergasse H., Kaiserstr. K., Köpenick Kp., Münchener Str. M.. Pestalozzistr. Pe., Rykestr. R., Thielsch-üfer Tu. NEUER RITUS: Fasaneastr. Fa., Friedenstempel Fr., Levetzowstr. Le., Lindenstr. Li., Lützowstr. Lü., Oranienburger Str. O., Oranienburg Or., Prinzregentenstr. Pr., Schmargendorf Sm. REFORM: Johannisstr. Jh., Joachimsthalcr. Str. J. FALKENBERG - Synagogen: Kaiserstr. Ka., Kaiserdamm Kd., Prenzlauer Promenade Pz., Schönhauser Allee Sö., Triftstrasse T. Sonnabend, 23. Juli Freitag, 22. Juli Sonntag (St.), 24. Juli Fa. 19 Löwenthal 10 Fr. 19 10 Hamburger G 19.30 9 Ksinski H 19.30 . ■ S.30 Freier J 18.30 Bailin — ' ' Jh. — 10:30 (St.) G oftschalk K 19.30 9 Gescheit- - Ka.. 19.30 Rautenberg - 10 Zimet Kd. — — Kp. 19.30 9.45 ' Ix*. 39 Winter 10 ' Li. 19 10 Warschauer Lü. 19 Wiener 10 M 19.30 9 Altmann O 19 Jospe 10 Pe. 19.30 .9 Wolff ' Pr. 19.15 Goetz 10 Pz. 39.30 Loewenthal — » R 3 9.30 9 Weyl Sm. 19 Hanff 10 Sö. — — T 19.30 Friedländer — Tu. 39.30 S.30 Jakobovits WETTERE VEREINSSYNAGOGEN: Falkenthaler Steig (Hcrmsdorf), 22.: 1S.30 fHeimann): 23.: 10 (Heiniann). — Berliner Str. 91 (Hohenschönhausen). 22.: 21). — Isarstr! 8, 22.: 19.30. — Kammerstr. 7 (Spandau). 22.: 19.30; 23.: 10 u. 21.08. — Lothringer Str. 22, 22. : 19 : 23.: 10. — Markgraf-AIbrccht-Str. 11/12, 22.: 19.30; 23.: 9 (Amolski). — Prinzenallee 87. 22.: 19.30; 23. : 9 und 20.30: werktags 7 und 19.30. — Schulstr. 7, 22.: 13.30: 23.: 9.30. Umschlag einzureichen. Letzter Termin der Einsendungen ist der 15. September 193S. Die Anschrift für alle Einsendungen lautet: Reichsvertretung der Juden in Deutschland. Abteilung Zentralwohlfahrtsstelle (Jüdische Winterhilfe). Berlin-Charlottenburg, Kantstr. 358. Die Preisträger werden bis zum 30. September 1938 von der Zentralwohlfahrtsstelle benachrichtigt. Auch die zweite Haussa m m 1 u n g ,.F ü r das jüdische Kin du am 3. Juli hat einen erneuten Beweis für die Opferwilligkeit unserer Gemeindemitglieder erbracht. Das Gesamtergebnis gestattet, in diesem Jahre fast 2000 Kindern der Berliner jüdischen Gemeinde Ferie'nfreude und Einholung zu schaffen. Das Bewusstsein, diese beachtliche soziale Leistung ermöglicht zu haben, ist der schönste Dank für das gebrachte Opfer jedes einzelnen. Weitere Spenden werden erbeten auf das Postscheckkonto der Jüdischen Winterhilfe Berlin: Berlin 93 446 (mit. dem Vermerk „Für das jüdische Kind"). 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