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Central-Verein-Zeitung · 1938-07-07 · 27 (7.7.1938) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
27 (7.7.1938)
Date
1938-07-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 C.-V.-Zeifung Mr. 27 * 7. Juli 1938 iwnsst. Sie kenne die 4 grosse Bedeutung des Problems und sie kedhe vor allem die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Länder, wodurch oft die Einwanderer in einen gewissen Gegensatz zur eingesessenen Bevölkerung gerieten. Im Hinblick auf aufnahmefähige Territorien im Britischen Empire wird gesagt, dass 1 Australien und Neuseeland auf der Konferenz selbst vertreten seien, für die Kolonien werde Waldemar Strauss Jüdische Fabrikationsstätte chirurgischer Instrumente Berlin SW 6S, K5tfers3rc?sa S>2 Aerzrl. Einrichtungsn, spez. cxporr Berliner Bezi.ksverrre'er Dr. Wamberg, Schmargendorf, Krampaspiarz 2 die Delegationen sprechen. Es sei der allgemeine Wunsch, praktische Ergebnisse zu erzielen. Von repräsentativen Veranstaltungen werde man nach Möglichkeit absehen oder sie auf ein Minimum beschränken. Man hoffe, die Konferenz spätestens am 17.. Juli schliessen zu können, da man den Wunsch der französischen Delegation, beim Empfang des englischen Königspaares in Paris anwesend zu sein, achten wolle. * Vor ihrer Abreise aus Paris empfing der französische Aussenminister Georges Bonnet die französische Delegation unter Führung Kenri Berangers, dem als Generalsekretär Jean Boneour, der Sohn Paul Boncours, beigegeben ist. * Vor seiner Abreise aus Paris empfing der Führer der amerikanischen Delegation, Taylor, u. a. den Vizepräsidenten des Joint Jonah, B. W i s e, und den europäischen Direktor des Joint, Dr. Bernhard Kahn, sowie Dr. Nachum G o 1 d m ann. Die Denkschrift der Jewish Ägency für Evian W. Genf. 4. Juli. In ihrem Bulletin vom 3. Juli 193S nimmt die Völkerbunds\Tertretung der Jewish Agency for Palestine offiziell zur Konferenz von Evian Stellung. Ausgehend von ihrer Hauptforderung, der Ausarbeitung eines Finanzierungsplans, der die systematische Auswanderung und Ansiedlung der Flüchtlinge unter Bedingungen ermöglicht, die die wirtschaftliche Struktur der Abnahmeländer nicht gefährden, bemüht sich die Jewish Agency, die wichtige Rolle darzulegen, die Palästina unter einem grosszügigen, Einwanderungsregime in der Absorbierung der wandernden jüdischen Massen spielen kann. Der Zionismus hat nie übersehen, heisst es dort, dass die Auswanderung einer der wichtigsten Faktoren im jüdischen Leben ist. Die jüdische Geschichte seit der Zerstörung des jüdischen Staates ist vorwiegend die Geschichte der Wanderungen der Juden von einem Lande in das andere. Die jüdische Wanderung nimmt im Rahmen der allgemeinen Wanderungsbewegungen aus verschiedenen Gründen eine Sonderstellung ein. Nach zionistischer Auffassung ist der Hauptgrund für die Notwendigkeit der jüdischen Wanderung in der Tatsache zu sehen, dass die Juden ®ÄIfmam & Gerson ESb^dg%nare Berlln-Welssensee, Lothringenstr. 23 56 31 54. seit Jahrhunderten gezwungen sind, sich wirtschaftlich: -den Bedingungen der Gemeinschaften anzupassen, in denen sie sich niedergelassen haben. Das hat zu der anormalen wirtschaftlichen Struktur der jüdischen Gemeinschaften geführt, zur Vernachlässigung der Landwirtschaft ' und der. Grundindustrien und zu ibrer Konzentrierung.'im Handel und kleinen Geschäftsleben. In - Zeiten, in denen die Umgebung der Juden noch in einer unentwickelten Wirtschaft lebte, : war diese Tätigkeit willkommen und zumindest geduldet, da sie die Wirtsehaftsentwicklüng zum allgemeinen Wohlstand hin förderte. In späte-, ren Perioden griff jedoch die nicht jüdische Wirtschaft auch auf die von den Juden entwickelten Zweige über. Es begann jener Eliminierungsprozess der Juden aus dem Wirtschaftsleben, der die-heutige Lage der Juden in Osteuropa kennzeichnet. Je mehr man die praktischen Möglichkeiten einer jüdischen Auswanderung in Betracht zieht, die mehr oder weniger den Notwendigkeiten der Stunde gerecht werden, desto zwingender wird die Schlussfolgerung, dass die wesentlichste Brief mar kau - Fritz Lewln Berlin W 35, lüfrzcwstrasse 9% A. Lösung dieses Problems immer noch in Palästina liegt Die Ergebnisse der bisherigen Flüchtlingskonferenzen haben bewiesen, dass die grösste Hilfeleistung immer von Palästina ausgegangen ist. Bei eingehendem Studium der Frage wird, eo meint die Agency-Denkschrift, auch die Konferenz von Evian zu keinem anderen Ergebnis kommen. Was die konstruktive Hilfe für die Juden aus Deutschland anbetrifft, so haben nicht weniger als 45 000 jüdische Auswanderer aus Deutschland seit 1933 den Weg nach. Palästina gefunden, wo sie auf Grund ihrer Kapitalien und Fähigkeiten ein wichtiger Faktor für die Gesamtentwicklung und die der Industrie geworden sind. Von 135 000 Juden, die Deutschland seit 1933 verlassen haben, sind etwa 25 000 in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt; 20 000 wurden provisorisch in anderen Ländern zugelassen, ohne jedoch eine dauernde Aufenthaltserlaubnis oder Arbeitserlaubnis zu erhalten: 45 000 sind nach Palästina gekommen. Der Rest verteilte sich auf die übrigen Länder der Welt. Demnach steht Palästina, das in den Jahren 1933 bis 1937 aus allen Ländern 174 803 jüdische Einwanderer aufgenommen hat, weitaus an der Spitze aller Einwanderungsländer für Juden. Die Jewish Agency for Palestine erinnert in diesem Zusammenhang an den im Jahre 1933 dem IS. Zionisten-Kongress unterbreiteten Plan des zionistischen Wirtschaftsexperten Dr. A. Ruppin, der die Auswanderung von 200 000 jungen Juden aus Deutschland innerhalb von 10 Jahren vorsah. Auf Grund dieses Planes TS BENNO LOB ATZ ™ & 8« & K Kurfürstendamm 214 Spez.: PersianSFinäntel Bekannt sehr preiswert sollte Palästina allein 100 000 Auswanderer aufnehmen, und alle anderen Länder zusammen ebenfalls 100 000. Tatsächlich hat Palästina innerhalb von viereinhalb Jahren die vorgesehene Anzahl von Auswanderern aus Deutschland absorbiert. Wenn man die Einwanderung seit dem Jahre 1923 als Rechmmgsgmndlage für die Feststellung der .. Absorptionsfähigkeit Palästinas nimmt, so kommt man zu folgenden Feststellungen: In den Jahren 1923 bis 1933 hat die jährliche Durchschnittseinwanderung neun Prozent der jeweils in Palästina lebenden jüdischen Bevölkerung betragen. Heute beläuft sich die jüdische Bevölkerung auf rund 420 000 Seelen. Das würde im ersten Einwanderungsjahr die Möglichkeit einer Aufnahme von 38000 Juden bedeuten, im nächsten Jahr, bei Berücksichtigung auch des natürlichen Bevölkerungszuwachses, 42 000, im dritten Jahr 46000 usw. Eine andere Kalkuiationsmethode stützt sich auf die Möglichkeit der Schaffung neuer Arbeitsplätze in den Wirtschaftszweigen, in denen Palästina zur Zeit noch vom Ausland abhängig ist. 52 Prozent aller eingeführten jüdischen Konsumgüter mit einein Werte von 1283 000 engl. Pfund könnten in Palästina zu konkurrenzfähigen Preisen hergestellt werden. Diese Neuproduktion würde 4000 jüdischen Arbeiterfamilien, d. h. etwa 20 000 Menschen, in den Produktionsprozess der palästinensischen Wirtschaft eingliedern können. In der Landwirtschaft könnten im Zuge dieser Produktionserweiterung 6000 Arbeiterfamilien, d. h. etwa 30 000 Personen, neu beschäftigt werden. „.Zieht man die Nebenwanderung von städtischen Elementen, von denen erfahrungsgemäss solche Eiowanderungsströme direkt produktiver Arbeiter begleitet werden, in Betracht und die Belebung des inländischen Verbrauchsgütermarktes, die Ankurbelung der Sauwirtschaft und der öffentlichen Arbeiten, berücksichtigt man ferner die kontinuierliche Steigerung des Absatzes der palästinensischen Industrie und des Bedarfs an Arbeitern, so können, nach Ansicht der kolonisatorischen Fachleute der Jewish Agency, in der nächsten Zukunft 120 000 Juden wirtschaftlich von Palästina vollkommen absorbiert werden. Besonders zukunftsreich könnte sich eine Intensivierung der B^wässerungspolitik zwecks Schaffung landwirtschaftlichen Neulandes erweisen. Zur Zeit werden lediglich 400000 Dunam in Palästina bewässert. Vorsichtigen Schätzungen zufolge würden jedoch die vorhandenen Wasserkräfte genügen, um ausser diesen 400 000 noch anderthalb Millionen Dunam zu bewässern. Dies würde die Ansiedlung von 60 000 Familien gestatten. Dies würde wiederum eine zusätzliche Einwanderung von nicht in der Landwirtschaft tätigen Elementen gestatten, so dass, bei voller Ausnützung des Bodens und der Wasserkräfte des Landes auf lange Sicht hin die Ansiedlung von Hunderttausenden jüdischer Auswanderer ins Auge gefasst werden könnte. Was die Widerstände der Araber anbetrifft, so sind deren Beweggründe nicht wirtschaftlicher, sondern politischer Natur; wirtschaftlich hat die jüdische Einwanderung den Arabern nur Vorteile gebracht. Auch' der neue Wirtschaitsplan würde die zusätzliche Beschäftigung vieler Araber nach sich ziehen. Die Erklärungen der Jewish Agency for Palestine schliessen mit folgenden Worten: „Aus diesem Grunde wünschen wir, dass die Konferenz von Evian, ohne die dringende Notwendigkeit einer Oeffnung der Einwanderungsländer insbesondere für die Juden aus, Oesterreich und Deutschland aus dem Auge zu lassen, ihre besondere Aufmerksamkeit den gewaltigen Möglichkeiten widmet, die Palästina als realen und historischen Beitrag zur Lösung der Judenfrage beizusteuern vermag." A. H. Die Jewish Agency hat mit diesem Expose ihre Pflicht getan. Viele meinen freilich, sie hätte mehr als ihre Pflicht tun müssen. Das Bild der Palästinawanderimg unter finanziellen und soziologischen Gesichtspunkten ist oft gezeichnet worden. Die Berechnungen, die angestellt werden, sind vertraut, sie werden durch die Wiederholung nicht wirklicher. Wenn die Dinge so lägen, wie das Agency-Expose sie schildert, dann wäre Evian in wesentlichen Teilen überflüssig. Die Tatsache, dass Evian notwendig ist, ergibt sich ja gerade aus dem unüberbrückbaren Spannungsverhältnis zwischen der allgemein-politischen und der jüdischen Anschauung von Palästina. Jeder hofft, dass es sehr bald ausgeglichen ist. Aber ebenso klar ist es, dass Evian" gerade diesen Ausgleich nicht bewirken kann. Es wird trotz der hoffentlich positiven Grundhaltung der an Evian beteiligten Regierungen ohne Frage eine Fülle von Argumenten geben, mit denen dieser oder jener Staat eine Einwanderung ablehnen möchte.'Es könnte naheliegen, in solcher Situation sich auf die — von "jüdischer Seite entwickelten — an- ASPh8lfi6rU!l§SI1 RKuff0rstendammSÄ5 Pflasterungen, Bürgersteig-s. Telepnon: 924756 geblich zureichenden wirtschaftlichen Palästin amöglichkeitenzurückzuziehen und die völlig ungeklärte und dort auch nicht zu klärende politische Seite der internen Regelung zwischen der Mandatsmacht und der Jewish Agency — wie bisher — zu überlassen. Dass gerade von jüdischer Seite der Konferenz Ausweichmöglichkeiten dieser Art geboten werden, erscheint uns zumindest nicht zweckmässig. Polen Vor kurzem erging eine Verordnung des Justizministers, durch welche die Liste der Rechtsanwälte für die nächsten sieben Jahre geschlossen wird. Wahrend dieses Zeitraumes werden — von Ausnahmen abgesehen — keine^ neuen Anwälte oder Kandidaten zum juristischen Beruf zugelassen werden. Von dieser Anordnung sind etwa 3000 Personen, unter ihnen etwa'1500 Juden, schwer betroffen. 300 jüdische Studenten, die ihre Studien bereits beendet haben, sind wegen dieser Massnahme bei den zuständigen Behörden vorstellig geworden. In •einer Versammlung jüdischer Rechtsanwälte wurde festgestellt/ dass Menschen, die teilweise zehn Jahre an die Ausbildung in ihrem Beruf gewandt, alle Examina bestanden und den Vorbereitungsdienst absolviert hatten, in eine äusserste Notlage versetzt würden. Auf der anderen Seite fasste die Vereinigung polnischer Rechtskandidaten eine Entschliessung, dass das Dekret nur dann gerechtfertigt sei, wenn es zu einer völligen Ausschaltung der Juden aus der Rechtsanwaltschaft führen würde. Unter den 12 Mitgliedern des Zentralrates der polnischen Anwaltskammer, die jetzt von der Regierung ernannt wurden, befindet sich im Gegensatz zu früher kein Jude. Da weitere Mitglieder des Zentralrates von den örtlichen Anwaltsvereinigungen gewählt werden, kann es sein, dass auf diesem Wege noch ein Vertreter der jüdischen Anwaltschaft in die Kammer entsandt wird. Das Ministerium des Innern hat die Verbreitung einer Anzahl judenfeindlicher Flugblätter verboten. — Die polnische Gemeindekonferenz hat einen Antrag der Nationaldemokraten, die Juden vom Gemeindewahlrecht auszuschliessen, abgelehnt. — Der Generalrat der polnischen konservativen Partei fordert eine Massenauswanderung der Juden auf legaler Basis und beschleunigte Polonisierung in der Wirtschaft und den freien Berufen. — In Osslakow bei Lödcz wird von den Nationaldemokraten zur Zeit eine judenfeindliche Aktion unter dem Motto: „Sechs Wochen ohne Juden" durchgeführt. Die jüdischen Unternehmen werden boykottiert. Diestädtischen Schlachtbausbehörden haben das Warschauer Rabbinat davon verständigt dass der jüdischen Bevölkerung im Juli nur 600 000 Kilogramm Fleisch Juni 803 000 Kilogramm) zur Verfügung gestellt werden würden. "Da bereits die Juniquote völlig unzureichend war, hat das Rabbinat die Verteilung des Fleisches solange abgelehnt, bis eine neue, höhere Quote festgesetzt werden wird. Das Jiddisch-wissenschaftliche Institut in W i i n a gibt einen Ueberblick über die jüdischen Genossenschaften in Polen. Im Januar dieses Jahres bestanden 755 Institutionen. Die jüdische Genossenschaftsbewegung in Polen ist in erster Linie eine Darlebns- und Kreditkassenbewegung. 95 Prozent aller Genossenschaften sind Kreditinstitute. Es gibt nur 27 Handwerkerini d neun landwirtschaftliehe Handelsgenossenschaften, und es sibt gar keine jüdischen Genossenschaftsläden. Die durchschnittliche Mitgliederzahl beträgt etwa 233. Die ORT-Gesellschaft veröffentlicht aus der Feder ihres Vizepräsidenten Dr. David L v o - vitch eine Arbeit über die wirtschaftliche Situation der Juden in Polen und anderen osteuropäischen Ländern. Daraus geht hervor, dass die ORT in den letzten 58 Jahren über 500 000 Juden in diesen Gebieten zur Selbständigkeit verhalf, indem sie sie industriell und landwirtschaftlich ausbildete. Aber für fünf Millionen weitere Juden sei das gleiche Problem noch akut. ' In deu 165 . Handelsschulen und Kursen, welche gleichzeitig etwa 8000 Schülern Ausbildungsmöglichkeiten bieten, seien in den letzten sieben Jahren etwa 30 000 Personen ausgebildet worden. Mehr als 80 Prozent der Absolventen habe Beschäftigung in den Berufen gefunden, in denen sie sich auf den ORT-Schulen vorbereitet hätten. Rumänien Während man noch bis vor kurzem der Auffassung war, dass die Revision der Staatsbürgerrechte der Juden ein verhältnismässig günstiges Ergebnis zeitigen werde, wird diese Hoffnung durch halboffizielle Mitteilungen erschüttert. Man schätzt, dass sich etwa 80 Prozent aller im Lande lebenden Juden dieser Nachprüfung unierziehen mussten. Da bei einer Aberkennung der Staatsbürgerschaft auch automatisch die Erlaubnis zur Fortführung der Geschäfte erlischt, befürchtet man, dass schon in aller Kürze ein grosser Teil der jüdischen Bevölkerung sich vor einer sehr schwierigen Situation sehen wird. Aus Czernowitz wird berichtet, dass schon jetzt mehrere hundert jüdischer Kaufleute vom Stadtrat benachrichtigt wurden, dass sie ihre Geschäfte bei Androhung von Strafen innerhalb _ von vierzehn Tagen zu liquidieren hätten, da ihnen die Handelserlaubnis wegen der verweigerten- Staatsbürgerschaft entzogen werde. Nach Abschluss der Ueberprüfung der Staatsangehörigkeit wurde der frühere Unierstaatssekretär, der jetzige Generalsekretär im Justizministerium, Dinu Siliaeu, zum Sonderkommissar für die mit dieser Frage im Zusammenhang stehenden Entscheidungen ernannt. Die Kommission, welche ihm zur Seite steht, hat bereits mehrere Sitzungen abgehalten. Es wurde beschlossen, für die Betroffenen zwei Kategorien zu schaffen. Die erste Kategorie umfasst jene Juden, die vor 1918 in dem jetzigen rumänischen Gebiet ansässig war, die zweite jene, welche nach diesem Stichtag ins Land gekommen sind. Die zweite Kategorie wird einer besonders scharfen Kontrolle unterliegen. Das Innenministerium hat an die Verwaltungsbehörden einen Runderlass gerichtet, in dem es u.a. heisst, dass die ihrer Staatsbürgerrechte für verlustig Erklärten aus der Liste der Wehrpflichtigen zu streichen und der Fremdenpolizei zu unterstellen seien. Die vor 1919 Eingewanderten sollen einstweilen nicht des Landes verwiesen werden. Sie können bei der Fremdenpolizei um Aufenthaltsbewilligung nachsuchen. Die nach 1919 illegal Eingewanderten sollen dagegen mit der ganzen Strenge des Gesetzes behandelt werden. Die Presse veröffentlicht ein offizielles Communique des Justizministeriums zu der gleichen Frage. Daraus geht hervor, dass endgültige Entscheidungen nocb nichtgetroffen sind. Die Zeitungen vertreten die Ansicht, dass man die Ausgebürgerten entweder als Ausländer betrachten oder ihnen den Status der Juden im Vorkriegsrumänien, geben werde. Damals durften die Juden, obgleich sie keine Staatsbürger waren, fast alle Stellungen in Handel, Industrie und in den freien Berufen einnehmen. Lediglich vom Justizdienst und der Staatlichen Verwaltung waren sie ausgeschlossen. Man wird die Arbeiten der obenerwähnten Kommission ab warten müssen, ehe man klar sehen wird. Beschwerden über das Ausbleiben der C-V.-Zeitung, Umleitewünsche sind stets dem zuständigen Postamt (Zeitungsslelle), das auch Bestellungen entgegennimmt, zu unterbreiten. Chefredakteur: Dr Alfred Herschberg. Siell- vertretender Chefredakteur: Dr. Er est G Löwent Ii .iL Verantwortlich für die Aufnahme von Bildern und für Sport: Dr Ernst G. Löwent h il , für Feuilleton: Hans Oppenbeimer. Sämtlich in Berlin. Für Rücksendung unverlangter Einsendunsen isl Freiuiischlas beizufügen. Leiter der Anzeigen-Abteilung: Friedrich Nathan. Berlin, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. V. Käte Mä rcus. Berlin. DA I. Vj. 37 715. Fl. 6. Verlag: Jüdischer Central-Verein e. V.. Berlin W 15. Emser Strasse 42. Druck der Buch- und Tiefdruck Gesellschaft mbH.. Berlin SW 68. INTERNATIONALES SPEDITIONSBÜRO BROKERHOFF & LIPSCHÜTZ t Geschäftsgründung 1910 BERLIN C 2, FROMMELSTRASSE 1 6 / Fernruf 420622 Umzugsberafung, Speziafitransporte nach Palästina, Nordamerika G. M. Südamerika/ Afrika, Austragen. Sammelverkehre nach H. 0 dem in- und AusSand. Gepäckdiensf zu allen Dampfern« Vertretungen an allen Plätzen der Welt. Versicherung —* Lagerung.

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