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Central-Verein-Zeitung · 1938-07-07 · 27 (7.7.1938) · page 17

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
27 (7.7.1938)
Date
1938-07-07
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr.27*7Jufi1938 C-V.-Zeitung Seite 17 den mittleren und höheren Schulen in den Oberklassen sehr viele Kinder über 15 Jahren. Berücksichtigt man diese Tatsache, so ergibt sich, dass von den 69 000 Kindern im schulpflichtigen Alter schätzungsweise weniger als 1000 nicht eingeschult sind"; diese Kinder kommen aus den ärmsten Kreisen Jerusalems und einiger kleinerer Städte im: Norden, wo es den Eltern nicbt möglich ist, auch die kleinste Geldausgabe für den Schulbesuch der Kinder aufzubringen. Aber es ist zu hoffen, dass mit Hilfe der Ausdehnung von Freistellen in den öffentlichen jüdischen Volksschulen im Laufe weniger Jahre auch dieser Schönheitsfehler im jüdischen Schulwesen beseitigt sein wird. Jedenfalls ist festzuhalten, dass durch dauernde grosse jüdische Anstrengungen materieller Art es gelungen ist, auch ohne Schulzwang und mit sehr geringen Regierungssubventionen über 9 8 Prozent alfer jüdischen Kinder im schulpflichtigen Alter zum Schulbesuch zu bringen — während in den Regierungsschulen nur wenig mehr als 30 Prozent der arabischen Jugend Elementarunterricht erhalten, trotzdem hierfür relativ bedeutende öffentliche Mittel aufgewandt werden, die aber im Hinblick auf die grosse Geburtenfreudigkeit der arabischen Bevölkerung nicht im entferntesten ausreichend sind. Bevor auf die beiden Hauptgruppen des jüdischen Schulsystems näher eingegangen wird einige zusammenfassende Zahlen für die Grössen Ordnung im jüdischen Scbulsektor des Landes. Für die 71500 jüdischen Schulkinder stehen gegenwärtig über 600 Schulen zur Verfügung, in denen etwa 3100 Lehrer und Lehrerinnen unterrichten. Fast 400 Schulen unterstehen dem Waad: sie werden von etwa 50 000 Schülerinnen und Schülern besucht: d. h. also, dass 70 Prozent aller jüdischen Schulkinder in sog. Oeffentliche Schulen gehen. In über 200 sog. Nichtöffentlichen Schulen erhalten über 20 000 jüdische Kinder ihre Schulausbildung._ Und schliesslich gehen etwa 900 jüdische Kinder in christliche Missionsschulen, die. über das ganze Land verteilt sind, und deren alte Tradition einen beachtlichen Erziehungsstandard aufweist, der europäischen Erziehungsidealen stärker angenähert ist. //. Die jüdischen Oeffentlichen Schulen unter dem Waad Leumi Immigration und Entwicklung des Schulwesens hängen eng zusammen, quantitativ und qualitativ. Bestehende Schulen mussten vergrössert werden, neue wurden geschaffen, eine grössere Anzahl von Lehrern und Lehrerinnen mit qualifizierterer Bildung wurde herangezogen. Diese Entwicklung im öffentlichen Schulwesen spiegelt sich in den nachstehenden Zahlen wider: Entwicklung der öffentlichen Schulen (Waad Leumi). Schuljahr Schulzahl SchOierzahl Lehrkraft« 192930 223 20377 90S 1S31/32 256 22486 1033 1933/34 291. 28223 1217 ■ 1934/35 1935/36 Ä17 34071 1482 35+ 41147 1704 1938(37 S7S 47 288 : 1810 (Seh.) 1937/38 301 49 661 1888 Die heute bestehenden 391 Öffentlichen Schulen unter dem Waad sind pädagogisch nach seinen Richtlinien ausgerichtet. Ein Teil von ihnen erhält von ihm mehr oder weniger grössere Zuschüsse, aber auch in allen diesen Schulen besteht Sch u 1 g el.d pflicht deshalb, weil, wie schon vorher erwähnt, keine oder zu geringe Regierungszuschüsse gezahlt werden. Soweit wie möglich' gemessen wirtschaftlich Schwache Ermässigungen oder Schulgeldbefreiung. Dem allgemeinen Typ nach gliedern sich die Öffentlichen Schulen, deren Träger grösstenteils die politischen Gemeinden. Arbeitervereir.igungen oder religiöse Gruppen sind, in drei Kategorien, die in ihrem quantitativen Gewicht aus der nachstehenden Tabelle zu entnehmen sind. Haupttypp« der öffentlichen Schulen (Waad Leumi) t«37/38 Kategorie! Schulzahl I Schülerzahl 4llg. Schulen................. Kitsrachi- (orthodoxe) Schulen Arbeitervereinigungs-Schulen .. Sonstige Schulen............... 28 223 12 145 8694 391 49 661 Die „allgemeinen'' Schulen überwiegen also bei weitem, die Gewerkschaftsschulen stehen an Tweiffr Stelle mit einer allerdings geringeren Schulkinderzahl als die orthodoxen Schulen. Die Tatsache, dass vielfach beide Elternteile arbeiten müssen, gibt dem Kindergartentyp des jüdischen Schulwesens — ähnlich wie übrigens auch in England — eine besondere Bedeutung. Der Kindergarten ist hier nicht nur Spiehschule, sondern in gewissem Umfange hat er die Funktion der Vorschule. Hier bekommen die eingewanderten Kinder anderer Muttersprache in frühesten. Jahren ihres Lebens die Grundlagen des gesprochenen Hebräisch, ohne die sie später in keine jüdische Schule eintreten können. Die Zahl dieser Kindergärten-Vorschulen ist daher relativ gross; mit Rücksicht auf die individuelle Betreuung in jugendlichsten Jahren ist die Kinderzähf in jedem einzelnen von ihnen natürlich eine begrenzte. Das wirkliche Schwergewicht des jüdischen öffentlichen Schulwesens liegt naturgemäss in den Volksschulen, wie die nachstehende Aufstellung deutlich erkennen lässt, in denen die Arten der Öffentlichen Schulen nach Hauptgruppen zusammengestellt sind. Arten der öffentlichen Schulen 1937/88 Art Schulzahl SchOierzahl Kindergärten............... 194 7 060 Volksschulen............. 179 87172 Mittelschulen urd Gymnasien.. 9 4 403 Seminare für LehrerC-innem) und Kip'demärtnerinnen '........ 4 70« 5 320 zus. 391 49661 Mit Rücksicht darauf, dass die Gewerkschaftsschulen der Aufsicht des Waad Leumi unterstellt sind, erklärt es sich, dass die grösste Zahl der Schüler und der Schulen des Oeffentlichen Schulsystems in Tel-Aviv sind. Bei den nichtöffentlichen Schulen ist, wie nachher gezeigt werden wird, die Gruppierung über Stadt imd Land andersartig. Verteilung der öffentlichen Schulen 1937/38 Stadt bezw. Bezirk Schulzahl SchOierzahl 36 7 654 Tel-Aviv..................... 83 20130 Haifa.......................... 2." 5578 uberias....................... s S6S Safed......................... 2 2S2 11 784 128 9470 „ „ Schomron......... 23 1794 „ „ Galiläa u. Emek . . 82 3 001 zus. 391 49 661 Obzwar in den öffentlichen wie in den nichtöffentlichen Schulen des Landes in der Mehrzahl die Klassen gleichzeitig von Jungen und Mädchen besucht werden, so gibt es in den Städten durchweg und auf dem Lande vereinzelt die Möglichkeit einer getrennten Erziehung der beiden Geschlechter. In Jerusalem und in Tel-Aviv sind in der Gruppe der „Allgemeinen Schulen" sowohl Volksschulen für Jungen wie solche für Mädchen, in Haifa gibt es eine spezielle. Misraclii-Volksschule für Mädchen, ebenso in Safed. Unter den Schulen, die in der vorstehenden Aufstellung in „Kolonien in Juda" zusammengefasst sind, gehören von grösseren Volksschulen mit gemeinsamer Erziehung die in Rechowoth mit über 400 Schülern, die in Rischon le Zion mit fast 600, in Petach-Tikwa mit fast 500 Schülern. Aber es gibt in Petach-Tikwa ausserdem eine Misrachi-Schule nur für Knaben und eine solche nur für Mädchen, die je etwa 400 Schüler aufweisen. Unter den Kolonien in Schomron ist die grösste die Allgemeine Volksschule in Chedera mit fast 300 Schülern und Schülerinnen, in der in Zichron-Jaakow, ebenfalls einer Allgemeinen Volksschule des Waad, werden fast 200 Schüler, in Benjamina etwa ebenso viel, in Pardess-Channa etwa 140 Kinder unterrichtet. In den Kolonien des Emek-Jesreel ist eine Gewerkschaftsvolksschule, und zwar Nescher, mit über 200 Schülern. In Afule ist eine Misrachi-Volksschule mit etwa ebensoviel Kindern, in Ejn-Charod wieder eine Gewerkschaftsvolksschule mit über 160 Schülern, eine ebensolche ist in Nahalal mit etwa ebensoviel Schülern. In Unter-Galiläa ist die grösste Arbeitervolksschule die in Degania-Alef mit nahezu 120 Schulkindern. An ihrer Seite steht der Grösse nach die Allgemeine Volksschule in Jawneel. In Ober-Galiläa sind überwiegend Misrachi-Volkssehulen, so in Rosch-Pina, in Metulla usw. Unter den Mittleren und Höheren Schulen des W a a d. 6ei an erster Stelle das Hebräische Gymnasium in Jerusalem hervorgehoben, in dem_ 600 Kinder unterrichtet werden, teilweise realschulartig, teilweise.humanistisch. Ebenfalls zur allgemeinen Richtung der Waad-Sckulen gehört die Schule in "Beth Hakerem-Jerusalem, die zur Universität wie zu deD Lehrerseminaren vorbildet, aber auch auf praktische Berufe vorbereitet, so dass in den höheren Klassen Werk- und Handelsfächer, Hauswirtschaft usw. fakultativ eingebaut sind. In Tel-Aviv allein gibt es fünf dem Waad angeschlossene Gymnasien, zu dessen wichtigsten das Realgymnasium Balfour gehört, in dem über 500 Schüler unterrichtet werden. In den allgemeinen Fächern ist das Vorbild das europäische Realgymnasium. Grösser als das; Balfour- Gymnasinm ist das Hebräische Gymnasium Herzlia mit Real- und humanistischer Abteilung — es hat fast 1000 Schüler! In Haifa besteht eine einzige höhere Schule im Rahmen des Waadsystems: die „Hebräische Realschule'* mit mehr als 900 Schülern. Der Lehrplan berücksichtigt die humanistische, realgymnasiale und. die Erziehung einer höheren Handelsschule. Aus Raumgründen karni auf die anderen höheren Schulen im Rahmen des Waadnetzes hier nicht eingegangen, werden. Um Zweifel zu vermeiden, sei erwähnt dass die Zahl der höheren Schulen nichtöffentlicher Art. also dem Waad nicht angeschlossen, grösser ist als die vorerwähnte. Dazu nähere Ausführungen im folgenden. Abschnitt, in dem die Größenordnungen des sogenannten nichtöffentlichen Schuinetzes aufgezeigt werden. ///. Die jüdischen Nichtöffentlichen Schulen Die Zahl der nichtöffentlichen jüdischen Schulen beträgt gegenwärtig 212; in ihnen bemühen sich etwa rund 1200 Lehrer und Lehrerinnen um die Ausbildung von 20 600 Kindern. Der Aufschwung dieses Zweiges jüdischen Schulwesens ist nicht minder gross als der des sog. öffentlichen, wie aus den folgenden Zahlen hervorgeht: Entwicklung der nichtöffentliehen Schulen Schuljahr Schulzahl Schülerzahl Lehrkräfte 1929/30 100 10 565 548 1931/32 110 11 970 63S 1933/34 17R 15 677 884. 1334/35 176 17 288 I0M4 ■y 1935/36 200 19 064 1163 1936/37 208 19 985 1185 (Sch) '1937/38(Sch.) 212 20 600 1200 Der Zusammensetzung und der Grösse nach sind die Anstalten, die dem nichtöffentlichen Schulnetz angehören, durchaus uneinheitlich. Die überwiegende Mehrzahl sind Privatschulen, die, soweit sie Kindergärten sind, nur eine relativ kleine Schülerzahl haben, während auf der anderen Seite in einzelnen Anstalten der Alliance Israelite die Schülerzahl bei weit über 1000 liegt. Im ganzen enthält diese alte französisch-jüdische Kulturorganisation, die das ganze Mittelmeerbecken befruchtet hat, in Palästina neun Schulen, die Zahl der Agudat-Anstalten beträgt zwanzig bei allerdings viel niedrigerer durchschnittlicher Schülerzahl, als die Ailiance-Schulen verbuchen. Das weitaus grösste Volumen in diesem Teil des jüdischen Schulaufbaues nehmen die rein privaten Anstalten ein. Die Grössenordnung für alle diese Kategorien beleuchtet die nachfolgende Tabelle: Haupttypen der nichtöffentlichen Schulen 1936/37 Kategorie Schulzahl SchOierzahl 9 4387 Anglo-Jewish (Rothschild)...... Association Wizo-Qrganisation . Agudat Israel-Organisation — Holländische Organisation..... Reine Privatschulen ........... 1 5 20 "l 172 416 287 2070 290 12526 zus. 208 19 985 Innerhalb der Schulart dominieren nach der Zahl der Anstalten zwar die Kindergärten-Vorschulen, das Schwergewicht der Schülerzahl liegt jedoch auch bei den nichtöffentlichen Schulen in der Volksschule. Doch ist dieser letzte Begriff in Palästina nicht zu eng zu fassen; denn gerade in den nichtöffentlichen Volksschulen werden mindestens zwei, wenn nicht sogar drei Sprachen gepflegt, und den allgemeinen Fächern wird in den höheren Klassen eine grössere Stundenzahl gewidmet als in den Waadschuien. In den stark "frequentierten Schulen der Alliance und der englisch-jüdischen Gemeinschaft ist der- Geist viel "europäischer und weltzugewandter, wenn auch trotzdem die Grundlage der Erziehung eine rein jüdische ist. Nachstehende Tabelle gibt die Grössenordnungen für die einzelnen Anstaltsarien nach ihrem" Schulziel. Arten der nichtöffentlichen Schulen 1935/36 Art Zahl der Anstauen Zahl der Kinder 73 . 1735 48 8800 Mittelschulen und Gymnasien .. 10 2379 Talmud-Thor aschulen.......... 48 4355 Techn. und Berufsschulen..... 11 7S9 Landwirtschaftliche Schulen ... 5 649 Schulen für Waisen und zuröckgeb iebene Kinder.......... 5 407 zus. 200 19064 Im Gegensatz zu dem System des Waad liegt die grösste Zahl der nichtöffentlichen Schulen in Jerusalem. Dagegen sind die nichtöffentlichen Schulen auf dem flachen Lande von erheblich geringerer Bedeutung als die des Waad, was sich mit dem ideellen und finanziellen engen Zusammenhang «wischen den kleineren Siedlungen und den jüdischen Behörden erklärt. Die Verteilung über Stadt und Land wird durch die nachfolgenden Zahlen illustriert. Verteilung der nichtöffentlichen Schulen 1935/36 Siadt bezw. Bezirk Schulzahl Schttlarzahl 7S 7789 55 5878 35 2378 5 818 8 324 Kleinstädte und Kolonien in Süd- 28 2189 188 3 zus. 200 19064 Eine Sonderstellung im Rahmen der Nichtöffentlichen Volksschulen Jerusalems nimmt, die englisch-jüdische Evelyne de Rothschild-Mädchenschule ein, nicht wegen der Zahl ihrer Schülerinnen, sondern wegen ihres Lehrplanes, der auf einem besonderen Niveau steht, und wegen der Disziplin, die diese Schule heraushpbt. Hebräisch und englisch sind die LTnterrichisspraeben dieser Schule von Anbeginn, in späteren Jahren werden Handelsfächer gelehrt: selbstverständlich wird arabisch berücksichtigt. Zahlenmässig weit grösser sind die AlPance Spulen in Jerusalem, eine für Knaben und eine für Mädchen, die erstere mit über 1100 Schülern, die zweite mit über 500 Schülerinnen. Neben Hebräisch ist dort Französisch die zweite Hauptsprache, später kommen Englisch und Arabisch dazu. Für die Jungen werden Handelsfächer in höheren Klassen gelehrt; Mädchen haben Gelegenheit zur bauswirtschaftiiehen Ausbildung. Unter den rein privaten Volksschulen Jerusalems sei das „Kinderhaus Rechaviah" (Beth Hajeleth) erwähnt, das jetzt von einer aus Deutschland stammenden Schulleiterin geführt wird und in der Vorschule nach dem Montesson- System aufgezogen ist; später werden dort Gymnastik und "Sport gepflegt. In Tel-Aviv ist die grösste nichtöffentliche Volksschule die der Alliance. Ausserdem gibt es vier orthodoxe Erziehungsinstifute mit VoLksschul Charakter, in denen die jüdisch-traditionellen Fächer stärker gepflegt werden als alle anderen. In Haifa, Tib^rias und in Safed sind die einzigen nichtöffentlichen Volksschulen die der Alliance Israelite. Unter den höheren nichtöffentlichen Schulen ist als die grösste das Gymnasium Ben Jehuda in Tel-Aviv zu erwähnen, eine Neugründung aus dem Jahre 1934 mit etwa jetzt 250 Schülern. In Haifa hat den weitesten Ruf das „Bialik*-Gymnashim mit über 500 Schülern, auf humanistischer Grundlage aufgebaut. Handels- und Werkfäcber werden gepflegt. Auch die Chugim-Realschule in Haifa ist eine Anstalt mit rund 150 Schülern, die sich um die Einordnung erst neu eingewanderter Kinder besonders bemüht. Ein nichtöffentliches Gymnasium ist weiter in Petach-Tikwa humanistisch aufgebaut; die Möglichkeit zu landwirtschaftlicher" Ausbildung wird dort in besonderem Masse geboten. Auf weitere Einzelheiten des nichtöffentlichen jüdischen Schulwesens muss mit Rücksicht auf den Raum leider verzichtet werden. /V. Kosten der Schulausbildung und Lebenshaltungskosten für Kinder Die Tatsache, dass das jüdische Schulwesen in Palästina auf eigene Füsse gestellt ist, das heisst, dass es nur so geringe Regierungszuschüsse erhält, erklärt die Tatsache, "dass die Schulausbildung, gemessen an dem allgemeinen Lebensstandard, relativ teuer ist." Es gibt keinen einheitlichen Satz für die Schulgelder. Es ist daher hier auch nur möglich, einige Anhaltspunkte zu geben. Das reine Schulgeld in den Volksschulen des Waad schwankt zwischen 2 LP. und 10 LP. jährlieh. Innerhalb der nichtöffentlichen Volksschulen liegt es am niedrigsten in den Allianceschulen, am höchsten natürlich in den reinen Privatschulen, wo es teilweise zwischen 12 LP. bis 15 LP. jährlich schwankt. Keiner Begründung bedarf es, dass das Schulgeld der höheren Schulen erheblich teurer ist. Es liegt zwischen etwa 12 LP. und 24 LP. jährlich; kein Unterschied besteht insoweit zwischen öffentlichen und nichtöffentlichen Anstalten. Mit sehr geringen Ausnahmen sind die Schulen in den Städten reine Tagesschulen: sehr selten sind Internate mit ihnen verbunden. Soweit es der Fall ist, schwanken die Gesamtkopten der Unterbringung für ein Kind, also für Verpflegung. Wohnung und Schulgeld, jährlich etwa zwischen 50 LP. und 60 LP. Es bestehen aber im Lande mehr als ein Dutzend private Kinderheime, die Kinder im Schulalter, teilweise auch noch jüngere in volle Pension aufnehmen, etwa je drei Heime in Jerusalem und Haifa und vier in Tel-Aviv. Sie sind durchweg ärztlich geleitet, nehmen Jungen und Mädel auf, die dann am Ort eine der dort befindlichen Schulen besuchen, aber ausserhalb der Schulzeit in dem Heim betreut werden. Es sind meist Neugründungen aus den Jahren 1932/34, wo die Kinder im allgemeinen gut aufgehoben sind. Aber die Kosten der Unterbringung in solchen Kinderheimen sind erheblich höher, als es eine private Unterbringung ist. Sie schwanken zwischen 8 LP. und 8 LP. monatlich, das heisst zwischen etwa 70 LP. und 95 LP. jährlich,. Beträge, in denen das Schulgeld noch nicht enthalten ist, was der Klarheit halber bemerkt sei. Erheblich niedriger sind die Unterbringungskosten in den Kindergärten und Schulen der Kibuzim und Kwuzot, die vereinzelt ebenfalls Kinder von auswärts aufnehmen; trotz der in diesen Fällen geringeren Aufwendungen sind Pflege und Qualität des Unterrichts bei der besonderen Sorgfalt, die gerade dort der Kindererziehung zugewandt wird, nicht gering. Einer besonderen Auslese in der Auswahl bedarf es, Kinder in Einzelfamiiien "unterzubringen, sofern die Kinder eine der städtischen Schulen besuchen sollen und die Kosten für eines der vorerwähnten Kinderheime zu hoch sind bzw. nicht transferiert wrerden können. Für Wohnung und Verpflegung in einem privaten Haushalt in"einer der Städte wird man im Durchschnitt etwa 3 bis 334 LP. monatlich ansetzen müssen, wobei jedoch keinerlei Anschaffungen oder Ausgaben für unvorhergesehene Fälle enthalten sind. Würde also ein Kind in eine palästinensische städtische Volksschule ohne Internat gegeben werden, so würden für Wohnung, Verpflegung und Schulgeld zusammen jährlich etwa 45 bis 50 LP erforderlich sein, im Falle des Besuches einer mittleren oder höheren Schule etwa 60 LP. V. Winke und Anregungen für die Eltern Es muss unterstrichen werden, dass Eltern, die von den erleichterten Einwanderungsmöglichkeiten für Schulkinder Gebrauch machen wollen, die Kinder selbst mit zwei Dingen "so weit als möglich vertraut machen müssen: mit fliessendem Lesen und Schreiben (Druckschrift zunächst) der hebräischen Sprache •— das tägliche Sprechen lernen die Kinder sehr rasch dann im Lande selbst —, und weiterhin mit einer dem jeweiligen Alter angepassten Kenntnis der Bibel: dieses letztere nicht oder nicht ausschliesslich unter religiösem, sondern vjplmehr unter national jüdischem und traditionsbewusstem Gesichtspunkt. Der-praktische Weg, Kinder, die nicht hier leben, ■ in eine palästinensische Schule einzuschulen, ist der, dass die .Eltern zunächst schriftlich an die Schule in Palästina herantreten müssen, die sie ausgesucht haben. Dabei werden sich die Eltern zwecks Rateinholung am besten vorher an Angehörige oder Freunde, die in Palästina leben, wenden." Das Schuljahr beginnt in Palästina durchweg im Herbst, etwa Mitte September. Wegen der Transfermöglichkeiten des Schulgeldes und der Unterhaltskosten wendet man sich zweckmässtgerweise an die Palästina-Aemter bzw. an die .Paltreu in Berlin um Auskunft. Ist die Schule ausgewählt und hat sie der Aufnahme des Kindes "zugestimmt, so reicht die Schule ihrerseits den Antrag bei der Mandatsregierung zur Erteilung eines Immigration svi sums für die Schulkinder ein; in den Fällen der Oeffentlichen. Schulen übernimmt diese Antragstellung der Waad Leumi selbst, der bei der Regierung eine Garantie hinterlegt, wenn er selbst für das betreffende Kind eine Bankgarantie in Händen bat. Da die Mandatsregierung eine Sicherstellung für mindestens drei Jahre verlangt, handelt es sich bei diesen Garantien um einen Betrag von knapp 160 LP, der sich aus einer Mindestsumme von 4 LP monatlich (viermal 36 Monate gleich 144 LP) und einem Betrag von zusammen 15 LP für Sonstiges errechnet. Eltern und Kindern wird es leichter sein, wenn nicht ein Kind allein hinausgeht, sondern mehrere Kinder befreundeter Familien des gleichen Ortes oder . der gleichen bisherigen Schule zusammen. Die Kinder haben dann hier im Lande einen kleinen Halt aneinander. Es sollte nicht unüberwindlich sein, die Anregung für eine solche Kindergruppenauswanderung nach Palästina in praktische Wege zu leiten. , Ein Aufsatz über die Möglichkeiten der Fachun-dHoch Schulbildung in Palästina erscheint demnächst, gleichfalls aus der Feder unseres Dr. E. R—cz-Mitarbeiters. Die Hoffraannsche Jeschiwa in F r a n k f u r t a. M. hat im Anschluss an ihren Lehrbetrieb ein Lern- Zentrum für Jugendliche im Alter von Ii—16 Jahren eingerichtet. Anmeldung und Regelung der Kosten wie für die Kurse in Schniebiachen,

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