Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 29 (21.7.1938)
- Date
- 1938-07-21
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 7× ep/1047930
- Tiberias 3× ep/1048138
- Safed 2× ep/1046078
- Hebron 1× ep/1047559
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Palä$4iiia-Iiit*c*liaii der C-V.-Zeitimg Taktik des Kleinkriegs Von unserem ^-Palästina-Berichterstatter Tel-Aviv. 13. Juli. Mit welchem Ernst auch die Mandatsbehörden die neue Verschärfung der Situation beurteilen, ergibt sich aus ihren Gegenmassnahmen, die beinahe an die Notstandsaktionen vom Beginn der Unruhen im April und Mai 1936 erinnern. Wiederum droht man mit der vollständigen Uebertragung der vollziehenden Gewalten an den M i 1 i t ä r befehlshaber, wiederum werden Kriegsschiffe in Haifa stationiert, deren Mannschaft zum Teil schon in den Sicherheitsdienst zu Lande eingesetzt werden musste, wiederum werden in Eile Truppen aus Aegypten her übergeholt, ausser zwei Inf anteriebataillonen auch das elfte (motorisierte) Husarenregiment, das schon vor zwei Jahren, wie heute bis zum Eintreffen der endgültigen Truppenverstärkungen aus England, vorübergehend in Palästina Dienst gemacht hatte, und wiederum wird das Polizeikorps nennenswert verstärkt. Nach fast zweieinhalb Jahren des Terrors, nach Einführung der Militärgerichtsbarkeit und des „Tegart-Planes" 'zur Wiederherstellung der Sicherheit, nach zwei Untersuchungskommissionen von hoher Autorität ist das Ergebnis nicht gerade glänzend. Es hat sich erwiesen, dass durch die anzulangen Versäumnisse der letzten Jahre manche Terrorquelle heute, schwerer zu verstopfen ist, als es im Anfang möglich gewesen wäre. Um wenigstens von jüdischer Seite aus die Voraussetzungen für eine Vermeidung krisenhafter Zuspitzungen zu schaffen, haben die massgebenden Organisationen unter Führung des Waad Le'umi einen besonderen Ausschluss, zur Aufrechterhaltung der nationalen Disziplin gebildet.' Denn man ist sich darüber klar, dass bei einem Ausbruch anarchistischer Zustände, der bisher durch die Selbstzucht wenigstens eines Teiles der palästinensischen Bevölkerung verhindert wurde und hoffentlich weiter verhindert wird, die produktiven Elemente des jüdischen Aufbauwerks mehr zu verlieren haben als die destruktiven Elemente nomadischer Terroristen. Und es hat in der Tat den Anschein, dass die vereinzelten Ausbrüche der Leidenschaft wieder der Besinnung auf die grosse Verantwortung jedes einzelnen Juden Platz gemacht haben. Der Kampf muss schon wieder nach der anderen Seite geführt Noch ist. die ersehnte Entspannung in Palästina nicht eingetreten. Trotz der starken militärischen Besetzung und der gemeinsamen Anstrengung aller verantwortlichen Stellen nahm der Kleinkrieg in allen Formen seinen Forlgang. Immer mehr rückt Haifa in den Mittelpunkt der Verwicklungen. Auch in der vergangenen Woche war es wieder der Schauplatz der meisten Zwischenfälle, obgleich auch das übrige Land leider nicht zur Ruhe kam. Am 12. Juli wurde in der Nähe des Haii'aer Bahnhofs . der 54 jährige Mosche Lebhar, der. Vater des Bezirksbeamten von Tiberias, zu Tode gesteinigt. Es fanden ferner in Haifa eine Anzahl von Bombenattentaten statt, und die Brandstiftungen, denen schon in der vorigen Woche eine Reihe jüdischer Häuser und Geschäfte zum Opfer fielen, wurden fortgesetzt. In dem gemischten Viertel Ardil Jahud wurden fünf Häuser, eine Synagoge und eine Mühle in Brand gesetzt. In einem grossen Industriewerk konnte das Feuer rechtzeitig entdeckt werden, bevor es grösseren Schaden angerichtet hatte. Während der 'Löscharbeiten fielen ausserhalb des Fabrikgebäudes Schüsse. Eine neue Taktik der Araber, auf den Hauptverkehrswegen Barrikaden aufzurichten und die Verkehrsmittel, die auf diese Weise zum Halten gezwungen werden, zu überfallen, führte zu zwei Zwischenfällen. Als ausserhalb Haifas ein Autobus bei der Auffahrt auf eine solche Barrikade umstürzte, wurden ein Jude Und eine jüdische Frau von Arabern durch Steinwürfe verletzt. In dem anderen Falle .•wurde durch die mutige Tat eines 13jährigen «hingen schlimmes Unheil verhütet. Während ein Lastwagen vor einer Steinbarrikade hielt, wurde eine Bombe auf ihn geschleudert. Der Knabe, der aus Nahalal stammt, ergriff die Bombe und warf sie auf die Strasse, wo sie explodierte und die zwei arabischen Angreifer verwundete. In der Nähe des Drahtzaunes an der Nordgrenze kam es wiederum zu zwei grösseren Gefechten zwischen Truppen und Terroristen, bei denen ein britischer Soldat und mehrere Araber verwundet wurden. Die Araber hatten auf einer kurzen Wegstrecke 36 Barrikaden errichtet und eine Brücke beschädigt. In der Nähe, von R o s c h P i n a wurde ein Lager der Grenztruppen von Arabern angegriffen, die jedoch vertrieben wurden. V Am 13. Juli blieb die Lage in Haifa weiter äusserst gespannt. Als Juden begannen, das am Tage vorher vielfach angegriffene Viertel Ardil Jahud zu verlassen, wurden sie von Arabern mit Steinen beworfen und beschossen, zwei Häuser wurden wiederum in Brand gesetzt und zwei Be- •werden. Die Tatsache, dass die verantwortlichen jüdischen Stellen so offen und energisch eingegriffen haben, sobald auch nur die Möglichkeit eines Disziplinbruchs von jüdischer Seite vorlag, wird jetzt bei vielen arabischen Terrorakten zum Anlass genommen, mit falschen Aussagen gegen jüdische Passanten und mit ganzen Verleumdungsmanövern die Schuldfrage zu verwirren. Ein hoher geistlicher Würdenträger der Jerusalemer Omar-Moschee, der es einige Tage zuvor abgelehnt hatte, sein geistliches Amt in -den Dienst der Terrorhetze zu stellen, wurde von einem Araber auf offener Strasse erschossen. Der Sturm der Leidenschaften, der durch die Ereignisse der letzten Wochen erneut aufgewühlt wurde, hat sich noch keineswegs gelegt. Neben dem Strassenterror in Stadt und Land aber hat auch der organisierte Bandenkrieg neue Formen angenommen. Die Generalstabskonferenz der Terroristenführer, über welche die hebräische Presse vor einiger Zeit berichtete, wirkt sich aus. Mehrfach erfolgten Zusammenstösse zwischen grossen Banden und jüdischer Polizei oder englischem Militär. Eine völlig neue Taktik aber zeigte der Ueberfall auf Givath A d a. Man hatte sich einen besonders kleinen und besonders isolierten Punkt, der gerade in letzter Zeit schon schwere Prüfungen durchmachen musste, ausgesucht. Der konzentrierte Massenangriff — die Angreifer waren wesentlich zahlreicher als die ganze Einwohnerschaft der Siedlung — hatte offenbar das Ziel der Eroberung und Vernichtung des Punktes. In langem, schwerem und opfervollem Kampf schlugen die Siedler,, unterstützt nur von einer zufällig anwesenden-Patrouille auswärtiger jüdischer Hilfspolizisten, den Angriff ab. Besondere Erbitterung erregte die Kampfesweise der Araber, die in dem einzigen zeitweilig „eroberten'* Hause vor ihrer Vertreibung die Frau des Siedlers ermordeten und dann versuchten, die Kinder als „Kugelfang" zu benutzen. Beschleunigter Ausbau des Sicherheitsdienstes und schnellste Entwicklung dieses Siedlungsgebietes durch die Bodeneigentümerin, die PICA, um Givath Ada aus seiner Isolierung zu befreien — das sind die Konsequenzen, welche die jüdische Oeffentlichkeit aus diesen Vorkommnissen zieht. wohner, Joschua Schwarz und J o s c h u a Co h e n, verwundet. Ein Versuch arabischer Kaufleute, ihre Läden, die infolge des Streiks geschlossen waren, w.ieder zu öffnen, wurde durch Terroristen vereitelt, die jeden arabischen Ladeninhaber, der den Streik breche, mit dem Tode bedrohten. Daraufhin wurden sämtliche Läden wieder geschlossen. Durch Messerstiche und Steinwürfe wurden in Haifa der 23jährige S c h a 1 o m-B enMosche und der 15jährige Colin B i a 1 a schwer verletzt. Der am vergangenen Sonntag verletzte Arie Schostakowsky starb an den Folgen der Verwundimg, ebenso der 26jährige Abraham D u w e i k , der bei dem Ueberfall auf das jüdische Cafe in Tiberias schwer verwundet worden war. In der Nähe von Haifa verübie eine arabische Bande einen konzentrischen Angriff auf die Siedlung Ramat Jochanan, wobei zwei jüdische Hilfspolizisten, der 29jährige Amazia Cohen und der 28jährige Ephraim Mela med, verwundet wurden. Cohen erlag seinen Verletzungen. Die Verwundung von Melamed ist leichter Natur. Aus dem übrigen Lande werden vom gleichen Tage folgende Zwischenfälle gemeldet: In Klar Hess im Scharon wurde eine Gruppe jüdischer Arbeiter aus dem Hinterhalt überfallen, der 32jährige jüdische Wächter Z w i Marder wurde verwundet, als er zusammen mit einem •anderen Hilfspolizisten die Bande vertrieb. In der Nähe von Ein C h a r o d stiess eine aus Truppen und jüdischen Hilfspolizisten, bestehende Nachtpatrouille auf eine arabische Bande, die wieder einmal einen Anschlag auf die Oelleitung plante. Es kam zu einem Gefecht, bei dem neun Araber getötet und ein britischer Offizier verwundet wurden. Der Bahnhof in K a 1 k i 1 i e wurde von Arabern in Brand gesteckt und vollkommen zerstört. Auch am folgenden Tag, dem 14. Juli, stand Haifa wieder im Brennpunkt der Unruhen. Nach einem verhältnismässig ruhigen Morgen wurden Häuser in Brand gesetzt und Autobusse beschossen. Ein Bombenwurf auf einen Autobus hatte die Verwundung eines der Fahrgäste, Dr. Loeber, zur" Folge. Acht jüdische Läden auf dem arabischen Markt brannten im Laufe des Tages nieder, nachdem die Araber sämtliche Waren ausgeplündert hatten. In der Nähe des Hadar Hacamel wurde ein Araber durch Schüsse schwer verwundet. Es besteht Grund zu der Anaahme, dass die Täter Araber waren. Einer der aus den letzten Wochen schon bekannten schweren und wohl vorbereiteten Ueberfälle auf jüdische Siedlungen richtete sich gegen K f a r Haschophet in Emek. Nach einem mehrstündigen Kampf gelang es den jüdischen Hilfspolizisten, die 50 Mann starke Bande ohne Verluste auf jüdischer Seite zurückzuschlagen. Sie wurden dabei von den Hilfspolizisten der Nachbarkolonie Mischmar Haemek wirksam unterstützt. Die Araber haben mehrere Verluste' erlitten. In dem arabischen Dorfe Arara, das im Zusammenhang mit dem vorwöchigen Angriff auf Giwat Ada durchsucht werden sollte, leisteten die Einwohner den Truppen Widerstand. Dabei wurden zwölf Araber verwundet. In der Nähe von L u d d wurde ein Eisenbahnzug zum Entgleisen gebracht, so dass der Verkehr zwischen Haifa und Ludd eingestellt werden musste. In Jerusalem wurde in einem arabischen Hause, das in nächster Nähe der Omar-Moschee gelegen ist, von der Polizei ein grosses Lager von Waffen und Bomben entdeckt, die unter Baumaterialien für lleparaturarbeiten an der Moschee verborgen waren. In irgendeinem noch dunklen Zusammenhang mit dieser Aufdeckung kam es tags darauf, am 15. Juli, zu einer furchtbaren Bombenexplosion auf dem arabischen Gemüsemarkt in der Davidstrasse. Zwölf Araber wurden getötet, und 29 verletzt, darunter Frauen und Kinder. In Haifa ist der 15. Juli etwas ruhiger verlaufen als die vorangehenden Tage. Es kam lediglich zu einigen rechtzeitig unterdrückten Brandstiftungen. Dagegen wurden in S a f e d drei Araber bei der Explosion einer Bombe verwundet. Sofort lief eine Menge zusammen und begann auf das jüdische Viertel zu marschieren. Das Militär musste einschreiten und verwundete drei weitere Araber, von denen einer starb. Auch über Safed wurde darauf der Ausnahmezustand verhängt. Ein glücklicher Zufall führte in Jerusalem zur Entdeckung einer hochexplosiven Bombe, die im Eingang einer jüdischen Schule verborgen war. Der Spielplatz der Schule, die während-der Ferien geschlossen ist, wird von armen Kindern der Altstadt benutzt. Die Explosion hätte also unabsehbares Unglück angerichtet. Als am Abend des gleichen Tages eine Gruppe jüdischer Arbeiter von den Feldern der Siedlung Meschek Haozar zurückkehrte, wurde sie von Arabern angegriffen. Einer der Arbeiter, Tachial Bauchmeier, wurde schwer verwundet; Am 16. Juli wurde der jüdische Hilfspolizist Peter Pachner in Ramat Hakowesch vöh Arabern, die wahrscheinlich aus dem Nachbardorfe Tira stammen, erschossen. Er war 25 Jahre alt und in Leipzig geboren. In der Nähe von Nathania näherten sich zwei Araber zwei dort arbeitenden Juden und baten sie um Chinin. Während der eine Jude sich entfernte, um das Verlanngte zu holen, zogen die Araber Revolver heraus und erschossen den zweiten. Es war Baruck Parkasch, 40 Jahre alt. Ein Araber, der sich in der Nähe der jüdischen Streichholzfabrik -Nur" in A k k o verborgen gehalten hatte, fügte dem Vorarbeiter der Fabrik, Schlomo Kaplan, durch Schüsse Verwundungen zu. Am 17. Juli wurde der jüdische Hilfspolizist Isaak. Gleicher in Gan Schmuel bei Chedera getötet. Obgleich in Haifa infolge einer eingetretetenen Beruhigung der Ausnahmezustand aufgehoben worden war, brachte dieser Tag doch wieder eine Erhöhung der Spannung. Wieder gab es mehrere Bombenexplosionen, und weitere jüdische Geschäfte auf dem arabischen Markt wurden geplündert und zerstört. Der Terror sprang auch auf Akko über, wo es auch zu Bombenwürfen kam. Eine davon verletzte drei Araber leicht. Eine Polizeipatrouille wurde bei Saraf a n d von Arabern angegriffen, wobei ein Brite verwundet wurde. Eine andere Bande griff zwei Araber an, die nach Hebron gingen, tötete einen und verwundete den zweiten schwer. In Tei-Aviv wurden in den verschiedenen Aussenbezirken drei Araber ermordet aufgefunden. Die Polizei führte darauf eine Anzahl von Haussuchungen durch und verhaftete fünf Angestellte der revisionistischen Organisationen, darunter Rosenblatt, einen der Angeklagten im Arlosoroff-Prozess. Zwischen f e 1 - A v i v und M i k w e I s r a e 1 wurde der 21jährige Saul Weizel von Arabern überfallen und schwer verwundet. In der Nähe der Jeschiwa in Hebron, mitten im jüdischen Viertel der Stadt, wurde . eine Bombe geworfen, die nicht explodierte. Bei Ramat G an in der Nähe von Tel-Aviv wurde Abraham B e r B o r n z w e i g ermordet. Er war 35 Jahre alt und ein Einwanderer aus Polen. Auch am nächsten Tage, dem 18. Juli, war ein Rückgang des Terrors noch nicht zu verzeichnen. In Jerusalem war die Situatiou besonders gespannt, da arabische Agitatoren wilde Gerüchte über bevorstehende Angriffe auf Juden verbreiteten. In der Siedlung B e t h Jossef bei Tiberias wurden jüdische Arbeiter von Arabern überfallen. Dabei wurde P e s - s a c h K a t z getötet und Mordechai Z i - foni, Israel Meierson und Joachim Boster verletzt Jüdische Hilfspolizei vertrieb schliesslich die Araber, wobei einer getötet ,wurde. Auch in Safed wurde ein Araber wegen Ueberschreitung der Vorschriften des Ausnahmezustandes -von -Militär erschossen. In Haifa erxplodierten zwei Bomben, ohne Schaden anzurichten. Aus der Kolonie G i w a I Ada, die kürzlich einem schweren arabischen Angriff ausgesetzt war, wurden alle Frauen und Kinder entfernt. Auf Kosten der PICA wird um die Kolonie ein Drahtverhau errichtet werden, der sie vor weiteren Angriffen schützen soll. Die Zahl der dort stationierten Hilfspolizisten wird um 40 erhöht. Wieder ist die Gemeinde Tel-Aviv zil einer Sitzung zusammengetreten, um die Frage der Sicherheit erneut zu erörtern. Die angenommene Resolution ruft erneut zu strengster1 Selbstdisziplin auf und verurteilt die vorge^ kommenen Racheakte. Sie enthält ausserdem die Forderung nach verstärktem Schutz und stärkerer Bewachung der Juden. Anfragen im Unterhaus Die schweren Störungen der Ordnung in Palästina liessen auch in der vergangenen Woche'das Thema nicht von der Tagesordnung des Britischen Unterhauses verschwinden. Sowohl am 12. wie am 13. und 14. Juli kam es zu darauf bezüglichen Anfragen, die zur" den folgenden, grösstenteils vom Kolonienminister. persönlich abgegebenen Erklärungen führten: Der Minister wiederholte, dass nach Ansicht der Regierung die Teilung als die beste und hoffnungsvollste Lösung des Problems erscheine, hielt es aber im Augenblick nicht angezeigt, Angaben über den nächsten, in dieser Richtung zu unternehmenden Schritt zu machen. Er stellte ferner auf eine entsprechende Anfrage fest, dass sämtliche gegen die Irak-Petroleumlinie gerichteten Angriffe von Arabern herrühren. Er versprach, die Bewaffnung einer* grösseren Anzahl von Juden in Erwägung zu ziehen und stellte eine Verminderung der Anzahl jüdischer Hilfspolizisten in Abrede. In bezug auf den Aufenthalt des Ex-Mufti in dem französischen Mandatsland Syrien wurde erklärt, dass mit der französischen Regierung in dieser Frage engster Kontakt gehalten werde. Am 18. Juli erklärte in Stellvertretung des Ministers Unterstaatssekretär Butler, dass über den zuletztgenannten Gegenstand erst in jüngster Zeit Unterhaltungen zwischen der britischen und französischen Regierung stattgefunden haben. _ Ein Brief Wedgwood's Radikale jüdische Kreise, die sich gegen den von allen verantwortlichen und offiziellen Stellen' auf das energischste verfochtenen Grundsatz der, Selbstbeherrschung auflehnen, glaubten, ihre Bestrebungen durch einen Brief des englischen Abgeordneten, Colonel Wedgwood, stützen zu können, den er am 30. Mai an den Präsidenten des Verbandes ehemaliger jüdischer Offiziere in Tel-Aviv gerichtet hat. In diesem Brief führt Wedgwood u. a. aus, dass er Vergeltungsmassnahmen in der Form der Ermordung unschuldiger Araber für moralisch nicht zu rechtfertigen hält. In seiner, tiefen Beunruhigung über die Zustände im Lande macht er sodann den Vorschlag, passive Resistenz zu üben, wie es Gandhi in Südafrika und Indien gezeigt habe. Er gibt für ein solches Verhalten, das „Solidarität voraussetzt und den Willen, zu leiden und ins Gefängnis zu gehen'" ferner „sozialen Boykott und die Aufgabe normaler Beziehungen zur Regierung", folgende Beispiele an:; „1. Die Besetzung von Land und die Weigerung, es zu verlassen, ausser durch die Kraft des Gesetzes, und dafür ins Gefängnis.zu gehen; 2. die Weigerung, Steuern zu zahlen, Bruch des Gesetzes und dafür ins Gefängnis zu gehen; 3. Weigerung, vor den Gerichten zu erscheinen oder ihre Rechtsprechung anzuerkennen und dafür ins Gefängnis zu gehen; 4. Teilnahme an Demonstrationen, die als illegal erklärt worden sind; 5. Verteilung illegaler Literatur; 6. Bewachung und Boykottierung, derjenigen, die diese Aktion nicht mitmachen." Einem Vertreter der „Times'' gegenüber, die diesen Brief wörtlich wiedergegeben hat, erklärte Colonel Wedgwood, dass er unbedingt gegen Terrorismus sei. Er habe den Brief geschrieben, bevor er nach Amerika reiste. In bezug auf die heutige Situation in Palästina würde seine Meinung noch entschiedener die sein, dass die Ermordung unschuldiger Araber ein ebenso grosses Verbrechen sei wie die Ermordung unschuldiger Juden. Noch deutlicher hat Wedgwood diese Meinung in einer Erklärung ausgedrückt, die sich' ausdrücklich auf den Missbraüch seines Briefes bezieht. Darin heisst es: „All das, was die Juden in den letzten fünf Jahren durchmachen mussten, ist eine Erklärung für den zeitweiligen Wahnsinn, der einen Menschen zum Amokläufer macht. Unter ähnlichen Umständen würde, es auch Engländer geben, die sich auf dieselbe Weise gehen liessen; nichts kann aber einen Mann rechtfertigen, der bei gesundem Verstände völlig unschuldige Araber umbringt, um für den Mord an völlig unschuldigen Juden Rache zu üben. Ich nehme nicht an, dass dies häufig vorgekommen ist, weil die Gangster es sich zur Spezialität gemacht haben, selbst Araber zu morden, und unbeschränkte Vorräte an Bomben besitzen, die in ungeschickten Händen leicht verfrüht zur Explosion gelangen. Ich möchte auch nicht die. Revisionisten für schuldig erklären, solange ihre Schuld nicht erwiesen ist. Sie sind verhaftet und werden vor Gericht gestellt werden, falls ihnen etwas nachgewiesen werden Chronik einer blutigen Woche