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Central-Verein-Zeitung · 1938-06-30 · 26 (30.6.1938) · page 15

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
26 (30.6.1938)
Date
1938-06-30
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Palästma-ITmsehau der C.»V.-Zeitiiiig Das Todesurteil vollstreckt Nach Redaktionsschluss geht die bisher unbestätigte Nachricht ein, dass die Hinrichtung des zum Tode Terurteilten Schlomo Ben Josef im Oerichtsgefängnis in Akko am 29. Juni vormittags vollzogen worden ist. Damit sind alle Proteste und Demonstrationen mit einem Schlage überholt, und der Aufschrei der Solidarität schweigt vor der Majestät des Todes. Dass ein junger Mensch mehr, der ins Land gekommen war, um in ihm zu leben und zu arbeiten, vor der Vollendung seiner Aufgabe der mörderischen Verstrickung des jüdisch-arabischen Gegensatzes erlegen ist, gehört in diesen Tagen zu den an trostloser Kette sich wiederholenden Begebenheiten. Der Tote war, wie bekannt, der Mitwirkung an einem Anschlag auf einem arabischen Autobus überführt und im Be- Der Vollstreckung des Todesurteils gingen folgende Ereignisse voraus: Generalleutnant Haining hat das am 3. Juni von dem Militärgericht in Haifa ausgesprochene Todesurteil über Schlomo Ben Josef aus Rosch Pina wegen Schiessens auf einen arabischen Autobus bestätigt. Der im Zusammenhang mit demselben Delikt gleichfalls zum Tode verurteilte Abraham Schein wurde zu lebenslänglicher Haft begnadigt. Der Grund für die Begnadigung ist die Jugend des Abraham Schein; er ist erst 17 Jahre alt. . Bei dem High Commissioner laufen fortgesetzt weitere Begnadigungsgesuche ein, u. a. solche, vom Oberrabbiner von Palästina, Isaac Herzog, Miss Henrietta S z o 1 d und von den Agudisienführern, Rabbinern Duschinski und Blau. Die palästinensische AgudasJis roel hat auch in einem Telegramm an König Georg VI. um Gnade für die Verurteilten gebeten. Allen Massnahmen und leichten Besserungsanzeichen zum Trotz, die eine Milderung des Terrors erhoffen Hessen, ist die letzte Woche wieder reich an Zwischenfällen gewesen. 1 Ganz besonders waren es zwei Gegenden, an denen sich der Terror konzentrierte: Der Tegartwall, das heisst die nach dem Polizeisachverständigen Charles Tegart genannte Stacheldrahtbarriere an der Nordgrenze, und die seit zwei Jahren fast völlig verschont gebliebenen Grenzbezirke zwischen Jaffa und Tel-Aviv. In der Nacht vom 20. zum 21. Juni fiel eine 200 Mann starke Bande über eine zehn Kilometer lange Strecke des Tegartwalles in der Nähe Die Katakombe von Bet Schearim Von Dr. Siegfried Aschner Dies ist nun schon die dritte Grabung der Palestine Exploration-Society in diesem die Ebene Jesreel beherrschenden Teil Galiläas, nachdem Major Cond er 1872 hier die ersten Funde gemacht hat, und sie hat wirklich einen verblüffenden Erfolg gezeitigt. Es liegt jetzt hierüber ein wertvoller Bericht von Dr. B. M a i s 1 e r, dem Leiter der Grabung, in ,,Illustrated London News" vom 18. Juni" 1938 vor, der aber noch nicht als abschliessend anzusehen ist. Es ist eine richtige Katakombenanlage, die man da gefunden hat, die erste in Palästina, etwa vom 1. bis 4. nachchristlichen Jahrhundert, jedoch anscheinend schon auf hellenistischer Grundlage. Bisher hat man jüdische Katakomben aus der Zeit des Zweiten Tempels in Italien, vor allem in Rom selber, in Nordafrika und auf vielen Inseln des Mittelmeers gefunden. Man konnte also wohl früher leicht auf die Idee kommen, dass diese Art der Bestattung erst im Galut von den Juden angenommen worden wäre in Erinnerung an die Höhle Machpela, die übrigens selber darauf deutet, dass Abraham sein Erbbegräbnis der chetitischen Kultur verdankt zu haben scheint. Jetzt dagegen, seit dem Fund von Bet Schearim, ist es klar, dass Katakomben zuerst in Palästina angelegt wurden und danach erst in der Diaspora, dass also damit zusammenhängende Kunstentwucklungen in Architektur und Malerei auS dem Jüdischen erwuchsen und somit auch frühchristliche Katakombenkunst viel stärker mit jüdischen Elementen verbunden war, als man bisher annehmen konnte. \ Wir sehen jetzt aber auch, dass sich die Katakomben erst nach der Makkabäerzeit folgerichtig aus den hellenistischen „Ossuarien" entwickelt haben, wie eines z. B. in dem sogenannten i.Richtergrab" in Jerusalem bekannt ist. Hier führte' ähnlich wie bei den Aegyptern eine Treppe zu einem mit Mosaiken ausgelegten Vorhof hinab, von dem man in den Innenraum durch eine viereckige oder gewölbte Tür gesitz von Waffen befunden worden. Bei der Tat ist kein Menschenleben vernichtet worden. Trotzdem wurde sie mit dem Tode gesühnt. Auch wer jeden Akt tätiger Vergeltung gegen arabische Gewalt von jüdischer Seite scharf bekämpft, weil er ihn für politisch verwerflich und für das jüdische Aufbauwerk unwürdig erachtet,, wird von der Tragik des Geschickes tief angerührt, das sich hier vollendet hat. In ihm ist die Grausamkeit der freudlosen Gegenwart erneut sichtbar geworden. Wer kämpft, ist auch bereit, sein Leben einzusetzen. Sentimentales Klagen ist nicht am Platze. Aber wer bereit ist, die Zeichen des Lebens ins Auge zu fassen, auch dort, wo sie hart und unwiderruflich sind, der sollte sich von neuem zur Verantwortung dafür aufgerufen fühlen, dass endlich einer Verwirrung ein Ende gemacht wird, die solche Opfer fordert. E. R.-J. Protestresolutionen, gegen das Todesurteil, die von mehreren hundert Revisionisten in Tel-Aviv veranstaltet wurden, führten zur Verwundung eines jüdischen Polizisten und zweier Demonstranten. Die Verwundeten wurden in Haft genommen. Die Gemeinde Tel-Aviv, die auch ihrerseits ein besonderes Gnadengesuch an den High Commissioner gerichtet hat, veranlasste die Kaffeehausbesitzer, ihre Cafes während eines besonderen Bittgottesdienstes, der am 27. Juni stattfand, geschlossen zu halten. Auch in Jerusalem führten Demonstrationen zur Verhaftung von sechs jüdischen Demonstranten und zur Verwundung zweier britischer Polizisten. Es wurde daraufhin in Jerusalem ein Ausgehverbot von 8 Uhr abends bis 6 Uhr morgens verhängt und in den jüdischen Vierteln wurde das Polizeiaufgebot verstärkt \ von S a f e d her und beschädigte sie erheblich. Nach einem längeren Kampf vertrieben jüdische Hilfspolizisten im Verein mit regulärer Polizei die " Bande, wobei zwei Araber erschossen werden. Zwei von den Hilfspolizisten - wurden verwundet. In der gleichen Gegend fuhr ein Panzerwagen mit jüdischer Bemannung auf eine Barrikade auf, überschlug sich und wurde in diesem Augenblick von einer 70 Mann starken Bande beschossen und mit Bomben beworfen. Die Juden leisteten über eine Stunde verzweifelten Widerstand, bis mit Maschinengewehren bewaffnete Verstärkungen die Angreifer vertrieben. E i n langte; so ist es auch in den Katakomben von Bet Schearim: die Toten lagen in waagerechten Stollen, sogenannten Scbiebegräbern, „Kuchim". Zerfielen ihre Gebeine, so wmrden sie in Knochenkisten aus Holz, Kalkstein oder Ton, den „Ossuarien", pietätvoll gesammelt, was nötig war, um die Auferstehung der Toten zu ermöglichen, von der z. B. der Prophet Ezechiel in seiner berühmten Vision so gewaltig gekündet hat.. In diesen Anlagen finden sich auch schon alle Dekorationen, Symbole, Inschriften der späteren Katakomben. Bislang sind nicht weniger als zehn Katakomben in Bet Schearim oder, wie es arabisch heisst, Sheikh Ibreiq, blossgelegt. Der typische Korridor führt zu den Gräberhallen, die vierhundert Gräber oder mehr enthalten. Die Tore zu ihnen, ganz ähnlich angelegt wie z. B. das des hellenistischen „Josafatgrabes", sind aus Kalkstein oder Basalt. Wie später in den Kirchen gibt es Wand- und Fussbodengräber; man.unterscheidet Arkosolien und „Loculi". Die Särge sind meist aus Holz. Wichtig sind die Malereien, typische Graffiti; diese enthalten nämlich schon nicht bloss die typischen Symbole des siebenarmigen Leuchters, Toraschreins, Oelkrugs, der Muschel, Rosette oder Fruchtschale; vielmehr finden sieh Darstellungen von Menschen, z. B. eines „Rossebändigers", der ein Pferd hält (Grab eines Reiters), von Tieren und Pflanzen, von Gegenständen und geometrischen Mustern; besonders markant ist die anschauliche Darstellung eines Schiffes mit sachkundig gegebener Takelage, offenbar für das Grab eines Reeders oder Kapitäns. Grabbeigaben wie Lampen, Ringe, Schmuck, Geschirr, kosmetische Artikel hat man reichlich gefunden. Von grossem Wert sind die noch nicht publizierten Inschriften, an deren Ausbeute momentan noch energisch gearbeitet wird. Es versteht sich aus den bisherigen Erfahrungen, dass die griechischen Inschriften überwiegen, da bis zu Josephus hinab mindestens die hellenistische Kultur der Juden unbestritten war. Dass also fast jeder einen hebräischen und griechischen (oder seltener römischen) Doppelnamen hatte, Hess sich erwarten. Man fand aber auch aramäische und palmyrenische Inschriften, die meisten sehr kurz, einige jedoch von mehreren Zeilen. Letztere dürften wichtige Aufschlüsse für das episodische Reich Palmyra erbringen, das rasch Jude wurde schwer und der Fahrer des Panzerwagens leicht verwundet Von den Angreifern wurden zwei getötet und mehrere andere verwundet. In Verfolg dieser Aktion beschädigten Banditen den Tegartwall noch an mehreren anderen Punkten zwischen Saassa und K ed.es cb- Naphtali. Arabische Arbeiter, die in Saassa bei dem Bau einer neuen Polizeistation beschäftigt waren, wurden von Arabern angegriffen. Drei Arbeiter wurden getötet; infolge der schweren Drohungen wurde die Arbeit eingestellt. Noch langwieriger und folgenreicher waren die Zusammenstösse, die sich in der nächsten Nacht an der Grenze zwischen Tel-Aviv und Jaffa entwickelten. Zum erstenmal nach dem Ausbruch der Unruhen im Jahre 1936 haben sich an dieser Stelle wieder schwere Tätlichkeiten zugetragen. Die Unruhen brachen dadurch aus, dass der Karmelmarktplatz in Tel-Aviv, der an' der Grenze der beiden Städte liegt, plötzlich heftig beschossen wurde. Eine Gruppe von Arabern hatte vorübergehende Juden in der Nähe der Stadtgrenze angegriffen, woraus sich ein Kampf entwickelte, der später in Messerkämpfe überging. Schon vorher war mitten in Tel-Aviv in der "Nähe des Rimmon-Kino in der Alienby- Strasse von einem Araber eine Bombe geworfen worden, die unter der grossen Menge eine heftige Panik hervorgerufen hatte. Bei diesen Terrorakten wurde der 25jährige .Jude Abraham Scharabi getötet und der 21jährige Noah Finkeis tein, der 19jährige Abraham K es ch et und der'24iährige Ärieh Rudikovsky, auch genannt Dobrochovsky, schwer verwundet. Rudikovsky erlag seinen Verletzungen. Von Arabern sollen zwei getötet und vier verwundet worden sein. Als später die Kämpfe auch auf Tel-Aviv übergriffen, wurde dort der 45jährige orientalische Jude Nah um Ezra Gindi ein Opfer arabischer Angreifer, die ihn zu Tode steinigten. Er war aus Rischon le Zion zur Hochzeit seines Sohnes nach Tel-Aviv gekommen. Starke polizeiliche "und militärische Abteilungen wurden sofort an den Stadtgrenzen zusammengezogen und versuchten, die sich ansammelnden Mengen zu zerstreuen. Die im Gebiet der Zwischenfälle gelegenen Häuser wmrden geräumt und Stacheldrahtbarrikaden errichtet. Auf eine Militärpatrouille wurde aus einem arabischen Hause geschossen. Die Nachforschimg nach den Tätern verlief ergebnislos. Die in Jaffa wohnhaften Juden baten die Tel-Aviver Gemeinde durch eine Abordnung um Schutz. Die Abordnung berichtete über viele Fälle antir jüdischer Ausschreitungen in Jaffa; Auch ein italienischer Abt, der Lehrer einer zu einem Kloster gehörenden landwirtschaftlichen Schule in Bet Jemal bei Ramleb. Pater Pietro Rossini, ist an dem Tage dieser Unruhen von Arabern getötei worden. Die neue Unruhewelie breitete sieh in grosser Eile über das Land aus. In Nablus, Dschenin und Tulkerem wurde ein Streik proklamiert, Cafes, Läden und Schulen wurden und glänzend im 3. Jahrhundert aufblühte und noch rascher unier den wuchtigen Schlägen des gewaltigen Kaisers Aurelian, des Gründers der Stadt Orleans, wieder zusammenbrach. . Zwei Hallen der Katakomben waren für Priester. Rabbis, Schulhäupter und Gemeindevorsteher reserviert. In der Makkabäerzeit hatten die Aristokraten noch meist ihre eigenen Erbbegräbnisse, z. B. in Modin die Makkabäer selber, deren monumentale Anlage uns leider vorerst nur durch Beschreibungen bekannt ist. Die heutigen „Ehrenreihen" unserer modernen Friedhöfe sehen auf solche privilegierten Gräberanlagen zurück. Es ist bemerkenswert, dass unter den Toten von Bet Schearim nicht bloss viele Palmyrener sind, sondern sogar Juden aus Süd-Arabien, die irgendein seltsames Geschick hierher verschlug. Doch ist in Bet Schearim auch einer der grössten Männer unserer alten Geschichte begraben, nämlich Rabbi Jehuda Hanassi, der Vollender der Mischna (135 bis 220), dessen Tod in Ketubot 104a so erschütternd in seiner furchtbaren Wirkung auf das Volksgemüt gekennzeichnet ist. Bisher hat man die Stätte dieses, man kann kaum sagen, Toten, weil er ja lebt, noch nicht entdeckt. Es ist aber beinahe sicher, dass sie noch in einer der Katakomben plötzlich auftaueüt, womit uns unendlich viel für unsere Verehrung grosser Vergangenheit wiedergeschenkt wäre. Jedenfalls hat Professor Albright vollkommen recht, wenn er schreibt, dass seit der Aufdeckung der wunderschönen Synagoge von Duros kein so grossartiger Fund mehr gelungen ist wie der dieser Katakomben mit ihrem unerschöpflichen Reichtum. Die bedeutende Höhe jüdisch-hellenistischer Volkskunst im 3. Jahrhundert wird hier wunderbar deutlich,»und wir sehen die Beziehungen zur christlich-byzantinischen Kunst, die sich bis ins junge Mittelalter fortsetzen. Es ergibt sich ferner, dass Bet Schearim im 3. Jahrhundert ein blühendes Zentrum-jüdischen Lebens gewesen sein muss trotz all des unsagbaren politischen Elends der Soldatenkaiserzeit, in der das ganze Römische Reich rettungslos dem Untergang verfallen schien. Wir wissen aber schon längst, dass gerade damals in Galiläa und überhaupt im ganzen Norden des Heiligen Landes sich eine gewisse eigene kulturelle Blüte entfaltete, die gewiss mit dem kurzen, mächtigen Aufstieg des Reiches von Palmyra unter der genialen Regierung der Königin Zenobia zugeschlossen und die arabischen Schulkinder demonstrierten. In den Grenzbezirken von Tel-Aviv und Jaffa wurde ein Ausgehverbot zwischen 6 Uhr abend und 6 Uhr morgens erlassen. Trotzdem gelang es nicht, die Unruhen in den betroffenen Gebieten vollkommen zum Stillstand zu bringen. Am 25. Juni abends explodierte an der Stadtgrenze wiederum eine Bombe und verwundete die 33jährige MirjamCohen,das dreijährige Kind Schoschana Zermati und den 70jährigen Josef Baiissado. Die 60jährige Esther Levi wurde schwer verletzt. Auch am nächsten Morgen lebte der Terror wieder auf. Als der 60jährige persische Jude A m o n P a c h e r seinen, Laden öffnen wollte, wurde er von Arabern mit Steinen beworfen und schwerverletzt. In der gleichen Gegend wurde der 30jährige Jude Dav.id Zip k in durch Steinwürfe ebenfalls schwer ver- .letzt. Eine Bombe verwundete vier Araber schwer und drei leicht. Auch ausserhalb der beiden Hauptunruhezentren an der Nordgrenze des Landes und an der Stadtgrenze zwischen Jaffa und Tel-Aviv ist die Woche sehr konfliktreich verlaufen. Sie begann damit, dass der 19jährige jüdische Hilfspolizist Herzl Aloni aus Kfar Jecheskel auf einem Patrouillenritt aus dem Hinterhalt erschossen wurde, und dass der 17jährige Arie Kleinstein von einem Araber, der das Kolonialwarengeschäft von Kleinsteins Mutter in Rosch Bina betrat, und um ein Glas Wasser bat, durch einen Schuss in den Rücken ermordet wurde. Dieser Schuss schien das Signal zu einem Ueberfall auf das Zollhaus von Rosch Pina zu sein, das in der Nähe des Koloniahvarengeschäfts gelegen ist. Bei diesem Ueberfali wurde ein arabischer Polizist ermordet. In der Nähe von Tulkerem wurde ein britischer Soldat durch eine Landmine schwer verwundet, und nördlich von Nablus kam es zu einem Gefecht zwischen Militär und einer Araberbande, in dem die Terroristen Verluste erlitten. Am Tage darauf, dem 22. Juni, drang eine Araberbande in eine Knabenerziehungsanstalt in Tulkerem, verschleppte den Wächter und raubte das Haus aus. In Haifa erschossen zwei Terroristen im Hospital der Regierung einen verwundeten Araber. Die im gleichen Zimmer liegenden anderen Kranken konnten die Mordtat nicht verhindern. Durch Zerstörung einer Eisenbahnbrücke auf der Hauptlinie Haifa-Ludd wurde der Eisenbahnverkehr mit Aegypten empfindlich gestört. In Nablus wurde ein arabischer Notabel auf der Strasse ermordet und sein Begleiter schwer verwundet. Im Westen von Jerusalem wurde ein jüdischer Autobuschauffeur durch Schüsse leicht verwundet. Der Verwundete ist der Sohn von Issak Jizehaki, der am 22. Mai in der Nähe von Jerusalem erstochen worden ist. Am 23. Juni griff eine Terrorbande jüdische Arbeiter an, die in der H a i f a b u c h t zur Feldarbeit gingen. Jüdische Hilfspolizisten verfolgten sie und. fügten ihr Verluste zu. In den Feldern von G i w a t Ada bei Zichron Jakob wurden drei junge Juden von Arabern sammenhing, mit dessen Verfall sie wieder verging, namentlich seit dem Sieg des Christentums im 4. Jahrhundert unter Konstantin. Hier, in Bet Schearim, liefen zudem die wichtigsten Handel «Strassen zusammen, die den Ort schnell zur Blüte brachten, ^lie von Akkon in die Ebene Jesreel. von der aus die grosse Kommunikation nach Aegypten ging, und die von Galiläa nach Saron und Samaria, von wo aus sich die Linie nach Jerusalem und ins Innere Arabiens zog, führten. Einen Widerschein dieses Glanzes und Lebens bewahrt nun die soeben entdeckte, imposante Totenstadt. Man erkennt jetzt erst, dass Bet Schearim wirklich etwas war und bedeutete und steht vor ganz neuen, kulturellen Perspektiven. Wie eist, wenn alle die zahllosen Inschriften wirklich einmal vollständig gelesen, gesammelt und publiziert sind, was hoffentlich nicht mehr allzulange dauern wird! Wieviel iässi sich dann nicht bloss z. B. für die noch immer sehr dunkle Gelehrtengeschichte der Mischna fast sicher erwarten! Kundgebung der Jugend-Alija in Hamburg Auf einer Kundgebung der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugend-Ali ja sprach nach einleitenden Worten von Dr. Hedwig Eppstein Dr. Eva Reichmann-Jung* mann. Palästina, das zeitentrückte Wunschbild von einst, sei heute Wirklichkeit geworden. Dieser Weg in die Wirklichkeit habe dort eine ungeheuer rasche Typenveränderung hervorgebracht: sie habe den kraftvollen, arbeits- und lebensbejahenden jungen jüdischen Menschen geschaffen. Trotzdem hafte dem Bild Palästinas immer noch soviel von dem Traum an, aus dem es hervorgegangen sei, dass das Erlebnis des Landes und die Erinnerung daran einen zeitweise über die sorgenvolle Gegenwart hinwegheben können. In besonderem Masse gelte das von der Jugend-Alija. Obgleich es zur Zeit an Zertifikaten fehle, seien "für die Jugend-Alija Zertifikate vorhanden; darum sei die Arbeit für sie besonders fruchtbar. Nachdrücklich wies die Rednerin darauf hin,- dass der Palästinagedanke kein Zankapfel zwischen den Parteien mehr sei. Die Entwickelung habe die Differenzen zwischen den Richtungen zwar nicht weggewischt, aber sie habe uns gelehrt, gegenseitig Achtung vor den Zielen der anderen zu haben. Anschliessend sprach Oberrabbiner Dr. Joseph Carl ebach. s.e. Der Terror nimmt zu

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